DE20107504U1 - Reitsattel mit einem Sattelbaum - Google Patents
Reitsattel mit einem SattelbaumInfo
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- B68—SADDLERY; UPHOLSTERY
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- B68C1/00—Saddling equipment for riding- or pack-animals
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Description
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Reitsattel mit einem Sattelbaum
Die Neuerung betrifft einen Reitsattel mit einem Sattelbaum und einem die Sitzfläche bildenden Bezug sowie beidseitig angeordneten Seitenblättern.
Bei den verschiedensten Sattelausführungen, z.B. sogenannten englisch oder western reitbaren Sätteln ist es bekannt, daß die jeweils sich am Vorderzwiesel nach rückwärts anschließenden Partien als unpraktisch und störend empfunden werden, wobei sie das Schambein der Reitperson mit den dort befindlichen Blutgefäßen und Nerven, insbesondere von weiblichen Sattelbenutzern, z.B. bei langen Ritten bzw. stoßartigen Einflüssen ungebührlich belasten. Hierdurch stellen sich vielfach Gesundheitsschäden ein, weswegen des öfteren Reitsättel abgelehnt werden.
Es ist Aufgabe der Neuerung Maßnahmen bei Reitsättel zu schaffen, durch die Belastungen des Schambeins und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten bei Reitvorgängen entfallen sowie die Gefahr von Gesundheitsschäden ausgeschlossen ist.
Der Neuerung gemäß ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Sattelbaum bzw. der Sattelbaum und der Bezug im Bereich des Schambeins des Sattelbenutzers über eine Teiltiefe oder durchgehend eine Lochung aufweist, die Lochung mindestens oberseitig durch einen Aufkleber oder insgesamt durch einen formschlüssigen Einsatzkörper aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließbar ist. Auf diese Weise ist in dem sonst als störend empfundenen Sattelabschnitt ein weich nachgiebiger Abschnitt gebildet, der bei Benutzung des Sattels keine störenden oder gesundheitsschädigenden Einwirkungen auf
fr
das Schambein des Sattelbenutzers ausübt, wodurch der so gestaltete Reitsattel beliebig, z.B. zu langen Geloppagen oder im eingesessenen Sattel zu langen Reitstrecken Anwendung finden kann. Durch Verschließen der Lochung vermittels des Aufklebers oder des Einsatzkörpers ist gleichzeitig der geforderte Körperschluß zum Sattel beibehaltbar. Es hat sich gezeigt, daß die Lochung zu einer Schwächung des Kopfbereich des Sattels keinen Anlaß gibt.
In Ausbildung des Sattels ist vorgesehen, den Aufkleber beliebig,&zgr;.B. aus einem textlien Werkstoff, Leder, Kunststoff oder einem anderweitigen Werkstoff, z.B einem Folienwerkstoff zu bilden und vermittels Adhäsion oder Klemmglieder bzw. durch Nähung am Sattelbaum und/oder Bezug zu fixieren.
Der Einsatzkörper kann bevorzugt als Gummikörper oder als aufgeschäumter, insbesondere Kunststoffkörper gebildet und/oder durch Klemmkraft bzw. Adhäsion in der Lochung fixierbar sein. Auch ist ein aus einem Vlieswerkstoff gebildeter Einsatzkörper denkbar, der einfach durch Klebung in der Lochung festlegbar ist. Schließlich besteht die Möglichkeit den Einstzkörper frei austauschbar in der Lochung einzusetzen und zu halten.
In weiterer Ausbildung des Sattels kann der Einsatzkörper neben einer einstückigen Ausgestaltung auch durch Teilelemente gebildet sein, die pusselartig zusammenfügbar und lose oder fest miteinander verbunden in der Lochung einsetzbar sind. Einsatzkörper dieser Art erbringen den Vorteil, daß Teilabschnitte verschiedener Härtegrade Anwendung finden können um so eine Anpassung der Flexiblität des betreffenden Sattelabschnitts zu erreichen. Auch ist denkbar die Lochung durch schräg nach unten und zueinander verlaufenden Seitenflächen zu begrenzen und die
Seitenflächen als Stützglieder für einen entsprechend formschlüssig ausgebildeten Einsatzkörper vorzusehen.
Es entspricht der Neuerung, daß die Lochung zusätzlich durch eine untere Abdeckung für den Sattelbaum verschliebar und diese Adeckung bevorzugt durch einen Aufkleber od. dgl. gebildet sein kann. Es ist auch möglich, die sich so ergebende Lochung, insgesamt durch einen Einsatzkörper aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff zu verschließen.
Nach bevorzugter Ausgestaltung des Sattels ist vorgesehen, Lochung und Einsatzkörper mit im wesentlichen rechteckförmigen Querschnitten auszuführen, wobei gegebenenfalls an einem oder beiden Enden Bogenabschnitte vorgesehen sein können. Es ist gefunden worden, daß die Lochungen und die zugehörigen Einsatzkörper mit verschiedensten Abmessungen ausführbar und den Sattelgrößen anpaßbar sind. So sind Längenmaße zwischen 10 und 30 cm und Breitenmaße zwischen 2 und 6 cm möglich. Verständlicherweise sind auch individuelle Abmessungen möglich.
Schließlich ist noch vorgesehen, die Lochung entweder im fertig montierten Sattel, etwa durch einen Stanzvorgang einzubringen, wodurch Paßprobiene vermieden werden oder aber einzelne Sattelelemente vor der Montage des Sattels mit korrespondierenden Vorlochungen zu versehen, die bei der Montage des Sattels gemeinsam axial übereinanderliegend die Lochung ergeben.
Letztlich wird erwähnt, daß die Anordnung der Lochung mit Aufklebern und/oder Einsatzkörper an beliebig gestalteten und den verschiedenen Einsatzzwecken dienenden Sattelausführungen, inbesondere den sogenannten englischen, we-
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stern oder iberischen Reitweisen dienenden Sättel gleichermaßen Anwendung finden kann.
Die Neuerung ist in den Figuren anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen
einen Sattel schematisch in perspektivischer Darstellung,
einen Sattel in Seitenansicht, teilweise im Schnitt,
einen Sattel der Fig. 2 in Unteransicht, einen Teilschnitt eines Sattels, entsprechend einer Ausführung,
einen weiteren Teilschnitt eines Sattels anderer Ausführung,
eine Lochung mit Einsatzkörper und Aufkleber in Draufsicht,
einen Einsatzkörper gemäß einer Ausführungsform, in Draufsicht,
einen Sattel für iberische Reitweise, schematisch in perspektivischer Darstellung und einen Sattel für wester Reitweise in perspektivischer Darstellung.
In Fig. 1 ist ein Sattel 1 dargestellt, der einen durch eine Sitzfläche 2 überdeckten Sattelbaum (nicht gezeigt) aufweist. Die Sitzfläche 2 ist durch einen Lederbezug gebildet. Zu beiden Seiten der Sitzfläche 2 schließen sich Sattelblätter 3 an. Der vordere Zwiesel ist mit 4 und der hintere Zwiesel mit 5 bezeichnet, während 6 Auflagekissen sind. Im Bereich des vorderen Zwiesels 4, im geringem Abstand, also im Schambeinbereich, ist in der Sitzfläche 2 eine Lochung 7 ausgebildet, die beim Ausführungsbeispiel auch den Sattelbaum durchgreift. Die Lochung 7 ist durch
| Fig. | 1 |
| Fig. | 2 |
| Fig. | 3 |
| Fig. | 4 |
| Fig. | 5 |
| Fig. | 6 |
| Fig. | 7 |
| Fig. | 8 |
| Fig. | 9 |
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einen Einsatzkörper 8 aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff formschlüssig verschlossen.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist ein zu englischen Reitweisen dienender Sattel 1 dargestellt. Der Sattelbaum
9 und der die Sitzfläche 2 bildende Bezug sowie der Bezug
10 der Sattelunterseite sind gemeinsam im Schambeinbereich durch eine Lochung 7 durchsetzt, die wiederum durch einen Einsatzkörper 8 aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließbar ist. Die Lochung 7 ist mit geringem Abstand zum Vorderzwiesel 4 ausgebildet und erstreckt sich im Bereich des Schambeins des Sattelbenutzers. Der Sattelbenutzer erhält so für den Bereich des Schambeins eine weiche Abstützung.
Die Unterseite des Sattels 1 zeigt gemäß Fig. 3, daß sich die Lochung 7 bis über den unteren Bezug 10 des Sattelbaums 9 erstreckt und durch einen entsprechend geformten Einsatzkörper 8 verschließbar ist.
Es ist möglich die Lochung 7, wie in Fig. 4 und 6 gezeigt, ohne Einsatzkörper zu belassen und lediglich durch eine Abdeckung 11, z.B. einen Aufkleber zu verschließen, die beliebig, z.B. mittels Nietung 11' mit dem Bezug 2, 10 oder mit dem Sattelbaum 9 fest verbunden ist. Die Abdeckung 11 kann auch durch Klebung mit dem Bezug 10 verbunden sein.
In Fig. 5 nimmt die Lochung 7 einen Einsatzkörper 8 auf, der mit einer Teilhöhe 8' bis oberhalb des Sattelbaums 9 geführt ist und eine besonders nachgiebige Polsterung des Schambeinbereichs des Sattels 1 ergibt. Der Sattelbaum 9 und der Teil 8' des Einsatzkörpers 8 ist durch einen üblichen Lederbezug 2, der auch die Sitzfläche bilden kann oder eine anderweitige Abdeckung übergriffen.
Die Fig. 8 und 9 zeigen Ausführungsbeispiele von Sätteln mit Lochungen 7 und in diesen angeordneten Einsatzkörpern 81 wobei Fig. 8 einen Sattel gemäß der iberischen Reitweise darstellt, während die Fig. 9 einen der western Reitweise entsprechenden Sattel bezeichnet.
Die Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Einsatzkörpers 8, der an einem Ende durch einen Bogenabschnitt 8'' begrenzt ist.
Während bei den Ausführungsbeispielen die Lochungen 7 durch einen einzigen Stanzvorgang im fertig montierten Sattel geschaffen sind, besteht die Möglichkeit einzelne Sattelelemente mit Vorlochungen zu versehen, die gemeinsam bei der Montage des Sattels eine Lochung 7 ergeben.
Claims (15)
1. Reitsattel mit einem Sattelbaum und einem die Sitzfläche bildenden Bezug sowie beidseitig angeordneten Seitenblättern, dadurch gekennzeichnet, daß der Sattelbaum (9) bzw. der Sattelbaum (9) und der Bezug (2) im Bereich des Schambeins des Sattelbenutzers über eine Teiltiefe oder durchgehend eine Lochung (7) aufweist, die mindestens oberseitig durch einen Aufkleber (11) oder insgesamt durch einen formschlüssigen Einsatzkörper (8) aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließbar ist.
2. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufkleber (11) aus einem textilen Werkstoff, Leder, Kunststoff oder einem anderweitig geeigneten Werkstoff, z. B. Folienwerkstoff gebildet ist und vermittels Adhäsion, Klemmglieder oder durch Nähung am Sattelbaum (9) und/oder Bezug (2) fixierbar ist.
3. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatzkörper (8) als aufgeschäumter Kunststoffkörper ausgebildet und/oder durch Klemmkraft bzw. Adhäsion in der Lochung fixierbar ist.
4. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatzkörper (8) durch einen Vlieswerkstoff gebildet und durch Adhäsion in der Lochung (7) fixierbar ist.
5. Reitsattel nach Anspruch 1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatzkörper (8) frei austauschbar in der Lochung (7) einsetz- und haltbar ist.
6. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine gemeinsame Lochung (7), die den Bezug (2), den Sattelbaum (9) und gegebenenfalls einen unteren Bezug (10) für den Sattelbaum (9) durchsetzt und daß die Lochung durch flexible Aufkleber und/oder einen formschlüssigen Einsatzkörper aus einem flexiblen oder federnd elastischen Werkstoff verschließbar ist.
7. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (7) durch schräg nach unten und zueinander verlaufende Seitenflächen begrenzt ist und daß die Seitenflächen als Stützglieder für einen einschiebbaren formschlüssig gestalteten Einsatzkörper (8) mit entsprechend ausgebildeten Umfangsflächen dienen.
8. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich Lochung (7) und Einsatzkörper (8) im wesentlichen in Längsrichtung des Sattels (1) erstrecken und bevorzugt einen rechteckförmigen Querschnitt aufweisen.
9. Reitsattel nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (7) und der Einsatzkörper (8) über eine erste Teillänge mit rechteckförmigem Querschnitt ausgebildet und über mindestens eine zweite Teillänge durch je einen Bogenabschnitt (8") begrenzt ist.
10. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß Lochung (7) und Einsatzkörper (8) in Längsrichtung etwa eine Länge zwischen 10 und 30 cm und in Querrichtung eine Breite zwischen 2 und 6 cm aufweisen.
11. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatzkörper (8) durch Teilelemente gebildet ist, die pusselartig zusammenfügbar und lose oder fest miteinander verbunden in der Lochung (7) einsetzbar sind.
12. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, der Einsatzkörper (8) nach oben mit einer Teilhöhe den Sattelbaum (9) überragend ausgebildet ist.
13. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (7) im fertig montierten Sattel (1) durch einen die Bezüge (2, 10) und den Sattelbaum (9) durchgreifenden Schneid- oder Stanzvorgang einbringbar ist.
14. Reitsattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Sattelelemente, z. B. Bezüge (2, 10) und Sattelbaum (9) vor Montage des Sattels (1) getrennt mit axial übereinander korrespondierenden Vorlochungen versehbar sind und daß die Vorlochungen bei der Sattelmontage gemeinsam miteinander die Lochung (7) für die Aufnahme des Einsatzkörpers (8) bilden.
15. Reitsattel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (7) und der Einsatzkörper (8) bzw. Aufkleber (11) bei beliebig gestalteten und verschiedenen Einsatzzwecken dienenden Sattelausführungen, z. B. Sättel zu sogenannten englischen, western oder iberischen Reitweisen ausgebildet sind.
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Cited By (3)
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| EP2159188A1 (de) * | 2008-08-29 | 2010-03-03 | GEORG KIEFFER Sattlerwarenfabrik GmbH | Sattelbaum mit flexibler Zunge |
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2001
- 2001-05-02 DE DE20107504U patent/DE20107504U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP2159188A1 (de) * | 2008-08-29 | 2010-03-03 | GEORG KIEFFER Sattlerwarenfabrik GmbH | Sattelbaum mit flexibler Zunge |
| EP2159189A1 (de) * | 2008-08-29 | 2010-03-03 | GEORG KIEFFER Sattlerwarenfabrik GmbH | Sitzauflage für Reitsattel |
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