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Verfahren zum katalytischen Reformieren von Kohlenwasserstoffgemischen
vom Benzintyp Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum katalytischen Reformieren
von Kohlenwasserstoffgemischen vom Benzintyp mit einem verhältnismäßig niedrigen
Naphthengehalt unter Verwendung von platinhaltigen Katalysatoren.
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Bekanntlich kann man eine beträchtliche Erhöhung der Oktanzahl von
Benzinen durch katalytisches Reformieren erzielen. Hierunter versteht man die katalytische
Behandlung von Kohlenwasserstoffen in Gegenwart von Wasserstoff bei erhöhter Temperatur
und erhöhtem Druck, wobei gewöhnlich kein Wasserstoff verbraucht wird. Platinhaltige
Katalysatoren eignen sich sehr für diesen Zweck, und ein besonders günstiges katalytisches
Reformierverfahren, bei dem derartige Katalysatoren verwendet werden, ist das sogenannte
Platformverfahren, das seit kurzem in erhöhtem Ausmaß angewendet wird. Bei diesem
Verfahren verdampft man das zu reformierende Benzin und bringt es bei erhöhter Temperatur
und unter Wasserstoffdruck mit dem platinhaltigen Katalysator, z. B. einem mit 0,3
Gewichtsprozent Platin auf einem Aluminiumoxydträger, der Halogen enthalten kann
oder nicht, in Berührung.
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Wenn die als Ausgangsmaterial verwendeten Kohlenwasserstoffgemische
nur einen verhältnismäßig niedrigen N aphthengehalt, d. h. weniger als 30 Gewichtsprozent
aufweisen, wie z. B. viele Benzinsorten aus Rohölen aus dem mittleren Osten, und
man das Reformieren unter solchen Bedingungen durchführt, daß vor allem eine Dehydrierung
und eine Isomerisation der Naphthene und eine Isomerisation der Paraffinkohlenwasserstoffe
stattfinden, haben die sich ergebenden Reformate allgemein eine zu niedrige Oktanzahl.
Diesen Nachteil kann man überwinden, indem man unter solchen Bedingungen reformiert,
daß außer den obenerwähnten Umwandlungen ein hydrierendes Kracken des vorhandenen
Paraffinkohlenwasserstoffes ebenfalls in ausreichendem Maß stattfindet, wobei die
größeren Moleküle in kleinere Moleküle gespalten werden und eine Sättigung der dadurch
entstehenden ungesättigten Kohlenwasserstoffe stattfindet. Da bei der hydrierenden
Krackung Wasserstoff verbraucht wird, der selbst wieder durch Dehydrierungsreaktionen
geliefert werden muß und da darüber hinaus der Partialdruck des Wasserstoffs in
dem in Reaktion befindlichen Gasgemisch auf einem hohen Wert gehalten werden muß,
um eine Abnahme der Aktivität des Katalysators zu verhindern, erweist es sich für
die Durchführung des Reformierverfahrens in technischem Ausmaß als sehr wichtig,
daß die Dehydrierungsreaktionen den Reaktionen des hydrierenden Krackens das Gleichgewicht
halten.
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Es war schon bekannt, daß man bei der Dehydrierung von niedrigen aliphatischen
oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffen mit Metalloxydkatalysatoren deren Aktivität
man dadurch erhöhen oder aufrechterhalten kann, daß man zu dem Reaktionsgemisch
eine Menge Wasserdampf zugibt, die vorzugsweise 3 Volumprozent nicht überschreitet
und gewöhnlich zwischen 0,03 und 0,2 Volumprozent liegt.
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Es war außerdem bekannt, daß beim katalytischen Reformieren von Paraffin
und naphthenhaltigen flüssigen Kohlenwasserstoffgemischen unter Verwendung von platinhaltigen
Katalysatoren die Gegenwart von Wasser das Ausmaß des hydrierenden Krackens beeinflußt,
und zwar in dem Sinn, daß die Zugabe von Wasser die Reaktionen des hydrierenden
Krackens unterdrückt. In der Patentliteratur wird die Verwendung von verhältnismäßig
hohen Wasserkonzentrationen von z. B. 0,5 bis 1,5 Molprozent oder sogar beträchtlich
mehr, berechnet auf die Zufuhr, erwähnt. Bei diesen verhältnismäßig hohen Konzentrationen
findet bei größerer Wasserzugabe das hydrierende Kracken in entsprechend geringerem
Ausmaß statt.
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Es hat sich nun herausgestellt, daß es bei dem katalytischen Reformieren
von Kohlenwasserstoffen vom Benzintyp mit weniger als 30 Gewichtsprozent Naphthenen
unter Verwendung von platinhaltigen Katalysatoren auf einem Träger mit Säurecharakter
besonders vorteilhaft ist, bei einer mindestens achtfachen molaren Menge von Wasserstoff
zu Kohlenwasserstoff, einer Temperatur zwischen 480 bis 510° und einem Druck von
10 bis 50 at zu arbeiten, wobei der Wasserdampfgehalt des Reaktionsgemisches niedrig,
und zwar nicht über 0,03 Volumprozent gehalten wird.
Wenn man den
Wassergehalt so einstellt, daß er die angegebene Grenze von 0,03 Volumprozent erfindungsgemäß
nicht überschreitet, kann man das Ausmaß der Reaktionen des hydrierenden Krackens
beim katalytischen Reformieren hervorragend steuern. Angesichts des niedrigen Naphthengehaltes
des Ausgangsmaterials sollten diese Reaktionen in beträchtlichem Maße fortschreiten,
damit man ein Endprodukt mit hinreichend hoher Oktanzahl erhält. Die Wirkung der
sehr geringen Wassermengen im Reaktionsgemisch besteht darin, daß bei ihrer Zunahme
das hydrierende Kracken verstärkt wird und umgekehrt bei Abnahme des Wassergehaltes
sich verringert. Dies ist das Gegenteil von dem, was, soweit bisher bekannt, stattfindet,
wenn man einen beträchtlich höheren Wasserdampfgehalt als 0,03 Volumprozent verwendet.
In diesem Fall ist eine Zunahme des Wasserdampfgehaltes von einem Unterdrücken des
hydrierenden Krackens begleitet.
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Wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Zunahme des bereits
vorhandenen Wassers notwendig erscheint, kann man das Reaktionsgemisch nicht allein
durch Zugabe von Wasser auf den erforderlichen höheren Wassergehalt einstellen,
sondern man kann auch Substanzen zugeben, die unter den Reaktionsbedingungen Wasser
bilden, z. B. Alkohole, wie Isopropylalkohol, Butanole u. dgl.
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Wenn man erfindungsgemäß arbeitet, ist es deshalb durch Einstellen
des Reaktionsgemisches auf einen bestimmten Wassergehalt möglich, die hydrierenden
Krackreaktionen, die beim katalytischen Reformieren stattfinden, genau zu steuern,
d. h. sie nach Wunsch zu beschleunigen oder zu unterdrücken, je nach den Erfordernissen
des Endprodukts. Auf diese Weise erhöht man die Anpassungsfähigkeit des Reformierungsverfahrens
beträchtlich. Wenn es z. B. beim Reformieren eines bestimmten Ausgangsmaterials
erwünscht ist, die größtmögliche Oktanausbeute zu erzielen, d. h. die größtmögliche
Summe von Reformatausbeute und deren Oktanzahl, so kann man dies erreichen, indem
man den Wassergehalt des Reaktionsgemisches auf einem Maximalwert von etwa 0,01
Volumprozent hält. Das hydrierende Kracken findet dann in verhältnismäßig beschränktem
Maß statt, und infolgedessen ist der prozentuale Anteil an Bestandteilen des Reformau,
die bis 100° sieden, verhältnismäßig niedrig, z. B. 15 bis 20 Volumprozent. Wenn
es andererseits erwünscht ist, ein Produkt mit größerer Flüchtigkeit mit der gleichen
Oktanzahl herzustellen, wofür man die hydrierenden Krackreaktionen beschleunigen
sollte, so kann man dies durch einen beträchtlich höheren Gehalt an Wasserdampf
erreichen, z. B. von 0,02 Volumprozent oder darüber, aber nicht mehr als 0,03 Volumprozent.
Darüber hinaus hat diese Arbeitsweise den Vorteil, daß die einzuhaltende Temperatur
niedriger sein kann, z. B. 8 bis 10° niedriger, wobei die übrigen Reaktionsbedingungen
die gleichen bleiben. Gegebenenfalls kann man die Oktanzahl des Reformats durch
eine gleichartige Erhöhung des Wassergehaltes und durch Durchführung der Reaktion
bei der gleichen Temperatur erhöhen.
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Die maximale Grenze von 0,03 Volumprozent ist für den Wassergehalt
festgesetzt, auf den das Reaktionsgemisch erfindungsgemäß eingestellt wird, da es
sich herausgestellt hat, daß man bei Erhöhung des Wassergehaltes über diese Grenze
nur eine geringe Zunahme der Oktanzahl erzielen kann, und dies hebt die verminderte
Ausbeute an Reformat nicht auf. Darüber hinaus ist diese Grenze festgelegt, da bei
einem höheren Gehalt an Wasserdampf je nach den angewandten Reaktionsbedingungen
so stark hydrierend gekrackt werden kann, daß die Lebensdauer des Platinkatalysators
beträchtlich vermindert wird, was natürlich unerwünscht ist. Andererseits wird bei
einem maximalen Wassergehalt von 0,03 Volumprozent die ursprüngliche Aktivität und
Selektivität des Platinkatalysators beim Gebrauch nahezu vollständig bewahrt, so
daß man ihn ununterbrochen für lange Arbeitsdauer von z. B. 2000 Stunden und darüber
verwenden kann.
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Wenn man den Wassergehalt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren auf
den richtigen Wert einstellt, ist es möglich, das Reformierungsverfahren so durchzuführen,
daß man in jedem einzelnen Fall den besten Kompromiß zwischen der Verfahrensselektivität,
die von der Ausbeute an flüssigem Produkt und Wasserstoff bei einer bestimmten Oktanzahl
abhängt, und der Lebensdauer des Katalysators einerseits und den Eigenschaften der
erhaltenen Produkte andererseits erzielt.
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Angesichts des verhältnismäßig niedrigen Naphthengehalts des als Ausgangsmaterial
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Kohlenwasserstoffgemisches sollte
man ziemlich scharf definierte Reaktionsbedingungen, wie z. B. Temperaturen von
etwa 480 bis 500° oder sogar darüber, und verhältnismäßig niedrige Raumgeschwindigkeiten
anwenden, um Reformate mit hinreichend großer Oktanzahl zu erhalten. In diesem Fall
ist es wichtig, daß der Wasserstoff bei der Reformierbehandlung in großer molarer
Menge vorliegt, und zwar mindestens in achtfacher oder z. B. zehnfacher Molarmenge,
bezogen auf den Kohlenwasserstoff, da der Katalysator bei Verwendung geringerer
Wasserstoffmengen seine Aktivität ziemlich schnell verliert, so daß man ihn nur
für verhältnismäßig kurze Zeit verwenden kann.
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Der Wasserstoff, in dessen Gegenwart die Reformierbehandlung stattfindet,
braucht nicht rein zu sein und kann deshalb in Gestalt eines wasserstoffreichen
Gases zugeführt werden. In der Praxis kann man vorzugsweise einen Teil des wasserstoffreichen
Gases, das sich beim Reformierverfahren bildet, für diesen Zweck verwenden und es
wird aus diesem Grunde in einem Kreisverfahren umgewälzt.
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Das zu reformierende Ausgangsmaterial hat normalerweise einen niedrigen
Wassergehalt von gewöhnlich nicht mehr als 0,01 Volumprozent. Beim Einstellen des
Wassergehalts des zu reformierenden Gemisches von Wasserstoff und Kohlenwasserstoffen
sollte man natürlich diesen niedrigen Wassergehalt des zugeführten Gemisches und
auch den Wassergehalt des Umwälzgases in Betracht ziehen. Es ist selbstverständlich,
daß der Wassergehalt des zugeführten Gemisches eine unabhängige Variable ist. Der
Wassergehalt des Umwälzgases kann andererseits von dem des zugeführten Gemisches
abhängen, obwohl dies nicht immer der Fall sein muß, da der Wassergehalt des umzuwälzenden
Gases auch teilweise oder vollständig davon abhängen kann, wie das Gas mit Hilfe
einer wäßrigen Lösung von Aminen oder Aminoalkoholen, z. B. Mono-, Di- oder Triaminen
oder anderen geeigneten basischen Substanzen zum Entfernen des gesamten Schwefelwasserstoffs,
behandelt wird.
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Das Einstellen des Gehaltes des Reaktionsgemisches an Wasserdampf
auf den erforderlichen Wert für das beim Reformieren erwünschte Ergebnis, kann man
je nach den Umständen durch Abziehen von Wasser oder Zuführen geringer Wassermengen
oder einer Substanz erzielen, die bei den Reformierbedingungen Wasser bildet. Diese
Regulierung kann man in jeder geeigneten `'eise durchführen.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung führt man vorzugsweise so durch,
daß man das wasserstoffreiche Gas, das man bei dem Reformierverfahren erhält, bevor
man es in das Verfahren zurückführt, auf einen solchen
Wassergehalt
einstellt, daß der Wasserdampfgehalt des Gemisches von Umwälzgas und Kohlenwasserstoff,
das in die Reformierzone eingeführt wird, den erforderlichen Wert von nicht mehr
als 0,03 Volumprozent aufweist.
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Wenn der zu reformierende Stoff einen normalen Wassergehalt von etwa
0,01 Gewichtsprozent aufweist, muß man den Wassergehalt des Umwälzgases auf einen
maximalen Wert von 200 mg je Nm 3 einstellen, und zwar je nach den für das herzustellende
Reformat aufgestellten Erfordernissen und dem Verhältnis von Wasserstoff zu dem
zu reformierenden Kohlenwasserstoffgemisch, bei dem die Reformierbehandlung stattfindet.
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Da das wasserstoffreiche Gas im allgemeinen einen Wassergehalt von
mehr als 200 mg je Nm3 aufweist, ist es gewöhnlich notwendig, diesen Wassergehalt
zu vermindern, bevor das Gas zurückgeführt wird. Zu diesem Zweck kann man das Gas
mit einem oder mehreren Trockenmitteln behandeln, die sich zur Verminderung des
Wassergehalts eignen.
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In der Praxis kann man den Wasserdampfgehalt einfach dadurch auf etwa
200 mg je Nm3 vermindern, daß man das Gas durch eine Trockenvorrichtung leitet,
die Glykol oder ein Glykolderivat, wie z. B. Diäthylenglykol, enthält.
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jede weitere erforderliche Verminderung des Wassergehalts im Umwälzgas
kann man so erzielen, daß man der Trocknung mit Glykol oder einem Glykolderivat
oder einem ähnlichen Trocknungsmittel eine weitere Behandlung mit einer Festsubstanz
folgen läßt, die eine hohe Wasserbindungskraft aufweist, z. B. mit Bauxit, aktiviertem
Aluminiumoxyd, Silicagel u. dgl. Es hat sich herausgestellt, daß man auf diese Weise
den Wassergehalt des Gases leicht auf 25 bis 50 mg je Nm3 vermindern kann.
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Wenn das zu reformierende Ausgangsmaterial und das entstehende wasserstoffreiche
Gas einen derartig niedrigen Wassergehalt haben sollten, daß beim Zurückführen des
Gases der Wassergehalt des in die Reformierzone eingeleiteten Gemisches unterhalb
des erwünschten Wertes liegt, so kann man den Gehalt auf den richtigen Wert erhöhen,
indem man die erforderliche kleine Menge Wasser oder eine Wasser liefernde Substanz,
wie z. B. Isopropylalkohol, sek. oder tert. Butanol u. dgl., dem Umwälzgas oder
dem zugeführten Gemisch oder dem Gemisch der beiden hinzufügt.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung kann man zum Reformieren jedes flüssigen
Kohlenwasserstoffs vom Benzintyp verwenden, der nur einen verhältnismäßig niedrigen
Naphthengehalt hat, und zwar weniger als 30 Gewichtsprozent, z. B. 20 bis 25 Gewichtsprozent
oder darunter, wie z. B. Schwerbenzin oder Schwerbenzinfraktionen, erhalten durch
Destillation von Rohölen aus dem mittleren Osten.
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Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung verwendet man die platinhaltigen
Katalysatoren, die bei katalytischen Reformierverfahren üblich sind. Diese Katalysatoren
können aus einer geringen Menge, z. B. 0,1 bis 1 Gewichtsprozent Platin auf einem
Träger, wie z. B. Aluminiumoxyd, Siliciumdioxyd-Aluminiumoxyd oder Siliciumdioxyd-Magnesiumoxyd
bestehen. Soweit sie aluminiumoxydhaltige Träger sind, kann man sie mit geringen
Mengen, nicht über 1 Gewichtsprozent, eines oder mehrerer Halogene, insbesondere
mit Chlor und Fluor, aktivieren.
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Die beim Reformieren anzuwendende Temperatur, die sich je nach dem
Ausgangsmaterial und dem Katalysator etwas verändern kann, beträgt mindestens etwa
470° und liegt vorzugsweise zwischen 480 und 510°. Der Druck liegt gewöhnlich zwischen
10 und 100 at, vorzugsweise zwischen 20 und 50 at, während man eine verhältnismäßig
niedrige Raumgeschwindigkeit anwendet, gewöhnlich weniger als etwa 5 und vorzugsweise
zwischen 2 und 2,51 flüssiges Ausgangsmaterial je Liter Katalysator und Stunde.
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Die Anwendung eines Druckes von weniger als 30 at kann vorteilhaft
sein, da man auf diese Weise Produkte mit etwas höherer Oktanzahl erhalten kann,
wobei die Ausbeute die gleiche bleibt oder nur etwas geringer ist, wie wenn man
die Reformierbehandlung bei einem Druck von mehr als etwa 30 at durchführt. In diesem
Fall ist es zweckmäßig, ein Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff von
mehr als 10: 1 z. B. 12: 1 anzuwenden, um die Gefahr eines Abnehmens der
Katalysatoraktivität zu bannen. In diesem Fall ist es darüber hinaus wünschenswert,
den Wassergehalt des Reaktionsgemisches auf einen Wert von weniger als 0,02 Volumprozent
einzustellen, da sich herausgestellt hat, daß bei diesen niedrigeren Drücken und
einem Wassergehalt von 0,02 bis 0,03 Gewichtsprozent die Oktanausbeute zu steil
abfällt, während die Lebensdauer des Katalysators ebenfalls vermindert wird.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung wird weiterhin durch die folgenden
Beispiele erläutert: Beispiel 1 Ein bei der Destillation von Rohöl erhaltenes Schwerbenzin
mit Siedebereich zwischen 110 und 190°, das 60 Gewichtsprozent Paraffine, 24 Gewichtsprozent
Naphthene und 16 Gewichtsprozent Aromaten enthielt und eine F-2-Oktanzahl von etwa
30 und einen Wassergehalt von etwa 0,01 Gewichtsprozent hatte, wurde über einen
handelsüblichen Katalysator zum PlaNormieren mit einer Raumgeschwindigkeit von 2,31
je Liter Katalysator und Stunde gemeinsam mit einer so großen Menge eines 85 Volumprozent
Wasserstoff enthaltenden Gases geleitet, daß das Molverhältnis von Wasserstoff zu
Kohlenwasserstoff 10: 1 betrug, und zwar bei einer Einlaßtemperatur der Katalysatorbettung
von 495° und einem Druck von 40 at.
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Um die Wirkung von minimalen Wasserdampfmengen zu zeigen, wurde der
Wassergehalt des über den Katalysator geleiteten Reaktionsgemisches verändert. Dies
erzielte man dadurch, daß man das Umwälzgas beinahe vollständig trocknete und eine
geringe Menge Isopropylalkohol zu dem zugeführten Kohlenwasserstoffgemisch gab.
Bei einem Wasserdampfgehalt des Umwälzgases von weniger als 50 bis 400 mg je Nm3,
entsprechend einem gesamten Wassergehalt des Reaktionsgemisches von etwa 0,01 bis
0,05 Volumprozent wurden die folgenden Ergebnisse erzielt, wobei die für die Oktanausbeute
angegebenen Zahlen die Summe der Ausbeute an Reformat (C5+) und dessen Oktanzahl
ist.
| Wassergehalt des LTmwälzgases 50 100 200 400 |
| mg,: Vm |
| Reformatausbeute (C,+) |
| Gewichtsprozent ......... 88,6 85,8 84,3 83,1 |
| F-2-Oktanzahl ............ 73,9 76,4 77,6 77,9 |
| Oktanausbeute ............ 162,5 162,2 161,9 161,0 |
| Niedrigsiedende Komponente |
| mit Kp. bis 100°, in Volum- |
| prozent des Reformats ... 16,0 21,0 25,0 27,0 |
| Ausbeute an Aromaten in |
| Gewichtsprozent der Zufuhr 40,7 41,0 40,9 40,7 |
| Hergestelltes Gas (enthaltend |
| 85 Volumprozent H2) 1/kg |
| Zufuhr ................. 104,0 95,0 88,0 78,0 |
Diese Ergebnisse zeigen, daß bei gleichbleibenden Reaktionsbedingungen
der Wassergehalt nahezu keine Wirkung auf die Bildung von Aromaten hat, aber daß
entsprechend der Erhöhung des Wassergehaltes das hydrierende Kracken zunimmt, insbesondere
in dem Bereich, in dem der Wassergehalt des Umwälzgases 200 mg/Nm3 beträgt, wodurch
die Ausbeute des Reformats abfällt und die Oktanzahl ansteigt.
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Beispiel 2 Das Ausgangsmaterial und die Reaktionsbedingungen waren
die gleichen wie im Beispiel 1 mit der Ausnahme, daß die Einlaßtemperatur der Katalysatorbettung
verändert wurde, um die Oktanzahl des Reformats konstant zwischen 77,5 und 78 zu
halten.
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Die bei verschiedenem Wassergehalt erzielten Ergebnisse waren wie
folgt:
| Einlaßtemperatur ('C) 503 498 495 492 |
| Wassergehalt des Umwälzgases < 50 100 200 400 |
| in mg/Nm 3 |
| Reformat- (C5+) Ausbeute in |
| Gewichtsprozent ......... 85,8 84,7 84,3 83,8 |
| Niedrigsiedende Komponente |
| mit Kp. bis 100' in Volum- |
| prozent des Reformats ... 20,0 23,0 25,0 27,0 |
| Ausbeute an Aromaten in |
| Gewichtsprozent der Zufuhr 43,5 42,0 40,9 39,5 |
| Hergestelltes Gas (enthaltend |
| 85 Volumprozent H2) 1/kg |
| Zufuhr ................. 120,0 100,0 88,0 76,0 |
Diese Ergebnisse zeigen klar die Wirkung des Wassergehaltes auf die Verfahrenstemperatur,
die erforderlich ist, um eine bestimmte Höhe der Oktanzahl zu halten, und auf die
Eigenschaften des erhaltenen Produkts.
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Beispiel 3 Das gleiche Schwerbenzin wie im Beispiel 1 wurde über einen
Plaformkatalysator des Handels geleitet, und zwar mit einer Raumgeschwindigkeit
von 2,31 je Liter Katalysator und Stunde, gemeinsam mit einer so großen Menge wasserstoffreichem
Umwälzgas, daß das Molverhältnis von Wasserstoff zum Kohlenwasserstoffgemisch 12:1
betrug, und zwar bei einer Einlaßtemperatur der Katalysatorbettung von 495' und
einem Druck von 27,2 at. Vor dem Zurückführen wurde das Umwälzgas auf einen Wassergehalt
von weniger als 50 mg/Nm3 durch Trocknung mit aktiviertem Aluminiumoxyd eingestellt.
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Die Ausbeute an so erhaltenem Reformat (C,+) betrug 87,1 Gewichtsprozent
und die F-2-Oktanzahl 78,7. Der Gehalt der Bestandteile des Reformats mit Kp. bis
100° betrug 16 Volumprozent.
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Wenn man Raumgeschwindigkeit auf 2 verminderte, die Reaktionsbedingungen
aber sonst die gleichen waren, dann besaß das in einer Ausbeute von 86,1 Gewichtsprozent
erhaltene Reformat eine F-2-Oktanzahl von 80,6 und einen Gehalt an Bestandteilen
mit einem Kp bis 100° von 18 Volumprozent. Nach kontinuierlicher Durchführung des
Verfahrens während 670 Stunden, wobei die Einlaßtemperatur der Katalysatorbettung
auf 501' erhöht wurde, betrug die Ausbeute an Reformat immer noch 85,3 Gewichtsprozent
und die Oktanzahl 81,2.
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Wenn man den im vorherigen Absatz beschriebenen Versuch wiederholte,
wobei jedoch der Wassergehalt des Umwälzgases 200 mg/Nm3 und die Temperatur 485°
betrug, erhielt man eine Reformatausbeute von 83,7 Gewichtsprozent mit einer Oktanzahl
von 79,6 und einem Gehalt an Bestandteilen mit Kp. bis 100' von 25 Volumprozent.
In diesem Fall fiel demgemäß die Oktanausbeute von 166,7 auf 163,3 ab.