DE10116716A1 - Scharniereinrichtung für eine anhebbare Fronthaube an einem Fahrzeug - Google Patents
Scharniereinrichtung für eine anhebbare Fronthaube an einem FahrzeugInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Scharniereinrichtung für eine Fronthaube an einem Fahrzeug, mit einem Scharnierträger und zwischen diesem und der Fronthaube gelenkig angeordneten Scharniergliedern zum Anheben der Fronthaube im Anschlagbereich, einem Energiespeicher und einer mit diesem zusammenwirkenden Verriegelungseinrichtung. Sie löst die Aufgabe, eine derartige Scharniereinrichtung so zu gestalten, daß diese mit einem reduzierten Bauteilaufwand eine Anhebung der Fronthaube aus deren Schließposition in eine Aufprallposition bewirkt. Dazu ist der Scharnierträger (6) fahrzeugfest angeordnet oder ausgebildet und eines der Scharnierglieder ist der Energiespeicher (4) mit einem Stellglied (5).
Description
Die Erfindung betrifft eine Scharniereinrichtung für eine anhebbare Fronthaube an einem
Fahrzeug, mit der die Fronthaube bei einer Kollision mit einem Fußgänger oder einem
anderen Aufprallbeteiligten im Bereich vor der Windschutzscheibe aus deren
Schließposition in eine angehobene Position verbringbar ist.
Durch eine Fronthaube, die bei einer Kollision im Bereich vor der Windschutzscheibe
gegenüber ihrer Schließposition in eine angehobene Position verbracht ist, wird das
Verletzungsrisiko bei einem Aufprallbeteiligten verringert, da der Abstand der Fronthaube
zur steifen Unterstruktur des Fahrzeugs, insbesondere zum Motor, vergrößert ist und ein
größerer Deformationsweg zur Absorption der Aufprallenergie durch die Fronthaube zur
Verfügung steht.
Die DE 197 12 961 offenbart eine Anordnung einer derartigen anhebbaren Fronthaube
an einem Fahrzeug, bei der die Fronthaube windschutzscheibenseitig angeschlagen und
über eine Scharniereinrichtung im Falle einer Kollision anhebbar ist, wobei die
Scharniereinrichtung einen Scharnierträger aufweist, der über ein Gelenk schwenkbar an
der Karosserie des Fahrzeugs angeordnet ist. Dieser Scharnierträger wirkt mit einer
energiespeichernden und im Falle einer Kollision energiefreisetzenden Einrichtung
zusammen, durch die eine Verschwenkung bzw. Verschiebung des Scharnierträgers
bewirkt wird.
Auch die DE-Patentanmeldung, Aktenzeichen 100 14 832.8, hat eine anhebbare
Fronthaube mit einer Scharniereinrichtung für das Öffnen und windschutzscheibenseitige
Anheben zum Gegenstand, wobei diese eine energiespeichernde und -freisetzende
Einrichtung, eine Verriegelungseinrichtung sowie ein mit der Fronthaube verbundenes
und ein mit der Fahrzeugkarosserie verbundenes Scharnierteil aufweist. Dabei ist der
Energiespeicher zwischen den beiden Scharnierteilen wirkverbunden angeordnet und
durch die Verriegelungseinrichtung am fahrzeugseitigen Scharnierteil lösbar verriegelt.
Bei einer durch eine Kollision ausgelösten Entriegelung wird das fronthaubenseitige
Scharnierteil energiebeaufschlagt und vom fahrzeugseitigen Scharnierteil weggedrückt,
wodurch die mit diesem verbundene Fronthaube angehoben wird.
Des weiteren ist in der DE-Patentanmeldung, Aktenzeichen 100 43 931.4, eine
Scharniereinrichtung für eine windschutzscheibenseitig angeschlagene Fronthaube mit
einer Anhebefunktion für diese für den Fall einer Kollision beschrieben. Diese
Scharniereinrichtung weist eine Koppelgliederanordnung zum Schwenken der
Fronthaube in eine Offenstellung und eine weitere Koppelgliederanordnung zum
Verbringen der Fronthaube von der Schließposition in eine angehobene (Puffer-)Position
sowie eine energiespeichernde und -freigebende Torsionsfeder auf. Dabei sind in einer
bevorzugten Ausführungsform die Glieder der ersten Koppelgliederanordnung an einem
Basisglied angelenkt, das verschieb- und drehbar an einem fahrzeugfesten
Grundelement angeordnet und zugleich Bestandteil der zweiten Koppelgliederanordnung
ist. Das Basisglied ist durch die Torsionsfeder beaufschlagt und mit einer
Verriegelungseinrichtung gekoppelt, die dasselbe im Falle einer Kollision freigibt, wobei
das entriegelte Basisglied durch die Torsionsfeder auf die Fronthaube zu geschwenkt
wird und dabei diese über die Koppelglieder der ersten Koppelgliederanordnung aus der
Schließposition in die (Puffer-)Position hebt.
Bei den vorstehend beschriebenen Scharniereinrichtungen ist der Energiespeicher
zusätzlich zu den Scharniergliedern der Scharniereinrichtung angeordnet.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Scharniereinrichtung für eine anhebbare Fronthaube
an einem Fahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 so zu gestalten, daß diese
mit einem reduzierten Bauteilaufwand eine Anhebung der Fronthaube aus deren
Schließposition in eine Aufprallposition bewirkt.
Diese Aufgabe wird bei einer Scharniereinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in
den nachfolgenden Unteransprüchen aufgeführt.
Die Erfindung besteht darin, daß bei einer Scharniereinrichtung für eine
fußgängerfreundliche, bei einer Kollision zur Vergrößerung des Deformationsweges um
einige Zentimeter anhebbare Fronthaube an einem Fahrzeug, die einen Scharnierträger
und zwischen diesem und der Fronthaube bzw. einer fest an dieser angeordneten
Halterungseinrichtung gelenkig angeordnete Scharnierglieder zum Anheben der
Fronthaube im Scharnier- bzw. Anschlagbereich, einen Energiespeicher und eine mit
diesem zusammenwirkende Verriegelungseinrichtung aufweist, der Scharnierträger
fahrzeugfest angeordnet oder ausgebildet ist und der Energiespeicher mit einem
Stellglied eines der Scharnierglieder ist. Die Fronthaube ist dabei in
Fahrzeuglängsrichtung im Anschlagbereich beidseitig mit einer derartigen
Scharniereinrichtung versehen. Durch die Integration des Energiespeichers in die
Scharniergliederanordnung wird die Anzahl der übrigen Scharnierglieder reduziert.
Bei einer Kollision mit einem Aufprallbeteiligten, insbesondere Fußgänger, wird diese
durch eine am Frontend des Fahrzeugs angeordnete Sensoreinrichtung an die
Verriegelungs- bzw. Auslöseeinrichtung für den Energiespeicher signalisiert, und der
Energiespeicher setzt Energie frei, so daß das oder die Scharnierglied(er) betätigt wird/-
werden und die Fronthaube in ihrer Schließposition um einige Zentimeter in eine
Aufprallposition angehoben wird. Dabei verläuft die Schwenkachse derselben in
Fahrzeugquerrichtung durch das am Frontend angeordnete Fronthaubenschloß, das
beim Anheben verriegelt bleibt und eine ausreichende Schwenkbewegung zuläßt. Die
Ausgestaltung des Energiespeichers als Scharnierglied geht mit einer Vereinfachung der
Konstruktion der Scharniereinrichtung mit nur wenigen Bauteilen und mit einer
Verringerung der Masse des Anhebemechanismus einher, was sowohl für ein
sogenanntes Eingelenkscharnier als auch für ein sogenanntes Viergelenkscharnier gilt.
Bei ersterem ist die Fronthaube nur an einer Scharnierachse angelenkt und bei einer
Schwenkung in eine Offenstellung um diese drehbar, und bei letzterer an zwei
Scharnierachsen, von denen wenigstens eine bei einer Schwenkung in eine
Offenstellung ihre Position gegenüber dem Scharnierträger verändert.
Vorteilhaft kann als Energiespeicher eine Kolben-Zylinder-Einheit eingesetzt werden,
deren Kolbenstange das Stellglied für die Scharniereinrichtung darstellt und die bei in
ihrer Schließposition befindlichen Fronthaube in einer Verriegelungsstellung am Zylinder
gehaltert ist, so daß diese nach einem Anheben der Fronthaube bei Ausbleiben einer
Deformation wieder verriegelbar ist. Damit ist die Scharniereinrichtung reversibel. Bei
einem Aufprall wird die Aufprallenergie vom Zylinder und dem in diesem angeordneten
und komprimierbarem Medium und durch die Deformation der Fronthaube
aufgenommen. Im Zylinder wird eine Rückstellkraft entwickelt, die der
Bewegungsrichtung entgegenwirkt und erheblich kleiner als die zum Anheben der
Fronthaube erforderliche Aufstellkraft ist. Die Steuerung der Schamiereinrichtung erfolgt
jedoch grundsätzlich so, daß diese bei Bagatellunflällen nicht aktiviert wird. Als
Energiespeicher kann auch eine pyrotechnische Einrichtung eingesetzt werden.
Die Scharniereinrichtung kann bei einem Eingelenkscharnier so ausgeführt sein, daß die
Scharnierglieder aus einem Scharnierhebel, einem Stützhebel und dem Energiespeicher
gebildet sind, wobei der Energiespeicher und der Stützhebel am Scharnierträger
abgestützt und am Scharnierhebel angelenkt sind und dieser die Fronthaube haltert,
wobei als Scharnierhebel ein Hebel anzusehen ist, der an der Fronthaube angreift, und
als Stützhebel ein Hebel, der am Scharnierhebel angreift. In einer besonders einfachen
Ausführung bestehen die Scharnierglieder lediglich aus einem Scharnierhebel und einem
an der Fronthaube angeordneten Energiespeicher. Weitere Ausgestaltungen mit den
genannten Scharniergliedern sind in den Ausführungsbeispielen beschrieben.
Die Scharniereinrichtung kann jedoch auch aus dem Energiespeicher und einer Gasfeder
gebildet sein, die als Scharnierglieder am Scharnierträger abgestützt sind, wobei die
Gasfeder auf der der Windschutzscheibe abgewandten Seite des Energiespeichers an
der Fronthaube angeordnet ist. Bei einer Aktivierung des Systems, signalisiert durch die
Sensoreinrichtung, wird der Energiespeicher entriegelt, und die Fronthaube wird durch
die jeweils im Zylinder gespeicherte und durch die Entriegelung freigesetzte Energie
angehoben. Die Rückstellkraft wird im wesentlichen durch die Gasfeder gesteuert.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. In den
zugehörigen Zeichnungen zeigen schematisch und jeweils ohne
Verriegelungsmechanismus:
Fig. 1a/b bis 3 a/b Scharniereinrichtungen mit einem Energiespeicher, einem
Scharnierhebel und einem Stützhebel,
Fig. 4a/b eine Scharniereinrichtung, gebildet aus einem Energiespeicher und einem
Scharnierhebel,
Fig. 5a bis c eine weitere Scharniereinrichtung, gebildet aus einem Energiespeicher,
einem Scharnierhebel und einem Stützhebel,
Fig. 6a bis 4 eine Scharniereinrichtung mit einem Energiespeicher und einer
Langlochführung für die Motorhaube,
Fig. 7a/b eine Viergelenk-Scharniereinrichtung mit einem Energiespeicher, einem
Stützhebel und einem Scharnierhebel,
Fig. 8a/b eine Viergelenk-Scharniereinrichtung mit einem Energiespeicher, zwei
Scharnierhebeln und einem Stützhebel und
Fig. 9a/b bis 11a/b Viergelenk-Scharniereinrichtungen mit einem Energiespeicher
und einer Gasfeder.
In den Fig. 1a und 1b ist eine Scharniereinrichtung für eine an einem
Befestigungsflansch 1 angeordnete, an einem Fronthaubenschloß am Frontend fixierte,
jedoch nicht dargestellte Fronthaube gezeigt. Die Scharniereinrichtung weist einen
Scharnierhebel 2, einen Stützhebel 3 und eine als Energiespeicher dienende
geschlossene pneumatische Kolben-Zylinder-Einheit 4 mit einer Kolbenstange 5 als
Scharnierglieder auf, die mit einem am Fahrzeugaufbau fest angeordneten
Scharnierträger 6 verbunden sind. Die Kolben-Zylinder-Einheit 4 und der Stützhebel 3
sind dabei am Scharnierträger 6 gelenkig abgestützt und am Scharnierhebel 2 angelenkt.
Diese Scharniereinrichtung zeichnet sich durch eine einfache Konstruktion aus.
Fig. 1a zeigt die Scharniereinrichtung in der Schließstellung der Fronthaube und damit
des Befestigungsflansches 1. In dieser Stellung ist die Fronthaube um den Anlenkpunkt
S bzw. die durch diesen in Fahrzeugquerrichtung verlaufende Achse (S) in eine
(normale) Offenstellung schwenkbar, wobei die Kolben-Zylinder-Einheit 4 verriegelt ist.
bei einer Aktivierung des Systems durch einen Aufprall wird auf den Scharnierhebel 2
eine Aufstellkraft ausgeübt und die geschlossene Motorhaube im Scharnierbereich bzw.
Anschlagbereich der Fronthaube angehoben.
Fig. 1b zeigt die Fronthaube in der angehobenen Stellung, verursacht durch eine
sensorgesteuerte Entriegelung der Kolben-Zylinder-Einheit 4 bei einem Aufprall. Die
durch die Entriegelung freigegebene Kolbenstange 5 hat, durch die im Zylinder auf den
mit dieser verbundenen Kolben wirkende und sich entspannende Druckluft bewegt, den
Anlenkpunkt A an dem mit dem Befestigungsflansch 1 gelenkig verbundenen
Scharnierhebel 2 in Richtung des Stützhebels 3 geschoben, wodurch der Scharnierhebel
2 mit vorbestimmter Bewegungsbahn aufgestellt worden ist und den Befestigungsflansch
1 und die Fronthaube angehoben hat.
In den Fig. 2a und 2b ist eine Scharniereinrichtung in der Schließstellung der Fronthaube
(2a) und in einer aufprallbedingten angehobenen Stellung (2b) dargestellt, bei der im
Unterschied zur vorstehend beschriebenen Ausführung der Stützhebel 3 an dem dem
Befestigungsflansch 1 abgewandten Ende des Scharnierhebels 2 angreift und die
Kolbenstange 5 der am Scharnierträger 6 gelenkig angeordneten Kolben-Zylinder-Einheit
4 zwischen den beiden Enden des Scharnierhebels 2 angelenkt ist. Dabei haben die
Kolben-Zylinder-Einheit 4 und der Stützhebel 3 den gleichen gemeinsamen Anlenkpunkt
B am Scharnierträger 6.
Die in den Fig. 3a und 3b dargestellte Scharniereinrichtung stellt eine Modifikation der in
den Fig. 2a und 2b gezeigten Scharniereinrichtung dar, bei der im Unterschied zu dieser
die Kolbenstange 5 und der Scharnierhebel 2 den gemeinsamen Anlenkpunkt A am
Befestigungsflansch 1 haben, durch den auch die Schwenkachse (S) der Fronthaube
verläuft.
Fig. 4a und 4b zeigen eine Scharniereinrichtung aus lediglich einem am Scharnierträger
6 abgestützten Scharnierhebel 7 und der Kolben-Zylinder-Einheit 4. Diese ist an einem
Befestigungsflansch 8 für die Fronthaube gehaltert. Der Schamierhebel 7, der mit einer
in einem spitzen Winkel zu diesem ausgebildeten Anlagefläche 9 für den
Befestigungsflansch 8 versehen ist, ist mit der Kolbenstange 5 am Anlenkpunkt A
verbunden, wobei dieser Gelenkpunkt in einer am Befestigungsflansch 8 ausgebildeten
Langlochführung 10 verschiebbar geführt ist und zugleich die Schwenkachse S für die
Fronthaube bildet. In Fig. 4a ist gezeigt, daß die beiden Scharnierglieder (4, 7) in der
Schließstellung der Fronthaube und der Verriegelungsstellung der Kolben-Zylinder-
Einheit 4 durch die spitzwinklig ausgebildete Anlagefläche 9 in einer
Außertotpunktstellung befindlich sind, so daß bei einer Aktivierung der Kolben-Zylinder-
Einheit 4 der Scharnierhebel 7 mit seinem Anlenkpunkt A aufgestellt und dadurch die
Fronthaube angehoben wird (Fig. 4b). Der Vorteil dieser Scharniereinrichtung liegt darin,
daß diese mit nur zwei Scharniergliedern (4, 7) auskommt und sehr kompakt strukturiert
ist.
Die in den Fig. 5a bis 5c dargestellte Scharniereinrichtung weist einen Scharnierhebel 2,
einen Stützhebel 3 und eine Kolben-Zylinder-Einheit 4 als Scharnierglieder auf, wobei die
Kolben-Zylinder-Einheit 4 in einer Langlochführung 11 am Befestigungsflansch 1 für die
Fronthaube verschiebbar gehaltert ist. Der Scharnierhebel 2 ist am Befestigungsflansch
1 und der Stützhebel 3 am Scharnierträger 6 gelenkig abgestützt, und beide
Scharnierglieder 1 und 3 sind andernends gelenkig miteinander verbunden und bilden
den Anlenkpunkt A für die Kolbenstange 5. Am Anlenkpunkt S ist eine zwischen dem
Befestigungsflansch 1 und dem Scharnierhebel 2 wirkende Drehfeder angeordnet (nicht
dargestellt). Beim Aufstellen der beiden Scharniergleider 2 und 3 in die angehobene
Position der Fronthaube, verursacht durch eine Aktivierung der Kolben-Zylinder-Einheit 4
(Fig. 5b), werden diese in eine durch die Dimensionierung der drei Scharnierglieder 2, 3
und 4 vorbestimmte Winkelstellung α zueinander verbracht (Fig. 5b), und die Drehfeder
wird vorgespannt. Beim Zurückdrücken der Fronthaube durch den Aufprallbeteiligten, bei
dem der Anlenkpunkt A in der gleichen Richtung weiterbewegt und dabei die Kolben-
Zylinder-Einheit 4 in der Langlochführung 11 in die gleiche Richtung mitgenommen wird,
wird die Drehfeder energieverzehrend weiter
gespannt und baut dabei eine steigende und zu überwindende Rückstellkraft auf. Die
Endposition ist in Fig. 5c dargestellt.
Die Fig. 6a und 6b zeigen eine Scharniereinrichtung, bei der die Kolben-Zylinder-Einheit
4 am Scharnierträger 6 abgestützt ist und die Fronthaube in ihrem Anlenkpunkt S am
Befestigungsflansch 1 mit der Kolbenstange gelenkig verbunden ist (Anlenkpunkt A =
Anlenkpunkt S). Windschutzscheibenseitig weist der Befestigungsflansch 1 einen Zapfen
12 auf, der in der Schließstellung der Fronthaube in eine am Scharniertärger 6
ausgebildete Langlochführung 13 eingreift. Diese weist an ihrem
windschutzscheibenseitigen Ende auf ihrer der Fronthaube zugewandten Seite eine
Öffnung 14 auf, an der der Zapfen 12 in der Schließstellung positioniert ist (Fig. 6a). Bei
einer Aktivierung der Kolben-Zylinder-Einheit 4 wird der Zapfen 12 und die mit diesem
verbundene Fronthaube aus der Öffnung 14 gedrückt und in die Aufprallposition
angehoben, die durch den Kolbenhub begrenzt ist (Fig. 6b). Aus der in Fig. 5a gezeigten
Schließposition heraus kann die Fronthaube problemlos in eine Öffnungsstellung
geschwenkt werden, wobei der Zapfen 12 in der Langlochführung 13 bis in dessen
Endstellung auf der der Windschutzscheibe abgewandten Seite gleitet. Dabei beschreibt
der Anlenkpunkt S (= Anlenkpunkt A) einen Kreisbogen im Gegenuhrzeigersinn, und es
wird ein Sicherheitsabstand zwischen der Fronthaube und der Windschutzscheibe
geschaffen (Fig. 6c). Diese Scharniereinrichtung ist wenig aufwendig und einfach in ihrer
Konstruktion.
Die in den Fig. 7a und 7b dargestellte Schamiereinrichtung weist einen Scharnierhebel 2,
einen Stützhebel 3 und eine Kolben-Zylinder-Einheit 4 auf. Letztere (4) und der
Stützhebel 3 sind an einem gemeinsamen Gelenkpunkt B am Scharnierträger 6
abgestützt, wobei die Kolbenstange 5 am Befestigungsflansch 1 angreift. Der
Scharnierhebel 2 ist am anderen Ende des Stützhebels 3 und andernends im Abstand
von der Kolbenstange 5 auf der der Windschutzscheibe abgewandten Seite am
Befestigungsflansch 1 angelenkt. Das Verbindungsgelenk V zwischen dem
Scharnierhebel 2 und dem Stützhebel 3 ist in einem am Scharnierträger 6 angeordneten
Klemmteil 15 fixiert. Beim Öffnen der Fronthaube verbleibt das Verbindungsgelenk V im
Klemmteil 15, wohingegen die Anlenkpunkte A und S ihre Position verändern. Dabei
bewegen sich der Anlenkpunkt A auf einer Kreisbahn um den Abstützpunkt der Kolben-
Zylinder-Einheit 4 am Scharnierträger 6 und der Scharnierhebel 2 auf einer Kreisbahn
um das fixierte Verbindungsgelenk V (nicht dargestellt). Fig. 7b zeigt die
Scharniereinrichtung in ihrer Stellung bei angehobener Fronthaube infolge einer
Aktivierung der Kolben-Zylinder-Einheit 4. Das Verbindungsgelenk V ist aus dem
Klemmteil 15 gelöst.
In den Fig. 8a und 8b ist eine Scharniereinrichtung mit zwei Scharnierhebeln 16 und 17,
einem Stützhebel 18 und einer Kolben-Zylinder-Einheit 4 dargestellt, wobei der
Stützhebel 18 an den der Fronthaube abgewandten Enden der Scharnierhebel 16 und 17
an jeweils einem Gelenkpunkt angelenkt ist. Die Kolben-Zylinder-Einheit 4 ist am
Scharnierträger 6 abgestützt, und die Kolbenstange 5 greift am
windschutzscheibenseitigen Gelenkpunkt (Anlenkpunkt A) an. Der der
Windschutzscheibe 6 abgewandte Gelenkpunkt ist in einer am Scharnierträger 6
ausgebildeten Langlochführung 19 verschiebbar gehalten, und der Anlenkpunkt A greift
in der in Fig. 8a dargestellten Schließstellung der Fronthaube in eine am Scharnierträger
6 ausgebildete Ausnehmung 20 ein. Ein Öffnen der Fronthaube erfolgt durch ein
Schwenken derselben um die beiden Anlenkpunkte S1 und S2 der Scharnierhebel 16
und 17, wobei diese (S1, S2) sich dabei im Gegenuhrzeigersinn bewegen. Bei einer
Aktivierung des Systems wird der Anlenkpunkt A aus der Ausnehmung 20 heraus- und
auf die Fronthaube zu bewegt, wobei die Scharniergleider 16, 17 und 18 und die
Anlenkpunkte S1 und S2 um den in der Langlochführung 19 angeordneten und sich in
Richtung der Windschutzscheibe bewegenden Gelenkpunkt im Gegenuhrzeigersinn
bewegt werden und sich aufstellen, wodurch die Fronthaube angehoben wird. Fig. 8b
zeigt die Fronthaube in der angehobenen Stellung.
Die Fig. 9a und 9b zeigen eine Scharniereinrichtung mit einer Kolben-Zylinder-Einheit 4
und einer Gasfeder 21 als einzige Scharnierglieder, die jeweils an einem Scharnierträger
6 gelenkig abgestützt und andernends mit ihrer Kolbenstange 5 bzw. ihrem Federstab 22
am Befestigungsflansch 1 angelenkt sind. Die Gasfeder 21 ist auf der der
Windschutzscheibe abgewandten Seite der Kolben-Zylinder-Einheit 4 angeordnet. In der
in Fig. 9a dargestellten Schließstellung der Fronthaube kann diese durch eine
Schwenkung um den Anlenkpunkt A in eine Offenstellung geschwenkt werden. Bei einer
Aktivierung der Scharniereinrichtung bei einem Aufprall wird die Fronthaube durch die
Kolbenstange 5 angehoben, wobei sich die Gasfeder 21 entspannt. Bei einer
Rückstellbewegung der Fronthaube trägt diese zur Steuerung der Rückstellkraft bei.
Die Fig. 10a/b und 11 a/b zeigen zwei weitere Ausführungen einer Scharniereinrichtung
mit einer am Scharnierträger 6 abgestützten und am Befestigungsflansch 1 bzw. 23
angelenkten Gasfeder 21. Bei diesen Scharniereinrichtungen wirkt die ebenfalls am
Scharnierträger 6 abgestützte Kolben-Zylinder-Einheit 4 jeweils mit einem Scharnierhebel
24 bzw. 25 zusammen, der im Bereich eines am Scharnierträger 6 (Fig. 10a/b)
angeordneten Langloches 26 bzw. eines am Befestigungsflansch 23 (Fig. 11 a/b)
angeordneten Langloches 27 mit der Kolben-Zylinder-Einheit 4 gelenkig verbunden und
in diesem geführt ist (Anlenkpunkt A). Die Gasfeder 21 ist jeweils im Abstand vom
Scharnierhebel 24/25 auf der der Windschutzscheibe abgewandten Seite desselben
angeordnet. Bei einer Aktivierung der jeweiligen Scharniereinrichtung werden der
Scharnierhebel 24 bzw. 25 durch eine Verschiebung des jeweiligen Anlenkpunktes A
aufgestellt und die Fronthaube in die Aufprallposition angehoben. Die jeweilige Gasfeder
21 übernimmt die Rückstellkraftsteuerung.
1
Befestigungsflansch
2
Scharnierhebel
3
Stützhebel
4
Kolben-Zylinder-Einheit
5
Kolbenstange
6
Scharnierträger
7
Scharnierhebel
8
Befestigungsflansch
9
Anlagefläche
10
Langlochführung
11
Langlochführung
12
Zapfen
13
Langlochführung
14
Öffnung
15
Klemmteil
16
Scharnierhebel
17
Scharnierhebel
18
Stützhebel
19
Langlochführung
20
Ausnehmung
21
Gasfeder
22
Federstab
23
Befestigungsflansch
24
Scharnierhebel
25
Scharnierhebel
26
Langloch
27
Langloch
A Anlenkpunkt
B Anlenkpunkt
S Anlenkpunkt
S1 Anlenkpunkt
S2 Anlenkpunkt
V Verbindungsgelenk
A Anlenkpunkt
B Anlenkpunkt
S Anlenkpunkt
S1 Anlenkpunkt
S2 Anlenkpunkt
V Verbindungsgelenk
Claims (13)
1. Scharniereinrichtung für eine Fronthaube an einem Fahrzeug, mit einem
Scharnierträger und zwischen diesem und der Fronthaube gelenkig angeordneten
Scharniergliedern zum Anheben der Fronthaube im Anschlagbereich, einem
Energiespeicher und einer mit diesem zusammenwirkenden
Verriegelungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß der Scharnierträger (6)
fahrzeugfest angeordnet oder ausgebildet und der Energiespeicher (4) mit einem
Stellglied (5) eines der Scharnierglieder ist.
2. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder ein Scharnierhebel (2), ein Stützhebel (3) und der Energiespeicher
(4) sind, wobei der Energiespeicher (4) und der Stützhebel (3) am Scharnierträger
(6) abgestützt und am Scharnierhebel (2) angelenkt sind und dieser (2) die
Fronthaube haltert.
3. Scharniereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stützhebel (3) an dem der Fronthaube abgewandten Ende des Scharnierhebels (2)
angreift und das Stellglied (5) des Energiespeichers (4) zwischen den beiden
Enden des Scharnierhebels (2) angelenkt ist.
4. Scharniereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stützhebel (3) an dem der Fronthaube abgewandten Ende des Scharnierhebels (2)
angreift und das Stellglied (5) am fronthaubenseitigen Ende oder zwischen den
beiden den Enden.
5. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder aus einem Scharnierhebel (7) und dem Energiespeicher (4)
gebildet sind, wobei der Energiespeicher (4) an der Fronthaube und der
Scharnierhebel (7) am Scharnierträger (6) abgestützt und beide am
fronthaubenseitigen Anlenkpunkt (A) des Scharnierhebels (7) gelenkig miteinander
verbunden sind und dieser Anlenkpunkt (A) in einer Langlochführung (10)
verschiebbar angeordnet ist.
6. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder ein Scharnierhebel (2), ein Stützhebel (3) und der Energiespeicher
(4) sind, wobei der Energiespeicher (4) in einer Langlochführung (11) an der
Fronthaube, der Scharnierhebel (2) an dieser und der Stützhebel (3) am
Scharnierträger (6) abgestützt und diese Scharnierglieder (2, 3, 4) an ihren
anderen Enden gelenkig miteinander verbunden sind.
7. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Energiespeicher (4) am Scharnierträger (6) abgestützt und die Fronthaube an dem
Stellglied (5) angelenkt ist und windschutzscheibenseitig im Abstand vom
Anlenkpunkt (A) mit einem Zapfen (12) in einer am Scharnierträger (6)
angeordneten Langlochführung (13) in beweglichem Eingriff steht, die an ihrem
windschutzseitigen Ende fronthaubenseitig eine Öffnung (14) aufweist, und daß der
Zapfen (12) im Schließzustand der Fronthaube an dieser Öffnung positioniert ist.
8. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder ein Scharnierhebel (2), der Energiespeicher (4) und ein
Stützhebel (3) sind, wobei dieser (3) und der Energiespeicher (4) an einem
gemeinsamen Gelenkpunkt (B) am Scharnierträger (6) abgestützt und der
Scharnierhebel (2) am anderen Ende des Stützhebels (3) und an der Motorhaube
im Abstand vom Stellglied (5) des Energiespeichers (4) auf der der
Windschutzscheibe abgewandten Seite angelenkt sind.
9. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder zwei Scharnierhebel (16, 17), ein Stützhebel (18) und der
Energiespeicher (4) sind, wobei an den der Fronthaube abgewandten Enden der
Scharnierhebel (16, 17) der Stützhebel (18) an jeweils einem Gelenkpunkt
angelenkt ist, der Energiespeicher (4) am Scharnierträger (6) abgestützt und
dessen Stellglied (5) an dem windschutzscheibenseitigen Gelenkpunkt (A) angreift
und der der Windschutzscheibe abgewandte Gelenkpunkt in einer fahrzeugfesten
Langlochführung (19) beweglich angeordnet ist.
10. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder der Energiespeicher (4) und eine Gasfeder (21) sind, daß diese
(4, 21) am Scharnierträger (6) abgestützt sind, und daß die Gasfeder (21) auf der
der Windschutzscheibe abgewandten Seite des Energieträgers (4) an der
Fronthaube angelenkt ist.
11. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder der Energiespeicher (4), eine Gasfeder (21) und ein
Scharnierhebel (24) sind, wobei die Gasfeder (21) und der Energiespeicher (4) am
Scharnierträger (6) abgestützt und das Stellglied (5) im Bereich eines am
Scharnierträger (6) angeordneten Langloches (26) mit dem Scharnierhebel (24) im
Anlenkpunkt (A) gelenkig verbunden sind und die Gasfeder (21) im Abstand vom
Scharnierhebel (24) auf dessen der Windschutzscheibe abgewandten Seite
angeordnet ist.
12. Scharniereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scharnierglieder der Energiespeicher (4), eine Gasfeder (21) und ein
Schamierhebel (25) sind, wobei die Gasfeder (21) und der Scharnierhebel (25) am
Scharnierträger (6) und der Energiespeicher (4) an der Fronthaube abgestützt und
der Scharnierhebel (25) im Bereich eines an der Fronthaube angeordneten
Langloches (27) mit dem Stellglied (5) im Anlenkpunkt (A) gelenkig verbunden ist.
13. Scharniereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Energiespeicher aus einer Kolben-Zylinder-Einheit (4)
gebildet und das Stellglied eine aus dem Zylinder geführte Kolbenstange (5) ist.
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