DE1008717B - Verfahren zur Herstellung von insbesondere fuer eine Verwendung als Kautschukfuellstoff geeigneter Kieselsaeure - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von insbesondere fuer eine Verwendung als Kautschukfuellstoff geeigneter KieselsaeureInfo
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Description
DEUTSCHES
-*. Bi. vs.
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung eines Siliciumdioxyds, das insbesondere als Kautschukfüllstoff
zu verwenden ist.
Wässerige Kieselsäuregele sind eine verhältnismäßig billige und leicht zugängliche Quelle für
Siliciumdioxyd, und es ist möglich, aus einem wässerigen Kieselsäuregel eine Form des Siliciumdioxyds
zu erhalten, indem man das Kieselsäuregel einfach erhitzt, um das Wasser durch, Verdampfen abzutreiben.
Ein geeignetes Gel kann beispielsweise hergestellt werden, indem man eine wässerige Lösung von
Natriumsilicat mit Salzsäure ansäuert, das gebildete Gel fein zerkleinert und die Teilchen, mit Wasser
wäscht, um die löslichen Verunreinigungen, wie Natriumchlorid, zu entfernen. Wenn nun aus diesem
wässerigen. Gel das überschüssige Wasser entfernt, dasselbe vermählen und dann erhitzt wird, dann erhält
man einen Rückstand von im wesentlichen reinem Siliciumdioxyd, jedoch ist das letztere hart und
glasartig und eignet sich infolge seiner Härte kaum zu einem Füllstoff für Kautschuk.
Ebenso kann man ein Siliciumdioxyd aus dem wässerigen Gel erhalten, wenn man das letztere mit
einer organischen Flüssigkeit, z. B. Äthylalkohol, behandelt und dann das Wasser durch Abdestillieren in
der Form eines azeotropischen Gemisches mit Alkohol entfernt. Indessen ist auch dieses Produkt, welches
man unter Verwendung von Äthylalkohol bei einem Verfahren dieser Art erhält, hart und glasartig und
zur Verwendung bei Kautschuk völlig ungeeignet. Viele andere organische Flüssigkeiten, welche mit
Wasser azeotropische Gemische bilden, ergeben ebenfalls Siliciumdioxyd-Produkte, welche zu hart sind
und ein zu scharfkantiges Korn besitzen, um als Füllstoffe für Kautschuk verwendet werden zu können.
So ergibt z. B. die an sich bekannte Verwendung von n-Butyl-Alkohol kein Siliciumdioxyd von den erforderlichen
Eigenschaften; ebensowenig ist das der Fall bei Verwendung organischer Säuren, z. B. der Propionsäure,
oder aromatischer Kohlenwasserstoffe, z. B. Benzol und Toluol.
Offenbar handelt es sich also darum, daß, wenn ein Siliciumdioxyd zur Verwendung als Kautschukfüllstoff
geeignet sein soll, dasselbe eine gewisse Kombination verschiedener Eigenschaften aufweisen muß,
. und zwar eine niedrige Massendichte sowie eine große spezifische Oberfläche; dabei muß es weich und zerreiblich
sein. Bei Verwendung der obenerwähnten organischen Flüssigkeiten wird es manchmal möglich
sein, ein Produkt herzustellen:, welches vielleicht eine verhältnismäßig niedrige Massendichte besitzt. Fehlen
jedoch die anderen erforderlichen Eigenschaften, dann ist das Produkt nicht zufriedenstellend. In der Tat
treten bei der Herstellung von Kieselsäure, die als
Verfahren zur Herstellung
von insbesondere für eine Verwendung
als Kautschukfüllstoff geeigneter
Kieselsäure
Anmelder:
Monsanto Chemicals Limited, London
Monsanto Chemicals Limited, London
Vertreter: Dr. M. Eule, Patentanwalt,
München 13, Kurfürstenplatz 2
München 13, Kurfürstenplatz 2
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 23. April 1954 und 1. April 1965
Großbritannien vom 23. April 1954 und 1. April 1965
Stanley Davies, Oswestry, Shropshire (Großbritannien),
ist als Erfinder genannt worden
Füllstoff für Kautschuk geeignet sein soll, in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten auf.
Es wurde nun ganz unerwarteterweise festgestellt, daß trotz des Versagens der oben skizzierten. Verfahren
eine Kieselsäure mit den Eigenschaften eines mit Erfolg zu verwendenden Kautschukfüllstoffs aus
einem wässerigen Kieselsäuregel erhalten werden kann, wenn ein höherer Alkohol, insbesondere ein
Amylalkohol, verwendet wird, um das Wasser in, der Form eines azeotropischen Gemisches zu entfernen.
Selbst mit einem Alkohol wie, n-Butyl-Alkohol kann ·—· wie oben erwähnt wurde ■— ein solches Ergebnis
nicht erzielt werden. Wird hingegen beispielsweise ein Amylalkohol verwendet, dann zeigt das dabei erhaltene
Produkt einen ausgesprochen verschiedenartigen Charakter.
Gemäß der vorliegenden Erfindung erhält man eine als Füllstoff für Kautschuk geeignete Kieselsäure aus
einem wässerigen Kieselsäuregel, indem man das letztere mit einem Alkohol behandelt, der 5 oder mehr
Kohlenstofratome enthält und in der Lage ist, mit
Wasser ein azeotropisches Gemisch mit einem Mindestsiedepunkt zu bilden, worauf das Wasser in der
Form eines dampfförmigen Gemisches mit dem Alkohol abgedampft wird.
In der Praxis wird das wässerige Kieselsäuregel mit dem Alkohol gemischt und dann erhitzt, um das
Wasser abzudampfen.
Wässerige Kieselsäuregele zur Verwendung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können in sehr
zweckmäßiger Weise hergestellt werden, wenn man
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— wie oben dargelegt wurde — eine wässerige Lösung eines
Alkalimetall-Silicats ansäuert. Dadurch ist es möglich, Gele mit einem weiten Bereich, des Wassergehalts
herzustellen, jedoch haben sich Gele mit einem Wassergehalt von etwa. 70 bis 80 Gewichtsprozent
(nach Beseitigung des überschüssigen Wassers) als sehr zweckmäßig erwiesen. Es wurde festgestellt, daß
der Wasserverlust durch. Verdunsten, wenn man derartige Gele an der Luft stehenläßt, oft zu der Bildung
eines endgültigen Siliciumdiocxyd-Produkts von minderer
Qualität führt, so daß es gewöhnlich wünschenswert ist, ein Gel zu verwenden, bei dem der Wasserentzug
in. angemessen kurzer Zeit erfolgte.
- Geeignete Gele können, wenn auch gewöhnlich weniger
billig, nach anderen Verfahren als den obigen erhalten werden, beispielsweise durch die
Hydrolyse organischer Orthosilicatei, z. B. Tetraäthyl-Orthosilicat,
oder von deren teilweise hydrolysierten und kondensierten Derivaten.
Der bei dem Verfahren verwendete Alkohol muß in der Lage sein, mit Wasser ein azeotropisches Gemisch
mit einem Mindestsiedepunkt zu bilden. Die meisten der technisch zugänglichen. Alkohole mit 5 oder mehr
Kohlenstoffatomen bilden derartige Gemische, wie man aus den Tabellen der azeotropi sehen Gemische,
beispielsweise den von L. H. Hör s ley, J. Ind. Eng. Chem. (Anal.), 1947, 19, 509. herausgegebenen, ersehen
kann.
Der vorzugsweise verwendete Alkohol besitzt ferner die folgenden Eigenschaften:
1. Einen Siedepunkt (bei Atmosphärendruck) von unter 200°, so daß der nach Entfernung des Wassers
aus dem Gel verbleibende Alkohol leicht abdestilliert werden kann;
2. die Fähigkeit, mit Wasser ein azeotropisches Gemisch mit einem Mindestsiedepunkt zu bilden, und
zwar mit einem verhältnismäßig hohen Wassergehalt, zweckmäßig mehr als etwa 20 Gewichtsprozent
Wasser, so daß die zur Entfernung des Wassers erforderliche Menge an Alkohol nicht ungebührlich
groß wird;
3. eine nur teilweise Mischbarkeit mit Wasser bei Zimmertemperatur, so daß durch die Kondensation
des während des Verfahrensganges entwickelten dampfförmigen Gemisches von Alkohol und Wasser
der Alkohol als eine Schicht erhalten wird, welche leicht von der Masse des Wassers abgetrennt und —
falls gewünscht —■ wieder in den Verfahrensgang eingeführt werden kann.
Die bevorzugten Alkohole sind die Amylalkohole, insbesondere η-Amylalkohol, Isoamylalkohol und
aktiver Amylalkohol (d. h. sekundäres Butylcarbinol). Das unter der Bezeichnung »Technischer Amylalkohol«
verkaufte Gemisch von Alkoholen ergibt sehr gute Resultate und ist leicht zu erhalten. Andere
Alkohole, welche für das Verfahren verwendet werden
können, sind diejenigen, welche 6 bis zu 9 Kohlenstoffatome im Molekül enthalten, wie Cyclohexanol,
n-Hexylalkohol, n-Heptylalkohol, 11-Oktylalkohol und
Furfurylalkohol.
Die relativen Anteile, in welchen das Gel und der Alkohol in dem zu erhitzenden Gemisch vertreten
sind, hängen ab von dem genauen Verfahren, nach dem das Abdampfen des Wassers erfolgen soll, ferner
von dem Wassergehalt des Gels und dem besonderen dabei verwendeten Alkohol. Es muß jedoch geradezu
durch Versuch bestimmt werden, welche Anteile von Gel und Alkohol unter bestimmten, gegebenen Umständen
zu verwenden sind, um eine Kieselsäure von den gewünschten Eigenschaften zu erhalten; geeignete
Anteile sind in den nachstehenden Beispielen anj geführt.
Die Arbeitsgänge des Erhitzens eines Gemisches aus Gel und Alkohol und des Abdampf ens des Wassers
können zweckmäßig durch eines der üblichen Destillationsverfahren vorgenommen werden, wobei das Gel
in der Form eines groben Pulvers, innig vermischt mit dem Alkohol, und zwar in einer Menge, die erheblich
über diejenige hinausgeht, welche erforderlich ist, um mit der in dem Gel vorhandenen Gesamtwassermenge
ein azeotropisches Gemisch mit einem Mindestsiedepunkt zu bilden, in einem Gefäß erhitzt
wird und die dabei entwickelten Dämpfe abgeführt und kondensiert werden. Der anfänglich entwickelte
Dampf ist verhältnismäßig reicher an Wasser als die Flüssigkeit, und schließlich besteht die zurückbleibende
Flüssigkeit im wesentlichen, aus reinem Alkohol, welcher als solcher abdestilliert wird. Wenn
die Temperatur der abgehenden Dämpfe von Zeit zu Zeit beobachtet oder dauernd aufgezeichnet wird,
dann kann man auf die praktisch völlige Entfernung des Wassers aus dem Gel aus dem Erreichen einer
maximalen und praktisch konstanten Temperatur schließen. Sehr oft ist es vorzuziehen, das Gemisch
aus Kieselsäuregel und Alkohol während der Destillation zu rühren.
Wenn der Alkohol nur teilweise: mit Wasser mischbar ist, wie es gewöhnlich der Fall sein wird, dann
bildet die durch Kondensation der entwickelten Dämpfe erhaltene Flüssigkeit zwei Phasen,, und zwar
gewöhnlich eine untere Schicht, nämlich eine verdünnte Lösung von Alkohol in. Wasser, und eine obere
Schicht, nämlich eine verdünnte Lösung von Wasser in Alkohol. Die alkoholreiche Schicht kann dann
wieder in den. Verfahrensgang eingeführt werden, und zwar vorzugsweise nach dem Trocknen, um die kleine
darin noch vorhandene Menge an Wasser zu entfernen.
Der überschüssige Alkohol, welcher normalerweise nach dem Abdampfen des dampfförmigen. Gemisches
aus Wasser und Alkohol zurückbleibt, kann durch irgendwelche geeigneten Mittel entfernt werden. Er
kann beispielsweise unter Atmosphärendruck oder auch unter vermindertem Druck abdestilliert werden;
auch hier ist es oft vorzuziehen, während dieses Verfahrensganges zu rühren oder beispielsweise den
Alkohol in einer beheizten Kugelmühle abzudestillieren. Wahlweise kann der meiste Alkohol in der
Weise entfernt werden, daß man die in dem vorhergehenden Abschnitt erwähnte untere Schicht, welche
in der Hauptsache aus Wasser besteht, dem Gemisch aus Alkohol und Kieselsäurefüllstoff wieder hinzusetzt
und dann, das azeotropische Gemisch aus Wasser und Alkohol abdestilliert. Das verbleibende Material
ist gewöhnlich feucht von Wasser und kann durch Erhitzen in einem Ofen getrocknet werden. Der sich
dabei ergebende Kieselsäurefüllstoff ist eher größer, als es der Fall wäre, wenn der überschüssige Alkohol
durch direkte Destillation entfernt werden würde, aber dieses gröbere Produkt ist ganz hervorragend
geeignet zur Verwendung beim Überziehen elektrischer Glühbirnen, wie weiter unten noch beschrieben werden wird.
Ein wahlweises Verfahren für das Erhitzen des Gemisches aus Gel und Alkohol und das Abdampfen
des Wassers besteht darin, daß man eine Schlämme aus dem vermahlenen Gel und einer geeigneten Menge
Alkohol auf eine Temperatur oberhalb des normalen Siedepunktes des Materials erhitzt und die Schlämme
dann in Form eines Strahls oder eines feinen Sprüh-
regens in eine Kammer spritzt, durch welche man einen Strom heißer Luft leitet. Der dabei entwickelte
Dampf wird abgeleitet und kondensiert, während der dabei erhaltene Kieselsäurefüllstoff aufgesammelt und
abgezogen werden kann. Dieses" Verfahren kann leicht
kontinuierlich gestaltet werden.
Der Druck, unter welchem das Wasser abgedampft wird, ist vorzugsweise Atmosphärendruck, jedoch
können, falls erwünscht, auch andere Drücke zur Anwendung gelangen, unter der Voraussetzung natür-Hch,
daß unter dem betreffenden herrschenden Druck Alkohol und Wasser noch in der Lage sind, ein
azeotropisches Gemisch mit einem Mindestsiedepunkt zu bilden.
Man wird in der Regel feststellen können, daß der
nach dem obigen Verfahren erhaltene Kieselsäurefüllstoff noch eine geringe Menge sehr zäh festgehaltenen
Alkohols enthält, welche selbst bei längerem Erhitzen unter vermindertem Druck nicht völlig entfernt werden
kann. Dieser Alkohol kann entfernt werden, wenn man das Produkt in Luft auf Rotglut erhitzt, jedoch
ist gegen die Anwesenheit dieser geringen Menge an Alkohol im allgemeinen nichts einzuwenden.
Erhält man den Kieselsäurefüllstoff in der Form von groben Stücken, dann können dieselben infolge
ihrer Weichheit und Zerreiblichkeit leicht zu einem Pulver zerkleinert werden. In der Praxis erhält man
die Kieselsäure teilweise bereits in der Form eines Pulvers, weil die größeren Teilchen zum Teil während
des Verfahrensganges auch zerkleinert werden,. Dies ist natürlich insbesondere dann, der Fall, wenn beispielsweise
der überschüssige Alkohol unter Verwendung einer Kugelmühle entfernt wird.
Wie bereits vorher erwähnt wurde, ist die erfindungsgemäß hergestellte Kieselsäure sehr geeignet
zur Verwendung als Verstärkungsfüllstoff für natürlichen und synthetischen Kautschuk, insbesondere bei
weißen oder hellfarbigen Kautschuksorten. Bei Verwendung als Füllstoff kann die Kieselsäure einer
Kautschukmasse in der üblichen Weise einverleibt werden. In vielen Fällen reichen, 20 bis 30 Gewichtsprozent
Kieselsäure aus, um eine Kautschukmasse zu ergeben, welche nach dem Vulkanisieren ausgezeichnete
Eigenschaften besitzt. Der Kieselsäurefüllstoff kann entweder ein Material sein, aus welchem die
letzten Spuren restlichen Alkohols entfernt wurden, beispielsweise durch. Glühen, oder aber ein Material,
welches noch eine geringe Menge dieses restlichen Alkohols enthält.
Ebenso kann die verfahrensgemäß hergestellte Kieselsäure verwendet werden zur Wärmeisolierung,
ferner als Mattierungsmittel bei Lacken, zur Erteilung von das Gleiten verhindernden Eigenschaften
bei Polituren und zur Herstellung eines opalisierenden Überzuges auf der Innenseite elektrischer Glühbirnen.
Für diesen letztgenannten Verwendungszweck muß die Kieselsäure frei von Spuren von Verunreinigungen,
insbesondere Eisen, sein. Das kann man in der Weise erreichen, daß man die Kieselsäure selbst oder
aber das Geld, aus welchem sie hergestellt wird, mit einer Säure, z. B. Salzsäure, auslaugt.
Die vorliegende Erfindung wird durch die nach-.sfehenden
Beispiele des näheren erläutert:
65 B e i s j) i e 1 1
Ein wässeriges Kieselsäuregel wurde hergestellt durch Einleiten konzentrierter Salzsäure unter
Rühren in eine wässerige Lösung mit einem Gehalt von 25 Gewichtsprozent Natriumsilicat, bis der
pH-Wert der Flüssigkeit, auf 3 gekommen war. Nach 1 Stunde wurde das feste Gel, das sich ausgeschieden
hatte, in, kleine Stücke zerkleinert und1 mit Wasser gewaschen, um die Chlorionen, zu entfernen,. Das auf
diese Weise erhaltene wässerige Kieselsäuregel hatte einen pH-Wert von etwa 6 und enthielt etwa 80' Gewichtsprozent
Wasser.
50 Gramm dieses Gels wurden zu einem Pulver vermählen
und gründlich mit 75 cm3 η-Amylalkohol vermischt. Das sich dabei ergebende Gemisch wurde
dann mittels eines auf einer Temperatur von 110° gehaltenen Ölbades erhitzt, und zwar in einem Destillierkolben,
ausgerüstet mit einem Thermometer und einem Seitenhals, der zu einem Kondensator mit
Wasserkühlung führte, welcher wiederum an, eine graduierte Vorlage angeschlossen war. Man erhielt
dabei ein Destillat mit einem Siedepunkt von 94 bis zu 96°, das sich in der graduierten. Vorlage in zwei
Schichten, trennte. Sobald sich 40: cm3 der unteren
wässerigen Schicht angesammelt hatten (ein Zeichen für die praktisch völlige Entfernung des Wassers aus
dem Gel) und kein weiterer Übergang von Flüssigkeit mehr stattfand, wurde die Vorlage abgelassen, worauf
die Temperatur des Bades auf 160° erhöht wurde, um den u-Amylalkohol (Siedepunkt 138°) abzudestillieren.
Schließlich wurde der Rückstand einige Minuten lang unter einem Druck von 15 cm Hg auf
eiiierTemperatur von 160° gehalten, um die Entfernung
einer möglichst großen Menge Alkohol zu gewährleisten.
Man erhielt 10 Gramm Siliciumdioxyd; dieses konnte leicht vermählen werden und ergab dabei ein
weiches Pulver mit einer Massen.dieh.te {nach dem
Verdichten) von 0,23 g je Kubikzentimeter und einer spez. Oberfläche von 43O1 qm je Gramm.
100 g eines wässerigen Kieselsäuregels, erhalten nach dem Verfahren von Beispiel 1, mit einem
Wassergehalt von. 85 Gewichtsprozent, wurden zu einem Pulver vermählen und mit 100 cm3 n-Oktylalkohol
vermischt.
Eine Destillation nach Beispiel 1 ergab einen Vorlauf mit einem Siedepunkt von 99°. Dieses Destillat
schied sich in eine obere, alkoholische Schicht (12 cm3) und eine untere, wässerige Schicht (89 cm3). Die
Temperatur des übergehenden Dampfes stieg dann allmählich auf 195° C an, wobei in diesem Temperaturbereich
ein homogenes Destillat (68 cm3) aufgesammelt wurde. Bei Herabsetzung des Druckes auf
20 cm Hg erhielt man einen Nachlauf Von 14 cm3 des Alkohols.
Der Rückstand (17 g) ergab nach dem Glühen 15 g Kieselsäure mit einer Massaidichte ·— nach dem Verdichten
— von 0.26 g/cm3.
Ein wässeriges Kieselsäuregel wurde hergestellt durch das Hinzusetzen einer wässerigen Lösung von
Natriumsilicat (mit einem Gehalt von 15 Gewichtsprozent SiO2) zu Salzsäure (20 Gewichtsprozent), bis
die Flüssigkeit einen pH-Wert von 4,2 erreicht hatte. Die Natriumsilicatlösung wurde langsam und unter
kräftigem Rühren hinzugesetzt. Hierauf ließ man die Flüssigkeit stehen, wobei sich rasch ein hartes, klares
Gel absetzte. Dieses wurde in kleine Stücke gebrochen und mit Wasser gewaschen, um die Chlorionen zu
entfernen. Das gewaschene Gel enthielt etwa 14 Gewichtsprozent SiO2.
1000' Gramm des gewaschenen. Gels wurden mit
Mörser und Mörserkeule zu einem Pulver zerstampft und dann 15 Minuten, lang mit 1500'cm3 technischen
Amylalkohols verrührt. Das sich dabei ergebende Gemisch wurde mittels eines Ölbades in einem 4-Liter-Kolben,
ausgerüstet mit einem Rührwerk, ferner mit einem Kondensator und einer graduierten Vorlage
wie im Beispiel 1, erhitzt. Man erhielt auf diese Weise ein Destillat mit einem Siedepunkt von etwa, 95°,
welches sich in der graduierten Vorlage in zwei Schichten schied. Sobald sich etwa 850cm3 der
unteren, wässerigen, Schicht angesammelt hatten (ein
Anzeichen für die praktisch völlige Entfernung des Wassers aus dem Gel), wurde die Temperatur des
Ölbades auf etwa 170!° erhöht, wobei dann technischer Amylalkohol überging. Schließlich wurde der Inhalt
des Kolbens unter einem Druck von 15 cm Hg auf einer Temperatur von 170° gehalten, um soviel
Alkohol als möglich zu entfernen.
Der Rückstand wurde dann geglüht, um die letzten Spuren von Alkohol zu entfernen, und dann leicht
vermählen, um irgendwelche noch vorhandenen Klumpen zu zerkleinern. Man erhielt 125 Gramm einer
Kieselsäure mit einer Massendichte von etwa 0,25 Gramm je Kubikzentimeter und einer spez. Oberfläche
von etwa 400 m2 je Gramm.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von insbesondere für eine Verwendung als Kautschukfüllstoff geeigneter
Kieselsäure, indem wässeriges Kieselsäuregel mit einem flüssigen Alkohol, welcher mit
Wasser ein azeotropes Gemisch mit einem Siedepunktminimum zu bilden vermag, versetzt und
hierauf das Wasser in Form eines dampfförmigen Gemisches mit dem Alkohol, z. B. durch Erhitzen,
Anwendung von Unterdruck od. dgl., abgedampft wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Alkohol
verwendet wird, der 5 oder mehr Kohlenstoffatome enthält.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein bei Atmosphärendruck
unterhalb 200° siedender und mit Wasser bei Zimmertemperatur vorzugsweise nur teilweise
mischbarer Alkohol, z. B. Amylalkohol, vorzugsweise η-Amylalkohol, Isoamylalkohol, aktiver
Amylalkohol (sek. Butylcarbinol), Cyclohexanol, n-Hexylalkohol, n-H ep ty 1 alkohol, n-Oktylalkohol
und/oder Furfurylalkohol, verwendet wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasser- und Alkoholmengen
derart aufeinander abgestimmt werden, daß der Wassergehalt des azeotropen Alkohol-Wasser-Gemisches
20 Gewichtsprozent übersteigt.
4. Verfahren gemäß irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein durch Ansäuern einer wässerigen Lösung eines Alkalimetall-Silicates erhaltenes, wässeriges
Kieselsäuregel verwendet wird.
5. Verfahren gemäß irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Kieselsäure die geringen Mengen restlichen Alkohols durch Erhitzen des Produktes an
der Luft bis auf Rotglut entfernt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 680 696.
USA.-Patentschrift Nr. 2 680 696.
© 709 510/399 5.57
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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| US2680696A (en) * | 1951-02-14 | 1954-06-08 | Du Pont | Method of esterifying the surface of a silica substrate having a reactive silanol surface |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1130710A (fr) | 1957-02-11 |
| GB776275A (en) | 1957-06-05 |
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