DE10123117A1 - Reitsattel mit einem Sattelbaum - Google Patents
Reitsattel mit einem SattelbaumInfo
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Abstract
Bei einem Reitsattel mit einem Sattelbaum und einem die Sitzfläche bildenden Bezug sowie beidseitig angeordneten Seitenblättern, weist zur Schonung des Schambeinbereichs des Sattelbenutzers der Sattelbaum (9) bzw. der Sattelbaum (9) und der Bezug (2) im Bereich des Schambeins über eine Teiltiefe oder durchgehend eine Lochung (7) auf, die mindestens oberseitig durch einen Aufkleber (11) oder insgesamt durch einen formschlüssigen Einsatzkörper (8) aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Reitsattel mit einem Sattel
baum und einem die Sitzfläche bildenden Bezug sowie beid
seitig angeordneten Seitenblättern.
Bei den verschiedensten Sattelausführungen, z. B. soge
nannten englisch oder western reitbaren Sätteln ist es
bekannt, daß die jeweils sich am Vorderzwiesel nach rück
wärts anschließenden Partien als unpraktisch und störend
empfunden werden, wobei sie das Schambein der Reitperson
mit den dort befindlichen Blutgefäßen und Nerven, insbe
sondere von weiblichen Sattelbenutzern, z. B. bei langen
Ritten bzw. stoßartigen Einflüssen ungebührlich belasten.
Hierdurch stellen sich vielfach Gesundheitsschäden ein,
weswegen des öfteren Reitsättel abgelehnt werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung Maßnahmen bei Reitsättel zu
schaffen, durch die Belastungen des Schambeins und die
damit verbundenen Unannehmlichkeiten bei Reitvorgängen
entfallen sowie die Gefahr von Gesundheitsschäden ausge
schlossen ist.
Der Erfindung gemäß ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß
der Sattelbaum bzw. der Sattelbaum und der Bezug im Be
reich des Schambeins des Sattelbenutzers über eine Teil
tiefe oder durchgehend eine Lochung aufweist, die Lochung
mindestens oberseitig durch einen Aufkleber oder insge
samt durch einen formschlüssigen Einsatzkörper aus einem
flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließ
bar ist. Auf diese Weise ist in dem sonst als störend em
pfundenen Sattelabschnitt ein weich nachgiebiger Ab
schnitt gebildet, der bei Benutzung des Sattels keine
störenden oder gesundheitsschädigenden Einwirkungen auf
das Schambein des Sattelbenutzers ausübt, wodurch der so
gestaltete Reitsattel beliebig, z. B. zu langen Geloppagen
oder im eingesessenen Sattel zu langen Reitstrecken An
wendung finden kann. Durch Verschließen der Lochung
vermittels des Aufklebers oder des Einsatzkörpers ist
gleichzeitig der geforderte Körperschluß zum Sattel bei
behaltbar. Es hat sich gezeigt, daß die Lochung zu einer
Schwächung des Kopfbereich des Sattels keinen Anlaß gibt.
In Ausbildung des Sattels ist vorgesehen, den Aufkleber
beliebig, z. B. aus einem textilen Werkstoff, Leder, Kunst
stoff oder einem anderweitigen Werkstoff, z. B. einem Fo
lienwerkstoff zu bilden und vermittels Adhäsion oder
Klemmglieder bzw. durch Nähung am Sattelbaum und/oder Be
zug zu fixieren.
Der Einsatzkörper kann bevorzugt als Gummikörper oder als
aufgeschäumter, insbesondere Kunststoffkörper gebildet
und/oder durch Klemmkraft bzw. Adhäsion in der Lochung
fixierbar sein. Auch ist ein aus einem Vlieswerkstoff ge
bildeter Einsatzkörper denkbar, der einfach durch Klebung
in der Lochung festlegbar ist. Schließlich besteht die
Möglichkeit den Einsatzkörper frei austauschbar in der Lo
chung einzusetzen und zu halten.
In weiterer Ausbildung des Sattels kann der Einsatzkörper
neben einer einstückigen Ausgestaltung auch durch Teil
elemente gebildet sein, die pusselartig zusammenfügbar
und lose oder fest miteinander verbunden in der Lochung
einsetzbar sind. Einsatzkörper dieser Art erbringen den
Vorteil, daß Teilabschnitte verschiedener Härtegrade An
wendung finden können um so eine Anpassung der Flexibli
tät des betreffenden Sattelabschnitts zu erreichen. Auch
ist denkbar die Lochung durch schräg nach unten und zu
einander verlaufenden Seitenflächen zu begrenzen und die
Seitenflächen als Stützglieder für einen entsprechend
formschlüssig ausgebildeten Einsatzkörper vorzusehen.
Es entspricht der Erfindung, daß die Lochung zusätzlich
durch eine untere Abdeckung für den Sattelbaum verschlie
bar und diese Adeckung bevorzugt durch einen Aufkleber
od. dgl. gebildet sein kann. Es ist auch möglich, die
sich so ergebende Lochung, insgesamt durch einen Einsatz
körper aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werk
stoff zu verschließen.
Nach bevorzugter Ausgestaltung des Sattels ist vorge
sehen, Lochung und Einsatzkörper mit im wesentlichen
rechteckförmigen Querschnitten auszuführen, wobei ge
gebenenfalls an einem oder beiden Enden Bogenabschnitte
vorgesehen sein können. Es ist gefunden worden, daß die
Lochungen und die zugehörigen Einsatzkörper mit verschie
densten Abmessungen ausführbar und den Sattelgrößen an
paßbar sind. So sind Längenmaße zwischen 10 und 30 cm und
Breitenmaße zwischen 2 und 6 cm möglich. Verständlicher
weise sind auch individuelle Abmessungen möglich.
Schließlich ist noch vorgesehen, die Lochung entweder im
fertig montierten Sattel, etwa durch einen Stanzvorgang
einzubringen, wodurch Paßproblene vermieden werden oder
aber einzelne Sattelelemente vor der Montage des Sattels
mit korrespondierenden Vorlochungen zu versehen, die bei
der Montage des Sattels gemeinsam axial übereinanderlie
gend die Lochung ergeben.
Letztlich wird erwähnt, daß die Anordnung der Lochung mit
Aufklebern und/oder Einsatzkörper an beliebig gestalteten
und den verschiedenen Einsatzzwecken dienenden Sattelaus
führungen, inbesondere den sogenannten englischen, we
stern oder iberischen Reitweisen dienenden Sättel glei
chermaßen Anwendung finden kann.
Die Erfindung ist in den Figuren anhand von Ausführungs
beispielen erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Sattel schematisch in perspektivischer
Darstellung,
Fig. 2 einen Sattel in Seitenansicht, teilweise im
Schnitt,
Fig. 3 einen Sattel der Fig. 2 in Unteransicht,
Fig. 4 einen Teilschnitt eines Sattels, entsprechend
einer Ausführung,
Fig. 5 einen weiteren Teilschnitt eines Sattels
anderer Ausführung,
Fig. 6 eine Lochung mit Einsatzkörper und Aufkleber
in Draufsicht,
Fig. 7 einen Einsatzkörper gemäß einer Ausführungsform,
in Draufsicht,
Fig. 8 einen Sattel für iberische Reitweise, schema
tisch in perspektivischer Darstellung und
Fig. 9 einen Sattel für wester Reitweise in perspek
tivischer Darstellung.
In Fig. 1 ist ein Sattel 1 dargestellt, der einen durch
eine Sitzfläche 2 überdeckten Sattelbaum (nicht gezeigt)
aufweist. Die Sitzfläche 2 ist durch einen Lederbezug ge
bildet. Zu beiden Seiten der Sitzfläche 2 schließen sich
Sattelblätter 3 an. Der vordere Zwiesel ist mit 4 und der
hintere Zwiesel mit 5 bezeichnet, während 6 Auflagekissen
sind. Im Bereich des vorderen Zwiesels 4, im geringem Ab
stand, also im Schambeinbereich, ist in der Sitzfläche 2
eine Lochung 7 ausgebildet, die beim Ausführungsbeispiel
auch den Sattelbaum durchgreift. Die Lochung 7 ist durch
einen Einsatzkörper 8 aus einem flexiblen oder federnd
elastischen Werkstoff formschlüssig verschlossen.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist ein zu englischen
Reitweisen dienender Sattel 1 dargestellt. Der Sattelbaum
9 und der die Sitzfläche 2 bildende Bezug sowie der Bezug
10 der Sattelunterseite sind gemeinsam im Schambeinbe
reich durch eine Lochung 7 durchsetzt, die wiederum durch
einen Einsatzkörper 8 aus einem flexiblen oder federnd
elastischen Werkstoff verschließbar ist. Die Lochung 7
ist mit geringem Abstand zum Vorderzwiesel 4 ausgebildet
und erstreckt sich im Bereich des Schambeins des Sattel
benutzers. Der Sattelbenutzer erhält so für den Bereich
des Schambeins eine weiche Abstützung.
Die Unterseite des Sattels 1 zeigt gemäß Fig. 3, daß sich
die Lochung 7 bis über den unteren Bezug 10 des Sattel
baums 9 erstreckt und durch einen entsprechend geformten
Einsatzkörper 8 verschließbar ist.
Es ist möglich die Lochung 7, wie in Fig. 4 und 6 ge
zeigt, ohne Einsatzkörper zu belassen und lediglich durch
eine Abdeckung 11, z. B. einen Aufkleber zu verschließen,
die beliebig, z. B. mittels Nietung 11' mit dem Bezug 2,
10 oder mit dem Sattelbaum 9 fest verbunden ist. Die Ab
deckung 11 kann auch durch Klebung mit dem Bezug 10 ver
bunden sein.
In Fig. 5 nimmt die Lochung 7 einen Einsatzkörper 8 auf,
der mit einer Teilhöhe 8' bis oberhalb des Sattelbaums 9
geführt ist und eine besonders nachgiebige Polsterung des
Schambeinbereichs des Sattels 1 ergibt. Der Sattelbaum 9
und der Teil 8' des Einsatzkörpers 8 ist durch einen üb
lichen Lederbezug 2, der auch die Sitzfläche bilden kann
oder eine anderweitige Abdeckung übergriffen.
Die Fig. 8 und 9 zeigen Ausführungsbeispiele von Sätteln
mit Lochungen 7 und in diesen angeordneten Einsatzkörpern
8, wobei Fig. 8 einen Sattel gemäß der iberischen Reit
weise darstellt, während die Fig. 9 einen der western
Reitweise entsprechenden Sattel bezeichnet.
Die Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Einsatz
körpers 8, der an einem Ende durch einen Bogenabschnitt
8" begrenzt ist.
Während bei den Ausführungsbeispielen die Lochungen 7
durch einen einzigen Stanzvorgang im fertig montierten
Sattel geschaffen sind, besteht die Möglichkeit einzelne
Sattelelemente mit Vorlochungen zu versehen, die gemein
sam bei der Montage des Sattels eine Lochung 7 ergeben.
Claims (15)
1. Reitsattel mit einem Sattelbaum und einem die Sitzflä
che bildenden Bezug sowie beidseitig angeordneten Seiten
blättern, dadurch gekennzeichnet, daß der Sattelbaum (9)
bzw. der Sattelbaum (9) und der Bezug (2) im Bereich des
Schambeins des Sattelbenutzers über eine Teiltiefe oder
durchgehend eine Lochung (7) aufweist, die mindestens
oberseitig durch einen Aufkleber (11) oder insgesamt
durch einen formschlüssigen Einsatzkörper (8) aus einem
flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließ
bar ist.
2. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufkleber (11) aus einem textilen Werkstoff, Le
der, Kunststoff oder einem anderweitig geeigneten Werk
stoff, z. B. Folienwerkstoff gebildet ist und vermittels
Adhäsion, Klemmglieder oder durch Nähung am Sattelbaum
(9) und/oder Bezug (2) fixierbar ist.
3. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Einsatzkörper (8) als aufgeschäumter Kunst
stoffkörper ausgebildet und/oder durch Klemmkraft bzw.
Adhäsion in der Lochung fixierbar ist.
4. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Einsatzkörper (8) durch einen Vlieswerkstoff ge
bildet und durch Adhäsion in der Lochung (7) fixierbar
ist.
5. Reitsattel nach Anspruch 1, 3 und 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Einsatzkörper (8) frei austauschbar in
der Lochung (7) einsetz- und haltbar ist.
6. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine gemeinsame Lochung (7), die den Bezug (2), den
Sattelbaum (9) und gegebenenfalls einen unteren Bezug
(10) für den Sattelbaum (9) durchsetzt und daß die Lo
chung durch flexible Aufkleber und/oder einen formschlüs
sigen Einsatzkörper aus einem flexiblen oder federnd ela
stischen Werkstoff verschließbar ist.
7. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lochung (7) durch schräg nach unten und zueinan
der verlaufende Seitenflächen begrenzt ist und daß die
Seitenflächen als Stützglieder für einen einschiebbaren
formschlüssig gestalteten Einsatzkörper (8) mit entspre
chend ausgebildeten Umfangsflächen dienen.
8. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sich Lochung (7) und Einsatzkörper (8) im wesentli
chen in Längsrichtung des Sattels (1) erstrecken und be
vorzugt einen rechteckförmigen Querschnitt aufweisen.
9. Reitsattel nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Lochung (7) und der Einsatzkörper (8)
über eine erste Teillänge mit rechteckförmigem Quer
schnitt ausgebildet und über mindestens eine zweite
Teillänge durch je einen Bogenabschnitt (8") begrenzt
ist.
10. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß Lochung (7) und
Einsatzkörper (8) in Längsrichtung etwa eine Länge zwi
schen 10 und 30 cm und in Querrichtung eine Breite zwi
schen 2 und 6 cm aufweisen.
11. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Einsatzkörper (8) durch Teilelemente gebildet
ist, die pusselartig zusammenfügbar und lose oder fest
miteinander verbunden in der Lochung (7) einsetzbar sind.
12. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, der Einsatzkörper
(8) nach oben mit einer Teilhöhe den Sattelbaum (9) über
ragend ausgebildet ist.
13. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lochung (7) im fertig montierten Sattel (1) durch
einen die Bezüge (2, 10) und den Sattelbaum (9) durch
greifenden Schneid- oder Stanzvorgang einbringbar ist.
14. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Sattelelemente, z. B. Bezüge (2, 10) und
Sattelbaum (9) vor Montage des Sattels (1) getrennt mit
axial übereinander korrespondierenden Vorlochungen ver
sehbar sind und daß die Vorlochungen bei der Sattelmonta
ge gemeinsam miteinander die Lochung (7) für die Aufnahme
des Einsatzkörpers (8) bilden.
15. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung
(7) und der Einsatzkörper (8) bzw. Aufkleber (11) bei be
liebig gestalteten und verschiedenen Einsatzzwecken die
nenden Sattelausführungen, z. B. Sättel zu sogenannten
englischen, western oder iberischen Reitweisen ausgebil
det sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001123117 DE10123117A1 (de) | 2001-05-02 | 2001-05-02 | Reitsattel mit einem Sattelbaum |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|
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ID=7684535
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10123117A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| ITVI20130163A1 (it) * | 2013-06-26 | 2014-12-27 | Equiline S R L | Struttura di telaio ergonomico per sella equestre e sella equestre comprendente tale struttura |
| IT201900020769A1 (it) | 2019-11-11 | 2021-05-11 | Equiline S R L | Telaio per sella da equitazione e sella da equitazione provvista dello stesso |
-
2001
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