DE10113417A1 - Tragsystem - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Tragsystem zur Aufnahme von mindestens einem Nutzungsmodul beschrieben, welches eine an Stützelementen befestigte räumliche Seilkonstruktion aufweist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Tragsystem zur Aufnahme
von mindestens einem Nutzungsmodul.
Bisher bekannte Baukonstruktionen sind so konzipiert, dass
nach Abschluss des Bauvorhabens weitergehende Änderungen nur
mit großem Aufwand vorzunehmen sind. Dies gilt insbesondere
für die Statik des zu verändernden bzw. zu erweiternden Bau
körpers. Dies gewinnt besonders für die Fälle an Bedeutung,
bei denen weiterer Raum in größeren Dimensionen vorgesehen
wird, wobei die Erweiterung des Baukörpers in der horizontalen
wie auch in der vertikalen Ebene eingeschlossen ist.
Eine Schwierigkeit bei derartigen jederzeit erweiterbaren Bau
körpern liegt darin, dass Tragkonstruktionen zugrunde gelegt
werden müssen, die aus statischen Gesichtspunkten die be
schriebenen Änderungen zulassen.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Tragkon
struktion bzw. ein Tragsystem zur Verfügung zu stellen, das
eine Basis für einen homogenen, jederzeit erweiterbaren Bau
körper in großen Dimensionen bietet.
Diese Aufgabe wird mit einem Tragsystem gemäß Schutzanspruch 1
gelöst. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungs
formen des erfindungsgemäßen Tragsystems.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Tragsystem zur Aufnahme
von mindestens einem Nutzungsmodul, das eine an Stützelementen
befestigte räumliche Seilkonstruktion aufweist.
Die Figuren dienen dazu, die Erfindung näher zu erläutern. Es
zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht einer Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Tragsystems;
Fig. 2 die Seitenansicht der Ausführungsform von Fig. 1;
Fig. 3 eine Draufsicht einer Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Tragsystems mit darin integrierten
Nutzungsmodulen; und
Fig. 4 die Seitenansicht der Ausführungsform von Fig. 3.
Das erfindungsgemäße Tragsystem beruht auf dem Prinzip, dass
für die Aufnahme von sog. Nutzungsmodulen eine Basis geschaf
fen wird, mit der homogene, jederzeit erweiterbare Baukörper
in großen Dimensionen zur Verfügung gestellt werden. Die dabei
zu realisierende Form der Grundrisse der Baukörper ist gene
rell frei wählbar. Mit dem erfindungsgemäßen Tragsystem ist
die Umsetzung jeglicher Nutzungsvorgaben für die umschließende
Fläche durch die freie Gestaltung organischer Grundrisse mög
lich.
Im Gegensatz zu bisher bekannten Baukonstruktionen wird die
nach der Erstellung der Seilkonstruktion folgende Raumnutzung
über Nutzungsmodule umgesetzt. Es ist möglich, in das Tragsys
tem mehrere Nutzungsmodule, jedoch mindestens ein Nutzungsmo
dul, zu integrieren. Hierbei werden die eingeleiteten. Lasten
über die Vorspannung der Seile, ihren Neigungswinkel und ihre
Ausrichtung berücksichtigt. Dieses hat den Vorteil, dass die
räumliche Ausrichtung der Nutzungsmodule völlig frei wählbar
ist.
Die Nutzungsmodule, die auch als modulare Baukomponenten be
zeichnet werden können, befinden sich als modulare Einhänge
systeme in und/oder an den Seilen. Dieses hat den Vorteil,
dass beliebig viele Nutzungsmodule in und/oder an die Seilkon
struktion eingebracht werden können.
Als Nutzungsmodul kann jede Einheit verwendet werden, die dazu
geeignet ist, in irgendeiner Weise Nutzungsfläche und/oder
-raum zu schaffen. Beispiele für Nutzungsmodule sind Gebäude
oder Teile davon sowie Türme oder Teile davon.
Die Gebäude/Gebäudeteile und Türme/Turmteile sind fest in der
Seilkonstruktion verankert oder auf einer vorzusehenden Diago
nalstrebe verfahrbar.
Das dem erfindungsgemäßen Tragsystem zugrunde liegende räumli
che Seilnetzwerk bietet durch seine Variabilität besonders den
energetischen und aerodynamischen Kräften die gewünschte Kom
pensation und Nutzung. So ist es möglich, dass das Nutzungsmo
dul bzw. die Nutzungsmodule und/oder die Seilkonstruktion in
der horizontalen Ebene als auch, falls gewünscht, in der ver
tikalen Ebene ausgerichtet sind. In einer bevorzugten Ausfüh
rungsform des erfindungsgemäßen Tragsystems handelt es sich um
eine uneingedeckte Grundkonstruktion, bei der die Seilkon
struktion lediglich angehängte Elemente aufnimmt. Somit ist
ohne Weiteres eine Mehrgeschossigkeit umsetzbar.
Grundsätzlich bleibt das Bodenniveau frei von Aufbauten. Le
diglich in Teilbereichen sind lastabtragende oder aussteifende
Hilfsseilkonstruktionen erforderlich, wobei sich deren Umfang
und Dimension nach der gewünschten Nutzung ausrichtet.
In der Regel besteht die räumliche Seilkonstruktion des erfin
dungsgemäßen Tragesystems aus Seilelementen, die aus Kohlefa
ser, Kunststoff und Stahl gewählt sind. Unter diesen Materia
lien ist die Kohlefaser bevorzugt, da sie erheblich zur Ge
wichtseinsparung beiträgt. Es sind auch andere Materialien
verwendbar, allerdings mit der Maßgabe, dass sie dem Tragesys
tem die gewünschte Kompensation bieten.
Die Nutzungselemente können aus jedem Material bzw. Kombinati
onen aus Materialien, bestehen, die dafür geeignet sind, ent
sprechende Nutzungsmodule zu bilden. Beispielsweise können
hier Materialien, wie Stahl, Aluminium, Beton oder Mischungen
daraus erwähnt werden.
Das erfindungsgemäße Tragsystem kann auch eine Eindeckung auf
weisen. Eine solche Eindeckung, die auch als Dachdeckung bzw.
Bewitterungshülle anzusehen ist, ist als solche in ihrer Ges
taltung und Auswahl der Materialien den jeweiligen Bedürfnis
sen des zu realisierenden Baukörpers anpassungsfähig. Die Ein
deckung kann, je nach Zweckbestimmung, entweder abgehängt oder
aufgeständert sein. Die Verankerungsdetails sind allerdings
immer gleich. Die Eindeckung kann als zeltförmige Bedeckung
oder als stabile Dachkonstruktion vorliegen. Als Beispiele für
die als Eindeckung geeigneten Materialien seien hier Folien
als Kunststoff oder Leichtmetallen, z. B. Aluminium, genannt.
Es können aber auch Solarmodule und/oder Leichtbaueindeckungen
sowie pneumatische Eindeckungen für die Eindeckung verwendet
werden.
Es ist möglich, bei räumlichen Körperbildungen der Seilver
spannungen Orte für haustechnische Nutzungen vorzusehen. So
bleiben auch ohne Weiteres Optionen der Geometrie und Bede
ckung für bspw. Solarzellen erhalten. Zentrierte Durchdrin
gungspunkte für z. B. Aufwindkraftwerke oder andere eigenstän
dige Bauwerke sind örtlich frei wählbar und auch nachträglich
möglich.
Die für das Tragsystem benötigte Statik lässt sich nach be
kannten Verfahren berechnen. Beispielsweise lassen sich derar
tige Berechnungen computergestützt durchführen.
Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Draufsicht bzw. eine Seitenan
sicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Tragsystems. Hierbei wird ein kreisförmiger Grundriss angenom
men. In dieser Ausführungsform sind radial und in Viertelse
quenzen abgespannte Druckstützen bzw. Gitterträger mit unter
schiedlichen Kopfhöhen angeordnet. Die Stützen sind entweder
freistehend oder monolithisch eingebunden. Sie sind Befesti
gungspunkte für die nachfolgende Seilnetzkonstruktion, entwe
der als externe oder in die Außenhaut integrierte Tragwerke.
In dieser Ausführungsform bestimmen achsenversetzte Diagonal
verbände die Seilverläufe.
In den Fig. 3 und 4 ist ein Beispiel angegeben, in wieweit
eigenständige Baukomponenten in und an der Seilkonstruktion
integriert sein können. Es werden hierbei jeweils eine Drauf-
bzw. Seitenansicht eines Baukörpers mit modularen Baukomponen
ten gezeigt. Das erfindungsgemäße Tragsystem enthält integ
riert an verschiedenen Stellen diverse Türme und Gebäude. Der
Grundriss ist wieder kreisförmig gewählt. Es ist natürlich
auch jede andere Grundrissanordnung möglich.
Allen Türmen ist das Konstruktionsprinzip der Druckrohre mit
Seilverspannung bzw. Seilumlenkung der Kräfte gemeinsam. Da
durch sind Gebäudehöhen von mindestens 850 m erreichbar.
Die Variante der gekreuzten Stäbe zeigt auf der Diagonalstrebe
verfahrbare Turmkanzeln. Der zentrale Soloturm, der ebenfalls
abgespannt ist, bindet in die Seilkonstruktion seiner Umgebung
ein, ohne seine eigenständige Standfestigkeit aufzugeben.
Die Bogenkonstruktion, welche teleskop- bzw. helixförmig aus
gebildet ist, unterstützt die strenge axiale Ausrichtung der
abgehängten Nutzungsmodule. Auch hier hat die Peripherie des
umgebenden Gebäudes keine Einwirkung auf das Bauprinzip. Die
Bogenkonstruktion umfasst mindestens einen Bogen, jedoch sind
mehrere Bögen bevorzugt.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Bogenkonstruktion
aus vier Bögen zusammengesetzt. Ein Bogen wird aus Modu
len/Segmenten gefertigt, wobei bspw. wie folgt zusammengeführt
wird:
- a) über die konventionelle Kran-Fettigteilmontage für ge streckte Teile, oder
- b) über teleskopförmige Ausfahrung im freien Vorbau, wenn das Basiselement den halben Bogen enthält.
Die Seilabspannungen erfolgen in Abhängigkeit der Dimensionen,
eine freitragende Lösung ist durchaus bei kleineren Abmessun
gen möglich. In den Hohlkörpern der Module verläuft die gesam
te Haustechnik, so dass sich die helix-förmige Statik bevor
zugt anwenden lässt. Eine gegenläufige Doppelwendelung aus z. B. Kohlefasersträngen mit zusätzlicher Netzstruktur ist eben
falls als Bogenkonstruktion geeignet.
Das erfindungsgemäße Tragsystem ermöglicht eine Gestaltungs
freiheit, die bisher noch nicht erreicht worden ist. Es können
konstruktiv autarke Zellen geschaffen werden, die von ihrer
Umgebung unabhängig sind. Es können große Flächen in Leicht
bauweise und Netzwerkkonstruktion modular überspannt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Tragsystem können witterungswidrige
Gebiete, wie Wüsten, Eisregionen und fremde Planeten, er
schlossen und urbar gemacht werden. Es werden somit witte
rungsunabhängige und eigenständige Flächen und Räume zur Ver
fügung gestellt.
Es ist daher mit dem erfindungsgemäßen Tragsystem möglich, ge
schlossene Nutzungsflächen zu erstellen. Dazu zählen bspw.
Freizeitanlagen, Städtebau, Produktionsstätten, Wirtschaftsre
gionen, Dienstleistungszentren, Häfen, Sportanlagen jeglicher
Art, zu schützende Freiflächen, Deponien, Kraftwerke für al
ternative und ökologische Energiegewinnung, Forschungseinrich
tungen und Anbauflächen.
Claims (18)
1. Tragsystem zur Aufnahme von mindestens einem Nutzungsmo
dul, das eine an Stützelementen befestigte räumliche Seilkon
struktion aufweist.
2. Tragsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die räumliche Ausrichtung des Nutzungsmoduls frei wählbar ist.
3. Tragsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausrichtung über die Vorspannung der Seite und ihre Nei
gungswinkel gesteuert ist.
4. Tragsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Nutzungsmodul in und/oder an
den Seilen der Seilkonstruktion eingehängt ist.
5. Tragsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
als Nutzungsmodul Gebäude oder Teile davon und Türme oder Tei
le davon vorgesehen sind.
6. Tragsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Gebäude/Gebäudeteile und Türme/Turmteile verfahrbar sind.
7. Tragsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Nutzungsmodul und/oder die
Seilkonstruktion in der horizontalen Ebene ausgerichtet sind.
8. Tragsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenniveau frei von Aufbau
ten ist.
9. Tragsystem nach mindestens einem der vorangegangenen An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilkonstruktion aus
Seilelementen besteht, die aus Kohlefasern, Kunststoff oder
Stahl gewählt sind.
10. Tragsystem nach mindestens einem der vorangegangenen An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nutzungsmodul ein
Element darstellt, das aus Stahl, Aluminium, Beton oder Mi
schungen daraus gebildet ist.
11. Tragsystem nach mindestens einem der vorangegangenen An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Eindeckung auf
weist.
12. Tragsystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Eindeckung aus Materialen besteht, die aus Kunststoff oder
Leichtmetallen gewählt ist.
13. Tragsystem nach mindestens einem der vorangegangen An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Seilkonstruktion
Druckstützen und/oder Gitterträger mit unterschiedlichen Kopf
höhen radial und in Viertelsequenzen vorhanden sind.
14. Tragsystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckstützen und/oder Gitterträger freistehend oder mono
lithisch sind.
15. Baukörper mit einem Tragsystem nach mindestens einem der
vorangegangenen Ansprüche, in dem eigenständige Nutzungsmodule
in und an der Seilkonstruktion integriert sind.
16. Baukörper nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass
als Nutzungsmodule ein Turm, Gebäude, Gebäudeteile, eine Bo
genkonstruktion oder Kombinationen daraus integriert sind.
17. Baukörper nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass
die Bogenkonstruktion mindestens einen Bogen aufweist.
18. Baukörper nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass
die Bogenkonstruktion vier Bögen aufweist.
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Families Citing this family (1)
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Also Published As
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