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Tachograph Die Erfindung betrifft einen Tachographen, der ein endloses,
d. h. stetig sich erneuerndes Fahrtbild aufzeichnet, so daß im Augenblick eines
freiwilligen oder unfreiwilligen Haltens des Fahrzeuges, z. B. bei einer Verkelhrsstockung
oder einem Zusammenstoß, das Instrument ein genaues Bild über das Fahrverhalten
während der zuletzt zurückgelegten Fahrstreche von beispielsweise 1000 m ausweisen
kann.
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Instrumente dieser Art sind bekannt, bei welchen auf einer während
der Fortbewegung des Fahrzeugs umlaufenden Registrierfläche die von einem Meßwerk
festgestellten Geschwindigkeiten fortlaufend aufge zeichnet und nach einem Umlauf
der Registrierfläche wieder gelöscht werden.
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Für die Art der Aufzeichnung sind verschiedene Systeme entwickelt
worden. Eines derselben arbeitet mit einem Schreibstift, der eine ununterbrochene
Geschwindigkeitskurve liefert. Bei einem anderen System, auf dessen Verbesserung
die vorliegende Erfindung gerichtet ist, besitzt die Umlaufregistrierfläche in Schlitzen
geführte Schieber, die einzeln nacheinander so weit in ihren Führungsschlitzen verschoben
werden, wie ein vom Geschwindigkeitsmeßwerk gesteuerter Anschlag es zuläßt.
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Es hat sich nun als nachteilig herausgestellt, daß bei einigen bekannten
Ausführungsformen das empfindliche Geschwindigkeitsmeßwerk mit der Verschiebungsarbeit
belastet ist, und zwar ungleichmäßig je nach der vorherigen Stellung eines oder
mehrerer neu einzustellender Schieber.
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Bei einer anderen bekannten Ausfübrungsform entfällt zwar dieser
Nachteil, da die Schieber nur durch die Antriebskraft der Registrierfläche auf einer
Schrägbahn in ihre Ausgangslage zurückgeschoben werden und dann einzeln nacheinander
auf einen vom Geschwindigkeitsmeß werk in veränderliche Höhen gesteuerten Anschlag
herabfallen. Abgesehen davon, daß dieses Gerät unbedingt eine senkrechte Aufstellung
erfordert, arbeitet dasselbe insofern nicht absolut zuverlässig, als Verklemmungen
der Schieber in den Führungsschlitzen, z. B. durch Verschmutzung oder zäh gewordenes
Öl, sowie Fehlregistrierungen durch Stoßbewegungen, die das Fahrzeug im Moment des
Herabfallens eines Schiebers erfährt, eintreten können.
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Bei den bekannten Geräten mit Registrierschiebern läuft die Registrierfläche
stetig um, und die Verstellung bzw. Rückführung der Schieber erfolgt schleichend.
Ein grundsätzlicher Unterschied der Erfindung besteht darin, daß die Bewegung der
Registrierfläche absatzweise geschieht und die Rückstellung und Neueinstellung der
einzelnen Schieber jeweils in der Pause geschieht, während welcher die Registrierfläche
stehenbleibt.
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Die Erfindung bezieht sich also auf einen Tachographen mit auslöschbarer
Registrierung durch in Schlitzen der umlaufenden Registrierfläche geführte Schieber,
die vor Beendigung eines Umlaufes in die Ausgangslage zurückgeführt und sodann einzeln
nach einander so weit in ihrem Führungsschlitz verschoben werden, wie ein vom GeschwindigReitsmeßwerk
gesteuerter Anschlag es zuläßt, und sie ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet,
daß ein Schrittwerk die -gistrierfläche absatzweise gemäß dem Abstand der Führungssclilitze
weiterschaltet und daß während der Standzeiten ein im Takte des Schrittschaltwerkes
arbeitender Rückstellfinger jeweils einen Schieber in die Ausgangslage und ein ebenfalls
taktmäßig arbeitender Einstellfinger einen rückgestellten Schieber in die Registrierstellung
bewegt.
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Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung in einer beispielsweisen
Ausführungsform.
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Fig. 1 ist die Frontansicht des Instrumentes; Fig. 2 ist die Seitenansicht
desselben, teilweise geschnitten; Fig. 3 ist die Teilaufsicht der feststehenden
Skalenscheibe; Fig. 4 ist die Teilaufsicht der umlaufenden Registrierscheibe, teilweise
aufgebrochen; Fig. 5 ist in der oberen Hälfte der Schnitt, in der unteren Hälfte
die Seitensicht der Registrierscheibe; Fig. 6 ist die Aufsicht auf den Transportmechanismus
für die nur weggebrochen dargestellte Registrierscheibe; Fig. 7 ist die raumbildilche
Darstellung des hinter der Registrierscheibe befindlichen Antriebs- und Registriermechanismus.
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Das in Fig. 1 und 2 dargestellte, in seiner Grundform bekannte Instrumentengehäuse
1 enthält in seiner rückwärtigen Hälfte 1' eine von der Welle 2 angetriebene, an
sich bekannte Geschwindgkeitsmeßein-
richtung, welche die Zeigerwelle
3 betätigt. Der auf dem vorderen Ende derselben befindliche Zeiger 4 spielt hinter
einer zweckmäßig auf der Unterseite der Frontscheibe 5 angebrachten Geschwindigkeitsskala.
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Die Frontscheibe ist bei diesem Ausführungsbeispiel in einem um das
Scharnier 6 schwenkbaren und durch das Schloß 7 feststellbaren Deckelring 8 angeordnet.
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Derselbe könnte auch auf dem vorderen Gehäuseteil 1,' fest verschraubt
sein, da es im Betriebe des Geräts nicht erforderlich wird, dasselbe von Zeit zu
Zeit zur Auswechslung beschrifteter Blätter zu öffnen.
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Die Hauptantriebswelle 2 treibt auch in an sich belçannter NVeise
eine Nebenwelle 9 an, welche den Umlauf einer Registrierscheibe nach Maßgabe der
zurückgelegten Falhrstrecke bewirkt. Die Registrierscheibe wird in gleichmäßigen
kleinen Absätzen sprungweise bewegt durch die von der Nebenwelle 9 über das Ritzelpaar
9', 10' angetriebene Fortschaltwelle 10, deren vorderes Ende eine Kurbel 11 mit
einer Schaltklinke 12 trägt. Dieselbe greift, angedrückt durch die Feder 13, in
einen Zahnkranz 14 ein, der den ortsfesten Trägerring 15 umgreift und bei jeder
Umdrehung der Fortschaltwelle 10 um je eine Zahndistanz weitergeschaltet wird. Der
andere Schenkel der Feder 13 drückt eine Rücksperrklinke 16 gegen den Zahnkranz
14. Derselbe hat beim vorliegenden Ausführungsbeispiel sechzig Zähne, so daß der
Zahnkranz in sechzig Schaltschritten eine volle Umdrehung ausführt.
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Die mit dem Zahnkranz 14 fest verbundene Registrierscheibe 17 besteht
aus drei miteinander verschraubten Platten, die in regelmäßigen Abständen - im vorliegenden
Ausführungsbeispiel sechzig Radialschlitze besitzen. Dieselben dienen als Führungsbahnen
für die darin verschiebbaren Registrierstifte 19. In der mittleren Platte der Registrierscheibe
17 befinden sich Radialschlitze 18', die etwas breiter sind als die Radialschlitze
18 in den beiden äußeren Platten. Dadurch sind langgestreckte, kastenförmige Führungsbahnen
für die Haltekörper 19' gebildet, die leicht federnd gegen die beiden äußeren Platten
der Registrierscheibe 17 anliegen, so daß die Registrierstifte 19, wenn sie auf
eine noch zu erläuternde Weise verschoben werden, jeweils an den betreffenden Stellen
zwischen den beiden Enden der Radialschlitze 18 stehenbleiben. Die vorderen Enden
der Registrierstifte 19 ragen nur wenig aus der Front der Registrierscheibe 17 hervor.
Zweckmäßig sind die Köpfchen der Registrierstifte 19 weiß, damit sie sich auf der
schwarzen Vorderfläche der Registrierscheibe 17 besser abheben oder umgekehrt, d.
h. schwarze Köpfchen auf weißer Fläche.
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Die Verschiebung der Registrierstifte 19 erfolgt durch die Finger
20 und 21, die an Schwenkhebeln 22 und 23 befestigt sind und in einer bestimmten
Taktfolge abwechselnd entgegengerichtete und teilweise einander deckende Kreisbahnen
beschreiben, wobei sie auf die aus der Registrierscheibe 17 herausstehenden rückwärtigen
Enden der Registrierstifte 19 treffen.
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Jedesmal, wenn durch eine Fortschaltung der Registrierscheibe 17
ein Radialschlitz 18 derselben in die Bahn der Stellfinger 20 und 21 gebracht wird,
schiebt zunächst der Rückstellfinger 20 den jeweiligen Registrierstift 19 nach außen.
Die vorige, durch die jeweilige Stellung der Registrierstifte 19 vorhandene Aufzeichnung
wird also wieder gelöscht. Das geschieht durch den auf der Fortschaltwelle 10 sitzenden
Nocken -24, welcher den Anschlagstift25 der Schubstange 26 ruckartig anhebt und
sogleich wieder fallen läßt. Der Schwenkhebel 22 (Fig. 7) führt also eine kurze
ruckartige Hin- und Herbewegung aus.
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Alsbald erfolgt nach der »Löschung« mit dem gleichen Registrierstift
eine neue Aufzeichnung der gerade gefi fahrenen Geschwindigkeit durch den Einstellünger
21.
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Das auf der Zeigerwelle 3 befindliche Ritzel 27 kämmt mit der Bahnkante
eines geradlinig geführten Schiebers 28, der somit ständig bei wechselnder Geschwindigkeit
hin und her verschoben wird. Der den Einstellfinger 21 tragende Schwenkhebel 23
erhält eine taktmäßige Hin- und Herverschwenkung durch die Schubstange29, deren
Anschlagstift 30 auf dem Umfang einer Kurvenscheibe 31 aufliegt. Dieselbe wird über
ein Zwischenrad 32 angetrieben von der Nebenwelle 9, und ihr Profil ist so geformt,
daß auf eine steile Abfallkante eine schnell wieder ansteigende Auflaufkante folgt.
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Der von der Zeigerwelle 3 hin- und hergesteuerte Schieber 28 besitzt
eine schräg ansteigende Nah33, die mehr oder weniger, je nach der momentanen Geschwindigkeit
des Fahrzeugs, unter den an der Schubstange 29 befindlichen Abfangstift 34 gelangt.
Wenn nun der Anschlagstift 30 von der Steilkante der Kurvenscheibe 31 abfällt, dann
wird diese Bewegung mehr oder weniger aufgehalten durch das Auftreffen des Abfangstiftes
34 auf die Nase 33. Bei geringer Fahrgeschwindigkeit ist die Abwärtsbewegung der
Schubstange 29 größer, bei höherer Geschwindigkeit ist sie dagegen kleiner, weil
die Nase 33 den Abfangstift 34 elher aufhält. Der Einstellfinger 21 wird also bei
höherer Geschwindigkeit nur wenig, bei geringerer Geschwindigkeit dagegen weiter
nach unten bewegt.
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Die hierdurch erzielte Verschiebung des jeweiligen Registrierstiftes
19 ist also eine Aufzeichnung der jeweils festgestellten Geschwindigkeit.
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Zur Ablesung dieser Registrierstifteinstellungen dient die vor der
Registrierscheibe 17 angeordnete Skalenscheibe35, die aus Glas- oder durchsichtigem
Kunststoff besteht und die durch konzentrische Kreislinien 36 eine Einteilung in
von innen nach außen ansteigende Geschwindigkeitskreisbahnen besitzt. Die Skalenscheibe
35 hat, wie aus Fig. 3 ersichtlich, einen undurchsichtigen, radialen Deckstreifen
37, der eine den Ringbahnen, 36 entsprechende Geschwindigkeitseinteilung trägt und
hinter weichem sich die geschilderte Verschiebung der Registrierstifte 19 vollzieht.
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Wenn, wie beispielsweise angenommen wird, die Registrierscheibe 17
nach je 20 m Fahrstrecke um einen Schritt weitergeschaltet wird, dann enthält dieselbe
Aufzeichnungen der Geschwindigkeiten während der zuletzt gefahrenen 1200 m. Die
in Fig. 1 links vom Deckstreifen 37 befindlichen Stifte zeigen die am weitesten
zurückliegenden Registrierungen, die hinter dem Deckstreifen gelöscht werden, so
daß rechts von demselben die jeweils neuesten Registrierungen erscheinen.
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Der Haltering 15 ist vorn abgedeckt durch eine Deckscheibe 38, die
ein Fenster für das dahinter befindliche Kilometerzählwerk 39 aufweist, welches
in an sich bekannter Weise von der Nebenwelle 9 aus angetrieben wird.