DE10025998A1 - Piezoaktor - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Piezoaktor, beispielsweise zur Betätigung eines mechanischen Bauteils, vorgeschlagen, bei dem der Piezoaktor mit einem Mehrschichtaufbau von Piezolagen (2) versehen ist und in einem piezoelektrisch aktiven Bereich (A) über zwischen den Lagen angeordneten Innenelektroden (3, 4) mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar ist. Es ist mindestens ein inaktiver Bereich (B, C) an einem Ende des aktiven Bereichs (A) im Bereich der Gesamteinbaulänge (L¶ges¶) im Lagenaufbau des Piezoaktors (1; 6; 7) vorhanden. Im aktiven Bereich (A) ist eine vorgegebene Anzahl (n) von Piezolagen (2) angeordnet und die Länge des mindestens einen inaktiven Bereichs (B, C) wird an die erforderliche Gesamteinbaulänge (L¶ges¶) des Piezoaktors (1; 6; 7) angepasst.
Description
Die Erfindung betrifft einen Piezoaktor, beispielsweise
zur Betätigung eines mechanischen Bauteils wie ein Ventil
oder dergleichen, nach den gattungsgemäßen Merkmalen des
Hauptanspruchs.
Es ist allgemein bekannt, dass unter Ausnutzung des soge
nannten Piezoeffekts ein Piezoelement aus einem Material
mit einer geeigneten Kristallstruktur aufgebaut werden
kann. Bei Anlage einer äußeren elektrischen Spannung er
folgt eine mechanische Reaktion des Piezoelements, die in
Abhängigkeit von der Kristallstruktur und der Anlagebe
reiche der elektrischen Spannung einen Druck oder Zug in
eine vorgebbare Richtung darstellt.
Da die erforderlichen elektrischen Feldstärken zur Betä
tigung des Piezoaktors im Bereich von mehreren kV/mm lie
gen und in der Regel moderate elektrische Spannungen zur
Ansteuerung gewünscht sind, erfolgt der Aufbau dieses
Piezoaktors hier in mehreren Schichten von übereinander
gestapelten metallisierten Piezokeramiken zu einem sog.
Multilayer-Aktor. Hierzu sind jeweils zwischen den
Schichten Innenelektroden vorhanden, die z. B. mit einem
Druckverfahren aufgebracht werden, und es sind Außenelek
troden vorhanden, über die die elektrische Spannung ange
legt wird. Da diese Aktoren, wie erwähnt, für den Einsatz
bei niederen Spannungen gedacht sind, wird die erforder
liche elektrische Feldstärke durch einen kleinen Schicht
abstand realisiert. Da ein bestimmter Hub mit einer ge
wissen Spannung erreicht werden soll, werden die Aktoren
in der Regel mit einer bestimmten piezoelektrisch aktiven
Länge hergestellt, welche einen Teil der Gesamtlänge des
Aktors darstellt.
Aufgrund des extrem schnellen und genau regelbaren Hub
effektes können solche Piezoaktoren zum Bau von Stellern,
beispielsweise für den Antrieb von Schaltventilen bei
Kraftstoffeinspritzsystemen in Kraftfahrzeugen vorgesehen
werden. Hierbei wird die spannungs- oder ladungsgesteuer
te Auslenkung des Piezoaktors zur Positionierung eines
Steuerventils genutzt, das wiederum den Hub einer Düsen
nadel regelt.
Beispielsweise ist aus der EP 0 844 678 A1 ein solcher
Piezoaktor bekannt, bei dem zwei, an jeweils gegenüber
liegenden Seiten des Piezoaktorblocks angebrachte, Au
ßenelektroden unterschiedlicher Polarität vorhanden sind.
Bei einer von Schicht zu Schicht wechselnden Kontaktie
rung der Innenelektroden mit den seitlichen Außenelektro
den erfolgt die jeweilige Kontaktierung in dem Bereich,
in dem in der jeweils benachbarten Schicht keine Innene
lektrode an die Außenseite herangeführt ist.
Bei der Herstellung dieser Piezoaktoren kann als Auswir
kungen von unvermeidlichen Fertigungstoleranzen insbesondere
eine Schwankung der Dicken der einzelnen Keramik
schichten auftreten. Diese Schwankungen können auf unter
schiedliche Ursachen beruhen, wie z. B. eine von Charge zu
Charge schwankende Grünfoliendicke, ein unterschiedliches
Laminierverhalten beim Stapeln der Lagen oder ein unter
schiedliches Schwindungsverhalten beim Sintern des Piezo
aktorpakets. Diese unerwünschten Variationen haben einen
Einfluss auf das sogenannte Großsignalverhalten uns somit
letztendlich auf den Hub und die elektrische Kapazität
des Piezoaktors.
Der eingangs beschriebene Piezoaktor ist, wie erwähnt,
mit einem Mehrschichtaufbau von Piezolagen und in einem
piezoelektrisch aktiven Bereich zwischen den Lagen ange
ordneten Innenelektroden aufgebaut und mit einer von
Schicht zu Schicht wechselnden Kontaktierung der Innene
lektroden, zur Beaufschlagung mit einer elektrischen
Spannung, versehen. Es ist weiterhin mindestens ein inak
tiver Bereich, z. B. ein Fuß- und/oder Kopfteil, an einem
Ende des aktiven Bereichs im Bereich der Gesamteinbaulän
ge im Lagenaufbau des Piezoaktors vorhanden.
In vorteilhafter Weise weist der erfindungsgemäße Piezo
aktor im aktiven Bereich eine vorgegebene Anzahl von Pie
zolagen auf und die Länge des mindestens einen inaktiven
Bereichs ist auf einfache Weise an die erforderliche Ge
samteinbaulänge des Piezoaktors angepasst. Vorzugsweise
sind an beiden Enden des Lagen- oder Schichtaufbaus inak
tive, in der Länge reduzierbare Bereiche angeordnet.
Insbesondere ist der erfindungsgemäße Piezoaktor dadurch
vorteilhaft, dass bei der Herstellung eine kontrollierte
Stapelung einer fest definierten Schichtanzahl n von piezoelektrisch
aktiven Schichten beim Laminieren vorhanden
ist. Eine für die jeweilige Einbausituation fest defi
nierte Gesamtlänge des Piezoaktors wird über eine Reduk
tion der Länge des piezoelektrisch inaktiven Kopf-
und/oder Fußstücks realisiert, beispielsweise mit einer
Hartbearbeitung durch Schleifen oder ähnliches.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Piezoaktors ist damit
insbesondere eine deutliche Reduktion des Einflusses der
Schichtdickenvariation Δd/d auf den Hub und die Kapazi
tät. Unter der, im hier angewendeten Betriebsbereich der
elektrischen Feldstärke, gültigen Annahme, dass die Mate
rialparameter wie die Dielektrizitätskonstante ε33 und der
piezoelektrische Koeffizient d33 unabhängig von der elek
trischen Feldstärke sind, gelten für den Hub h und die
elektrische Kapazität C die Beziehungen:
h = nd33U (1)
C = nε33ε0A/d (2),
wobei U die elektrische Spannung, ε0 die elektrische
Feldkonstante und A die piezoelektrisch effektive Fläche
des Piezoaktors darstellen.
Wird, wie nach dem Stand der Technik üblich, ein Piezoak
tor mit einer bestimmten effektiven Länge Leff = nd =
const. realisiert, so leiten sich aus den Gleichungen (1)
und (2) folgende Beziehungen für eine Schwankung des Hubs
und der Kapazität bei Schichtdickenschwankungen ab:
|Δh/h| = |Δd/d| (3)
|ΔC/C| = 2|Δd/d| (4).
Mit einer erfindungsgemäßen Kontrolle der Schichtanzahl
auf eine vorgegebene Anzahl n reduzieren sich die
Schwankungen nach folgender Beziehung:
|Δh/h| = 0 (5)
|ΔC/C| = |Δd/d| (6).
Somit variiert nach der Gleichung (5) der Hub h überhaupt
nicht mehr und nach der Gleichung (6) ändert sich die Ka
pazität C nur linear mit der Schichtdicke der Piezolagen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung können die in
aktiven Bereiche des Piezoaktors aus Schichten des glei
chen Keramikmaterial bestehen wie der aktive Bereich.
Vorteilhaft ist hier auch, wenn zwischen den Schichten
des inaktiven Bereichs in gleicher Weise wie im aktiven
Bereich Innenelektroden angeordnet sind, die elektrisch
einseitig oder gar nicht mit Außenelektroden kontaktiert
sind, so dass auch die inaktiven Bereiche mit den Innene
lektrodenmetallschichten durchsetzt sind. Diese Innene
lektroden haben außerdem den Vorteil, dass beim Kosintern
des gesamten Piezoaktors das Schwindungsverhalten über
die gesamten Länge homogen ist, da beim Sintern in der
Regel Metallionen aus der Elektrodenschicht in die Kera
mik diffundieren und damit das Sinterverhalten beeinflus
sen. Somit wird die Rissgefahr in den Übergangsbereichen
zwischen dem aktiven und den inaktiven Bereichen deutlich
reduziert.
Nach einer anderen Ausführungsform ist der jeweilige in
aktive Bereich ein Metall- oder Keramikblock, der bei
spielsweise auf den piezoelektrisch aktiven Bereich ein
fach aufgeklebt werden kann. Den inaktiven Kopf- und Fuß
bereichen können neben der bereits beschriebenen Län
geneinstellmöglichkeit des gesamten Piezoaktors weitere
Bedeutungen zukommen. So dienen diese Bereiche nach der
Montage eventuell auch zur Krafteinleitung bei einer etwa
notwendigen mechanischen Vorspannung, zur thermischen An
kopplung und damit der Wärmeableitung sowie schließlich
der elektrischen Isolation für die elektrischen Zuleitun
gen.
Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildun
gen der Erfindung gehen außer aus den Ansprüchen auch aus
der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die
einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehre
ren in Form von Unterkombinationen bei der Ausführungs
form der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht
sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausfüh
rungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht
wird.
Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Piezoaktors
werden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines Piezoaktors mit einem
Mehrschichtaufbau von Lagen aus Piezokeramik und ak
tiven und inaktiven Bereichen, die jeweils Innenelek
trodenmetallschichten aufweisen;
Fig. 2 eine Ansicht eines Piezoaktors mit einem
Mehrschichtaufbau von Lagen aus Piezokeramik und in
aktiven Bereiche als Metall- oder Keramikblöcke und
Fig. 3 zwei Ansichten eines Piezoaktors mit einem
Mehrschichtaufbau von Lagen aus Piezokeramik und ei
nem inaktiven Fußbereich, der die mechanische, ther
mische und elektrische Anbindung an ein weiteres Bau
teil unterstützt.
In Fig. 1 ist ein Piezoaktor 1 gezeigt, der in an sich
bekannter Weise aus Piezolagen 2 eines Keramikmaterials
mit einer geeigneten Kristallstruktur aufgebaut ist, so
dass unter Ausnutzung des sogenannten Piezoeffekts bei
Anlage einer äußeren elektrischen Gleichspannung an In
nenelektroden 3 und 4 über hier nicht näher dargestellte
außen kontaktierte Elektroden eine mechanische Reaktion
des Piezoaktors 1 erfolgt.
Der Piezoaktor ist in einen piezoelektrisch aktiven Be
reich A mit der Länge Leff und zwei am Kopf- und am Fußen
de angebrachte inaktive Bereiche B und C aufgeteilt, wo
bei hier auch in den inaktiven Bereichen B und C Innene
lektrodenmetallschichten 5 angebracht sind, die aller
dings elektrisch nicht kontaktiert sind. Im rechten Teil
der Fig. 1 ist mit Längenpfeilen gezeigt, dass die Ge
samtlänge Lges aller Bereiche A, B und C durch die redu
zierbaren inaktiven Bereiche B und C mit Beträgen Lred an
die jeweiligen Einbaumaße angepasst werden kann.
Aus Fig. 2 ist eine Ansicht eines Piezoaktors 6 zu ent
nehmen, bei dem die inaktiven Bereiche in Abwandlung zum
Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1, aus Metall- oder
Keramikblöcken bestehen, die keine Innenmetallschichten
tragen.
Nach Fig. 3 ist wiederum in Abwandlung des Ausführungs
beispiels nach der Fig. 2 der Fußbereich C eines Piezo
aktors 7 als Befestigungselement so ausgeführt, dass er
zur Krafteinleitung bei einer mechanischen Vorspannung,
zur thermischen Ankopplung und damit der Wärmeableitung
sowie schließlich der elektrischen Isolation für die
elektrischen Zuleitungen 8 und 9 dient. Im rechten Teil
der Fig. 3 ist eine Ansicht X des Fußbereichs C darge
stellt.
Claims (6)
1. Piezoaktor, mit
einem Mehrschichtaufbau von Piezolagen (2) und in einem piezoelektrisch aktiven Bereich (A) zwischen den Lagen angeordneten Innenelektroden (3, 4), die mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar sind und mit
mindestens einem inaktiven Bereich (B, C) an einem Ende des aktiven Bereichs (A) im Bereich der Ge samteinbaulänge (Lges) im Lagenaufbau des Piezoak tors (1; 6; 7), dadurch gekennzeichnet, dass
im aktiven Bereich (A) eine vorgegebene Anzahl (n) von Piezolagen (2) angeordnet ist und die Länge des mindestens einen inaktiven Bereichs (B, C) an die erforderliche Gesamteinbaulänge (Lges) des Piezoak tors (1; 6; 7) angepasst ist.
einem Mehrschichtaufbau von Piezolagen (2) und in einem piezoelektrisch aktiven Bereich (A) zwischen den Lagen angeordneten Innenelektroden (3, 4), die mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar sind und mit
mindestens einem inaktiven Bereich (B, C) an einem Ende des aktiven Bereichs (A) im Bereich der Ge samteinbaulänge (Lges) im Lagenaufbau des Piezoak tors (1; 6; 7), dadurch gekennzeichnet, dass
im aktiven Bereich (A) eine vorgegebene Anzahl (n) von Piezolagen (2) angeordnet ist und die Länge des mindestens einen inaktiven Bereichs (B, C) an die erforderliche Gesamteinbaulänge (Lges) des Piezoak tors (1; 6; 7) angepasst ist.
2. Piezoaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass
an beiden Enden des Lagenaufbaus inaktive, in der Län
ge reduzierbare Bereiche (B, C) angeordnet sind.
3. Piezoaktor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass
die inaktiven Bereiche (B, C) aus Schichten des glei
chen Keramikmaterial hergestellt sind wie der aktive
Bereich (A).
4. Piezoaktor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass
zwischen den Schichten des inaktiven Bereichs (B, C) in
gleicher Weise wie im aktiven Bereich Innenelektroden
metallschichten (5) angeordnet sind, die elektrisch
einseitig oder gar nicht mit Außenelektroden kontak
tiert sind.
5. Piezoaktor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass
der jeweilige inaktive Bereich (B, C) ein Metall- oder
Keramikblock ist.
6. Piezoaktor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass
über einen Metall- oder Keramikblock (C) eine mechani
sche und/oder thermische Anbindung an eine weiteres
Bauteil und/oder eine elektrische Isolation durchführ
bar ist.
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