DE10103767A1 - Verfahren und Vorrichtung zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidungInfo
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Abstract
Um Unfälle, insbesondere mit ungestützten Personen, zu verhindern, sind unterschiedlichste Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die vorzüglich darauf ausgerichtet sind, Fußgänger schon vor Betreten der Fahrbahn zu erkennen und die Aufmerksamkeit der Fahrzeuglenker zu wecken. Das neuartige Verfahren und die entsprechende Vorrichtung zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidung nutzt die Information eines Sensorsystems, welches das Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet. Diese Information wird in Abhängigkeit der Auswertung sowohl einem Fahrzeuginsassen als auch den Verkehrsteilnehmern, welche sich außerhalb des Fahrzeugs befinden, repräsentiert. Zum verbesserten Schutz der Verkehrsteilnehmer erfolgt dabei bereits zu der Zeit, zu welcher sich das Fahrzeug noch in einem normalen Fahrzustand befindet, die Auswertung der Information des Sensorsystems. Die Auswertung erfolgt in der Art, dass geprüft wird, ob durch die aktuelle Verkehrssituation ein signifikant hohes Gefährdungspotential für einen Verkehrsteilnehmer auftritt. In einem solchen Fall wird vom Fahrzeug eine Warnung in das Umfeld des Fahrzeugs gesandt, um diesen Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine zur Durchführung dieses Verfahrens
geeignete Vorrichtung nach den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 und 7.
Ein auf die Straße rollender Ball oder ein plötzlich hinter einem Auto auftauchender
Puppenwagen implizieren die akuten Gefahr, dass ein Mensch, insbesondere Kind, ohne
auf die Straße zu schauen hinter diesem Objekt herläuft und es zu einem
folgenschweren Zusammenprall kommen kann. Ebenfalls gehen Gefahren von plötzlich
hinter Hindernissen auftauchende Fußgänger oder unachtsame Radfahrer aus. Auch in
diesen Fällen ist nicht nur der Fahrzeuglenker und dessen Fahrzeug gefährdet, sondern
im verstärkten Maße auch der potentielle Unfallverursacher selbst. Um Unfälle,
insbesondere mit ungeschützten Personen zu verhindern, sind aus dem Stand der
Technik unterschiedlichste Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die vorzüglich darauf
ausgerichtet sind, Fußgänger schon vor betreten der Fahrbahn zu erkennen und die
Aufmerksamkeit der Fahrzeuglenker zu wecken.
Die Schrift JP 11-039597 A1 beschreibt ein Verfahren zur Kollisionsverhinderung, bei
welchem eine in Fahrtrichtung eines Vehikels blickende Kameraeinrichtung den Status
des Bremslichts des vorausfahrenden Fahrzeugs auswertet und dem Fahrzeuglenker
das Aufleuchten des Bremslichts signalisiert.
Aus DE 284 44 221 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, bei welcher im Falle eines
Fahrzeugdiebstahls oder dessen Versuch, bei Personen im Umfeld des Fahrzeugs durch
akustische oder optische Signale Aufmerksamkeit erweckt wird. Die
Aufmerksamkeitssteuerung von im Umfeld eines Fahrzeugs befindlichen Personen ist
auch in DE 32 08 115 A1 beschrieben, bei welchem auf Grund von Einwirkungen,
insbesondere unfallbedingter Erschütterungen, auf das Fahrzeug Warn- und
Alarmanlagen ausgelöst werden. Ähnliche Vorrichtungen sind aus DE 37 21 813 A1 und
DE 195 01 947 A1 bekannt, bei welchen akustische Signalgeber mit
Notbremseinrichtungen gekoppelt sind, so daß bei deren Aktivierung Hupsignale
erzeugt werden. Entsprechend beschreibt DE 298 07 301 U1 eine Einrichtung, welche
gesteuert durch die Auslösung eines Airbags die Warnblinkanlage oder die Hupe eines
Kraftfahrzeugs automatisch betätigt.
In JP 11-215487 A1 wird Verfahren zur Detektion von Fußgängern beschrieben, welches
sich die Information zweier im sichtbaren bzw. infraroten Bereich arbeitenden Kameras
zu nutze macht. Aus der Fusion der beiden Bildinformationen kann auf Grund der
Wärmeausstrahlung der Haut der Fußgänger auf diese geschlossen werden. Wenn ein
Fußgänger durch das System erkannt wurde, wird dies dem Fahrzeugführer durch ein
Signal mitgeteilt.
Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren und eine zur Durchführung des Verfahrens
geeignete Vorrichtung mit den Merkmalen der Oberbegriffe der
Patentansprüche 1 und 7 zu finden.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Vorrichtung mit den Merkmalen der
Patentansprüche 1 und 7 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung sind in den diesen untergeordneten Ansprüchen beschrieben.
In besonders vorteilhafter Weise löst das Verfahren zur vorausschauenden
Kollisionserkennung und -vermeidung die Aufgabe der Erfindung, indem es sich der
Information eines Sensorsystems bedient, welches das Umfeld eines Fahrzeugs
beobachtet und das diese Information in Abhängigkeit dieser Auswertung einem
Fahrzeuginsassen repräsentiert. Dabei wird in besonderer Weise bereits zu der Zeit, zu
welcher sich das Fahrzeug in einem normalen Fahrzustand befindet, die Auswertung der
Information des Sensorsystems, in der Art durchgeführt, dass geprüft wird, ob durch die
aktuelle Verkehrssituation ein signifikant hohes Gefährdungspotential für einen
Verkehrsteilnehmer auftritt. Für diesen Fall, sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor
eine Warnung in das Umfeld des Fahrzeugs zu senden, um diese Verkehrsteilnehmer
darauf hinzuweisen. Dadurch signalisiert das Verfahren beispielsweise plötzlich hinter
Hindernissen auftauchenden Fußgängern oder unachtsamen Radfahrern die
Gefahrensituation und erhöht deren Aufmerksamkeit.
Insbesondere ist das erfindungsgemäße Verfahren dann von Vorteil, wenn durch ein
Sensorsystem eine Gefahrensituation bereits erkannt werden kann, ohne dass Personen
optisch wahrgenommen werden können und diese aus diesem Grund die potentielle
Gefahr durch das Herannahen eines Fahrzeugs ebenfalls visuell nicht erfassen. Dies ist
zum Beispiel bei einem auf die Fahrbahn rollenden Ball oder einem auf die Fahrbahn
rollenden Kinderwagen der Fall. In beiden Situationen ist mit dem Nachfolgen von
Personen zu rechnen, welche noch möglichst vor dem Zeitpunkt, zu welchem sie visuell
erfasst werden können, zu warnen sind. Auch ist das erfindungsgemäße Verfahren in
der Lage entgegenkommende Fahrzeuglenker, welche beispielsweise durch
Unachtsamkeit auf die eigene Fahrbahn zu steuern, zu warnen.
Ein weiterer Vorteil des hier aufgezeigten Verfahrens ist durch die Eigenschaft gegeben,
dass gleichzeitig mit dem Verkehrsteilnehmern im Umfeld des Fahrzeugs, insbesondere
durch das Aussenden eines akustischen Warnsignals auch die Aufmerksamkeit des
Fahrzeuglenkers selbst erhöht wird. Da nun auf diese Weise alle potentiellen
'Kollisionspartner' in einen Zustand der Achtsamkeit versetzt werden und konzentriert
auf die aktuelle Situation reagieren können, läßt sich eine Gefahr viel eher vermeiden,
als dies bei aus dem Stand der Technik bekannten Systemen der Fall ist, bei welchem
einzig der Fahrzeuglenker vor potentiellen Gefahren gewarnt wird
(beispielsweise: JP 11-215487 A1 oder JP 11-039597 A1). Das erfindungsgemäße
Vorgehen ist auf diese Weise in der Lage die natürliche Reaktion eines aufmerksamen
Fahrers zu simulieren, welcher bei der Wahrnehmung einer Gefahrensituation versuchen
wird, die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zu erwecken.
Das in das Fahrzeugumfeld ausgesandte Warnsignal ist in bevorzugter Weise ein Hup-
und/oder Lichtsignal. Dabei wird ein akustisches Hupsignal vor allem Personen im
Fahrzeugumfeld wahrgenommen, während optische Warnsignale, wie Lichthupe oder
Warnblinkanlage, vor allem von anderen Fahrzeugführern erkannt werden.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens, wird vorteilhaft die Warnung über
eine Kommunikationsanlage in das Fahrzeugumfeld übermittelt. Auf diese Weise ist es
zum einen möglich andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, zum anderen aber auch
Verkehrszentralen, über den aktuellen Verkehrszustand zur Information und zu
statistischen Zwecken, in Kenntnis zu setzen.
Es ist nun denkbar das erfindungsgemäße Verfahren so auszugestalten, dass die Art der
Warnung in Abhängigkeit der Auswertung der Sensorinformation, beispielsweise
entsprechend den oben beschriebenen Wirkweisen, gewählt wird.
In vorteilhafter Weise läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren dahingehend
ausgestalten, dass vor Aussenden eines akustischen Warnsignals in das Umfeld des
Fahrzeugs der Führer des Fahrzeugs intern im Fahrzeug durch eine geeignete
Signalisation auf dieses Aussenden vorbereitet wird. Dies ist insbesondere dann
angebracht, wenn ein akustisches Warnsignal in das Umfeld des Fahrzeugs gesandt
werden soll. Dies könnte einen unvorbereiteten Fahrzeugführer erschrecken und somit
zu Fehlreaktionen verleiten. Insbesondere aus diesem Grund bietet es sich an, den
Fahrzeugführer durch ein separates Signal über das Aussenden einer Warnung in
Kenntnis zu setzen, vorzugsweise noch vor der Warnung der anderen
Verkehrsteilnehmer.
Zur Durchführung des vorab beschriebenen neuartigen Verfahrens, bietet sich eine
Vorrichtung zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidung an, bei
welcher ein Mittel zur Auswertung der Information eines Sensorsystems, welches das
Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet, vorhanden ist. Ebenso sollte diese Vorrichtung mit
einer Einheit zur Informationsverarbeitung in Verbindung stehen, welche über einen
zugehörigen Signalgeber verfügt, um die ausgewertete Information einem
Fahrzeuginsassen zu repräsentieren. In besonders erfinderischer Weise ist nun eine
solche Vorrichtung dahingehend auszugestalten, dass die Einheit zur
Informationsverarbeitung bereits bei normalen Betriebszustand des Fahrzeugs mit einer
Anlage zum Aussenden einer Warnung in das Umfeld des Fahrzeugs in Verbindung
steht. Bei dieser Anlage kann es sich nun um eine akustische oder optische
Signalanlage oder aber um eine Kommunikationsanlage handeln.
Vorteilhafter Weise, steht die Vorrichtung auch noch mit einer Einheit zur Information
des Fahrzeugführers in Verbindung, mittels welcher dieser bezüglich des Aussendens
einer Warnung informiert werden kann.
In besonders gewinnbringender Weise beinhaltet die erfindungsgemäße Vorrichtung ein
Mittel zu Auswahl mindestens einer Anlage zur Aussendung einer Warnung. Wobei sehr
wohl im allgemeinen zur Steigerung des Warneffekts immer mehrere Anlagen
gleichzeitig betrieben werden.
Claims (10)
1. Verfahren zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidung,
wobei die Information eines Sensorsystems, welches das Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet, bereits zu der Zeit ausgewertet wird, zu welcher sich das Fahrzeug in einem normalen Fahrzustand befindet,
und wobei in Abhängigkeit dieser Auswertung diese Information einem Fahrzeuginsassen repräsentiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswertung der Information des Sensorsystems, in der Art erfolgt, dass geprüft wird ob durch die aktuelle Verkehrssituation ein signifikant hohes Gefährdungspotential für am Verkehr beteiligte auftritt,
und dass beim Auftreten einer solchen Gefährdung, vom Fahrzeug eine Warnung, in das Umfeld des Fahrzeugs gesandt wird, um diese Verkehrsteilnehmer zu warnen oder zu informieren.
wobei die Information eines Sensorsystems, welches das Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet, bereits zu der Zeit ausgewertet wird, zu welcher sich das Fahrzeug in einem normalen Fahrzustand befindet,
und wobei in Abhängigkeit dieser Auswertung diese Information einem Fahrzeuginsassen repräsentiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswertung der Information des Sensorsystems, in der Art erfolgt, dass geprüft wird ob durch die aktuelle Verkehrssituation ein signifikant hohes Gefährdungspotential für am Verkehr beteiligte auftritt,
und dass beim Auftreten einer solchen Gefährdung, vom Fahrzeug eine Warnung, in das Umfeld des Fahrzeugs gesandt wird, um diese Verkehrsteilnehmer zu warnen oder zu informieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Warnung in Form der
Aussendung eines Warnsignal erfolgt, vorzugsweise einem akustischen Hupsignal
und/oder einem Lichtsignal.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Warnung in Form der Übertragung einer Warninformation mittels einer
Kommunikationsanlage erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Art
der Warnung in Abhängigkeit der Auswertung der Sensorinformation gewählt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
Führer des Fahrzeugs durch eine geeignete Signalisation über das Aussenden der
Warnung informiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Führer des Fahrzeugs
bereits vor Aussenden der Warnung informiert wird.
7. Vorrichtung zur vorausschauenden Kollisionserkennung und -vermeidung,
bei welcher ein Mittel zur Auswertung der Information eines Sensorsystems, welches das Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet, vorhanden ist,
und mit einer Einheit zur Informationsverarbeitung verbunden ist, welche über einen zugehörigen Signalgeber verfügt, um die ausgewertete Information einem Fahrzeuginsassen zu repräsentieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einheit zur Informationsverarbeitung bereits bei normalen Betriebszustand des Fahrzeugs mit einer Anlage zum Aussenden einer Warnung in das Umfeld des Fahrzeugs in Verbindung steht.
bei welcher ein Mittel zur Auswertung der Information eines Sensorsystems, welches das Umfeld eines Fahrzeugs beobachtet, vorhanden ist,
und mit einer Einheit zur Informationsverarbeitung verbunden ist, welche über einen zugehörigen Signalgeber verfügt, um die ausgewertete Information einem Fahrzeuginsassen zu repräsentieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einheit zur Informationsverarbeitung bereits bei normalen Betriebszustand des Fahrzeugs mit einer Anlage zum Aussenden einer Warnung in das Umfeld des Fahrzeugs in Verbindung steht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage zum
Aussenden der Warnung eine akustische und/oder eine akustische Signalanlage ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Anlage zum Aussenden der Warnung eine Kommunikationsanlage, vorzugsweise eine
Funkkommunikationsanlage, ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Mittel zur Auswahl mindestens einer Anlage zum Aussenden einer Warnung vorgesehen
ist.
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