DE10113345A1 - Stranggießkokille für flüssige Metalle, insbesondere für flüssigen Stahl - Google Patents
Stranggießkokille für flüssige Metalle, insbesondere für flüssigen StahlInfo
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Abstract
Eine Stranggießkokille (1) für flüssiges Metall (2), insbesondere für flüssigen Stahl (2a), mit einem am Kokillen-Eingangsbereich (1a) angeordneten Oberflansch (3) und einem darunter befindlichen Unterflansch (4), wobei Oberflansch (3) und Unterflansch (4) einen Schmierspalt (5) und einen um die Heißseiten (6) des Kokillen-Innenraums (1b) umlaufenden Austrittsschlitz (8) für Schmiermittel (7) bilden, erhält eine sichere Schmiermittelführung und -Zuführung, um einen erforderlichen gleichmäßigen, ununterbrochenen Schmiermittelfluss aufrechtzuerhalten, indem der Oberflansch (3) und der Unterflansch (4) einen beidseitig eben begrenzten Schmierspalt (5) für flüssiges Schmiermittel (7) bilden und indem in Strömungsrichtung (9) vor dem Schmierstoff-Austritt (10) der Schmierspalt (5) einen labyrinthartigen Verlauf (11) aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Stranggießkokille für flüssige Metalle, insbesondere für
flüssigen Stahl, mit einem am Kokillen-Eingangsbereich angeordneten Ober
flansch und einem darunter befindlichen Unterflansch, wobei Oberflansch und
Unterflansch einen Schmierspalt und eine um die Heißseiten des Kokillen-
Innenraums umlaufenden Austrittsschlitz für Schmiermittel bilden.
Derartige Stranggießkokillen werden für alle Strangformate, insbesondere für
Lang- und Flachprodukte, d. h. Blooms, Knüppel, Brammen, Dünnbrammen, Vor
profile, Rundquerschnitte und Polygonformate, eingesetzt.
Allgemein wird zwischen dem Gießstrang und der Kokillenwand mittels Feststof
fen, z. B. Gießpulver, und mittels flüssigen Schmiermitteln, z. B. Öl, geschmiert. Bei
der Verbrennung des Schmiermittels wird der Gießstrahl und die Oberfläche des
flüssigen Gießmetalls in der Stranggießkokille vor Oxydation geschützt. Die Ver
brennungsrückstände wirken als Schmiermittel zwischen Gießstrang und Kokille.
Das Schmiermittel und dessen Verbrennungs- bzw. Schmelzprodukte sind als
dünne Zwischenschicht zwischen Flüssigmetall und Kokillenwand vorteilhaft und
verhindern das Kleben der Strangschale an der Kokillenwand, indem der Rei
bungskoeffizient zwischen Kokillenwand und der erstarrten Strangschale herabge
setzt wird. Ein vermindertes Anhaften des Flüssigmetalls an der Kokillenwandung
verhindert dadurch das Aufreißen der erstarrten Strangschale in der Kokille. Au
ßerdem wird eine Sekundäroxydation an der Gießstrang-Oberfläche im Bereich
des Kokilleneintritts vermieden. Das jeweilige Schmiermittel bewirkt somit eine
Stabilisierung des Gießprozesses und erhöht die Qualität der Strangoberfläche.
Die als Schmiermittel eingesetzten Stoffe erfordern bestimmte Eigenschaften. Die
flüssigen Schmiermittel müssen bei Arbeitstemperaturen ausreichend dünnflüssig
bleiben, homogen sein und die physikalischen Eigenschaften müssen beständig
sein. Feste Zusätze, wie z. B. Festkörperteilchen, wären schädlich. Weitere Anfor
derungen sind eine ausreichende Zähigkeit und ein Haftungsvermögen an den
Kupferplatten der Kokillenwände. Diese Eigenschaften sichern eine zuverlässige,
kontinuierliche Schmiermittel-Zuführung.
Eine einwandfreie Funktion der Austrittsschlitze ist außerdem eine Grundvoraus
setzung für das kontinuierliche Zuführen des flüssigen Schmiermittels. Die Aus
trittsschlitze müssen sorgfältig sauber gehalten werden, um einen gleichmäßigen,
ungestörten Austritt des Schmiermittels zu gewährleisten. Der rauhe Gießbetrieb
verursacht sehr schnell Verunreinigungen in den Austrittsschlitzen und demzufol
ge Störungen der Schmiermittelführung und der Schmiermittelzufuhr in die Kokille.
Während des Gießbetriebs setzen sich häufig Metall- und/oder Schlackespritzer
am Austrittsschlitz ab. Eine solche Störung kann nur durch eine gründliche Reini
gung der Stranggießkokille vor Gießbeginn, vor allen Dingen aber der Austritts
schlitze, beseitigt werden. Strangoberflächen-Fehler, die durch Verunreinigungen
hervorgerufen werden, sind Fehlern ähnlich, die bei Schmiermittelmangel entste
hen. Störungen entstehen außerdem durch unsachgemäßes Brennen, d. h. Reini
gen des Ober- und des Unterflansches. Die beiden genannten Bauteile müssen
aber für eine ungestörte Schmiermittelzufuhr absolut sauber sein und gerade
Kanten und ebene Flächen aufweisen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Schmiermittelführung und - Zufüh
rung sicherer zu gestalten, um den erforderlichen gleichmäßigen, ununterbroche
nen Schmiermittelfluss aufrecht zu erhalten.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Oberflansch
und der Unterflansch einen beidseitig eben begrenzten Schmierspalt für flüssiges
Schmiermittel bilden und dass in Strömungsrichtung vor dem Schmierstoff-Austritt
der Schmierspalt einen labyrinthartigen Verlauf aufweist. Der Vorteil ist ein kon
stanter Schmiermittelstrom, der Verunreinigungen leichter fernhält und bei dem
Verunreinigungen weniger anhaften können. Restliche Verunreinigungen können
leichter aus dem Schmierstoff-Austritt entfernt werden.
Eine Weiterbildung sieht vor, dass der labyrinthartige Verlauf durch eine einseitig
trapezförmige Ringausnehmung mit einer Flanke in einem Schmiermitteldeckel
und einen in diesen ragenden, rechteckförmigen Vorsprung an einem Schmier
mittelflansch gebildet ist. Metall- oder Schtackespritzer können nur noch bis zur
Labyrinth-Flanke gelangen und können auch deshalb leichter beseitigt werden.
Diese Ausbildung wird nun derart weitergeführt, dass der rechteckförmige Vor
sprung in der Fläche der Heißseite endet. Dadurch wird eine gegenüber einem
flachen Schlitz vergrößerte Mündung geschaffen.
Eine andere Verbesserung sieht vor, dass der durch die einseitig trapezförmige
Ringausnehmung begrenzte Schmierspalt einen größeren Speicherraum als der
übrige Verlauf des labyrinthförmigen Schmierspaltes bildet. Das dadurch ge
schaffene größere Volumen liegt kurz vor dem Schmierstoff-Austritt und stellt im
mer einen bestimmten Schmierstoff-Vorrat dar, so dass die Kontinuität der
Schmierstoff-Zufuhr erhöht wird. Beim Reinigen des Schmierstoff-Austritts können
sich Verunreinigungen nicht so leicht verklemmen und werden vom Schmierstoff
mit ausgetragen.
Eine weitere Verbesserung wird dadurch erzielt, dass der Oberflansch im Bereich
des Labyrinths aus hochhitze- und temperaturwechselbeständigem Werkstoff aus
geführt ist. Dadurch wird ein Anhaften von Flüssigmetall- oder Schlackespritzern
ebenfalls vermieden. Hierfür kommen insbesondere Keramikwerkstoffe zur An
wendung.
Dasselbe gilt dann, wenn der Unterflansch im Bereich des Labyrinths aus hoch
hitze- und temperaturwechselbeständigem Werkstoff ausgeführt ist.
Zur Einsparung von teuren Werkstoffen ist vorgesehen, dass der hochhitze- und
temperaturwechselbeständige Werkstoff des Oberflansches und der hochhitze-
und temperaturwechselbeständige Werkstoff des Unterflansches als an die Heiß
seite angrenzende Ringe ausgeführt sind. Ein Abbrennen von Anhaftungen (Flüs
sigmetall und/oder Schlacke) ist in diesen Bereichen nicht mehr erforderlich. Au
ßerdem setzen sich die Schmierstoff-Austritte nicht mehr so wie bisher zu. Die
empfindlichen Kanten der Schmierstoff-Austritte werden auch nicht mehr zerstört.
Gießabbrüche und Qualitätsmängel des Gießstrangs, bedingt durch eine gestörte
Schmierung, werden minimiert. Ferner werden lange Gießperioden (auch unter
Einsatz von Gießstrahl-Schutzmitteln) unterstützt.
Vorteile ergeben sich noch dadurch, dass über dem Oberflansch eine Einlage aus
Feuerfestmaterial und auf dieser eine Kokillenschutz-Abdeckplatte angeordnet
sind.
An beanspruchten Flächen, die gereinigt werden müssen, ist weiterhin günstig,
dass der Oberflansch und der Unterflansch aus Stahl hergestellt sind.
Grundsätzlich werden die vorstehend aufgezeigten Merkmale und Vorteile da
durch begünstigt, dass das Schmiermittel aus Gießöl natürlicher oder syntheti
scher Herkunft oder aus einer Mischung aus einem dieser Öle mit Gießpulver be
steht.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt und werden
nachstehend näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch den oberen Bereich einer Strang
gießkokille,
Fig. 2 eine perspektivische Teilansicht auf die Heißseite mit den Austritts
schlitzen,
Fig. 3 eine Vorderansicht auf den Austrittsschlitz und
Fig. 4 eine Vorderansicht auf den Austrittsschlitz mit alternativen Einsätzen
aus Nichtstahlwerkstoffen.
In der Stranggießkokille 1 wird der Kokillen-Eingangsbereich 1a mittels einer Ko
killenschutz-Abdeckplatte 20 vor mechanischen Einflüssen geschützt. Die Kokil
lenschutz-Abdeckplatte 20 ist über einer Einlage aus Feuerfestmaterial 19 ange
ordnet. Darunter befindet sich ein Oberflansch 3, der zusammen mit einem Unterflansch
4 einen Schmierspalt 5 bildet. In Fig. 1 ist ferner gezeigt, dass das flüssige
Metall 2, insbesondere flüssiger Stahl 2a, während des Gießbetriebes häufig zum
Anhaften von Stahl- und/oder Schlackespritzer im Bereich des Kokillen-
Innenraums 1b an dem Schmierspalt 5 neigt. Dadurch ergeben sich die gezeich
neten, unregelmäßigen Schmierstoffmangel-Flächen 21, 22. In diesen Fällen klebt
in den Bereichen A, B, C Stahl 2a an der Kupferplatte, was im allgemeinen am
Meniskusbereich des Gießspiegels auftritt.
Aus Fig. 2 ergibt sich, dass der Oberflansch 3 und der Unterflansch 4 einen beid
seitig eben begrenzten Schmierspalt 5 für flüssiges Schmiermittel 7 bilden. An der
Heißseite 6, also dem Kokillen-Innenraum 1b zugewendet, tritt das flüssige
Schmiermittel 7, wie z. B. Gießöl, aus dem Austrittsschlitz 8 aus. Das flüssige
Schmiermittel 7 tritt zwischen einem Schmiermitteldeckel und einem Schmiermit
telflansch in dem Schmierspalt 5 und von dort durch den Austrittsschlitz 8 an der
jeweiligen Heißseiten-Fläche 6a aus und in den Kokillen-Innenraum 1b ein.
Aus den Fig. 3 und 4 ist zu ersehen, dass der beidseitig eben begrenzte
Schmierspalt 5 in Strömungsrichtung 9 vor dem Schmierstoff-Austritt 10 einen la
byrinthartigen Verlauf 11 einnimmt.
Dabei ist der labyrinthartige Verlauf 11 durch eine einseitig, dem Kokillen-
Innenraum 1b zugewandte, trapezförmige oder ähnliche Ringausnehmung 12 mit
einer Labyrinth-Flanke 13 in dem Schmiermitteldeckel und mit einem in diesen
hineinragenden, rechteckförmigen Vorsprung 14 an einem Schmiermittelflansch,
gebildet.
Der rechteckige Vorsprung 14 endet in der Fläche 6a der Heißseite 6 (Fig. 3). Da
bei bildet der durch die einseitig trapezförmige Ringausnehmung 12 begrenzte
Schmierspalt 5 einen größeren Speicherraum 15 als der übrige Verlauf 11 des
labyrinthförmigen Schmierspaltes 5.
Der Oberflansch 3 im Bereich des Labyrinths 16 ist aus hochhitze- und tempera
turwechselbeständigem Werkstoff ausgeführt. Analog dazu ist der Unterflansch 4
im Bereich des Labyrinthes 16 ebenfalls aus hochhitze- und temperaturwechsel
beständigem Werkstoff hergestellt (Fig. 4).
Wie weiter aus Fig. 4 ersichtlich ist, sind der hochhitze- und temperaturwechsel
beständige Werkstoff des Oberflansches 3 (des Schmiermitteldeckels) und der
hochhitze- und temperaturwechselbeständige Werkstoff des Unterflansches 4 (
des Schmiermittelflansches) jeweils als an die Heißseite 6 angrenzende Ringe 13
ausgebildet.
Der Oberflansch 3 und der Unterflansch 4 sind als Träger der Ringe 17 aus Stahl
hergestellt. Das Schmiermittel 7 besteht aus Gießöl natürlicher oder synthetischer
Herkunft oder aus einer Mischung von einem dieser Öle mit einem reibungsmin
demden, hitzefesten Stoff, wie z. B. aus Graphit, Gießpulver u. dgl..
1
Stranggießkokille
1
a Kokillen-Eingangsbereich
1
b Kokillen-Innenraum
2
flüssiges Metall
2
a flüssiger Stahl
3
Oberflansch (Schmiermitteldeckel)
4
Unterflansch (Schmiermittelflansch)
5
Schmierspalt
6
Heißseite
6
a Heißseiten-Fläche
7
flüssiges Schmiermittel
8
Austrittsschlitz
9
Strömungsrichtung
10
Schmierstoff-Austritt
11
labyrinthartiger Verlauf
12
Ringausnehmung
13
Labyrinth-Flanke
14
Vorsprung
15
Speicher-Raum
16
Labyrinth
17
Ring
18
Einlage
19
Feuerfestmaterial
20
Kokillenschutz-Abdeckplatte
21
Schmierstoff-Mangelfläche
22
Schmierstoff-Mangelfläche
Claims (10)
1. Stranggießkokille für flüssige Metalle, insbesondere für flüssigen Stahl, mit
einem am Kokillen-Eingangsbereich angeordneten Oberflansch und einem
darunter befindlichen Unterflansch, wobei Oberflansch und Unterflansch ei
nen Schmierspalt und eine um die Heißseiten des Kokillen-Innenraums
umlaufenden Austrittsschlitz für Schmiermittel bilden,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberflansch (3) und der Unterflansch (4) einen beidseitig eben
begrenzten Schmierspalt (5) für flüssiges Schmiermittel (7) bilden und dass
in Strömungsrichtung (9) vor dem Schmierstoff-Austritt (10) der
Schmierspalt (5) einen labyrinthartigen Verlauf (11) aufweist.
2. Stranggießkokille nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der labyrinthartige Verlauf (11) durch eine einseitig trapezförmige
Ringausnehmung (12) mit einer Flanke (13) in einem Schmiermitteldeckel
und einen in diesen ragenden, rechteckförmigen Vorsprung (14) an einem
Schmiermittelflansch gebildet ist.
3. Stranggießkokille nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der rechteckförmige Vorsprung (14) in der Fläche (6a) der Heißseite
(6) endet.
4. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der durch die einseitig trapezförmige Ringausnehmung (12) begrenzte
Schmierspalt (5) einen größeren Speicherraum (15) als der übrige Verlauf
(11) des labyrinthartigen Schmierspaltes (5) bildet.
5. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberflansch (3) im Bereich des Labyrinths (16) aus hochhitze- und
temperaturwechselbeständigem Werkstoff ausgeführt ist.
6. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Unterflansch (4) im Bereich des Labyrinths (16) aus hochhitze-
und temperaturwechselbeständigem Werkstoff ausgeführt ist.
7. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der hochhitze- und temperaturwechselbeständige Werkstoff des
Oberflansches (3) und der hochhitze- und temperaturwechselbständige
Werkstoff des Unterflansches (4) als an die Heißseite (6) angrenzende Rin
ge (17) ausgeführt sind.
8. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass über dem Oberflansch (3) eine Einlage (18) aus Feuerfestmaterial (19)
und auf dieser eine Kokillenschutz-Abdeckplatte (20) angeordnet sind.
9. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberflansch (3) und der Unterflansch (4) aus Stahl hergestellt
sind.
10. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schmiermittel (7) aus Gießöl natürlicher oder synthetischer Her
kunft oder aus einer Mischung von einem dieser Öle mit Gießpulver be
steht.
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