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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Abbinden eines Ballens in Ballenpressen, welche aus
Abfallmaterialien durch Verdichten - Zusammenpressen - zwecks
Volumenreduzierung erzeugt werden. Die Abfallmaterialien sind
in der Regel verbrauchte Behälter und sonstiges Material aus
Papier, Pappe, Kunststoff und ähnlichen Materialien oder auch
Metalldosen, welche zu Zwecken der Aufbewahrung, der
Verpackung und des Transportes verwandt wurden, sowie
insbesondere verbrauchte Büroartikel aus vorgenannten
Materialien.
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Bei Ballenpressen werden die fertiggepressten Ballen mit
Schnur, Faser-Band oder Draht umschnürt - abgebunden -,
wobei die Umschnürung entweder Bestandteil eines
kontinuierlichen Pressprozesses ist - horizontale Ballenpresse -
und während eines jeden Presszyklusses erfolgt, oder bei einem
diskontinuierlichen Pressprozess - vertikale Ballenpresse - erst
nach Beendigung des Pressvorgangs.
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Zur Umschnürung wird sogenanntes quasi "endloses"
Abbindemittel, das an einer Ballenpresse auf Vorratsspulen
aufgewickelt ist, durch Zug abgespult und nach Fertigstellung
der Umschnürung abgetrennt. Bei Horizontal-Ballenpressen
werden während des Pressens eines Ballens quasi fortlaufend
von den Vorratsspulen Abbindemittel - z. B. Bindedraht -
gezogen und, nach Beendigung eines Presszyklusses, in
geeigneter Länge die Drahtenden jeweils miteinander verdrillt
sowie sogleich automatisch abgeschnitten.
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Bei Vertikal-Ballenpressen erfolgt die Umschnürung
üblicherweise erst nach Beendigung des Pressvorganges. Das
Nachziehen des benötigten Abbindemittels erfolgt hier in zwei
Phasen, und zwar in einer ersten Phase vor Beginn des
Pressvorganges und in einer zweiten Phase nach Beendigung
des Pressvorganges, unmittelbar vor der Herstellung der
vollständigen Umschnürung. In der ersten Phase wird
Abbindemittel von der Vorratsrolle oder -spule in einer solchen
Länge abgespult, dass der Anfang des Abbindemittels z. B. an
der Vorderkante des Boden des Schachtes der Ballenpresse
festlegbar ist. Von hier ausgehend verläuft das Abbindemittel
entlang des Bodens in Richtung Rückwand und von dort aufwärts
entlang der Rückwand, zumindest bis oberhalb des
Pressbereiches des Schachtes und von dort zur Vorratsspule.
Die Vorratsspule ist in der Regel entweder außerhalb der
Rückwand des Schachtes angeordnet oder oberhalb der
obersten Stellung der Pressplatte im Frontbereich der
Ballenpresse. Entsprechend der Größe des gefertigten Ballens
sind entweder zwei, drei oder vier Umschnürungen vorgesehen,
so dass an der Ballenpresse eine Halterung für die
entsprechende Anzahl von Vorratsrollen angeordnet ist.
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Als Abbindemittel wird der vorstehend genannte Bindedraht oder
ein aus mehreren, vornehmlich aus Kunststoff bestehenden
Schnüren oder schmalen Bändern gewebtes, geflochtenes oder
geklebtes Abbindeband mit flachem, rechteckigen Querschnitt
verwendet.
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Ein Spannen einer jeden Umschnürung sowie das Verbinden mit
gleichzeitiger Durchtrennung erfolgt bei Draht, wie bereits
erwähnt, durch Verdrillen; bei einem Abbindeband üblicherweise
durch eine Verknotung oder unter Einbeziehung einer Klemme
während des Spannens. Der noch mit der Vorratsspule
verbundene Abschnitt des Abbindebandes wird, nach der
Verknotung oder des Spannens mit der Klemme, durchtrennt, so
dass ein neues Ende entsteht, welches wieder im Bodenbereich
des Schachtes fixiert werden kann.
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Je nach Kundenwunsch werden die Ballenpressen mit Bindedraht
oder Abbindeband bestückt, sowie mit betreffenden Halterungen
zur Aufnahme des genannten Abbindemittels ausgerüstet.
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Nachteilig bei den vorgenannten Varianten bezüglich des
Abbindeverfahrens als auch des eingesetzten Abbindemittels ist
insbesondere, dass beim Nachziehen des Abbindemittels die
Vorratsspule ins "Rollen" kommt und mehr Abbindemittel
abgespult wird als unmittelbar gebraucht wird. Dies kann zur
Folge haben, dass sich Schlingen im Abbindemittel bilden, die zu
den verschiedensten Störungen im Arbeitsablauf der
Ballenpresse führen können. Bei der Verwendung von
Abbindeband besteht zudem noch ein wesentlicher Nachteil
darin, dass u. a. beim Verknoten und/oder während des
Transportes des Ballens der Bereich einer Umschnürung - in
Längserstreckung des Abbindebandes gesehen - in seitlicher
Richtung übermäßig beansprucht wird, wodurch das besagte
Abbindeband gesplissen werden kann, bzw. sogar eine
Beschädigung einzelner Schnüre oder Bänder des
Abbindebandes erfolgt, was wiederum zur Schwächung des
Abbindebandes führt oder gar zu dessen Durchtrennung.
Weiterhin werden seitens der Anwender der Ballenpressen, aber
auch insbesondere der Transportunternehmen und der
weiterverarbeitenden Industrie permanent höhere Anforderungen
bezüglich der äußeren Maße eines Ballens, bzw. dessen
Maximal-Gewichtes gestellt. Damit steht der Hersteller der
Ballenpressen vor der Aufgabe, die Ballenpressen so zu
konzipieren, dass Ballen mit extrem hoher Dichte herstellbar
sind. Dieser Umstand bedingt auch eine Verbesserung des
Verfahrens zum Abbinden von gepressten Ballen sowie
Verbesserungen am Abbindemittel selbst.
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Ausgehend von diesem Stand der Technik und den besagten
höheren Anforderungen an eine Ballenpresse ist die Aufgabe der
Erfindung, dass ein Verfahren gefunden wird, mit dem zumindest
die Handhabung des Abbindemittels und die Umschnürung eines
insbesondere hochverdichteten Ballens vereinfacht ist, sowie
eine Vorrichtung zur störungsfreieren Bevorratung und/oder
verbesserten Führung des Abbindemittels an bzw. in der
Ballenpresse, bzw. während des Spann- und
Verbindungsvorganges, wobei die Vorrichtung möglichst als
mehrteiliger, variabler Bausatz ausgeführt sein soll.
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Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Abbinden eines in
einem Schacht einer Ballenpresse gepressten Ballens nach den
Merkmalen des Patentanspruches 1 oder des
Patentanspruches 2 sowie durch eine Vorrichtung zur
Verwendung an einer Ballenpresse, insbesondere zur Führung
und/oder Fixierung von Abbindemitteln gemäß den Merkmalen
des Patentanspruches 14 gelöst. Die nachgeordneten
Patentansprüche 3 bis 13 und 15 bis 24 offenbaren
Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens bzw.
der Vorrichtung.
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Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, dass bei einem
Verfahren zum Abbinden eines in einem Schacht einer
Ballenpresse gepressten Ballens mit einem Abbindemittel, bei
dem der Ballen mit dem Abbindemittel umschnürt wird, in dem
Abschnitte des Abbindemittels miteinander verbunden werden,
nunmehr in neuer Art ein abgelängtes Abbindemittel mit einer
vor dem Pressen vorbestimmen Länge verwendet wird, oder dass
in ebenfalls neuer Art als Abbindemittel ein aus einem Kunststoff
oder aus einem homogenen Kunststoffgemisch bestehendes
Kunststoffband, vorzugsweise ein extrudiertes Kunststoffband,
eingesetzt wird. Vorteilhaft ist eine Kombination der beiden
neuen Verfahrensmerkmale.
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Ein weiterer gleichrangiger Kerngedanke der Erfindung ist der,
dass die Mittel zur Führung und/oder Fixierung von
Abbindemitteln, insbesondere die im Schacht der Presse
Vorzusehenden, sowie Mittel zur Bevorratung letzterer als
mehrteiliger variabler Bausatz vorgehalten werden.
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Die Verwendung eines abgelängten Ösendrahtes als
Abbindemittel für bestimmte Einsatzfälle wird ebenfalls als zur
Erfindung gehörend angesehen.
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Die Mittel zur Bevorratung von Abbindemittel sind vorzugsweise
eine oder mehrere Vorratskassetten, insbesondere Köcher, in
der die abgelängten, vorzugsweise eingesetzten
Kunststoffbänder bevorratet sind. Diese Vorratsbehälter sind der
Ballenpresse zugeordnet, wobei unter "zugeordnet" zu verstehen
ist, dass diese Behälter an der Ballenpresse oder zumindest im
zur Ballenpresse gehörenden Bereich des angrenzenden
Arbeitsfeldes angeordnet sind. Dabei kann die Ballenpresse mit
der Vorratsbehälter entweder derart ausgelegt sein, dass eine
Zuführeinrichtung vorgesehen ist, mit der die Abbindemittel,
insbesondere die Kunststoffbänder, aus dem Vorratsbehälter
selbsttätig entnommen und der gepresste Ballen automatisch mit
dem Kunststoffband umreift wird. Die Ballenpresse mit der
Vorrichtung kann aber auch derart ausgelegt sein, dass der
Bediener der Presse manuell ein Band aus dem im räumlichen
Bereich der Ballenpresse angeordneten Vorratsbehälter
entnimmt und mit diesem Kunststoffband den fertig gepressten
Ballen manuell und unter Zuhilfenahme einer Spann- und
Verschließeinheit umschnürt.
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Dabei ist es im Rahmen der Erfindung beliebig wählbar, ob ein
Ballen lediglich mit einem Kunststoffband oder mit mehreren
Bändern umreift wird.
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Bei den bisher bekannten Vorrichtungen zur Verschweißung der
Endabschnitte eines Bandes aus einem schmelzbaren Kunststoff
tritt der Nachteil auf, dass an der Schweißstelle hohe
Temperaturen benötigt werden. Insbesondere bei der
Umschnürung von Altpapierballen ist dies nicht erwünscht, da
durch die hohen Temperaturen ein Entzünden des Abfallballens
nicht auszuschließen ist. Daher ist vorgeschlagen, dass zum
Verbinden der Endabschnitte des Kunststoffbandes eine Reib-/
Prägeverbindung erfolgt, wie sie im Stand der Technik bekannt
ist. Dabei werden die beiden aufeinander liegenden
Endabschnitte des Kunststoffbandes zwischen einer Matrize und
einem Transportrad, das in Richtung der Matrize
abstandsveränderlich bewegbar ist, eingeklemmt. Benachbart
dazu ist eine weitere Matrize angeordnet, wobei zwischen dieser
weiteren Matrize und einer Reibplatte die übereinanderliegenden
Endabschnitte des Kunststoffbandes verlaufen. Die Reibplatte
wird in Richtung auf die zweite Matrize bewegt, bis diese
unmittelbar aneinander anliegen. Anschließend wird die
Reibplatte in der Ebene des Kunststoffbandes durch
Rüttelbewegungen hin und her bewegt, so dass durch die
zwischen Reibeplatte, Endabschnitten der Kunststoffbänder und
Matrize verursachte Reibungswärme es zum Aufschmelzen des
Kunststoffs kommt. Nach Beendigung der Reib- oder
Rüttelbewegung erstarrt der Kunststoff und die beiden
Endabschnitte sind unlösbar miteinander verbunden. Der Vorteil
bei dieser Verbindungstechnik besteht darin, dass nach außen,
also z. B. an das Altpapier des Ballens, kaum Wärme abgegeben
wird.
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Das Umschnüren des Ballens erfolgt entweder nach Beendigung
des Pressvorgangs, das heißt der fertig gepresste Ballen wird
mit einer Umschnürung versehen. Dazu kann die Ballenpresse,
wie im folgenden beschrieben, ausgebildet sein. Insbesondere
bei Horizontal-Ballenpressen kann die Umschnürung
kontinuierlich, das heißt während des Pressvorgangs, erfolgen.
Dazu wird das Abbindemittel, bevorzugt ein Kunststoffband, vor
dem Pressen in den Pressschacht eingelegt, so dass das zu
verpressende Material bereits teilweise an diesem Band anliegt.
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Dazu ist die Ballenpresse, wie im folgenden beschrieben,
ausgebildet.
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Dieses Band zur Umschnürung des Ballens ist beispielweise ein
PET-Band (Polyethylen-Tetrafluorid). Dabei ist der Querschnitt
des Bandes vorzugsweise rechteckig und flach gewählt, kann im
Prinzip aber auch rund oder quadratisch ausgebildet sein.
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Insbesondere wird ein Kunststoffband aus PET verwendet, das
mit einer Bruchlast im Bereich von 3.200 N bis 13.500 N
belastbar ist, beziehungsweise eine Bruchdehnung im Bereich
von 2% bis 25% aufweist.
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Mit dieser Art von Kunststoffbändern ist auch der Nachteil der im
Stand der Technik aus einer Vielzahl einzelner Kunststofffäden
gewebter oder geklebter Kunststoffbänder vermieden, bei denen
eine Beschädigung einer einzelnen Faser zur teilweisen
Auflösung des umschnürenden Bandes sowie einer damit
einhergehenden Reduzierung der Festigkeit des Bandes
verbunden ist. Die beschädigten und aus dem Band abstehenden
Fasern bilden zudem eine Verletzungsquelle für das
Bedienungspersonal.
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In einer Weiterbildung der Erfindung sind an einer Ballenpresse
mehrere Vorratsbehälter mit Abbindemitteln unterschiedlicher
Längen vorgesehen, so dass beim Pressen von Ballen
unterschiedlicher Formate mit einer Ballenpresse ein besseres
Handling gegeben ist.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist vorzugsweise an einer
Vertikal-Ballenpresse angeordnet, wobei der Bediener der
Ballenpresse ein Kunststoffband der Vorratskassette manuell
entnimmt und den fertig gepressten Ballen mit dem
Kunststoffband umreift.
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Zum Spannen und miteinander Verbinden der betreffenden
Abschnitte bzw. der Endabschnitte eines Kunststoffbandes wird
dabei eine oben beschriebene Reib-/Prägevorrichtung
verwendet. Diese ist in einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung höhenverstellbar an der Ballenpresse angeordnet, um
die Endabschnitte der Kunststoffbänder in unterschiedlichen
Höhen, relativ zum Ballen, miteinander verbinden zu können.
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Zur Bevorratung für die Abbindemittel, ist bevorzugt ein Köcher
vorgesehen, der insbesondere im bodenseitigen Bereich der
Rückwand der Ballenpresse selbiger zugeordnet ist.
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Eine andere Ausgestaltung sieht wenigstens eine Vorratsbox
vor, welche einen vorzugsweise einen nach unten gerichteten
Auslaß aufweist, der korrespondierend zu den an oder in der
Rückwand vorgehaltenen Mitteln zur Führung und/oder
Fixierung der Abbindemittel, vorzugsweise im oberen oder
unteren äußeren Bereich des Schachtes angeordnet werden.
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Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Ballenpresse eine
Zuführeinrichtung zur Bereitstellung eines abgelängten
Bindemittels zugeordnet ist, die vorzugsweise im Pressbereichs
des Schachtes vorgesehen ist.
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Insbesondere ist wenigstens eine, aus mindestens einer Leiste
bestehende Führungseinheit und/oder wenigstens ein
Führungsteil, welches an oder in der Rückwand, vorzugsweise
in Nähe des Bodens angeordnet ist, vorgesehen.
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Von Vorteil ist außerdem, dass an den Innenseiten des
Schachtes und/oder an der beweglichen Pressplatte und/oder
an der Fronttür vorzugsweise profilierte Leisten vorgesehen
sind, zwischen denen das Abbindemittel, insbesondere das
Kunststoffband nahezu reibfrei geführt wird.
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Dieses neue Verfahren gewährleistet zudem durch das sehr
straffe Spannen des Abbindemittels, dass selbiges auch nach
längerer Verweilzeit des Ballens außerhalb des Pressschachtes
der Ballenpresse noch tief in die an den Außenflächen des
Ballens eingearbeiteten Vertiefungen anliegt. So dass beim
Handling des Ballens im Transport und
Weiterverarbeitungsprozess des verwendeten Abbindemittel vor
mechanischen Beanspruchungen durch Scheuern an einem
Gegenstand oder Fläche geschützt sind.
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Die Erfindung wird folgend anhand eines in Zeichnungen
schematisiert dargestellten Ausführungsbeispieles näher
dargestellt, wobei in einigen der Fig. Variationen zu diesem
Ausführungsbeispiel gezeigt sind.
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Es zeigen:
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Fig. 1 eine Ballenpresse in schematisierter Seitenansicht;
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Fig. 2 selbige Ballenpresse;
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Fig. 3 selbige Ballenpresse während der Phase der
Vorbereitung des Spannens und Verbindens von
Abschnitten des Abbindemittels;
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Fig. 4 zeigt eine Frontalansicht einer Ballenpresse mit
gefülltem Vorratsbehälter für Abbindemittel;
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Fig. 4a die Einzelheit X aus der Fig. 4,
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Fig. 5 eine Sicht von oben in den Schacht der
Ballenpresse;
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Fig. 5a 5b und 5c Detailansichten aus der Fig. 5 und
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Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des in Fig. 4
gezeigten Führungsteiles.
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In der Fig. 1 ist eine Ballenpresse gezeigt, bei der die neue
Vorrichtung in Form eines mehrteiligen, variablen Bausatzes für
Mittel zur Bevorratung, zur Führung und/oder Fixierung der
Abbindemittel zur Anwendung kommt. Durch diese grundlegend
neue Konzeption wird erreicht, dass neben der Ausrüstung neuer
Pressen auch Pressen mit älterem Produktionsdatum den neuen
Erfordernissen des Marktes nachträglich angepasst werden
können.
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Die Erfindung sieht grundlegend vor, dass auf der Innenseite 9a
des Bodens 9 einer Ballenpresse 1 eine Führungseinheit 26
vorgesehen ist. Diese Führungseinheit 26 besteht aus zwei
nebeneinander im wesentlichen parallel zueinander
beabstandeten Leisten 27, 28, in denen das Abbindemittel 16
führbar ist. In spezieller neuer Art sind diese Leisten 27, 28 in
der in Fig. 5 gezeigten Verstellrichtung 29 verstellbar, so dass
sie auf Abbindemittel unterschiedlicher Größen eingestellt
werden kann. Diese Führungseinheiten 26 sind zudem so auf
dem Boden 9 angeordnet, dass sie mit auf oder in der
Innenseite 5a einer Rückwand 5 befindlichen vertikalen Nuten 5d
fluchtend verlaufen.
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In diesen Nuten 5d sind, aufwärts gesehen, mindestens ein
Führungsteil 18 angeordnet. Wie aus der Fig. 1, 2, 3 und 4 zu
ersehen ist, befinden sich bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel, im Abschnitt des Pressbereiches 4, in den
Nuten 5d zwei mit Abstand zueinander angeordnete
Führungsteile 18. Ein drittes Führungsteil ist in der Nut 5d
oberhalb der Stellung "Ballen fertig" der Pressplatte 36
vorgesehen.
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Wenigstens die Führungseinheit/-ten 26 bilden eine
Zuführeinrichtung für das Abbindemittel derart, dass das
Abbindemittel auch nach fertig gepresstem und noch im
Pressbereich 4 befindlichen gepressten Ballen unter den Ballen
hindurch und entlang der in der Rückwand 5 vorgesehenen
Nuten 5d um den Ballen herum geschoben werden können. Einer
solchen Zuführeinrichtung können jedoch auch die Führungsteile
18 zugeordnet werden.
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Die Führungsteile 18 besitzen, im in den Nuten 5d eingebauten
Zustand, eine ebenfalls vertikal liegende Nut. Diese Nut ist
bevorzugt schwalbenschwanzförmig ausgebildet. Dadurch wird
erreicht, dass einerseits das Abbindemittel in einfacher und
leichter Art in diesen Fixierpunkten eingelegt werden kann und
andererseits während des Umreifungsvorganges mit geringstem
Kraftaufwand die entsprechenden Bereiche aus diesen
Fixierpunkten gelöst werden können.
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In der Fig. 1 ist also eine Ballenpresse 1 vertikaler Bauart
gezeigt, die auf eine Aufstellfläche 10 gestellt ist. Unter
Teilbereiche des Bodens 9 sind hier Distanzstücke 11
vorgesehen, so dass zwischen der Aufstellfläche 10 und dem
Boden 9 zumindest teilweise ein Spalt entsteht; der Zweck wird
später noch dargestellt. Die Ballenpresse 1 ist in schematisierter
Seitenansicht gezeigt, es ist ein Gehäuse 2 ersichtlich, welches
einen Schacht 2' aufweist, welcher einen unteren Pressbereich 4
und einen oberen Einfüllbereich 3 besitzt. In diesem Schacht 2'
wird eine Pressplatte 36 geführt, die hier in zwei möglichen
Positionen dargestellt ist. Die Pressplatte 36 wird von einer
Antriebseinheit 31 angetrieben.
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Das Gehäuse 2 wird, wie aus den Fig. 1 bis 5 ersichtlich ist,
aus einem Boden 9 und darauf aufgestellten und aufragenden
Seitenwänden 6 und 7 sowie einer Rückwand 5 gebildet, wobei
die Seitenwände und die Rückwand bevorzugt aus Profilmaterial
hergestellt sind. Die Innenseiten 6a, 5a, 7a und 8a umschreiben
den Schacht 2', in welchem das Abfallmaterial eingefüllt sowie
verdichtet wird und in welchem sich die Pressplatte 36 bewegt.
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Neben den bereits weiter vorn beschriebenen Bauteilen 26, 27,
28, 18, ist in der Fig. 1 noch ein im oberen Bereich der Nuten
5d angeordnetes Führungsrohres 17 schematisiert dargestellt,
die in Verbindung mit den Führungseinheiten 26 sowie den
Führungsteilen 18 jeweils für eine sichere Positionierung und
Arretierung des Abbindemittels im Schacht dienen. Das obere
Ende des hier verwendeten abgelenkten Abbindemittels 16 wird
in dem Führungsrohr 17 fixiert, während das andere Ende des
Abbindemittels um die Frontseite 9c des Bodens 9 herum unter
den Boden 9 in die durch die Verwendung der Distanzstücke 11
erzielten Zwischenspaltes geschoben. Somit sind während des
Pressvorganges, bei welchem der Bediener der Ballenpresse
mehrfach an die Ballenpresse zur Befüllung des Einfüllbereiches
3 herantritt, keine störenden Schlaufen im frontseitigen
Fußbereich der Ballenpresse vorhanden, wie dies vielfach bei
herkömmlichen Ballenpressen der Fall ist. An der Rückseite der
Ballenpresse sind im Bodenbereich eine in Höhe des Bodens 9
angeordneter Köcher 12 vorgesehen, sowie im mittleren Bereich
ein an der Seitenwand 6 oder an der Rückwand 5 befestigter
Bügel 13, welche ein Mittel zur Bevorratung abgelängterr
Abbindemittel bilden. Die Aufbewahrung von Abbindemitteln 16
in einer solchen Bevorratungseinrichtung ist aus der Fig. 4
ersichtlich. Dort ist beispielhaft ein Abbindemittel 16 gezeigt,
welches mit einem Ende in den Köcher 12 hineingesteckt ist und
mit seinem anderen Ende unter Zuhilfenahme des Bügels 13 in
einer annähernd senkrechten Stellung gehalten wird. Der
Bügel 13 ist dabei so angeordnet, dass die bevorrateten
Abbindemittel seitlich nicht über die Grundmaße der
Ballenpresse 1 hinausragen.
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Diese Bevorratungseinrichtung aus den Teilen 12 und 13 ist
ebenso Bestandteil des mehrteiligen variablen Bausatzes.
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Gemäß einer anderen Weiterbildung ist vorgesehen, dass
abgelängte Abbindemittel 16 in einer Vorratsbox 14 bzw. 14'
bevorratet werden. Diese Vorratsboxen 14 und 14' sind dabei im
Inneren so aufgebaut, dass jeweils wenigstens ein
Abbindemittel 16 über einen Auslass 15 herausgezogen werden
kann, zum Einbringen in die im Schacht vorgesehene Führung
für das Abbindemittels.
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Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Ende eines jeden
herausgezogenen Abbindemittels den Anfang des folgenden
Abbindemittels geringfügig durch den Auslass 15 hindurch mit
herauszieht. Andererseits sind die Vorratsboxen 14 und 14' im
Inneren so aufgebaut, dass bei Bewegung der vorzugsweise
trommelartig aufgerollten "endlosen" oder "endlichen",
abgelängten Abbindemittel bei ihrer Bewegung gleichzeitig eine
Bremswirkung erfahren, so dass das Abbindemittel leicht und nur
so weit, wie benötigt, aus dieser Vorratsbox heraustritt. Die
Anordnung der beiden Vorratsboxen 14 und 14' ist hier
beispielhaft. Die Vorratsbox 14 ist oberhalb und im hinteren
Bereich des Gehäuses 2 der Ballenpresse 1 angeordnet, der
Auslass 15 fluchtet mit dem Führungsrohr 17. Bei der Vorratsbox
14' ist deren Auslass 15 an entsprechender günstiger Stelle an
geordnet. Hier wird es einen Durchtritt aus der Nut 5d zur
Außenseite 5b der Rückwand 5 geben. Wie ersichtlich ist, sitzt
die Vorratsbox 14' tiefer als die Vorratsbox 14. Dies bewirkt,
dass das aus dem Bodenbereich vorstehende, während des
Pressens nicht benötigte Ende des Abbindemittels weiter
heraussteht als wenn die Vorratsbox 14 verwendet wird. Dies ist
aber unerheblich, da das freie Ende des Abbindemittels 16 unter
den Boden der Presse geschoben werden kann.
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Wie der Fig. 1 zu entnehmen ist, ist dort genügend Platz
vorhanden.
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Die Vorratsboxen 14 und 14' sind dabei vorzugsweise aus
recycelfähigem Material hergestellt, insbesondere aus dem
Material, welches vordergründig beim Einsatz der Ballenpresse
vor Ort anfällt, so dass die verbrauchten Vorratsboxen 14 und
14' gleich als verwertbarer Abfall in die Ballenpresse mit
hineingeworfen werden kann.
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In der Fig. 2 befindet sich die Pressplatte 36 in ihrer unteren
Position, der Position "Ballen fertig" und hält dort noch den
Ballen zusammen gepresst, da noch keine Umschnürung
angelegt ist. Mittels eines Bandziehhakens 35, der durch
entsprechende Ausnehmungen in der Pressplatte 36 in Richtung
Rückwand 5 geschoben ist, wird mit dessen endseitigem Haken
der entsprechende Bereich des Abbindemittels erfasst und durch
Ziehen nach vorn zur Frontseite der Ballenpresse 1 hin, unter
Bildung einer Schlaufe, die gut in der Fig. 2 zu sehen ist, das
obere Ende des Abbindemittels 16 aus dem Führungsrohr 17
heraus und nach vorn vor den Ballen gezogen.
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In der Fig. 4 ist zu dem noch schematisiert die Fronttür 8 mit
ihrer hier nach außen zeigenden Innenseite 8a gezeigt. In den
Fig. 1, 3, 4 und 5 wurde auf die Darstellung der Tür 8 aus
Gründen der besseren Übersichtlichkeit verzichtet.
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In der Fig. 3 ist nun das Spannen des Abbindemittels sowie das
Verbinden von dessen Enden schematisiert dargestellt.
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Im oberen Bereich der Frontseite des Gehäuses 2 ist ein
Gestell 32 mit zugehöriger Querstange angeordnet. An diesem
32 befindet sich eine positionierbare Halterung 33 mit einem
Seilzug 33', an dem eine Spann- und Verschließeinheit 34
angehangen ist. Die Halterung 33 ist dabei so ausgelegt, dass
die Spann- und Verschließeinheit 34 gewichtsneutral
aufgehangen ist. In Fig. 3 ist diese Spann- und
Verschließeinheit 34 nach unten gezogen, so dass ein
bedienerfreundliches Spannen und Verbinden der Enden des
Abbindemittels 16 erfolgen kann. Als Spann- und
Verschließeinheit 34 wird eine handelsübliche Einheit eingesetzt.
Bevorzugt eine solche Einheit, bei der die freien Enden 16' und
16" in einen entsprechenden, nicht dargestellten, Arbeitsspalt
der Spann- und Verschließeinheit 34 eingeführt werden kann.
Durch Betätigung entsprechender Stellelemente an der Spann-
und Verschließeinheit 34 wird das Abbindemittel 16 äußerst
straff um den Ballen geschnürt. Die Einheit 34 beinhaltet unter
anderem eine regulierbare Kraftbegrenzungseinheit, die nach
Erreichen eines eingestellten Sollwertes das Spannen beendet
und gleichzeitig, mit oder ohne Betätigung von Stellknöpfen, das
zumindest abschnittsweise Verbinden der übereinander
liegenden Bereiche 16' und 16" des Abbindemittels 16 vornimmt.
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Je nach verwendetem Material für das Abbindemittel kann das
Verbinden durch eine Reib-/Schweißverbindung, eine
Prägeverbindung, durch Verdrillen bei Draht oder durch
Verquetschen erfolgen.
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Die Fig. 4a zeigt die Einzelheit X aus der Fig. 2, und zwar in
frontaler Sicht, die Anordnung der Leisten 27 und 28 auf der
Innenseite des Bodens 9, zwischen denen das Abbindemittel 16
einschiebbar ist. Zu sehen ist auch die bevorzugte parallele
Ausrichtung der Leisten 27, 28 zueinander sowie die Ausrichtung
bezüglich der in der Innenseite 5a der Rückwand 5
vorgesehenen vertikalen Nut 5d.
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Eine weitere Besonderheit und Neuheit der Erfindung ist das
Führungsteil 18, welches bevorzugt in den besagten Nuten 5d
wahlweise angeordnet werden kann.
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Bevorzugt ist dieses Führungsteil 18 quaderförmig ausgebildet.
Die gemäß Fig. 6 hier in nur einer, und zwar in der vorderen
Mantelfläche eingearbeitete, Ausnehmung 23 kann auch an den
anderen Mantelflächen des Führungsteiles vorhanden sein.
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In dem gezeigten Beispiel ist die Ausnehmung 23 als
schwalbenschwanzförmige Nut ausgebildet, die von der vorderen
Mantelfläche 20 aus in den Körper eingearbeitet ist und auch die
Grundfläche 21 und die Deckfläche 22 des Führungsteiles 18
durchbricht.
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Diese Ausnehmung 23 ist mit einem rechten Steg 24 und einem
linken Steg 25 versehen. In spezieller Ausgestaltung verlaufen
diese beiden Stege keilförmig zueinander, so dass sie in dem
gezeigten Beispiel im Bereich der Deckfläche 22 zueinander
einen größeren Abstand besitzen als im Bereich der
Grundfläche 21.
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Die Befestigung dieses Führungsteiles z. B. in der vertikalen
Nut 5d erfolgt über eine nicht dargestellte Schraubverbindung.
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In den Fig. 5a und 5b ist in Drauf- bzw. in Frontalansicht ein
in eine vertikale Nut 5d eingesetztes Führungsteil 18 gezeigt.
Die Fig. 5a zeigt die Einzelheit Y aus der Fig. 5, eine
Draufsicht in eine Nut 5d der Rückwand 5. In Richtung der
äußeren Seite 5b ist diese vertikale Nut verschlossen und in
Richtung Innenseite 5a der Rückwand 5, also zum Schacht hin
geöffnet.
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Von dieser Seite aus ist das Führungsteil 18 in die Nut 5d
eingeschoben und befestigt. In der Schwalbenschwanzführung
befindet sich hinter den Stegen 25 und 26 das eingelegte,
geführte Abbindemittel 16.
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In der Fig. 5b ist die Ansicht A aus Fig. 5a gezeigt. Hier ist
besonders die Lage des Abbindemittels, hier eines
Kunststoffbandes, bezüglich der durch die Stege 24 und 25
gebildeten keilförmige Öffnung der Schwalbenschwanzführung
im Führungsteil gezeigt. Je nach dem, von welcher Seite das
Abbindemittel beim Einlegen oder beim Hervorziehen sich für
den Umreifungsvorgang leichter lösen oder fester gehalten
werden soll, kann das Führungsteil eingebaut werden.
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In der gezeigten Darstellung öffnet sich der keilförmige Spalt
nach oben. Die Deckfläche 22 liegt oben, die Grundfläche 21 des
Führungsteiles unten.
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Es ist jedoch auch eine Einbaulage möglich, bei der die
Deckfläche 22 unten und die Grundfläche 21 oben ist, so dass
sich der keilförmige Spalt nach unten öffnet, so dass dem
Bediener bzw. Einrichter der Ballenpresse, bei sich ändernden
Materialzuständen des Abbindematerials oder bei Wechsel zu
einem anderen Abbindemittel, ein vielfaches Einstellen der
Führungselemente für das Abbindemittel ermöglichst wird.
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Die in dem Führungsteil vorgesehene Nut beschränkt sich nicht
nur auf eine schwalbenschwanzförmige Gestaltung, sondern
kann abgestimmt sein auf die Querschnitte von verschiedenen
Abbindemitteln. So ist auch ein schnelles Wechseln von Draht-
auf Bandmaterial möglich bei immer gleicher Qualität der
Bandführung.
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In der Fig. 5c ist noch ein Zustand gezeigt, bei dem das
Abbindemittel 16 durch Zug aus dem Spalt 23 des
Führungsteiles herausgezogen wird. Die äußeren Randbereiche
des Bandes werden leicht nach hinten gebogen, so dass das
Abbindemittel leicht aus dem Spalt herausflutschen kann.
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Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt,
sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.
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Alle neuen in der Beschreibung und/oder den Zeichnungen
offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden als
erfindungswesentlich angesehen.
Bezugsziffernverzeichnis
1 Ballenpresse
2 Gehäuse
2' Schacht
3 Einfüllbereich
4 Pressbereich
5 Rückwand
5a Innenseite
5b Außenseite
5d vertikale Nuten (in Pos. 5)
6 linke Seitenwand
6a Innenseite Ob Außenseite
7 rechte Seitenwand
7a Innenseite
7b Außenseite
8 Fronttür(-türen)
8a Innenseite
9 Boden
9a Innenseite
9b Außenseite
9c Frontseite
10 Aufstellfläche
11 Distanzstücke
12 Köcher
13 Bügel
14, 14' Vorratsbox(-en)
15 Auslass
16 Abbindemittel
16', 16" Endbereich des abgelängten Abbindemittels
17 Führungsrohr
18 Führungsteile (bevorzugt quaderförmig)
18' rechte Mantelfläche
18" linke Mantelfläche
19 hintere Mantelfläche
20 vordere Mantelfläche
21 Grundfläche
22 Deckfläche
23 Ausnehmung (schwalbenschwanzförmige Nut)
24 rechter Steg
25 linker Steg
26 Führungseinheit
27, 28 Leisten
29 Verstellrichtungen
30 Steuereinheit
31 Antriebseinheit
32 Gestell (mit Querstange)
33 positionierbare Halterung
33' Seilzug
34 Spann- und Verschließeinheit
35 Bandziehhaken
36 Pressplatte
B Ballen
H Höhe des Ballens
T Tiefe des Ballens
P1 Position Parken
P2 Position Arbeiten