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Verfahren zur Erhöhung der Löslichkeit von metallhaltigen Trockenstoffen
und zur Erhöhung der Stabilität ihrer Lösungen Trockenstoffe löst man, soweit sie
zu Lacken, Lackfarben und Ölfarben verwendet werden, allgemein in flüchtigen organischen
Lösungsmitteln auf. Als solche verwendet man vorwiegend Lackbenzine, Terpentinöle,
aromatische Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe und höhere Alkohole.
In diesen Lösungsmitteln lösen sich die metallhaltigen Trockenstoffe in Konzentrationen
von beispielsweise 50 °/o. Die Praxis löst meist im Verhältnis 1 : 2, 1 : 4 bzw.
1 : 9, d. h., auf einen Teil festen Trockner kommen 2 bzw. 4 bzw. 9 Teile Lösungsmittel.
Solche Lösungen zeigen verschiedentlich, z. B. bei Resinaten bzw. Linoleaten, Ausscheidung
von Niederschlägen. Auch kann, wie beispielsweise bei Kobaltnaphthenat beobachtet
wird, ein Gelatinieren derartiger Lösungen auftreten. Diese Erscheinung beruht darauf,
daß die kolloidal gelösten Trockenstoffe mit dem Lösungsmittel Komplexverbindungen
eingehen, die die Lösung zu einer breiigen bis sulzigen Masse erstarren lassen.
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Man hat versucht, diesem Übelstand durch Zusatz von Fettsäuren oder
Benzoesäure bzw. Crotonsäure abzuhelfen. Mit den letzten beiden Säuren bringt man
aber artfremde Substanz in die Trocknerlösung, die beim Trocknen des Films ungünstige
Bedingungen schafft und den gewünschten Trocknungsprozeß erschwert. Andererseits
sind Zusätze von Fettsäure, wie z. B. Leinölfettsäure, insofern von Nachteil, als
ein zu hoher Gehalt an freier Leinölfettsäure die Oualität von Farben und Lacken
oft ungünstig beeinflußt. Dazu kommt noch, daß Fettsäuren bei blei- und in geringerem
Maße auch bei zinkhaltigen Trocknern starke Ausscheidungen verursachen, da Blei
und Zink mit gesättigten Fettsäuren und Oxyfettsäuren unlösliche Verbindungen geben.
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Es wurde nun gefunden, daß man durch Zusatz von a-Äthylhexansäure
die Löslichkeit von metallhaltigen Trocknern bzw. die Stabilität ihrer Lösungen
bedeutend steigern kann. a-Äthylhexansäure bildet mit den bekannten Trocknermetallen
wohldefinierte metallhaltige Trokkenstoffe, wie a-äthylhexansaures Kobalt von ausgezeichnetem
Trockenvermögen, die die Trockenfähigkeit der bisher bekannten metallhaltigen Trockner
übertreffen bzw. als Zusatzmittel zu den bekannten metallhaltigen Trockenstoffen
deren Trockenkraft steigern und auf die Filmbildung bzw. Qualität von Farben und
Lacken günstig einwirken. Die a-Äthylhexansäure bildet mit Blei oder Zink leichtlösliche
Verbindungen, so daß Ausscheidungen nicht auftreten. Ein Zusatz von 1 bis 2 °/o
a-Äthylhexansäure, berechnet auf festen metallhaltigen Trockenstoff, verhindert
Gelbildung in Trockenstofflösungen, die Hautbildung bei Trockenstoffpasten und wirkt
als Metallträger einer besonders aktiven Trocknergruppe nur günstig beim Trockenprozeß.
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Weiter wurde nun gefunden, daß mit Erfolg an Stelle der a-Äthylhexansäure
auch a-Äthylhexensäure und die Derivate beider angewendet werden können.
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Als Derivate kommen in Frage: a-Nitroäthyl-hexansäure, a-Äthyl-nitrohexansäure,
a-Äthyl-ß, ß-Dichlor-hexansäure, a-Nitro-äthyl-hexensäure, a-Äthyl-ß-Chlor-hexensäure.
Natürlich kann man auch Mischungen dieser Verbindungen untereinander verwenden.
Beispiel 1 Bei der Fällung von 100 g Kobaltnaphthenat werden gleich nach der Fällung
2 g a-Äthylhexansäure zugegeben, wobei ein in wäßriger Aufschlämmung schwach wirkendes
Kobalt-Komplexsalz der Naphthen-a-Äthylhexansäure entsteht. Die Lösung dieses Komplexsalzes
in Lackbenzin ist unbegrenzt haltbar, seine Löslichkeit in reinem Leinöl hoch. Beispiel
2 Zu 1 kg Kobaltlinoleat werden 20 g a-Äthylhexansäure zugesetzt, wodurch die Bildung
einer Linoxschicht beim Lagern, die seine Löslichkeit beeinträchtigt, zurückgedrängt
wird.
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Beispiel 3 1000 kg Kobalt-Mangan-Blei-Naphthenat werden in 900 g Leinöl
unter Zusatz von 100 g a-Äthylhexensäure gelöst. Bei Anwendung höherer Trocknerkonzentration
muß der Anteil an a-Athylhexansäure auf Kosten des
Leinöls erhöht
werden. Man erhält klare, viskose, nicht gelatinierende Lösungen, die auch bei tiefen
Temperaturen beständig und als Trockenmittel zur Firnisherstellung und Sikkativbereitung
auf kaltem oder warmem Wege anwendbar sind.
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Beispiel 4 Zu 1 kg Kobaltlinoleat werden 20 g a-Nitroäthylhexansäure
zugesetzt, wodurch die Bildung einer Linoxschicht beim Lagern zurückgedrängt wird.
Beispiel 5 Einer Fällung von 1000 g Kobaltnaphthenat werden gleich nach der Fällung
20 g a-Äthylhexensäure zugesetzt. Die Lösung dieses Komplexsalzes in Lackbenzin
ist unbegrenzt haltbar, seine Löslichkeit in reinem Leinöl hoch. Beispiel 6 1000
g Blei-Kobalt-Naphthenat werden in 900 g Leinöl 2o unter Zusatz von 100 g a-Nitroäthylhexansäure
gelöst. Man erhält eine klare nicht gelatinierende Lösung, die auch bei tiefen Temperaturen
beständig ist. Beispiel 7 600 g Kobaltnaphthenat mit einem Co-Gehalt von 100/, wurden
unter Rühren am Rückflußkühler bei 100° in 360 g Testbenzin aufgelöst. Nach völliger
Lösung wurde abgekühlt. Dann wurden 40 g a-Äthylhexansäure zugesetzt.
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Die Lösung enthält in 1 kg 600 g Co-Naphthenat mit 10 °/a Co, 360
g Testbenzin, 40 g a-Äthylhexansäure. Das verwendete Kobaltnaphthenat wurde aus
Natriumnaphthenat und Kobaltsulfat, beide in Wasser gelöst, hergestellt, wobei das
aus wäßriger Lösung ausgefällte Kobaltnaphthenat im Xylol aufgenommen und dann von
der wäßrigen Schicht abgetrennt wurde. Anschließend wurde das Xylol abdestilliert,
wobei noch etwaige Spuren von Wasser mit Xylol als azeotropisches Gemisch absiedeten.
Es wurde wasserfreies Co-Naphthenat erhalten.