DE10157742C1 - Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks und Streckreduzierwalzwerk - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks und StreckreduzierwalzwerkInfo
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Abstract
Ein Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks (1) zum Walzen eines Rohres (2) mit endlicher Länge (L), das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) aufweist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind, wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die jeweils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem anliegen und es walzen, und wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7'', 7''', 7'''') für den Antrieb der Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) vorhanden sind, ist zur Verbesserung der Qualität der Nachfolgeprozesse durch die Schritte gekennzeichnet: a) Ermitteln des Zeitpunktes (t¶A¶), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das in Förderrichtung (R) auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt; b) Festlegung eines Zeitintervalls (DELTAT) vorgegebener Dauer, in dem der Zeitpunkt (t¶A¶) liegt, zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt; c) Steuern oder Regeln des Antriebs (7'''') des letzten Walzgerüsts (3d'''') so, dass während der Dauer des Zeitintervalls (DELTAT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') mit reduzierter Drehzahl und der Auslauf des Rohres mit im Wesentlichen konstanter Geschwindigkeit erfolgt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks
zum Walzen eines Rohres mit endlicher Länge, das mindestens zwei Walzgerüste
aufweist, die in Förderrichtung des Rohres hintereinander angeordnet sind, wobei
in jedem Walzgerüst mindestens zwei zusammenwirkende Walzen angeordnet
sind, die jeweils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres an diesem
anliegen und es walzen, und wobei mindestens zwei Antriebe für den Antrieb der
Walzen zweier unterschiedlicher Walzgerüste vorhanden sind. Des weiteren be
trifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art sind durch den Aufsatz "Streckredu
zierwalzwerke mit drehzahlverstellbaren Gruppenantrieben" in BBC-Nachrichten
66, 1984, Heft 5, Seiten 155 bis 162 bekanntgeworden.
In einem Streckreduzierwalzwerk passiert das zu bearbeitende Rohr eine Walz
straße, in der in Förderrichtung des Rohres hintereinander eine Anzahl Walzgerü
ste angeordnet sind. In jedem Walzgerüst sind Walzen gelagert, die beim Walz
vorgang das Rohr jeweils mit einem definierten Umfangsabschnitt kontaktieren.
Insgesamt wirken dabei in jedem Walzgerüst mehrere, meistens drei, Walzen so
zusammen, dass das Rohr im wesentlichen über seinen gesamten Umfang von
den Walzen umschlossen wird. Das Rohr wird damit auf einen reduzierten Durch
messer gewalzt.
Das Walzwerk weist meist eine Gruppe oder mehrere Gruppen Walzgerüste auf,
deren Walzen von einem gemeinsamen Antrieb angetrieben werden. Der Antrieb
umfaßt zwei Motoren (Grundantrieb und Überlagerungsantrieb), deren Drehung in
einem Summierungsgetriebe derart aufsummiert wird, dass sich die benötigte Er
höhung der Walzgeschwindigkeit in hintereinander angeordneten Walzgerüsten
ergibt.
Hinter dem Walzwerk sind häufig Sägevorrichtungen angeordnet, mit denen das
gewalzte Rohr abgelängt werden kann. Die Sägevorrichtungen sind dabei meist
als "fliegende Sägen" ausgeführt, was bedeutet, dass sie während des Sägevor
gangs mit Fördergeschwindigkeit des Rohres mitlaufen; d. h. der Sägevorgang
kann während des Transports des Rohres erfolgen. Eine Geschwindigkeitsrege
lung einer fliegenden Säge ist aus der Zeitschrift "m + w 8/1991 - Fertigungstech
nik 3, Seiten 63 und 64" bekannt.
Weiterhin sind mitunter hinter dem Walzwerk Manipulatoren (Roboter) angeordnet,
die beispielsweise als Abschieber (am Kühlbett) dienen. Für alle Arbeitsprozesse
(Sägen, Abschieben, etc.), die im Anschluss an den Walzprozess erfolgen, ist eine
möglichst gleichmäßige Rohrbewegung vorteilhaft bzw. erforderlich, um die benö
tigte Genauigkeit der Prozesse zu erreichen.
In diesem Zusammenhang hat sich der sog. "Ausspuckeffekt" des Streckredu
zierwalzwerkes als problematisch erwiesen: Wenn die Endgerüste des Walzwerks
nicht auf den letzten Gerüstplätzen des Walzwerks stehen, ist bei Gruppen
überlagerungsantrieben die Drehzahl in den Endgerüsten zu hoch, weshalb das
Walzgut, also das Rohr endlicher Länge, kurzzeitig beim Auslauf aus den hinteren
Gerüstplätzen beschleunigt wird. Dies stört den Nachfolgeprozess erheblich, bei
spielsweise das Sägen, das dann nicht mehr reproduzierbar bzw. mit der benö
tigten Qualität vollzogen werden kann. Einflussparameter auf den "Ausspuc
kelfekt" sind insbesondere sich ändernde Wechselwirkungen zwischen den Walz
gerüsten, besondere Geschwindigkeits- und Reibungsbedingungen in den hinte
ren Gerüsten und dynamische Drehzahländerungen. Die Rohrgeschwindigkeit
kann aufgrund des "Ausspuckeffekts" bis zu 30% gegenüber der stationären
Auslaufgeschwindigkeit erhöht sein. Eine Verstärkung des "Ausspuckeffekts" kann
auftreten, wenn eine Rohrendensteuerung eingesetzt wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Streckreduzier
walzverfahren der eingangs genannten Art sowie eine zugehörige Vorrichtung zu
schaffen, mit dem bzw. mit der es möglich ist, die bestehenden Nachteile zu ver
ringern bzw. ganz zu eliminieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das gattungsgemäße
Verfahren folgende Verfahrensschritte aufweist:
- a) Ermitteln des Zeitpunktes, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förderrichtung letzte Walzgerüst verlässt;
- b) Festlegung eines Zeitintervalls vorgegebener Dauer, in dem der Zeitpunkt liegt, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förder richtung letzte Walzgerüst verlässt;
- c) Steuern oder Regeln des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts so, dass wäh rend der Dauer des Zeitintervalls ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts mit reduzierter Drehzahl und der Auslauf des Rohres dementsprechend mit im wesentli chen konstanter Geschwindigkeit erfolgt.
Mit der vorgeschlagenen aktiven Auslaufgeschwindigkeitssteuerung bzw. -re
gelung läßt es sich erreichen, den sog. "Ausspuckeffekt" zu verhindern, was es in
der Folge ermöglicht, eine hohe Qualität bei den Nachfolgeprozessen zu errei
chen; insbesondere werden die Schnitt-Toleranzen beim Sägevorgang verbessert.
Das vorgeschlagene Verfahren reduziert bzw. eliminiert in dem Zeitraum, in dem
mit dem "Ausspuckeffekt" zu rechnen ist (also während der zu befürchtenden Be
schleunigungsphase), die Motordrehzahl des Grund- und Überlagerungsantriebs
in der hinteren Gerüstgruppe, wodurch eine konstante Auslaufgeschwindigkeit des
Rohres aus dem Walzwerk sichergestellt ist.
Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Zeitpunkt, zu dem das in
Förderrichtung hintere Ende des Rohres das auslaufseitige Walzgerüst bzw. Ge
rüstgruppe verlässt, ermittelt wird aus Beobachtung bzw. Überwachung des Zeit
punkts des Passierens des hinteren Endes des Rohres an einer dem auslaufseiti
gen Walzgerüst in Förderrichtung vorgelagerten Stelle unter Berücksichtigung der
Walzgeschwindigkeit des Rohres von der Überwachungsstelle bis zum letzten
Walzgerüst.
Bei langen Rohren kann es sinnvoll sein, dass neben der Steuerung oder Rege
lung des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts auch eine Steuerung oder Re
gelung derjenigen Antriebe erfolgt, die in Förderrichtung vorgelagerten Walzgerü
sten zugeordnet sind und deren Walzen während des Zeitintervalls Kontakt mit
dem Rohr haben.
Schließlich kann für die Steuerung oder Regelung der Drehzahl des Antriebs des
auslaufseitigen Walzgerüsts eine Toleranz vorgegeben werden, die nicht verlas
sen, d. h überschritten werden darf.
Das erfindungsgemäße Streckreduzierwalzwerk zur Durchführung des Verfahrens
weist mindestens zwei Walzgerüste mit Walzen auf, wobei mindestens zwei An
triebe für den Antrieb der Walzen zweier unterschiedlicher Walzgerüste vorhanden
sind. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass Mittel zur Ermittlung des Zeitpunkts,
zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förderrichtung
auslaufseitige Walzgerüst verlässt, vorhanden sind sowie Mittel zum Steuern oder
Regeln des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts so, dass während der Dauer
eines vorgegebenen Zeitintervalls ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen
Walzgerüsts mit im wesentlichen konstanter Drehzahl erfolgt.
Weiterbildungsgemäß ist in Förderrichtung vor dem auslaufseitigen Walzgerüst ein
Sensor angeordnet, der zur Erfassung des Zeitpunkts des Passierens des Endes
des Rohres geeignet ist. Ferner kann der Sensor sein gemessenes Signal an eine
Steuerung oder Regelung übermitteln, die auf den Antrieb des auslaufseitigen
Walzgerüsts einwirkt.
Zumindest der Antrieb der in Förderrichtung zuletzt angeordneten Walzgerüste
des Streckreduzierwalzwerks kann als Gesamtüberlagerungsantrieb ausgeführt
sein, der ein Summierungsgetriebe sowie zwei Motoren aufweist. Vom Antrieb, der
die in Förderrichtung zuletzt angeordneten Walzgerüste antreibt, können minde
stens drei Walzgerüste angetrieben werden.
Bevorzugt ist in Förderrichtung hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst eine Säge
vorrichtung angeordnet ist; diese kann eine "fliegende Säge" aufweisen. Ferner
kann hinter dem letzten Walzgerüst ein automatischer Manipulator angeordnet
sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch die Ansicht zweier Walzenpaare in Förderrichtung des
Rohres betrachtet,
Fig. 2 die zu Fig. 1 zugehörige Seitenansicht,
Fig. 3 schematisch den Aufbau eines Streckreduzierwalzwerks,
Fig. 4 einen Ausschnitt aus Fig. 3 mit den letzten in Förderrichtung angeord
neten Walzgerüsten und
Fig. 5 den Verlauf der Drehzahl der Walzen im auslaufseitigen Walzgerüst
über der Zeit.
In Fig. 1 und 2 ist schematisch zu sehen, wie zwei Walzenpaare 4, 5 und 6 bzw.
4', 5' und 6' ein Rohr 2 in einem Streckreduzierwalzwerk walzen. Die Walzen 4, 5
und 6 gehören zu einem ersten Walzgerüst 3a, während die Walzen 4', 5' und 6'
zu einem zweiten Walzgerüst 3b gehören. Beide Walzgerüste 3a und 3b gehören
wiederum zu einer ersten Gruppe Walzgerüste des Streckreduzierwalzwerks, wie
nachfolgend noch beschrieben. Damit ein Rohr 2 mit endlicher Länge L beim
Durchlauf durch das Streckreduzierwalzwerk über seinen gesamten Umfang
gleichmäßig gewalzt wird, sind die Walzen zweier aufeinanderfolgender Walzge
rüste 3a, 3b jeweils um 60° um die Rohrachse gedreht, wie es in den Fig. 1
und 2 gut zu erkennen ist.
In Fig. 3 ist schematisch der Aufbau eines Streckreduzierwalzwerks 1 skizziert. In
Förderrichtung R des Rohres 2 ist hintereinander eine Anzahl Walzgerüste 3 an
geordnet. In jedem Walzgerüst sind - wie in Fig. 1 und 2 skizziert - Walzen ange
ordnet. Durch den Walzprozess wird in jedem Walzgerüst 3 der Durchmesser des
Rohres 2 etwas reduziert, wobei zwischen den einzelnen Walzgerüsten 3 eine
Zugspannung zur Streckung des Rohres 2 aufrecht erhalten wird. Aufgrund des
von Walzgerüst zu Walzgerüst abnehmenden Durchmessers der Walzen müssen
sich die nachfolgenden Walzen immer schneller drehen.
Dies bewerkstelligen Antriebe 7, 7', 7'', 7''', 7'''' für die skizzierten fünf Gruppen
Walzgerüste 3, 3', 3'', 3''' und 3''''. Die Antriebe 7, 7', 7'', 7''', 7'''' sind als Überlage
rungsantriebe ausgebildet, die jeweils zwei Motoren 13, 13', 13'', 13''' bzw. 13''''
und 14, 14', 14'', 14''' bzw. 14'''' aufweisen. Die Motoren 13, 14 treiben Summie
rungsgetriebe 12, 12', 12'', 12''', 12'''' an, in denen die Drehung der Motoren 13 und
14 addiert wird. Die Abstimmung im Summierungsgetriebe 12 sorgt für einen von
Walzgerüst zu Walzgerüst ansteigenden Drehgeschwindigkeitsverlauf.
Hinter dem Walzwerk 1 ist eine Sägevorrichtung 15 angeordnet, mit der das ge
walzte Rohr 2 abgelängt wird. Die Sägevorrichtung ist als eine "fliegende Säge"
ausgebildet, d. h. die Säge bewegt sich während des Sägevorgangs in Förder
richtung R mit der Ausstoßgeschwindigkeit des Rohres mit, um einen sauberen
Schnitt zu erzeugen.
Innerhalb einer Gruppe Walzgerüste 3, 3', 3'', 3''' bzw. 3''' ergibt sich - wie be
schrieben - das Drehzahlverhältnis aufgrund des Überlagerungsantriebs von
Walzgerüst zu Walzgerüst in definierter Weise. Wenn die Endgerüste des Walz
werks 1, also namentlich die Gerüste 3c'''' und 3d'''', nicht auf den fetzten Ge
rüstplätzen des Walzwerks 1 stehen, ist aufgrund des Gruppen-
Überlagerungsantriebs 7'''' die Drehzahl n in den Endgerüsten 3c'''' und 3d'''' zu
hoch, weshalb das Rohr 2 beim Auslauf aus den letzten Gerüstplätzen kurzzeitig
beschleunigt wird. Dieser "Ausspuckeffekt" stört den Nachfolgeprozess, im Aus
führungsbeispiel also den Sägeprozess, erheblich.
Zur Verringerung bzw. Eliminierung des "Ausspuckeffekts" wird wie folgt vorge
gangen:
Vor der letzten Gruppe Walzgerüste 3a'''', 3b'''', 3c'''' und 3d'''' ist an einer Überwa chungsstelle 9 ein Sensor 10 angeordnet. Wie insbesondere in Fig. 4 dargestellt, erfasst es der Sensor 10, wenn das hintere Ende 8 des Rohres 2 die Stelle 9 pas siert. Das vom Sensor 10 erfasste Signal wird an eine Steuerung bzw. Regelung 11 geleitet. Der Steuerung bzw. Regelung 11 werden vom Summierungsgetriebe 12'''' (oder von den Motoren 13'''' bzw. 14'''') die Werte für die Antriebsdrehzahlen der Walzen zugeleitet. In der Steuerung bzw. Regelung 11 kann daher in einfa cher Weise der Zeitpunkt tA errechnet werden, zu dem das Rohr 2 aus dem Walz werk 1 ausgestoßen wird, d. h. wann das Rohrende 8 das letzte Walzgerüst 3d'''' verlässt.
Vor der letzten Gruppe Walzgerüste 3a'''', 3b'''', 3c'''' und 3d'''' ist an einer Überwa chungsstelle 9 ein Sensor 10 angeordnet. Wie insbesondere in Fig. 4 dargestellt, erfasst es der Sensor 10, wenn das hintere Ende 8 des Rohres 2 die Stelle 9 pas siert. Das vom Sensor 10 erfasste Signal wird an eine Steuerung bzw. Regelung 11 geleitet. Der Steuerung bzw. Regelung 11 werden vom Summierungsgetriebe 12'''' (oder von den Motoren 13'''' bzw. 14'''') die Werte für die Antriebsdrehzahlen der Walzen zugeleitet. In der Steuerung bzw. Regelung 11 kann daher in einfa cher Weise der Zeitpunkt tA errechnet werden, zu dem das Rohr 2 aus dem Walz werk 1 ausgestoßen wird, d. h. wann das Rohrende 8 das letzte Walzgerüst 3d'''' verlässt.
Der Steuerung bzw. Regelung ist weiter ein Zeitintervall ΔT vorgegeben, das - wie
aus Fig. 5 ersichtlich - so definiert ist, dass der berechnete Zeitpunkt tA zum Ende
des Zeitintervalls ΔT zu liegen kommt. Die Steuerung bzw. Regelung nimmt nun
(über die Motoren 13'''' und 14'''') gezielt während des Zeitintervalls ΔT eine Steue
rung bzw. Regelung der Drehzahl n insbesondere der Walzen des letzten Walzge
rüsts 3d'''' vor, so daß die Auslaufgeschwindigkeit des Rohres ein vorgegebenes
Toleranzband ΔV nicht verlässt.
In Fig. 5 ist gestrichelt die Kurve eingezeichnet, die sich ohne diese Maßnahmen
ergeben würde. Die Geschwindigkeit v steigt bis zum Zeitpunkt tA des Rohraus
stoßes an, was den nachfolgenden Sägeprozess erheblich stört. Durch die be
schriebene Vorgehensweise wird indes sichergestellt, dass das strichpunktiert
eingezeichnete Toleranzband ΔV der Geschwindigkeit v nicht verlassen wird. In
folge dessen kann der Sägeprozess präzise durchgeführt werden.
Eine Geschwindigkeitserhöhung beim Rohrausstoß ist dadurch wirkungsvoll ver
hindert, wobei gleichzeitig die Streckung des Rohres zwischen den einzelnen
Walzgerüsten 3a'''', 3b'''', 3c'''' und 3d'''' aufrecht erhalten wird.
Neben der Steuerung bzw. Regelung des Antriebs 7'''' des auslaufseitigen Walz
gerüsts 3d'''' kann auch eine Steuerung bzw. Regelung in Förderrichtung R weiter
vorgelagerter Antriebe, z. B. 7''', erfolgen, sofern die Walzen der entsprechenden
Walzgerüste im Zeitintervall ΔT Kontakt mit dem Rohr 2 haben. Dadurch werden
unerwünschte Spannungen im Rohr vermieden. Im Regelfall wird es aber ausrei
chend sein, den Antrieb 7'''' der letzten Gruppe Walzgerüste 3a'''', 3b'''', 3c'''' und
3d'''' zu beeinflussen.
Sowohl die Werte für die Länge des Zeitintervalls ΔT als auch die Höhe des Tole
ranzbandes ΔV werden der Steuerung bzw. Regelung vorgegeben, wobei die
Werte empirisch für konkrete Anwendungsfälle ermittelt werden. Die Werte kön
nen am Visualisierungs-PC des Walzwerks angezeigt werden. Eine Anpassung
der Daten ist durch entsprechende Eingabe in die Steuerung bzw. Regelung je
derzeit möglich. Gegebenenfalls können auch optimale Daten aus der Interpolati
on bekannter Werte für bestehende Streckreduzierwalzwerke gewonnen werden.
Besonders vorteilhaft ist es, das beschriebene Verfahren zumindest in den letzten
drei Walzgerüsten vorzusehen. Im Ausführungsbeispiel erfolgt die Steuerung bzw.
Regelung für die letzten vier Walzgerüste 3a'''', 3b'''', 3c'''' und 3d''''.
1
Streckreduzierwalzwerk
2
Rohr
3
Walzgerüste
3
a,
3
b,
3
c,
3
d erste Gruppe Walzgerüste
3
a',
3
b',
3
c',
3
d' zweite Gruppe Walzgerüste
3
a",
3
b",
3
c",
3
d" dritte Gruppe Walzgerüste
3
a''',
3
b''',
3
c''',
3
d''' vierte Gruppe Walzgerüste
3
a'''',
3
b'''',
3
c'''',
3
d'''' fünfte Gruppe Walzgerüste
4
,
4
'
5
,
5
'
6
,
6
' Walzen
7
,
7
',
7
'',
7
''',
7
'''' Antriebe (Überlagerungsantriebe)
8
hinteres Ende des Rohres
9
Ort des Sensors (Beobachtungsstelle)
10
Sensor
11
Steuerung/Regelung
12
,
12
',
12
'',
12
''',
12
'''' Summierungsgetriebe
13
,
13
',
13
'',
13
''',
13
'''' Motoren
14
,
14
',
14
'',
14
''',
14
'''' Motoren
15
Sägevorrichtung
L Rohrlänge
R Förderrichtung
t Zeit
tA
L Rohrlänge
R Förderrichtung
t Zeit
tA
Zeitpunkt des Rohrausstoßes
ΔT Zeitintervall
v Auslaufgeschwindigkeit des Rohres
ΔV Toleranz für die Auslaufgeschwindigkeit des Rohres
ΔT Zeitintervall
v Auslaufgeschwindigkeit des Rohres
ΔV Toleranz für die Auslaufgeschwindigkeit des Rohres
Claims (11)
1. Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks (1) zum Walzen
eines Rohres (2) mit endlicher Länge (L),
das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) auf weist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,
wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die je weils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem an liegen und es walzen, und
wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7'', 7''', 7'''') für den Antrieb der Wal zen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) vorhanden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren die Schritte aufweist:
das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) auf weist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,
wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die je weils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem an liegen und es walzen, und
wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7'', 7''', 7'''') für den Antrieb der Wal zen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) vorhanden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren die Schritte aufweist:
- a) Ermitteln des Zeitpunktes (tA), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das in Förderrichtung (R) letzte, auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt;
- b) Festlegung eines Zeitintervalls (ΔT) vorgegebener Dauer, in dem der Zeit punkt (tA) liegt, zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Roh res (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt;
- c) Steuern oder Regeln des Antriebs (7'''') des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') so, dass während der Dauer des Zeitintervalls (ΔT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') mit reduzierter Drehzahl und der Auslauf des Rohres dementsprechend mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zeitpunkt (tA), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8)
des Rohres (2) das in Förderrichtung (R) auslaufseitige Walzgerüst (3d'''')
verlässt, ermittelt wird aus Überwachung des Zeitpunkts des Passierens des
hinteren Endes (8) des Rohres (2) an einer dem auslaufseitigen Walzgerüst
(3d'''') in Förderrichtung (R) vorgelagerten Stelle (9) unter Berücksichtigung
der Walzgeschwindigkeit des Rohres (2) von der Überwachungsstelle (9) bis
zum auslaufseitigen Walzgerüst (3d'''').
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass neben der Steuerung oder Regelung des Antriebs (7'''') des auslaufsei
tigen Walzgerüsts (3d'''') auch eine Steuerung oder Regelung derjenigen An
triebe (7''') erfolgt, die vorgelagerten Walzgerüsten (3a''', 3b''', 3c''', 3d''') zu
geordnet sind und deren Walzen während des Zeitintervalls (ΔT) Kontakt mit
dem Rohr (2) haben.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Steuerung oder Regelung der Drehzahl des Antriebs (7'''') des
auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') eine Toleranz (ΔV) vorgegeben wird, die
nicht verlassen werden darf.
5. Streckreduzierwalzwerk (1) zum Walzen eines Rohres (2) mit endlicher Län
ge (L) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) auf weist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,
wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die je weils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem an liegen und es walzen, und
wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7'', 7''', 7'''') für den Antrieb der Wal zen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) vorhanden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (10, 11) zur Ermittlung des Zeitpunkts (tA), zu dem das in Förder richtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt, vorhanden sind sowie Mittel (11) zum Steuern oder Regeln des Antriebs (7'''') des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') so, dass während der Dauer eines vorgegebenen Zeitintervalls (ΔT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') mit im wesentlichen konstanter Drehzahl erfolgt.
das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) auf weist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,
wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die je weils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem an liegen und es walzen, und
wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7'', 7''', 7'''') für den Antrieb der Wal zen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', . . .) vorhanden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (10, 11) zur Ermittlung des Zeitpunkts (tA), zu dem das in Förder richtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d'''') verlässt, vorhanden sind sowie Mittel (11) zum Steuern oder Regeln des Antriebs (7'''') des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') so, dass während der Dauer eines vorgegebenen Zeitintervalls (ΔT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d'''') mit im wesentlichen konstanter Drehzahl erfolgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d'''') ein Sensor (10) angeordnet
ist, der zur Erfassung des Zeitpunkts des Passierens des Endes (8) des Roh
res (2) geeignet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (10) sein gemessenes Signal an eine Steuerung oder Re
gelung (11) übermittelt, die auf den Antrieb (7'''') des auslaufseitigen Walzge
rüsts (3d'''') einwirkt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest der Antrieb (7'''') der in Förderrichtung (R) zuletzt angeord
neten Walzgerüste (3a'''', 3b'''', 3c'''', 3d'''') des Streckreduzierwalzwerks (1)
ein Gesamtüberlagerungsantrieb ist, der ein Summierungsgetriebe (12'''')
sowie zwei Motoren (13'''', 14'''') aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass von dem Antrieb (7'''') mindestens drei Walzgerüste (3a'''', 3b'''', 3c'''',
3d'''') angetrieben sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d'''') eine Sägevorrichtung (15)
angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d'''') ein automatischer Mani
pulator angeordnet ist.
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