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DE1003959B - Verfahren zur Herstellung von Titan - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Titan

Info

Publication number
DE1003959B
DE1003959B DEH16936A DEH0016936A DE1003959B DE 1003959 B DE1003959 B DE 1003959B DE H16936 A DEH16936 A DE H16936A DE H0016936 A DEH0016936 A DE H0016936A DE 1003959 B DE1003959 B DE 1003959B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
titanium
alkali metal
fluoride
electrolysis
bath
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEH16936A
Other languages
English (en)
Inventor
Alfred August Topinka
Stuart Sherman Carlton
Quentin Hyde Mckenna
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Horizons Titanium Corp
Original Assignee
Horizons Titanium Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Horizons Titanium Corp filed Critical Horizons Titanium Corp
Publication of DE1003959B publication Critical patent/DE1003959B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C5/00Electrolytic production, recovery or refining of metal powders or porous metal masses
    • C25C5/04Electrolytic production, recovery or refining of metal powders or porous metal masses from melts

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Titan Die Erfindung betrifft die Herstellung von Titan, insbesondere Verbesserungen seiner Herstellung auf elektrolytischem Wege.
  • Titan erreicht seine besonders bevorzugten Eigenschaften in schmiedbarem oder bearbeitbarem Zustand, der nur dann erreicht werden kann, wenn das Metall praktisch frei von Sauerstoff ist. Enthält das sich beim elektrolytischen Verfahren absetzende Titan Sauerstoff, so stammt dieser hauptsächlich aus der Atmosphäre oberhalb des elektrolytischen Bades, aus dem in dieser Atmosphäre enthaltenen Sauerstoff oder Wasserdampf oder aus der Feuchtigkeit, die den für das elektrolytische Bad benutzten Salzen anhaftet. Es ist bekannt, aus der über dem Bad befindlichen Atmosphäre die Luft auszuschließen, indem man sie mit einem inerten Gas, wie Argon, Helium od. dgl., verdrängt; auch kann man alle Spuren von Feuchtigkeit aus dem Bad durch Elektrolyse so entfernen, daß das ganze Wasser zerlegt wird ohne nennenswerte Abscheidung des Titanmetalls. Dadurch wird eine Sauerstoffverunreinigung des sich an der Kathode absetzenden Metalls verhütet. Doch tritt bei der darauffolgenden Bearbeitung des ausgeschiedenen Metalls, wenn dieses zu einem Barren oder sonstwie verformt wird, leicht eine erneute wesentliche Verunreinigung des Metalls durch Sauerstoff ein. Dies geschieht dadurch, daß das ausgeschiedene 11-Zetall beim Entfernen aus der Zelle von anhaftenden Salzen gereinigt werden muß, was im allgemeinen durch Waschen des Metallniederschlags mit Wasser und verdünnter Säure geschieht. Ein Waschen und Auslaugen zur Entfernung dieser Salze bringt notwendigerweise eine gewisse Oberflächenoxydation der Titanmetallteilchen mit sich. Werden diese oberflächlich oxydierten Metallteilchen anschließend in einer inerten Atmosphäre eingeschmolzen, so enthält der sich dabei ergebende Titanbarren so viel Sauerstoff, daß er spröde und nicht verarbeitbar ist. Es ist also vorteilhaft, möglichst große Metallteilchen herzustellen, um ihr Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen und damit die Sauerstoffverunreinigung des sich ergebenden Metallbarrens herabzusetzen.
  • Bei der elektrolytischen Herstellung von metallischem Titan aus Alkalimetalltitanfluorid in einem Verdünnungsbad, das aus einem oder mehreren Alkalimetallhalogeniden bzw. Erdalkalimetallhalogeniden zusammengesetzt ist, war es bisher schon möglich, Titanmetallteilchen von einer Durchschnittsgröße zwischen 60 und 80 Mikron herzustellen, vorausgesetzt daß eine inerte Zellenatmosphäre aufrechterhalten und das Bad einer Vorelektrolyse bei einer Zersetzungsspannung unterworfen wurde, die unter der des Titansalzes lag, aber doch genügend hoch war, um die Zersetzung jeglichen freien oder gebundenen Wassers in den Bestandteilen des Bades zu gewährleisten. Doch wiesen mindestens 30% der so hergestellten Teilchen eine Größe von weniger als 45 Mikron auf, und nur ein kleiner Prozentsatz der Teilchen war zwischen 100 und 150 Mikron groß. Der Reinheitsgrad des daraus hergestellten Metallbarrens war so, daß dieser nur etwa 99% Titan enthielt, der Rest setzte sich vorwiegend aus Sauerstoff zusammen.
  • Die Teilchen des sich an der Kathode absetzenden Titans, das durch das vorerwähnte Elektrolyseverfahren aus einem Alkalimetalltitanfluorid in einem Verdünnungssalzbad gewonnen wird, können nun dadurch wesentlich vergrößert werden, daß man den Maximalgehalt der Verunreinigungen, die normalerweise in dem zugefügten Titanfluorid enthalten sind, genau steuert. Die wirksamen Verunreinigungen sind dabei Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium, die normalerweise in ihrer dreiwertigen Form in einem solchen Schmelzsalzbad enthalten sind. Es wird nun die Durchschnittsgröße der Teilchen des sich an der Kathode absetzenden Metalls viel größer als bisher, wenn der Gesamtbetrag dieser dreiwertigen Elemente in dem Bad unter 0,1 Gewichtsprozent des im Bad enthaltenen Titans gehalten wird.
  • Die Erfindung bedeutet also eine hervorragende Verbesserung in der elektrolytischen Herstellung von metallischem Titan aus Alkalimetalltitanfluorid in einem Verdünnungsbad, das aus einem oder mehreren Alkalimetallhalogeniden bzw. Erdalkalimetallhalogeniden zusammengesetzt ist. Die Gesamtmenge des im Bade enthaltenen Aluminiums, Chroms, Eisens und Vanadiums bleibt also unter 0,1 Gewichtsprozent des im Bad enthaltenen Titans. Dadurch steigt die Ausbeute an Titanmetall, mindestens 90% der Teilchen sind größer als 44 Mikron, und die Durchschnittsgröße dieser Teilchen ist mindestens 6 mm. Die Steuerung in bezug auf den maximalen Betrag dieser dreiwertigen Verunreinigungen im Schmelzsalzbad geschieht dadurch, daß man als Titanfluorid ein Alkalimetalltitanfluorid verwendet, das so weit gereinigt ist, daß sein Gesamtgehalt an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium weniger als 0,02 Gewichtsprozent ausmacht, woraus sich ergibt, daß das Titanmetall, das aus den Kathodenniederschlägen gebildet wird, in allen Fällen 99,5% Titan überschreitet und der Sauerstoffgehalt weniger als 0,1% beträgt.
  • Die Alkalimetalltitanfluoride, aus welchen Titanmetall durch Elektrolyse in einem Schmelzsalzbad gewonnen werden kann, sind 1\Tatriumtitanfluorid (Na2 Ti F0) und Kaliumtitanfluorid (K2 Ti F0) . Nach den gegenwärtigen Herstellungsmethoden erhält man die Salz-- in Form einer wäßrigen Salzlösung, aus welcher das Salz durch einfache Kristallisation gewonnen wird. Die Natrium- und Kaliumtitanfluoride sind in handelsüblicher Form sehr rein. Bisher wurde überhaupt nicht erkannt, daß diese Salze dennoch so wesentliche Verunreinigungen enthalten, daß sie die OOualität des sich an den Kathoden absetzenden metallischen Titans schädlich beeinflussen. So ergeben die Natrium- und Kaliumtitanfluoride, die wie vorstehend gewonnen werden und die im allgemeinen eine unschädliche Gesamtmenge von etwa 0,5% Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium enthalten, nach Elektrolysebehandlung ein metallisches Titan, das praktisch frei von diesen Verunreinigungen ist. Neben der Tatsache, daß das metallische Titan, das aus den gereinigten Titanfluoriden gemäß der vorliegenden Erfindung erzeugt wird, sogar noch eine geringere Menge dieser Verunreinigungen enthält, besteht doch der größte Vorteil gemäß der Erfindung darin, daß die Teilchen des sich absetzenden Metalls wesentlich größer sind.
  • Die Reinigung der Alkalimetalltitanfluoride gemäß der vorliegenden Erfindung sollte so zweit gehen, daß der Gesamtgehalt der normalerweise dreiwertigen Verunreinigungen, -wie Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium, auf höchstens 0,02 Gewichtsprozent des Salzes reduziert wird. Obwohl die Art des Reinigungsverfahrens nicht wesentlich ist, hat es sich gezeigt, daß das einfachste und wirksamste Verfahren in der erneuten Umkristallisation des Salzes besteht. Dabei stellt man aus dem handelsüblichen Alkalimetalltitanfluorid eine wäßrige, bei 90° C gesättigte Lösung her, aus der beim Abkühlen auf Zimmertemperatur das Alkalititanfluorid auskristallisiert. Das umkristallisierte Titanfluorid kann leicht von der Mutterlauge getrennt werden durch normale Filtrieranlagen und läßt sich in pfannenförmigen Trockengefäßen od. dgl. bei Temperaturen von ungefähr 120° C trocknen. Das sich ergebende getrocknete Produkt enthält dann nicht mehr als insgesamt 0,02 Gewichtsprozent Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium. Es kann auch noch weitere Tale umkristallisiert werden. Doch hat es sich gezeigt, daß die Hauptverbesserung durch die vorerwähnte einfache Umkristallisation des ursprünglich kristallischen Produktes erreicht wird.
  • Die Salze, die zur Bildung des Verdünnungsbades dienen, sind die üblicherweise verwendeten Alkalimetallhalogenide und Erdalkalimetall.halogenide. Es kann entweder ein Halogenid oder eine Mischung verschiedener obengenannter Halogenide bei dem Verfahren gemäß der Erfindung verwendet werden, da die Steuerung der Verunreinigungen in bezug auf einen maximalen Betrag im Titanfluorid gemäß der vorliegenden Erfindung unabhängig von der Zusammensetzung des Verdünnungsbades zu erheblich besseren Ergebnissen führt. Demzufolge kann beispielsweise Natriumchlorid als einziger Bestandteil des Verdünnungsbades verwendet werden oder, wenn ein Bad mit niedrigerem Schmelzpunkt gewünscht wird, auch Mischungen der vorgenannt°n Halogenide, z. B. ein Eutektikum aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid. Natriumchlorid allein bildet jedoch ein Verdünnungsbad, das eine Elektrolysebehandlung innerhalb eines Temperaturbereichs von etwa 700 bis 1000° C gestattet. Es ist ferner so billig und von so hohem Reinheitsgrad, daß zur "Zeit dieses Salz als Zusatz zu dem Verdünnungsbad bevorzugt wird. `'erden andere Alkalimetall- und Erdalkalimetallhalogenide für die Zusammensetzung des Verdünnungsbades benutzt, so sollten sie so rein sein, daß sie keine wesentlichen Mengen der obenerwähnten dreiwertigen verunreinigenden Bestandteile in das Bad bringen.
  • Die Menge des Alkalimetailtitanfluorids, die in dem Verdünnungsbad enthalten ist, darf sich zwischen 0,5 und 35 Molprozent des Verdünnungsbades bewegen, aber innerhalb dieses Bereichs hat sich eine Menge Alkalititanfluorid zwischen 10 und 25 Molprozent am günstigsten erwiesen.
  • Obwohl es bisher als notwendig angesehen wurde, die Feuchtigkeit aus dem Zellenbad nicht nur soweit wie möglich durch Trocknen unter Vakuum, sondern noch weiter durch Vorelektrolyse des Bades zu entfernen, hat es sich erwiesen, daß eine solche Vorelektrolyse sich nicht wesentlich auf die Teilchengröße des sich an der Elektrode absetzenden Titanmetalls auswirkt. Eine befriedigende Lösung stellt die Vakuumtrocknung der Bestandteile des Bades bei Temperaturen von ungefähr 200° C dar, wozu ein Vakuum von der Größenordnung von 1 mm Quecksilbersäule oder weniger ausreicht. Wenn die Bestandteile des Bades auf diese Art unter Vakuum getrocknet sind, können sie unmittelbar bei der Elektrolyse gemäß der Erfindung verwendet werden.
  • Das Verfahren nach der Erfindung erfordert keine Änderung des Zellenaufbaues oder der Betriebsverhältnisse, wie sie sich früher als vorteilhaft bei der Elektrolyse des ungereinigten Titanfluorids erwiesen haben. Daher muß die Zellenspannung also so sein, daß sich die notwendige Zersetzungsspannung für das Alkalimetalltitanfluorid ergibt, die jedoch noch unter der Zersetzungsspannung der Bestandteile des Verdünnungsbades liegen muß. Die Strombelastungen können bis zu 400 Ampere pro Quadratdezimeter betragen. Bei Verwendung des gereinigten Titanfluorids gemäß der vorliegenden Erfindung ergibt jede Strombelastung bis zu dieser Grenze eine Vergrößerung der Teilchen des sich absetzenden Titans im Vergleich mit der Teilchengröße, die vorher unter ähnlichen Bedingungen mit ungereinigtem Titanfluorid erreicht wurde. Innerhalb des vorerwähnten Bereichs haben sich Strombelastungen in der Größenordnung von 200 bis 400 Ampere pro Ouadratdezimeter als besonders vorteilhaft erwiesen und führen zu einer wirtschaftlich tragbaren Stromausbeute von wenigstens 50%. Die höchste Teilchenvergrößerung des sich absetzenden, bei einer beliebigen Zellenspannung und Strombelastung gemäß der vorliegenden Erfindung gewonnenen Titans trat bei einem Spannungsabfall zwischen der Anode und der Kathode von wenigstens 1 Volt pro Zentimeter ein. Es hat sich dabei als empfehlenswert gezeigt, bei einer Zellenspannung von 6 bis 8 Volt alle Teile der Anode und Kathode, die in das Schmelzbad tauchen, innerhalb eines gegenseitigen Höchstabstandes von 51 mm zu halten. Wichtig ist, daß die Vergrößerung der Teilchen, die durch die Einhaltung der vorgenannten Optimalwerte von Strombelastung und Spannungsgradient erreicht werden, in bezug auf die durch den Gebrauch eines gereinigten Titanfluorids gemäß der Erfindung gewonnenen Teilchen kumulativ ist. Darum wird bei allen Zellen, in denen metallisches Titan aus einem ungereinigten Titanfluorid durch Elektrolyse abgeschieden wird, die Verwendung eines gereinigten Titanfluorids gemäß der vorliegenden Erfindung unter den gleichen Zellenbedingungen eine wesentliche Vergrößerung der Teilchen des sich absetzenden Titans bewirken. Die Einhaltung anderer optimaler Zellenverhältnisse, wie sie vorstehend beschrieben sind, verstärkt lediglich diese Vergrößerung der Teilchen und bedeutet aus diesem Grunde keine Vorbedingung für das Verfahren.
  • Die Endprodukte der Elektrolyse sind Titanmetall, das sich an der Kathode absetzt, und Chlorgas, das an der Anode entwickelt wird. Es bildet sich kein Fluor, und demzufolge steigt die Konzentration der Fluoride im Bad progressiv durch sukzessive Zugabe von Alkalimetalltitanfluorid. Es hat sich im allgemeinen als ratsam erwiesen, die Elektrolyse des Alkalimetalltitanfluorids in dem vorgenannten Verdünnungsbad nur so lange fortzusetzen, bis in dem Bad das molare Verhältnis zwischen Kaliumfluorid und Natriumfluorid einen Wert von etwa 2 : 1 erreicht. Von hier ab ist es ratsam, das Verdünnungsbad zu erneuern, wobei das bisher benutzte Bad entsprechend behandelt wird, um seine Bestandteile an Kalium und Fluor zurückzugewinnen.
  • Im folgenden sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Ausführungsbeispiel 1 I1.andelsübliches Kaliumtitanfluorid wurde mit einer solchen Menge Wasser vermischt, daß eine bei 90° C gesättigte Lösung gebildet wurde. Dann wurde dieser Mischung ein Zusatz von etwa 1 Gewichtsprozent des Kaliumfluorids zugegeben, um die nachfolgende Kristallisation des Titanfluorids aus der gesättigten Lösung durch die Ionenwirkung zu vergrößern. Nach Abkühlung auf Zimmertemperatur bildeten sich Kristalle aus Kaliumtitanfluorid, die durch Filtern von der Mutterlauge getrennt, einmal mit reinem Wasser gewaschen und dann auf dem Filter trockengepreßt wurden. Eine chemische Analyse zeigte, daß das gereinigte Kaliumtitanfluorid insgesamt weniger als 0,1 Gewichtsprozent an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium enthielt, d. h. weniger als ein Fünftel dieser Elemente als das Ausgangsprodukt, nämlich das handelsübliche Titanfluorid. Das gereinigte Salz wurde dann unter Vakuum bei einem Druck von etwa 1 mm Quecksilbersäule bei einer Temperatur von 170° C 12 Stunden lang getrocknet.
  • Dann wurde eine elektrolytische Zelle bis auf eine Temperatur von 850° C in einer trockenen Argonatmosphäre erhitzt. Daraufhin wurde die Zelle mit chemisch reinem Natriumchlorid gefüllt und weiterhin unter der Argonatmosphäre erhitzt, bis das Natriumchlorid geschmolzen war. Nun wurde das vorerwärmte, unter Vakuum getrocknete Kaliumtitanfluorid dem geschmolzenen Natriumchloridbad so beigegeben, daß das Salz möglichst wenig der umgebenden Atmosphäre ausgesetzt wurde. Die Mengen der die Zelle füllenden Bestandteile betrugen 380 Gewichtsteile gereinigtes Titanfluorid und 1800 Gewichtsteile Natriumchlorid. Dann wurde eine eiserne Kathode ungefähr 5,1 cm tief in das Bad eingetaucht und höchstens 3,8 cm weit von der Anode entfernt eingestellt. Unmittelbar darauf wurde die Zellentemperatur auf 750° C herabgesetzt, und bei dieser Temperatur wurde die Elektrolyse des Bades unter einer Argonatmosphäre durchgeführt, wobei eine Zellenspannung zwischen 4,8 und 6,1 Volt aufrechterhalten wurde. Die Strombelastung während der 92 Minuten dauernden Elektrolysebehandlung schwankte zwischen 300 und 400 Ampere pro Quadratdezimeter. Bei Abschluß der Elektrolysebehandlung wurde das Bad abgekühlt, so daß die Kathode bei einer so niedrigen Temperatur herausgenommen werden konnte, daß keine Oxydation der schwammigen Ablagerungen des Titanmetalls an der Kathode zu befürchten war. Das Titan wurde von der Kathode entfernt, mit verdünnter Schwefelsäure gewaschen, dann mit Wasser gewaschen und unter Vakuum getrocknet. Die Ausbeute an Titan betrug 54 Gewichtsteile, d. h. 80% der theoretischen Ausbeute bei einer Stromausbeute von etwa 50%. Das Titanmetall zeigte die Form grober Kristalle, deren Größe gemessen wurde. Es ergab sich, daß 12,5 Gewichtsprozent des Produkts eine Teilchengröße von weniger als 44 Mikron aufwiesen und daß der Rest von 87,5 Gewichtsprozent hauptsächlich aus Kristallen mit einem Durchmesser von 12,7 mm bestand. Eine Analyse des grobkristallinen Produkts zeigte das folgende Ergebnis:
    Ti ............................ 99,90%
    Si ............................ 0,001%
    Fe ............. ............. 0,005%
    Mg ............... weniger als 0,001%
    Mn ............... weniger als 0,001%
    Al ............................ 0,0070/0
    Mo ............... weniger als 0,001%
    V ................ weniger als 0,001%
    Cu . . . . . . . . . . . . . . . weniger als 0,0005%
    Zr ............................ 0,01%
    Pb .... . .......... weniger als 0,002%
    O ................ weniger als 0,04%
    N ... .. .. .. ................... 0,009%
    C ............................. 0,01%
    Ausführungsbeispiel 2 Die Vorgänge des Ausführungsbeispiels l wurden mit gleichen Materialmengen bei gleichen Temperaturen und gleichen elektrischen Verhältnissen mit der einzigen Änderung wiederholt, daß zweimaliges Umkristallisieren und Vakuumtrocknen des Kaliumtitanfluorids weggelassen wurden. Unter diesen Bedingungen betrug die Titanmetallausbeute aus den Kathodenablagerungen nur 50 Gewichtsteile, d. h. 751/o der theoretischen Ausbeute, was eine Stromausbeute von 46% ergab. Die Siebanalyse der Kathodenablagerungen ergab, daß 74% des Produkts kleiner als 44 Mikron und nur 26% größer als 44 Mikron waren, und daß das gesamte Produkt so fein war, daß es nur mit Schwierigkeit ausgewaschen werden konnte. Das Produkt enthielt etwa 98% Titan und 0,2% Sauerstoff.
  • Ausführungsbeispiel 3 Handelsübliches Kaliumtitanfluorid wurde wie im Ausführungsbeispiel 1 umkristallisiert und unter Vakuum getrocknet. Gleichzeitig wurde chemisch reines Natriumchlorid ebenfalls unter Vakuum getrocknet. Die beiden Produkte wurden dann sorgfältig in den im Ausführungsbeispiel 1 genannten Mengen bei Zimmertemperatur gemischt und die Mischung 2 Stunden lang weiterhin unter Vakuum getrocknet. Dann wurde die elektrolytische Zelle auf 850° C in einer Argonatmosphäre erhitzt und die unter Vakuum getrocknete Mischung von Kaliumtitanfluorid und Natriumchlorid in die Zelle gebracht. Dann wurde in der Zelle ein Vakuum erzeugt und die Erhitzung so lange durchgeführt, bis die Salzmischung geschmolzen war. Daraufhin wurde das Zellenvakuum durch eine trockene Argonatmosphäre ersetzt und die Elektrolysebehandlung des geschmolzenen Salzes unter den gleichen Bedingungen wie im Ausführungsbeispiel 1 beschrieben durchgeführt. Das sich dabei ablagernde Titanmetall bestand aus 60 Gewichtsteilen verhältnismäßig groben Metalls, entsprechend einer Stromausbeute von 56% und einer Ausbeute von 89% der theoretischen Ausbeute. Eine Siebanalyse dieses Produktes ergab, daß nur 6% des Produkts kleiner als 44 Mikron waren, während 94% größer als 44 Mikron waren, welch letzterer Teil vorwiegend aus Flocken von einer Länge von 6 bis 25 mm bestand.
  • Aus vorstehendem geht hervor, daß die Reinigung des Alkalimetalltianfluorids vor der Elektrolyse in einem geschmolzenen Verdünnungsbad gemäß der vorliegenden Erfindung eine beträchtliche Vergrößerung der Teilchen des sich an der Elektrode ablagernden Titanmetalls bewirkt. Bei Verwendung von gereinigtem Kaliumtitanfluorid gemäß der vorliegenden Erfindung erhält man ein elektrolytisch hergestelltes Titanmetall, das, in Blockform gebracht, so wenig Sauerstoff enthält, daß der Metallblock schmiedbar und kalt bearbeitbar ist. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß es durch die vorliegende Erfindung überflüssig wird, das Schmelzsalzbad einer Vorelektrolyse zu unterziehen, was eine erhebliche Stromersparnis bedeutet. Bisher war diese Vorelektrolyse als unumgänglich notwendig für die elektrolytische Erzeugung von metallischem Titan angesehen worden. Es war bisher vorgekommen, daß bei Badtemperaturen, die genügend hoch waren, um die Salze in geschmolzenem Zustand zu halten und dadurch eine Vorelektrolyse des Bades zu ermöglichen, die im Bad vorhandene Feuchtigkeit oft eine Hydrolyse des Titansalzes bewirkte. Diese Hydrolyse bewirkte eine Reaktion der Sauerstoffkomponente des Wassers mit dem Titansalz, und es bildete sich eine Titansauerstoffverbindung, die nicht vor der Titanelektrolyse zersetzt wurde. Darum hatte die Hydrolyse des Titansalzes bisher eine beträchtliche Sauerstoffverunreinigung des sich an der Elektrode absetzenden Titans bedingt. Die Gefahr einer Hydrolyse wird durch die vorliegende Erfindung ausgeschaltet, da durch einfaches Trocknen unter Vakuum bei nicht wesentlich über 200° C liegenden Temperaturen eine genügende Dehydratisierung der Badbestandteile möglich ist. Dies bedeutet einen weiteren Vorteil der vorliegenden Erfindung für die Gewinnung von Titan.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von metallischem Titan durch Elektrolyse eines Alkalimetalltitanfluorids in einem im wesentlichen wasserfreien Verdünnungsbad aus geschmolzenem Salz, dadurch gekennzeichnet, daß ein Alkalimetalltitanfluorid verwendet wird, das so gereinigt ist, daß sein Gesamtgehalt an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium kleiner als 0,1 Gewichtsprozent des Titangehalts ist, wodurch das Titan in Form von Teilchen gewonnen wird, die im wesentlichen alle größer als 44 Mikron sind.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtgehalt des Bades an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium weniger als 0,1 Gewichtsprozent des Titangehalts ist und daß das verwendete Alkalimetalltitanfluorid so gereinigt ist, daß sein Gesamtgehalt an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium kleiner als 0,02 Gewichtsprozent ist, so daß mindestens 901/o des Titanmetalls in Form von Teilchen gewonnen werden, die größer als 44 Mikron und deren Durchschnittsgröße mindestens 6,4 mm ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyse bei einem Zellenspannungsgradienten von mindestens 1 Volt pro Zentimeter zwischen Anode und Kathode durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkalimetalltitanfluorid ein Fluorid verwendet wird, das aus einem wäßrigen Medium umkristallisiert wird, derart, daß das Alkalimetalltitanfluorid so gereinigt wird, daß der Gesamtgehalt an Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium kleiner als 0,1 Gewichtsprozent ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolyse bei einer spezifischen Stromstärke von höchstens 400 Ampere pro Quadratdezirneter durchgeführt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein im wesentlichen wasserfreies Salzbad, bestehend aus mindestens einem im wesentlichen reinen, verdünnenden Halogenidsalz eines Alkalirnetalls oder eines Erdalkalimetalls und einem Alkalimetalltitanfluorid, dessen Gesamtgehalt kleiner als 0,1 Gewichtsprozent Aluminium, Chrom, Eisen und Vanadium ist, einer Elektrolyse unterworfen wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß gereinigtes, unter einem Vakuum von höchstens 1 mm Quecksilbersäule bei einer erhöhten Temperatur bis zu ungefähr 200° C ansteigend vor der Elektrolyse getrocknetes Titanfluorid verwendet wird. B. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Titanfluorid verwendet wird, das 12 Stunden lang bei einer Temperatur von 170° C unter Vakuum getrocknet wurde. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 263 301; schweizerische Patentschrift Nr. 253 055; USA.-Patentschrift Nr. 1835 025.
DEH16936A 1952-07-03 1953-07-03 Verfahren zur Herstellung von Titan Pending DE1003959B (de)

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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE263301C (de) *
US1835025A (en) * 1930-04-04 1931-12-08 Westinghouse Lamp Co Method of preparing rare refractory metals by electrolysis
CH253055A (de) * 1941-11-03 1948-02-15 Eugen Johansson Erik Harry Verfahren zur Herstellung eines pulverisierten metallischen Werkstoffes.

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