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Vorrichtung zum Vereinzeln und Abziehen von Bogen aus Karton, Pappe
oder ähnlichem Material von der Unterseite eines Stapels oder Stoßes Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Abziehen von Bogen aus Karton, Pappe
oder ähnlichem Material von der Unterseite eines zumindest teilweise auf einer tischähnlichen
Tragplatte aufliegenden Stapels oder Stoßes unter Zuhilfenahme eines unter den Stapel
gelenkten Luftstromes.
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Solche Vorrichtungen dienen in der Regel dazu, den untersten Bogen
eines Stapels oder Stoßes von Bogen aus Karton, Pappe oder ähnlichem Material abzuziehen
und einer weiteren Maschine zum Falten od. dgl. für die anschließende Herstellung
von Kartons oder Schachteln zuzuführen.
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Obwohl die vorliegende Erfindung für alle Arten von Bogen verwendbar
ist, bezieht sie sich jedoch insbesondere auf das Abheben von stärkeren und zugleich
steifen Pappen, die z. B. eine Stärke von 5 mm und ein Gewicht von je etwa 5 kg
haben können. Derartige Pappen haben z. B. Abmessungen von 1,51,8m, und ihre Oberflächen
sind gewöhnlich mit Papier überzogen.
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Es ist klar, daß ein Kartonbogenstapel od. dgl. ein beachtliches
Gewicht hat und es daher schwierig ist, den unteren Karton oder einen ähnlichen
Bogen unter der Last des daraufliegenden Gewichtes wegzunehmen, ohne daß sich dabei
Beschädigungen der Oberflächen ergeben.
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Es sind bereits Vorrichtungen zum Abziehen von zur Herstellung von
Briefumschlägen vorbereiteten Bogen von der Unterseite eines Stapels bekanntgeworden,
bei denen zur Erleichterung des Abziehens ein Luftstrom unter den Stapel geleitet
wird. Abgesehen davon, daß bei diesen Vorrichtungen der Luftstrom nur dem von der
Abziehstelle abgelegenen Teil des Stapels von unten zugeführt wird und somit keine
Entlastung des untersten Bogens erreicht wird, über dem der übrige Stapel auch während
des Abziehens zum größten Teil aufliegt, erfordert diese Vorrichtung auch ein starkes
Umbiegen des abzuziehenden Bogens nach unten, das bei stärkeren Pappen nicht mehr
zugelassen werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maschine zu schaffen,
die einen beachtlichen Stapel on Bogen auch größeren Gewichtes aufnehmen kann und
die sich vorzugsweise auch Stapeln von Bogen der verschiedensten Abmessungen anpassen
läßt. Die Erfindung ist darauf gerichtet, das unterste Blatt des Stapels oder Stoßes
derart abziehen zu können, daß es nicht zu irgendeiner Beschädigung der Oberfläche
hzw. der Deckschicht des Blattes kommen kann.
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Die Erfindung liegt im wesentlichen darin, daß an dem vorzugsweise
der Abziehrichtung entgegengesetzten (hinteren) Ende des Stapels oder Stoßes über
der Tragplatte der eingangs genannten Vorrichtung eine dieses Ende ein wenig hochhaltende
Vorrichtung und unter der Tragplatte ein in deren Längsrichtung verlaufender Luftkanal
angeordnet ist, durch den hindurch ein an das vordere Ende des Luftkanals angeschlossener
Luftverdichter Luft einer an dem genannten (hinteren) Ende des Stapels befindlichen
Luftumlenkvorrichtung zuführt, die derart geformt ist, daß sie die verdichtete Luft
zurück zwischen den untersten Bogen und die Tragplatte und außerdem auf die dortigen
Kanten oder Teile der Bogen lenkt, so daß die Bogen in einen Schwebezustand geraten
und der unterste Bogen außerdem von dem Druck des auf ihm liegenden Stapels oder
Stoßes entlastet wird, so daß er leicht abgezogen werden kann.
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Weiter ist nach der Erfindung vorgesehen, daß die tischähnliche Tragplatte
an ihrem Umfang von vorzugsweise verstellbaren senkrechten Wänden umgeben ist, zwischen
denen der Stapel oder Stoß eingelegt wird und die zugleich eine seitliche Begrenzung
für den Luftstrom bilden.
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Die Luftumlenkvorrichtung liegt gemäß einer konstruktiven Ausgestaltung
der Erfindung am unteren Ende einer verstellbaren, vorzugsweise die Rückseite des
Stapels begrenzenden Wand, weist einen halbkreisförmigen oder gleichwertigen Querschnitt
auf und ist unten mit dem in Längsrichtung der Tragplatte verlaufenden Luftkanal
verbunden, während eine kleine vorspringende, im Bereich der Umlenkvorrichtung angeordnete
Schiene die Enden der in dem Stapel liegenden Bogen in leicht angehobener Lage abstützt,
wobei in der Tragplatte befindliche Auslaßöffnungen den Austritt der Luft gestatten,
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lange die hintere Kante des untersten-Bogens noch auf der Schiene
aufliegt. Wird der-unterste Bogen dann z. B. durch einen Sauggreifer-Abziehmechanismus
von der genannten Schiene weggezogen, so fällt dieser Bogen auf die Tragplatte herab
und schließt die in derselben befindlichen Auslaßöffnungen ab, so daß der Luftstrom
nunmehr den über den untersten Bogen befindlichen Stapel in der Schwebe hält und
ein leichtes weiteres Abziehen des untersten Bogens ermöglicht.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt; es
zeigt Fig. 1 eine Aufsicht auf eine Abhebevorrichtung für Kartonbogen od. dgl. gemäß
der Erfindung, Fig. 2 einen senkrechten Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1, Fig.
3 und 4 weitere Schnittdarstellungen bei aufeinanderfolgenden Arbeitsstufen der
Vorrichtung.
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Die in der Zeichnung dargestellte Ausführungsform der Erfindung enthält
eine tischähnliche Platte a, auf der sich ein Stapel von Kartonbogen b befindet,
die einer gegebenenfalls angeschlossenen Maschine zugeführt werden. An der Vorderkante
dieser Platte ist ein Abziehmechanismus angebracht, der aus einem drehbaren, mechanisch
beweglichen Glied c besteht und der einen durch die Saugleitung ct entlüfteten Saugnapf
hat, durch den ein Bogen, der auf der Kopffläche c2 liegt, gefaßt und durch die
Schwenkbewegung des Gliedes c, z. B. zwischen (nicht dargestellte) Förderwalzen,
eingeführt wird. Auf der Oberseite der Platte a sind drei verstellbare senkrechte
Seitenwände d und f vorgesehen. Alle drei sind verschiebbar.
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Die zwei Seitenwände d sind mit Muttern dl versehen, in die Schraubenspindeln.
d2 eingreifen, so daß diese Seitenwände durch ein Handrad d3 entsprechend der Breite
des Kartonbogens eingestellt werden können.
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Die Vorderwand e ist feststehend; die Rückwand 1 läßt sich sowohl
vorwärts als auch rückwärts einstellbar verschieben. Zwischen die Kanten der Rückwand
f und die eingestellten Seitenwände d können Abstandsteile fl geschoben werden.
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Unter der vorderen Hälfte der Platte a liegt das Gebläse g, das bei
g1 in das vordere Ende eines breiten und flachen Luftkanals g2 mündet, der längs
der Mittellinie der Platte verläuft. Die hintere Wand t trägt eine kleine vorspringende
Schiene 2, die nur etwas über der Ebene der Platte a liegt. Außerdem hat diese Wand
hinter der Schiene 2 einen im Querschnitt halbkreisförmigen oder ähnlichen Luftkanal
fS. Die Teile sind derart angeordnet, daß die Luft durch den Luftkanal g2 zunächst
zwischen die äußeren Ränder der Kartonbogen b und besonders auch über den untersten
Bogen geblasen wird (vgl. Fig. 2). Ein Elektromotor g3 dient zum Antrieb des Gebläses
g.
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Durch den Luftdruck werden alle Bogen des Stapels oder Stoßes angehoben;
das Eigengewicht des Stoßes wird unter Entlastung der Platte a durch den Druck der
zwischen den Bogen hindurchgehenden Luft aufgenommen. Auf diese Art kann der unterste
Bogen durch die Abziehvorrichtung leicht weggenommen werden, ohne daß seine Oberfläche
beschädigt wird.
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Auf der vorspringenden Schiene 2, die vor dem oberen Teil des Luftkanals
3 angeordnet ist, liegen die hinteren Kanten der Bogen b auf (vgl. Fig. 2), damit
in ihrer leicht angehobenen Lage durch den sich über die gesamte Breite der Wand
t erstreckenden Luftkanal 3 die Luft zwischen die Bogen b von deren hinteren Kanten
her eindringen kann (vgl. Fig. 3) und die Bogen dadurch getrennt sowie tatsächlich
zum Schweben gebracht werden. Die Luft strömt also unter und teilweise über den
untersten Bogen, weil seine
Hinterkante auf der Schiene 2 angehoben ist. Die Luft
entweicht durch die öffnungen al in der Platte a, auf der die Bogen liegen.
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Weiterhin ist ein breiter Luftaustritt a2 an der vorderen Seite der
Vorrichtung vorgesehen. Der unterste Bogen b wird sodann durch die Vorziehvorrichtung
c vorgezogen; er fällt auf die Platte a (vgl. Fig. 4), wo er die Luftaustrittsöffnungen
al und a2 ganz oder wenigstens im wesentlichen abschließt, während der größte Teil
des Luftstromes, der unter der Schiene 2 hindurchtritt, nun über dem untersten Bogen
strömt und so diesen Bogen von dem über ihm befindlichen Stapel entlastet. Dadurch
wird der untere Bogen so vom Stapel getrennt, daß er ohne Beschädigung seiner Oberfläche
oder der ihn bedeckenden Schicht fortgenommen werden kann, wie es im einzelnen in
Fig. 4 dargestellt ist.
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Zweckmäßigenveise werden das Gebläse g und der Lufteintritt g1 an
der Vorderseite oder der Abziehseite der Maschine angebracht und stets in dieser
Stellung belassen. Eine Anpassung an unterschiedliche Bogengrößen kann durch Bewegung
der Rückwand / auf der Plattenfläche und Verlängerung des Luftkanals g2 und der
Platte a - z. B. durch Einsatzstücke a3 - bewirkt werden. Hierdurch wird die Vorrichtung
für die verschiedensten Formate verwendbar, wie sie für besondere Zwecke benötigt
werden.
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Das Gebläse kann aber auch in einer anderen Lage als oben beschrieben
angeordnet werden. Abweichend von dem Ausführungsbeispiel der Erfindung können,
anstatt die Gebläsevorrichtung am Vorderteil der Vorrichtung anzubauen, auch Mittel
vorgesehen werden, um das Gebläse an der Rückseite oder seitwärts anzubringen, so
daß ein Luftstrom gemäß der Erfindung von der Rück- oder Seitenwand oder auch von
beiden Wänden aus eingeblasen wird.
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PATENTANSPRACHE 1. Vorrichtung zum Vereinzeln und Abziehen von Bogen
aus Karton, Pappe oder ähnlichem Material von der Unterseite eines zumindest teilweise
auf einer tischähnlichen Tragplatte aufliegenden Stapels oder Stoßes unter Zuhilfenahme
eines unter den Stapel gelenkten Luftstromes, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
vorzugsweise der Abziehrichtung entgegengesetzten (hinteren) Ende des Stapels oder
Stoßes über der Tragplatte (a) eine dieses Ende ein wenig hochhaltende Vorrichtung
(2) und unter der Tragplatte ein in deren Längsrichtung verlaufender Luftkanal (g2)
angeordnet ist, durch den hindurch ein an das vordere Ende des Luftkanals angeschlossener
Luftverdichter (g) Luft einer an dem genannten (hinteren) Ende des Stapels befindlichen
Luftumlenkvorrichtung (3) zuführt, die derart geformt ist, daß sie die verdichtete
Luft zurück zwischen den untersten Bogen des Stapels (b) und die Tragplatte (a)
und außerdem auf die dortigen Kanten oder Teile der Bogen (b) lenkt, so daß die
Bogen (b) in einen Schwebezustand geraten und der unterste Bogen außerdem von dem
Druck des auf ihm liegenden Stapels oder Stoßes entlastet wird, so daß er leicht
abgezogen werden kann.