DE10062742A1 - Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes - Google Patents
Vorrichtung zum Verschliessen eines GiessgefässesInfo
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Abstract
Es wird eine Vorrichtung zum Verschließen eines Schmelzegefäßes vorgeschlagen, umfassend einen Stopfenstein (4) mit einer Ausgussöffnung im Boden des Schmelzegefäßes und einen stangenförmigen Stopfen (5), der in das Schmelzegefäß in waagrechter Richtung bewegbar in Bezug auf den Stopfenstein (4) angeordnet ist, wobei der Stopfen (5) eine durchgehende zentrale Bohrung (16) aufweist und wobei in die zentrale Bohrung eine Durchstoßstange (10) zum Durchstoßen der zentralen Bohrung (16) und der Ausgussöffnung verschiebbar aufnehmbar angeordnet ist.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verschliessen eines
Schmelzegefässes umfassend einen Stopfenstein mit einer Ausgussöffnung im
Boden des Schmelzegefässes und einen stangenförmigen Stopfen, der in das
Schmelzegefäss in senkrechter Richtung bewegbar in Bezug auf dem
Stopfenstein angeordnet ist, wobei der Stopfen eine durchgehende zentrale
Bohrung aufweist.
In der Giesserei wird die Metallschmelze aus einem Schmelzegefäss in die
Giessform eingegossen. Die Schmelzemenge wird auf die Giessformen aufgeteilt
und in Portionen zugegeben, die dem Volumen der Gussstücke entsprechen. Das
Schmelzegefäss muss also nach jeder Portion abgeschlossen werden. Zum
Verschliessen des Schmelzegefässes wird oft eine sogenannte Stopfenstange,
d. h. einen stangenförmigen Stopfen verwendet, der in die Ausgussöffnung am
Boden des Schmelzegefässes passt. Die Stopfenstange füllt jedoch in den
meisten Fällen die Ausgussöffnung nicht vollständig aus. Unterhalb der
Stopfenstange kann in der Ausgussöffnung im Bodenbereich des
Schmelzegefässes einen Schmelzetropfen zurück bleiben und erstarren. Um
diesen Schmelzetropfen zu verhindern oder zu entfernen, werden verschiedene
Methoden angewendet.
Aus der JP 09052155 A ist eine Lanze bekannt, die in eine zentrale Bohrung in die
Stopfenstange eingelassen werden kann und durch die Heizgas zum Aufheizen
der Stopfenstange und der Ausgussöffnung zugeführt werden kann. Die zentrale
Bohrung wird oft auch verwendet, um durch die Stopfenstange unmittelbar vor
dem Ausgiessen ein Impfmittel an die Schmelze zuzuführen. Das Impfmittel kann
in Form eines Drahtes, einer Stange oder als pulverförmiges oder körniges
Material zugegeben werden. Beim Abkühlen der Stopfenstange besteht immer die
Gefahr der Verstopfung der zentralen Bohrung.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine
Vorrichtung zum Verschliessen eines Schmelzegefässes anzugeben, wobei
Legierungszusatzstoffen, darunter auch das pulverförmige Impfmittel, zugegeben
werden können und wobei die allfällige Verstopfung einfach beseitigt werden
kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Verschliessen eines
Schmelzegefässes umfassend einen Stopfenstein mit einer Ausgussöffnung im
Boden des Schmelzegefässes und einen stangenförmigen Stopfen, der in das
Schmelzegefäss in waagrechter Richtung bewegbar in Bezug auf dem
Stopfenstein angeordnet ist, wobei der Stopfen eine durchgehende zentrale
Bohrung aufweist, wobei in die zentrale Bohrung eine Durchstossstange zum
Durchstossen der zentralen Bohrung und der Ausgussöffnung verschiebbar
aufnehmbar angeordnet ist.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
Es ist von Vorteil, dass pulverförmige Legierungszusatzstoffen wie z. B. Impfmittel
zugegeben werden können, ohne dass die Durchstossstange aus der zentralen
Bohrung entfernt werden muss. Dies wird dadurch erreicht, dass der
stangenförmige Stopfen eine weitere Verbindungsbohrung zur Verbindung der
zentralen Bohrung mit der Umgebung ausserhalb des Giessgefässes aufweist. Die
weitere Verbindungsbohrung kann mit einem geschlossenen System verbunden
werden. Hiermit wird erreicht, dass eine genau dosierbare Menge der
pulverförmigen Legierungszusatzstoffen wirkungsvoll am Giessstrahl zugeführt
werden können. Hiermit wird auch erreicht, dass die pulverförmige Stoffen ohne
Verluste und ohne Belastung für die Umwelt oder die Giessereiarbeiter zugegeben
werden können. Im Gegensatz zur sonst üblichen Giessstrahlimpfung, wobei viel
Impfmittel im Übermass eingesetzt wird und nicht wirkungsvoll am Giessstrahl
zugeführt werden kann, wird das Impfmittel kostensparend eingebracht.
Es ist auch von Vorteil, dass die Zusatzstoffen oder Impfmittel möglichst einfach
zugegeben werden können. Dies wird dadurch erreicht, dass die
Verbindungsbohrung radial und unter einem Winkel zur Achse der zentralen
Bohrung verlaufend angeordnet ist. Die Verbindungsbohrung ist vorzugsweise
unter einem Winkel von weniger als 45° zur Achse der zentralen Bohrung
angeordnet.
Das zentrale Thema der Erfindung ist die Zuführung von pulverförmigen
Legierungszusatzstoffen durch die Stopfenstange während des Giessvorganges.
Durch die hier beschriebene Zugabeart wird das Ausbringen gegenüber einer
herkömmlichen Giessstrahlimpfung erheblich verbessert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Figuren beschrieben. Es
zeigen:
Fig. 1 eine Sicht auf eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Verschliessen
eines Schmelzegefässes,
Fig. 2 eine weitere Sicht auf ein Teil der Vorrichtung von Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch einen Teil der Vorrichtung von Fig. 2 und
Fig. 4 einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel der Vorrichtung
gemäss Fig. 3.
In Fig. 1 ist schematisch ein sogenannter Stopfenhubapparat 1 dargestellt. Der
Stopfenhubapparat 1 befindet sich an der Giessstelle einer Giessereianlage und
wird benachbart zum Schmelzegefäss angeordnet. Der linke Teil der Fig. 1 stellt
schematisch eine Bedienungseinheit 2 dar, die notwendig ist um eine Vorrichtung
3 zum Verschliessen des Schmelzegefässes zu bedienen. Vom Schmelzegefäss
ist schematisch der Stopfenstein 4, der im Boden des Schmelzegefäss angeordnet
ist, dargestellt. In Fig. 1 ist der Stopfenstein 4 abgeschlossen dargestellt. Zum
Verschliessen des Stopfensteins 4 wird einen Stopfen 5 senkrecht durch die
Schmelze hindurch von oben auf den Stopfenstein 3 bewegt. Die
Bedienungseinheit sorgt u. a. für die senkrechte und Bewegung auf- und abwärts
des Stopfens 5. Der Stopfen 5 ist im wesentlichen ein stangenförmiges Rohr aus
einem Material, das beständig ist gegen der Schmelzezusammensetzung und der
Schmelzetemperatur. Der Stopfen 5 kann beispielsweise aus hitzebeständiger
Keramik hergestellt sein.
Der Stopfen 5 erstreckt sich von einem eingespannten Ende 8, das in einer
Stopfenbefestigung 9 eingespannt und lösbar befestigt ist, bis zu einem freien
Ende 7. Der Stopfen 5 weist eine zentrale Bohrung 6 auf, die vom freien Ende 7
des Stopfens 5 im Bereich des Stopfensteins 3 bis zum eingespannten Ende 8 im
Bereich der Stopfenbefestigung durch den Stopfen 5 hindurch führt. Oberhalb der
Stopfenbefestigung 9 ist eine Stopfenreinigungsstange oder eine
Durchstossstange 10 dargestellt. Die Stopfenreinigungsstange 10 ist ebenfalls
auf und abwärts senkrecht bewegbar angeordnet. Mit der
Stopfenreinigungsstange 10 kann die zentrale Bohrung 6 gereinigt und
gegebenenfalls durchstossen werden.
In Fig. 2 ist die Vorrichtung 3 zum Verschliessen des Schmelzegefässes für sich
alleine dargestellt. Die Bedienungseinheit 2 des Stopfenhubapparates 1 von Fig.
1 wurden weggelassen. Die Vorrichtung 3 von Fig. 2 kann sich über mehr als 1
Meter Höhe erstrecken. von oben nach unten sind in Figur ersichtlich: einen
Stopfenarm 11 zur Verbindung des Stopfens 5 mit dem Stopfenhubapparat 1, eine
Stopfenführung 12 zum Führen des Stopfens 5 durch das freie Ende des
Stopfenarmes 11 hindurch, ein Stopfenrohr 13 zur Aufnahme des Stopfens 5
während der senkrechten Bewegung des Stopfens 5 auf und abwärts in Bezug
auf der Ausgussöffnung, einen Stopfenrohrhalter 14 zum Halten des
Stopfenrohres 13 und eine Stopfenhülse 15. Die Stopfenhülse 15 und das
Stopfenrohr 13 sind derart zueinander ausgerichtet und befestigt, dass die
senkrechte Bewegung des Stopfens 5 durch die Schmelze hindurch das Öffnen
und vor allem das vollständige Schliessen des Stopfensteines gewährleistet.
In Fig. 3 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 3 zum Verschliessen
des Schmelzegefässes geschnitten dargestellt. In Fig. 3 sind das eingespannte
Ende 8 des Stopfens 5, die Stopfenhülse 15 und der untere Teil des Stopfenrohres
13 geschnitten dargestellt. Der Stopfen 5 weist eine zentrale Bohrung 16 auf. In
der Verlängerung der zentralen Bohrung 16 in der Richtung des Stopfenrohres 13
ist die Stopfenreinigungsstange oder die Durchstossstange 10 geschnitten
dargestellt. Oberhalb der Stopfenhülse 15, in dem Bereich, wo das Stopfenrohr 13
an die Stopfenhülse 15 befestigt ist, ist eine Verbindungsbohrung 17 radial und
unter einem Winkel zur Achse der zentralen Bohrung 16 verlaufend angeordnet.
Die Verbindungsbohrung 17 dient zur Verbindung der zentralen Bohrung 16 mit
der Umgebung ausserhalb des Giessgefässes. Die Verbindungsbohrung 17 ist
vorzugsweise unter einem Winkel von weniger als 45° zur Achse der zentralen
Bohrung 16 angeordnet. In die Verbindungsbohrung 17 ist ein Stahlrohr 18
eingesetzt. Durch dieses Stahlrohr 18 kann, wenn die Durchstossstange 10 in
dem Stopfenrohr 13 nach oben angehoben wird, Impfmittel an die zentrale
Bohrung 16 zugeführt werden, ohne dass die Durchstossstange 10 vollständig
entfernt werden muss. Das Impfmittel kann ohne Druck, das heisst nur durch
Wirkung der Schwerkraft an die zentrale Bohrung 16 zugeführt werden. Wenn der
Stopfen 5 von dem Stopfenstein 4 angehoben wird, gelangt das Impfmittel in die
Mitte des Giessstrahles. Das Impfmittel kann als pulverförmigen oder
grobkörnigen Material zugegeben werden. Die Zugabe unter Anwendung von
Druckluft ist ebenfalls möglich, sowohl bei einer entsprechend druckdichten
Ausführung, wie auch bei einer herkömmlichen Ausführung.
In Fig. 4 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 3 zum
Verschliessen des Schmelzegefässes geschnitten dargestellt. Im Gegensatz zu
dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 ist hier die Verbindungsbohrung 17
grösstenteils im Bereich des eingespannten Endes 8 des Stopfen 5 ausgebildet.
Die Durchstossstange 10 ist, im Gegensatz zu Fig. 3, in Fig. 4 in der
angehobenen Stellung dargestellt. In dieser Stellung wird auch die Sicht auf eine
Zutrittsöffnung 19 freigegeben, die in Fig. 3 von der Durchstossstange 10
verdeckt wurde. Die Zutrittsöffnung 19 bildet den Übergang vom Stahlrohr 18 mit
der Verbindungsbohrung 17 zum Stopfenrohr 13 mit der zentralen Bohrung 16. In
Fig. 4 ist auch gut ersichtlich, wie der Durchmesser der Verbindungsbohrung 17
wesentlich kleiner ist als die zentrale Bohrung 16 des Stopfen 5. Die
Ausführungsbeispiele von Fig. 3 und 4 sind im Übrigen identisch. Das
Ausführungsbeispiel von Fig. 4 ist zwar etwas aufwendiger in der Herstellung.
Dieser Aufwand wird aber mehr als wettgemacht durch die bessere
Temperaturverhältnisse weiter unten im Schmelzegefäss. Bei einer höheren und
bei einer besser ausgeglichen Temperatur wird die Verstopfungsgefahr durch
Schmelzen und wieder Einfrieren des Impfmittels erheblich geringer. Durch den
kürzeren Zufuhrweg wird die Gefahr des Schmelzens und wieder Einfrierens
weiter eingeschränkt.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Verschliessen eines Schmelzegefässes umfassend einen
Stopfenstein (4) mit einer Ausgussöffnung im Boden des Schmelzegefässes und
einen stangenförmigen Stopfen (5), der in das Schmelzegefäss in waagrechter
Richtung bewegbar in Bezug auf dem Stopfenstein angeordnet ist, wobei der
Stopfen eine durchgehende zentrale Bohrung (16) aufweist, dadurch
gekennzeichnet, dass in die zentrale Bohrung eine Durchstossstange (10) zum
Durchstossen der zentralen Bohrung und der Ausgussöffnung verschiebbar
aufnehmbar angeordnet ist.
2. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach dem Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der stangenförmige Stopfen eine weitere
Verbindungsbohrung (17) zur Verbindung der zentralen Bohrung (16) mit der
Umgebung ausserhalb des Giessgefässes aufweist.
3. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach dem Anspruch 1
oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbohrung (17) radial und
unter einem Winkel zur Achse der zentralen Bohrung (16) verlaufend angeordnet
ist.
4. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbohrung (17)
unter einem Winkel von weniger als 45° zur Achse der zentralen Bohrung (16)
angeordnet ist.
5. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbohrung (17)
einen wesentlich kleineren Durchmesser aufweist als die zentrale Bohrung (16).
6. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbohrung (17)
im Bereich des eingespannten Endes (8) des Stopfens (5) angeordnet ist.
7. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsbohrung (17)
oberhalb des Stopfens (5) angeordnet ist.
8. Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der stangenförmigen Stopfen
(5) einstückig ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000162742 DE10062742A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000162742 DE10062742A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10062742A1 true DE10062742A1 (de) | 2002-06-20 |
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ID=7667408
Family Applications (1)
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| DE2000162742 Withdrawn DE10062742A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | Vorrichtung zum Verschliessen eines Giessgefässes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10062742A1 (de) |
Cited By (2)
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| DE102009004613B4 (de) * | 2009-01-15 | 2020-01-02 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Reservoir für flüssiges Gussmaterial, insbesondere Stopfenpfanne, sowie Verfahren zum Befüllen einer Stopfenpfanne |
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