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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Anschlussklemme, insbesondere Reihenklemme,
gemäß den Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. Eine derartige Anschlussklemme ist der
DE 298 14 208 U1 zu
entnehmen.
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Anschlussklemmen
zur Kontaktierung und Verbindung von elektrischen Leitern sind in
vielfältigen
Ausführungen
auch als sogenannte Reihenklemmen bekannt, die auf Trag- oder Hutschienen
aufschnappbar sind. Dabei wird unterschieden zwischen Schraubklemmen,
bei denen die elektrischen Leiter mittels Klemmschrauben festgelegt
werden, und schraubenlosen Anschlussklemmen. Letztere sind als Federklemmen
oder Schneidklemmen ausgebildet. Bei den Federklemmen wird der elektrische
Leiter mittels einer Druck- oder Zugfeder klemmkontaktiert. Sowohl
bei den Federklemmen als auch bei den Schraubklemmen ist es notwendig,
dass das zu kontaktierende Leiterende zuvor abisoliert wird. Demgegenüber ist
mit den Schneidklemmen oder Schneidklemmkontakten eine abisoliertreie
Leiterkontaktierung möglich.
Zur abisolierfreien Leiterkontaktierung werden dabei üblicherweise
schraubenlose Anschlussklemmen eingesetzt.
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Bei
den Schneidklemmen wird zur Kontaktierung des Leiter dessen Isolierung
durchtrennt. Um die hierzu erforderliche Kraft aufzubringen, ist
im Allgemeinen ein von außen
in das Gehäuse
der Anschlussklemme einführbares
Betätigungswerkzeug, beispielsweise
ein Schraubendreher, vorgesehen, mit dem Leiter und Schneidklemmkontakt
relativ zueinander bewegt werden. Hierbei wird entweder der Leiter
gegen den Schneidklemmkontakt geführt. Nach diesem Prinzip aufgebaute
schraubenlose Anschlussklemmen mit Schneidklemmkontakt sind beispielsweise
aus den Schriften
DE
197 49 622 C1 ,
DE 44
37 022 C1 ,
DE
298 14 208 U1 oder
DE
32 39 708 C2 bekannt. Gemäß diesen Dokumenten wird der Leiter
mit Hilfe eines Führungselements
gegenüber dem
ortsfest angebrachten Schneidklemmkontakt bewegt.
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Bei
der aus der
DE 195
41 137 A1 bekannten Anschlussklemmen wird der Schneidklemmkontakt von
einem gebogenen Bügel
getragen, welcher um eine Drehachse drehbar in einer Stromschiene
gelagert ist. Zur Klemmkontaktierung greift das Betätigungswerkzeug
unmittelbar am Bügel
an und dreht den Bügel
zum Leiter.
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Bei
den aus der
DE 197
49 622 C1 und aus der
DE 44 37 022 C1 bekannten Anschlussklemmen wird
der Leiter in das Führungselement
gesteckt, das entlang einer Stromschiene mit Hilfe des Betätigungswerkzeugs
zum Schneidklemmkontakt geschoben wird. Gemäß der
DE 197 49 622 C1 wird das
Betätigungswerkzeug
durch eine Betätigunsghilfe
hindurchgeführt
und wirkt dabei unmittelbar auf das Führungselement.
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Die
bekannten Anschlussklemmen sind zur wiederholten Kontaktierung eines
Leiters ausgebildet. Aufgrund der erforderlichen Kräfte bei
der Schneidklemmkontaktierung werden die einzelnen Elemente stark
belastet. Insbesondere werden die beweglich gelagerten Teile bei
der Betätigung
mit dem Betätigungswerkzeug
und bei dessen Einführen in
die Anschlussklemme stark belastet.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anschlussklemme der eingangs
genannten Art anzugeben, bei der eine möglichst schonende Handhabung
ermöglicht
ist.
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Die
Aufgabe wird gemäß der Erfindung
gelöst
durch eine Anschlussklemme mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Danach wird zur Kontaktierung eines Leiters ein Kontaktierungselement
von einem Betätigungswerkzeug
betätigt,
und es ist ein Betätigungselement
vorgesehen, welches mit dem Betätigungswerkzeug
zusammenwirkt und derart ausgebildet ist, dass ein unmittelbarer
Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug
und dem Kontaktierungselement vermieden ist. Das Betätigungselement
weist hierzu einen Aufnahmeraum für das Betätigungswerkzeug auf. Das Betätigungselement
ist also innen hohl ausgestaltet und bildet eine mehrseitige Führung für das Betätigungswerkzeug.
Dadurch wird sowohl beim Kontaktieren als auch beim Lösen des Kontakts,
also bei unterschiedlichen Bewegungsrichtungen des Betätigungswerkzeugs,
ein direkter Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug und Kontaktierungselement
vermieden. Das Betätigungselement bildet
also ein Führungselement
für das
Betätigungswerkzeug
und gewährleistet
eine insbesondere allseitige und sichere Führung.
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Dies
hat den entscheidenden Vorteil, dass das Kontaktierungselement beispielsweise
infolge eines unsachgemäßen Einführens vom
Betätigungswerkzeug
nicht verletzt werden kann. Dies gewährleistet eine schonende Betätigung,
so dass die Funktionsfähigkeit
des Schneidklemmkontakts auch bei wiederholter Leiterkontaktierung
erhalten bleibt. Bevorzugt ist das Betätigungselement hierzu bei eingeführtem Betätigungswerkzeug
zwischen diesem und dem Kontaktierungselement angeordnet. Das Betätigungselement
wirkt also als ein Schutzelement gegen eine mechanische Beschädigung des
Schneidklemmenkontakts durch das Betätigungswerkzeug Bevorzugt greift
das Betätigungselement
in das Kontaktierungselement lose ein. Durch den losen Eingriff wird
zum einen eine sichere Führung
des Betätigungswerkzeugs
ermöglicht,
und zum anderen ist aufgrund des Spiels eine einfache Handhabung
gewährleistet.
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Um
einen Verlust des Betätigungselementes zu
vermeiden, ist dieses vorzugsweise im Klemmengehäuse unverlierbar angeordnet.
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Vorzugsweise
weist das Gehäuse
einen Vorsprung als Widerlager für
das Betätigungselement auf,
und das Betätigungselement
ist in dieses Widerlager eingeschnappt. Dies ermöglicht ein besonders einfaches
Anbringen des Betätigungselements
in das Klemmengehäuse,
indem das Betätigungselement über einen
durch den Vorsprung bestimmten Druckpunkt in das Klemmengehäuse eingedrückt wird.
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In
einer bevorzugten Ausführung
bestimmt der Vorsprung eine Drehachse für das Betätigungselement. Da das Betätigungselement
zugleich das Betätigungswerkzeug
führt,
wird dieses ebenfalls um diese Drehachse gedreht. Der als Widerlager
ausgebildete Vorsprung bildet somit einen Angriffspunkt, an dem
das Betätigungswerkzeug
abgestützt
wird. Die vom Betätigungswerkzeug
ausgeübten
Kräfte
werden dadurch in vorteilhafter Weise von dem Klemmengehäuse aufgenommen.
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In
einer zweckdienlichen Ausgestaltung ist das Betätigungselement als Schwenkhebel
mit einer insbesondere keilartigen Auswölbung als Gegenlager zum Widerlager
ausgebildet. Durch die keilartige Auswölbung ist ein einfaches Einführen des
Betätigungselements
in das Klemmengehäuse
ermöglicht.
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Um
ein einfaches Einführen über den
Vorsprung hinweg zu gewährleisten,
ist das Betätigungselement
vorzugsweise elastisch ausgebildet.
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Um
eine fertigungstechnisch einfache Ausgestaltung zu erhalten, ist
das Betätigungselement vorzugsweise
einstückig.
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Für eine hohe
Bedienerfreundlichkeit der Anschlussklemme weist das Betätigungselement
in einer zweckdienlichen Ausführung
eine Anzeige für
die Bewegungsrichtung in die Offenstellung bzw. in die Klemmstellung
auf. Damit ist von außen
gut sichtbar, in welche Richtung das Betätigungswerkzeug zur Klemmkontaktierung
bzw. zum Lösen
des Kontakts geführt
werden muss.
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Ebenfalls
für eine
hohe Bedienerfreundlichkeit und um zu erkennen, ob der eingesteckte
Leiter kontaktiert ist, hat das Betätigungselement in einer bevorzugten
Ausgestaltung eine Markierung für
die Position des Kontaktierungselements.
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Für eine sichere
Schneidklemmkontaktierung ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
vorgesehen, dass das Kontaktierungselement den Schneidklemmkontakt
zur Kontaktierung des ortsfest im Klemmengehäuse gehaltenen Leiters umfasst.
Das Kontaktierungselement und der Schneidklemmkontakt bilden ein
einheitliches Bauelement. Dieses ist vorzugsweise auf einer Stromschiene
verschieblich angeordnet.
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Vorzugsweise
weist die Stromschiene zwei zueinander unter einem Winkel angeordnete
Schenkel auf, mit denen jeweils ein Schneidklemmkontakt verbunden
ist. Die Anschlussklemme hat also einen doppelseitigen Schneidklemmkontakt.
Durch die unter einem Winkel angeordneten Schenkel ist die Stromschiene
in etwa dachförmig
ausgebildet, wodurch die Baubreite der Anschlussklemme möglichst gering
gehalten wird.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausbildung ist ein mit dem Schneidklemmkontakt elektrisch
verbundener Steckkontakt für
die Aufnahme eines Steckstifts vorgesehen. Hierdurch wird eine weitere
Anschlussmöglichkeit
mit einem zum Schneidklemmkontakt unterschiedlichen Kontaktierungstyp
bereitgestellt. Der Steckkontakt ist insbesondere geeignet zur Kontaktierung
einer Leiterplatte, die hierzu einen Steckstift aufweist.
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Um
eine kompakte Anschlussklemme zu ermöglichen, bilden der Steckkontakt
und der Schneidklemmkontakt eine Baueinheit. Beide sind vorzugsweise
aus einem einzigen Stanzbiegeteil geformt.
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Gemäß einer
zweckdienlichen Weiterbildung ist der Steckkontakt am beweglich
gelagerten Kontaktierungselement angeformt. Dies hat den Vorteil, dass
der Steckkontakt bei der Betätigung
mit dem Betätigungswerkzeug
gemeinsam verschoben und beispielsweise auf einen ortsfest angeordneten Steckstift
aufgeschoben wird.
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Um
eine kompakte Bauweise der Anschlussklemme zu ermöglichen
und gleichzeitig ausreichend Platz für die Kontaktierung an den
unterschiedlichen Kontakten zur Verfügung zu stellen, sind der Schneidklemmkontakt
und der Steckkontakt von einander gegenüberliegenden Seiten zur Kontaktierung zugänglich.
Dies ist insbesondere zur Kontaktierung einer Leiterplatte vorteilhaft.
Die Anschlussklemme wird hierbei mit ihrer Unterseite auf die Leiterplatte aufgesteckt
und über
den von oben zugänglichen Schneidklemmkontakt
werden abgehende oder ankommende Leitungen mit der Leiterplatte
kontaktiert.
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Gemäß einer
zweckdienlichen Ausgestaltung ist der Steckkontakt als sogenannte
Kontakttulpe ausgebildet. Der Steckkontakt weist also eine insbesondere
allseitig umrandete Kontaktöffnung
mit seitlichen Kontaktelementen auf, die im kontaktierten Zustand
auf den Steckstift einen Klemmdruck ausüben.
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Alternativ
hierzu ist gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung der Steckkontakt gabelförmig ausgestaltet.
Diese Ausführung
ermöglicht
ein Aufschieben des Steckkontakts auf einen ortsfest angebrachten
Steckstift. Der Steckkontakt wird in diesem Fall bevorzugt erst
durch Verschieben des Kontaktierungselements gebildet.
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Zweckdienlicherweise
wird dabei durch die Bewegung des Kontaktierungselements gleichzeitig am
Schneidklemmkontakt und am Steckkontakt jeweils eine Kontaktierung
herbeigeführt.
Dadurch ist eine schnelle und mehrfache Kontaktierung erzielt.
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Um
möglichst
viele Anschlussmöglichkeiten der
Anschlussklemme zu erhalten, ist diese gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
als Etagenklemme mit auf mehreren Ebenen angeordneten Kontakten ausgebildet.
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Die
Gestaltungsvarianten im Hinblick auf die Anordnung des Steckkontakts
sowie dessen Ausbildung sind auch unabhängig von der Anordnung und speziellen
Ausbildung des Betätigungselements
zu verwirklichen.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin
zeigen:
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1 eine
Anschlussklemme in einer Seitenansicht,
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2 ein
Betätigungselement
mit einer Markierung für
die Position eines Kontaktierungselements, und
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3 ein
Betätigungselement
mit einer Anzeige für
die Bewegungsrichtung des Betätigungselements
in eine Offenstellung bzw. in eine Klemmstellung,
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4 eine
mehrreihige Anschlussklemme mit Schneidklemmkontakten und Steckkontakten
in einer perspektivischen Ansicht,
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5 die
Anschlussklemme gemäß 4 in einer
Seitenansicht,
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6 ein
Kontaktierungselement mit einem Schneidklemmkontakt und mit einem
gabelförmigen Steckkontakt
in einer perspektivischen Darstellung,
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7 eine
ausschnittsweise Aufsicht auf das Kontaktierungselement gemäß 6,
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8 eine
ausschnittsweise Frontalansicht des Kontaktierungselements gemäß 6,
und
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9 eine
ausschnittsweise Seitenansicht einer als Etagenklemme ausgebildeten
Anschlussklemme.
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Gleichwirkende
Teile sind in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Gemäß 1 umfasst
eine Anschlussklemme 2 ein Klemmengehäuse 4, eine darin
angeordnete und in etwa dachförmig
ausgebildete Stromschiene 6, sowie zwei Kontaktierungselemente 8,
die auf den beiden Schenkeln 10 der Stromschiene 6 verschieblich
angeordnet sind. Das Kontaktierungselement 8 ist elektrisch
leitend ausgebildet, umfasst einen Schneidklemmkontakt 11 und
bildet mit diesem eine Baueinheit. Die Anschlussklemme 2 ist
demnach mit einem doppelseitigen Schneidklemmkontakt 11 versehen.
Die unter einem Winkel zueinander angeordneten Schenkel 10 ermöglichen
eine möglichst
schmale Ausgestaltung der Anschlussklemme 2. Zudem ist
dadurch die Zugänglichkeit
von außen verbessert.
Das Klemmengehäuse 4 weist
beidseitig je einen Leiterkanal 12 für einen elektrischen Leiter 14 und
je eine Öffnung 16 für den Eingriff
eines Betätigungswerkzeugs 18 auf.
Der Leiterkanal 12 sowie die Öffnung 16 sind gestrichelt
dargestellt. Das Betätigungswerkzeug 18 ist
vorzugsweise ein herkömmlicher
Schraubendreher. In die Öffnung 16 ist
jeweils ein Betätigungselement 20 eingefügt, welches
das Betätigungswerkzeug 18 aufnimmt.
Seitlich an der Öffnung 16 weist
das Klemmengehäuse 4 jeweils
einen Vorsprung 17 auf. Das Betätigungselement 20 wird über einen
durch den Vorsprung 17 definierten Druckpunkt in das Klemmengehäuse 4 eingedrückt und
dort unverlierbar gehalten. Es ist im montierten Zustand von außen zugänglich und
ein fester Bestandteil der Anschlussklemme 2 Neben den
beiden Schneidklemmkontakten 11 weist die Anschlussklemme 2 zusätzlich zwei
Buchsen 22 zur Steckkontaktierung auf. Sie sind beispielsweise
zur Aufnahme von Kontaktsteckern ausgebildet. Die Anschlussklemme 2 bietet
also insgesamt vier Anschlüsse.
Sie ist insbesondere als Reihenklemme zur Anordnung auf einer Trag-
oder Hutschiene ausgebildet. Hierzu hat sie an ihrer Unterseite
eine Führungs-Ausnehmung 24.
Im Ausführungsbeispiel
befindet sich das auf der linken Bildhälfte dargestellte Kontaktierungselement 8 in
der Offen-Position und das auf der rechten Bildhälfte dargestellte Kontaktierungselement 8 nach
der Kontaktierung des Leiters 14 in der Klemmposition.
Die Klemmposition ist demnach die äußere Endposition des Kontaktierungselements 8 auf
dem Schenkel 10.
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Das
Kontaktierungselement 8 ist vorzugsweise U-förmig ausgebildet
und weist an seinem oberen Ende zur Ausbildung des Schneidklemmkontakts 11 zwei
aufeinander zu gebogene Schneidklemmschenkel auf, mittels denen
die Leiterisolierung angeschnitten und zwischen denen der Leiter 14 geklemmt
wird. Zur Kontaktierung des Leiters 14 wird dieser durch
den Leiterkanal 12 in eine Ausnehmung 26 der Stromschiene 6 eingeführt.
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Nach
Einführen
des Leiters 14 in die Ausnehmung 26 wird das Kontaktierungselement 8 in
Richtung zum Leiter 14 bewegt, also von der Mitte der Anschlussklemme 2 nach
außen.
Dabei schneidet der Schneidklemmkontakt 11 die Leiterisolierung
an und kontaktiert den Leiter 14. Das Kontaktierungselement 8 ist
mit der Stromschiene 6 elektrisch leitend verbunden. Hierzu
weist das Kontaktierungselement 8 eine Kontaktlasche 28 auf,
die mit Federkraft gegen die Stromschiene 6 gedrückt wird.
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Zur
Verschiebung des Kontaktierungselements 8 entlang der Stromschiene 6 wird
das Betätigungswerkzeug 18 in
das Betätigungselement 20 eingeführt. Letzteres
greift lose in eine Aussparung 30 des Kontaktierungselements 8 ein.
Das Betätigungselement 20 wird
mit dem Betätigungswerkzeugs 18 um
eine – gedachte – Drehachse 32 gedreht,
und das Kontaktierungselement 8 wird beispielsweise in
die Klemmposition verschoben. Dabei wirkt der vom Klemmengehäuse 4 gebildete
Vorsprung 17 als Widerlager. Das Betätigungselement 20 ist
also als ein um die Drehachse 32 schwenkbarer Schwenkhebel
ausgestaltet. Es weist in seinem unteren Bereich eine außenseitige
keilförmige
Auswölbung 36 auf.
Diese wirkt als Gegenlager zu dem von dem Vorsprung 17 gebildeten
Widerlager.
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Das
Betätigungselement 20 nimmt
das Betätigungswerkzeug 18 auf
und führt
dieses im Klemmengehäuse 4.
Hierzu hat es einen Aufnahmeraum 34, der nach Art einer
Tasche ausgebildet ist. Das Betätigungswerkzeug 18 kann
demnach nicht mit dem Betätigungselement 8 in
direkten Kontakt gelangen. Dadurch ist das Kontaktierungselement 8 vor Beschädigungen
geschützt.
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Gemäß 2 ist
das Betätigungselement 20 als
keilförmiger
Schwenkhebel ausgebildet, dessen Aufnahmeraum 34 durch
einen ebenfalls keilförmigen
Schlitz 38 gebildet ist. Das Betätigungselement 20 umfasst
also im Wesentlichen zwei Schutzseiten, die beim Verschieben des
Kontaktierungselements 8 mittels des Betätigungswerkzeugs 18 zwischen
diesem und dem Kontaktierungselement 8 angeordnet sind,
und die die vom Betätigungswerkzeug 18 ausgeübte Kraft
auf das Kontaktierungselement 8 übertragen.
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Die
geschlitzte Ausführungsform
ermöglicht ein
sehr einfaches Einführen
des Betätigungselements 20 in
die Öffnung 16 des
Klemmengehäuses 4,
da die beiden Seitenwände
des Betätigungselements 20 dabei
aufeinander zu gebogen werden. Sobald das Betätigungselement mit seiner Auswölbung 36 über den
vom Vorsprung 17 gebildeten Druckpunkt geführt ist,
schnappt die Auswölbung 36 hinter dem
Vorsprung 17 ein. Das Betätigungselement 20 ist
hierzu insbesondere elastisch ausgebildet. Als Material wird vorzugsweise
Kunststoff verwendet, der insbesondere im Hinblick auf die gewünschte Schutzfunktion
von Vorteil ist.
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Das
Betätigungselement 20 hat
endseitig einen Kopf 40, der eine Einführöffnung 42 für das Betätigungswerkzeug 18 definiert.
Die Einführöffnung 42 ist
von Seitenstegen 44 des Kopfs 40 vollständig umrandet.
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Der
Kopf 40 trägt
auf zweien seiner Seitenstege 44 eine Markierung 46,
im Ausführungsbeispiel eine „0" und eine „1". Diese Markierung 46 gibt
an, ob das Kontaktierungselement 8 sich in der Klemmstellung „1" oder in der Offenstellung „0" befindet. Da der Kopf 40 des
Betätigungselements 20 aus
der Anschlussklemme 2 herausragt, ist die Position des Kontaktierungselements 8 von
außen
gut erkennbar.
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In
einer alternativen Ausgestaltung weist das Betätigungselement 20 gemäß 3 eine
Anzeige 48 für
die Bewegungsrichtung des Betätigungselements 20 beispielsweise
in die Klemmstellung auf. Die Anzeige 48 ist gemäß 3 durch
eine ertastbare Erhebung 50 des Kopfes 40 gebildet.
Zusätzlich
ist auf dieser Erhebung 50 ein Pfeil 52 vorgesehen.
Die Anzeige 48 und die Markierung 46 sind miteinander kombinierbar.
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Der
wesentliche Vorteil der Anschlussklemme 2 mit dem Betätigungselement 20 ist
darin zu sehen, dass durch letzteres eine Beschädigung des Kontaktierungselements 8 durch
das Betätigungswerkzeug 18 ausgeschlossen
ist. Die Funktionsfähigkeit
der Anschlussklemme 2 bleibt auch bei wiederholtem Kontaktieren
und Lösen
des Kontakts erhalten. Das Betätigungselement 20 besitzt
also eine Schutzfunktion. Daneben bietet es eine Führung für das Betätigungswerkzeug 18,
so dass dieses leicht und sicher eingeführt werden kann. Insbesondere
ist dadurch ein Verletzen der im Inneren der Anschlussklemme 2 vorgesehenen
Elemente infolge des Einführens
des Betätigungswerkzeugs 18 vermieden. Als
dritte Funktion wirkt das Betätigungselement 20 zudem
als Hebel für
das Betätigungswerkzeug 18. Dies
wird erreicht durch die Formgebung des Klemmengehäuses 4 mit
dem Vorsprung 17 und der Auswölbung 36 am Betätigungselement 20.
Diese Ausgestaltung verhindert zudem, dass das Betätigungselement 20 aus
der Anschlussklemme 2 herausfallen kann. Eine vierte Funktion
des Betätigungselement 20 ist
in der Anzeige für
die Position des Kontaktierungselements 8 bzw. in der Anzeige
für die
Bewegungsrichtung in die Offenposition bzw. Klemmposition zu sehen.
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Die
Anschlussklemme 2 gemäß den 4 und 5 ist
mehrreihig aufgebaut, weist also mehrere nebeneinander angeordnete
Kontaktierungselemente 8 auf, die jeweils voneinander elektrisch
getrennt in einzelnen Kammern 54 des Klemmengehäuses 4 angeordnet
sind. Der wesentliche Unterschied zu der Anschlussklemme 2 gemäß 1 ist darin
zu sehen, dass zusätzlich
zum Schneidklemmkontakt 11 am Kontaktierungselement 8 ein
Steckkontakt 58 angeformt ist. Das Kontaktierungselement 8 mit
dem Schneidklemmkontakt 11 bildet also mit dem Steck kontakt 58 eine
Baueinheit 60. Diese ist in der Kammer 54 verschieblich
gelagert. Im Gegensatz zu der Ausgestaltung nach 1 ist
das Kontaktierungselement 8 nicht auf einer Stromschiene 6,
sondern unmittelbar in der Kammer 54 gelagert. Die Verschiebung
der jeweiligen Baueinheit 60 wird hierbei durch das Betätigungswerkzeug 18 ausgeführt, welches
das Kontaktierungselement 8 gegen den jeweiligen ortsfesten
Leiter 14 verschiebt. Die Leiter 14 weisen eine
von einer Isolierung 55 umgebene Leiterseele 56 auf.
Sie werden über
den jeweiligen Leiterkanal 12 in das Klemmengehäuse 4 an
einer Gehäuseoberseite 62 eingeführt. Die
von oben eingeführten
Leiter 14 werden mittels den Schneidklemmkontakten 11 schneidklemmkontaktiert.
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Die
Steckkontakte 58 sind demgegenüber zur Kontaktierung von Steckstiften 66 an
der Gehäuseunterseite 64 vorgesehen.
Hierzu wird der jeweilige Steckstift 66 durch eine Durchführungsöffnung 67 (5)
durchgeführt
und in den Steckkontakt 58 eingesteckt. Dieser ist nach
Art einer Kontakttulpe 68 mit zwei halbschalenartigen Klemmbacken 69 ausgebildet,
zwischen denen der Steckstift 66 geklemmt wird. Die beiden
Klemmbacken 69 sind dabei auf einem längsgeschlitzten Steg 70 angeordnet,
welcher an der Stirnseite des Kontaktierungselements 8 an
dessen Unterseite angeformt ist. Durch die Längsschlitzung des Stegs 70 wird
die Klemmkraft auf die Steckstifte 66 erzeugt. Aufgrund
der Duchführungsöffnung 67 ist
eine Kontaktierung über
den Steckkontakt 58 nur dann möglich, wenn das Kontaktierungselement 8 in
seiner Kontaktposition ist, also wenn insbesondere ein Leiter 14 kontaktiert
ist. Denn nur in diesem Fall fluchtet die Durchführungsöffnung 72 mit der Öffnung des
Steckkontakts 58. In einer alternativen Ausbildung ist
die Durchführungsöffnung 72 als
Langloch mit einer Ausdehnungsrichtung in Verschieberichtung des
Kontaktierungselements 8 ausgebildet, so dass der Steckstift 66 bereits
eingeführt
werden kann, bevor der Leiter 14 kontaktiert wird.
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Der
Steckkontakt 58 dient vorzugsweise zur Kontaktierung einer
nicht dargestellten Leiterplatte, auf der mehrere Steckstifte 66 angeordnet
sind. Die Anschlussklemme gemäß den 4 und 5 eignet
sich daher bevorzugt zum Anschluss der Leiter 14 an eine
Leiterplatte. Hierzu wird die Anschlussklemme 2 auf die
Leiter platte aufgesteckt und mit dieser über die Steckkontakte 58 kontaktiert.
Der Anschluss der Leiter 14 an die Leiterplatte kann nun durch
eine einfache Schneidklemmkontaktierung problemlos und schnell erfolgen.
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Jeder
Kammer 54 des Klemmengehäuses 4 ist ein Betätigungselement 20 zugeordnet,
welches zugleich als Führungselement
und als Schutzelement für
das Betätigungswerkzeug 18 dient.
Beim Zusammenbau der Anschlussklemme 2 wird das jeweilige
Betätigungselement 20 von
der Gehäuseoberseite 62 durch
die entsprechende Öffnung 16 eingeführt und
anschließend
im Klemmengehäuse 4 unverlierbar
verrastet. Hierzu hintergreift die Auswölbung 36 am Betätigungselement
den Vorsprung 17 (5).
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Gemäß 4 sind
in der Anschlussklemme 2 zwei Leiter 14 – von insgesamt
fünf Möglichkeiten für einen
Leiteranschluss – kontaktiert.
Die den kontaktierten Leitern 14 zugeordneten Betätigungselemente 20 befinden
sich in einer Kontaktstellung, während
die weiteren Betätigungselemente 20 sich
in einer Freistellung befinden. Die Freistellung zeigt an, dass
kein Leiter 14 kontaktiert ist. Die Kontaktstellung und
die Freistellung als Indiz für
eine Leiterkontaktierung sind optisch einfach voneinenander zu unterscheiden.
In 5 ist die Freistellung des Betätigungselements 20 mit
der zugeordneten Position des Kontaktierungselements 8 gestrichelt
dargestellt.
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Gemäß den 6 bis 8 weist
der Steckkontakt 58 eine Kontaktgabel 74 mit einer
Gabelöffnung 76 auf.
Dadurch ist ermöglicht,
mit einem Verschieben des Kontaktierungselements 8 gleichzeitig den
Leiter 14 mit dem Schneidklemmkontakt 11 und den
Steckstift 66 mit dem Steckkontakt 58 zu kontaktieren.
Je nach Ausgestaltung kann dabei auch derart vorgegangen werden,
dass die Kontaktgabel 74 derart dimensioniert ist, dass
unabhängig
von der Stellung des Kontaktierungselements 8 immer eine Steckkontaktierung
mit dem Steckstift 66 möglich
ist.
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Gemäß der perspektivischen
Darstellung des Kontaktierungselements 8 nach 6 weist
der Schneidklemmkontakt 11 einen Schneidklemmschlitz 78 zwischen zwei
Schneidklemmschenkeln 80 auf. An diese schließt sich
jeweils die Aussparung 30 in Form einer Einwölbung für den Eingriff
des Betätigungselements 20 an.
Die in 6 gezeigte Baueinheit 60, umfassend das
Kontaktierungselement 8, den Schneidklemmkontakt 11 und
den Steckkontakt 58, wird vorzugsweise aus einem Blechstück durch einen
Stanz- und Biegevorgang hergestellt.
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Wie
insbesondere der 7 zu entnehmen ist, ist die
Kontaktgabel 74 ähnlich
wie die Kontakttulpe 68 gemäß 4 an einem
längsgeschlitzten
Steg 70 angeordnet, welcher am Kontaktierungselement 8 angeformt
ist. Nach 8 weist die Kontaktgabel 74 ebenso
wie die Kontakttulpe 68 Klemmbacken 69 auf, die
etwas nach oben gebogen sind und damit eine Führung für den Steckerstift 66 bilden.
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Gemäß einer
dritten Variante der Anschlussklemme 2 nach 9 ist
diese als eine Etagenklemme 82 mit zwei Kontaktebenen I,
II ausgebildet. Jede der Kontaktebenen I, II definiert eine Etage,
auf der jeweils zwei spiegelbildlich gegenüberliegende Kontaktierungselemente 8 angeordnet
sind. Die einzelnen Kontaktebenen I, II sind dabei zueinander stufenartig
ausgebildet. In der Mitte der Etagenklemme 82, in der oberen
Kontaktebene II, sind eine Anzahl von Steckklemmkontakten 84 beispielsweise
in Form von Steckbuchsen vorgesehen. Diese eignen sich insbesondere
zum Aufsetzen eines elektrischen Bauteils 86, wie beispielsweise
ein Relais oder eine andere Komponente mit einer Anzahl von integrierten
elektrischen Funktionen. Die einzelnen Steckklemmkontakte 84 sind
dabei über
Stromschienen 6 jeweils mit einem der Schneidklemmkontakte 11 elektrisch
leitend verbunden, so dass über
die Schneidklemmkontakte 11 das elektrische Bauteil 86 anschließbar ist.
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- 2
- Anschlussklemme
- 4
- Klemmengehäuse
- 6
- Stromschiene
- 8
- Kontaktierungselement
- 10
- Schenkel
- 11
- Schneidklemmkontakt
- 12
- Leiterkanal
- 14
- Leiter
- 16
- Öffnung
- 17
- Vorsprung
- 18
- Betätigungswerkzeug
- 20
- Betätigungselement
- 22
- Buchsen
- 24
- Führungs-Ausnehmung
- 26
- Ausnehmung
- 28
- Kontaktlasche
- 30
- Aussparung
- 32
- Drehachse
- 34
- Aufnahmeraum
- 36
- Auswölbung
- 38
- Schlitz
- 40
- Kopf
- 42
- Einführöffnung
- 44
- Seitenstege
- 46
- Markierung
- 48
- Anzeige
- 50
- Erhebung
- 52
- Pfeil
- 54
- Kammer
- 55
- Leiterisolierung
- 56
- Leiterseele
- 58
- Steckkontakt
- 60
- Baueinheit
- 62
- Gehäuseoberseite
- 64
- Gehäuseunterseite
- 66
- Steckstift
- 67
- Durchführungsöffnung
- 68
- Kontakttulpe
- 69
- Klemmbacken
- 70
- Steg
- 72
- Durchführungsöffnung
- 74
- Kontaktgabel
- 76
- Gabelöffnung
- 78
- Schneidklemmschlitz
- 80
- Schneidklemmschenkel
- 82
- Etagenklemme
- 84
- Steckklemmkontakt
- 86
- Bauteil
- I,
II
- Kontaktebenen