DE10152913A1 - Metallisierung integrierter Schaltungen unter Verwendung einer Titan-Aluminium-Legierung - Google Patents
Metallisierung integrierter Schaltungen unter Verwendung einer Titan-Aluminium-LegierungInfo
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Abstract
Eine Metallisierungsstruktur einer integrierten Schaltung, die eine Titan-Aluminium-Legierung verwendet, und ein Verfahren zum Herstellen einer solchen Struktur liefern einen verringerten Leckstrom, indem sie es ermöglichen, daß bewegliche Verunreinigungen, wie zum Beispiel Wasser, Sauerstoff und Wasserstoff, strukturelle Defekte in der Siliziumschicht der IC passivieren. Die Titanschicht der Struktur ist zumindest teilweise mit der Aluminiumschicht legiert, wodurch die Fähigkeit des Titans, die beweglichen Verunreinigungen in den diversen Schichten der IC zu gettern, beschränkt wird. Trotz des Legierens des Titans und Aluminiums weist die Metallisierungsstruktur die überragenden Kontaktwiderstands- und Elektromigrationseigenschaften auf, die Titan zugeordnet werden.
Description
Auf dem Gebiet der Technologie integrierter Schaltungen (IC
- integrated circuits) erfreute sich der Bereich der Ver
bindungsmetallisierung aufgrund seiner Bedeutung in der
physischen IC-Gesamtstruktur über die Jahre großer Aufmerk
samkeit von Forschern und Entwicklern. Obwohl die Metalli
sierungsschichten einer IC hauptsächlich dazu verwendet
werden, diverse Schaltungselemente in dem IC-Silizium zu
verbinden, hat die Metallisierung auch eine direkte Wirkung
auf die bzw. den erzielbare(n) Bauelementgeometrie, Defekt
dichte und Leckstrom, was die IC-Metallisierung zu einem
kritischen Forschungsgebiet macht.
Als Beispiel beeinflußt die Metallisierung einer IC die
Dichte beweglicher Verunreinigungen in dem Silizium und den
dielektrischen Schichten, die die Verbindungen umgeben.
Beispielsweise haben Forscher mehrere metallische Substan
zen identifiziert, die als "Getterung"-Materialien nützlich
sind, welche in der Lage sind, diverse bewegliche Verunrei
nigungen in dem Silizium und den dielektrischen Schichten
einer IC einzufangen. Allgemein gesagt ist Gettern ein wün
schenswerter Vorgang in einer integrierten Schaltung, der
die Auswirkungen beweglicher Verunreinigungen, die während
des IC-Herstellungsprozesses üblicherweise eingebracht wer
den, mildert. Die Auswirkungen solcher Verunreinigungen um
fassen unter anderem eine verringerte Leistungsfähigkeit,
Zuverlässigkeit und Verfahrensausbeute des Bauelements. Im
allgemeinen reduziert ein Gettern diese Auswirkungen durch
ein Beschränken der Bewegung der beweglichen Verunreinigun
gen, wodurch die Gesamtleistungsfähigkeit einer IC verbes
sert wird.
Es gibt jedoch Fälle, bei denen zu viel Gettern möglich
ist; mit anderen Worten ist das Vorliegen mancher bestimm
ter Typen beweglicher Verunreinigungen in Maßen sogar vor
teilhaft für die Leistungsfähigkeit einer integrierten
Schaltung. Es wurde in der Technik beispielsweise gezeigt,
daß Titan aus mehreren Gründen als eine Komponente einer
IC-Metallisierung vorteilhaft ist. Als eine Getterungssub
stanz fängt Titan Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff ein,
was ermöglicht, daß diese Substanzen ohne weiteres in dem
Silizium und den dielektrischen Schichten einer IC absor
biert werden. Die Getterungseigenschaften von Titan werden
beispielsweise bei Marwick, A. D., u. a., "Hydrogen redistri
bution and gettering in AlCu/Ti thin films" in Journal of
Applied Physics, Vol. 69, Nr. 11, 1. Juni 1991, S. 7921-23,
and Yoshimaru, M., u. a., "Deoxidation of Water Desorbed
from APCVD TEOS-O3 SiO2 by Titanium Cap Layer" in Procee
dings of the 1995 IEEE International Reliability Physics
Symposium, S. 359-64, erörtert. Ferner weist Titan einen
geringen Kontaktwiderstand auf und trägt dazu bei, Elektro
migrationseigenschaften bei Aluminium zu verbessern. Unter
manchen Umständen bewirkt der durch Titan verursachte Get
terungseffekt ungünstigerweise, daß zu viele Wassermolekü
le, und der Wasserstoff und Sauerstoff, die sich vereini
gen, um das Wasser zu bilden, in dem Titan absorbiert wer
den. Beispielsweise sind Wasser und seine Elementarbestand
teile unter bestimmten Bedingungen nützlich, um strukturel
le Defekte in Silizium zu passivieren, indem es bzw. sie
sich mit den defekten Stellen verbindet bzw. verbinden, wo
durch bewirkt wird, daß die IC effizienter funktioniert. In
diesem Fall kann ein beträchtliches Gettern von Wasserstoff
und Sauerstoff sich sogar nachteilig auf die Leistungscha
rakteristika der IC auswirken, was zu einem erhöhten Leck
strom und anderen Hindernissen einer optimalen Leistungsfä
higkeit des Bauelements führt.
Es wäre daher in vielen Fällen vorteilhaft, eine Metalli
sierungsstruktur aufzubauen, die die positiven Eigenschaf
ten von Titan, beispielsweise die Linderung von Elektromi
grationseffekten und den niedrigen Kontaktwiderstand,
nutzt, wobei gleichzeitig der Getterungseffekt des Titans
beschränkt wird, so daß Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff
zur Verfügung stehen, um strukturelle Defekte in der Sili
ziumschicht des Bauelements zu passivieren.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Metal
lisierungsstruktur für eine integrierte Schaltung, ein Ver
fahren zum Aufbauen einer Metallisierungsstruktur sowie ei
ne integrierte Schaltung mit einer Metallisierungsstruktur
zu schaffen, die günstige Charakteristika aufweisen.
Diese Aufgabe wird durch eine Metallisierungsstruktur gemäß
Anspruch 1, ein Verfahren gemäß Anspruch 5 oder eine inte
grierte Schaltung gemäß Anspruch 9 gelöst.
Spezifische Ausführungsbeispiele gemäß der vorliegenden Er
findung, die hierin zu beschreiben sind, liefern eine
brauchbare Art und Weise, Titan in einer Metallisierungs
struktur einer integrierten Schaltung zu verwenden. Die
vorgeschlagene Struktur nutzt die wünschenswerten Elektro
migrations- und Kontaktwiderstandseigenschaften des Titans,
während sie gleichzeitig dessen Getterungsfähigkeiten be
grenzt. Folglich ist dann eine ausreichende Menge an beweg
lichen Verunreinigungen, beispielsweise Wasser (und an dem
Wasserstoff und Sauerstoff, den dasselbe aufweist) verfüg
bar, um strukturelle Defekte in der Siliziumschicht der IC
zu passivieren.
Ein Ausführungsbeispiel eines Verfahrens der Erfindung be
ginnt mit der Aufbringung einer Schicht aus Titan auf eine
vorexistierende Schicht einer integrierten Schaltung wäh
rend der Herstellung der IC. Eine Schicht aus Aluminium
wird daraufhin direkt auf der Titanschicht aufgebracht.
Während eines Erwärmens der IC, das normalerweise in späte
ren Herstellungsprozeßschritten erfolgt, wird zumindest ein
Teil des Titans mit der Aluminiumschicht legiert. Der Vor
teil dessen, daß das Aluminium und das Titan legiert wer
den, besteht darin, daß die Getterungskapazität des Titans
beschränkt ist, was es beweglichen Verunreinigungen wie zum
Beispiel Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff ermöglicht, zur
Verfügung zu stehen, um strukturelle Defekte in dem Silizi
um der IC zu passivieren. Gleichzeitig trägt Titan immer
noch dazu bei, die strukturelle Textur der Aluminiumschicht
einzustellen, wobei ein geringer Kontaktwiderstand und ver
besserte Elektromigrationseigenschaften geliefert werden.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung beschreibt
eine Metallisierungsstruktur, wie sie sich nach der Her
stellung der IC auf einer vorexistierenden Schicht der IC
befindet. Eine Schicht aus Titan befindet sich auf der vor
existierenden Schicht. Eine Schicht aus Aluminium befindet
sich auf dem Titan, wobei die Titanschicht zumindest teil
weise mit der Aluminiumschicht legiert ist. Folglich ist
der Teil des Titan, der mit dem Aluminium legiert ist,
nicht länger als Getterungsspezies verfügbar, während er
immer noch die wünschenswerten Elektromigrations- und Kon
taktwiderstandseigenschaften liefert, die Titan normaler
weise aufweist.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
werden nachfolgend Bezug nehmend auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine idealisierte Schnittansicht einer Metalli
sierungsstruktur einer integrierten Schaltung ge
mäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung nach
einer Aufbringung der Metallschichten;
Fig. 2 eine idealisierte Schnittansicht einer Metalli
sierungsstruktur einer integrierten Schaltung ge
mäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung nach
einer Aufbringung einer Oxid- und Passivierungs
schicht;
Fig. 3 eine idealisierte Schnittansicht einer Metalli
sierungsstruktur einer integrierten Schaltung ge
mäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung nach
einem letzten Ausheilen;
Fig. 4 ein Flußdiagramm eines Verfahrens zum Herstellen
einer Metallisierungsstruktur gemäß einem Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung.
Eine Schnittansicht einer integrierten Schaltung während
der Herstellung unmittelbar nach einer Aufbringung einer
Metallschicht ist in Fig. 1 gezeigt. Die integrierte
Schaltung kann von jedem denkbaren Typ sein, einschließ
lich, aber nicht ausschließlich, einer anwendungsspezifi
schen integrierten Schaltung (ASIC), eines Mikroprozessors,
einer analogen IC, einer optoelektronischen IC usw. Für das
Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist die strukturelle Basis
für alle auf der integrierten Schaltung aufgebrachten
Schichten eine Siliziumschicht 10, die im allgemeinen Fall
ein standardmäßiger Siliziumwafer ist. Die Siliziumschicht
10 weist eine obere Siliziumoberfläche 5a auf, auf der an
dere Schichten der IC aufgebracht sind. Wie allgemein be
kannt ist, befinden sich Halbleiterbauelemente (nicht ge
zeigt), die die diversen elektronischen Elemente der inte
grierten Schaltung bilden, hauptsächlich in oder an der Si
liziumschicht 10. Ferner sind in Fig. 1 strukturelle Defek
te 7 gezeigt, die sich an der oberen Siliziumoberfläche 5
der Siliziumschicht 10 sowie in der Siliziumschicht 10 be
finden. Strukturelle Defekte 7 ergeben sich aus normalen
Waferherstellungsprozessen. Auf der Siliziumschicht 10 ist
eine erste dielektrische Schicht 20 aufgebracht, die in den
meisten Fällen eine Schicht aus Siliziumdioxid ist. Eine
Metallisierungsstruktur 30 ist ferner über die erste die
lektrische Schicht 20 aufgebracht, was eine elektrische
Isolierung zwischen der Metallisierungsstruktur 30 und der
Siliziumschicht 10 bereitstellt. Die Metallisierungsstruk
tur 30 besteht in der Tat aus vielen Drähten, oder "Bah
nen", von denen der Einfachheit halber in Fig. 1 eine ge
zeigt ist. Elektrische Kontakte (ebenfalls nicht gezeigt),
die aus Metall hergestellt sind, liegen an vordefinierten
Stellen in der ersten dielektrischen Schicht 20 vor, um ei
ne Verbindung der Halbleiterschaltungskomponenten in der
Siliziumschicht 10 mittels der Metallisierungsstruktur 30
zu ermöglichen.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 besteht die Me
tallisierungsstruktur 30 zum Zeitpunkt der Aufbringung aus
drei separaten Metallschichten. Eine Titanschicht 32 ist
zunächst auf der dielektrischen Schicht 20 aufgebracht, ge
folgt von einer Aluminiumschicht 34 und schließlich von ei
ner Titan-Nitrid-Schicht 36. Die Titan-Nitrid-Schicht 36
wird bei diesem Ausführungsbeispiel als eine obere Deck
schicht verwendet, um einen gewissen Schutz vor Elektromi
gration zu liefern und um als eine Antireflexionsbeschich
tung zu dienen, um eine Strukturierung zu unterstützen. An
dere Ausführungsbeispiele verwenden eventuell überhaupt
keine obere Deckschicht oder -schichten. Wieder andere ver
wenden alternative Materialien, einschließlich, aber nicht
ausschließlich, Titan-Wolfram, Titan-Wolfram-Nitrid, Wolf
ram, Wolfram-Nitrid, Tantal, Tantal-Nitrid und Molybdän.
Das Vorhandensein der Titanschicht 32, wie sie auf der die
lektrischen Schicht 20 aufgebracht ist, liefert im Ver
gleich zu dem Kontaktwiderstand anderer metallischer Sub
stanzen, beispielsweise Titan-Nitrid und Titan-Wolfram ei
nen verbesserten Kontaktwiderstand, wenn diese verwendet
wird, um Schaltungskomponenten der Siliziumschicht 10 mit
der Metallisierungsstruktur 30 zu verbinden. Ferner verbes
sert die Titanschicht 32 die Elektromigrationseigenschaften
der Aluminiumschicht 34. Mit anderen Worten entwickelt die
Aluminiumschicht 34 weniger Sprünge in ihrer Gitterstruktur
infolge eines elektrischen Stroms durch das Metall. Solche
Sprünge können letztendlich Leerlaufverbindungen in den Me
tallisierungsschichten einer IC verursachen.
Wie zuvor festgestellt wurde, wirkt Titan ferner als Gette
rungsspezies, indem es sich an bewegliche Verunreinigungen
in der integrierten Schaltung bindet, wodurch die Verunrei
nigungen als Ladungsträger unwirksam werden. Während diese
Wirkung in einer IC manchmal vorteilhaft ist, gibt es be
stimmte Fälle, in denen ein Gettern nicht wünschenswert
ist. Beispielsweise umfassen die durch Titan gegetterten
Verunreinigungen Wasser und seine Elementarbestandteile,
Wasserstoff und Sauerstoff; mit anderen Worten entfernt Ti
tan Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff aus den umgebenden
Bereichen der IC. Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff, die
normalerweise während des IC-Herstellungsprozesses vorhan
den sind, sind jedoch nützliche Mittel bei der Passivierung
struktureller Defekte 7. Die Passivierungsmittel binden
sich an die freien Bindungen struktureller Defekte 7 an,
wodurch die Fähigkeit der freien Bindungen, einen Pfad für
einen Leckstrom in der Siliziumschicht 10 zu liefern, un
terbunden wird. Ein Leckstrom tritt im allgemeinen in Halb
leiterschaltungen an Stellen auf, wo man mit wenig oder
keinem Strom rechnet bzw. wo wenig oder kein Strom er
wünscht ist, wie zum Beispiel in das Gatter eines MOSFET,
oder durch den Kanal eines MOSFET, wenn derselbe in dem
"AUS"-Zustand vorgespannt ist.
Ein weiteres Beispiel eines unerwünschten Leckstroms ist
der einer Photodiode in einer optoelektronischen IC zuge
ordnete "Dunkelstrom". In diesem Fall sollte die Photodiode
eine winzige Menge an Strom unter Dunkelbedingungen erzeu
gen. Das Vorliegen von Defekten auf der oberen Oberfläche
des Siliziums führt jedoch zu einem höheren Dunkelstrom als
erwartet, was auf das Vorhandensein von Licht, das auf die
Photodiode einfällt, hinweist, wenn in der Tat kein Licht
vorhanden ist. In Situationen wie diesen würde eine Passi
vierung struktureller Defekte 7 die Funktionalität der
Schaltung beträchtlich verbessern. Die Metallisierungs
struktur 30 gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden
Erfindung liefert diese Fähigkeit.
Fig. 2 zeigt den Querschnitt desselben Abschnittes der in
tegrierten Schaltung wie der, der in Fig. 1 gezeigt ist,
jedoch nachdem eine zweite dielektrische Schicht 40 und ei
ne Passivierungsschicht 50 aufgebracht wurden. Die zweite
dielektrische Schicht 40, die in der Regel Siliziumdioxid
ist, dient dazu, Abschnitte der Metallisierungsstruktur 30
von jeglichen nachfolgenden Schichten, die auf der IC auf
gebracht sind, elektrisch zu trennen. Danach ist eine Pas
sivierungsschicht 50 hinzugefügt, um während des restlichen
IC-Herstellungsprozesses einen Gesamtschutz für die IC zu
bieten. Die Passivierungsschicht 50 wirkt ferner als eine
Barriere, die Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff in der IC
einfängt. Bei dem in Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 3 darge
stellten Ausführungsbeispiel ist lediglich eine Metallisie
rungsschicht implementiert. Bei der typischen integrierten
Schaltung sind jedoch zwei oder mehr Schichten gebildet.
Bei diesen Ausführungsbeispielen würde die Metallisierungs
struktur 30 für jede Metallisierungsschicht in der IC ver
wendet.
Während der Aufbringung und anderweitigen Bearbeitung für
die zweite dielektrische Schicht 40 und die Passivierungs
schicht 50 wird die Metallisierungsstruktur 30 ausreichend
erwärmt, um mindestens ein teilweises Legieren der Titan
schicht 32 (aus Fig. 1) und Aluminiumschicht 34 zu bewir
ken, wodurch die Titan-Aluminium-Legierungsschicht 38 ge
schaffen wird.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 2 veranschaulicht bei
spielhaft den Fall, bei dem die Gesamtheit der Titanschicht
32 in eine Aluminiumschicht 34 legiert wird, wodurch kein
"reines" Titan in der Metallisierungsstruktur 30 verbleibt.
Ein solcher Zustand ist in dem Fall der oben erwähnten op
toelektronischen IC wünschenswert. Das Vorliegen von reinem
Titan in der Metallisierungsstruktur 30 würde zumindest ein
teilweises Gettern von Wasser und des zugeordneten Wasser
stoffs und Sauerstoffs ermöglichen. Folglich wäre die An
zahl beweglicher Verunreinigungen, die zur Verfügung ste
hen, um die Defekte an der oberen Siliziumoberfläche 5 der
Siliziumschicht 10 zu passivieren, verringert, und der Dun
kelstrom der Photodioden würde zunehmen. Gemäß Tests, die
unter Verwendung der Metallisierungsstruktur 30 in einer
optoelektronischen IC durchgeführt wurden, kann die Titan
schicht 32 mit einer Dicke von weniger als oder gleich ca.
200 Angström mit einer Aluminiumschicht 34 vollständig le
giert werden. Andere Herstellungsprozesse erlauben eventu
ell Dicken von mehr als 200 Angström für die Titanschicht
32, die mit der Aluminiumschicht 34 vollständig zu legieren
ist, was zu denselben Passivierungswirkungen führt, auf die
für die oben erwähnte optoelektronische IC hingewiesen wur
de.
Bei anderen Ausführungsbeispielen kann mehr Gettern wün
schenswert sein; unter diesen Umständen kann die Titan
schicht 32 dicker ausgeführt sein, so daß lediglich ein
teilweises Legieren der Titanschicht 32 mit der Aluminium
schicht 34 eintritt, wodurch ein Teil der Titanschicht 32
bei der Metallisierungsstruktur 30 verbleiben kann. In ei
nem solchen Fall wird ein Gettern von Wasser und seiner
Elementarbestandteile auf Kosten einer verringerten Passi
vierung von strukturellen Defekten 7 an der oberen Silizi
umoberfläche 5 der Siliziumschicht 10 sowie in der Silizi
umschicht 10 erhalten.
Fig. 3 ist eine idealisierte Schnittansicht der integrier
ten Schaltung, nachdem ein letzter Ausheilschritt abge
schlossen wurde. Während des letzten Ausheilens wird die IC
auf eine hohe Temperatur erhitzt, wobei diese Temperatur
über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten wird.
Das letzte Ausheilen ermöglicht, daß das Wasser, der Was
serstoff und der Sauerstoff in der ersten dielektrischen
Schicht 20 und der zweiten dielektrischen Schicht 40
schnell zu der Siliziumschicht 10 diffundieren, wo die
strukturellen Defekte 7 (der Fig. 2) vorliegen. Der Was
serstoff und der Sauerstoff gelangen daraufhin in Kontakt
mit strukturellen Defekten 7, wobei sie sich an deren freie
Bindungen anbinden, wodurch die strukturellen Defekte 7 zu
passivierten strukturellen Defekten 8 umgewandelt werden,
die nicht zu den nachteiligen Wirkungen beitragen, die an
früherer Stelle auf die strukturellen Defekte 7 zurückge
führt wurden. Infolgedessen werden Wirkungen wie zum Bei
spiel Leckstrom (oder, bei optoelektronischen ICs, Dunkel
strom) reduziert, da die passivierten strukturellen Defekte
8 nicht die freien chemischen Bindungen aufweisen, die not
wendig sind, um einen leitfähigen Weg für einen Leckstrom
zu liefern. Für die Metallisierungsstruktur 30 durchgeführ
te Tests verwendeten eine ca. 45minütige letzte Ausheil
phase bei 400 Grad C, was ausreichend war, um eine be
trächtliche Defektpassivierung zu ermöglichen. Dieses letz
te Ausheilen diente ferner dazu, ein vollständiges Legieren
einer Titanschicht von 200 Angström in dem Fall zu gewähr
leisten, daß das Titan bis zu diesem Punkt in dem Herstel
lungsprozeß noch nicht vollständig mit dem Aluminium le
giert worden war. Es können auch andere Kombinationen von
Temperatur und Erwärmungszeitraum eingesetzt werden, solan
ge das Wasser, der Wasserstoff und der Sauerstoff der er
sten und der zweiten dielektrischen Schichten 20 und 40 in
der Lage sind, ausreichend durch diese Schichten zu diffun
dieren, um sich an die strukturellen Defekte 7 anzubinden.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Ver
fahren zum Aufbauen einer Metallisierungsstruktur, die Ti
tan enthält, das überragende Kontaktwiderstands- und Elek
tromigrationseigenschaften liefert, während es gleichzeitig
ermöglicht, daß Wasser, Wasserstoff und Sauerstoff, die in
der IC gefangen sind, Defekte auf der Oberfläche eines Si
liziumwafers passivieren. Die Schritte, in Fig. 4 gezeigt,
beginnen mit der Aufbringung einer Titanschicht auf eine
vorexistierende Schicht während der Herstellung einer IC
(Schritt 400). Eine Aluminiumschicht wird daraufhin über
die Titanschicht aufgebracht (Schritt 410). Bei diesem Aus
führungsbeispiel wird daraufhin eine Schicht aus Titan-
Nitrid über die Aluminiumschicht aufgebracht (Schritt 420).
Bei anderen Ausführungsbeispielen mag auf die Titan-Nitrid-
Schicht verzichtet werden. Anstelle der Titan-Nitrid-
Schicht können auch andere Materialien, beispielsweise die
zuvor erwähnten, als eine obere Deckschicht verwendet wer
den. Daraufhin wird der Ti/Al/TiN-Metallisierungsstapel ei
nem Erwärmungsprozeß unterzogen (Schritt 430), was dazu
führt, daß die Titanschicht zumindest teilweise mit der
Aluminiumschicht legiert wird. Der Erwärmungsschritt kann
ein letztes Ausheilen sein, was ein bei der IC-Herstellung
verwendeter typischer Prozeß ist, um dazu beizutragen, ei
nen zuvor bezüglich des Siliziumkristalls entstandenen
Schaden wiedergutzumachen. Bei anderen Ausführungsbeispie
len können jedoch andere Erwärmungsprozesse verwendet wer
den, um das Legieren des Titans und Aluminiums zu ermögli
chen.
Die Dicke der Titanschicht wird durch die Erfordernisse der
jeweiligen Anwendung bestimmt. Wenn jedoch eine Beschrän
kung der Getterungseigenschaften von Titan ein Hauptanlie
gen ist, wie zum Beispiel in dem Fall optoelektronischer
ICs, ist jedoch eine dünne Titanschicht gerechtfertigt, so
daß in dem Metallisierungsstapel kein reines Titanium vor
liegt, nachdem der Erwärmungsprozeß (Schritt 430) abge
schlossen ist.
Aus dem Vorstehenden geht klar hervor, daß die Erfindung
eine Metallisierungsstruktur schafft, die die Elektromigra
tions- und Kontaktwiderstandseigenschaften von Titan nutzt,
während sie gleichzeitig die Getterungseigenschaften dieses
Metalls beschränkt. Infolgedessen wird ermöglicht, daß das
Wasser, der Wasserstoff und der Sauerstoff, das bzw. der
nicht durch das Titan gegettert sind, strukturelle Defekte
passivieren, die andernfalls zu einem unerwünschten Anstieg
von Leckstrom in der IC führen würden.
Claims (13)
1. Metallisierungsstruktur (30) für eine integrierte
Schaltung, wobei sich die Metallisierungsstruktur (30)
auf einer vorexistierenden Schicht (20) der integrier
ten Schaltung befindet und folgende Merkmale aufweist:
eine Schicht aus Titan (32), die sich auf der vorexi stierenden Schicht (20) befindet; und
eine Schicht aus Aluminium (34), die sich auf der Schicht aus Titan (32) befindet, wobei die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert ist.
eine Schicht aus Titan (32), die sich auf der vorexi stierenden Schicht (20) befindet; und
eine Schicht aus Aluminium (34), die sich auf der Schicht aus Titan (32) befindet, wobei die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert ist.
2. Metallisierungsstruktur (30) gemäß Anspruch 1, bei der
die Schicht aus Titan (32) vollständig mit der Schicht
aus Aluminium (34) legiert ist.
3. Metallisierungsstruktur (30) gemäß Anspruch 1 oder 2,
bei der die Dicke der aufgebrachten Schicht aus Titan
(32) weniger als oder gleich 200 Angström beträgt.
4. Metallisierungsstruktur (30) gemäß einem der Ansprüche
1 bis 3, die ferner eine Schicht aus Titan-Nitrid (36)
aufweist, die sich auf der Schicht aus Aluminium (34)
befindet.
5. Verfahren zum Aufbauen einer Metallisierungsstruktur
(30) auf einer vorexistierenden Schicht (20) einer in
tegrierten Schaltung während einer Herstellung der in
tegrierten Schaltung, wobei das Verfahren folgende
Schritte aufweist:
Aufbringen (400) einer Schicht aus Titan (32) auf der vorexistierenden Schicht (20) der integrierten Schal tung;
Aufbringen (410) einer Schicht aus Aluminium (34) auf der Schicht aus Titan (32); und
ausreichendes Erwärmen (430) der integrierten Schal tung, um zu bewirken, daß die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert wird.
Aufbringen (400) einer Schicht aus Titan (32) auf der vorexistierenden Schicht (20) der integrierten Schal tung;
Aufbringen (410) einer Schicht aus Aluminium (34) auf der Schicht aus Titan (32); und
ausreichendes Erwärmen (430) der integrierten Schal tung, um zu bewirken, daß die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, bei dem die Dicke der auf
gebrachten Schicht aus Titan (32) begrenzt ist, so daß
die Schicht aus Titan (32) infolge der Erwärmung (430)
der integrierten Schaltung vollständig mit der Schicht
aus Aluminium (34) legiert wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 5 oder 6, bei dem die Dicke
der aufgebrachten Schicht aus Titan (32) weniger als
oder gleich 200 Angström beträgt.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7, das fer
ner den Schritt des Aufbringens (420) einer Schicht
aus Titan-Nitrid (36) auf der Schicht aus Aluminium
(34) aufweist.
9. Integrierte Schaltung mit einer Metallisierungsstruk
tur (30), wobei sich die Metallisierungsstruktur (30)
auf einer vorexistierenden Schicht (20) der integrier
ten Schaltung befindet und folgende Merkmale aufweist:
eine Schicht aus Titan (32), die sich auf der vorexi stierenden Schicht (20) befindet; und
eine Schicht aus Aluminium (34), die sich auf der Schicht aus Titan (32) befindet, wobei die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert ist.
eine Schicht aus Titan (32), die sich auf der vorexi stierenden Schicht (20) befindet; und
eine Schicht aus Aluminium (34), die sich auf der Schicht aus Titan (32) befindet, wobei die Schicht aus Titan (32) zumindest teilweise mit der Schicht aus Aluminium (34) legiert ist.
10. Integrierte Schaltung gemäß Anspruch 9, bei der die
Schicht aus Titan (32) vollständig mit der Schicht aus
Aluminium (34) legiert ist.
11. Integrierte Schaltung gemäß Anspruch 9 oder 10, bei
der die Dicke der aufgebrachten Schicht aus Titan (32)
weniger als oder gleich 200 Angström beträgt.
12. Integrierte Schaltung gemäß einem der Ansprüche 9 bis
11, die ferner eine Schicht aus Titan-Nitrid (36) auf
weist, die sich auf der Schicht aus Aluminium (34) be
findet.
13. Integrierte Schaltung gemäß einem der Ansprüche 9 bis
12, wobei die integrierte Schaltung eine optoelektro
nische integrierte Schaltung ist, die Photodioden auf
weist.
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