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DE10115182C1 - Verfahren zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure, Vorrichtung zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure und Verwendung der nach dem Verfahren hergestellten (Meth)Acrylsäure - Google Patents

Verfahren zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure, Vorrichtung zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure und Verwendung der nach dem Verfahren hergestellten (Meth)Acrylsäure

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DE10115182C1
DE10115182C1 DE2001115182 DE10115182A DE10115182C1 DE 10115182 C1 DE10115182 C1 DE 10115182C1 DE 2001115182 DE2001115182 DE 2001115182 DE 10115182 A DE10115182 A DE 10115182A DE 10115182 C1 DE10115182 C1 DE 10115182C1
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
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    • C07C51/16Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by oxidation
    • C07C51/21Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by oxidation with molecular oxygen
    • C07C51/25Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by oxidation with molecular oxygen of unsaturated compounds containing no six-membered aromatic ring
    • C07C51/252Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by oxidation with molecular oxygen of unsaturated compounds containing no six-membered aromatic ring of propene, butenes, acrolein or methacrolein
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Abstract

Das vorliegende Verfahren bezieht sich auf einen Prozess zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure in Roh-(Meth)Acrylsäureströmen aus der Gasphasenoxidation durch Gaspermeation mittels einer dazu befähigten Membran oberhalb der Kodensationstemperatur des Roh-(Meth)Acrylsäurestroms sowie eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure.

Description

Die vorliegende Erfindung ist auf ein Verfahren zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure gerichtet. Insbesondere wird die (Meth)Acrylsäure bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Aufkonzentrierung einer Dampfpermeation unterworfen.
Die Aufarbeitung von (Meth)Acrylsäure zu Reinheiten von < 99,9 Gew.-% ist für deren Einsatz in Polymeren häufig unverzichtbar. So wird beispielsweise im Hygienebereich im Falle von Superabsorbern auf Basis von Polyacrylaten gefordert, daß bestimmte Nebenprodukte nur unterhalb der Nachweisgrenze vorhanden sein dürfen.
Zur möglichst effizienten und trotzdem vollständigen Abtrennung von Nebenprodukten aus der (Meth)Acrylsäure kann es von Vorteil sein, das verunreinigte (Meth)Acrylsäuregemisch vor der eigentlichen Reinigungsprozedur in Vorreinigungsschritten an (Meth)Acrylsäure anzureichern.
Das gegenwärtig großtechnisch zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure überwiegend angewandte Verfahren ist die katalytische Gasphasenoxidation (EP 575897). Hierbei entstehen wasserhaltige Roh-(Meth)Acrylsäure-Gasgemische, welche eine Reihe von Nebenprodukten aufweisen.
In der WO 99/14181 wird u. a. ein Verfahren offenbart, welches vor der finalen Kristallisation der (Meth)Acrylsäure als eigentlicher Reinigungsprozedur eine fraktionierte Kondensation des gasförmigen Reaktionsgemisches aus der katalytischen Gasphasenoxidation zur Herstellung von angereicherter (Meth)Acrylsäure beinhaltet. Dabei werden relativ zum Produkt die Leichtsieder und Schwersieder aus dem Produktstrom abgereichert.
Eine weitere großtechnisch angewandte Aufreinigungsstrategie beinhaltet die Verflüssigung der in der Gasphasenoxidation entstehenden wasserhaltigen Roh­ (Meth)Acrylsäure-Gasgemische und deren anschließende mehr oder minder vollständige Entwässerung vor der weiteren Aufarbeitung (EP 695736).
Zur Entwässerung von (Meth)Acrylsäuregemischen werden verschiedenste Verfahren offenbart. So schlägt beispielsweise die EP 974574 die gleichzeitige Entwässerung und Kristallisation dieser Reaktionsgemische mittels Vakuumverdampfung des Wassers vor. Die EP 706986 beschäftigt sich mit der Anreicherung von Acrylsäure durch Gegenstromabsorption mit hochsiedenden organischen Lösungsmitteln.
Die DE 198 53 064 offenbart die Aufkonzentrierung der kondensierten Roh-(Meth)Acrylsäure-Gasgemische einer Gasphasenoxidation zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure mittels Azeotropdestillation. In dieser Schrift wird insbesondere auf die Problematik der Aufkonzentrierung bei der (Meth)Acrylsäureherstellung eingegangen. So hat man bei Prozessen, bei denen (Meth)Acrylsäure zum einen erwärmt und zum anderen konzentriert wird, immer mit dem Problem zu kämpfen, daß Teile der genannten Verbindung polymerisieren, was neben dem Ausbeuteverlust auch andere apparative Nachteile mit sich bringt. Es wird diesbezüglich neben der Zugabe von Polymerisationsinhibitoren vorgeschlagen, die Polymerisation dadurch abzumindern, daß die verflüssigte wäßrige Roh-(Meth)Acrylsäure vor der azeotropen Destillation verdampft und dampfförmig in die Destillation eingeleitet wird. Hierbei ist also, bevor die Reinigung beginnt, ein doppelter Phasenwechsel (Gasphase → flüssige Phase und flüssige Phase → Gasphase) von Nöten, der nicht nur energetisch nachteilig erscheint.
In der DE 44 01 405 wiederum wird ein Verfahren zur Entwässerung der wässrigen Roh-(Meth)Acrylsäure mittels einer Membran beschrieben. Bei diesem Verfahren können bis zu 90% des vorhandenen Wassers aus dem wässrigen Reaktionsgemisch abgetrennt werden.
Die Abtrennung von Wasser aus Gemischen mit organischen Verbindungen mit Membranverfahren wird schon seit längerem z. B. bei der Herstellung von Estern (EP 476370) oder Entwässerung von Alkoholen, welche normalerweise azeotrope Gemische mit Wasser bilden und deshalb nicht vollständig durch Destillation zu entwässern sind, großtechnisch angewandt (Separation and Purification Methods, 1998, 27, 51-168; Chem. Eng. Comm. 1997, 157, 145-184; Sulzer Technical Review 03/2000, 10-12).
Trotz des oben angesprochenen und diskutierten Standes der Technik besteht immer noch ein Bedarf an vorteilhaften Prozeduren für die Aufkonzentrierung von Roh­ (Meth)Acrylsäuregemischen aus einem Verfahren zur Herstellung von Roh-(Meth)Acrylsäure vor dessen eigentlicher Reinigung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war deshalb die Angabe eines weiteren Verfahrens zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure in Roh-(Meth)Acrylsäuregemischen. Insbesondere sollte dieses Verfahren die Problematik der Polymerisation bei der Aufkonzentrierung möglichst vollständig umgehen helfen. Weiterhin sollte dieses Verfahren vorteilhaft in einem großtechnischen Prozeß einsetzbar d. h. im Hinblick auf ökologische wie ökonomische Gesichtspunkte besonders vorteilhaft sein.
Diese und weitere nicht näher genannte sich jedoch aus dem Stand der Technik in naheliegender Weise ergebende Aufgaben werden durch ein Verfahren mit den Merkmalen des vorliegenden Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den von Anspruch 1 abhängigen Unteransprüchen geschützt. Anspruch 4 schützt ein erfindungsgemäßes Herstellverfahren für (Meth)Acrylsäure.
Anspruch 5 ist auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung gerichtet, während Anspruch 6 eine Verwendung der erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen betrifft.
Es wird vorgeschlagen, bei einem Verfahren zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure aus einem verunreinigten Roh-(Meth)Acrylsäurestrom aus einem Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure, den Strom oberhalb dessen Kondensationstemperatur mittels einer zur Dampfpermeation befähigten Membran zu behandeln. Dadurch ist es möglich in einem sehr einfachen kontinuierlich arbeitenden, dafür aber nicht minder vorteilhaften, robusten Verfahren eine exzellente Aufkonzentrierung an (Meth)Acrylsäure in derartigen Reaktionsgemischen zu erhalten, ohne die Nachteile der Polymerisation der betrachteten Verbindung in Kauf nehmen zu müssen, da oberhalb der Kondensationstemperatur eine Polymerisation der (Meht)Acrylsäure nicht erfolgen kann. Ein derart aufkonzentriertes Roh-(Meth)Acrylsäuregemisch kann dann wie gewünscht weiteren Reinigungsschritten unterworfen werden.
Die Roh-(Meth)Acrylsäure aus einem Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure wird also erfindungsgemäß oberhalb der Kondensationstemperatur dieses Gemisches mit einer Membran behandelt, die es gestattet, das Roh­ (Meth)Acrylsäuregemisch an (Meth)Acrylsäure anzureichern. Eine bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Fig. 1 dargestellt.
Besonders bevorzugt ist dabei die Ausführung der Erfindung, bei der die heißen Reaktionsgase aus der Gasphasenoxidation direkt mittels der Membran behandelt werden. Das Retentat, welches angereichert an (Meth)Acrylsäure ist, kann anschließend den weiteren Aufarbeitungsschritten, z. B. der Kondensation, Kristallisation, Extraktion oder Destillation zugeleitet werden, während das abgetrennte Permeat, in dem (Meth)Acrylsäure nur untergeordnet vorhanden sein sollte ggf. in den Prozess recycliert, einer weiteren Aufarbeitung unterworfen oder verworfen werden kann.
Da Wasser - neben den Inerten wie Stickstoff - den größten Anteil an der Zusammensetzung der Gasenphasenoxidationsprodukte besitzt, ist es besonders bevorzugt, den heißen Reaktionsgasen mittels der Membran Wasser zu entziehen, da naturgemäß mit dem Wasserentzug eine maximale Aufkonzentrierung bereits in der Gasphase erreicht werden kann. Der Wasserabtrenngrad kann größer als 90%, bevorzugt größer als 95%, ganz bevorzugt nahezu vollständig sein.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist wie schon angedeutet oberhalb der Kondensationstemperatur der aufzukonzentrierenden Reaktionsgase anzuwenden. Die Kondensationstemperatur des Reaktionsgemisches kann je nach Zusammensetzung variieren. Vorzugsweise wird die Aufkonzentrierung jedoch bei Temperaturen von ≧ 150°C, insbesondere bei ≧ 200°C, durchgeführt. Eine Obergrenze für den anzuwendenden Temperaturbereich ist vom Fachmann beliebig zu wählen. Diese sollte sich an ökonomischen Faktoren wie Trennleistung, Energiezufuhr etc. und der Tatsache orientieren, daß ab bestimmten Temperaturen Nebenreaktionen, wie z. B. Zersetzungsreaktionen der Gasphasenoxidationprodukte, stattfinden, welche unbedingt vermieden werden sollten. Im allgemeinen hat sich ein Temperaturbereich von 200-250°C hier als ganz besonders vorteilhaft herauskristallisiert.
Als Membran können im Prinzip alle dem Fachmann für diesen Zweck in Frage kommenden Materialien bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden. Die Membranen müssen jedoch folgenden Gesichtspunkten Rechnung tragen. Sie müssen in dem anvisierten Temperaturbereich mechanisch und thermisch stabil sein. Des weiteren sollte das Membranmaterial so beschaffen sein, daß das saure Milieu der Reaktionsgase die Membranen nicht schädigt, um deren Standzeiten nicht über Gebühr einzuschränken. Darüberhinaus sind solche Membranen bevorzugt, welche im betrachteten Temperaturintervall eine sehr gute Selektivität bei der Gaspermeation aufweisen. Es sollten vorzugsweise Membranen mit einer schlechten Permeabilität bezüglich (Meth)Acrylsäure und einer guten für den abzutrennenden Stoff, insbesondere Wasser, beim gegenständliche Verfahren verwendet werden. Neben einigen hitzebeständigen Polymermembranen sind aus den angeführten Gründen vorzugsweise Membranen auf keramischer Basis im erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzen.
Eine Übersicht über derart einsetzbare Membrantypen wird in abCT, 4e jaargang nr. 1, maart 2001, Universität Twente, NL; Chemtech 1998, 33-44; Chemie in unserer Zeit 1998, 4, 197-205 sowie in "Hochschulkurs Membranprozesse, von den Grundlagen zu aktuellen Anwendungen" 3.-5. Juni 1998, Aachen, Teil 2 von Prof. Dr.-Ing. T. Melin et al. oder in Separation and Purification Methods, 1998, 27, 51-168 und Chem. Eng. Comm. 1997, 157, 145-184 gegeben.
Ganz besonders bevorzugt wird eine Membran der Firma Sulzer Chemtec GmbH mit dem Namen Pervap®SMS (SULZER SMS-Modul Typ 100) verwendet. Weiter vorteilhaft einsetzbare Membrantypen sind die der Firma Pervatech B. V. (PVM-Module; s. Prospekt der Firma vom 15. Nov. 1999).
Bevorzugte neue keramische Membranen besitzen eine selektive, defektfreie Zeolitrischicht, die aufgrund ihrer gleichmäßigen Kristallstruktur Gastrenneigenschaften aufweist. Die Gitterstrukturen der Zeolithe bilden Poren aus, durch die kleinere Moleküle diffundieren können, während größere Moleküle zurückgehalten werden. Zudem spielen Oberflächeneffekte eine entscheidende Rolle, d. h. bei hydrophilen Zeolithen, z. B. NaA-Typen, werden durch entsprechende Wechselwirkungen organische Moleküle ebenfalls an der Aufnahme in den Zeolithen und am Transport gehindert. Dadurch kommt es insgesamt zu einem unterschiedlich schnellen Transport der jeweiligen Komponenten durch die Membran. Der NaA-Typ ist stark hydrophil und lässt vor allem Wasser permeieren. Er kann hervorragend zur Entwässerung organischer Lösungsmittel eingesetzt werden.
Eine weitere Klasse von anorganischen Membranen sind amorphe Silica-Strukturen, die ebenfalls zur Entwässerung verwendet werden. Auch diese Membranen trennen streng nach der Größe, so dass auch hier Wasser aus organischen Lösungsmitteln entfernt werden kann. Die Selektivität steigt mit der Größe der Moleküle, die entwässert werden sollen. Fig. 2 zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Zeolithmembran. Auf einen keramischen Grundkörper (1) wird eine Mikrofiltrations- (2) sowie eine Ultrafiltrationsschicht (3) aus immer kleineren keramischen Partikeln, aufgebracht, um eine möglichst ebene Oberfläche zu erzielen. Erst darauf kann dann, in einem weiteren Beschichtungsprozess, die eigentliche zeolithische Trennschicht (4) defektfrei abgeschieden werden.
In einem weiteren Aspekt beschäftigt sich die Erfindung mit einem Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure durch katalytische Gasphasenoxidation, welches sich dadurch auszeichnet, daß der bei der Herstellung anfallende Produktstrom also die Reaktionsgase vor der weitern Aufreinigung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt werden. Eine hierfür vorteilhaft einzusetzende Apparatur ist in der Fig. 1 schematisiert dargestellt.
Eine andere Ausgestaltung der gegenständlichen Erfindung ist in einer Vorrichtung zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure aufweisend eine erste Einheit zur katalytischen Gasphasenoxidation, eine zweite Einheit zur Behandlung von Reaktionsgasen aus der ersten Einheit gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren und eine dritte Einheit zur Aufreinigung besagter Reaktionsgase zu sehen (Fig. 1). Als weitere Aufreinigung kann im einzelnen ein oder mehrere Aufreinigungsschritt(e) verstanden werden, bei denen es sich z. B. um eine Kristallisation, Extraktion oder Destillation der (Meth)Acrylsäure handeln kann.
In einem nächsten Aspekt wiederum richtet sich die Erfindung auf die Verwendung der erfindungsgemäß hergestellten (Meth)Acrylsäure zur Herstellung von Polymeren, vorzugsweise Superabsorbern, Detergentien oder Spezialpolymeren für die Bereiche wie Abwasserbehandlung, Dispersionsfarben, Kosmetika, Textilien, Lederveredlung, Papierherstellung.
Wenn Propylen/Isobuten und/oder (Meth)Acrolein mittels katalytischer Dampfphasenoxidation durch molekularen Sauerstoff in Gegenwart von Wasserdampf und einem Festbettkatalysator umgesetzt werden, erhält man zusätzlich zur (Meth)Acrylsäure und Wasser verschiedene andere Nebenprodukte, wie Aldehyde und organische Säuren. Die Art der Zusammensetzung der (meth)acrylsäurehaltigen Reaktionsgase hängt von der Art des verwendeten Katalysators, den Reaktionsbedingungen und vom Reaktortyp ab, jedoch enthalten diese für gewöhnlich etwa 10 bis 70 Gew.-% (Meth)Acrylsäure, 2 bis 56 Gew.-% Wasser und 1 bis 10 Gew.-% Essigsäure.
Ein derartig verunreinigter Roh-(Meth)Acrylsäurestrom wird vorteilhafterweise gasförmig direkt nach der Reaktion der Gaspermeation unterworfen. Die Gaspermeation kann kontinuierlich in einer oder mehreren Stufen erfolgen, was von ökonomischen Gesichtspunkten abhängig zu machen ist. Bei der Gaspermeation tritt, bedingt durch das transmembrane Triebkraft-Gefälle selektiv ein Stoff des Gasstromes, vorzugsweise Wasser und Inerte (Gase etc.), durch die Membrane in die Permeatzone, während (Meth)Acrylsäure von der Membran zurückgehalten wird. Der Trennmechanismus der Membran basiert auf einer sterischen Trennung, ähnlich der Filtration. Die größeren organischen Moleküle (= (Meth)Acrylsäure und organische Nebenkomponenten) werden als Retentat zurückgehalten, das Wasser und die Inertgasanteile können die Poren der Membran (als Permeat) passieren. Als treibende Kraft wird ein Partialdruckunterschied zwischen der Feedseite und dem Permeat eingestellt, indem der Druck im Permeatraum auf 100 bis 1, vorzugsweise 50 bis 10, besonders bevorzugt ca. 20 mbar abgesenkt wird. Das Wasser wird zuerst von der Feedseite der Membran adsorbiert, diffundiert dann durch die Membran und desorbiert auf der Permeatseite in den Permeatraum. In einer oder mehreren nachgeschalteten Kühlfallen kann es auskondensiert und flüssig gewonnen werden. Die Inertgasanteile werden über die Vakuumpumpe auf Umgebungsdruck verdichtet und in den Abgasstrom abgegeben. Ziel dabei ist es, ein möglichst wasserfreies Retentat und ein möglichst acrylsäurefreies Permeat (= reiner Wasserstrom) zu gewinnen. Ebenso kann das Permeat auch mit trockenlaufenden Vakuumpumpen verdichtet und bei Umgebungstemperatur kondensiert werden.
Das Permeat kann je nach (Meth)Acrylsäuregehalt in den Prozeß recycliert, einer weiteren Aufarbeitung unterworfen oder verworfen werden. Es ist auch möglich die Gaspermeationen gemäß der DE 44 01 405 als Kaskade zu schalten. Das erhaltene Endpermeat sollte vorzugsweise weniger als 10%, vorzugsweise < 5%, an (Meth)Acrylsäure aufweisen. Aus wirtschaftlichen Gründen kann das Endpermeat falls notwendig, um weitere (Meth)Acrylsäure abtrennen zu können, einer Umkehrosmose oder einer anderen Trennoperation (z. B. Extraktion) zugeführt werden (DE 44 01 405).
Das erfindungsgemäße Verfahren liefert bei geringem energetischen Aufwand unter schonenden Bedingungen, die nicht zur Polymerisation der (Meth)Acrylsäure führen, ein Gemisch, welches hoch an (Meth)Acrylsäure angereichert werden kann. Dadurch werden die folgenden Aufreinigungsschritte wie z. B. die Destillation, Kristallisation deutlich entlastet und können so hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte optimaler gestaltet werden.
Der Ausdruck Gaspermeation ist dem Ausdruck Dampfpermeation gleichzusetzen.
Der Begriff (Meth)Acrylsäure umfaßt sowohl Methacrylsäure als auch Arylsäure.
Bezugszeichenliste
Erläuterung der
Fig.
1
:
1
Gasphasenoxidationvorrichtung
2
Zuleitung zur Gaspermeation
3
Gaspermeationszelle(modul/einheit)
4
Membran
5
Permeatleitung
6
Retentatleitung
7
Weitere Aufarbeitungsvorrichtung z. B. Kondensation, Destillation oder Extraktion
Der in der Vorrichtung 1 erzeugte Roh-(Meth)Acrylsäurestrom wird über die Zuleitung 2 in die Gaspermeationsvorrichtung 3 geführt, wobei durch die Membran 4 eine Auftrennung des Stromes in ein Retentat und ein Permeat erfolgt. Das Permeat kann über Leitung 5 abgezogen werden. Anschließend wird das (meth)acrylsäurereiche Retentat über die Leitung 6 den weiteren Aufarbeitungsvorrichtungen (z. B. Extraktion, Destillation, Kristallisation) 7 zugeführt.
Die folgende Beispiel veranschaulicht die Erfindung:
Gemäß Fig. 1 wird ein Acrylsäure-Reaktionsgas-/dampfstrom von 6 m3/h bei einer Temperatur von 240°C und einem Druck von 1,3-1,6 bar und einem permeatseitigen Druck von 20 mbar über ein Pervaporations-Modul der Fa. Sulzer, Typ SMS 100® (Fläche der Membran: 40 cm2) geleitet. Anschließend wird das Permeatgemisch kondensiert und analysiert.
Bezogen auf die acrylsäurespezifische Zusammensetzung des dampfförmigen Einsatzgemisches lieferte die verwendete Membran einen Wasser-Abtrenngrad von ca. 86%.

Claims (6)

1. Verfahren zur Aufkonzentrierung von (Meth)Acrylsäure aus einem verunreinigten Roh-(Meth)Acrylsäurestrom aus einem Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man den Strom oberhalb dessen Kondensationstemperatur mittels einer zur Gaspermeation befähigten Membran behandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktionsgase bei ≧ 150°C, insbesondere bei ≧ 200°C, behandelt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasser aus den Reaktionsgasen abtrennt.
4. Verfahren zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure durch katalytische Gasphasenoxidation, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsgase vor der weiteren Aufreinigung mit einem Verfahren gemäß Anspruch 1 behandelt werden.
5. Vorrichtung zur Herstellung von (Meth)Acrylsäure aufweisend eine erste Einheit zur katalytischen Gasphasenoxidation, eine zweite Einheit zur Behandlung von Reaktionsgasen aus der ersten Einheit gemäß einem Verfahren nach Anspruch 1 und eine dritte Einheit zur Aufreinigung besagter Reaktionsgase.
6. Verwendung der nach Anspruch 1 hergestellten (Meth)Acrylsäure zur Herstellung von Polymeren, vorzugsweise Superabsorbern, Detergentien oder Spezialpolymeren für die Bereiche Abwasserbehandlung, Dispersionsfarben, Kosmetika, Textilien, Lederveredlung und Papierherstellung.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0476370A2 (de) * 1990-09-15 1992-03-25 BASF Aktiengesellschaft Verfahren zur Abtrennung von Wasser aus einem Wasser und Alkohole und/oder Carbonsäuren und/oder Carbonsäureester enthaltenden Gemisch
DE4401405A1 (de) * 1994-01-19 1995-07-20 Huels Chemische Werke Ag Verfahren zur Entwässerung von Acrylsäure

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