DE10065933C1 - Verfahren zur Entfernung elektrostatisch gebundener Rückstände von Kunststoffoberflächen - Google Patents
Verfahren zur Entfernung elektrostatisch gebundener Rückstände von KunststoffoberflächenInfo
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Abstract
Verfahren zur Reinigung von mit elektrostatisch gebundenen Rückständen verunreinigten Kunststoffoberflächen durch Behandlung mit Wasser und/oder wäßrigen Reinigungslösungen, dadurch gekennzeichnet, daß vorher die Kunststoffoberflächen mit einem flüssigen Mittel, enthaltend wenigstens eine apolare Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, vorbehandelt werden.
Description
Die Entfernung elektrostatisch gebundener Rückstände von Kunststoffoberflächen ist
insbesondere im industriellen Bereich wie beispielsweise bei der Reinigung von Le
bensmittelsekundärverpackungen wie Joghurt-Trays, Getränkekästen oder Trans
portkisten für Brot, Fleisch etc., von lackierten Oberflächen wie beispielsweise von
Kraftfahrzeugen sowie generell bei der Reinigung von Kunststoffoberflächen wie
Fensterrahmen, Auskleidungen von Lüftungsschächten oder Wandverkleidungen sowie
Folien, Textilien etc. mit Schwierigkeiten verbunden, da die jeweiligen Gegenstände mit
Kunststoffoberflächen bereits kurz nach der Fertigung bzw. Reinigung den Schmutz
aufgrund ihrer Aufladung anziehen. Insbesondere die anorganischen Bestandteile des
Staubes (Ruß, Carbonate, Silikate), die über 60 Gew.-% des Staubgewichts ausmachen,
haften fest an den Oberflächen und lassen sich mit herkömmlichen Reinigern auch bei
intensiver Behandlung nicht mehr vollständig entfernen.
Bei Kunststoffgegenständen ist daher seit langem die Einarbeitung einer antistatisch
wirkenden Verbindung schon bei der Herstellung der Kunststoffe gesicherter Stand des
technischen Wissens. Diese "internen Antistatika" diffundieren langsam an die Oberfläche
und verhindern aufgrund ihrer antistatischen Wirkung die Staub- und Schmutzanlagerung,
die sonst aufgrund elektrostatischer Aufladung erfolgt wäre. Diese "inneren Antistatika"
weisen eine Reihe von Nachteilen auf, von denen hier exemplarisch die höheren Kosten,
die relativ großen erforderlichen Einsatzmengen, eine mangelnde Langzeitstabilität und
geringe Wirksamkeit sowie Einflußnahme auf die Kunststoffqualität wie beispielsweise
Stabilität, mechanische Eigenschaften, Chemikalienbeständigkeit und Lebensdauer
genannt seien.
"Externe Antistatika" zur Oberflächenbehandlung statisch aufladbarer Gegenstände sind
im Stand der Technik ebenfalls umfassend beschrieben und weisen eine Reihe von
Vorteilen gegenüber "internen Antistatika" auf: Sie sind preiswert herzustellen, kommen in
hochverdünnten Lösungen zum Einsatz, müssen aufgrund der periodisch wiederholten
Anwendung keine überaus große Langzeitstabilität aufweisen und können darüber hinaus
auf nahezu allen statisch aufladbaren Oberflächen eingesetzt werden.
"Externe Antistatika" vergrößern die Oberflächenleitfähigkeit und ermöglichen damit ein
verbessertes Abfließen gebildeter Ladungen. Äußere Antistatika sind in der Regel
Substanzen mit wenigstens einem hydrophilen Molekülteil und geben auf den
Oberflächen einen mehr oder minder hygroskopischen Film. Diese zumeist
grenzflächenaktiven Antistatika lassen sich in stickstoffhaltige (Amine, Amide, quartäre
Ammoniumverbindungen), phosphorhaltige (Phosphorsäureester) und schwefelhaltige
(Alkylsulfonate, Alkylsulfate) Antistatika unterteilen. Auch nicht grenzflächenaktive
Verbindungen lassen sich als Antistatika einsetzen - am bekanntesten ist hier die
Verwendung von Ruß, Siliciumdioxid, Aluminosilikaten und Metalloxiden sowohl als
internes als auch als externes Antistatikum.
Externe Antistatika sind beispielsweise in den Patentanmeldungen FR 1,156,513, GB 873 214
und GB 839 407 beschrieben. Die hier offenbarten Lauryl-(bzw. Stearyl-)
dimethylbenzylammoniumchloride eignen sich als Antistatika für Textilien bzw. als Zusatz
zu Waschmitteln, wobei zusätzlich ein Avivageeffekt ("Weichspüler") erzielt wird.
Weitere Antistatika (Hydrazinderivate) für photographische Filme und zur Textil
nachbehandlung sind in den Patentschriften US 3,096,305 und DE-AS 1,019,991 be
schrieben.
Zumeist werden externe Antistatika über Lösungen in Wasser, Alkoholen, Benzinen,
Chlorkohlenwasserstoffen etc. durch Aufpinseln, Eintauchen oder Besprühen auf die zu
behandelnden Oberflächen aufgebracht. Ökonomische, ökologische, arbeitsmedizinische
und Überlegungen der Arbeitssicherheit spielen eine Rolle bei der Auswahl der
Lösungsmittel und der Antistatika. Gängige äußere Antistatika, die zur
Oberflächenbehandlung eingesetzt werden, haben oft den Nachteil, aufgrund ihres
Gehaltes an kationischen Verbindungen mit anionischen Reinigungsmitteln Ausfällungen
zu bilden, so daß sie in einem nachgeordneten Schritt angewendet werden müssen. Zur
Anwendung in Spül- und Spritzmaschinen müssen diese Mittel schaumarm sein, die
Oberflächen gut benetzen und schnell trocknen. Gängige externe Antistatika besitzen nur
geringe Wirkungen bezüglich Polarisierbarkeit und elektrischer Leitfähigkeit der
behandelten Oberflächen. Zudem ist die Langzeitwirkung marktüblicher Antistatika meist
schlecht.
Der Begriff statisch aufladbare Oberfläche bezeichnet im Rahmen dieser Anmeldung
horizontale und nicht-horizontale Oberflächen, die aufgrund isolierender
Materialeigenschaften zur Aufladung neigen. Insbesondere werden hierunter Kunststoffe,
dabei insbesondere Thermoplaste und Duroplaste verstanden, bei denen diese
Problematik besonders ausgeprägt ist.
Zur Lösung der genannten Nachteile empfiehlt die DE 197 07 650 A1 antistatische
Reinigungsmittelkonzentrate, die bei Wasserzugabe eine antistatische Reinigungslösung
liefern, dadurch gekennzeichnet, daß sie enthalten:
- a) 1 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer alkoxylierter primärer oder sekundärer Amine,
- b) 1 bis 10 Gew.-% eines Fettsäuresalzes,
- c) 2 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer schwachschäumender nichtionischer Tenside und als Rest Wasser oder eine wäßrige Lösung weiterer Hilfs- und Wirkstoffe.
Weiterhin empfiehlt die DE 197 07 660 A1 ein Verfahren zur Reinigung statisch auf
ladbarer Oberflächen, bei dem man ein antistatisches wäßriges Reinigungsmittel auf die
zu reinigenden statisch aufladbaren Flächen aufbringt und anschließend ablaufen läßt.
Das in diesem Verfahren zu verwendende antistatische wäßrige Reinigungsmittel wird
dabei durch Verdünnung eines antistatischen Reinigungsmittelkonzentrates mit Wasser
erhalten.
In dem Verfahren gemäß der DE 197 07 650 A1 wird durch die eingesetzten Mittel eine
Reinigungs- und antistatische Wirkung miteinander verbunden. So werden einerseits gute
Reinigungsleistungen und andererseits lang anhaltende Antistatikeffekte erzielt. Die
Reinigungsmittel benetzen die Oberflächen sehr gut, sind schaumarm und somit
spritzfähig und zeigen ein herausragendes Abtropfverhalten im Vergleich mit
marktüblichen Reinigungs-/Antistatikmitteln.
Als Antistatikum wirken in der DE 197 07 650 A1 alkoxylierte primäre oder sekundäre
Amine. Diese zeichnen sich durch ihre Verwendbarkeit sowohl als interne Antistatika als
auch als externe Antistatika in Reinigungsmitteln der vorliegenden Erfindung aus.
Es lassen sich mit den in der DE 197 07 650 A1 beschriebenen Reinigungsmittel übliche
Verunreinigungen entfernen. Wenn jedoch Verunreinigung vorliegen, die aufgrund von
Wechselwirkungen mit der elektrostatisch geladenen Oberfläche an derselben haften,
dann reicht die Reinigungswirkung der in DE 197 07 650 A1 beschriebenen Mittel nicht
aus. Demzufolge besteht der Nachteil der DE 197 07 650 A1 darin, daß das genannte
Verfahren nicht auf die Entfernung von elektrostatisch anhaftenden Rückständen gerichtet
ist. Andererseits ist von Nachteil, daß zur Realisierung der DE 197 07 650 A1 spezielle,
wiederum antistatisch wirkende Komponenten verwendet werden müssen.
Demzufolge war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Entfernung
von elektrostatisch an Kunststoff-Gegenständen gebundenen Rückständen zur Verfügung
zu stellen.
Dabei sollte das Verfahren bewußt so gestaltet werden, daß der Einsatz von anti
statischen Komponenten nicht für den Erfolg des Verfahrens wesentlich sein soll.
Dementsprechend ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur
Reinigung von mit elektrostatisch gebundenen Rückständen verunreinigten
Kunststoffoberflächen durch Behandlung mit Wasser und/oder wäßrigen Reini
gungslösungen, bei dem vor der genannten Behandlung die Kunststoffoberflächen der
Kunststoffbehälter mit einem flüssigen Mittel, enthaltend wenigstens eine apolare
Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, vorbehandelt werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es bevorzugt, daß die genannte apolare
Komponente mit paraffinischen Eigenschaften ausgewählt wird aus Verbindungen, die
eine Dielektrizitätskonstante zwischen 1 und 10, vorzugsweise zwischen 1 und 6 haben.
Die genannte Dielektrizitätskonstante ist durch übliche Meßmethoden, insbesondere
durch Messung mit einem Dekameter bei den Bedingungen 50 Hz und 20°C gemäß DIN
53483 ermittelbar.
Es ist bevorzugt, daß die Kunststoffoberflächen von Kunststoffbehältern stammen, wobei
die genannte Vorbehandlung möglichst bald, vorzugsweise unmittelbar nach der
Herstellung oder dem Bedrucken der Kunststoffbehälter erfolgt, wobei unter unmittelbar
ein Zeitpunkt zu verstehen ist, an dem noch keine sichtbare Verunreinigung vorliegt.
Vorzugsweise findet die Vorbehandlung innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung
oder dem Bedrucken statt. Da Getränkekästen in aller Regel bedruckt werden, wäre in
diesem Fall ein bevorzugter Zeitabstand für die Vorbehandlung der Zeitraum innerhalb
von 24 Stunden nachdem die Druckfarbe getrocknet ist.
Es kann aber ebenfalls bevorzugt sein, bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die
genannte Vorbehandlung kurz vor der Behandlung der Kunststoffoberflächen,
insbesondere von Kunststoffbehältern mit Wasser und/oder wäßrigen
Reinigungslösungen durchzuführen, wobei unter "kurz vor" vorzugsweise ein Zeitabstand
von wenigen Sekunden zu verstehen ist, bis hin zu einem Zeitabstand der ausreichend
kurz vor der Behandlung der Kunststoffoberflächen mit Wasser und/oder
Reinigungslösungen liegt, so daß ein nicht tropfender gleichmäßiger Film auf der
Oberfläche verteilt ist.
Abgesehen von den genannten bevorzugten Ausführungsformen kann bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren die genannte Vorbehandlung natürlich auch zu einem
beliebigen Zeitpunkt zwischen der Herstellung bzw. dem Bedrucken und der Behandlung
der genannten Kunststoffbehälter mit Wasser und/oder wäßriger Reinigungslösung
erfolgen.
Es ist für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt, daß die genannte apolare
Komponente mit paraffinischen Eigenschaften ausgewählt ist aus Paraffin-, Terpen-, Öl-
oder ölähnlichen Verbindungen sowie Polymeren oder Mischungen dieser Komponenten,
wobei insbesondere Verbindungen wie Orangenterpene oder reines Paraffin gut geeignet
sind.
Vorzugsweise macht in dem erfindungsgemäßen Verfahren die genannte apolare
Komponente einen Anteil von 1 bis 100 Gew.-%, besonders bevorzugt 50 bis 100 Gew.-
%, bezogen auf das gesamte für die Vorbehandlungen zu verwendende flüssige Mittel,
aus, wobei vorzugsweise zusätzliche Komponenten ausgewählt aus Fettalkoholen und
deren Derivaten, Fettsäuren und deren Derivaten enthalten sind.
Es ist ebenfalls bevorzugt, daß das genannte flüssige Mittel zur Vorbehandlung auf die
Kunststoffoberflächen, vorzugsweise in unverdünnter Form aufgesprüht wird.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beinhaltet,
daß die erfindungsgemäß durchzuführende Behandlung der vorbehandelten
Kunststoffoberflächen mit Wasser und/oder wäßrigen Reinigungslösungen bei einer
Temperatur von 35 bis 90°C stattfindet. Bei diesem wäßrigen Behandlungsschritt werden
vorzugsweise von der Kunststoffoberfläche die Rückstände einschließlich den apolaren
Komponenten abgelöst. Dieser Behandlungsschritt wird vorzugsweise in einer üblichen
Kastenwaschanlage oder entsprechenden kontinuierlichen Reinigungsmaschinen
durchgeführt. Die Dauer des Behandlungsschrittes liegt dabei vorzugsweise zwischen 30
Sekunden und 15 Minuten.
Wenn bei dem genannten wäßrigen Behandlungsschritt eine wäßrige Reinigungslösung
verwendet wird, so ist es bevorzugt, daß zur Herstellung derselben ein
Reinigungsmittelkonzentrat im Gewichtsverhältnis 1 : 1000 bis 1 : 50, vorzugsweise im
Gewichtsverhältnis 1 : 200 bis 1 : 100, in Wasser gelöst wird. Danach wird diese Lösung
vorzugsweise auf die zu reinigenden Flächen aufgebracht oder die zu reinigenden
Gegenstände in diese Lösung eingetaucht, wobei man die Lösung anschließend ablaufen
läßt.
Dabei ist es ebenfalls bevorzugt, daß das zu verdünnende Reinigungsmittelkonzentrat
- a) 1 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer alkoxylierter primärer oder sekundärer Amine, besonders bevorzugt ethoxylierter sekundärer Amine,
- b) 1 bis 10 Gew.-% eines Fettsäuresalzes, besonders bevorzugt ein Triethanolaminsalz einer C8-10-Fettsäure, das ganz besonders bevorzugt vor oder bei der Herstellung des Reinigungsmittelkonzentrats aus Triethanolamin und der Fettsäure synthetisiert wurde, sowie
- c) 2 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer nichtionischer Tenside enthält.
Je nach Reinigungsanforderungen kann es dabei bevorzugt sein, daß das zu ver
dünnende genannte Reinigungsmittelkonzentrat als zusätzliche Komponenten
Komplexbildner, vorzugsweise EDTA oder NTA, enthält, und außerdem weitere Hilfs-
oder Wirkstoffe, weitere Alkalien, Buildersubstanzen, weitere anionische und nichtionische
Tenside, Enzyme, Konservierungsmittel, Oxidationsmittel, Farbstoffe und/oder Parfüme
vorliegen.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung
von Kunststoffoberflächen, insbesondere von Kunststoffbehältern zur nachfolgend
verbesserten Entfernung von elektrostatisch gebundenen Verunreinigungen, bei dem man
die Oberflächen der Kunststoffbehälter mit einem flüssigen Mittel, enthaltend wenigstens
eine apolare Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, vorbehandelt. Dabei gelten
bezüglich der apolaren Komponente die bereits bei dem Verfahren zur Reinigung der
Kunststoffoberflächen gemachten Ausführungen.
Darüber hinaus ist ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Kunststoffbehälter,
dessen Oberflächen ganz oder teilweise durch einen Film, enthaltend wenigstens eine
apolare Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, benetzt sind.
Hinsichtlich der apolaren Komponente gelten auch hier die im Rahmen der vorliegenden
Erfindung gemachten Ausführungen.
Die Beispielsversuche wurden an Bierkästen durchgeführt, die durch eine große deutsche
Brauerei in Eigenproduktion hergestellt und für die Versuche zur Verfügung gestellt
wurden. Es handelte sich bei den Bierkästen um gelbe Kästen mit einer
Aufnahmekapazität von je elf 0,5 L-Bierflaschen.
Während der Produktion dieser Kästen kommt es üblicherweise zu hohen elek
trostatischen Aufladungen. Dies hatte zur Folge, daß, nachdem die Kästen bedruckt
wurden - auf dem Weg zum Lager bzw. während der Lagerung - hohe Mengen an Staub
elektrostatisch an die Kastenoberflächen gebunden wurde. Eigene
Reinigungsbemühungen sowie Reinigungsversuche, beispielsweise nach Verfahren
gemäß der DE 197 07 650 A1, sowie Versuche anderer Anbieter scheiterten in der
Vergangenheit.
Die für die wäßrig-alkalische Reinigung herangezogenen Reinigungslösungen sind in
Tabelle 1 enthalten. Zur Überprüfung der Reinigungswirkung wurden diese Lösungen im
Labor angesetzt und mit einer Pumpe umgepumpt. Die Temperatur der Lösungen lag
während der Versuchsdurchführung bei etwa 50°C. Die zu untersuchenden Lösungen
wurden bei den Versuchen über einen Schlauch aus einer Entfernung von etwa 0,2 m
über einen Zeitraum von etwa 3 Minuten auf eine sichtlich stark verschmutzte Stelle der
mit elektrostatisch gebundenen Rückständen verunreinigten Bierkästen gespült. Die
mechanische Wirkung entsprach bei den Versuchen etwa der mechanischen Wirkung, die
üblicherweise bei Abspülen der entsprechenden Oberfläche mit Leitungswasser vorliegen
würde.
Bei derartiger Verfahrensweise wurde bei Einsatz der in Tabelle 1 aufgeführten
Reinigungslösungen keinerlei Reinigungswirkung erzielt. Mit anderen Worten, die so
behandelten Oberflächen der Bierkästen waren genauso verunreinigt wie zuvor.
In einer erfindungsgemäßen Versuchsserie wurde auf eine sichtlich stark verschmutzte
Stelle von mit elektrostatisch gebundenen Rückständen verunreinigten Bierkästen der
gleichen Charge Paraffin so aufgesprüht, daß die genannte Stelle gleichmäßig mit einem
Paraffinfilm benetzt war. Danach ließ man das Paraffin abtropfen und führte mit dem so
vorbehandelten Kasten die Behandlung mit den Lösungen gemäß Tabelle 1 wie oben
beschrieben durch. Überraschenderweise konnten in allen Fällen die elektrostatisch
gebundenen Rückstände entfernt werden. Besonders erstaunlich war, daß bereits 50°C
warmes Wasser (B7) ausreichte, um ein befriedigendes Reinigungsergebnis zu erreichen.
Claims (15)
1. Verfahren zur Reinigung von mit elektrostatisch gebundenen Rückständen
verunreinigten Kunststoffoberflächen durch Behandlung mit Wasser und/oder
wäßrigen Reinigungslösungen, dadurch gekennzeichnet, daß vorher die
Kunststoffoberflächen der Kunststoffbehälter mit einem flüssigen Mittel, enthaltend
wenigstens eine apolare Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, vorbehandelt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte apolare
Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, ausgewählt wird aus Verbindungen,
die eine Dielektrizitätskonstante zwischen 1 und 10, vorzugsweise zwischen 1 und 6
haben.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Kunststoffoberflächen von Kunststoffbehältern gereinigt werden, wobei die genannte
Vorbehandlung möglichst bald, vorzugsweise unmittelbar nach Herstellung oder
Bedrucken der Kunststoffbehälter erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Kunststoffoberflächen von Kunststoffbehältern gereinigt werden, wobei die genannte
Vorbehandlung kurz vor der Behandlung der Kunststoffbehälter mit Wasser und/oder
wäßrigen Reinigungslösungen erfolgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die genannte apolare Komponente mit paraffinischen Ei
genschaften ausgewählt ist aus Paraffin-, Terpen-, Öl- oder ölähnlichen Verbindungen
sowie Polymeren oder Mischungen dieser Komponenten.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die genannte apolare Komponente einen Anteil von 1 bis 100 Gew.-%,
vorzugsweise 50 bis 100 Gew.-%, bezogen auf das gesamte flüssige Mittel,
ausmacht.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß das genannte flüssige Mittel zur Vorbehandlung auf die
Kunststoffoberflächen aufgesprüht wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die vorbehandelten Kunststoffoberflächen mit Wasser und/oder
wäßrigen Reinigungslösungen bei einer Temperatur von 35 bis 90°C behandelt
werden.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß man zur Herstellung der genannten wäßrigen Reinigungslösungen
ein Reinigungsmittelkonzentrat im Gewichtsverhältnis 1 : 1000 bis 1 : 50, vorzugsweise
im Gewichtsverhältnis 1 : 200 bis 1 : 100, in Wasser einbringt und diese Lösung auf die
zu reinigenden Flächen aufbringt oder die zu reinigenden Gegenstände in diese
Lösung eintaucht und die Lösung anschließend ablaufen läßt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das zu verdünnende
Reinigungsmittelkonzentrat
- a) 1 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer alkoxylierter primärer oder sekundärer Amine,
- b) 1 bis 10 Gew.-% eines Fettsäuresalzes,
- c) 2 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer nichtionischer Tenside enthält.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das zu verdünnende
Reinigungsmittelkonzentrat als Komponente a) 1 bis 12 Gew.-% eines oder mehrerer
ethoxylierter sekundärer Amine enthält.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das zu
verdünnende Reinigungsmittelkonzentrat als Komponente b) ein Triethanolaminsalz
einer C8-10-Fettsäure enthält.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 12, dadurch ge
kennzeichnet, daß das zu verdünnende Reinigungsmittelkonzentrat als zusätzliche
Komponente Komplexbildner, vorzugsweise EDTA oder NTA, enthält.
14. Verfahren zur Behandlung von Kunststoffoberflächen zur nachfolgend verbesserten
Entfernung von elektrostatisch gebundenen Verunreinigungen, bei dem man die
Oberflächen mit einem flüssigen Mittel, enthaltend wenigstens eine apolare
Komponente mit paraffinischen Eigenschaften, vorbehandelt.
15. Kunststoffbehälter, deren Oberflächen ganz oder teilweise durch einen Film,
enthaltend wenigstens eine apolare Komponente mit paraffinischen Eigenschaften,
benetzt sind.
Priority Applications (2)
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| DE10065933A DE10065933C1 (de) | 2000-12-21 | 2000-12-21 | Verfahren zur Entfernung elektrostatisch gebundener Rückstände von Kunststoffoberflächen |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE10065933A DE10065933C1 (de) | 2000-12-21 | 2000-12-21 | Verfahren zur Entfernung elektrostatisch gebundener Rückstände von Kunststoffoberflächen |
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