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Heb- und Senkvorrichtung für Ring-und Spindelbänke von Ringspinn-und
Zwirnmaschinen Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung der den Gegenstand
des Hauptpatents 957 105 bildenden Heb und Senkvorrichtung für die Ring- und Spindelbänke
von Ringspiml- und Zwirnmaschinen.
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Gemäß dem Hauptpatent 957105 werden die gleichartigen Bänke, also
entweder die Ringbänke oder die Spindelbänke, beider Maschinenseiten paarweise von
waagebalkenähnlichen, gleicharmigen Doppelhebeln geführt, die sich quer zur Maschinenrichtung
von einer Maschinenseite zur anderen Maschinenseite erstrecken und an in der Mitte
zwischen beiden Maschinenseiten in Maschinenlängsrichtung verlaufenden Wellen schwenkbar
.gelagert sind. Zum Parallelführen der Bänke dienen Lenker, welche die gleiche Länge
wie die Doppelhebel aufweisen, die die Bänke tragen, zu diesen Doppelhebeln gleichlaufend
angeordnet und wie diese in Maschinenmitte schwenkbar gelagert sind. Gemäß einem
weiteren Merkmal des Hauptpatents 957 105 sind die die Doppelhebel tragenden Achsen
als Wellen ausgeführt, welche den Doppelhebeln die zum Heben und Senken der Bänke
erforderliche Drehbewegung vermitteln und mittels Zahnräder von gleichem Durchmesser
miteinander synchron aber gegenläufig gekuppelt sind.
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Die drei Gegenstand des Hauptpatents bildende-Heb- und Senkvorrichtung
bedingt zufolge der An, ordnung und Lagerung gleicher Bänke beider Maschinenseiten
auf denselben Doppelhebeln auf der einen Maschinenseite das Aufwinden des gesponnenen
Fadens von unten nach oben, also, in der üblichen Weise, auf der anderen Maschinenseite
dagegen von oben nach unten. Dies erfordert besondere Vorkehrungen hei der Ausbildung
der Hülsen und insbesondere heim Unterwinden nach beendetem Kopsaufbau.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Kopsaufbau auf beiden
Maschinenseiten. in gewohnter Weise gleichförmig durchzuführen, das Garn also auf
beiden Seiten entweder von unten nach oben oder, sofern mit hängenden Spindeln gearbeitet
wird, von oben nach unten auf die Hülsen aufzuwinden. Die Erfindung besteht darin,
daß ungleichartige Bänke, also eine Ringbank und eine Spindelbank, beider Maschinenseiten
paarweise mittels der waagebalkenähnlichen, gleicharmigen Doppelhebel getragen und
bewegt werden, wie im folgenden näher beschrieben. Diese Heb- lind Senkvorrichtung
erfordert zwar einen Ausgleich des Gewichtsunterschiedes der ungleich schweren Bänke;
sie ermöglicht jedoch, bei gleichmäßigem Aufteilen der Hub- und Senkbewegung auf
die beiden ungleichen Bänke, einen gleichartigen Kopsaufbau auf beiden Maschinenseiten.
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Im Hinblick darauf, daß die Ausbildung und die Lagerung sowie der
Antrieb der die Bänke tragenden und bewegenden Doppelbebel samt Lenkern bei der
neuen Hub- und Senkvorrichtung gleich ist wie bei der Ausführung gemäß Patent 957
105, sollen im folgenden im "vesentlichen nur die neuen Merkmale der den Gegenstand
des vorliegenden Patents bildenden Vorrichtung beschrieben werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt. Die Fig. 1 bis 3 zeigen bei einer Maschine mit bewegter
Spindel- und Ringbank die Lage der Bänke samt Hebeln und Lenkern zu verschiedenen
Zeitpunkten des Kopsaufbaues, und zwar Fig. 1 beim Anspinnen bzw. nach dem Unterwinden,
Fig. 2 während des Spinnens, Fig. 3 nach beendetem Kopsaufbau, vor dem Unterwinden;
Fig. 4 zeigt in perspektivischer Ansicht die Lagerung der die Bänke tragenden und
bewegenden Doppelhebel und Lenker auf den waagerechten Triebwellen; Fig. 5 stellt
einen Schnitt quer zur Längsachse der Maschine dar, wobei die linke Maschinenseite
als Ringzwirnmas.chine, die rechte als Ringspinnmaschine ausgebildet ist.
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Auf den in Längsrichtung der Maschine verlaufenden, in den Endgestellen
und Zwischengestellen der Maschine gelagerten und mittels der ständig miteinander
im Eingriff stehenden Zahnräder Z1 und Z2 von gleichem Durchmesser synchron, aber
gegenläufig gekuppelten Wellen 3 und 3' sind mittels gleicharmiger
Doppelhebel
Hl und gleichartiger Lenker L1 sowie der senkrechten Laschen S1 bzw. S2 die linke
Spndelbank 2 und die rechte Ringbank 1 gelagert. Hierbei sind die Doppelhebel Hl
beispielsweise auf der unteren Welle 3' starr, also nicht drehbar, befestigt, wogegen
die ihnen zugeordneten doppelarmigen Lenker L1 auf der oberen Welle 3 drehbar gelagert
sind, wie auch aus Fig. 4 ersichtlich ist. Wird die untere Welle 3' in Richtung
des eingezeichneten Pfeiles P gedreht (Fig.1), dann führt jedes der aus einem Doppelhebel
Hl, einem Lenker L1 und den Laschen S1, S2 bestehende Gestänge samt der Ringbank
1 und der Spindelbank 2 eine Schwenkbewegung entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn aus,
wobei es während des stufenförmigen Kopsaufbaue.s in der an sich bekannten Pilgerschrittbewegung
über die in Fig. 2 dargestellte Mittellage zu der in Fig. 3 gezeigten Endlage gelangt.
In analoger Weise und während der gleichen Zeitspanne führt auch die linke Ringbank
1' gemeinsam mit der rechten Spindelbank 2' mittels der auf der oberen Welle 3 befestigten
Doppelhebel H2 und der um die untere Welle 3' drehbar gelagerten Lenker L2 eine
zur Bewegung des Bankpaares 1, 2 gegenläufige Bewegung aus. Die gegenläufigen Bewegungen
der Ring- und Spindelbank jeder Maschinenseite werden auf diese Weise aus den beiden
Weghälften der beiden einander zugeordneten Bänke zu der für den Kopsaufbau notwendigen
Gesamtbewegung summiert. In der perspektivischen Ansicht gemäß Fig.4 ist zwischen
den aus je zwei Doppelhebeln und je zwei Lenkern bestehenden Gestängegruppen zur
deutlicheren Darstellung ein größerer Abstand belassen. Dieser Abstand kann in der
Praxis kleiner sein als gezeichnet, ebenso kann das Zahnradpaar Z1, Z" zwischen
diesen beiden Gestängegruppen angeordnet sein. Das Steuern der Bankbewegung beim
Kopsaufbau erfolgt dadurch, d@aß einer der Wellen 3 oder 3' mittels einer an sich
bekannten mechanischen, hydraulischen oder elektrischen Schaltvorrichtung aufeinanderfolgende,
verschieden lange, hin- und hergehende Drehbe-,vegungen erteilt werden.
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fach beendetem Kopsaufbau werden die Ring- und Spindelbänke aus ihrer
Lage gemäß Fig. 3 in ihre Anfangsstellung gemäß Fig. 1 in an sich bekannter Weise
»unterwunden«, um die für den Spulenwec'hsel notwendige Garnreserve auf die Spindeln
aufzuwickeln. Auch diese Rückbewegung der Bänke erfolgt durch Rückdrehen einer der
Wellen 3 oder 3'.
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In der Praxis sind zahlreiche Abänderungen der Vorrichtung möglich.
So ist es beispielsweise bei. sehr langen Maschinen von Vorteil, die langen Bänke
und Wellen zu unterteilen und diese Teile einzeln oder mittels einer gemeinsamen,
sich über die gesamte Maschinenlänge erstreckenden Welle anzutreiben. Die Wellen
3' bzw. 3 können auch als Hohlwellen ausgebildet und von der Triebstelle gegen das
freie Wellenende zu in der Wandstärke abgestuft sein. Der Antrieb der Bänke erfolgt
entweder, wie vorbeschrieben, durch direkten Antrieb einer der Wellen 3 b.zw. 3',
durch die Schaltvorrichtung oder aber mittels eines an den Doppelhebeln oder Lenkern
angreifenden Gestänges der Schaltvorrichtung. Soll mit Hängespindeln gearbeitet
werden, dann wird die in Fig. 1 bis 3 dargestellte Vorrichtung um 180° gewendet
angeordnet. Der Antrieb der Spindeln erfolgt entweder über Schraubenradpaare oder
mittels Bändern, die in an sich bekannter Weise von Trommeln getrieben werden. Die
beschriebene Vorrichtung eignet sich zum Aufwinden des - Gespinstes sowohl in der
üblichen Kops.form als auch in Form zylindrischer Spulen, wie Scheibenspulen oder
Flyerspulen, ebenso für Glockenspinnmaschinen oder Zwirnmaschinen.
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Es entfallen aneinander gleitende Teile, sich verbiegende oder verreibende
Stelzen und Führungshülsen sowie Gleitflächen, an denen sich Staub und Flug ansetzt.
Über Umlenkrollen geführte Zugglieder für die Bankbewegung, wie Ketten, Bänder oder
Seile, welche bei den üblichen Hub- und Senkvorrichtungen unvermeidbar sind, sich
längen und die Vorrichtung störanfällig machen, sind gleichfalls unnötig. Für die
Lagerung der Doppelhebel, Lenker und Wellen können Wälzlager vorgesehen werden,
auch Schnei:denlagerung ist möglich. Die Bewegungsgestänge und Bänke folgen rasch
den Steuerimpulsen für die Hub- und Senkbewegung, so daß ein exakter, ungestörter
Aufbau der Garnkörper auch bei schnell laufenden Maschinen möglich ist. Die Heb-
und Senkvorrichtung erfordert eine verhältnismäßig geringe Antriebsenergie und gestattet
eine einfache Hubverstellung, sofern der Bankhub und damit die Spulenlänge geändert
werden soll. Die Bauhöhe der Maschine wird bei Aufteilung des Bankhubes auf Ring-
und Spulenbänke verringert.