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Die
Erfindung betrifft eine Landschaftsüberdachung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Nach
dem Stand der Technik sind transparente Überdachungen, beispielsweise
aus Glas oder Kunststoff bekannt, die in der Umweltforschung, in der
Pflanzenzucht oder im Freizeit- und Kulturbetrieb Anwendung finden.
Beispielhaft können
das Biosphere 2 Centre in Arizona/USA oder das Eden Projekt in Cornwall/Großbritannien
genannt werden. Hier können
komplexe Pflanzengemeinschaften wissenschaftlich untersucht und
diese Ökosysteme
Besuchern vorgestellt und erklärt
werden. Bei diesen Großprojekten
wurde die Grundfläche
für die
Bauphase voll genutzt und danach die Pflanzen- und Insektengemeinschaften
künstlich
errichtet. Für
Produktionszwecke wurden in den Niederlanden bereits Studien für großflächige Gewächshäuser auf
maritimen Standorten erarbeitet. Um bestehende Ökosysteme genauer untersuchen
zu können,
ist die großflächige Überbauung
von bestehenden Beständen,
wie Waldflächen,
Wasserflächen
oder landwirtschaftlicher Nutzflächen
nötig,
wobei die Bestände
während der
Bauphase in keiner Weise beeinträchtigt
werden dürfen.
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Die
bisher für
Freizeitzwecke errichteten großflächigen Gebäude sind
jeweils Unikate und können
nicht bei gleicher Raumhöhe
beliebig erweitert werden. Für
die Klimatisierung ist bei diesen Projekten zu dem ein hoher technischer
Aufwand und ein großer
Energiebedarf erforderlich.
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Ein
solares Aufwindkraftwerk mit einem Kollektordurchmesser von 240
m und einer Turmhöhe von
195 m wurde bereits vor Jahren in Manzanares, Spanien, errichtet
und mit Erfolg betrieben. Ein größeres Aufwindkraftwerk
mit einem Kollektordurchmesser von 3600 m und einer Turmhöhe von 950
m ist in Australien geplant, wie es in den VDI-Nachrichten 2003/21
offenbart ist. Diese Konstruktion besteht im Kollektorbereich aus
kleinflächigen
Modulen mit geringer Bauhöhe
und kleinem Stützenabstand.
Bei dieser Konstruktion ist primär
Solarenergienutzung vorgesehen.
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Bei
derartigen Aufwindkraftwerken werden sehr große Flächen überdacht, die einer weiteren Nutzung
als Lebensraum oder Biotop für
Pflanzen, Tier und Mensch weitgehend verloren gehen. Eine Sekundärnutzung
ist nur in Teilbereichen und mit geringer Intensität möglich.
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Es
ist daher die Aufgabe der Erfindung, verfügbares natürliches Gelände zum einen als Lebensraum
für Pflanzen
und/oder Tiere und/oder Menschen nutzbar zu machen, wobei vorzugsweise
keine externe Energie künstlich
zugeführt
werden muss, sondern die regenerativen Energiequellen der Umgebung
genutzt werden können.
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Ausgehend
vom Oberbegriff des Anspruchs 1 wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch
die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale.
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Mit
der erfindungsgemäßen Überdachung
ist es nunmehr möglich,
sehr große,
ebene oder hügelige
Flächen,
ja riesige Gelände
einer Fläche,
die mehrere Quadratkilometer annehmen kann, als Lebensraum für die Pflanzenproduktion
und/oder menschliche Besiedlung zu erschließen. Mit den in der Überdachungskonstruktion
integrierten Energiegewinnungseinrichtungen kann dabei die für den Betrieb der
Einrichtung nötige
Energie teilweise oder ganz aus regenerativen Energiequellen erzeugt
werden. Es können
beispielsweise Flächen,
welche sich unter den Kollektorflächen von Aufwindkraftwerken
befinden als Kulturflächen
oder künstlicher
Lebensraum für
Mensch und Tier genutzt werden. Wüstengebiete können als
Lebensraum nutzbar gemacht werden und es können Flächen, die sich normalerweise
der Nutzung als Lebensraum entziehen, wie Meeresoberflächen klimatisiert
und nutzbar gemacht werden. Eine integrierte Nutzung der natürlichen
regenerativen Energiequellen, wie Sonne-, Wind- und Wasserkraft
ist möglich.
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Als
Landschaftsüberdachung
im Sinne der Erfindung ist ein Bauwerk zu verstehen, das von den Stützen aus
ohne Benutzung der restlichen Grundfläche montiert ist und sich der
Topographie der Landschaft anpasst.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Die
Zeichnungen zeigen beispielhafte Ausgestaltungen, sowie Details
der erfindungsgemäßen Überdachung.
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Es
zeigt:
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1:
Eine Konstruktion aus Gittermasten.
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2:
Einen Ausschnitt der Überdachung.
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2a:
Eine Draufsicht auf die Überdachung
aus 2.
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3:
Eine Ausführungsform
mit Regenwasserspeicherung.
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4:
Einrichtung zur Reinigung und adiabatischen Befeuchtung der Zuluft.
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5:
Eine Ausführungsform
für die
Meerüberdachung
mit Regenwasserspeicherung.
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6:
Ein Ausführungsbeispiel
mit kombinierter Aufwindkraft und Windkraftnutzung.
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7:
Teilansicht von oben von 6.
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8:
Einhausung für
wissenschaftliche Zwecke mit lamellenartig vollflächig lüftbarer Überdachung.
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9:
Teilansicht von 8 von oben.
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10:
Detailausschnitt von 8.
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In
den Figurenbeschreibungen sind gleiche Vorrichtungsmerkmale die
selben Bezugszeichen zugeordnet.
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1 zeigt
einen Gittermast 1 als tragendes Element mit einer Aufwindturbine 2.
An den Gittermast 1 sind ein oberes Tragseil 3 und
ein unteres Tragseil 4 angebracht, welche die Überdachung 5 tragen.
An die Stelle von Tragseilen 3, 4 können auch Rohre
treten. Schnitt aa zeigt die Draufsicht auf den Gittermast 1 mit
einem inneren und äußeren Gittermast.
Der innere und der äußere Gittermast
sind dabei oberhalb der Überdachung 5 mit
transparenten Materialien eingedeckt. Zwischen dem inneren und äußeren Gittermast
sind Treppen und Podeste angeordnet, die eine vollständige, gefahrlose
Zugänglichkeit
des Zwischenraums für
die Montage und Servicearbeiten ermöglichen. Die Doppelüberdachung ist
dabei für
die Wärmedämmung des
Abluftkamins nötig.
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2 zeigt
einen Teilbereich der erfindungsgemäßen Überdachung mit Gittermasten 1a, 1b,
von denen der Gittermast 1a als Luftauslass mit der Aufwindturbine 2 ausgestattet
ist. Die Gittermasten 1b dienen zur Frischluftzufuhr. Diese
Masten sind von der Überdachung 5 bis
in den Bodenbereich einlagig transparent eingedeckt, damit die Zuluft
im Bodenbereich in den Innenraum einströmen kann. Durch die Ausgestaltung
mit Gittermasten 1b als Frischluftzufuhr und Gittermasten 1a als
Abluftkanäle
ist es möglich,
die Überdachungsmodule
unterbrechungsfrei aneinander zu fügen. Die als Gittermast ausgebildeten
Zuluftkanäle 1b haben
vorzugsweise im wesentlichen die Höhe der Überdachung 5, und
die Abluftkamine 1a sind aus physikalischen Gründen höher als
die Überdachung 5.
Beispielsweise können
sie 200 oder 300 Meter höher
sein als die Überdachung, es
sind aber auch noch größere Höhen möglich, um die
Kaminwirkung und dadurch die Leistung der Aufwindkraftturbine 2 zu
steigern. Dies ermöglicht
eine Überdachung
ohne zwingende horizontale Begrenzung. Unterhalb der Überdachung 5 befindet
sich ein Netz 6 geringerer Maschenweite, welches als Montage-
und Servicenetz dient und die volle und gefahrlose Zugänglichkeit
der Hüllflächen für die Montage und
Servicearbeiten ermöglicht.
Unterhalb dieses Netzes 6 kann an diesem Netz 6 zusätzlich eine Schattierung
befestigt werden.
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3 zeigt
einen Teilausschnitt, bei dem das auf der Überdachung 1 gesammelte
Regenwasser in Kanalrohre 7 geleitet und dort gespeichert
wird. Die Kanalrohre 7 stehen mit den Gittermasten 1b und den
Luftauslässen 8 in
Verbindung. Die Zuluft wird dadurch über die Gittermasten 1b in
die Kanalrohre 7 und von dort über die Luftauslässe 8 in
den Innenraum geführt.
Die Rohre werden dabei nur so weit gefüllt, dass ein ausreichender
Querschnitt für
die Luftführung
frei bleibt. Durch den Kontakt mit dem in den Kanalrohren 7 gespeicherten
Wasser wird die Luft gereinigt und adiabatisch gekühlt. In
Gebieten, wo nicht ausreichend Regenwasser zu Verfügung steht, können Teile
oder alle Rohre des Kanalnetzes mit Brack- oder Meerwasser gefüllt werden
um die Reinigungs- und Kühlfunktion
sicher zu stellen.
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4 zeigt
eine Detailansicht einer Befeuchtungsanlage 9, die im oberen
Teil der Gittermasten 1b platziert sind und eine Reinigung
und adiabatische Befeuchtung der Zuluft mit Regen-, Brack- oder Meerwasser
ermöglicht.
Damit kann die Luftkonditionierung auch ohne Wasser in den Kanalrohren
erfolgen. Durch die adiabati sche Kühlung der Zuluft in den Gittermasten 1b wird
auch die Hüllfläche der Masten
abgekühlt.
Unter bestimmten Betriebsbedingungen tritt dann an der Außenseite
der Masten Kondensation ein, wobei dieses Kondensat mit geringem Aufwand
gesammelt werden kann.
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5 zeigt
eine Ausführungsform,
bei der eine Meerwasseroberfläche
mit einer Überdachung 1 ausgestattet
ist, wobei zwischen der Überdachung 5 und
der Wasseroberfläche
ein oder mehrere Boden/Böden 10 (Deck/Decks)
angeordnet ist/sind, der/die für
vielfältige
Nutzungszwecke ausgelegt werden kann/können. Dieser Boden ist dabei
an der Tragkonstruktion abgehängt.
Die Fundamente 12 der Gittermasten können behälterartig ausgeführt werden,
um neben der Tragfunktion auch als Regenwasserspeicher genutzt zu
werden. Um Auftriebskräfte zu
vermeiden ist der Innenraum der behälterartigen Fundamente 12 der
unterhalb des Meerwasserspiegels liegt mit dem Meerwasserbereich
durch Öffnungen
verbunden. Eine Vermischung des Regenwassers mit dem Meerwasser
wird in diesem Behälterteil durch
Foliensäcke 11 in
den Fundamenten, in denen das Regenwasser gespeichert wird, unterbunden.
In der 5 ist die flaschenartige Ausführung der Fundamente beispielhaft
beim Gittermast 1a dargestellt. Diese Fundamentausführung ist
prinzipiell auch bei den Gittermasten 1b möglich.
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In 6 ist
eine Ausführungsform
dargestellt, bei der zur zusätzlichen
Energiegewinnung Windräder 13 angebracht
sind. Dazu werden die Gittermasten 1b höher ausgeführt. Das bedeutet, die Gittermasten 1a und 1b haben
im wesentlichen die gleiche Höhe.
Das Gebäude kann
damit zur Aufwindkraft- und/oder Windkraftnutzung vorgesehen werden.
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7 zeigt
eine Teilansicht der Überdachung
von oben. Diese Ansicht zeigt, dass die Windräder 13 versetzt angeordnet
sind und eine gegenseitige Behinderung dadurch vermieden wird.
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8 zeigt
eine Ausführung
für wissenschaftliche
Zwecke, wobei die Hüllfläche durch
die lamellenartige Anordnung des Eindeckmaterials vollflächig geöffnet werden
kann. Der Ausschnitt zwischen zwei Gittermasten 1 hat in
diesem Beispiel mit einem Abstand von 100m. Die Höhe der Überdachung 5 ist
variabel und kann je nach individuellen Anforderungen ausgestaltet
sein. So kann die Überdachung
einen Abstand vom Boden von beispielsweise 20 m bis 100 m haben.
Die untere Höhe
sollte dadurch begrenzt sein, dass mindestens Kulturpflanzen oder
Tiere und Menschen darunter leben können. Die obere Grenze ist
grundsätzlich
offen wird aber aus praktischen Gründen in der Regel eine Höhe von 100
bis 200 Meter nicht überschreiten.
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9 zeigt
die Draufsicht von 8.
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10 zeigt
einen Detailausschnitt, bei dem die Fenster 14 der Überdachung 1 und
der Gittermaste 1 geöffnet
sind.
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Im
folgenden soll die erfindungsgemäße Überdachung
näher erläutert werden.
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Erfindungsgemäß hat die Überdachung
Ausmaße,
das ein ganzes Gelände überdachen
kann. Das überdachte
Gelände
kann beispielsweise ein Hektar, ein Quadratkilometer oder sogar
mehrere Quadratkilometer betragen.
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Die Überdachung
kann dabei eine ebene Fläche
oder ein hügeliges
Gelände überspannen. Der
Verlauf der Überdachung
kann dabei, abgesehen von den konstruktiven Merkmalen, die im Folgenden
beschieben werden, im wesentlichen in konstantem Abstand vom Boden
verlaufen. Die Überdachung
besteht aus Modulen, die horizontal in jeder Richtung in beliebiger
Anzahl aneinander gekoppelt werden können.
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Die
erfindungsgemäße Überdachung
ist wenigstens teilweise transparent ausgebildet und verfügt besonders
bevorzugt über
eine Durchlässigkeit für Licht,
die die spektrale Zusammensetzung des Lichts möglichst nicht verändert, das
heißt,
es soll möglichst
keine Wellenlänge
des natürlichen
Lichts, einschließlich
UV- und/oder IR-Strahlung
absorbiert werden. Es können
auch Überdachungen
verwendet werden, die definierte Wellenlängen, wie beispielsweise UV-B
reduzieren oder völlig
herausfiltern. Es können
auch definierte Flächenanteile
der Überdachung
als Kollektorfläche
für thermische
oder elektrische Solarenergiegewinnungseinheiten ausgebildet sein.
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Als Überdachungsmaterial
kann beispielsweise Glas, Quarzglas oder Kunststoff verwendet werden.
Die Überdachung
kann sowohl aus festen Platten des transparenten Materials als auch
aus Folie bestehen.
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Erfindungsgemäß ist die Überdachung
vorzugsweise mit Mitteln zur Energienutzung bzw. Energiegewinnung
ausgestattet.
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Diese
Mittel können
beispielsweise die aus Aufwindkraftwerken bekannten Kamine sein,
welche eine Turbine 2 enthalten und die die sich unter
der tranparenten Abdeckung erwärmende
Luft in einer aufwärts
gerichteten Strömung
nach oben in die Umgebung abgeben. Beispielsweise kann je nach Größe und Geometrie
der Überdachung
mindestens ein Abluftkamin und mindestens ein Zuluftkamin vorgesehen
sein, die der Energiegewinnung dienen. Die modulartig aufgebaute Überdachung
kann bei der Aufwindkraftnutzung je Modul einen Abluftkamin und mindestens
einen Zuluftkamin haben. In einer bevorzugten Ausführungsform
kann mehreren Modulen gemeinsam ein Abluftkamin zugeordnet sein.
Weiterhin können
mehreren Modulen gemeinsam ein Zuluftkamin zugeordnet sein. Die
Belüftung
des Raumes unter der Überdachung 5 erfolgt
dann durch die Zuluft- und Abluftkamine 1a, 1b durch
Naturzug.
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In
einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform
ist die Überdachung
derart ausgestaltet, dass sie von den Zuluftkaminen zu den Abluftkaminen
hin vorzugsweise konisch in der Höhe ansteigt. Dadurch wird die
Durchlüftung
begünstigt.
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Auf
der Überdachung
können
auch Solarkollektoren jeglicher Art ganz- oder teilflächig installiert werden,
die die Solarenergie entweder photovoltaisch oder durch Umwandlung
in Wärme
nutzen.
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Weiterhin
können
in den Leitungen, die das Regenwasser vom Dach ableiten, Turbinen
angebracht sein, die durch den Staudruck des abfließenden Regenwassers
angetrieben werden.
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Ist
die Überdachung
auf dem Meer angebracht, so können
im Fundamentbereich auch Gezeitenkräfte zur Energiegewinnung dienen.
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Für die bauliche
Ausgestaltung der Überdachung
kommen grundsätzlich
alle bekannten Konstruktionen in Betracht. So können Glasplatten beliebiger
Geometrie, beispielsweise mit rechteckigen Abmessungen eingesetzt
werden. Das Glas kann dabei in Rahmen der entsprechenden Geometrie
eingefasst sein. In diese Rahmen können auch Kunststoffplatten
oder Folien eingespannt sein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die Überdachung
zwischen Masten, besonders bevorzugt Gittermasten, aufgespannt,
da diese besonders billig sind und beispielsweise auch in Entwicklungsländern mit
Wüstenregionen
kostensparend installiert werden können. Damit können sehr
große
Stützenabstände von
100 m und mehr mit bekannten Materialien und Technologien realisiert werden.
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Die
Gittermasten 1 können
besonders bevorzugt zweischalig ausgebildet sein, das heißt, es sind zwei
Masten im wesentlichen konzentrisch angeordnet, die vorzugsweise
einen Zwischenraum freilassen, der beispielsweise durch Treppen
und Zwischenetagen begehbar ausgebildet ist. Es kann sich beispielsweise
um Stahlkonstruktionen han deln, wie sie bei Strommasten verwendet
werden, also großmaschige
Verstrebungen, die einen Masten bilden. Hierbei können die
Innenmasten als Kamine für
die Aufwind-Energiegewinnung ausgebildet sein. Hierzu werden die
maschenartigen Verstrebungen mit flächigen Materialien bedeckt.
Weiterhin können
auch die Außenmasten
mit flächigen
Materialien bedeckt sein, so dass der Zwischenraum zwischen dem
Innen- und Außenmast
durch mindestens eine Wand begrenzt ist.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
sind die Zwischenräume
zwischen den Verstrebungen der Innen- und/oder Außenmasten mit transparentem
Material bedeckt, welches vorzugsweise eine hohe solare Transparenz
aufweist. Dieses Material kann – analog
zur Überdachung – aus Glas,
Quarzglas oder aus Kunststoff bzw. einer Kunststofffolie bestehen.
Der Vorteil der optisch transparenten Ausgestaltung der Trägermasten
ist, dass auf die überdachte
Fläche
möglichst
wenig Schatten geworfen wird. An Stelle der Gittermasten 1a, 1b können auch
andere gleichwertige Konstruktionen treten, wie beispielsweise Betonsäulen, die
die gleichen tragenden Eigenschaften besitzen. Diese können analog
zu den Gittermasten doppelwandig mit den gleichen Einbauten, nämlich Treppen
und Podeste, ausgestattet sein.
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Die Überdachung
kann durch Trageseile an den Masten angebracht sein. Die Überdachung
ist dann hängend
am oberen Tragseil oder an einem Tragnetz mit Seilen abgehängt. In
einer bevorzugten Ausführungsform
splitten sich die Abhängseile
oberhalb der Überdachung
in mehrere Seile auf, die zu den Eckpunkten der großen Eindeckrahmen
führen.
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Da
die überspannte
Fläche
sehr groß ist,
ist es besonders bevorzugt, unterhalb der Überdachung ein begehbares Gitter
bzw. Seile zu spannen, von denen weitere Halterungsseile zu der Überdachung führen mit
der sie dann befestigt sind. Auf diese Weise kann die Überdachung
gegen Sogeinwirkung gesichert werden.
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Beispiele:
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Gittermasten für die Trag-
und Kaminfunktion mit Wärmedämmung:
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Die
Gittermasten 1 werden in der bevorzugten Ausführungsform
zweischalig ausgeführt
und innen und außen
in bestimmten Bereichen transparent eingedeckt. Dadurch wird einerseits
die Beschattung des Bodens unter der Überdachung 5 vermindert
und andererseits wirkt die Doppel-Überdachung als Wärmedämmung. Die
Gittermasten 1a, 1b können dabei sowohl als Zu- bzw.
Abluftkamine genutzt (Energiegewinnung) als auch der Bereich zwischen
den beiden Schalen als begehbarer Bereich für die Montage- und Servicarbeiten
genutzt werden. Der Abluftkamin kann nur zur Entlüftung, oder
mit einer integrierten Turbine 2, auch zur Energiegewinnung
genutzt werden. Diese Bauweise erlaubt eine hohe Stabilität mit vermindertem
Materialaufwand (1).
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Die Überdachung 5 ist
hängend
am oberen Tragseil bzw. Tragnetz (siehe Daimler Stadion, Stuttgart)
mit vertikalen Seilen abgehängt.
Die vertikalen Abhängseile
splitten sich oberhalb der Überdachung 5 in
mehrere schwächere
Seile auf, die zu den Eckpunkten der großflächigen Eindeckrahmen führen. Damit
beträgt
die Maschenweite des Tragnetzes ein Mehrfaches des Eindeckrasters.
Unterhalb der Überdachung
ist ein begehbares Gitter 6 mit einer Maschenweite von
beispielsweise ca. 40 cm angeordnet, damit die Überdachung gefahrlos montiert
und im Schadensfall sicher repariert werden kann. Zur Sogsicherung
sind die Tragseile der Konstruktion spiegelbildlich auch unter der Überdachung
angeordnet (2).
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Mit
dieser Konstruktion sind große
Spannweiten mit 100 Meter und mehr und sehr hohe Innenraumhöhen möglich die – wie beim
Hängebrückenbau – nur von
der Stützen
aus montiert werden können,
ohne den Baugrund betreten zu müssen.
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Je
nach Standort und Klimabedingungen sind verschiedene Ausführungen
möglich:
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Ausführung für gemäßigte Klimazonen:
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In
Klimazonen in denen ein Luftaustausch, ohne Abkühlung der Luft ausreicht und
das Regenwasser nicht gespeichert werden muss, da genügend Grund-
oder Oberflächenwasser
verfügbar
ist, wird über
die niederen einlagig eingedeckten Masten die Zuluft von der Dachebene
in den Innenraum geleitet und im Bodenbereich verteilt. Der hohe
Abluftkamin saugt die warme Luft unterhalb der Überdachung ab und belüftet den
Raum durch Naturzug, ohne zusätzlichen
Energiebedarf. Oberhalb der Überdachung 5 ist
der Abluftkamin transparent eingedeckt. Je nach Überdachung und Standort, kann
im Kamin zusätzlich
eine Turbine zur Energiegewinnung eingebaut werden, wobei dann eine
zweischalige Überdachung des
Kamins vorteilhaft ist.
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Ausführung für aride und semiaride Klimazonen:
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In
ariden und semiariden Klimazonen ist neben der Regenwasserspeicherung
auch eine adiabatische Luftkühlung
und eine Schattierung des Innenraumes vorteilhaft. Das Regenwasser
kann dabei in oberidischen Teichen und/oder in unterirdischen Zisternen
und/oder in einem Kanalnetz gespeichert werden. Werden die Kanalrohre
nur teilweise gefüllt
und der Freiraum zur Führung
der Kühlluft
genutzt, dann wird die Luft durch die adiabatische Befeuchtung ohne
Fremdenergieaufwand abgekühlt
(2, 4). Eine Nutzung der Zuluftkamine
als Befeuchtungseinrichtung ist ebenfalls möglich. Dabei kann Regen oder
Brack, bzw. Meerwasser im oberen Teil des Kamins verteilt (versprüht) und
die Zuluft adiabatisch gekühlt
und gereinigt (Staub) werden. Bei hohen Luftfeuchtegehalten im Innenraum
kann es dabei an der Überdachung
des Kamins zur starker, nutzbarer Kondensation kommen, die zur Süßwassergewinnung
genutzt werden kann. Wird unterhalb der Ebene des Montage- und Servicenetzes
eine Schattierung (z. B. Lamellenschattierung) eingebaut, dann kann diese
zugleich als Solarabsorber zur weiteren Energiegewinnung genutzt
werden. Damit wird die Luft im oberen Bereich auch zusätzlich erwärmt, wodurch die
Leistung des Aufwindkraftwerkes zusätzlich gefördert wird.
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Ausführung für maritime Standorte:
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Bei
geringen Wassertiefen können
vorgefertigte, großvolumige
Speicher in Trockendocks vorgefertigt, dort teilweise geflutet,
an den vorgesehenen off shore Standort geschleppt, dort voll geflutet
und abgesenkt werden. Diese Speicher dienen dann sowohl zur Regenwas serspeicherung
als auch als Fundament für
die darüberliegende
Konstruktion. Um die Vermischung des Regenwassers mit dem Meerwasser
zu verhindern, ist in den Speichern jeweils ein Foliensack vorhanden
(5, Bez. 11). Solche Foliensäcke können auch
direkt im Meerwasser angeordnet und an den Fundamenten gegen Abdrift
fixiert werden.
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Je
nach Meerestiefe und Wasserbedarf werden alle oder nur die Fundamente
des Abluftkamins als Speicher ausgebildet. Die Gittermasten können zusätzlich mit
Windrädern
(6, Bez. 13) ausgestattet werden. Für diesen
Zweck können
auch die Masten, die sonst nur für
die Zuluft genutzt werden, höher
ausgeführt
werden. (6).
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Die
Fundamentierung kann als Halterung für Einrichtungen zur Wasserkraftnutzung
wie Wellenenergie-, Gezeitenkraftnutzung und/oder Nutzung der Meeresstömung verwendet
werden. Zudem können die
Fundamente zur Fixierung von Netzen verwendet werden, damit unterhalb
des Gebäudes
großräumige Fischzucht
betrieben werden kann. Prinzipiell ist diese Lösung auch ohne Fundamente,
auf schwimmenden luftgefüllten
Tragbehältern
(wie bei Ölplattformen siehe:
http://www.abb.com/GLOBAL/SEITP/SEITP255.NSF/c27faeb75a27a776c1256c6a0047a887/5f085ef2a121de24c1256c7600511c7e/$FILE/ABB%20Group%20Technology%20Report,%202002
German.pdf) möglich.
Dabei müssen
die Tragbehälter
nur mit Seilen horizontal verspannt werden.
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Ausführung für die wissenschaftliche Nutzung:
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Zur
Untersuchung von größeren Pflanzenbeständen sind
großräumige, hochtransparente,
dichte und anderseits gut lüftbare
Einhausungen nötig.
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Dabei
können
die Bestände
kurzzeitig oder dauerhaft geschlossen werden, um die Zusammensetzung
der Atmosphäre
oder das interne Klima gezielt zu verändern. Dafür sind großvolumige Einrichtungen vorteilhaft,
da mit diesen das Innenraumklima besser gesteuert werden kann.
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Dabei
sind auch beliebige interne Unterteilungen des Innenraums möglich z.
B. mit vertikale Vorhänge
wie bei Turnhallen.
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Das
dargestellte Modul ist beliebig erweiterbar, wobei auch die Module
untereinander abgeschottet werden können.
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Da
die Hüllfläche überall einfach
und sicher begehbar ist, ist der Nutzraum auch überall (von oben) mit einfachen
Hilfsmitteln (z.B. elektrische Seilwinden) manuell oder auch automatisch
erreichbar (z.B. für
die Messwerterfassung).
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Durch
die erfindungsgemäße Überbauung können große aride
oder semiaride Flächen
für die Tier-
und Pflanzenproduktion sowie für
die menschliche Besiedlung nutzbar gemacht werden. Damit können neben
der Energieerzeugung für
Industrie- und Ballungszentren neue Lebensräume für die Bevölkerung geschaffen werden.
In semiariaden Gebieten können
dann solche großflächigen Gebäude zu Pflanzenprodutktion
mit hoher Wassernutzungseffizienz Verwendung finden.
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Die
erfindungsgemäße Überdachung
ermöglicht
eine Energie- und Wasserautarke Kulturfläche für die Pflanzen produktion, zum
Wohnen unter angenehmen Klimabedingungen für maritime und Kontinentale
Standorte aber auch für
aride, semiaride und arktische Regionen. Für den Bau der Überdachung können bekannte
kostengünstige
Technologien und Materialien mit langer Haltbarkeit und mit geringen Wartungsanforderungen
verwendet werden. Der Bau und Ausbau des Gebäudes kann ohne Nutzung oder Beeinträchtigung
der Grundfläche
erfolgen, da die baulichen Maßnahmen
ausschließlich
von den Tragmasten aus erfolgt. Es ist eine Anpassung des Gebäudes an
die Topographie der Landschaft möglich. Es
ist eine gefahrlose Zugänglichkeit
aller Eindeckflächen
(Dach und Seitenflächen)
jederzeit von innen möglich.
Auf Grund des modularen Aufbaus kann die Überdachung horizontal beliebig
in alle Richtungen erweitert werden.