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DE10115897A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Bereitstellung von Informationen für die Analyse von Fehlern bei gesteuerten und/oder überwachten Anlagen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Bereitstellung von Informationen für die Analyse von Fehlern bei gesteuerten und/oder überwachten Anlagen

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DE10115897A1
DE10115897A1 DE2001115897 DE10115897A DE10115897A1 DE 10115897 A1 DE10115897 A1 DE 10115897A1 DE 2001115897 DE2001115897 DE 2001115897 DE 10115897 A DE10115897 A DE 10115897A DE 10115897 A1 DE10115897 A1 DE 10115897A1
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Siemens Corp
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    • G05B23/0218Electric testing or monitoring by means of a monitoring system capable of detecting and responding to faults characterised by the fault detection method dealing with either existing or incipient faults
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Abstract

Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Informationsgewinnung für die Fehleranalyse bei gesteuerten/überwachten Anlagen, wobei die Steuerungs- oder Überwachungseinrichtung bei einer Störung eine Fehlermeldung zwecks Anzeige an eine Bedienungseinheit schickt, welche die Störung mit Zusatzinformationen in ein Meldearchiv einträgt; sowie auf eine Vorrichtung mit wenigstens einem Gerät zur Steuerung/Überwachung einer Anlage und mit einer Bedienungseinheit zum Empfang und zur Anzeige von Fehlermeldungen, wobei in der Bedienungseinheit ein Speicher oder Speicherbereich zum Abspeichern von Fehlermeldungen vorgesehen ist.

Description

Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von Informationen für die Analyse von Fehlern bei gesteuerten und/oder überwachten Anlagen, wobei nach Erkennung einer Fehlfunktion durch die Steuerungs- oder Überwachungseinrich­ tung eine Fehlermeldung an eine Bedienungseinheit übersandt und dort angezeigt wird, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens mit wenigstens einem Gerät zur Steuerung und/oder Überwachung einer Anlage und mit einer Be­ dienungseinheit zum Empfang und zur Anzeige von Fehlermeldun­ gen.
Die automatische Steuerung und Überwachung von maschinellen Anlagen ist heutzutage in vielen Branchen unentbehrlich ge­ worden, um eine hohe Produktivität bei gleichzeitig hohen Präzisionsanforderungen sicherzustellen. Allerdings kann eine noch so ausgefeilte Automatiksteuerung das Eintreten von Störfällen niemals ausschließen, da mit komplexer werdenden Anlagen auch die Ausfallwahrscheinlichkeit ansteigt. Um so wichtiger ist es, dass bei einem eingetretenen Störfall die Ursache so schnell als möglich gefunden und wirksam beseitigt werden kann, so dass die Stillstandszeit begrenzt bzw. eine Häufung von Fehlern vermieden wird. Zu diesem Zweck wird von dem die Anlage steuernden/überwachenden Gerät der Zustand al­ ler potentiell fehlerverursachenden Steuer- und Sensorsignale zum Zeitpunkt des Störfalles gespeichert, so dass durch Aus­ lesen dieser Informationen Rückschlüsse auf die eigentliche Ursache möglich sind. Andererseits bedingt die Hinzuziehung fachlich geschulten Wartungspersonals manchmal einen nicht unerheblichen Zeitraum, und nicht selten wird währenddessen von dem Bedienungspersonal vor Ort nach dem Fehler gesucht. Wurde sodann der vermeintliche Fehler behoben, so wird die Anlage meist wieder in Gang gesetzt in der Hoffnung, dass nun weiter produziert werden könne. Wenn jedoch die eigentliche Fehlerursache nicht oder nur unvollkommen beseitigt worden ist, so kommt es oft zu einem weiteren Störfall, und wieder werden hierbei die aktuellen Sensorsignale gespeichert, wobei die Signalzustände bei dem ersten, eigentlichen Fehler über­ schrieben werden und anschließend für das zu spät eintreffen­ de Wartungspersonal unwiederbringlich verloren sind. Dieses ist sodann auf die empirische Fehlersuche angewiesen, und schon kann aus der vermeintlichen Zeitverkürzung eine erheb­ liche Verzögerung der Wiederinbetriebnahme resultieren.
Aus diesen Nachteilen des bekannten Stands der Technik resul­ tiert das die Erfindung initiierende Problem, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu finden, womit insbesondere bei kurz hintereinander eintretenden Fehlern die jeweils auslösenden Fehlerursachen und sonstigen Informationen erhalten bleiben, um daraus zu einem späteren Zeitpunkt Rückschlüsse über das Verhalten der Anlage ziehen zu können.
Die Lösung dieses Problems gelingt im Rahmen eines gattungs­ gemäßen Verfahrens dadurch, dass vorzugsweise im Rahmen der Bedienungseinheit eine Eintragung des Fehlers mit Zusatzin­ formationen über Art, Zeitpunkt, etc. in ein Meldearchiv er­ folgt.
Die Erfindung begnügt sich im Gegensatz zum Stand der Technik nicht mit der vorübergehenden Abspeicherung der Signalwerte im Zeitpunkt des Eintritts des Störfalls (sog. Erstwerte) in dem Steuergerät, sondern es sieht die Erstellung eines Ar­ chivs oder einer Liste aller eingetretener Stör- oder Fehler­ fälle vor, die bei jedem derartigen Ereignis um die aktuellen Werte ergänzt wird, ohne dass dabei die bereits früher einge­ tragenen Werte überschrieben würden. Ein derartiges Archiv bildet für das Servicepersonal eine Informationsquelle, die auch nach einem langen Zeitraum noch eine nachträgliche Ana­ lyse der Fehlerursachen zulässt bzw. eine statistische Auswertung ermöglicht, um besonders häufige Fehlerquellen erken­ nen zu können.
Es hat sich als günstig erwiesen, dass von der Bedienungsein­ heit eine Filterung der von angeschlossenen Steuerungs- und/oder Überwachungseinrichtungen eingehenden Meldungen bspw. anhand von vordefinierten Meldungsklassen vorgenommen wird, um in das Meldearchiv einzutragende Meldungen von ande­ ren Meldungen zu unterscheiden. Die das Meldearchiv pflegende Bedienungseinheit empfängt von den angeschlossenen Steue­ rungs- und/oder Überwachungseinrichtungen eine Vielzahl von Meldungen, die bspw. neben Fehlermeldungen auch Statusmeldun­ gen, Wartungshinweise, etc. umfassen können. Zur Reduzierung des Speicherbedarfs für das Meldearchiv ist vorgesehen, dass ausschließlich "echte" Fehlermeldungen eingetragen und sons­ tige Betriebsmeldungen allenfalls wie bisher angezeigt oder auf sonstigem Wege weiter verarbeitet werden. Um eine beson­ ders individuelle Filterung der eingehenden Meldungen zu er­ möglichen, können verschiedene Meldungstypen zu Klassen zu­ sammengefasst werden, bspw. nach dem Grad der Störung, wobei sodann die in das Meldearchiv einzutragenden Meldungen klas­ senweise selektiert werden können.
Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass bei Eingehen einer in das Meldearchiv einzutragenden Fehlermeldung die Zu­ stände weiterer Signale zum Zeitpunkt des Fehlereintritts ausgelesen und zusammen mit der Fehlermeldung archiviert wer­ den. Diese üblicherweise als Erstwerte bezeichneten Signale stellen ein Abbild des Anlagenzustands beim Eintritt der Stö­ rung dar und bleiben somit für eine spätere Fehleranalyse verfügbar.
Mit großem Vorteil können die Eintragungen in dem Meldearchiv jederzeit an der Bedienungseinheit angezeigt werden. Damit ist der vor Ort eintreffende Wartungstechniker in die Lage versetzt, auf sämtliche, in dem Meldearchiv hinterlegten In­ formationen zugreifen zu können, insbesondere auch auf frühere Fehlermeldungen, um bspw. Ähnlichkeiten des Fehlerbildes feststellen zu können und sodann die Ursache schnell erkennen zu können. Diese Funktion des Vergleichs mit vorangehenden Fehlermeldungen kann auch automatisiert werden, so dass bspw. beim Drücken einer Taste oder Schaltfläche evtl. gleicharti­ ge, frühere Fehlermeldungen aufgelistet werden und einsehbar sind. Diese Art der Fehlerbehandlung kann noch weiter dadurch unterstützt werden, dass nach Beheben eines Fehlers in dem Meldearchiv die hierbei getroffenen Maßnahmen stichwortartig eingegeben werden, so dass durch Auslesen dieser Zusatzinfor­ mationen weitere Rückschlüsse über mögliche Ursachen des ak­ tuellen Fehlers getroffen werden können.
Weitere Vorzüge ergeben sich dadurch, dass eine Anzeige der eingetretenen Störungen in Form einer Liste möglich ist. Eine derartige Liste bildet eine Übersicht, welche ebenfalls Rück­ schlüsse über die besonders ausfallgefährdete Anlagenteile erlaubt.
Der Erfindungsgedanke erlaubt eine Weiterbildung dahingehend, dass zu jeder eingetretenen Störung die kausale Vernetzung mit allen potentiellen Fehlerquellen samt deren Status im Zeitpunkt des Fehlereintritts anzeigbar ist. Auch dies stellt eine Maßnahme zur Erleichterung der Lokalisierung der Fehler­ ursache dar. Denn in manchen Anlagen werden unterschiedlichen störfallauslösenden Signalen dieselben Fehlermeldungen zuge­ ordnet, bspw.: "Packmaschine defekt", und es ist deshalb vor­ teilhaft, aus dieser summarischen Meldung durch Zurückverfol­ gen der Vernetzungsstruktur das eigentliche, den Störfall auslösende Signal ausfindig machen zu können. Hierbei leisten die ebenfalls abgespeicherten Erstwerte einen nicht unbe­ trächtlichen Beitrag zur schnellen Auffindung des genauen Fehlerortes.
Es hat sich bewährt, dass die Art der Abhängigkeit eines Feh­ lers von potentiellen Fehlerquellen aus einer vorzugsweise im Rahmen der Bedienungseinheit abgespeicherten Netzwerknormalform ermittelt wird. Eine Netzwerknormalform ist eine Rege­ lungs- oder sonstige Signalstruktur des Steuer- und/oder Überwachungsprogrammes und zeigt für je ein intern erzeugtes Signal oder einen Signalausgang, insbesondere auch für jede Meldung, dessen logisches und/oder mathematisches Entste­ hungs- bzw. Bildungsgesetz aus den Eingangssignalen an. Der­ artige Netzwerknormalformen sind üblicherweise nur in den ei­ gentlichen Steuerungs- oder Überwachungseinrichtungen abge­ speichert, können aber zur Beschleunigung des Informations­ flusses und insbesondere auch im Hinblick auf einen Totalaus­ fall einer Steuerungs- oder Überwachungseinrichtung zusätz­ lich in der Bedienungseinheit abgespeichert und dadurch je­ derzeit verfügbar sein.
Durch eine statistische Auswertung der Störungsart und - häufigkeit lässt sich feststellen, ob bspw. besonders häufig ausfallende Geräteteile unterdimensioniert sind oder an einem sonstigen Mangel leiden.
Sofern das Ergebnis der statistischen Auswertung von der Be­ dienungseinheit anzeigbar ist, lassen sich bei komplexen An­ lagen besonders störungsgefährdete Systemteile erkennen, so dass bei einer unübersichtlichen Konstellation die Fehlersu­ che an dem wahrscheinlichsten Auslöseort begonnen werden kann.
Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, dass der Inhalt des Meldearchivs zwecks weiterer Auswertung bspw. über eine Schnittstelle zu einer weiteren Computereinrichtung ü­ bertragbar ist. Damit ist eine ständige Ankopplung an eine Leitzentrale od. dgl. möglich, so dass bspw. ein Wartungs­ techniker von einem zentralen Ort aus bereits eine Vorabun­ tersuchung des Störfalles durchführen kann, um bspw. dem Be­ dienungspersonal vor Ort telefonisch Hinweise für die richti­ ge Behandlung des Störungsfalls geben zu können. Andererseits ist es auch möglich, auf diesem Wege Kriterien für eine weitere Anlagenoptimierung oder Informationen für weitere Dispo­ sitionen zu sammeln.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver­ fahrens, mit wenigstens einem Gerät zur Steuerung und/oder Überwachung einer Anlage und mit einer Bedienungseinheit zum Empfang und zur Anzeige von Fehlermeldungen zeichnet sich da­ durch aus, dass im Rahmen der Bedienungseinheit ein Speicher oder Speicherbereich zum Abspeichern von zu archivierenden Fehlermeldungen samt Zusatzinformationen vorgesehen ist.
Indem hier im Rahmen der Bedienungseinheit ein entsprechender Speicherplatz vorgehalten wird, kann eine langfristige Spei­ cherung des Meldearchivs über Jahre hinweg sichergestellt werden.
Weitere Merkmale, Einzelheiten, Vorteile und Wirkungen auf der Basis der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Er­ findung sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigt:
Fig. 1 einen schematischen Signalflußplan des erfindungsge­ mäßen Verfahrens, sowie
Fig. 2 eine beispielhafte Bildschirmdarstellung bei einer Fehlermeldung.
In Fig. 1 ist der steuerungs- und überwachungstechnische Teil 1 einer industriellen Anlage wiedergegeben. Verschiedene An­ lagenteile werden durch eigens dafür vorgesehene Steuerungs­ geräte 2, 3 den Produktionserfordernissen entsprechend ge­ steuert. Es handelt sich hierbei vorzugsweise um in Schalt­ schränken vor Ort installierte, speicherprogrammierbare Steu­ erungen, welche einen weitgehend automatischen Betrieb der betreffenden Anlagenteile sicherstellen. Eventuell können auch reine Überwachungsgeräte 4 vorgesehen sein, um mittels Sensoren verschiedene Produktionsparameter zu überwachen und ggf. Bereichsüberschreitungen od. dgl. weiterzumelden. Diese Geräte 2-4 arbeiten üblicherweise unabhängig voneinander und sind ausschließlich mit einer zentralen Bedienungseinheit 5 gekoppelt, wo bspw. von einem zentralen Ort der betreffen­ den Produktionshalle oder einer Leitwarte od. dgl. die aktu­ ellen Zustände der verschiedenen Anlagenteile eingesehen wer­ den können. Zu diesem Zweck übertragen die Steuerungs- und/oder Überwachungsgeräte 2-4 in regelmäßigen Zeitabstän­ den, bei Eintritt besonderer Ereignisse und/oder auf Anfrage seitens der Bedienungseinheit 5 entsprechende Daten 6-8 an die zentrale Bedienungseinheit 5. Dort kann wiederum auf ver­ änderte Situationen reagiert werden und einzelne Parameter der Steuerungsgeräte 2-3 können verändert werden oder wei­ tere Funktionen aktiviert oder bestimmte Anlagenteile ge­ stoppt werden. Hierbei werden die aktuellen Daten 9 an einem Bildschirm 10 für das Überwachungs- oder Leitwartenpersonal sichtbar gemacht.
Bei Eintreten einer Störung wird von dem betreffenden Steue­ rungsgerät 2, 3 selbsttätig ein Fehlerbehandlungsprogramm ab­ gearbeitet, vorzugsweise der betreffende Anlagenteil stillge­ setzt oder mit verminderter Leistung betrieben, auf ein Not­ aggregat umgeschalten od. dgl. und gleichzeitig wird eine Fehlermeldung 6, 7 an die Bedienungseinheit 5 weitergeleitet und auf dem Bildschirm 10 angezeigt. In ähnlicher Form werden von einem Überwachungsgerät 4 registrierte Bereichsüber­ schreitungen auch an einem Bildschirm 10 sichtbar gemacht, in besonderen Fällen ebenfalls unter Erzeugung einer zusätzli­ chen Fehlermeldung.
Sobald eine Fehlermeldung auf dem Bildschirm 10 in der Leit­ warte sichtbar ist, kann sich ein Wartungstechniker zu dem betreffenden Anlagenteil begeben, um die Fehlerursache zu su­ chen und zu beheben. Da hierbei jedoch notgedrungen ein ge­ wisser Zeitraum verstreicht, ist nicht auszuschließen, dass trotz einer automatischen Gegenmaßnahme des Steuerungsgerätes 2, 3 weitere Fehler in dem nicht richtig funktionierenden Anlagenteil auftreten. Daher kann es passieren, dass zu dem Zeitpunkt, wenn der Wartungstechniker vor Ort eintrifft, be­ reits eine ganz andere, sekundär ausgelöste Fehlermeldung an dem betreffenden Steuerungsgerät 2, 3 angezeigt wird bzw. auslesbar ist, wobei die ursprüngliche, alle folgenden Feh­ lermeldungen nach sich ziehende Störungsursache von der je­ weils jüngsten Fehlermeldung überschrieben wurde. In diesem Fall ist es dem Techniker kaum mehr möglich, in einem kurzen Zeitraum die eigentliche Störungsursache zu finden und zu be­ heben, er ist vielmehr auf eine visuelle Begutachtung der An­ lage angewiesen und muss diese untersuchen, da ihm das betreffende Steuerungsgerät 2, 3 keine weitere Hilfestellung mehr zu leisten vermag.
Um diesem Nachteil zu begegnen, ist im Rahmen des erfindungs­ gemäßen Systems ein an die Bedienungseinheit 5 angekoppelter 11 Speicher 12 vorgesehen, der genügend Speicherplatz 13 für ein Meldearchiv aufweist. In diesem Meldearchiv 13 werden al­ le von den Steuerungs- und/oder Überwachungsgeräten 2-4 eintreffenden und von der Bedienungseinheit 5 ggf. ausselek­ tierten Fehlermeldungen hinterlegt.
Ferner können in dem Speicher 12 auch die Netzwerknormalfor­ men der auf allen Steuerungsgeräten 2, 3 implementierten Steuer- und/oder Regelalgorithmen oder sonstigen Verknüpfun­ gen abgelegt sein. Die Steuergeräte 2, 3 sind in die Lage ver­ setzt, beim Auftreten einer abzuspeichernden Fehlermeldung den diese Fehlermeldung betreffenden Teil des Signalflußplans zu ermitteln und alle hierfür relevanten Signalwerte festzu­ stellen und als Erstwerte abzuspeichern. Ist dies geschehen, werden von der Bedienungseinheit 5 die zum Zeitpunkt des Feh­ lereintritts von dem betreffenden Steuerungsgerät 2, 3 aufge­ nommenen und zumindest vorübergehend gespeicherten Erstwerte angefordert und ebenfalls in das Meldearchiv 13 eingetragen.
Aus den Erstwertzuständen der potentiellen, fehlerauslösenden Signale kann die Bedienungseinheit 5 sodann erkennen, welches Anlagenteil ursächlich die Fehlermeldung hervorgerufen hat, und es kann diese Information auf dem Bildschirm 10 sichtbar machen. Da dies alles in Bruchteilen von Sekunden erfolgen kann, so kann der Wartungstechniker in der Leitstelle sofort die Fehlerursache eingrenzen, bevor er sich auf den Weg zu dem betreffenden Anlagenteil begibt. Er hat andererseits ge­ nügend Zeit, den ersten, eingetretenen Fehler zu untersuchen, da auch in kurzen Abständen eintretende Folgefehler den betreffenden Eintrag in dem Meldearchiv nicht überschreiben. Befindet sich der Techniker vor Ort, kann er bspw. mittels eines tragbaren Computers 14 bspw. mit Funkschnittstelle mit der Bedienungseinheit 5 in Verbindung treten 15 und sich die interessanten Daten aus dem Meldearchiv 13 an Ort und Stelle auf den Bildschirm holen. Sofern ein Bildschirm vorhanden ist, können die betreffenden Informationen 6, 7 auch über das dortige Steuerungsgerät 2, 3 fließen und sichtbar gemacht werden.
Fig. 2 zeigt eine Darstellung der Bildschirmoberfläche 16 des Bildschirms 10, nachdem mehrere Fehlermeldungen 17 in kurzen Zeitabständen von demselben Steuerungsgerät 2, 3 erzeugt wur­ den. Wie oben bereits ausgeführt, bleibt die alte bzw. erste Fehlermeldung 17 in dem Meldearchiv 13 gespeichert und kann daher gleichzeitig mit allen folgenden Fehlermeldungen 17 an­ gezeigt werden. Eine derartige Liste ist auf der Bildschirm­ darstellung 16 ganz oben zu erkennen. Neben dem Code 17 der betreffenden Fehlermeldung ist eine Datumsspalte 18 und eine Zeitspalte 19 vorgesehen, um den genauen Zeitpunkt des Ein­ tritts eines Fehlers ablesen zu können. Diese Informationen lassen sich zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt jederzeit aus dem Archiv 13 lesen. Aus dem Code 17 ergibt sich ein be­ stimmter Meldetext 20, der vorgegeben ist und einen ganz gro­ ben Überblick über die Situation gibt. Aus einer Statusspalte 21 kann entnommen werden, ob der betreffende Fehler derzeit noch ansteht, und eine Quittierungsspalte 22 zeigt, ob von dem Bedien- oder Wartungspersonal die Fehlerursache behoben und sodann quittiert wurde.
Wie man anhand der Spalte 20 erkennen kann, sind die bei ei­ nem Fehlercode 17 ausgegebenen Meldetexte 20 äußerst dürftig und geben oftmals keinerlei Hinweis auf die eigentliche Feh­ lerursache. Deswegen ist eine zusätzliche Funktion vorgese­ hen, indem durch Auswahl einer bestimmten Fehlerzeile, bspw. in dem dargestellten Beispiel der oberen Zeile betreffend den ersten Fehler um 13 : 13 : 39.17, zu diesem Fehler weitere Infor­ mationen anzeigbar sind. Diese zusätzlichen Informationsdar­ stellungen können in unterschiedlichen Modi erfolgen bspw. gemäß den Fenstern 23-25.
Bei der Fensterdarstellung 23 wird neben den bereits bekann­ ten Informationen des Fehlercodes 17 und des Störungszeit­ punktes 18, 19 ein verbaler Kommentar 26 ausgegeben, der bspw. die Ergebnisse einer internen bzw. automatisch von der Bedienungseinheit 5 vorgenommen Fehleranalyse enthält.
Bei der zweiten Darstellung gemäß dem Fenster 24 ist ein Kon­ taktplan zu der aktuellen Fehlermeldung 17 zu sehen, woraus sich ergibt, dass diese Fehlermeldung bei einem High-Pegel des Merkers 27 (M777.3) ausgegeben wird. Dieser wiederum er­ gibt sich aus der ODER-Verknüpfung 28 zweier Merker 29, 30, von denen der erstere, nämlich M555.1 eine Störung 31, d. h. einen High-Pegel aufweist. Zusätzlich kann wie in dem Fenster 23 auch ein dem als ursächlich erkannten Merker M555.1 zuge­ ordneter, konkretisierter Meldetext 32 ausgegeben werden.
Alternativ zu dieser Kontaktplandarstellung des die Fehler­ meldung auslösenden Signalflußgraphen ist in dem Fenster 25 dieselbe Information als Anweisungsliste zu sehen. Man er­ kennt auch hier anhand der Operatorenspalte 33, dass die bei­ den Merker M555.1 und M666.2 durch eine ODER-Verknüpfung zu dem Merker M777.3 verknüpft sind. Die aktuellen Stati der Signale 34 sind in der Spalte 35 wiedergegeben, und daraus wie auch aus einem Störungs-, insbesondere Blitzsymbol 36 in der Zeile des Merkers M555.1 ist zu erkennen, dass dieser verantwortlich war für die Ausgabe der Fehlermeldung. Aus dem Kommentar 32 ist zu entnehmen, dass die Produktion bei dieser Fehlermeldung jedenfalls nicht deswegen stillgestanden hat, weil kein Rohmaterial vorhanden gewesen wäre (M666.2), son­ dern deshalb, weil das Schutzgitter nicht geschlossen war.
Zur Erzeugung dieser Informationen greift 11 die Bedienungs­ einheit 5 auf die innerhalb des Speichers 12 abgelegten Netz­ werknormalformen zurück sowie auf die im Rahmen des Meldear­ chivs 13 eingetragenen Meldecodes 17 und Signalstati 35, die unmittelbar nach Eintreffen der Fehlermeldung von dem betref­ fenden Steuerungsgerät 2, 3 angefordert werden, bevor sie von einer folgenden Fehlermeldung dort überschrieben werden könn­ ten.
Wie man sieht, ist das Eintreffen der zweiten Fehlermeldung nach Ablauf einer knappen Minute völlig unerheblich, die Be­ dienungseinheit 5 hatte inzwischen genügend Zeit, um anhand der Netzwerknormalform die in Frage kommenden Signale 28, 30 festzustellen und deren Signalwerte aus dem betreffenden Steuerungsgerät 2, 3 abzurufen und durch Abspeicherung in dem Meldearchiv 13 für folgende Untersuchungen zu retten.

Claims (11)

1. Verfahren zur Bereitstellung von Informationen für die Analyse von Fehlern bei gesteuerten und/oder überwachten An­ lagen, wobei nach Erkennung einer Fehlfunktion durch die Steuerungs- oder Überwachungseinrichtung (2-4) eine Fehler­ meldung (17) an eine Bedienungseinheit (5) übersandt (6-8) und angezeigt (10) wird, dadurch gekenn­ zeichnet, dass vorzugsweise im Rahmen der Bedienungs­ einheit (5) eine Eintragung des Fehlers (17) mit Zusatzinfor­ mationen bspw. über Art, Zeitpunkt (18, 19), Zustandekommen, etc. in ein Meldearchiv (13) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, dass von der Bedienungseinheit (5) eine Filterung der von angeschlossenen Steuerungs- und/oder Über­ wachungseinrichtungen (2-4) eingehenden (6-8) Meldungen (17) bspw. anhand von vordefinierten Meldungsklassen vorge­ nommen wird, um in das Meldearchiv (13) einzutragende Meldun­ gen (17) von anderen Meldungen zu unterscheiden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, dass bei Eingehen einer in das Mel­ dearchiv (13) einzutragenden Fehlermeldung (17) die Zustände (35) potentiell fehlerverursachender Signale (34) zum Zeit­ punkt (18, 19) des Fehlereintritts ausgelesen (6-8) und zu­ sammen mit der Fehlermeldung (17) archiviert (13) werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da­ durch gekennzeichnet, dass die Eintragun­ gen in dem Meldearchiv (13) jederzeit an der Bedienungsein­ heit (5) angezeigt (10, 16) werden können.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine An­ zeige (10, 16) der eingetretenen Störungen in Form einer Lis­ te (17-22) möglich ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zu jeder eingetretenen Störung (17) die kausale Vernetzung (27, 28) mit allen potentiellen Fehlerquellen (29, 30) samt deren Sta­ tus (35) im Zeitpunkt (18, 19) des Fehlereintritts anzeigbar (10, 16, 23-25) ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Art der Abhängigkeit eines Fehlers (17) von potentiellen Fehler­ quellen (29, 30) aus einer vorzugsweise im Rahmen der Bedie­ nungseinheit (5) abgespeicherten (12) Netzwerknormalform er­ mittelt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine sta­ tistische Auswertung der Störungsart und -häufigkeit vorge­ nommen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ergeb­ nis der statistischen Auswertung von der Bedienungseinheit (5) anzeigbar (10) ist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Inhalt des Meldearchivs (13) zwecks weiterer Auswertung bspw. über eine Schnittstelle zu einer weiteren Computereinrichtung (14) übertragbar (15) ist.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens einem Gerät (2- 4) zur Steuerung und/oder Überwachung einer Anlage und mit einer Bedienungseinheit (5) zum Empfang und zur Anzeige von Fehlermeldungen (17), dadurch gekenn­ zeichnet, dass im Rahmen der Bedienungseinheit (5) ein Speicher (12) oder Speicherbereich (13) zum Abspeichern von zu archivierenden Fehlermeldungen (17) ggf. samt Zusatz­ informationen (18-22, 26-36) vorgesehen ist.
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