DE10028952A1 - Rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand und ein Verfahren zur Bedruckung rahmenloser Glastüren oder ortsveränderlicher Schiebewände - Google Patents
Rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand und ein Verfahren zur Bedruckung rahmenloser Glastüren oder ortsveränderlicher SchiebewändeInfo
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Abstract
Rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand mit zwei parallel, zueinander durch im Außenbereich umlaufende Abstandsprofile, beabstandete Glasscheiben, wobei die Abstandsprofile zu den Außenkanten der Glasscheiben Freiräume zum Einbau von Beschlägen aufweisen und die Abstandsprofile direkt oder indirekt über Zwischenstücke das Anbringen von Beschlägen, Beschlagteilen oder Aufhängungen zulassen, und die Glasscheiben im Randbereich zur Überdeckung der Abstandsprofile, Beschläge und Verklebungen einen Aufdruck mit einer Siebdruckfarbe, der zum Zwischenraum zwischen den Glasscheiben weist, aufweisen, wobei ein ausgehärtetes Einscheiben-Sicherheitsglas bzw. Verbund-Sicherheitsglas verwendet wird und für den Aufdruck eine vorzugsweise einlagige Farbschicht einer Zweikomponentenfarbe, bestehend aus Farbe und Härter, eingesetzt wird.
Description
Die Erfindung betrifft eine rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche
Schiebewand gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Dabei
sind zwei parallel zueinander durch im Außenbereich umlaufende Ab
standsprofile, beabstandete Glasscheiben vorhanden, wobei die Ab
standsprofile zu den Glasaußenkanten Freiräume zum Einbau von Be
schlägen aufweisen und die Abstandsprofile direkt oder indirekt über Zwi
schenstücke das Anbringen von Beschlägen, Beschlagteilen oder Auf
hängungen zulassen. Derartige Glasscheiben weisen im Randbereich zur
Überdeckung der Abstandsprofile, Beschläge und Verklebungen einen
Aufdruck mit einer Siebdruckfarbe, die zum Zwischenraum zwischen den
Glasscheiben weist, auf.
Eine derartige Glastür ist aus der DE 44 00 196 C1 bekannt geworden.
Die hier vorgeschlagene rahmenlose Glastür weist ein hohen Schall-
und/oder Wärmedämmwert auf und genügt dabei hohen optischen Anfor
derungen bei einer gleichzeitigen einfachen, kostengünstigen Herstell
barkeit sowie Anordnung der Beschläge, Schlösser und dergleichen. Die
hier verwendeten Glasscheiben weisen einen Abstand auf, welcher den
Einbau von genormten Türschlössern in den zu den Außenkanten der
Scheiben offenen Freiräumen ermöglicht. Ein solches Türschloß oder
auch Beschläge bzw. Beschlagteile können in diese Zwischenräume zwi
schen den Scheiben eingebaut werden, ohne das umlaufende Abstand
sprofil und die Dichtigkeit des Innenraumes zwischen den Scheiben zu
verletzen. Eine derartige Glastür ist in unterschiedlichen optischen Ge
staltungen herstellbar. So werden beispielsweise die Bereiche des Ab
standsprofiles, der Beschläge und/oder des Türschlosses mit einem De
kor versehen, der durch einen Siebdruck oder eine Ätzung erreicht wird.
Dadurch wird erreicht, daß die Funktionselemente der Tür nicht direkt
sichtbar sind.
In der DE 196 34 389 A1 wird eine ortsveränderbare Schiebewand offen
bart, deren Flügel aus Isolierglas bestehen. Die Flügel sind dabei so auf
gebaut, daß sie keinen Rahmen aufweisen. Die beabstandeten Scheiben
sind im oberen horizontalen Bereich mit einer Zwischenlage, zur Anbin
dung eines Laufwagens, ausgestattet. Im unteren horizontalen Bereich ist
eine weitere Zwischenlage mit einer Bürstendichtung vorhanden, woge
gen an den beiden vertikalen Seiten der Flügel sich Abdichtungsmittel
befinden. Um die Verbindung zwischen den Scheiben nicht sichtbar dar
zustellen, ist in diesem Bereich auf der Scheibenrückseite ein nicht
durchsichtiger Aufdruck aufgebracht worden, der somit den Anschein er
weckt, daß die Scheibe quasi ohne Rahmen vorhanden ist.
Derartige Glastüren und ortsveränderliche Schiebewände wie sie in der
DE 44 00 196 C1 und DE-196 34 389 A1 angegeben werden verwenden
Einscheiben- oder Zweischeiben-Sicherheitsgläser. Diese Sicherheitsglä
ser werden durch einen Härteprozeß bruchsicher gemacht. Vor dem Här
teprozeß werden jedoch die Glasscheiben an den Stellen, an denen die
vorbesagten Abstandsprofile bzw. Beschläge sich später befinden, durch
einen Aufdruck einer Farbe mit Siebdruck behandelt. Der Härteprozeß der
Glasscheibe und damit auch der Siebdruckfarbe findet bei einer Tempe
ratur von ca. 650°C statt. Durch den Härteprozeß wird zum einen ein
bruchsicheres Glas erreicht, was sich jedoch negativ auf die verwendete
Zweikomponentenfarbe auswirkt, nämlich die Farben, insbesondere helle
opake Farben, verlieren ihren Farbton. Es tritt praktisch eine Farbverfäl
schung ein. Diese wird noch dadurch unterstrichen, daß die bisher be
kannten Siebdruckfarben mehrlagig aufgetragen werden mußten, um ei
nen entsprechend satten Farbauftrag zu gewährleisten.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, Glasscheiben der vorgenannten
Art mit einem Farbüberzug herzustellen, der keine Farbverfälschung be
inhaltet.
Gelöst wird die Aufgabe der Erfindung durch das Kennzeichen des Pa
tentanspruches 1 in Verbindung mit einem Verfahren zur Herstellung ei
nes Farbauftrages gemäß dem Kennzeichen des Patentanspruches 5.
Die Unteransprüche geben dabei eine weitere Ausgestaltung des erfin
dungsgemäßen Gedankens wieder.
Im Gegensatz zu dem Verfahren des Standes der Technik, bei dem Glas
scheiben verwendet werden, die noch keinen Aushärteprozeß durchlau
fen haben und somit eine mineralische Farbe in einem ein- oder mehrla
gigen Auftrag auf die Glasscheiben aufgebracht wird und im nachhinein
durch den Härteprozeß des Glases bei ca. 650°C eine Verbindung der
Farbe mit dem Glas gleichzeitig eingeht, greift die Erfindung auf ausge
härtete Glasscheiben zurück, so daß bei handelsüblichen Sicherheitsglä
sern - ob Einscheiben- oder Verbundsicherheitsglas - die Erfindung an
gewendet werden kann. Es wird ein Aufdruck in einer einlagigen
Farbschicht durch eine Zweikomponentenfarbe, bestehend aus Farbe und
Härter, eingesetzt. Eine derartige Farbe zeichnet sich im Vergleich zu
anderen Farbaufträgen dadurch aus, daß eine besonders gute Veranke
rung auf dem Untergrund und damit eine hohe Beständigkeit gegeben ist.
Mit einer derartigen verfahrenstechnischen Ausführung lassen sich alle
Farben sowohl im hellen als auch im dunkleren Farbtonbereich opak in
einer Schicht auf die vorgenannten Gläser aufbringen. Dieses kann parti
ell aber auch flächig geschehen. Zur besseren Haftung kann die Zwei
komponentenfarbe einen Anteil an Flusssäure enthalten.
Verfahrenstechnisch läuft ein Bedrucken bzw. ein Aufbringen der Zwei
komponentenfarbe nach nachfolgendem Schema ab. Die gehärteten
Glasscheiben werden zunächst auf der Oberfläche gereinigt und können
je nach Anwendungsbereich durch eine Flusssäure angeätzt werden.
Nach der Reinigung bzw. der Anätzung wird anschließend die Zweikom
ponentenfarbe in einer Schicht aufgebracht. Hierdurch wird eine opake
Schicht des Farbtones erreicht, die auch beständig in ihrem Farbton ist.
Nach einer Trocknungsphase ist die Zweikomponentenfarbe ausgehärtet.
Die Trocknungsphase wird dadurch unterstützt, daß der Zweikomponen
tenfarbe beigemengten Lösungsmittel eine Aushärtung des Farbfilmes
durch eine chemische Vernetzungsreaktion zwischen Farbe und Härter
beschleunigen.
Bei besonders hohen Anforderungen kann auch die Trocknungszeit dra
stisch reduziert werden, indem die Zweikomponentenfarbe auf den Glas
scheiben bei einer Temperatur von ca. 140°C ausgehärtet wird.
Bei beispielsweise Mehrfarbendrucken werden die einzelnen
Farbschichten zunächst nur oberflächlich angetrocknet und erst zum
Schluß wird der gesamte Farbaufbau durch entsprechende Wärmebe
handlung ausgehärtet. Die Zweikomponentenfarbe geht somit keine feste
Verbindung mit dem Glas ein, wie es beim Stand der Technik ist. Durch
diese schonende Behandlung der Farbe ist es gleichzeitig gewährleistet,
daß die Farbe ihren ursprünglichen Farbton unverändert beibehält. Auch
werden Bläschenbildungen und Fremdeinschlüsse, wie sie beim Stand
der Technik auftreten, unterbunden.
Die Oberfläche der verwendeten Zweikomponentenfarbe ist vorzugsweise
seidenglänzend.
Nach Fertigstellung des Farbauftrages und des Aushärtevorganges der
Farbe kann die rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand
fertigungstechnisch nach der bekannten Art mit entsprechenden Abstand
sprofilen ausgerüstet werden. Auch hierbei ist es sichergestellt, daß ein
sicherer Verbund zwischen der Zweikomponentenfarbe und einem einzu
setzenden Kleber für die Abstandsprofile erreicht wird.
Claims (9)
1. Rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand mit
zwei parallel, zueinander durch im Außenbereich umlaufende Ab
standsprofile, beabstandete Glasscheiben, wobei die Abstand
sprofile zu den Außenkanten der Glasscheiben Freiräume zum
Einbau von Beschlägen aufweisen und die Abstandsprofile direkt
oder indirekt über Zwischenstücke das Anbringen von Beschlä
gen, Beschlagteilen oder Aufhängungen zulassen, und die Glas
scheiben im Randbereich zu Überdeckung der Abstandsprofile,
Beschläge und Verklebungen einen Aufdruck mit einer Sieb
druckfarbe, der zum Zwischenraum zwischen den Glasscheiben
weist, aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß ein ausgehärtetes
Einscheiben-Sicherheitsglas bzw. Verbund-Sicherheitsglas ver
wendet und für den Aufdruck eine vorzugsweise einlagige
Farbschicht einer Zweikomponentenfarbe, bestehend aus Farbe
und Härter, eingesetzt wird.
2. Rahmenlose Tür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zweikomponentenfarbe einen Anteil Flusssäure enthält.
3. Rahmenlose Glastür nach Anspruch 1 und 2, daß alle Farben mit
hellen und dunklen opaken Farbtönen verwendet werden kön
nen.
4. Rahmenlose Glastür nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Aufdruck sich über die gesamte Fläche der
Glasscheibe erstreckt.
5. Verfahren zur dauerhaften Aufbringung von opaken Farben auf
Glasscheiben, die als Türen oder verschiebbare Wände einge
setzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß auf die ausgehärtete
Glasscheibe nach Reinigung der Glasoberfläche diese mit einer
Flusssäure angeätzt wird und anschließend die Zweikomponen
tenfarbe in einer Schicht aufgebracht und nach einer
Trocknungsphase anschließend die Zweikomponentenfarbe auf
der Glasoberfläche ausgehärtet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß direkt
nach der Reinigung die Zweikomponentenfarbe aufgebracht wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Zweikomponentenfarbe bei einer Temperatur von ca.
140°C ausgehärtet wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeich
net, daß parallel zur physikalischen Trocknung eine Aushärtung
des Farbfilmes durch eine chemische Vernetzungsreaktion zwi
schen der Farbe und dem Härter erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zweikomponentenfarbe seidenglänzend
ist.
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| DE2000128952 Ceased DE10028952A1 (de) | 2000-06-16 | 2000-06-16 | Rahmenlose Glastür oder ortsveränderliche Schiebewand und ein Verfahren zur Bedruckung rahmenloser Glastüren oder ortsveränderlicher Schiebewände |
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| WO2001096701A1 (de) | 2001-12-20 |
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