DE10105387A1 - Verfahren zum Betrieb eines Magnetresonanzgeräts zur funktionellen Bildgebung sowie Magnetresonanzgerät zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Betrieb eines Magnetresonanzgeräts zur funktionellen Bildgebung sowie Magnetresonanzgerät zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Verfahren zum Betrieb eines Magnetresonanzgeräts zur funktionellen Bildgebung, bei dem abwechselnd nacheinander sequenziell mehrere Bilder ohne und mit einer gezielten Stimulation des Untersuchungsobjekts aufgenommen werden, wobei zu jedem Bild ein Informationswert, der angibt, ob das Bild während einer Phase mit oder ohne Stimulation aufgenommen wurde, wenigstens ein bildbezogener Stimulationswert und wenigstens ein bildbezogener Auswerte-Korrelationswert abgespeichert wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Mag
netresonanzgeräts zur funktionellen Bildgebung, bei dem ab
wechselnd nacheinander sequentiell mehrere Bilder ohne und
mit einer gezielten Stimulation des Untersuchungsobjekts auf
genommen werden.
Das Verfahren zur funktionellen Bildgebung bietet die Mög
lichkeit, Körper- oder Organfunktionen über einen längeren
Zeitraum untersuchen und beobachten zu können, um auf diese
Weise Informationen über etwaige Fehlfunktionen des Untersu
chungsbereichs zu erhalten. Im Rahmen dieser Untersuchungen
werden abwechselnd nacheinander mehrere Bildsequenzen aufge
nommen, wobei innerhalb einer jeweiligen Sequenz entweder ei
ne gezielte Stimulation des Untersuchungsobjekts erfolgt oder
nicht. Aufgrund der gezielten Stimulation zeigen sich in den
aufgenommenen Bildern stimulationsabhängige Unterschiede, die
im Rahmen der nach der Aufnahme eines jeweiligen Bildes er
folgenden Auswertung herausgearbeitet werden. Ein Beispiel
einer Untersuchungsmethode unter Verwendung der funktionellen
Bildgebung ist die BOLD-Messung (Blood Oxygen Level Depen
dent) unter Verwendung eines Magnetresonanzgeräts, bei der
Aktivitätsbilder des Gehirns des Patienten aufgezeichnet wer
den. Hierbei wird während eines Teils der Messungen das Ge
hirn des Patienten stimuliert, z. B. durch Fingerbewegung, a
kusto-optische Signale, elektrische Impulse etc., während des
anderen Teils der Messungen erfolgt keine Stimulation. Im
Rahmen der Auswertung werden hierbei die erhaltenen unter
schiedlichen Messungen gegen einen Auswerte-Korrelationswert
korreliert. Aus dieser Auswertung erhält man ein Maß für die
Stimulierung definierter Gehirnareale des Patienten, wobei
sich die stimulierten Gehirnbereiche im Auswertebild durch
deutlich hellere Bereiche zeigen.
Die Auswertung erfolgt bei bekannten Verfahren direkt nach
einer Messung bzw. Aufnahme eines Bildes. Dieser Auswertung
liegen die in diesem Moment bekannten relevanten Informatio
nen zugrunde, ob das jeweilige Bild mit oder ohne Stimulation
aufgenommen wurde sowie etwaige Informationen betreffend die
Stimulation sowie der jeweilige Auswerte-Korrelationswert.
Probleme ergeben sich jedoch dann, wenn zu einem späteren
Zeitpunkt eine wiederholte Auswertung erfolgen soll. Denn es
ist nicht möglich, die bildbezogenen relevanten Informationen
wie die der der Aufnahme zugrundeliegende Stimulationsphase
sowie die Information über die Stimulierung selbst und den
Auswerte-Korrelationswert exakt dem jeweiligen Bild zuzuord
nen.
Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Verfahren
anzugeben, das eine spätere bzw. wiederholte Auswertung und
damit eine jederzeitige Beurteilung des Untersuchungsergeb
nisses ermöglicht.
Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Verfahren der ein
gangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass zu jedem
Bild ein Informationswert, der angibt, ob das Bild während
einer Phase mit oder ohne Stimulation aufgenommen wurde, we
nigstens ein bildbezogener Stimulationswert und wenigstens
ein bildbezogener Auswerte-Korrelationswert abgespeichert
wird.
Durch das erfindungsgemäße Abspeichern sämtlicher aufnahme-
und auswertungsrelevanter Informationen zu jedem Bild kann
der behandelnde Arzt die erste oder eine wiederholte Auswer
tung zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt vornehmen, da ihm
mit dem Bilddatensatz zusammen sämtliche relevanten Informa
tionen vorliegen. Die Probleme hinsichtlich der exakten Zu
ordnung der aufnahme- und auswertungsrelevanten Informationen
zu den Bildern, wie dies im Stand der Technik der Fall ist,
bestehen beim erfindungsgemäßen Verfahren aufgrund der zwin
genden speicherbedingten Zusammenführung der Bilddaten mit
diesen Informationen mit besonderem Vorteil nicht.
Erfindungsgemäß können als Stimulationswert eine die Art
und/oder Intensität und/oder Dauer der Stimulation und/oder
die Stimulationszeitpunkte beschreibende Information abge
speichert werden. Als Stimulationswert kann also jede Infor
mation verwendet werden, die in irgendeiner Weise einen für
die Auswertung relevanten Gehalt besitzt und im Rahmen der
Auswertung zu berücksichtigen ist. Als die Intensität der
Stimulation beschreibender Stimulationswert kann bspw. die
Helligkeit der optischen Stimulationsquelle, die Lautstärke
der akustischen Stimulationsquelle, bei einer Berührungssti
mulation der von der Stimulationsquelle auf das Untersu
chungsobjekt ausgeübte Druck, die Impulsstärke einer elektri
schen Stimulationsquelle oder ein ein Maß hierfür angebender
Betriebsparameter der Stimulationsquelle verwendet werden.
Selbstverständlich können, sofern Stimulationsquellen verwen
det werden, die eine kombinierte Stimulation zulassen (z. B
eine akusto-optische Stimulation) auch kombinierte Stimulati
onswerte abgespeichert werden. Daneben besteht natürlich auch
die Möglichkeit, andere als die lediglich beispielhaft er
wähnten Stimulationsquellen zu verwenden bzw. andere als die
beschriebenen Stimulationswerte abzuspeichern.
Erfindungsgemäß wird zur Auswertung eine zeitbezogene Korre
lationskurve verwendet, wobei als Auswerte-Korrelationswert
ein im Zeitpunkt der jeweiligen Bildaufnahme liegender Wert
der Korrelationskurve verwendet wird. Diese Korrelationskur
ve, die vom untersuchenden Arzt als Idealkurve ausgewählt
wird und während der Bildaufnahme einer Erstauswertung
zugrundeliegt, zeigt z. B. eine Sinuskurve mit einer Zeitskala
als Abszisse. Zu den jeweiligen Aufnahmezeitpunkten eines
Bildes wird nun der zum Aufnahmezeitpunkt korrespondierende
Wert der Korrelationskurve ermittelt und als Auswerte-
Korrelationswert mit abgespeichert. Auf diese Weise erhält
man zu jedem Bildpunkt eines Bildes den zeitbezogenen Auswer
te-Korrelationswert aus der Korrelationskurve, wobei für
sämtliche Bildpunkte eines Bildes sowie für sämtliche aufge
nommenen Bilder dieselbe Korrelationskurve zugrundeliegt.
Weiterhin kann vorgesehen sein, dass mittels des Informati
onswert zusätzlich zur Stimulationsphase auch angegeben wird,
ob es sich bei dem jeweiligen Bild um ein im Rahmen der Aus
wertung zu ignorierendes Bild handelt. Denn mitunter ist es
erforderlich, bspw. die beiden ersten und die beiden letzten
Bilder, die innerhalb einer Phase aufgenommen werden, im Rah
men der Auswertung zu ignorieren, da sich innerhalb dieser
Zeitspanne die Stimulations- und Antwortverhältnisse des Un
tersuchungsbereichs, z. B. des Gehirns ändern, weshalb die
hier erhaltene Bildinformation im Rahmen der Auswertung mit
unter keinen relevanten Informationsgehalt birgt.
Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren betrifft die Erfindung
ferner ein Magnetresonanzgerät, geeignet zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung er
geben sich aus dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbei
spiel sowie anhand der Zeichnung.
Die Figur zeigt schematisch den Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens bzw. den Betrieb eines erfindungsgemäßen Magnetre
sonanzgeräts. Gezeigt wird ein Untersuchungsobjekt 1, das
sich in einem Magnetresonanzgerät 2 befindet. Beispielsweise
soll hier die Aktivität des Gehirns bei einer optischen Sti
mulation untersucht werden. Zu diesem Zweck ist eine Stimula
tionsquelle 3 in Form der Lichtquelle 4 vorgesehen, deren Be
trieb über ein externes Gerät 5 getriggert wird. Die Licht
quelle 4 wird entsprechend der Kurve T abwechselnd ein- und
ausgeschalten. Die Einschaltdauer Δtm sowie die Ausschaltdau
er Δto beträgt bspw. jeweils 10 s.
Mittels des Magnetresonanzgeräts 2 werden nun eine Vielzahl
von Bildern innerhalb der unterschiedlichen Stimulationspha
sen aufgenommen. Im gezeigten Beispiel werden pro Phase, also
bei gegebener Stimulation sowie ohne Stimulation jeweils fünf
Bilder B aufgenommen. Die Bildaufnahme wird entsprechend der
zeitlichen Triggerung der Stimulationsquelle getriggert. Dies
ermöglicht es, jedem Bild B einen Informationswert bezüglich
der jeweiligen Stimulationsphase, innerhalb welcher das Bild
B aufgenommen wurde, zuzuordnen. Zusätzlich kann mittels des
Informationswerts angegeben werden, ob das jeweils aufgenom
mene Bild im Rahmen der Auswertung zu ignorieren ist oder
nicht. Im gezeigten Beispiel lautet die Informationswertfolge
"IAAAI-IBBBI-IAAAI-. . .", wobei A = aktiv stimulierte Phase,
B = nicht stimulierte Phase, I = Ignorierbild. Von den pro
Phase aufgenommenen fünf Bildern wird also das erste und
letzte im Rahmen der Auswertung nicht berücksichtigt, die
drei verbleibenden Bilder werden ausgewertet.
Wie ausgeführt wird die Aufnahme der Bilder B in Abhängigkeit
der Stimulation getriggert. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
werden pro Stimulationsphase fünf Bilder, zu den Zeitpunkten
tm1, tm2, . . ., tm5, to1, to2, . . ., to5, tm6, tm7, . . . aufgenommen
(mit tm = mit Stimulation, to = ohne Stimulation). Weiterhin
erfolgt nach der Aufnahme jedes einzelnen Bildes B eine erste
Auswertung. Im Rahmen dieser wird jedes Einzelbild und inner
halb dieses Einzelbilds jeder einzelne Bildpunkt im Bezug auf
eine Korrelationskurve K korreliert. Die Korrelationskurve
wird vom untersuchenden Arzt vor der Messung bestimmt. Im ge
zeigten Beispiel wird die Korrelation anhand einer sinusför
migen Korrelationskurve K durchgeführt, da das Gehirn auf ei
nen externen Stimulus keine Sprungantwort liefert, sondern
langsam bis zu einem Maximum ca. 2 sec ansteigt und dann beim
Abschalten genauso eine gewisse Zeit benötigt bis das Signal
abgefallen ist. Im Rahmen der Auswertung wird nun zu jedem
Aufnahmezeitpunkt ein tm1, tm2, . . ., to1, to2 . . . egal in wel
cher Phase ein entsprechender zeitbezogener Auswerte-
Korrelationswert km1, km2, . . ., km5, ko1, ko2, . . ., ko5, km6, km7, . . .
gewählt. Die Auswertung liefert nun einen Wert, der ein Maß
für den Unterschied darstellt, den das jeweilige Bildpunkt
signal in Bezug auf den Wert der Korrelationskurve aufweist.
In Bezug auf die innerhalb der Messung aufgenommenen Bilder
(innerhalb einer Messung werden z. B. 100 Bilder insgesamt
aufgenommen, es können natürlich auch mehr Bilder aufgenommen
werden) erfolgt also ein statistische Auswertung, an deren
Ende ein Gesamtbild steht, das die aktiven Zonen des Gehirns
zeigt. Die aktiven Zonen des Gehirns ergeben sich statistisch
durch die Berücksichtigung der bildpunkteigenen Unterschiede
über die Gesamtzahl der aufgenommen Bilder. Die stimulierten
Gehirnzonen zeigen sich innerhalb des endgültigen Bildes an
hand deutlich hellerer Bereiche.
Schließlich wird in einem Speicherbereich 6 des Magnetreso
nanzgeräts 2 jedes Einzelbild B und diesem eine Schar von In
formationen abgespeichert, die eine spätere Auswertung der
Bildserie ermöglichen, da die während der Messung und der
Erstauswertung vom untersuchenden Arzt vorgenommenen Be
triebs-, Stimulations- und Auswerteparameter pro Einzelbild
bekannt sind. Im gezeigten Beispiel werden zu dem ersten Bild
B der Aufnahmezeitpunkt tm1, der Aufnahmezeitpunkt bezogene
Korrelationswert km1, der Phasen-Informationswert I abgespei
chert sowie der Stimulationswert Tw (z. B. die Helligkeit der
Lichtquelle 4). Zum zweiten aufgenommenen Bild wird der Auf
nahmezeitpunkt tm2, der Korrelationswert km2, der Phasen-
Informationswert A und der Stimulationswert Tw abgespeichert,
etc.
Selbstverständlich ist es möglich, auch weitere bildbezogene
Information pro Bild abzuspeichern, sofern diese für eine
nachfolgende Auswertung relevant sind.
Claims (6)
1. Verfahren zum Betrieb eines Magnetresonanzgeräts zur funk
tionellen Bildgebung, bei dem abwechselnd nacheinander se
quenziell mehrere Bilder ohne und mit einer gezielten Stimu
lation des Untersuchungsobjekts aufgenommen werden, wobei zu
jedem Bild ein Informationswert, der angibt, ob das Bild wäh
rend einer Phase mit oder ohne Stimulation aufgenommen wurde,
wenigstens ein bildbezogener Stimulationswert und wenigstens
ein bildbezogener Auswerte-Korrelationswert abgespeichert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Stimulationswert eine die Art und/oder Intensität
und/oder Dauer der Stimulation und/oder die Stimulationszeit
punkte beschreibende Information abgespeichert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als die Intensität beschreibender Stimulationswert die
Helligkeit der optischen Stimulationsquelle, die Lautstärke
der akustischen Stimulationsquelle, bei einer Berührungssti
mulation der von der Stimulationsquelle auf das Untersu
chungsobjekts ausgeübte Druck, die Impulsstärke einer elekt
rischen Stimulationsquelle oder ein Maß hierfür angebender
Betriebsparameter der Stimulationsquelle verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Auswertung eine zeitbezogene Korrelationskurve ver
wendet wird, wobei als Auswerte-Korrelationswert ein im Zeit
punkt der jeweiligen Bildaufnahme liegender Wert der Korrela
tionskurve verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels des Informationswerts zusätzlich zur Phase auch
angegeben wird, ob es sich bei dem jeweiligen Bild um ein im
Rahmen der Auswertung zu ignorierendes Bild handelt.
6. Magnetresonanzgerät, geeignet zur Durchführung des Verfah
rens nach einem der vorangehenden Ansprüche.
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