DE10058838A1 - Verfahren und Einrichtung zur Extraktion von Zähnen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Extraktion von ZähnenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Einrichtungen zur Extraktion von Zähnen zur Anwendung in der Human- und Veterinärmedizin. DOLLAR A So wurde ein Verfahren zur Extraktion von Zähnen geschaffen, welches sich dadurch auszeichnet, dass in einem gesteuerten Extraktionsprozess der jeweils zu extrahierende Zahn in zeitlicher Folge einer Luxation, einer Tordierung, im Bedarfsfall einer Intrusion und eines Hebe- oder Ziehvorganges in stufenweiser Folge unterzogen wird. DOLLAR A Die Einrichtungen zur Durchführung des Verfahrens sind als Halte- und Hebeeinrichtungen in Form von Halte- und Hebezangen ausgebildet, denen je eine Krafthalterungseinrichtung zugeordnet ist. Dabei werden die Halte- und Hebezangen derart zueinander positioniert, dass die Extraktion in Zahnlängsachse erfolgen kann. DOLLAR A In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Halte- und Hebeinstrumente zu einem Funktionselement ausgebildet, in dem alle für die Extraktion notwendigen Funktionselemente angeordnet sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Einrichtungen zur Extraktion von Zähnen zur
Anwendung in der Human- und Veterinärmedizin.
Es ist allgemein bekannt, zum Extrahieren von Zähnen aus dem Kieferknochenbereich
entsprechende zahnärztliche Instrumentarien, sogenannte Ziehzangen, zu verwenden.
Mittels dieser Ziehzangen wird der zu extrahierende Zahn umgriffen, wobei über die
Griffe der Ziehzangen der behandelnde Arzt die erforderliche Kraft auf die Greifelemente,
den Branchen der Ziehzange, einleitet, wodurch der zu extrahierende Zahn kraftschlüssig
umschlossen und gehalten wird. Im nächsten Verfahrensschritt erfolgt die Zahnextraktion
durch große Kraftaufbringung über die Ziehzange, und es werden Zieh-, Biege, Dreh- und
Reißbewegungen auf den zu extrahierenden Zahn mittels der Ziehzange ausgeübt, um
diesen im Kiefernknochenbereich zu lösen und letztlich aus dem Zahnfach, der Alveole,
herauszuziehen.
Zum Entfernen von Zahnprothesen, Kronen oder dergleichen ist mit der
US PS 5,015,185, identisch der G 8 909 396.8 U1, eine Einrichtung der genannten Art
bekannt geworden, die zwei Hebel umfasst, von denen jeder einen Handgriff und einen
Backen aufweist, wobei die Hebel so schwenkbar miteinander verbunden sind, dass die
Backen bei gegenseitiger Annäherung der Handgriffe auseinander bewegt werden. Diese
Einrichtung ist weiterhin mit Stützelementen und zwei hakenartig ausgebildeten Greif
elementen ausgerüstet, wobei die hakenartigen Greifelemente quer zur Schwenkachse
hebelbeweglich gelagert sind, und beim Einsatz greifen diese hakenartigen Elemente über
den Rand der zu entfernenden Prothese und ziehen diese bei weiterer Kraftaufwendung
ab.
Diese Einrichtung mag durchaus anwendbar sein für das Entfernen von Prothesen oder
auch von Kronen, jedoch ist Einsatz beim Extrahieren von Zähnen nicht geeignet bzw.
auszuschließen, da die hakenartigen Elemente, welche bei Kronen unter deren Rand
greifen, unmittelbar in die Oberfläche des zu extrahierenden Zahnes eingreifen würden,
was zur Zerstörung des Zahnschmelzes und der Oberfläche des Zahnes bzw. des Zahnes
insgesamt führt. Andererseits wird kein ausreichender Kraftschluss zum Zahn erreicht und
damit ein Ziehen wesentlich erschwert oder sogar ausgeschlossen.
Mit der DE 196 46 097 A1 ist bereits eine Einrichtung zur Kraftaufbringung und Kraft
einleitung auf zu extrahierende Zähne bekannt geworden, welche dadurch charakterisiert
ist, dass der unmittelbare Prozess der Kraftaufbringung und der Krafteinleitung auf einen
zu extrahierenden Zahn durch die entsprechende Handhabung von Halte- und Zuginstru
menten erfolgt, die als Halte- und Hebeinstrumente ausgebildet sind und beim
unmittelbaren Extraktionsvorgang in Wirkzusammenhang stehen.
Der Wirkzusammenhang ergibt sich daraus, dass über die Halteinstrumente die kraft
schlüssige Verbindung zum zu extrahierenden Zahn hergestellt wird und diese zur Zahn
führung beim Extrahieren dienen sollen, während die Hebeinstrumente die erforderlichen
Zugkräfte zum Extrahieren aufbringen und dabei unmittelbar in Eingriff mit den Halte
instrumenten gebracht werden. Dabei sind die Halte- und Hebeinstrumente so zueinander
ausgebildet, dass sie unmittelbar im funktionellen Zusammenspiel auf die
Kraftaufbringung, -einleitung und -übertragung im Extraktionsprozess einwirken.
Mittels der Halteinstrumente, den Haltezangen, wird der zu extrahierende Zahn umfasst
und somit ein Kraftschluss hergestellt. Der unmittelbare Extraktionsvorgang erfolgt über
besonders ausgebildete Hebeeinrichtungen, die als Hebezangen ausgeführt sind und
unmittelbar mit der jeweiligen Haltezange in Wirkzusammenhang gebracht werden. Dies
in der Weise, dass die jeweilige Hebezange so zur Haltezange positioniert wird, dass bei
Einbringung einer Kraft auf die Hebezange diese unmittelbar auf die Haltezange
übertragen wird, dass diese Kraft in Längsrichtung des Zahnes wirkt, um beim
Extraktionsvorgang den zu extrahierenden Zahn aus dem Zahnfach, der Alveole, zu
entfernen. Dies bedeutet, dass der behandelnde Arzt in der Lage ist, mit der einen Hand
die Haltezange auf den zu extrahierenden Zahn aufzusetzen und die entsprechende Kraft
einwirken zu lassen, während er mit der zweiten Hand die Hebezange zur Haltezange
positioniert und bei Krafteinwirkung auf die Hebezange diese auf die Haltezange wirkt
und bei weiterer Kraftaufbringung der Zahn extrahiert wird.
Mit dieser Lösung ist bereits eine Möglichkeit geschaffen worden, dass, je nach
handwerklichem Geschick des behandelnden Arztes, eine Extraktion des jeweils zu
entfernenden Zahnes möglichst in seiner Zahnlängsachse erfolgen kann.
Nachteilig dabei ist jedoch, dass während des gesamten Vorganges sowohl die Kraft für
den Kraftschluss und für den Zieh-/Hebevorgang aufgebracht und gehalten bzw. erhöht
werden muss, was zu einer Belastung des behandelnden Arztes führt.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Einrichtung zur Extraktion
von Zähnen zu entwickeln, mit der die Extraktion von defekten Zähnen in Zahnlängs
richtung, in der Längsachse des zu extrahierenden Zahnes, bei optimaler Gewebe- und
Zahnschonung, d. h. eine atraumatische Extraktion für das Zahnfach, der Alveole, sowie
eine minimaltraumatische Extraktion für die Wurzelhaut möglich sind, der manuelle Kraft
aufwand um ein Wesentliches minimiert und der gesamte Extraktionsvorgang steuerbar
abläuft.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit den Merkmalen der Ansprüche 1, 5 und 15
gelöst.
Besondere Ausgestaltungen und vorteilhafte Lösungen sind Gegenstand von Unter
ansprüchen.
So wurde ein Verfahren zur Extraktion von Zähnen geschaffen, welches sich dadurch
auszeichnet, dass in einem gesteuerten Extraktionsprozess der jeweils zu extrahierende
Zahn in zeitlicher Folge einer Luxation, einer Tordierung und eines Hebevorganges in
stufenweiser Folge unterzogen wird.
Dies läuft derart ab, dass der zu extrahierende Zahn mittels einer Halteeinrichtung umfasst
und über die Halteeinrichtung eine Kraft auf den Zahn eingeleitet wird, die denselben
kraftschlüssig mit der Halteeinrichtung verbindet, wobei diese Halteeinrichtung mit einer
Krafthaltungseinrichtung ausgebildet ist, die sichert, dass die jeweils eingeleitete Kraft in
ihrer Wertgröße und Wirkung ohne weitere Krafteintragung gehalten wird. Danach
schließen sich in wechselnder Folge Tordier- und Luxations- und Hebevorgänge an, deren
Amplituden in einem eng begrenzten Bewegungsbereich liegen. Dies bedeutet, dass
sowohl das Tordieren als auch das Luxieren und der Hebevorgang, ob als Hebe- oder
auch als Ziehvorgang bezeichnet, welches abhängig ist von der Position des zu ziehenden
Zahnes, ob dieser im Unter- bzw. im Oberkiefer sich befindet, stufenweise nach einem
bestimmten Regime erfolgt, welches so gewählt ist, dass beim Extraktionsvorgang die
Alveole des Zahnes nicht zerstört wird, sondern hier schonend auf das Gewebe und die
den Zahn "festhaltenden" Fasern eingewirkt wird, sich die Fasern den jeweiligen
Verfahrensstufen anpassen und ausrichten können.
Das bedeutet also, das Verfahren zur Extraktion von Zähnen ist so gestaltet, dass die
natürlichen Fasern, die den Zahn in der Alveole halten, schonend und stufenweise in ihrer
Bindung zum Zahn gelöst werden, so dass sich diese Fasern der jeweiligen neuen
Extraktionsposition des Zahnes anpassen können und in nachfolgenden Tordier-, Luxier-
und Hebe-/Ziehvorgängen gelöst bzw. zerstört werden.
Ferner kann auf einen Extraktionsvorgang dahingehend positiv Einfluss genommen
werden, dass das Tordieren und Luxieren durch einen Vorgang der Intrusion ersetzt wird.
Dies ist immer dann anzwenden, wenn beispielsweise Wurzeln von abgebrochenen Zähnen
aus der Alveole zu entfernen sind, so dass dann in Längsrichtung der Zahnwurzel
stufenweise und in wechselnder Folge intrudiert und gehoben/gezogen wird und so auf
das Lösen der Zahnwurzel in der Alveole Einfluss genommen wird. Zur Realisierung der
einzelnen Verfahrensschritte werden Halte- und Hebeeinrichtungen in Form von Halte-
und Hebeinstrumenten miteinander kombiniert, die als Halte- und Hebezangen ausgebildet
sind und je eine Krafthaltungseinrichtung aufweisen.
Die jeweils zum Einsatz kommende Hebezange wird dabei über ihre Auflage, die
flächenhaft ausgebildet ist, als Widerlager wirkend und beidseitig zur Stützbranche
anordbar, zu der gleichfalls zum Einsatz kommenden Haltezange derart positioniert, dass
die Hebezange mit ihrer oberen Branche in die Öffnung zwischen den Branchen der
Haltezange eingreift, und ein auf der Oberseite der oberen Branche der Hebezange
vorgesehener Arretierungsnocken greift in eine in der Haltezange vorgesehene
Aussparung ein, wodurch zusätzlich ein Formschluss zwischen der Halte- und Hebezange
gegeben und eine sichere Lage und Positionierung von Halte- und Hebezange
gewährleistet ist.
Der Kraftschluss zwischen dem zu extrahierenden Zahn und der Haltezange wird
hergestellt, wenn die Haltezange betätigt wird, und die vorgesehene Krafthaltungs
einrichtung gewährleistet, dass die aufgebrachte Kraft zur Herstellung des Kraftschlusses
ständig erhalten bleibt, ohne dass der behandelnde Arzt hier eine Kraft aufbringen muss.
Dadurch ist dem Zahnarzt die Möglichkeit gegeben, über die Haltezange die notwendigen
Luxier- und Tordiervorgänge gesteuert auf den Zahn einzuleiten oder aber, wenn es sich
notwendig macht, zu intrudieren.
Ist die Hebezange zur Haltezange positioniert, erfolgt über die Griffhebel der Hebezange
die notwendige Einleitung der Hebe- oder Ziehkraft, wobei die jeweils eingeleitete Kraft
in ihrer Wertgröße und in ihrer Wirkung erhalten bleibt, da die vorgesehene
Krafthaltungseinrichtung die Griffhebel der Hebezange zueinander positioniert. Bei einer
nachfolgenden weiteren Krafteinleitung vergrößert sich der Abstand der Branchen der
Hebezange, wodurch ein weiterer Hebe- oder Ziehvorgang eingeleitet wird. Diese neue
Position der Branchen wird über die Griffhebel der Hebezange und der
Krafthaltungseinrichtung positioniert, somit die eingeleitete Kraft in ihrer Wirkung in der
Hebe- oder Ziehrichtung erhalten bleibt und dies ohne weiteres Zutun des behandelnden
Arztes. Dieser kann seine gesamte Aufmerksamkeit unmittelbar auf die nachfolgenden
nacheinander ablaufenden Verfahrensschritte des Tordierens und des Luxierens richten
und die Halte- und Hebezangen so miteinander führen, dass die jeweilige Extraktionskraft
in Längsrichtung des zu extrahierenden Zahnes wirkt und dieser ohne Schädigungen der
Alveole aus dieser entfernt werden kann.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Einrichtung zur Zahnextraktion als ein
in sich geschlossenes Funktionselement ausgebildet, in dem die für das Tordieren,
Luxieren sowie Intrudieren und Heben/Ziehen erforderlichen Funktionselemente
angeordnet sind.
So umfasst diese Einrichtung einen Spannmechanismus in Form verstellbarer Branchen,
einen Luxations- und Tordiermechanismus zur Einleitung einer gezielten Zahnbewegung
auf den zu extrahierenden Zahn in Form des Luxierens und Tordierens/Intrudierens, und
ferner besitzt diese Einrichtung einen Hebemechanismus zur Aufbringung der
erforderlichen Hebespannung bzw. Zugspannung, welche notwendig ist, den Zahn aus
seiner Alveole zu entfernen.
Diese Einrichtung realisiert sowohl Haltefunktionen als auch Hebefunktionen, indem die
Haltebranchen der Einrichtung mit einem Mechanismus versehen sind, der ein Spannen
des zu extrahierenden Zahnes bewirken, als auch einen Luxations- und Tordiermecha
nismus, mit denen wiederum die Möglichkeit gegeben ist, auf den zu extrahierenden Zahn
Luxations- und Tordierbewegungen und bei Bedarf Intrudierbewegungen einzuleiten. Der
Hebemechanismus wiederum ist mit Widerlagern ausgerüstet, die in ihrer Größe und
Wirkung variabel gestaltet und dem Zahnaufbau und der Zahnlage angepasst bzw.
anpassbar sind.
Mit nachfolgendem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutert werden.
In der dazugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1 ein Hebeinstrument in Form einer Hebezange im geschlossenen Zustand,
Fig. 2 eine Hebezange im geöffneten Zustand,
Fig. 3 ein Halteinstrument in Form einer Haltezange im geschlossenen Zustand,
Fig. 4 eine Haltezange im geöffneten Zustand,
Fig. 5 eine Teilansicht einer Haltezange,
Fig. 6 eine Schnittdarstellung A-A nach Fig. 5,
Fig. 7 weitere Schnittdarstellungen A-A nach Fig. 5 mit unterschiedlichen
Querschnittsformen der Aussparungen,
Fig. 8 eine Funktionseinheit mit Luxations- und Tordierungsmechanismus
sowie Hebemechanismus,
Fig. 9 eine Seitenansicht nach Fig. 8.
Die Ausbildung der Hebezange 1 mit der zugeordneten Krafthaltungseinrichtung 12 ergibt
sich aus den beiden Darstellungen der Fig. 1 und 2, welche die Hebezange 1 im
geöffneten und geschlossenen Zustand zeigen.
So besteht die Hebezange 1 aus Griffhebeln 2; 3, die über einen Gelenkpunkt beweglich
miteinander verbunden sind. Im vorderen Bereich der Hebezange 1 sind die Griffhebel 2; 3
besonders ausgeformt und gehen über in eine Stützbranche 4 und eine Hebebranche 5. Die
Stützbranche 4 dient dabei als Auflage und Stütze der Hebezange 1 und ist auf ihrer
Unterseite, mit der die Hebezange 1 auf die entsprechende Zahnreihe aufgesetzt wird,
flächenhaft ausgebildet, welches als Auflageelement 6 in den Darstellungen nach Fig. 1
und 2 gekennzeichnet ist. Dieses Auflageelement 6 wird unmittelbar bei der Herstellung
der Hebezange 1 herausgebildet, dies in der Art und Weise, dass der vordere Bereich der
Stützbranche 4 verbreitert ausgeführt ist, wobei dieses Auflageelement 6 sowohl ein- als
auch beidseitig der Stützbranche 4 ausbildbar ist. Ferner sind im Auflageelement 6
Aussparungen vorgesehen, die unmittelbar der Form der Zähne angepasst sind.
Durch die Ausbildung des flächenhaften Auflageelementes 6 in einseitiger oder auch beid
seitiger Anordnung ist die Möglichkeit gegeben, diese Hebezange 1 in jeder notwendigen
und gewünschten Position zu der jeweiligen Zahnreihe zu positionieren und aufzulegen.
Denkbar ist auch, dass dieses Auflageelement 6 als ein gesondertes Bauelement ausgeführt
und dann auswechselbar zur Unterseite der Stützbranche 4 befestigt wird.
Zur Schonung der Zahnreihen sind die Unterseiten von Stützbranche 4 und Auflage
element 6 mit einem Dämpfungselement 19 ausgebildet. Dieses Dämpfungselement 19
besteht vorzugsweise aus einem Gummi, welches von seiner Struktur und Beschaffenheit
so ausgebildet ist, dass es seiner Aufgabe gerecht wird. Ferner ist dieses
Dämpfungselement 19 einseitig mit einer selbstklebenden Schicht versehen, über die das
Dämpfungselement 19 zur Unterseite der Stützbranche 4 befestigt werden kann und
gleichfalls gesichert ist, dass das Dämpfungselement 19 nach jeder Benutzung ohne
größere Aufwendungen von der Hebezange 1 entfernt und entsorgt werden kann.
Die Hebebranche 5 der Hebezange 1 ist ferner so gestaltet, dass sie über die Stütz
branche 4 hinausragt und im oberen Bereich mit einem Arretiernocken 7 ausgebildet ist.
Im Bereich des Aufeinandertreffens von Stütz- und Hebebranche 4; 5 ist die Stütz
branche 4 mit einer Aussparung versehen, in der die Hebebranche 5 im geschlossenen
Zustand der Hebezange 1 eingreift und aufliegt. Dies ist insbesondere dahingehend von
Vorteil, dass die Hebezange 1 in diesem Bereich sehr schlank ausgebildet ist und die
Gewähr gegeben ist, dass die Hebezange 1 über ihren Arretierungsnocken 7 zur
Haltezange 20 positioniert werden kann.
Neben der Möglichkeit, die Stützbranche 4 mit einer Aussparung auszubilden, in der die
Hebebranche 5 eingreift und aufliegt, um das Höhenmaß in diesem Bereich möglichst
klein zu halten, kann die Hebebranche 5, zur Spitze hin verlaufend, abgewinkelt
ausgeführt sein. Somit können die gleichen Effekte erreicht und der gewünschte Vorteil
erzielt werden.
Im Griffbereich 11 der Hebezange 1 ist zwischen den Griffhebeln 2; 3 die Kraft
haltungseinrichtung 12 vorgesehen, die über ihre Federbügel 13 und 14 zu den Griffhebeln
2; 3 befestigt ist.
Die Federbügel 13, 14 sind in einer Verbindungsstelle 15 miteinander verbunden, wobei
diese Verbindungsstelle 15 vorzugsweise als eine formschlüssige Verbindung ausgeführt
und damit gesichert ist, dass bei der Benutzung der Hebezange 1 sich ergebende Weg-
und Lageänderungen der Federbügel 13, 14 ausgeglichen werden können. Der untere
Federbügel 14 endet unmittelbar hinter der Befestigung 16, während der obere Feder
bügel 13 über die Befestigung 16 hinaus verläuft und mit seinem Endstück 18 das
Ansatzstück 17 durchgreift und auf den im Ansatzstück 17 gelagerten Arretierhebel 8
federnd einwirkt.
Der Arretierhebel 8 der Krafthaltungseinrichtung 12 ist dabei einseitig im Ansatzstück 15
befestigt und schwenkbar sowie federnd gelagert und auf einer Seite, in Richtung des
Griffhebels 2, mit einer Zahnleiste 10 versehen, über die der Arretierhebel 8 in die
Schräge 9 des Griffhebels 2 eingreift.
Die Zahnleiste 10 des Arretierhebels 8 ist dabei so ausgebildet, dass beim Betätigen der
Griffhebel 3, 2 der Griffhebel 2 über seine Schräge 9 auf der Schräge der Zähne der
Zahnleiste 10 gleiten kann und andererseits gesichert wird, dass in der jeweils
gewünschten Halteposition die Hebezange 1 über die Halteschräge 9 des Griffhebels 2
gehalten und arretiert ist. Zu diesem Zweck ist die Verzahnung der Zahnleiste 10 vom
Arretierhebel 8 sägeformartig ausgebildet, sie weist somit eine Gleitschräge und eine
Stützfläche auf.
Zur sicheren Handhabung der Hebezange 1 durch den behandelnden Arzt kann diese im
Griffbereich 11 mit einer Profilierung in Form einer gerändelten Oberfläche oder in Form
einer Riffelung ausgebildet sein.
Die Ausbildung der Hebezange 1 im geöffneten Zustand ist in der Fig. 2 gezeigt, aus der
ersichtlich ist, dass bei der Öffnung der Hebezange 1 der Griffhebel 2 mit seiner
Schräge 9 im oberen Bereich der Zahnleiste 10 des Arretierungshebels 8 eingreift,
wodurch der eingestellte Abstand zwischen der Stütz- und Hebebranche 4; 5 erhalten
bleibt, da der Griffhebel 2 in dieser Position arretiert ist.
Infolge der federnden Lagerung und des Aufliegens des Endstückes 18 des oberen
Federbügels 13 auf dem Arretierhebel 8 liegt dieser ständig an der Schräge 9 des
Griffhebels 2 an, und die Schräge 9 greift dabei in die jeweilige Verzahnlücke der Zahn
leiste 10 ein.
Zwischen der Zahnteilung der Zahnleiste 10 des Arretierhebels 8 und der Raststellung des
Griffhebels 2 zum Arretierhebel 8 besteht ein bestimmtes Verhältnis, was bewirkt, dass
die jeweilige Raststellung des Griffhebels 2 einem bestimmten Öffnungsmaß der Stütz-
und Hebebranchen 4; 5 entspricht.
Wie bereits oben ausgeführt, besteht das Dämpfungselement 19, welches auf die Unter
seite der Stützbranche 4 aufklebbar ist, aus einem elastischen Werkstoff, vorzugsweise
einem Gummi, der in seiner Struktur und Beschaffenheit so ausgebildet ist, dass er sich bei
Auflage der Hebezange 1 der jeweiligen Zahnkontur, der morphosen Struktur des Zahnes,
anpasst, ohne dass Durchbrüche auftreten.
Hierfür sind vorzugsweise Werkstoffe in Form von Gummi oder Elastomere zu
verwenden, die auch eine Faserverstärkung aufweisen können und deren Härten im
Bereich von 50 bis 100 ShA liegen. Der Druckbereich dieser Materialien sollte im Bereich
von 1 bis 5 N/mm2 liegen, so dass gewährleistet ist, dass beim bestimmungsgemäßen
Einsatz der Hebezange 1 Kräfte bis zu 400 bis 500 N flächig übertragen werden können.
Vorteilhaft ist ferner die Auflagefläche des Dämpfungselementes 19 mit einer bestimmten
Oberflächenstruktur, einer Riffelung oder mit Noppen zu versehen, wodurch ein zusätz
licher sicherer Sitz gewährleistet wird.
Die Abmaße dieser Dämpfungselemente 19 entsprechen dem Bereich der Zahnleisten und
sind mit Breitenmaßen von 12 bis 15 mm und Längenmaßen von 10 mm bis max. 30 mm
ausgebildet. Die Dicken dieser Dämpfungselemente liegen in Abhängigkeit der
verwendeten Materialien im Bereich von 1 mm bis max. 6 mm.
Eine Haltezange 20, die mit einer Hebezange 1 in Funktions- und Wirkzusammenhang
bringbar ist, ist in den Fig. 3 und 4 im geschlossenen und geöffneten Zustand
dargestellt. Wie gleichfalls aus den Darstellungen der Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist auch
die Haltezange 20 mit einer Krafthaltungseinrichtung 12 ausgebildet, die in ihrer
Wirkungsweise der Krafthaltungseinrichtung 12 der Hebezange 1 entspricht. Das heißt,
die Krafthaltungseinrichtung 12 gewährleistet, dass eine über die Haltezange 20 auf den
zu extrahierenden Zahn eingeleitete Kraft in ihrer Wirkung erhalten bleibt, indem die
Krafthaltungseinrichtung 12 die Griffhebel 21 der Haltezange 20 in der jeweiligen
Positition sichert, dies auch ohne weitere Einwirkung und Karfthaltung durch den
behandelnden Arzt.
Dabei kann die Krafthaltungseinrichtung 12 für eine Haltezange 20 analog der
Krafthaltungseinrichtung 12 für eine Hebezange 1 ausgebildet sein, wobei
funktionsbedingt die Krafthaltungseinrichtung 12, wie in den Fig. 3 und 4 gezeigt, aus
einem Ansatzstück 17 besteht, einem Arretierhebel 8, der in Richtung des unteren
Griffhebels 21 mit einer Zahnleiste ausgebildet ist. Über den Federbügel 13 ist die gesamte
Krafthaltungseinrichtung 12 zur Haltezange 20 am oberen Griffhebel 21 befestigt, und der
untere Griffhebel 21 ist über seine Schräge 9 in der Zahnleiste 10 des Arretierhebels 8
einrastbar und arretierbar.
Bezüglich weiterer Ausführungen zur Krafthaltungseinrichtung 12 und deren Wirkungs
weise wird auf obige Ausführungen verwiesen, wobei eine derart ausgebildete Halte
zange 20 auch als eine sogenannte Präparationszange verwendbar ist, welche dem Zahnart
als Instrument zur Aufnahme eines extrahierten Zahnes dient, um diesen außerhalb der
Alveole zu behandeln und gegebenfalls wieder zu replantieren.
Die Haltezange 20 ist in ihrem oberen Bereich ihrer Branchen 24 mit Aussparungen 25
ausgebildet, wie in der Fig. 3 und in einer Teilansicht nach Fig. 5 gezeigt. Diese
Aussparungen 25 können verschiedenartige Formen besitzen. So können diese
Aussparungen, wie in den Fig. 6 und 7 gezeigt, sowohl kreisförmig, halbkreisförmig,
zylindrisch, elliptisch oder auch trapezförmig bzw. rhombenförmig ausgebildet sein.
Die Ausbildung und Ausführung der Aussparungen 25 sind selbstverständlich nicht auf die
beschriebenen und dargestellten Ausführungsformen begrenzt, da diese vielgestaltig
ausgebildet sein können und weitere Formen einschließen.
In bevorzugter Weise sollten diese Aussparungen 25 jedoch rhombenförmige bzw. kreis-
oder halbkreisförmige Querschnittsformen besitzen. Sinn dieser Anordnung und
Ausbildung der Aussparungen 25 in dem oberen Bereich der Öffnungen zwischen den
Branchen 24 von Haltezangen 20 ist es, dass die für den Hebe-/Ziehprozess notwendige
Hebezange 1 funktionssicher zur Haltezange 1 positioniert und mit dieser in Wirk
zusammenhang gebracht werden kann, damit beim Betätigen der Hebezange 20 der zu
extrahierende Zahn in seiner zahnaxialen Längsrichtung aus der Alveole entfernt werden
kann.
Die Hebezange 1 greift dabei mit ihren auf der Hebebranche 5 vorgesehenen
Arretierungsnocken 7 in diese Aussparungen 25 ein, und infolge der Ausbildung der
Arretierungsnocken 7 und der Aussparungen 25 wird die Hebezange 1 genau und exakt
zur Haltezange 20 positioniert.
Ferner sind die Innenseiten der Branchen 24 der Haltezange 20 mit einer Beschichtung 26
ausgebildet, die vorzugsweise aus einem Kunststoff oder Elastomeren besteht, wodurch
zusätzlich der Reibwiderstand zwischen der Haltezange 20 und dem zu extrahierenden
Zahn erhöht wird und ein sicherer Sitz gewährleistet ist.
Diese Beschichtungen 26 bewirken ferner eine Senkung der Flächenpressung zwischen
den Branchen 24 und dem Zahn, gleichfalls wird eine gute Anpassung zum Zahn erreicht
und Beschädigungen des Zahnschmelzes werden weitestgehend ausgeschlossen.
Zur Längsextraktion eines Zahnes aus seiner Alveole wird auf den zu extrahierenden Zahn
eine Haltezange 20 aufgesetzt, die vom zu behandelnden Zahnarzt geführt und gehalten
wird und über die die erforderliche Anpresskraft auf den zu extrahierenden Zahn ausgeübt
wird, somit ein Kraftschluss zum zu extrahierenden Zahn erzielt wird.
Der Extraktionsvorgang selbst erfolgt über den Einsatz und das Betätigen der Hebe
zange 1, welche so zu der Haltezange 20 positioniert wird, dass diese über ihre
Stützbranche 4 und das Dämpfungselement 19 auf die Zahnleiste aufgelegt wird und
dabei der Arretiernocken 7 der Hebebranche 5 in die Aussparungen 25 der Haltezange 20
eingreift. Ist die Hebezange 1 entsprechend positioniert, erfolgt deren Betätigung, indem
die Griffhebel 2; 3 zueinander bewegt werden, wodurch gleichfalls die Hebebranche 5
nach oben bewegt wird.
Durch die vorgesehene Krafthaltungseinrichtung 12 ist nun die Möglichkeit gegeben, dass
die Aufwärtsbewegung der Hebebranche 5 und damit das Einwirken der Hebezange 1 auf
die Haltezange 20 zeitlich und höhenmäßig beeinflussbar ist, indem je nach Betätigung der
Hebezange 1 der Griffhebel 2 über seine Schräge 9 in eine Zahnlücke der Zahnleiste 10
des Arretierhebels 8 einrastet, dort verweilt und bei Bedarf aus dieser Position in eine
andere verbracht werden kann.
Praktisch bedeutet dies, dass die Längsextraktion des zu extrahierenden Zahnes stufen
weise erfolgt, indem das Abstandsmaß zwischen den Stütz- und Hebebranchen 4; 5 durch
die Raststellungen des Griffhebels 2 bestimmbar und einstellbar ist, deren Maße im Milli
meterbereich liegen.
Dies bedeutet auch, dass der unmittelbare Vorgang der Längsextraktion eines Zahnes
nicht in einer Einmalbewegung erfolgt, sondern stufenförmig und in bestimmten
Zeitabständen im zehntel Millimeterbereich bei gleichzeitiger tordierenden/luxierender
Bewegungseinleitung über die Haltezange 20, was sich positiv auf das Lösen/Heben des
zu extrahierenden Zahnes auswirkt und zur Schonung der Alveole beiträgt.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die für einen Extraktionsvorgang notwendigen
Einrichtungen für das Tordieren, Luxieren und Heben/Ziehen sowie für ein eventuell
notwendig werdendes Intrudieren zu einer Baugruppe in Form eines Funktionselementes
ausgebildet, welches in den Fig. 8 und 9 dargestellt ist.
So besteht diese Funktionseinheit aus einem äußeren Gehäuse 31, welches als Hebe
einrichtung dient, in dem die als Widerlager fungierenden Auflagen 40 vertikal beweglich
gelagert sind. Ferner dient dieses äußere Gehäuse 31 als Kraftübertrager, einer
Extraktionskraft, auf das Aufnahmegehäuse 32, in dem der Spannmechanismus 34 zur
Zahnfassung und Zahnführung mit festen und beweglichen Branchen 28, 29 ausgebildet
ist.
Wird es notwendig, eine Kraft zur Intrusion einzuleiten, erfolgt dies gleichfalls über das
äußere Gehäuse 31, dem Aufnahmegehäuse 32 und von dort auf den zwischen den
Branchen 28, 29 fixierten Zahn 27, wobei funktionsbedingt dann die als Widerlager
wirkenden verstellbaren Auflagen 40 außer Betrieb sind.
Die Antriebe 44 für die Verstellung der Auflagen 40 sind dabei getrennt steuerbar, so dass
gesichert ist, dass durch das unterschiedliche Ausfahren der Auflagen 40 die gesamte
Funktionseinheit zum zu extrahierenden Zahn 27 positionierbar ist, somit die
nachfolgenden Vorgänge für die Extraktion in Richtung der Zahnlängsachse auf den
Zahn 27 einwirken. Somit ist gleichfalls gewährleistet, dass auch geneigt und schräg
sitzende Zähne 27 in ihrer fiktiven Zahnlängsachse extrahiert werden können.
Die Verbindung des äußeren Gehäuses 31 zum Aufnahmegehäuse 32 erfolgt über eine
Verbindung 39, die in bevorzugter Weise als Zapfen/Bolzenverbindung ausgeführt ist,
somit das Aufnahmegehäuse 32 im äußeren Gehäuse 31 beweglich gelagert ist. Gleichfalls
erfolgt über die Verbindung 39 die Aufnahme des Spannmechanismus 34, der zur
Zahnfassung und Zahnführung dient, wodurch das Aufnahmegehäuse 32, bezogen auf das
äußere Gehäuse 31, tordierbar, d. h. beweglich in diesem gelagert, ist. Dabei minimieren
die zwischen der Innenwandung des äußeren Gehäuses 31 und der Oberseite des
Aufnahmegehäuses 32 vorgesehenen Zwischenlagen 43 eventuell auftretende Reibkräfte.
Am äußeren Gehäuse 31 sind Aufnahmen vorzusehen, in denen Griffeinheiten 41
einsetzbar sind, wie in der Fig. 9 gezeigt. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass je nach
Position der Funktionseinheit zum zu extrahierenden Zahn 27 im Oberkieferbereich bzw.
im Unterkieferbereich und, ob links oder rechts auf der jeweiligen Zahnleiste aufgesetzt, in
die Aufnahmen Griffeinheiten 41 einsetzbar sind, somit über die Griffeinheiten 41 das
äußere Gehäuse 31 und somit die Funktionseinheit geführt werden kann.
Dies bedeutet, dass beim bestimmungsgemäßen Einsatz der Funktionseinheit diese über
das Griffelement 30 zum zu extrahierenden Zahn 27 verbracht bzw. aufgesetzt und
entsprechend ausgerichtet wird und nachfolgend über die eingesetzte Griffeinheit 41 die
übrigen Funktionselemente gleichfalls positioniert werden können.
Diese beiden Vorgänge werden durch den behandelnden Arzt beidhändig ausgeführt.
Um diese Vorgänge im Ein-Hand-Betrieb ablaufen lassen zu können, ist in einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel die dann nur noch eine Griffeinheit 41 so zum
Griffelement 30 angeordnet, dass diese das Griffelement 30 umspannt und
selbstverständlich am äußeren Gehäuse 31 befestigt ist.
Diese Anordnung ist in der Fig. 1 in gestrichelter Weise dargestellt und mit der
Bezugszahl 45 gekennzeichnet. Durch diese Anordnung der Griffeinheit 45 besteht nun
die Möglichkeit, die gesamte Funktionseinheit mit einer Hand zu handhaben und zu
betätigen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass unmittelbar in dieser Griffeinheit 45
die Antriebe für die einzelnen Funktionselemente untergebracht werden können.
Dies betrifft den Antrieb 33, den Luxationsantrieb 35, den Tordierantrieb 36 und den
Antrieb 44 zum Betätigen der Auflagen 40, die einzeln ansteuerbar sind.
Wie schon beschrieben, ist im Aufnahmegehäuse 32 der Spannmechanismus 34 zur
Zahnfassung und Zahnführung gelagert, der aus einer festen Branche 28 und einer
beweglichen Branche 29 besteht, wobei die bewegliche Branche 29 über einen Antrieb 33
verstellbar ist. Die Anordnung des Antriebes 33 ist so gewählt, dass immer eine
Relativbewegung zwischen dem Aufnahmegehäuse 32 und dem Spannmechanismus 34
realisiert werden kann. Die seitliche Führung des Spannmechanismus 34 wird durch das
Spiel zwischen den Wandungen des Aufnahmegehäuses 32 und des Spannmechanis
mus 34 selbst ermöglicht.
Die Verbindung vom Aufnahmegehäuse 32 zum Spannmechanismus 34 erfolgt mittels
Übertragungselemente 37, beispielsweise Zapfen, die in Aussparungen 38 vom
Grundkörper des Mechanismus 34 eingreifen und somit die Beweglichkeit des Spann
mechanismus 34 gewährleistet wird.
Die Führungen 38 sind dabei leicht gekrümmt verlaufend ausgebildet, wodurch eine
weitere Möglichkeit der Anpassung des Spannmechanismus 34 mit den Branchen 28; 29
zum zu extrahierenden Zahn 27 und zu dessen Lage in der Alveole und somit zum
Paradonthalspalt gegeben ist.
Der Luxationsantrieb 35 ist im unmittelbaren Bereich zwischen dem Aufnahmegehäuse 32
und dem Spannmechanismus 34 angeordnet, während der Tordierantrieb 35 zwischen der
äußeren Wandung des Aufnahmegehäuses 32 und der Innenwandung des äußeren
Gehäuses 31 vorgesehen ist.
Neben der beschriebenen Anordnung der festen und beweglichen Branche 28; 29 besteht
die Möglichkeit, diese Branchen 28; 29 auswechselbar in der Zahnfassung vom Spann
mechanismus 34 einzusetzen, was über Schraub-, Steck- bzw. Bajonettverschlüsse
realisiert werden kann. Dies begründet die Vielfältigkeit der vorgestellten Funktions
einheit, da diese nicht nur zu jeder Zahnleiste positioniert und eingesetzt werden kann,
sondern auch Anwendung findet, wenn extrem große Zähne 27 zu extrahieren sind. Dies
kann sowohl für den Humanmedizinbereich zutreffen, aber insbesondere im Bereich der
Veterinärmedizin.
Dieses begründet einen weiteren Vorteil bezüglich der Anschaffungskosten zur Instrumen
talisierung einer Zahnarztpraxis, da im weitesten Sinne lediglich nur noch diese Funktions
einheit erforderlich wird. Ihre breite Anwendungs-/Verwendungsmöglichkeit wird dadurch
gesichert, dass je nach Bedarfsfall die entsprechenden Branchen 28; 29 in der Funktions
einheit angeordnet werden müssen.
Die zum Einsatz kommenden Antriebe für die einzelnen Funktionselemente der Funktions
einheit können sowohl als mechanische, als elektrische, als hydraulische bzw.
pneumatische oder auch als magnetische Antriebe ausgebildet sein, deren Zuleitungen
bzw. Steuerleitungen über das Griffelement 30 zu den einzelnen Antrieben geführt
werden, wodurch die Funktionsfähigkeit und das Handling der gesamten Funktionseinheit
nicht beeinträchtigt wird.
Zur Funktionsweise wird ausgeführt, dass nach dem Verbringen der Funktionseinheit zum
zu extrahierenden Zahn 27 die notwendig werdenden Krafteinleitungen für das Spannen,
des Hebens oder Ziehens, des Luxierens und Tordierens sowie eines Intrudierens über die
Ansteuerung der jeweiligen Antriebe erfolgt. Dabei liegen die Amplituden für das
Tordieren/Luxieren und eventuelles Intrudieren in Größenbereichen von zehntel Milli
meter, und die Hebevorgänge laufen stufenweise im Millimeterbereich ab. Speziell beim
Hebe- bzw. Ziehvorgang kommt vorteilhaft zum Tragen, dass die Auflagen 40, welche auf
ihrer Auflagefläche mit einer Polsterung 42 versehen sind, einzeln über den Antrieb 44
angesteuert werden können, so dass wiederum gewährleistet ist, dass je nach Lage des zu
extrahierenden Zahnes 27 einmal ein exaktes Ausrichten der gesamten Funktionseinheit
durch die unterschiedliche Ansteuerung der Auflagen 40 möglich ist, aber insbesondere
die Hebe- bzw. Ziehvorgänge steuerbar sind und ferner die Möglichkeit gegeben ist, über
diesen Antrieb 44 sowohl im statischen als auch im Impulsbetrieb arbeiten zu können.
Während der Hebe- bzw. Ziehvorgänge sind der Luxationsantrieb 35 und der Tordier
antrieb 36 außer Betrieb gesetzt, wodurch gleichfalls gewährleistet ist, dass die zugeord
neten Funktionselemente festgesetzt und arretiert sind.
Claims (21)
1. Verfahren zur Extraktion von Zähnen aus der Alveole, bei dem der zu
extrahierende Zahn mittels Halte- und Hebeinstrumenten erfasst, gehalten und
gezogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass
auf den zu extrahierenden Zahn in wechsender Folge und nacheinander Hebe-/
Ziehvorgänge, Luxier- und Tordiervorgänge sowie Intrusionsvorgänge eingeleitet
werden, wobei der zu extrahierende Zahn mittels eines Halteinstrumentes
kraftschlüssig umschlossen sowie geführt wird, über das Halteinstrument das
Luxieren und Tordieren und über ein Hebeinstrument das Heben/Ziehen erfolgt,
wobei die Amplitudenbereiche der Krafteinwirkungen beim Luxieren und
Tordieren im Zehntel-Millimeter-Bereich und beim Heben/Ziehen im Millimeter-
Bereich liegen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Intrusionsvorgang als ein Lockerungsvorgang bei schwer zugänglich und zu
fassenden Zähnen angewendet wird, deren Amplituden bei Krafteinleitung gleich
falls im Zehntel-Millimeter-Bereich liegen.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die zeitliche Folge der Einleitung von Luxier-, Tordier- und Hebe-/Ziehvorgängen
auf den zu extrahierenden Zahn in Beziehung zum desmodontalen Faseraufbau
stehen, ein Lösen/Zerstören der desmodontalen Fasern schrittweise, getaktet und
fraktioniert abläuft, wobei die einwirkenden Kräfte statischer und/oder impuls
förmiger Natur sind.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der extrahierte Zahn nach einer Behandlung wieder in seine Alveole replantiert
werden kann.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass
als Halte- und Hebeinstrumente speziell ausgebildete Haltezangen (20) und Hebe
zangen (1) funktionell in Wirkzusammenhang gebracht werden, wobei die Halte
zangen (20) und die Hebezangen (1) mit Krafterhaltungseinrichtungen (12) ausge
bildet sind, die an den Enden der Griffhebel (2; 3) einer Hebezange (1) und dem
Griffhebel (21) einer Haltezange (20) angeordnet sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Griffhebeln (2; 3) der Hebezange (1) eine Krafthaltungs
einrichtung (12) vorgesehen ist, die über Federbügel (13; 14) an den Innenseiten
der Griffhebel (2; 3) befestigt ist, wobei der Federbügel (13) mit einem End
stück (18) ein an dem Griffhebel (3) vorgesehenes Ansatzstück (17) durchgreift
und auf einem Arretierhebel (8) aufliegt, der im Ansatzstück (17) federbelastet
angeordnet ist und die Hebebranche (5) der Hebezange (1) mit einem
Arretiernocken (7) ausgebildet ist, während die Stützbranche (4) der Hebe
zange (1) auf ihrer Unterseite mit einer flächenhaften Ausbildung in Form eines
Auflageelementes (6) ausgebildet und diesem ein Dämpfungselement (19)
zugeordnet ist.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass
im geschlossenen Zustand der Hebezange (1) die Hebebranche (5) in einer
Aussparung der Stützbranche (4) aufliegt und die Hebebranche (5) mit dem
Arretiernochen (7) über die Stützbranche (4) hinausragt.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Hebebranche (5) im vorderen Bereich abgewinkelt ausgebildet ist, deren
Abwinkelung vorzugsweise Z-förmig gestaltet ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
das Dämpfungselement (19) mit einer selbstklebenden Schicht ausgebildet und
auswechselbar auf der Unterseite der Stützbranche (4) angeordnet, aus einem
plastischen Material, vorzugsweise aus einem Gummi, besteht, das auflageseits
mit einer Profilierung ausgebildet ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die Federbügel (13; 14) in einer Verbindungsstelle (15) formschlüssig verbunden
sind.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass
der Arretierhebel (8) einseitig, mit der Schräge (9) des Griffhebels (2) in
Wirkzusammenhang stehend, eine Verzahnung in Form einer Zahnleiste (10)
aufweist, die sägezahnförmig ausgebildet ist.
12. Einrichtung nach Anspruch 5. dadurch gekennzeichnet, dass
die Krafterhaltungseinrichtung (12) über ihr Ansatzstück (17) und dem
Federbügel (13) am oberen Griffhebel (21) der Haltezange (20) angeordnet ist,
wobei der untere Griffhebel (21) gleichfalls mit einer Schräge (9) ausgebildet ist
und der Arretierhebel (8) einseitig eine Zahnleiste (10) aufweist.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass
im oberen Bereich der Öffnung zwischen den Branchen (24) der Haltezange (20)
Aussparungen (25) vorgesehen sind, die verschiedenartig gestaltete Querschnitts
formen aufweisen, die kreisförmig, halbkreisförmig, zylindrisch, trapezförmig,
rhombenförmig oder in anderen Querschnittsformen ausgebildet sind.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenseiten der Branchen (24) mit einer Beschichtung (26) versehen sind, die
aus einem plastisch verformbaren Material, vorzugsweise Kunststoff/Elastomere,
bestehen und auswechselbar auf den Innenseiten der Branchen (24) angeordnet
sind.
15. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass
die Einrichtung als eine in sich geschlossene Funktionseinheit ausgebildet ist, aus
einem äußeren Gehäuse mit vertikal beweglich gelagerten Auflagen besteht, in
dem ein Aufnahmegehäuse (32) mit einem Spannmechanismus (34) zur Zahn
fassung und Zahnführung vorgesehen ist, das Aufnahmegehäuse (32) über eine
Verbindung (39), vorzugsweise ein bewegliches Verbindungselement, mit dem
äußeren Gehäuse (31) verbunden ist und in der Funktionseinheit ein Antrieb (33),
ein Luxationsantrieb (35), ein Tordierantrieb (36) und ein Antrieb (44) angeordnet
sind.
16. Einrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannmechanismus (34) mit einer Zahnfassung und Zahnführung, bestehend
aus einer fest angeordneten Branche (28) sowie einer beweglich angeordneten
Branche (29) ausgebildet ist, wobei die bewegliche Branche (29) über den
Antrieb (33) verstellbar ist.
17. Einrichtung nach den Ansprüchen 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, dass
die Funktionseinheit über ein Griffelement (30) mit dem Spannmechanismus (34)
verbunden, zu handhaben ist und das äußere Gehäuse (31) mit umfänglich
vorgesehenen Aufnahmen ausgebildet ist, in denen Griffeinheiten (41) einsetzbar
sind.
18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannmechanismus (34) über Trag- und Befestigungselemente in Form von
Zapfen (37), die in Führungen (38) eingreifen, schwenkbar zum
Aufnahmegehäuse (32) gelagert ist.
19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auflagen (40) auf ihren Unterseiten Polsterungen (42) aufweisen und die
Auflagen (40) einzeln über den Antrieb (44) vertikal verstellbar sowie ansteuerbar
sind.
20. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass
Antriebe (33; 35; 36; 44) arretier- und festsetzbar sind und als elektrisch,
mechanisch, hydraulisch bzw. pneumatisch oder magnetisch wirkende Antriebe
ausgebildet und deren Zuleitungen bzw. Steuerleitungen durch das Innere des
Griffelementes (30) geführt sind.
21. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass
der Funktionseinheit eine Griffeinheit (45) derart zugeordnet ist, dass diese im
Bereich des Griffelementes (30) dieses umspannend am äußeren Gehäuse (31)
befestigt und so gestaltet ist, dass im Inneren der Griffeinheit (45) die
Antriebe (33; 35; 36; 44) anordbar sind.
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