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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Brennstoffzellenstapels.
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Eine
Brennstoffzelle ist ein elektrochemisches Bauelement, das durch
eine Reaktion erzeugte chemische Energie direkt in elektrische Energie umwandelt.
Beispielsweise umfaßt
eine Art von Brennstoffzellen eine Polymerelektrolytmembran (PEM;
Polymer Electrolyte Membrane), die häufig Protonenaustauschmembran
genannt wird und die nur Protonen das Wandern zwischen einer Anode und
einer Kathode der Brennstoffzelle gestattet. Die Membran ist eingebettet
zwischen einer Anodenkatalysatorschicht auf der einen Seite und
einer Kathodenkatalysatorschicht auf der anderen Seite. Diese Anordnung
wird allgemein als Membranelektrodenanordnung (MEA; Membrane Electrode
Assembly) bezeichnet. An der Anode wird zweiatomiger Wasserstoff
(ein Brennstoff) oxidiert, um Wasserstoffprotonen zu erzeugen, die
durch die PEM hindurchtreten. Die durch diese Oxidation erzeugten
Elektronen fließen
durch eine Schaltung, die sich außerhalb der Brennstoffzelle
befindet, wobei sie einen elektrischen Strom bilden. An der Kathode
wird Sauerstoff reduziert, der mit den Wasserstoffprotonen reagiert,
wobei Wasser gebildet wird. Die anodischen und kathodischen Reaktionen
werden durch die folgenden Gleichungen beschrieben:
H2 → 2H+ + 2e– an der Anode der Zelle,
und
O2 + 4H+ +
4e– → 2H2O an der Kathode der Zelle.
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Eine
typische Brennstoffzelle weist eine Anschlußspannung von ungefähr einem
Volt Gleichspannung (DC) auf. Zur Erzeugung erheblich höherer Spannungen
können
mehrere Brennstoffzellen zusammengesetzt werden, wobei sie eine
Brennstoffzellenstapel genannte Anordnung bilden, bei der die Brennstoffzellen
miteinander elektrisch in Reihe geschaltet sind, um eine höhere Gleichspannung (beispielsweise
eine Gleichspannung von ungefähr 100
V) und eine größere Leistung
bereitzustellen.
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Der
Brennstoffzellenstapel kann Flußplatten (beispielsweise
Graphitverbund- oder Metallplatten) umfassen, die aufeinander gestapelt
sind und die jeweils mehr als einer Brennstoffzelle des Stapels
zugeordnet sein können.
Die Platten können
verschiedene Fließkanäle und Öffnungen
aufweisen, um beispielsweise die Reaktanten und Reaktionsprodukte durch
den Brennstoffzellenstapel zu leiten. Mehrere (jeweils einer bestimmten
Brennstoffzelle zugeordnete) PEMs können zwischen den Anoden und
Kathoden der verschiedenen Brennstoffzellen im Stapel verteilt sein.
Elektrisch leitfähige
Gasdiffusionsschichten (GDLs; Gas Diffusion Lagers) können auf beiden
Seiten jeder PEM angeordnet sein, um die Anode und Kathode jeder
Zelle zu bilden. Auf diese Weise können Reaktantengase von beiden
Seiten der PEM die Fließkanäle verlassen
und durch die GDLs bis zu der PEM diffundieren. Die PEM und ihr angrenzendes
Elektrodenpaar werden oft zu einer Einheit zusammengebaut, die manchmal
Membranelektrodeneinheit (MEU; Membrane Electrode Unit) genannt
wird.
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Ein
Brennstoffzellensystem kann einen Brennstoffprozessor enthalten,
der einen Kohlenwasserstoff (beispielsweise Erdgas, Propanmethanol)
in den Brennstoff für
den Brennstoffzellenstapel umwandelt. Für eine bestimmte Ausgangsleistung des
Brennstoffzellenstapels müssen
die Brennstoff- und Oxidationsmittelströme zu dem Stapel bestimmten
stöchiometrischen
Verhältnissen
genügen,
die durch die oben beschriebenen Gleichungen vorgegeben sind. Somit
kann eine Steuereinrichtung des Brennstoffzellensystems die Ausgangsleistung
des Stapels überwachen
und auf der Basis der überwachten
Ausgangsleistung den Brennstoff- und Luftstrom abschätzen, die
den vorgegebenen stöchiometrischen
Verhältnissen
genügen.
Dabei regelt die Steuereinrichtung den Brennstoffprozessor derart, daß er diesen
Strom erzeugt, und schätzt
als Reaktion auf eine von ihr detektierte Änderung der Aus gangsleistung
eine neue Brennstoff- und Luftströmungsrate bzw. -geschwindigkeit
ab und steuert den Brennstoffprozessor entsprechend.
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Eine
Einrichtung zum Überwachen
eines Brennstoffzellenstapels ist z. B. aus dem
US-Patent 5,170,124 bekannt, in dem
der Vergleich von Zellengruppenspannungen untereinander oder mit
einer aus der Zellengruppenspannung abgeleiteten Referenzspannung
herangezogen wird, um einen Zellenspannungsabfall festzustellen
und dann ein Alarmsignal zu erzeugen oder Abhilfemaßnahmen
einzuleiten. Ein anderes Brennstoffzellenüberwachungssystem ist aus der
DE 697 01 432 T2 bekannt.
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Die
DE 100 58 083 A1 beschreibt
einen Stapel, der lastabhängig
und gerade oberhalb der minimal notwendigen Brennstoffkonzentration
gefahren wird. Dafür
wird die Zellspannung einer einzelnen Brennstoffzelle, welche zur
Erzeugung einer geringeren Zellspannung als die übrigen Zellen ausgelegt ist, als
Stellgröße für den Brennstoffzufluss
verwendet.
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Aufgrund
nicht-idealer Eigenschaften des Stapels, kann es schwierig sein,
die für
eine vorgegebene Ausgangsleistung benötigte Brennstoff- und Luftströmungsrate
genau vorherzusagen. Daher kann die Steuereinrichtung mit einer
ausreichenden Fehlertoleranz arbeiten, indem sie den Brennstoffprozessor
veranlaßt,
mehr Brennstoff und/oder mehr Luft bereitzustellen, als erforderlich
ist um sicherzustellen, daß den
Zellen des Stapels genügend
Brennstoff zugeführt
wird und diese somit nicht mangels Brennstoff oder Luft "hungern". Eine derartige
Steuertechnik kann jedoch sehr ineffizient sein, da der Brennstoffzellenstapel üblicherweise
nicht den gesamten einströmenden
Brennstoff verbraucht, wodurch unverbrauchter Brennstoff übrigbleibt,
der von einem Oxidierer des Brennstoffzellensystems abgefackelt
werden kann.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, den oben genannten Nachteil zu vermeiden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Bei
einer Ausführungsform
der Erfindung wird einem Brennstoffzellenstapel ein Brennstoffstrom
zugeführt,
der Brennstoffstrom wird geändert
und es wird das Ansprechverhalten wenigstens einer Zellenspannung
des Stapels auf die Änderung des
Brennstoffstroms beobachtet. Die Effizienz des Stapels wird auf
der Basis der Beobachtung verbessert.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
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Im
folgenden wird die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten
bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines Brennstoffzellensystems zur Durchführung des
erfindungsgemäßes Verfahrens;
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2, 3, 4, 5, 6 und 8 Ablaufdiagramme,
die erfindungsgemäße Techniken
zum Verbessern der Effizienz des Brennstoffzellensystems veranschaulichen;
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7 eine
Darstellung von Zellen eines Brennstoffzellenstapels des Brennstoffzellensystems;
und
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9 eine
schematische Darstellung einer Zellenspannungsüberwachungsschaltung des Systems
gemäß 1.
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Gemäß 1 umfaßt eine
Ausführungsform eines
Brennstoffzellensystems 10, einen Brennstoffzellenstapel 20,
der Energie für
einen Verbraucher (beispielsweise einen Verbraucherhaushalt) erzeugen
kann, und zwar in Abhängigkeit
von Brennstoff- und Oxidationsmittelströmen, die von einem Brennstoffprozessor 22 bzw.
einem Luftgebläse 24 bereitgestellt
werden. Dabei steuert das Brennstoffzellensystem 10 die
Brennstoffproduktion des Brennstoffprozessors 22, um die
Strömungsgeschwindigkeit
zu steuern, mit der ein Brennstoff dem Brennstoffzellenstapel 20 zugeführt wird.
Wie im folgenden beschrieben, stützt
das Brennstoffzellensystem 10 seine Regelung des Brennstoffprozessors 22 (wenigstens
teilweise) auf gemessene Zellenspannungen des Brennstoffzellenstapels 20,
da das System 10 eine oder mehrere dieser gemessenen Zellenspannungen als
Hinweis darauf verwendet, wie effizient das Brennstoffzellensystem 10 arbeitet.
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Es
wird nun auf 2 Bezug genommen. Bei einigen
erfindungsgemäßen Ausführungsformen verwendet
das System 10 eine Technik 70, um die Effizienz
des Brennstoffzellenstapels 20 im Hinblick auf den Brennstoffstrom
zu verbessern. Gemäß der Technik 70 wird
dem Brennstoffzellenstapel 20 ein Brennstoffstrom zugeführt (Block 72)
und die Strömungsgeschwindigkeit
wird geändert
(Block 74). Das Ansprechverhalten wenigstens einer Zellenspannung
auf diese Änderung
wird beobachtet (Block 76) und die Effizienz des Brennstoffzellenstapels 20 wird auf
der Basis dieser Beobachtung verbessert (Block 78). Da
sich die Ausgangsleistung des Brennstoffzellenstapels 20 mit
der Zeit verändern
kann und da sich das Verhalten des Stapels 20 selbst mit
der Zeit ändern
kann, kann die Technik 70 umfassen, daß zum Block 74 zurückgekehrt
wird und die Blöcke 74, 76 und 78 als
Schleife kontinuierlich durchlaufen werden.
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Bei
einigen Ausführungsformen
der Erfindung enthält
das Brennstoffzellensystem 10 eine Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 (siehe 1),
um die Zellenspannungen zu messen und die gemessenen Zellenspannungen
anzeigende Signale (beispielsweise über einen seriellen Bus 48)
an eine Steuereinrichtung 60 des Systems 10 zu übertragen. Die
Steuereinrichtung 60 führt
ein (in einem Speicher 63 der Steuereinrichtung 60 gespeichertes)
Programm 65 aus, um die gemessenen Spannungen zum Steuern
des Brennstoffprozessors 22 zur Ausführung der Technik 70 zu
verwenden. Dabei kann die Ausführung
des Programms 65 bei einigen Ausführungsformen der Erfindung
die Steuereinrichtung 60 veranlassen, eine in 3 dargestellte
Routine 100 auszuführen.
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Es
wird auf die 1 und 3 Bezug
genommen. Die Routine 100 kann beispielsweise nach dem
Einschalten des Brennstoffzellensystems 10 aus einem Abschaltzustand
gestartet werden. In der Routine 100 legt die Steuereinrichtung 60 die Brennstoffströmungsgeschwindigkeit
genau fest, die den stöchiometrischen
Verhältnissen
für die
vorgegebene Ausgangsleistung des Brennstoffzellenstapels 20 genügt, so daß keine
beträchtlichen
Mengen von unverbrauchtem Brennstoff erzeugt werden. Somit optimiert
die Routine 100 die Effizienz des Brennstoffzellenstapels 20 hinsichtlich
des Brennstoffstroms.
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In
der Routine 100 regelt die Steuereinrichtung 60 den
Brennstoffprozessor 22 derart, daß der Brennstoffstrom zum Stapel 20 um
ein vorgegebenes Maß verringert
wird, wie im Block 102 gemäß 3 dargestellt
ist. Dieses vorgegebene Maß kann
beispielsweise ein fester Betrag oder ein bestimmter Prozentsatz
der aktuellen Strömungsgeschwindigkeit sein.
Als nächstes
erhält
die Steuereinrichtung 60 die Zellenspannungen anzeigenden
Signale (Block 104). Bei einigen Ausführungsformen kann die Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 der
Steuereinrichtung 60 beispielsweise über den seriellen Bus 48 Signale
zur Verfügung
stellen, die die zuletzt gemessenen Zellenspannungen anzeigen. Je
nach der speziellen Ausführungsform
der Erfindung kann die Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 die
die Spannungen anzeigenden Signale auf eine Anforderung der Steuereinrichtung 60 hin
liefern oder sie kann die Signale periodisch liefern, um nur einige Beispiele
zu nennen.
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Die
Steuereinrichtung 60 bestimmt nach dem Empfang der die
Zellenspannung anzeigenden Signale anhand der Zellenspannungen (Raute 106), ob
die Effizienz des Brennstoffzellenstapels 20 im Hinblick
auf den Brennstoffstrom verbessert werden kann. Wenn die Zellenspannungen
nach der Verringerung des Brennstoffstroms anzeigen, daß dem Brennstoffzellenstapel 20 genügend Brennstoff
zugeführt
wird, kehrt die Steuerung bei einigen Ausführungsformen zum Block 102 zurück und verringert den
Strom erneut. Ansonsten hat die Steuereinrichtung 60 den
Brennstoffstrom zur Optimierung der Effizienz genau festgelegt und
regelt den Brennstoffprozessor 22 derart, daß er den
Brennstoffstrom um ein vorgegebenes Maß erhöht (Block 108), um
auf diese Weise zu der Strömungsgeschwindigkeit
für den
Brennstoff zurückzukehren,
welche vor der letzten Verringerung herrschte. Wenn die Steuereinrichtung
den Brennstoffstrom um 5 Prozent verringert und anschließend aufgrund
der Beobachtung des Ansprechverhaltens der Zellenspannungen feststellt, daß die Effizienz
nicht verbessert werden kann, erhöht die Steuereinrichtung 60 den
Brennstoffstrom um 5,26 Prozent, um zu dem Pegel vor der Verringerung
zurückzukehren.
Der Grad der Erhöhung und/oder
Verringerung kann variiert werden.
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Nach
der Erhöhung
des Brennstoffstroms führt
(Block 110) die Steuereinrichtung 60 anschließend eine
Verzögerung
einer vorgegebenen Zeitdauer (beispielsweise um 1 bis 5 Minuten)
herbei, bevor sie zum Block 102 zurückkehrt. Das Zurückkehren zum
Block 102 ist erforderlich, um sich ggf. ändernde Betriebsbedingungen
zu berücksichtigen,
die beispielsweise auf eine Alterung des Stapels 20 oder
auf eine Änderung
der von dem Verbraucher 50 angeforderten Leistung zurückzuführen sind.
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Man
beachte, daß im
Zusammenhang mit der Routine 100 andere Steuerschleifen
verwendet werden können.
Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 60 den Brennstoffstrom
in Abhängigkeit
von einer überwachten
Ausgangsleistung des Brennstoffzellenstapels 20 einstellen.
Jedoch arbeitet die Steuereinrichtung 60 weiter mit der
von der Routine 100 gelieferten Steuerung, um die Effizienz
des Brennstoffzellenstapels 20 bezüglich des Brennstoffstroms zu
verbessern.
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Bei
einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
kann eine andere Schaltung als die Steuereinrichtung 60 zur
Ausführung
eines oder mehrerer Teile der Routine 100 verwendet werden. Beispielsweise
kann bei einigen Ausführungsformen der
Erfindung die Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 bestimmen,
ob die Effizienz verbessert werden kann, und der Steuereinrichtung 60 auf
der Basis dieser Bestimmung anzeigen, ob der Brennstoffstrom zu
erhöhen
oder zu verringern ist. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit
wird in der folgenden Beschreibung angenommen, daß die Steuereinrichtung 60 bestimmt,
ob die Effizienz verbessert wird, obwohl Abweichungen hiervon möglich sind.
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Für die Steuereinrichtung 60 gibt
es zahlreiche Möglichkeiten,
um zu bestimmen, ob die Effizienz verbessert werden kann. Beispielsweise
zeigt 4 eine Routine 120, die die Steuereinrichtung 60 für diese
Bestimmung ausführen
kann (wenn sie das Programm 65 ausführt). Bei der Routine 120 ruft
die Steuereinrichtung 60 ein die Zellenspannungen anzeigendes
Signal einzeln ab oder liest diese, um festzustellen, ob eine der
Zellenspannungen anzeigt, daß es
der zugehörigen
Zelle an genügend
Brennstoff mangelt. Dabei liest die Steuereinrichtung 60 (Block 122)
die nächste
von der Zellenspannungsüberwachungsschaltung
gelieferte Zellenspannung und vergleicht (Block 124) die
Zellenspannung mit einem vorgegebenen Schwellwert (beispielsweise
einer Spannung zwischen –0,5
und 0,5 Volt). Wenn eine Zelle des Brennstoffzellenstapels 20 mangels Brennstoff
hungert, fällt
die Spannung der Zelle deutlich, und dieser Abfall wird durch den
Vergleich der Zellenspannung mit dem vorgegebenen Schwellwert erfaßt. Wenn
die Steuereinrichtung 60 somit bestimmt (Raute 126),
daß die
Zellenspannung unterhalb des vorgegebenen Schwellwertes liegt, kehrt
die Steuerung zum Block 108 (siehe 3) der Routine 100 zurück. Ansonsten
bestimmt die Steuereinrichtung 60 (Raute 128),
ob alle Zellenspannungen gelesen wurden. Falls nicht, liest die
Steuereinrichtung 60 die nächste Zellenspannung (Block 122).
Wenn alle Zellenspannungen gelesen wurden, kehrt die Steuerung zum
Block 102 (siehe 3) der Routine 100 zurück.
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Bei
einigen Ausführungsformen
kann ein Brennstoffstromgrenzwert für den Brennstoffstrom gesetzt
werden, der verwendet werden kann, um die Zellen in dem akzeptierbaren
Spannungsbereich zu halten. Wenn eine Zellenspannung beispielsweise nach
der Erhöhung
des Brennstoffstroms auf einen derartigen Grenzwert weiterhin unter
dem vorgegebenen Spannungsschwellwert liegt, kann das Brennstoffzellensystem
so programmiert sein, daß es
sich beispielsweise selbst abschaltet oder ein eine niedrige Effizienz
anzeigendes Signal oder einen Alarm aktiviert. Bei anderen Ausführungsformen
kann das System bei Erreichen des Brennstoffstromgrenzwertes den
Brennstoffstrom zurücksetzen
und dann in ähnlicher
Weise den Oxidationsmittelstrom erhöhen, um zu sehen, ob die niedrige
Zellenspannung über den
gewünschten
Schwellwert gebracht werden kann. Die Brennstoff- und Oxidationsmittelströme können auch
gleichzeitig verändert
werden. Andere Ausführungsformen
sind ebenfalls möglich.
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5 zeigt
eine alternative Routine 140, die die Steuereinrichtung 60 verwenden
kann, um zu bestimmen (Raute 106 gemäß 3), ob die
Effizienz des Brennstoffzellenstapels 20 im Hinblick auf
den Brennstoffstrom verbessert werden kann. Bei der Routine 140 liest
die Steuereinrichtung 60 die Zellenspannungen einzeln,
um zu bestimmen, ob eine der Zellenspannungen anzeigt, daß es der
zugehörigen Zelle
an genügend
Brennstoff mangelt. Jedoch erlaubt es die Steuereinrichtung 60 bei
der Routine 140 anders als bei der Routine 100,
daß eine
bestimmte Anzahl von Zellenspannungen unter einen vorgegebenen Spannungsschwellwert
fällt.
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Dazu
liest die Steuereinrichtung 60 (Block 142) bei
der Routine 140 die nächste
von der Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 gelieferte
Zellenspannung und vergleicht (Block 144) die Spannung
mit dem vorgegebenen Zellenspannungsschwellwert. Wenn die Steuereinrichtung 60 bestimmt
(Raute 146), daß die
Zellenspannung unter dem vorgegebenen Schwellwert liegt, dann bestimmt die
Steuereinrichtung 60 (Raute 149), ob eine vorgegebene
Anzahl (beispielsweise eine Anzahl zwischen 2 und 10) von Zellenspannungen
unter den Schwellwert abgefallen ist. Falls ja, kehrt die Steuerung
zum Block 108 (siehe 3) der Routine 100 zurück. Ansonsten
geht die Steuerung zur Raute 148 weiter, das ist der Punkt,
zu dem die Steuerung auch übergeht,
wenn die Steuereinrichtung 60 bestimmt (Raute 146),
daß die
Zellenspannung nicht unter dem Zellenspannungsschwellwert liegt.
Bei der Raute 148 be stimmt die Steuereinrichtung 60,
ob alle Zellenspannungen gelesen wurden. Falls ja, geht die Steuerung
zum Block 102 der Routine 100 weiter. Ansonsten
kehrt die Steuerung zum Block 142 zurück, bei dem die Steuereinrichtung 60 die
nächste
Zellenspannung liest.
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6 zeigt
eine weitere Routine 160, die die Steuereinrichtung 60 verwenden
kann, um zu bestimmen (Raute 106 der 3 der
Routine 100), ob die Effizienz des Brennstoffzellenstapels 20 verbessert
werden kann. Bei der Routine 160 liest die Steuereinrichtung 60 alle
von der Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 gelieferten
Zellenspannungen. Als nächstes
bestimmt die Steuereinrichtung 60 (Block 164)
eine Standardabweichung für
die Zellenspannungen. Wenn die Steuereinrichtung 60 bestimmt
(Raute 166), daß die
Standardabweichung über
einem vorgegebenen Standardabweichungsschwellwert liegt, dann geht
die Steuerung zum Block 108 der Routine 100 weiter.
Ansonsten geht die Steuerung zum Block 102 der Routine 100 weiter.
Bei anderen Ausführungsformen
können
andere Größen statt
der Standardabweichung verwendet werden. Beispielsweise werden bei
Verringerung der Brennstoffstöchiometrie
einige "schwache" Zellen in einem Stapel üblicherweise
schneller Brennstoffmangelsymptome zeigen (z. B. einen Spannungsabfall)
als andere Zellen in dem Stapel. Wird die Brennstoffstöchiometrie
verringert, kann der Spannungsabfall an derartigen Zellen exponentiell
zunehmen oder wenigstens stärker
als bei anderen Zellen in dem Stapel. Daher kann der relative Spannungsabfall
einer bestimmten Zelle im Hinblick auf eine vorgegebene Brennstoffverringerung
ebenfalls ein Maß dafür liefern,
ob die Steuerung von dem Block 102 zum Block 108 der
Routine 100 übergeht
(beispielsweise indem ein Vergleich mit einer entsprechenden Messung
für die
anderen Zellen oder mit einem vorgegebenen Schwellwert durchgeführt wird).
Bei einigen Ausführungsformen
der Erfindung kann die Effizienz auf der Basis einer Untermenge
der Zellen des Brennstoffzellenstapels 20 verbessert werden.
Es wird auf 7 Bezug genommen. Dem entsprechend
kann der Brennstoffzellenstapel 20 Zellen 23 enthalten,
die zur Verbeserung der Effizienz nicht überwacht werden und eine Untermenge 25 aus
einer oder mehreren Zellen, die zur Regelung der Effizienz überwacht werden.
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Die
eine oder mehreren Zellen der Untermenge 25 können bei
einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
speziell so konstruiert sein, daß ihre Spannungen vor den anderen
Zellen 23 unter den vorgegebenen Zellenspannungsschwellwert
fallen. Beispielsweise können
die zu der Untermenge 25 gehörenden Flußplatten Brennstofffließkanäle aufweisen,
die einen kleineren Querschnitt als die Kanäle der anderen Zellen 23 haben,
und/oder die zu der Untermenge 25 gehörenden Flußplatten können weniger Brennstofffließkanäle als die
zu den anderen Zellen 23 gehörenden Flußplatten aufweisen. Diese Modifikationen
verringern den Brennstoffstrom zur Untermenge 25 hinein
im Vergleich zu den anderen Zellen. Daher können die Spannungen der einen oder
mehreren Zellen der Untermenge 25 empfindlicher in Bezug
auf eine Brennstoffverringerung sein, als die Spannungen der anderen
Zellen 23.
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Folglich
kann jede der oben beschriebenen Techniken im Zusammenhang mit der
Zelle (den Zellen) der Untermenge 25 verwendet werden.
Beispielsweise zeigt 8 eine Routine 170,
die anstelle der Routine 100 in dem Fall verwendet werden kann,
in dem die Untermenge 25 eine einzige Zelle enthält. Bei
der Routine 170 verringert die Steuereinrichtung 60 den
Brennstoffstrom zum Stapel 20 um ein vorgegebenes Maß, wie im
Block 172 dargestellt ist. Als nächstes erhält die Steuereinrichtung 60 (Block 174)
ein die Spannung der Zelle 25 anzeigendes Signal. Danach
bestimmt die Steuereinrichtung 60 (Raute 176)
aus der Zellenspannung, ob die Effizienz des Stapels im Hinblick
auf den Brennstoffstrom verbessert werden kann. Die Steuereinrichtung 60 kann
dies unter Verwendung einer der oben beschriebenen Techniken erledigen.
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Wenn
die Zellenspannung nach der Verringerung des Brennstoffstroms anzeigt,
daß der
Brennstoffstapel 20 genügend Brennstoff
empfängt,
kehrt die Steuerung zum Block 172 zurück und verringert den Strom
erneut. Ansonsten hat die Steuereinrichtung 60 den richtigen
Brennstoffstrom für
einen effizienten Betrieb festgelegt und erhöht (Block 178) den Brennstoffstrom
um ein vorgegebenes Maß,
um die Brennstoffströmungsgeschwindigkeit
wieder auf den Pegel zu bringen, der vor der letzten Verringerung existierte.
Danach verzögert
(Block 180) die Steuereinrichtung 60 um eine vorgegebene
Zeitdauer, bevor die Steuerung zum Block 172 zurückkehrt.
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Es
wird erneut auf 1 Bezug genommen. Neben anderen
Merkmalen des Brennstoffzellensystems 20, kann das System 20 einen
Spannungsregler 30 enthalten, der eine Stapelspannung VTERM regelt (eine Gleichspannung, die von
einem Hauptausgangsanschluß 31 des
Brennstoffzellenstapels 20 bereitgestellt wird) und es
wandelt diese Spannung über
einen Wechselrichter 33 in eine Wechselspannung um. Die
Ausgangsanschlüsse 32 des
Wechselrichters 33 sind mit dem Verbraucher 50 gekoppelt. Das
Brennstoffzellensystem 10 enthält ferner Steuerventile 44,
die eine Notabschaltung der Oxidationsmittel- und Brennstoffströme zu dem
Brennstoffzellenstapel 20 ermöglichen. Die Steuerventile 44 sind zwischen
der Brennstoffeinlaßleitung 37 bzw.
der Oxidationsmittelleitung 39 und dem Brennstoffeinlaß bzw. dem
Oxidationsmitteleinlaß des
Brennstoffzellenstapels 20 angeordnet. Die Brennstoffeinlaßleitung 37 nimmt
den Brennstoffstrom von dem Brennstoffprozessor 22 auf,
und die Oxidationsmitteleinlaßleitung 39 nimmt
den Oxidationsmittelstrom von dem Luftgebläse 24 auf.
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Das
Brennstoffzellensystem 20 kann Wasserseparatoren enthalten,
beispielsweise die Wasserseparatoren 34 und 36,
um Wasser aus den Brennstoff- und Oxidationsmittelausströmöffnungen des
Stapels 22 wiederzugewinnen. Das von den Wasserseparatoren 34 und 36 gesammelte
Wasser kann an einen (nicht dargestellten) Wassertank eines Kühlmittelsubsystems 54 des
Brennstoffzellensystems 10 geleitet werden. Das Kühlmittelsubsystem 54 läßt ein Kühlmittel
(beispielsweise deio nisiertes Wasser) durch den Brennstoffzellenstapel 20 zirkulieren,
um die Betriebstemperatur des Stapels 20 zu regeln. Das
Brennstoffzellensystem 10 kann ferner einen Oxidierer 38 enthalten,
um sämtlichen
Brennstoff vom Stapel 22 abzufackeln, der in den Brennstoffzellenreaktionen
nicht verbraucht wird.
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Um
die Ausgangsleistung des Brennstoffzellenstapels 20 zu überwachen,
kann das Brennstoffzellensystem 10 einen Stromsensor 49 enthalten,
der mit dem Hauptausgangsanschluß 31 des Stapels 20 und
dem Eingangsanschluß des
Spannungsreglers 30 in Reihe geschaltet ist. Eine elektrische Übertragungsleitung 52 liefert
der Steuereinrichtung 60 ein den erfaßten Strom anzeigendes Signal.
Auf diese Weise kann die Steuereinrichtung 60 die die Zellenspannungen
anzeigenden Signale und die Stapelspannung von der Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 sowie
das von dem Stromsensor 49 gelieferte den Ausgangsstrom
anzeigende Signal verwenden, um die Ausgangsleistung des Brennstoffzellenstapels 20 zu
bestimmen.
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Um
den Verbraucher während
eines Abschaltvorgangs des Brennstoffzellensystems 10 von dem
Brennstoffzellenstapel 20 zu entkoppeln, kann das System 10 einen
Schalter 29 (beispielsweise eine Relaisschaltung) enthalten,
der zwischen dem Hauptausgangsanschluß 31 des Stapels 20 und
einem Eingangsanschluß des
Stromsensors 49 angeordnet ist. Die Steuereinrichtung 60 kann
den Schalter 29 über
eine elektrische Übertragungsleitung 50 steuern.
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Bei
einigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
kann die Steuereinrichtung 60 einen Mikrocontroller und/oder
einen Mikroprozessor enthalten, um bei der Ausführung des Programms 65 eine oder
mehrere der oben beschriebenen Routinen auszuführen. Beispielsweise kann die
Steuereinrichtung 60 einen Mikrocontroller enthalten, der
einen Nur-Lese-Speicher (ROM) enthält, der als Speicher 63 dient,
und ein Speichermedium zur Speicherung von Befehlen für das Programm 65.
Zur Speicherung von Befehlen des Programms 65 können andere
Ar ten von Speichermedien verwendet werden. Es können verschiedene analoge und
digitale externe Pins des Mikrocontrollers verwendet werden, um
einen Signalaustausch über
die elektrischen Übertragungsleitungen 46, 50 und 52 und
den seriellen Bus 48 zu ermöglichen. Bei anderen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
kann ein auf einem separaten Chip, getrennt von dem Mikrocontroller
hergestellter Speicher als Speicher 63 verwendet werden
und Befehle für das
Programm 65 speichern. Andere Abwandlungen sind möglich.
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9 zeigt
die Zellenspannungsüberwachungsschaltung
40.
Die Zellenspannungsüberwachungsschaltung
40 enthält Spannungsabtast
einheiten
200, von denen jede einer anderen Gruppe von Zellen
zugeordnet ist und deren Spannung mißt. Dabei können die elektrischen Übertragungsleitungen
202 die
Spannungsabtasteinheiten
200 mit den verschiedenen Anschlüssen des
Brennstoffzellenstapels
20 verbinden. Die Masse jeder Spannungsabtasteinheit
200 kann
auf einen Anschluß der
zugehörigen
Gruppe von Zellen bezogen sein, wie in dem
US-amerikanischen Patent Nr. 6,140,820 mit
dem Titel "MEASURING
CELL VOLTAGES OF A FUEL CELL STACK", erteilt am 31. Oktober, 2000, beschrieben
ist.
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Bei
einigen Ausführungsformen
der Erfindung kann die Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 Übertragungsleitungen 206 enthalten,
die die gemessenen Zellenspannungen anzeigende Signale von den Zellenspannungsüberwachungseinheiten 200 an
eine Schnittstelle 207 übertragen.
Die Schnittstelle 207 kann mit einem Bus 212 gekoppelt
sein, der wiederum mit einem Speicher 214 gekoppelt sein kann,
der die gemessenen Spannungen anzeigende Daten speichert. Eine Steuereinrichtung 208 der Zellenspannungsüberwachungsschaltung 40 kann ein
Programm 210 ausführen,
um die Zellenspannungsüberwachungseinheiten 200 periodisch
zu veranlassen, die Zellenspannungen zu messen, den Speicher 214 zur
Speicherung der die gemessenen Spannungen anzeigenden Daten zu veranlassen
und eine seriel le Busschnittstelle 220 zur Übertragung von
die gemessenen Spannungen anzeigenden Signalen über den seriellen Bus 48 an
die Steuereinrichtung 60 zu veranlassen.