DE10036351A1 - Auslöseeinrichtung zur Überlast- und Kurzschlussauslösung - Google Patents
Auslöseeinrichtung zur Überlast- und KurzschlussauslösungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Auslöseeinrichtung (1) zur Überlast- und Kurzschlussauslösung. Sie besteht aus einem U-förmiges Magnetjoch (3), einem Klappanker (11), der durch ein Federmittel (31) von den Polschenkeln (7) des Magnetjochs (3) weg beaufschlagt ist, und einem annähernd U-förmigen Bimetall (19) das gegebenenfalls mit einem diesen parallel geschalteten Shunt (21) als Erregerwicklung dient. Der Klappanker (11) ist zur Verbesserung der Schockfestigkeit und des Auslöseverhaltens im Bereich seiner Schwerelinie von beiden Polschenkeln (7) entfernt gelagert.
Description
Die Erfindung betrifft eine Auslöseeinrichtung zur Überlast- und Kurzschluss
auslösung für Schutzschalter im Niederspannungsbereich, wie Leistungs
schalter, Leitungsschutzschalter oder Motorschutzschalter, nach dem Ober
begriff von Anspruch 1.
Aus den Druckschriften DE-U-92 03 984 und DE-C-42 02 122 ist eine derartige
Auslöseeinrichtung für einen mehrpoligen Schutzschalter bekannt, die pro Pol
einen Thermoauslöser und einen Magnetauslöser enthält. Der Magnetauslöser
besteht aus einem U-förmigen Magnetjoch, einem entfernt von dessen Pol
schenkeln endseitig gelagerten Klappanker und einer vom Hauptstrom der
Polphase beaufschlagten Erregerwicklung. Der zur Kurzschlussauslösung des
Schutzschalters dienende Magnetauslöser arbeitet mit einem der Überlast
auslösung dienenden Bimetallauslöser im Verbund, dessen annähernd U-för
miges Bimetall und ein diesem parallel geschalteter Shunt als Erregerwicklung
für den Magnetauslöser dienen. Beim Auftreten eines Kurzschlussstromes in
der Polphase wird der Klappanker entgegen der Kraftwirkung einer Zugfeder
und unter Verringerung des Luftspaltes zwischen Magnetjoch und Klappanker
zum Magnetjoch geklappt. Der Klappanker greift mit seinem Ende, das sich
gegenüber der Lagerstelle befindet, in eine Auslösebrücke, welche die Bewe
gung des Klappankers auf den Klinkenmechanismus eines Schaltschlosses
des Schutzschalters überträgt. Über einen Einstellschieber wird die Ruhelage
des Klappankers festgelegt, damit der Luftspalt zwischen Magnetjoch und
Klappanker bestimmt und somit die Auslöseempfindlichkeit des Magnetauslö
sers eingestellt. Die Schockfestigkeit und Auslösegeschwindigkeit des Mag
netauslöser dieser Auslöseeinrichtungen ist unbefriedigend aufgrund der end
seitigen Lagerung des Klappankers. Außerdem ist der Magnetauslöser mit ho
hen Toleranzen behaftet, die sich in der Notwendigkeit, eng tolerierte oder eine
Auswahl mehrerer Zugfedern zu verwenden, äußern.
In den Druckschriften DE-A1-29 05 275 und DE-A1-41 10 660 sind Magnetauslö
ser zur Fehlerstromauslösung beschrieben, die aus einem U-förmigen Mag
netjoch, einem am Mittelschenkel des Magnetjochs befestigten Permanent
magneten, einem im Bereich seiner Schwerelinie unmittelbar an einem der
Polschenkel des Magnetjochs gelagerten Klappanker und einer von einem
Fehlerstrom beaufschlagten Erregerwicklung bestehen. Im Ruhezustand liegt
der Klappanker unter dem Einfluss der Kraftwirkung des Permanentmagneten
an beiden Polschenkeln an und klappt beim Auftreten eines Fehlerstromes
unter der Kraftwirkung der Zugfeder einseitig von einem Magnetjoch weg.
Diese Magnetauslöser sind durch die schenkelnahe Lagerung des Klappan
kers mit einer hohen Streuung der Magnetkraft behaftet, die zum einen eine
hohe Toleranz bezüglich des auslösenden Stromes und zum anderen eine
problematische Einstellung des Auslösewertes zur Folge haben. Außerdem
sind diese Magnetauslöser nicht für Auslöseeinrichtungen für hohe Kurz
schlussströme wie bei Leistungsschaltern, Leitungsschutzschaltern oder Mo
torschutzschaltern geeignet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Auslöseeinrichtung zur
Überlast- und Kurzschlussauslösung mit verbesserter Schockfestigkeit, Auslö
segeschwindigkeit und Toleranz bzw. Einstellbarkeit des Auslösewertes anzu
geben.
Ausgehend von einer Auslöseeinrichtung der eingangs genannten Art wird die
Aufgabe erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des unab
hängigen Anspruches gelöst, während den abhängigen Ansprüchen vorteil
hafte Weiterbildungen der Erfindung zu entnehmen sind.
Die erfindungsgemäße thermomagnetische Auslösevorrichtung mit polschen
kelferner und schwereliniegleicher oder -naher Lagerung des Klappankers ist
mit geringen Fertigungs- und Materialstreuungen behaftet und weist eine aus
reichend großen Arbeitsluftspalt bei kleineren Hebellängen bzw. Wegen des
Klappankers auf, woraus ein größerer und genauere Einstellbarkeit für den
Kurzschlussauslösestrom resultiert. Der wenigstens annähernd massensym
metrisch gelagerte Klappanker, der auf seiner einen Seite mit den Polschen
keln und mit dem gegenüberliegenden Ende mit einem oder mehreren Über
tragungselement(en) zum Schaltschloss des Schutzschalters sowie gegebe
nenfalls mit einem Einstellelement in Wirkverbindung steht, hat ein verringertes
Trägheitsdrehmoment, was zu einer erhöhten Schockfestigkeit und Auslöse
geschwindigkeit führt.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass an zwei von
den Polschenkeln abstehenden Ausbildungen Lagerausnehmungen für vom
Klappanker seitlich abstehende Lagerzapfen ohne Rundung ausgebildet sind,
wodurch eine technologisch einfache Fertigung des Klappankers in Verbin
dung mit einem einfach herstellbaren Magnetjoch mit Lagerausnehmungen
realisierbar ist. Eine darauf aufbauende Weiterbildung besteht darin, dass die
Lagerausnehmungen U-förmig, sich nach außen aufweitend und an jeder der
drei inneren Stirnflächen nach innen gewölbt ausgebildet sind, wodurch keine
technologisch aufwendigen Radien an den Lagerzapfen erforderlich sind.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgen
den, anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Magnetauslöser in perspektivischer Dar
stellung;
Fig. 2 den Magnetauslöser in Seitenansicht II von Fig. 1.
Die Auslöseeinrichtung 1 ist einer Polphase eines nicht weiter dargestellten
dreipoligen Schutzschalters zugeordnet. Die für die beiden anderen Polphasen
vorgesehenen gleichen Auslöseeinrichtungen sind nicht gezeigt. Der Magnet
auslöser der Auslöseeinrichtung 1 weist ein U-förmiges Magnetjoch 3 aus Ei
sen auf. Das Magnetjoch 3 besteht aus einem Mittelschenkel 5 sowie aus zwei
seitlichen Polschenkeln 7. Von den Polschenkeln 7 ragen Ausbildungen 8 und
9 nach oben ab, in denen ein Klappanker 11 aus Eisen schwenkbar gelagert
ist. Der Klappanker 11 besitzt zwei seitlich ausgestanzte Lagerzapfen 10, die
in Lagerausnehmungen 12 der Ausbildungen 8 und 9 gelagert sind. Die La
gerausnehmungen 12 sind U-förmig ausgebildet, weiten sich nach außen, d. h.
in der Zeichnung nach unten, leicht auf und weisen an jeder der drei inneren
Stirnflächen nach konvexe Wölbungen auf. Durch diese Form der Lageraus
nehmungen 12 ist eine stabile Lagerung des Magnetankers 11 gewährleistet,
obwohl in technologisch einfachster Weise nur kantig ausgestanzte Lager
zapfen 10 vorgesehen sind. Zwischen den Polenden 13 der Polschenkel 7 und
der vorzugsweise rechteckig gefalteten Ankerplatte 15 des Klappankers 11 ist
der Luftspalt 17 ausgebildet. Die Erregerwicklung für den Magnetauslöser wird
durch ein U-förmiges Bimetall 19 sowie einem diesem parallel geschalteten U-
förmigen Shunt 21 gebildet. Bimetall 19 und Shunt 21 sind Bestandteil des
thermischen, verzögerten Überstromauslösers der Auslöseeinrichtung 1. Der
Hauptstrom der Polphase und damit der Erregerstrom für den Magnetauslöser
fließt über einen Anschlussleiter 23 zu, teilt sich zwischen Bimetall 19 und
Shunt 21 auf und fließt über eine innere Stromschiene 25 weiter. Der Klappan
ker 11 bzw. das Bimetall 19 endet an seinem oberen Ende sich verjüngend in
einem Greifer 27 bzw. 28. Mit dem Greifer 27 bzw. 28 reicht der Klappanker 11
bzw. das Bimetall 19 in eine zugehörige, nicht dargestellte Auslösebrücke.
Zwischen der Ausbildung 9 und dem Klappanker 11 greift ein als Zugfeder
ausgebildetes Federmittel 31 an, durch das der Klappanker 11 unterhalb des
Auslösewertes des Magnetauslösers in der gezeigten Ruheposition gehalten
wird. Der Greifer 27 steht zur Einstellung der Ruhelage des Klappankers 11
weiterhin in Wirkverbindung mit einem ebenfalls nicht dargestellten Einstell
schieber, womit über die Größe des Luftspaltes 17 der Auslösewert einstellbar
ist. Die Auslösempfindlichkeit des Magnetauslösers, d. h. die Größe des
Hauptstromes, bei dem der Klappanker 11 an die Polenden 13 angezogen
wird, wird durch die einstellbare Ruhelage des Klappankers 11 bestimmt.
Beim Auftreten eines die eingestellte Auslöseschwelle überschreitenden Kurz
schlussstromes wird die Polplatte 15 entgegen der Kraftwirkung des Feder
mittels 31 an die Polenden 13 gezogen, wobei der Greifer 27 diese Schwenk
bewegung über den Auslöseschieber auf das Klinkensystem des Schalt
schlosses übertragt, wodurch der Schutzschalter ausgelöst, d. h. abgeschaltet
wird. Die Lagerzapfen 10 und damit die Schwenkachse des Klappankers 11
verlaufen in einer der Schwerelinien des Klappankers 11 oder wenigstens
nahe und parallel zu dieser Schwerelinie. Diese Schwerelinie verläuft durch
den Massenmittelpunkt des Klappankers 11. Aus dieser Lagerung resultiert ein
geringes Trägheitsdrehmoment des Klappankers 11, was zu einer erhöhten
Schockfestigkeit sowie Auslösegeschwindigkeit des Magnetauslösers der
Auslöseeinrichtung 1 führt. Die Lagerausnehmungen 12 sind weit genug von
den Polenden 13 des Magnetjochs 3 angeordnet. Daraus resultiert für die Ru
helage des Klappankers 11 ein ausreichender Abstand der Ankerplatte 15 von
den Polenden 13 bzw. eine ausreichende Größe des Luftspaltes 17, was zu
einer erheblich verringerten Empfindlichkeit des Magnetauslösers von Tole
ranzen seiner magnetischen Bestandteile und des Federmittels 31 und damit
zu einer verbesserten Einstellgenauigkeit und einem vergrößerten Einstellbe
reich des Magnetauslösers der Auslöseeinrichtung 1 führt.
Claims (3)
1. Auslöseeinrichtung zur Überlast- und Kurzschlussauslösung, bestehend
aus einem Magnetauslöser mit einem U-förmiges Magnetjoch (3) und ei
nem Klappanker (11), der durch ein Federmittel (31) entgegen der magne
tischen Anzugskraft beaufschlagt ist, und aus einem Bimetallauslöser,
dessen annähernd U-förmiges Bimetall (19) und gegebenenfalls ein die
sem parallel geschalteter Shunt (21) als Erregerwicklung für den Magnet
auslöser dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Klappanker (11) im
Bereich seiner Schwerelinie und außerhalb des Bereichs der Polschenkeln
(7) gelagert ist.
2. Auslöseeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an
von den Polschenkeln (7) des Magnetjochs (3) abstehenden Ausbildungen
(8; 9) Lagerausnehmungen (12) für vom Klappanker (11) seitlich abste
hende Lagerzapfen (10) ausgebildet sind.
3. Auslöseeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Lagerzapfen (10) rundungsfrei und die Lagerausnehmungen (12) U-förmig,
sich nach außen aufweitend sowie an jeder der drei inneren Stirnflächen
nach innen gewölbt ausgebildet sind.
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
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