-
Verfahren zum Einwirken auf die Oberfläche eines Stranggutes, z. B.
Walzdraht, und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Vor der spanlosen Weiterverarbeitung
von Strang gut, z. B. Walzdraht oder Bandstahl, sind bestimmte Oberflächenbehandlungen,
z. B. Entzundern, Auftragen eines Schmiermittels bzw. eines Schmiermittelträgers,
Glätten oder Polieren, erforderlich.
-
Hier sind chemische und mechanische Maßnahmen zu unterscheiden.
-
Eine übliche Entzunderungsmaßnahme besteht in einer chemischen Auflösung
der Zunderhaut durch Säuren, Abspülen der Säurenrückstände durch Wasser und anschließender
Neutralisierung, z. B. durch Kalk. Auf dem Walzgut verbleibender Kalkstaub erweist
sich bei der Weiterverarbeitung als guter Ziehmittelträger. Die Kosten der chemischen
Beize, der Aufbereitung der verbrauchten Säure durch Neutralisierung, ferner die
Erfordernisse der Wasser- und Abwassertechnik haben dazu geführt, daß weitere Wege
zur Oberflächenbehandlung, insbesondere die mechanische Entzunderung, beschritten
werden mußten.
-
Bei diesen mechanischen, meist aus Grob-, Fein- und Feinstentzunderung
bestehenden Verfahren unterwirft man das strangförmige Gut zwecks Grobentzunderung,
gegebenenfalls in verschiedenen Ebenen verlau-f enden, Marken Biegungen,
die durch Rollen oder Walzen erzeugt werden. Durch die dabei auftretende Dehnung
in der gezogenen Zone platzt die Zunderhaut wegen ihrer Sprödigkeit ab. Bei Stahl
größerer und größter Härten versagen diese Maßnahmen jedoch fast vollständig, weil
die Verbiegung des Stahles durch Umlenkrollen und Walzen eine derartige Gefügeveränderung
hervorruft, daß beim Ziehen nicht mehr mit den üblichen Querschnittsverringerungen
gearbeitet werden kann, wodurch erhebliche Minderleistungen entstehen. Auch beim
späteren Verzinken und bei der Weiterverarbeitung mit Schnitt- und Schneidwerkzeugen
entstehen hierdurch erhebliche Nachteile. So sind beispielsweise in der Nagelfertigung
besonders hohe Werkzeugverschleißerscheinungen zu beobachten.
-
Bei der weiteren mechanischen Behandlung der Oberfläche spielt die
Reinigung von restlichen ZunderteiIchen ebenfalls eine große Rolle; sie erfolgt
durch Abblasen mit Luft, durch Abbürsten mit Stahlbürsten, durch Abstreifen mit
Stahlwolle oder Stahlsand oder durch Abstrahlen mit Stahlsand. In einem bekannten
Fall durchläuft zu entzundernder Draht nach der Grobentzunderung durch Umlenkwalzen
ein vertikal angeordnetes Rohr, welches mit einem körnigen Arbeitsmittel, z. B.
Korund, angefüllt ist und eine Bewegungseinrichtung für den Draht zwecks Verhinderung
einer Tunnelbildung im Arbeitsmittel aufweist.
-
Um die Wirkung des Arbeitsmittels zu vergrößern, f1. h., um ständig
neue Arbeitsmittelteile heranzuschaffen und die verbrauchten Arbeitsmittelteile
ein-.chließlich des Zunderabriebs von der Arbeitsstelle fortzuschaffen, versetzt
man bei bekannten Einrichtungen das Arbeitsmittel bzw. den Behälter in Schwingungen.
-
Nach der. Lehre eines älteren Patentes durchläuft der Draht eine umlaufende
sowie mit einem Scheuermittel gefüllte Trommel parallel zu ihrer Achse und entlang
ihrer Außenwand, wobei das Scheuermittel durch die Zentrifugalkraft auf die Drahtoberfläche
aufgepreßt wird und ständig neue Scheuerteilchen mit dem Draht schleifend in Berührung
gebracht werden.
-
Es ist ferner in der Ziehtechnik bekannt, auf die Oberfläche von mechanisch
entzundertem Draht ein Schmiermittel aufzupressen.
-
Es hat sich nun beim Entzundern von Walzgut gezeigt, daß man durch
Steigerung der auf das Schleifmittel ausgeübten Anpreßkräfte eine wesentlich verbesserte
Entzunderungswirkung erreichen, insbesondere borkige Stranggutoberflächen mit den
Schmiermittelfilm beim Ziehen durchstoßenden und einen schnellen Ziehsteinverschleiß
hervorrufenden Vorsprüngen und Graten vermeiden kann, wenn man für das dauernde
Heranführen einer ausreichenden Menge frischer Arbeitsmittel an und für das Abführen
der verbrauchten Arbeitsmittel und des Zunderabriebs von der Bearbeitungsstelle
sorgt.
-
Die Erfindung lehrt einen Weg, diese Beobachtung in die Praxis umzusetzen.
Das erfindungsgemäße, zum Entzundern, Glätten, Polieren von und zum Aufbringen eines
Schmiermittels auf strangförmiges Gut, z. B. Walzdraht oder Bandstahl, bestimmte
Verfahren
bedient sich gleichfalls eines losen, d. h. körnigen oder
pulverförmigen Arbeitsmittels, das unter Druck auf die Werkstückoberfläche aufgepreßt
wird. Das erfinderisch Neue besteht darin, daß der Preßdruck des Arbeitsmittels
pulsierend ausgeübt, d. h. daß das Arbeitsmittel periodisch vom Preßdruck entlastet
wird.
-
Auf diese Weise wird erreicht, das während der Drückentlastung das
verbrauchte Arbeitsmittel und der Zunderabrieb ab- und frische Arbeitsmittel von
oben nachströmen können.
-
Beim Entzundern kann das Verfahren, wenn die zu erhaltenden Eigenschaften
des Stranggutes es zulassen, durchgeführt werden, nachdem in üblicher Weise eine
grobe Entzunderung des Gutes durch Brechrollen vorangegangen ist. In den Fällen,
in denen das mit Rücksicht auf die Eigenschaften des Gutes, beispielsweise von Stahldraht,
nicht angängig erscheint, reicht auch das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren
aus, um die gewünschte Oberflächenausbildung zu erreichen.
-
Das Stranggut kann insbesondere hintereinander durch mehrere Ansammlungen
losen Arbeitsmittels durchgeführt werden, wobei vorteilhaft wenigstens eine dieser
Ansammlungen komprimiert wird, wenn mindestens eine andere Ansammlung vorn Druck
entlastet wird.
-
Wird das Stranggut durch mehr als zwei Ansammlungen losen Arbeitsmittels
durchgeführt, so kann es zweckmäßig sein, Kompression und Druckentlastung in zyklischer
Vertauschung durchzuführen.
-
In den Ansammlungen können dabei verschiedenartige Behandlungen durchgeführt
werden, wenn das Verfahren nicht die wiederholte Durchführung der gleichen Behandlung,
wie beispielsweise beim Entzundern von Stahldraht, zur Bedingung macht, wobei sich
naturgemäß an die wiederholte Behandlung abweichende Behandlungen anschließen können.
-
Ebenso können zwischen den Behandlungen von der Durchführung durch
loses Arbeitsmittel unabhängige Behandlungen des Stranggutes, beispielsweise das
bekannte Abblasen oder das bekannte Abstrahlen des Gutes, durchgeführt werden.
-
Außerdem kann das Arbeitsmittel selbst in der verschiedensten Weise
beeinflußt, beispielsweise bekannterweise in Schwingungen versetzt, beheizt, gekühlt,
gesichtet, entschlemmt oder in ähnlicher Weise vor-, zwischen- und/oder nachbehandelt
werden.
-
Es ist zweckmäßig, das Arbeitsmittel dem bzw. aus dem Behandlungsraum
im Kreislauf zu- bzw. abzuführen, um einen unnötig großen Aufwand an Arbeitsmittel
zu verhüten.
-
Die Vorrichtungen zur Durchführung dieses Verfahrens können in der
verschiedensten Weise ausgebildet werden. Sie kennzeichnen sich vorzugsweise durch
Anordnung einer druckfesten Kammer um ein von elastischen Wandungen gebildetes,
loses Arbeitsmittel aufnehmendes Rohr, durch das in Rohrlängsrichtung bewegtes Walzgut
durchgeführt und an das die Kammer druckdicht angeschlossen ist, wobei die Kammer
mit einer Druckmittelquelle derart in Verbindung steht, daß sie abwechselnd unter
den Einfluß des Druckmittels kommt und von ihm entlastet ist.
-
Weist das Rohr Zu- und Abführstutzen auf, so können die Zuführstutzen
benutzt werden, um frisches Arbeitsmittel aus einem Vorratsbehälter zuzuführen,
während die Abführstutzen zu benutzen sind, um verbrauchtes Arbeitsmittel, gegebenenfalls
gemeinsam mit dem Abrieb oder dem Abfall, abzuführen.
-
Vorteilhaft ist die Kammer ringförmig ausgebildet und konzentrisch
zum Rohr angeordnet, so daß ein rotationssymmetrischer Aufbau des wirksamen Teiles
der Anlage entsteht.
-
Zur Bildung einer Kammer können Ringstücke von U- oder I-förmigem
Querschnitt dienen, deren Mittelschenkel parallel zur Rohrachse verläuft und deren
Anordnung so getroffen ist, daß freie Schenkel senkrecht zur Rohrachse stehen, so
daß ein die Schenkel parallel zum Mittelschenkel überbrückender Körper aus elastisch
nachgiebigen Stoffen, z. B. Gummi, der zweckmäßig auch die Schenkel tellerförmig
abkleidet, einerseits das Rohr und in Verbindung mit den Ringstücken eine Kammer
bildet. Bei dieser Ausbildung ist es besonders einfach, mehrere Ringstücke mit die
Zufuhr- und Abführstutzen aufnehmenden Distanzstücken aufeinanderfolgen zu lassen,
wobei die Distanzstücke zweckmäßig wieder als Ringkörper mit U- oder I-förmigem
Querschnitt ausgebildet sind. Auf diese Weise können beliebig viele Kammern, unter
Wiederholung oder Variierung der Arbeitsvorgänge, aufeinanderfolgen, wobei auch
die Möglichkeit besteht, vorhandeneAnlagen nach dem Baukastenprinzip weiter auszubauen,
zu ergänzen oder beliebig abzuändern.
-
Vorteilhaft ist die Gesamtheit dieser Teile in bekannter Weise schwingbar,
insbesondere drehbar angeordnet.
-
Um den Druckwechsel zu erreichen, ist eine Reihe von Einrichtungen
denkbar. Besonders einfach ist es, zwischen Kammern und Druckmittelquelle einen
Verteiler vorzusehen, der Räume aufweist, die an Räume angeschlossen sind, die unter
einem Druck, z. B. unter Atmosphärendruck, stehen, der niedriger ist als der Druck
des Druckmittels.
-
Weitere Einzelheiten und Vorteile können dem in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel entnommen werden.
-
Die Zeichnung zeigt im einzelnen in Fig. 1 einen senkrechten Längsschnitt
durch eine erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung gemäß den Linien I-I der Fig.
2 bis 4; Fig. 2 gibt einen senkrechten Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß Linie
II-II der Fig. 1, Fig.3 einen senkrechten Querschnitt nach Linie III-III der Fig.
1 wieder; Fig. 4 stellt einen senkrechten Querschnitt durch die Einrichtung nach
Fig. 1 an derjenigen Stelle dar, an der eine Vibrationseinrichtung vorgesehen ist;
Fig. 5 gibt den Druckmittelverteiler im senkrechten Längsschnitt gemäß Linie V-V
der Fig. 6 wieder, während Fig.6 einem senkrechten Querschnitt durch den Verteiler
nach Linie VI-VI der Fig. 5 entspricht.
-
In den Zeichnungen bezeichnet 1 das Stranggut, das beispielsweise
entzundert werden soll. Zu diesem Zwecke wird das Stranggut 1 in üblicher Weise
durch die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung hindurchgeführt, die aus den
I-förmigen Profilringen2,3 besteht. Schraubenanker 4 durchsetzen die mit ihren Flanschflächen
einander gegenüberliegenden Profilringstücke und verbinden sie zu einer gemeinsamen
Maschine. Die äußersten Ringstücke 2 sind durch Flansche 5, 6 abgeschlossen. Die
Abschlußflansche 5, 6 tragen Lagerzapfen 7, 8, über die die gesamte Vorrichtung
dreh- bzw. schwingbar in noch näher zu erläuternder Weise aufgehängt ist. Die I-förmigen
Profilringstücke 3 bestehen je aus einem Mittelschenkel 9, an den sich die Schenkel
10, 11 und 12, 13 anschließen. Die durch den Schenkel 9 und die freien Schenkel
10, 11 begrenzte Kammer 14 ist zum Stranggut 1 zu durch den rohrförmigen Gummikörper
15 abgetrennt. An den Gummikörper 15 setzen sich tellerartige Anschlußflansche
aus
Gummi 16, 17 an, die bis in die Ringräume hineingeführt sind, die zwischen je zwei
sich gegenüberliegenden Flanschen 10, 12 und 11, 13 der Profilringstücke 3 und den
entsprechenden Flanschen der Profilringstücke 2 liegen. Damit die Gummiteller 16,
17 unter dem Drucke der Schraubenanker 4 nicht beschädigt werden, sind bei 18 entsprechende
Distanzstücke, etwa aus Blech, vorgesehen, die die aus Fig. 4 ersichtliche Formgebung
aufweisen, auf die noch zurückzukommen ist. Die Distanzstücke 18 haben dabei eine
etwas geringere Dicke als die Dicke der Gummitellerscheiben 16, 17 im nicht angezogenen
Zustand der Schraubenanker 4, so daß auf diese Weise die Kammern 14 druckdicht abgeschlossen
sind. Die Profilringe 2 weisen in ihrem Mittelschenkel 19, der wieder parallel zum
Stranggut 1 verläuft, eine Ausnehmung 20 auf, in der der Zuführungsstutzen 21 befestigt
ist. Aufgezogen auf den Zuführungsstutzen 21 ist das Gummirohr 22. Das Gummirohr
endet in dem Auslaßstutzen 23 des Vorratsbehälters 24 für das Arbeitsmittel. Eine
zweite Ausnehmung weist der Mittelschenkel 19 der Profilringstücke 2 bei 25 auf.
Hier befinden sich die Stehbolzen 26, auf denen sich die Abschlußplatte 27 führt.
Durch auf den Stehbolzen 26 geführte Einstellmuttern 28, die durch nicht gezeichnete
Gegenmuttern in ihrer Stellung gehalten werden, kann den Abschlußplatten 27 jeweils
eine solche Stellung erteilt «-erden, daß ausreichend große Auslaßquerschnitte 29
freigelegt werden. Unterhalb der so geschaffenen, einstellbaren Auslässe 29 befindet
sich der Auffangtrog 30. Ein nicht gezeichnetes Becherwerk befördert das in dem
Auffangtrog 30 befindlicheGut zu einer ebenfalls nicht gezeichnetenAufbereitung,
von der aus das frische Arbeitsmittel wieder dem Vorratsbehälter 24 zugeführt wird.
Die Mittelschenkel 9 der Profilringstücke 3 weisen ebenfallsAusnehmungen 31 auf,
an die sich Stutzen 32 anschließen. Auf die Stutzen 32 aufgezogen sind die Gummischläuche
33, die zu dem noch zu besprechenden Verteiler für das Druckmittel führen. Auf die
eingehend beschriebene erste Stufe der Vorrichtung in Fig. 1 folgen die Stufen zwei
und drei, wobei die vomDruckmittel erfüllten bzw. von ihm entlasteten Kammern mit
14" und 14b bezeichnet worden sind. Dementsprechend sind wieder Gummischläuche 33"
und 33b für das Druckmittel vorhanden. Die zwischen den Profilringstücken 3 und
3a liegenden Profilringstücke 2, dienen somit als Distanzstücke zwischen den genannten
Profilringstücken, und ebenso dienen die Profilringstücke 21, als Distanzstücke
zwischen den Profilringstücken 3a und 3b. Die durch den Flansch 6 stirnseitig verschlossenen
Profilringstücke sind mit 2, bezeichnet, wobei die Flanschdichtungen 34 für druckdichten
Abschluß sorgen. Entsprechende Dichtungen 35 sind in bezug auf den Abschlußflansch
5 vorgesehen. Ein Drucklager 36 am Lagerzapfen 8 nimmt etwa auftretende Axialdrücke
auf.
-
Fig.2 läßt erkennen, daß die dargestellte Anordnung dazu führt, daß
sich Stranggut 1 im Arbeitsraum 37" befindet, der von dem elastischen Rohrstück
15" umschlossen ist. In der Kammer 14" befindet sich entweder Druckmittel, oder
dieser Raum ist vom Druckmittel entlastet.
-
Fig. 3 läßt erkennen, daß sich das Stranggut 1 in einem Raum 38, befindet,
der einerseits dazu dient, den angeschlossenen Arbeitsraum 37b mit frischem Arbeitsmittel
zu versorgen, wenn er gerade von dem Druck in der Kammer 14b entlastet ist, so daß
frisches Arbeitsmittel nachströmen kann, während andererseits über denselben Raum
38, und die angeschlossenen Auslaßquerschnitte 29, abgearbeitetes Arbeitsmittel
und Abrieb bzw. Abfall je nach der Größe der Querschnitte 29, in den Trog 30 abbefördert
werden.
-
Fig. 4 läßt erkennen, welche Formgebung die Distanzbleche 18 besitzen.
Dadurch, daß durch sie ein auskragender Hebel 39 verwirklicht wird, besteht die
Möglichkeit, diesen Hebel mittels des Steines 4(? zu bewegen, der über die Pleuelstange
41, die Federn 42 und die Federteller 43 in Abhängigkeit von der schnell umlaufenden
Exzenterwelle 44 bewegt wird, so daß die gesamte Vorrichtung kurzzeitige, als Vibrationen
auftretende Schwingungsbewegungen um die Lagerzapfen 7, 8 ausführt, die in dem Maschinenrahmen
45 drehbar aufgenommen sind.
-
In den Fig. 5 und 6 ist der Verteiler für das Druckmittel dargestellt,
das über die Rohrleitungen 33, 33a, 33b usw. den Kammern 14, 14a, 146 usw. abwechselnd
zugeführt wird bzw. von dein diese Kammern periodisch entlastet werden. Der Verteiler
besteht zunächst aus dem trommelartigen Gehäuse 46, das eine Reihe von Anschlußstutzen
47 für die druckfesten Schläuche 33, 33, 33b usw. aufweist. Überschliffen
werden die Mündungen 48 der Anschlußstutzen 47 in der Stirnfläche 49 im Innern des
Verteilergehäuses durch die Verteilerscheibe 50, die ihrerseits durch die Welle
51 angetrieben ist. Wie Fig. 6 zeigt, weist die Verteilerscheibe 50 einen Lochkranz
52 auf, der sich jedoch nur auf einen Ringabschnitt der Scheibe 50 erstreckt. Der
Rest des gleichen Ringes, dessen mittlerer Durchmesser mit dem Abstand der Mitten
der Stutzen 47 bzw. Ausnehmungen 48 von der Achse der Antriebswelle 51 übereinstimmt,
wird durch die Teilringnut eingenommen, die über die radial verlaufende schlitzförmige
Ausnehmung 54 mit der Bohrung 55 einer im Gehäuse 46 zentral angeordneten Büchse
56 in Verbindung steht. Die Büchse 56 hat bei 57 einen stutzenförmigen Abschluß,
auf den die beispielsweise wieder aus einem Schlauch bestehende Entlüftungsleitung
58 aufgezogen ist. Das Gehäuse 46 ist durch den Deckel 59 druckdicht abgeschlossen.
Eine Stoffbüchsenanordnung 60 sichert den druckdichten Abschluß der Verteilerscheibenantriebswelle
51. Der Deckel 59 weist einen Anschluß 61 auf, der zu irgendeiner Druckmittelquelle,
beispielsweise einem Verdichter oder einer Pumpe, vorteilhaft mit zwischengeschaltetem
Speicher für das Druckmittel, führt. Die Verhältnisse sind dabei im Ausführungsbeispiel
so gewählt, daß die Schlauchleitungen 33 und die nicht sichtbare Schlauchleitung
33" gerade innerhalb des Lochkreises 52 ausmünden. Dagegen steht die Schlauchleitung
33b mit der Teilringnut 53 in Verbindung.
-
Wie Fig. 4 erkennen läßt, befinden sich in den Zuführungsstutzen Absperrschieber
62, über die die Schläuche oder Rohrleitungen 22 gegen die Zuführungsstutzen 21
abgeschlossen werden können.
-
Die Wirkungsweise der so dargestellten Einrichtung ist folgende.
-
Die gesamte Vorrichtung ist, soweit die mit dem Vorratsbehälter 24
verbundenen Räume in Betracht kommen, mit dem Arbeitsmittel, beispielsweise mit
körnigem Korund, Stahlsand, gegebenenfalls auch, je nach dem jeweiligen Anwendungszweck
der Vorrichtung, mit weicheren Arbeitsmitteln, etwa körnigen Werkstoffen auf der
Basis der Polyamide oder Polyäthylene, gefüllt. Die körnige Ausbildung des Arbeitsmittels
ist dabei ebenfalls in Anpassung an bestimmte Sonderzwecke zu verlassen. Es besteht
beispielsweise auch die Möglichkeit, als Arbeitsmittel ein Gemisch von Stahlkugeln
und trockenen Schmiermitteln zu verwenden,
so daß beispielsweise
Polierwirkungen erzielt werden können. Jedenfalls richtet sich das Wesen des Arbeitsmittels
jeweils nach dem gerade zu erfüllenden Zweck desselben.
-
Nachdem sich die mit dem Vorratsbehälter 24 in Verbindung stehenden
Räume gefüllt haben, werden die Querschnitte 29 usw. auf den Wert eingestellt, der
erfahrungsgemäß erforderlich ist, um dafür zu sorgen, daß der Abrieb, gegebenenfalls
auch der Abfall in Form bereits verbrauchten Schmier-, Zieh- und Poliermittels od.
dgl., schließlich das Arbeitsmittel selbst in einer Menge abgeführt werden, die
zur Erhaltung dessen Arbeitsfähigkeit erforderlich ist. Da das, was für den Querschnitt
29 ausgeführt worden ist, sinngemäß auch für die Querschnitte 29Q, 29b, 29,
usw. gilt, werden zur Vereinfachung der Darstellung bei der weiteren Beschreibung
nur die Verhältnisse in der ersten Stufe der Vorrichtung betrachtet, die sinngemäß
durch Ergänzung der Indizes a, b, c für die folgenden Stufen gelten. Hierauf
wird das zu bearbeitende Werkstück, im vorliegenden Falle ein Walzdraht 1, durch
die Vorrichtung geführt, und es wird der Verteiler in Betrieb genommen. Dieser entläßt
bei der in Fig. 5 eingenommenen Stellung der Verteilerscheibe 50 geradeDruckmittel
über die druckfeste Schlauchleitung 33 in die Kammer 14, so daß sich das elastisch
nachgiebige Rohrstück 15 unter dem Überdrucke des in die Kammer 14 zu entlassenen
Druckmittels zu kontrahieren versucht. Dadurch wird das im Raum 37 befindliche Arbeitsmittel
mit beliebig einstellbaren Kräften an den Walzdraht 1 angepreßt, so daß bei dessen,
etwa durch den nachfolgenden Ziehvorgang, bedingter Längsbewegung ein mehr oder
weniger kräftiges Abreiben seiner Oberfläche durch die Korundkörner eintritt, womit
die gewünschte Entfernung der Zunderhaut eintritt. Der Abrieb gelangt in den Raum
38, so daß er über den Querschnitt 29" entfernt wird. Dieselben Vorgänge
spielen sich sinngemäß in allen Arbeitsräumen 37" ab, die auf den Raum 37 folgen,
soweit die zugeordnete Kammer 14, usw. gerade Druckmittel erhält. Bei der dargestellten
Anordnung ist jedoch die Kammer 146 bereits vom Druck entlastet, weil sie über die
zugehörige Schlauchleitung 33b bei der Lage der Verteilerscheibe in Fig. 5 über
Teilringnut 53 und Schlitz 54 sowie Bohrung 55 mit der Entlüftungsleitung 58 in
Verbindung steht. Dadurch konnte sich das elastische Rohrstück 15b expandieren,
so daß im Arbeitsraum 37b eine Lockerung des Arbeitsmittels eintritt, die
sich auf den Raum 38, fortpflanzt. Dadurch entfernen sich die einzelnen Korundkörner
voneinander, so daß in vermehrtem Ausmaß Abrieb und Abfall sowie abgeschliffene,
dadurch etwas abgerundete, leichter gleitende Korundkörner zu den Auslaßquerschnitten
29, gelangen und dadurch in den Trog 30 fallen. Nachdem durch Aufbereitungsvorgänge
Abrieb und Abfall entfernt worden sind sowie beispielsweise Stahlsand, Stahlteilchen
usw. wieder angeschärft bzw. durch Zerkleinerung wieder scharfkantig gemacht worden
sind, gelangt das Arbeitsmittel durch ein weiteres, nicht gezeichnetes Becherwerk
wieder in den Vorratsbehälter 24 und wird hierauf erneut ausgenutzt. Bei dem weiteren
Umlauf der Verteilerscheibe, etwa in Pfeilrichtung, erhält die Schlauchleitung 33b
über das inzwischen herangekommene Lochreihensegment 52 Druckmittel, so daß die
Kammer 14b wieder unter Druck gesetzt wird. Gleichzeitig wird Kammer 14 vom Druck
entlastet, so daß sich in der ersten Stufe die Vorgänge abspielen, die gerade für
die dritte Stufe erläutert worden waren. Bei weiterer Drehung der Verteilerscheibe
erhält die Kammer 14 wieder Druckmittel, während die Kammer 14b unter Druck bleibt.
Dagegen wird die Kammer 14, vom Druck entlastet, so daß also in zyklischer Vertauschung
Druckmittel zu den Kammern entlassen und hierbei die Kammern wieder vom Druck entlastet
werden. Beträgt dabei die Kammerzahl fünf oder mehr, so wird man zweckmäßig die
Zahl der gleichzeitig vom Druck entlasteten Kammern auf zwei erhöhen, während bei
noch größerer Kammerzahl weitere Kammern gleichzeitig vom Druck zu entlasten sind.
Der Längsrichtung des Werkstückes 1 nach betrachtet, entspricht dieser zyklischen
Vertauschung eine Druckwelle, die in Richtung des Werkstückes fortschreitet, so
daß das Werkstück gleichsam wie durch die nacheinander arbeitenden Finger einer
Hand erfaßt und bearbeitet wird.
-
Es war bereits einleitend erwähnt worden, daß es nicht erforderlich
ist, daß sämtliche Stufen der Vorrichtung das gleiche Arbeitsmittel verwenden, ebensowenig
wie es erforderlich ist, mehrere Stufen so zusammenzufassen, wie es in Fig. 1 gezeigt
ist. Man könnte also beispielsweise einer aus drei Stufen arbeitenden Entzunderungsmaschine
nach Fig. 1 eine aus beliebig vielen Stufen arbeitende Poliermaschine oder eine
Maschine nachschalten, die das Werkstück zur Erleichterung der nachfolgenden Ziehvorgänge
mit einer Schmiermittelträgerschicht bzw. mit dem Ziehmittel überzieht.
-
Auch das Druckmittel unterliegt nach seiner stofflichen Natur keinerlei
Beschränkungen. In erster Linie kommen aber Gase und Flüssigkeiten in Betracht,
wobei unter den Gasen vor allem Luft zu nennen ist. Bei Verwendung von Flüssigkeiten
wird man vorzugsweise mit Öl, Glycerin oder auch mit Wasser arbeiten, ohne daß sich
in diesen Angaben die in Betracht kommenden Stoffe erschöpfen.
-
Es war weiter bereits gesagt worden, daß es nicht erforderlich ist,
daß die einzelnen Maschinen unmittelbar aufeinanderfolgen. Es können zwischenzeitlich
auch andere Arbeitsvorgänge durchgeführt werden; beispielsweise ist es zweckmäßig,
vor dem Auftragen eines Schmiermittels oder vor dem Einlaufen in einen Ziehstein
das Werkstück zu reinigen, indem durch einen kräftigen Preßluftstrom zurückgebliebener
feiner Korundstaub oder Stahlteilchen abgeblasen bzw. abgestrahlt werden. Sämtliche
Vorgänge werden dabei dadurch unterstützt, daß die gesamte Maschine vibriert, wobei
man es durch Einstellung der Exzentrizität der Exzenterwelle 44 und durch Bestimmung
ihrer Umlaufzahl in der Hand hat, die Vibration auf jeden gewünschten Wert zu bringen.
Dadurch wird ein Nachrutschen des Arbeitsmittels begünstigt, es werden alle Hohlräume
schnell ausgefüllt, und es trennen sich Abrieb und Abfall ohne Schwierigkeiten von
dem eigentlichen Arbeitsmittel. Bei Drahtbrüchen wird die Vorrichtung durch Betätigung
der Absperrschieber 62 unter gleichzeitigem Stillsetzen des Verteilers stillgesetzt,
während man die Vibrationsbewegung aufrechterhält, so daß sich die Vorrichtung schnell
entleert. Hierauf kann der Walzdraht 1 wieder eingeführt und der Betrieb fortgesetzt
werden.