DE10023983A1 - Hydrodynamische Kopplungseinrichtung - Google Patents
Hydrodynamische KopplungseinrichtungInfo
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Abstract
Eine hydrodynamische Kopplungseinrichtung umfasst eine Gehäuseanordnung (12), ein in der Gehäuseanordnung (12) um eine Drehachse (A) drehbares Turbinenrad (30) sowie eine Überbrückungskupplungsanordnung (56), welche ein mit dem Turbinenrad (30) im Wesentlichen drehfest verbundenes Kupplungselement (58) aufweist, das mit einem Reibbereich (60) in Reibanlage an einem an der Gehäuseanordnung (12) vorgesehenen Gegenreibbereich (62) bringbar ist. Ferner ist eine Vorspannanordnung (86) vorgesehen, die auf das Kupplungselement (58) zur Vorspannung desselben gegen den Gegenreibbereich (62) einwirkt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydrodynamische Kopplungsein
richtung, insbesondere hydrodynamischer Drehmomentwandler oder
Fluidkupplung, umfassend eine Gehäuseanordnung, ein in der Gehäuse
anordnung um eine Drehachse drehbares Turbinenrad sowie eine Über
brückungskupplungsanordnung, welche ein mit dem Turbinenrad im
Wesentlichen drehfest verbundenes Kupplungselement aufweist, das mit
einem Reibbereich in Reibanlage an einem an der Gehäuseanordnung
vorgesehenen Gegenreibbereich bringbar ist.
Es ist bekannt, dass bei derartig ausgestalteten hydrodynamischen
Kopplungseinrichtungen zur Ansteuerung der Überbrückungskupplungs
anordnung, d. h. zur Herstellung bzw. zum Auflösen der im Wesentlichen
direkten Drehmitnahmeverbindung zwischen dem Turbinenrad und der
Gehäuseanordnung, die Druckverhältnisse im Inneren der Gehäuseanord
nung derart eingestellt werden, dass das Kupplungselement entweder
verstärkt mit seinem Reibbereich gegen den Gegenreibbereich gepresst wird,
oder dass diese gegenseitige Reibanlage aufgehoben wird. Dazu muss im
Inneren der Gehäuseanordnung ein Überdruck von mindestens 1 bar,
teilweise bis zu 2 oder 3 bar, aufgebaut werden, was entsprechende
Fluidförderpumpen mit entsprechend hohem Druckerzeugungsvermögen,
d. h. Förderkapazität, erfordert und somit zu einem relativ kostenaufwendi
gen Aufbau führen kann.
Des Weiteren ist es bekannt, das im Wesentlichen ringscheibenartig und aus
Blech ausgebildete Kupplungselement in seinem radial inneren Bereich an
dem Turbinenrad beispielsweise durch Vernietung oder Verschweißung
festzulegen und mit einer derartigen Kontur bzw. Formgebung auszugestalten,
dass es durch eigene Elastizität in Richtung auf die Gehäuse
anordnung bzw. mit seinem Reibbereich in Richtung auf den Gegen
reibbereich zu vorgespannt ist. Durch das Einbringen einer derartigen
Vorspannung ist bereits eine Grund-Reibwechselwirkung vorgesehen, so
dass die zur Herstellung eines Überbrückungszustands erforderliche
Druckanhebung geringer ausfallen kann. Bei einer derartigen Anordnung
muss dann zum Herstellen des nicht überbrückenden Zustands in dem
Bereich zwischen Kupplungselement und Gehäuseanordnung, in welchem
nicht das Turbinenrad angeordnet ist, ein Gegendruck aufgebaut werden,
welcher letztendlich gegen die inherente Vorspannung des Kupplungs
elements arbeitet.
Diese Anordnung weist den Nachteil auf, dass zum Erhalt einer ausreichend
stabilen Anordnung das Kupplungselement mit vergleichsweise großer
Steifigkeit ausgestaltet sein muss, so dass auch die Vorspannkraft
entsprechend groß ist und letztendlich die Gegenkraft, die erzeugt werden
muss, um den nicht überbrückenden Zustand zu erlangen, wieder das
Bereitstellen einer entsprechend starken Fluidförderpumpe mit sich bringt.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine hydrodynamische
Kopplungseinrichtung bereitzustellen, bei welcher dafür gesorgt ist, dass
zum Herstellen bzw. Aufheben eines durch Einsatz der Überbrückungskupp
lungsanordnung erzeugten Drehkopplungszustands zwischen der Gehäuse
anordnung und dem Turbinenrad eine vergleichsweise geringe Druck
änderung in der Gehäuseanordnung ausreicht.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine
hydrodynamische Kopplungseinrichtung, insbesondere hydrodynamischer
Drehmomentwandler oder Fluidkupplung, umfassend eine Gehäuseanord
nung, ein in der Gehäuseanordnung um eine Drehachse drehbares Turbinen
rad sowie eine Überbrückungskupplungsanordnung, welche ein mit dem
Turbinenrad im Wesentlichen drehfest verbundenes Kupplungselement
aufweist, das mit einem Reibbereich in Reibanlage an einem an der
Gehäuseanordnung vorgesehenen Gegenreibbereich bringbar ist.
Die erfindungsgemäße hydrodynamische Kopplungseinrichtung weist ferner
eine auf das Kupplungselement zur Vorspannung desselben gegen den
Gegenreibbereich einwirkende Vorspannanordnung auf.
Durch das Bereitstellen der Vorspannanordnung wird also sichergestellt,
dass bereits eine bestimmte Grund-Anlagewechselwirkung zwischen dem
Reibbereich und dem Gegenreibbereich vorhanden ist, unabhängig von den
eingestellten Druckverhältnissen. Da hier eine vom Kupplungselement an
sich gesonderte Vorspannanordnung vorgesehen ist, kann die durch diese
erzeugte Vorspannkraft unabhängig davon eingestellt werden, wie das
Kupplungselement selbst ausgestaltet ist. Das heißt, die Vorspannkraft kann
so eingestellt werden, dass zur Ansteuerung des Kupplungselements zum
Aufheben der gegenseitigen Reibanlage ebenfalls nur eine vergleichsweise
geringe, der Vorspannung entgegen wirkende, durch Fluiddruck erzeugte
Abhubkraft erforderlich ist. Daraus resultiert, dass Fluidförderpumpen mit
deutlich geringerer Förderkapazität bzw. deutlich geringerem Druck
erzeugungsvermögen zum Einsatz gelangen können und das gesamte
Umfeld, in welchem eine derartige hydrodynamische Kopplungseinrichtung
zum Einsatz gelangt, somit kostengünstiger aufgebaut werden kann.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Vorspannanordnung
wenigstens ein kraftmäßig zwischen dem Kupplungselement und dem
Turbinenrad wirkendes Vorspannfederelement umfasst.
Dieses wenigstens eine Vorspannfederelement kann ein Blattfederelement
umfassen, das in wenigstens einem Anbringungsbereich mit dem Turbinen
rad oder dem Kupplungselement fest verbunden ist und mit einem
Beaufschlagungsbereich die andere Baugruppe von Kupplungselement und
Turbinenrad beaufschlagt. Derartige Blattfederelemente sind besonders
kostengünstig herzustellen und weisen insbesondere im Betrieb über eine
längere Betriebslebensdauer hinweg eine gleichbleibende Federungs- und
Kraftcharakteristik auf.
Vorzugsweise ist das Blattfederelement an dem Turbinenrad, beispielsweise
einer Turbinenradnabe, fest angebracht. Daraus resultiert der Vorteil, dass
im Bereich des Kupplungselementes selbst keine Verbindungsmaßnahmen
zur Herstellung einer festen Verbindung, beispielsweise Nietverbindung,
ergriffen werden müssen. Infolgedessen werden am Kupplungselement
selbst keine undichten Stellen erzeugt, die in ungewünschter Weise einen
Fluidaustausch zwischen den beiden durch das Kupplungselement
getrennten Fluidkammerbereichen in der Gehäuseanordnung ermöglichen
würden.
Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltungsform kann vorgesehen
sein, dass das wenigstens eine Vorspannfederelement ein sich bezüglich
des Turbinenrads, vorzugsweise einer Turbinenradnabe, und dem Kupp
lungselement abstützendes Tellerfederelement, Wellfederelement o. dgl.,
umfasst.
Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltungsform kann vorgesehen
sein, dass das wenigstens eine Vorspannfederelement zwischen dem
Kupplungselement und einem an der Turbinenradnabe vorgesehenen, mit
dem Kupplungselement in Drehmitnahmeeingriff stehenden Mitnahme
element wirkt. Dieses Mitnahmeelement kann in einem radial äußeren
Bereich des Turbinenrads vorgesehen sein und mit einem radial äußeren
Bereich des Kupplungselements in Drehmitnahmeeingriff stehen.
Um sicherzustellen, dass das Kupplungselement bei Herstellung der
gegenseitigen Reibanlage mit der Gehäuseanordnung bzw. dem Gegen
reibbereich einen geeigneten Anlagekontakt herstellt, der nicht durch
irgendwelche Verformungen beeinträchtigt ist, wird vorgeschlagen, dass das
Kupplungselement im Wesentlichen starr ausgebildet ist. Dieser Ausdruck
"im Wesentlichen starr ausgebildet" bedeutet im Sinne der vorliegenden
Erfindung, dass das Kupplungselement keine zur Erlangung bzw. zur
Aufhebung der Drehmomentübertragungskopplung zwischen dem Turbinen
rad und der Gehäuseanordnung erforderliche Verformung erfährt. Vielmehr
sollte das Kupplungselement so starr sein, dass - durch einwirkende Kräfte
zwangsweise vorhandene minimale Verformungen außer Acht gelassen -
das Kupplungselement im Wesentlichen mit seiner hergestellten Form zur
Wechselwirkung mit der Gehäuseanordnung bzw. dem Gegenreibbereich
bereitgestellt ist, so dass immer für einen geeigneten reibmäßigen Kontakt
zwischen dem Reibbereich und dem Gegenreibbereich gesorgt ist.
Um gleichwohl die erforderliche Axialbewegung des Kupplungselementes
zumindest in seinem den Reibbereich aufweisenden Abschnitt zu gewähr
leisten, wird vorgeschlagen, dass das Kupplungselement bezüglich des
Turbinenrades in Richtung der Drehachse verlagerbar ist. Dazu kann
beispielsweise vorgesehen sein, dass das Kupplungselement auf dem
Turbinenrad, vorzugsweise einer Turbinenradnabe, im Wesentlichen
fluiddicht in Richtung der Drehachse verlagerbar getragen ist.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden
Zeichnungen anhand bevorzugter Ausgestaltungsformen detailliert
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Teil-Längsschnittansicht einer erfindungsgemäßen
hydrodynamischen Kopplungseinrichtung;
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht einer abgewandelten
Ausgestaltungsform;
Fig. 3 eine weitere der Fig. 1 entsprechende Ansicht einer alterna
tiven Ausgestaltungsform;
Fig. 4 eine Axialansicht der in Fig. 3 dargestellten Ausgestaltungs
form in Blickrichtung IV in Fig. 3.
In Fig. 1 ist eine erste Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen
hydrodynamischen Kopplungseinrichtung in Form eines hydrodynamischen
Drehmomentwandlers 10 dargestellt. Der Drehmomentwandler 10 umfasst
eine Gehäuseanordnung 12 mit einem Gehäusedeckel 14 und einer mit dem
Gehäusedeckel 14 radial außen beispielsweise durch Verschweißung fest
verbundenen Pumpenradaußenschale 16. Diese Pumpenradaußenschale 16
ist in ihrem radial inneren Bereich mit einer Pumpenradnabe 18 beispiels
weise durch Verschweißung fest verbunden. Über die Pumpenradnabe 18
ist eine Fluidförderpumpe antreibbar. An jeder Innenseite trägt die Pumpen
radschale 16 eine Mehrzahl von Pumpenradschaufeln 20, welche letzt
endlich zusammen mit der Pumpenradschale 16 und der Pumpenradnabe 18
ein Pumpenrad 22 bilden.
Der Gehäusedeckel 14 trägt im radial äußeren Bereich in Umfangsrichtung
aufeinander folgend eine Mehrzahl von Kopplungselementen 24, die mit
einer sogenannten Flexplatte oder einer sonstigen Kopplungsanordnung
durch Verschraubung fest verbunden werden können. Auf diese Art und
Weise kann dann die drehfeste Anbindung an eine Antriebswelle hergestellt
werden. In seinem zentralen Bereich kann an dem Gehäusedeckel 14 ein
Zentrierzapfen 26 vorgesehen sein, der in eine entsprechende Zentrier
ausnehmung der Antriebswelle zum Ausrichten der Drehachse A des
hydrodynamischen Drehmomentwandlers 10 mit der Drehachse der
Antriebswelle eingreift.
Im Innenraum 28 der Gehäuseanordnung 12 ist ein allgemein mit 30
bezeichnetes Turbinenrad vorgesehen. Dieses Turbinenrad 30 weist eine
Turbinenradaußenschale 32 auf, die an ihrer Innenoberfläche eine Mehrzahl
von Turbinenradschaufeln 34 trägt. Radial innen ist die Turbinenradschale
32, die beispielsweise durch ein Blech-Umformteil gebildet sein kann, mit
einer Turbinenradnabe 36 fest verbunden, die im Allgemeinen aus einem
Metallgussteil oder einem durch Drehbearbeitung hergestellten Teil besteht.
Diese Verbindung kann durch Nietbolzen 38 hergestellt sein, kann jedoch
beispielsweise auch über eine Torsionsschwingungsdämpfungsanordnung
bereitgestellt sein.
Axial zwischen dem Pumpenrad 22 und dem Turbinenrad 30 liegt ein
allgemein mit 40 bezeichnetes Leitrad. Dieses weist auf einem Leitradaußen
ring 42 eine Mehrzahl von Leitradschaufeln 44 auf. Der Leitradaußenring 42
ist über eine Freilaufanordnung 46 auf einem nicht dargestellten Stütz
element, beispielsweise Stützhohlwelle, welche koaxial innerhalb der
Pumpenradnabe 18 verläuft, derart getragen, dass er in einer Drehrichtung
um die Drehachse A drehbar, gegen Drehung in der anderen Drehrichtung
jedoch blockiert ist. Koaxial innerhalb dieses nicht dargestellten Stütz
elements verläuft dann eine mit der Turbinenradnabe 36 zur gemeinsamen
Drehung gekoppelte oder koppelbare Abtriebswelle, beispielsweise
Getriebeeingangswelle.
An beiden axialen Seiten ist das Leitrad 40 bzw. die Freilaufanordnung 46
über jeweilige Lagerungsanordnungen 48, 50 bezüglich des Pumpenrads 22,
d. h. der Gehäuseanordnung 12, einerseits, und der Turbinenradnabe 36
andererseits, abgestützt. Die Lagerungsanordnungen 48, 50 können
beispielsweise durch Wälzkörperlagerungen oder auch Gleitlagerungen
ausgebildet sein. Zwischen der Turbinenradnabe 36 und dem Gehäuse
deckel 14 liegt eine weitere Lagerungsanordnung 42 in Form eines
Gleitlagerringes. Dieser weist im Wesentlichen radial sich erstreckende
Nuten 54 auf, über welche, wie im Folgenden noch beschrieben, ein
Fluidaustausch stattfinden kann. Auch im Bereich von einer der Lagerungs
anordnungen 48, 50 kann ein Fluidaustausch auftreten.
Der hydrodynamische Drehmomentwandler 10 weist ferner eine Über
brückungskupplungsanordnung 56 auf, über welche wahlweise eine direkte
Drehmomentübertragungsverbindung zur Bildung zwischen der Gehäusean
ordnung 12, nämlich dem Gehäusedeckel 14 derselben, und dem Turbinen
rad 30 hergestellt werden kann. Diese Überbrückungskupplungsanordnung
56 weist einen beispielsweise durch Umformung eines Blechrohlings
gebildeten Kupplungskolben 58 auf. In seinem radial äußeren Bereich kann
der Kupplungskolben 58 beispielsweise einen Reibbelag 60 tragen, welcher
gegen eine Gegenreibfläche 62 am Gehäusedeckel 14 pressbar ist. Es sei
darauf hingewiesen, dass selbstverständlich auch oder alternativ am
Gehäusedeckel 14 ein Reibbelag vorgesehen sein könnte.
Irr einem radial äußeren, sich im Wesentlichen axial erstreckenden, zy
lindrischen Abschnitt 64 weist der Kupplungskolben 58 eine Mehrzahl von
Kopplungsvorsprüngen 66 auf, die letztendlich eine Kopplungsverzahnung
bilden. Mit dieser Kopplungsverzahnung oder den Kopplungsvorsprüngen 66
stehen Kopplungsvorsprünge 68 im Wesentlichen in spielfreiem Drehmit
nahmeeingriff, welche an einem Mitnahmeelement 70 vorgesehen sind. Das
Mitnahmeelement 70 ist an der Turbinenradaußenschale 32 beispielsweise
durch Verschweißung festgelegt und erstreckt sich mit seinem die
Kopplungsvorsprünge 68 tragenden Abschnitt 72 näherungsweise nach
radial außen.
In seinem radial inneren Bereich weist der Kupplungskolben 58 einen im
Wesentlichen sich axial erstreckenden, z. B. zylindrischen Abschnitt 74 auf,
der auf einer entsprechend geformten Gegenfläche 76 der Turbinenradnabe
36 in Achsrichtung verschiebbar getragen ist. Zwischen dem Abschnitt 74
und der Turbinenradnabe 36 wirkt ein Dichtelement 78, beispielsweise O-
Ring, welches in eine entsprechende Einsenkung an der Außenumfangs
fläche 76 der Turbinenradnabe 36 eingesetzt ist und somit eine fluiddichte
Verschiebeführung für den Kupplungskolben 58 auf der Turbinenradnabe 36
ermöglicht. Der Kupplungskolben 58 ist somit mit der ihm gegebenen Form
als im Wesentlichen starres Bauteil in Achsrichtung bezüglich der Turbinen
radnabe 36 und somit bezüglich des gesamten Turbinenrades 30 verschieb
bar. Wird in einem zwischen dem Kupplungskolben 58 und der Pumpenrad
außenschale 16 gebildeten Raumbereich 80, welcher letztendlich auch das
Turbinenrad 30 enthält, durch Fluidzufuhr im Bereich von wenigstens einer
der Lagerungsanordnungen 48, 50 der Fluiddruck bezüglich eines Raumbe
reiches 82 erhöht, der im Wesentlichen zwischen dem Kupplungskolben 58
und dem Gehäusedeckel 14 liegt, so wird eine den Kupplungskolben 58
gegen den Gehäusedeckel 14 bewegende Einrückkraft erzeugt, die dafür
sorgt, dass der Reibbelag 60 gegen die Gegenreibfläche 62 presst. Je nach
eingestellter Druckdifferenz kann dann ein schlupfender Zustand der
Überbrückungskupplungsanordnung 56 oder ein im Wesentlichen schlupf
freier Überbrückungszustand eingestellt werden. Um auch im überbrückten
Zustand, bei welchem ein Fluidaustausch zwischen den beiden Raumberei
chen 80, 82 grundsätzlich nicht möglich wäre, eine Fluidzirkulation aufrecht
zu erhalten und erwärmtes Fluid durch frisches, kühleres Fluid zu ersetzen,
kann der Kupplungskolben 58 wenigstens eine Drosselöffnung 84 auf
weisen, die eine Fluidströmungsverbindung zwischen den beiden Raumberei
chen 80, 82 sicherstellt, jedoch nur in einem derartigen Ausmaß, dass eine
eingestellte Druckdifferenz im Wesentlichen aufrechterhalten bleibt.
Der erfindungsgemäße hydrodynamische Drehmomentwandler 10 weist
ferner eine allgemein mit 86 bezeichnete Vorspannanordnung auf. Durch
diese Vorspannanordnung 86 ist sichergestellt, dass der Kupplungskolben
58 mit einer bestimmten vordefinierten Vorspannkraft in Richtung auf den
Gehäusedeckel 14 zu vorgespannt ist. Etwaige durch Fluiddruckverhältnisse
erzeugte Anlagekräfte außer Acht gelassen ist somit bereits eine bestimmte
Grundreibwechselwirkung zwischen dem Kupplungskolben 58 und der
Gehäuseanordnung 12 sichergestellt. Es sei z. B. angenommen, dass ohne
die Bereitstellung der Vorspannanordnung 86 im Raumbereich 80 etwa ein
Fluidüberdruck von 1 bar bezüglich des Raumbereichs 82 vorhanden sein
müsste, um eine ausreichende Anlagekraft zu erzeugen. Wird nun durch
Bereitstellung der Vorspannanordnung 86 dafür gesorgt, dass bereits mit
der Hälfte der aus diesem Drucküberschuss erzeugten Anlagekraft der
Kupplungskolben 58 gegen den Gehäusedeckel 14 presst, so ist zum Erhalt
der gewünschten reibmäßigen Wechselwirkung nur noch eine Druckdif
ferenz oder ein Überdruck von etwa 0,5 bar erforderlich. Andererseits muss
dann zum Erhalt eines vollständig überbrückungsfreien Zustandes im
Raumbereich 82 ebenfalls ein Fluiddruck aufgebaut werden, nämlich ein
Fluiddruck, welcher dazu ausreicht, die Vorspannkraft der Vorspannan
ordnung 86 zu kompensieren und im angesprochenen Beispiel ebenfalls
etwa bei 0,5 bar liegt.
Daraus erkennt man, dass in Verbindung mit einem derartig ausgestalteten
hydrodynamischen Drehmomentwandler 10 die bereitzustellende Fluidförder
pumpe eine deutlich geringere Förderkapazität bzw. ein deutlich geringeres
Druckerzeugungsvermögen aufweisen kann, mit der Folge, dass auch
deutlich einfacher aufgebaute und kostengünstigere Förderpumpen zum
Einsatz kommen können. Es muss lediglich dafür gesorgt werden, dass zum
Aufheben der Reibungswechselwirkung im Bereich der Überbrückungskupp
lungsanordnung 56 der Fluiddruck im Raumbereich 82 gegenüber dem
Fluiddruck im Raumbereich 80 erhöht werden kann, beispielsweise dadurch,
dass über eine zentrale Öffnung in der nicht dargestellten Abtriebswelle und
die Fluidkanäle 54 im Gleitlagerelement 52 das Arbeitsfluid in den Raum
bereich 82 gefördert werden kann und somit in diesem Raumbereich 82 ein
Überdruck bezüglich des Raumbereichs 80 aufgebaut wird. Das heißt, es
muss letztendlich beispielsweise durch ein Wegeventil dafür gesorgt
werden, dass je nach dem, welcher Zustand im Bereich der Überbrückungs
kupplungsanordnung 56 erhalten werden soll, die Druckfluidzufuhr entweder
in den Raumbereich 80 oder in den Raumbereich 82 erfolgt.
Bei der in der Fig. 1 dargestellten Ausgestaltungsform umfasst die
Vorspannanordnung 86 eine Mehrzahl von Blattfederelementen 88. Diese
sind an einem außerhalb der Nietverbindung zwischen der Turbinenradnabe
36 und der Turbinenradaußenschale 32 liegenden flanschartigen oder
vorsprungartigen Abschnitt 90 der Turbinenradnabe 36 in einem ihrer Um
fangsendbereiche durch Nietbolzen 92 o. dgl. festgelegt, erstrecken sich
näherungsweise in Umfangsrichtung und mit einem Beaufschlagungs
abschnitt 94 auf den Kupplungskolben 58 zu und liegen letztendlich zur
Beaufschlagung desselben an dem Kupplungskolben 58 an. Es ist auf diese
Art und Weise sichergestellt, dass die Beaufschlagung des Kupplungs
kolbens 58 erfolgt, ohne dass an diesem irgendwelche Nietelemente o. dgl.
vorgesehen sein müssten, um in diesem Bereich keine ungewollte Leckage
zu erzeugen. Es sei darauf hingewiesen, dass selbstverständlich das oder
die Blattfederelemente 88 in verschiedenster Konfiguration ausgestaltet sein
können. So können diese, wie bereits angesprochen, in einem Umfangsend
bereich an der Turbinenradnabe 36 festgelegt sein und mit ihrem anderen
Umfangsendbereich als Beaufschlagungsbereich 94 den Kupplungskolben
58 beaufschlagen. Grundsätzlich könnten mit ihrem anderen Umfangsendbe
reich die Blattfederelemente 88 sich wiederum an der Turbinenradnabe 36
axial abstützen bzw. daran festgelegt sein und in einem zwischen diesen
beiden Endabschnitten liegenden bauchartigen Bereich den Beaufschla
gungsbereich 94 bilden. Auch könnten die Blattfederelemente 88 in einem
in Umfangsrichtung betrachtet zentralen Bereich mit der Turbinenradnabe
36 verbunden sein und in beiden Umfangsrichtungen ausgehend von diesem
dann jeweilige Beaufschlagungsbereiche 94 aufweisen. Grundsätzlich wäre
auch eine in Umfangsrichtung durchgehende, wellfederartige Ausgestal
tungsform eines derartigen Blattfederelementes denkbar.
Eine alternative Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen hydrodynami
schen Drehmomentwandlers 10 ist in Fig. 2 dargestellt. Bei dieser
Ausgestaltungsform entspricht der hydrodynamische Drehmomentwandler
10 grundsätzlich dem vorangehend beschriebenen Aufbau, so dass auf die
vorangehenden Ausführungen verwiesen wird. Ein Unterschied besteht in
der konstruktiven Ausgestaltung der Vorspannanordnung 86. Diese umfasst
nunmehr ein als Tellerfeder oder Wellfeder o. dgl. ausgebildetes Feder
element 100, wobei bei Ausbildung als Tellerfeder diese sich in ihrem radial
inneren Bereich an dem radial inneren Endbereich des Kupplungskolbens 58
axial abstützt und sich in ihrem radial äußeren Bereich an den Nietbolzen 38
oder/und der Turbinenradnabe 36, d. h. dem radial außerhalb der Nietbolzen
38 sich erstreckenden Abschnitt 90 derselben, abstützt. Auch bei dieser
Ausgestaltung der Vorspannanordnung 86 wird jegliche Schaffung von
ungewünschten Durchtrittsöffnungen für das im Innenraum 28 sich
befindende Arbeitsfluid im Bereich des Kupplungskolbens 58 vermieden. Es
sei hier darauf hingewiesen, dass das Federelement 100 selbstverständlich
als Federelement ausgebildet sein kann, das einen ringartigen Abschnitt
aufweist, von welchem dann in mehr oder weniger radialer Richtung
einzelne Federungsabschnitte abstehen.
Auch die Fig. 3 zeigt eine alternative Ausgestaltungsform des erfindungs
gemäßen hydrodynamischen Drehmomentwandlers, der in seinem Grund
aufbau dem mit Bezug auf die Fig. 1 beschriebenen hydrodynamischen
Drehmomentwandler entspricht. Es wird auch diesbezüglich wieder auf die
vorangehenden Ausführungen verwiesen. Bei dem in Fig. 3 dargestellten
Drehmomentwandler 10 liegt die Vorspannanordnung 86 nunmehr im radial
äußeren Bereich, d. h. radial außerhalb der reibmäßigen Wechselwirkung
zwischen dem Kupplungskolben 58 und dem Gehäusedeckel 14. Die
Vorspannanordnung 86 umfasst ein oder mehrere in Umfangsrichtung
aufeinander folgende Federelemente 110, die aber beispielsweise auch
integral an einem durchgehenden Ring vorgesehen sein können. Wie man
in Fig. 4 erkennt, ist das Federelement 110 bzw. zumindest ein Abschnitt
desselben in einem Bereich angeordnet, der zwischen zwei Kopplungsvor
sprüngen 66 des im Wesentlichen zylindrischen Abschnitts 64 am
Kupplungskolben 58 liegt. Das Federelement oder jedes Federelement 110
weist zwei Federungsabschnitt 112, 114 auf, wobei der Federungsabschnitt
112 sich in Achsrichtung an dem zylindrischen Abschnitt 64 des Kupplungs
kolbens 58 zwischen zwei Kopplungsvorsprüngen 66 desselben abstützt
und der Federungsabschnitt 114 sich axial an dem Mitnahmeelement 70
abstützt, beispielsweise im Bereich eines Kopplungsvorsprungs 68
desselben bzw. radial innerhalb davon. Um die zur Vorspannung erforder
liche Axialanpresskraft zu erzeugen, müssen diese Federungsabschnitte
112, 114 gegen Verkippen geschützt werden bzw. abgestützt werden. Es
sind daher an dem Federelement 110 beidseits der Federungsabschnitte
112, 114 - bei Betrachtung in Umfangsrichtung - Abstützabschnitte 116,
118 vorgesehen, die letztendlich aus der näherungsweise radial liegenden
Hauptebene der Federungsabschnitte 112, 114 herausgedreht sind,
beispielsweise durch Drehen entsprechender Abschnitte eines Blechform
teils, und sich dann, wie in Fig. 3 erkennbar, näherungsweise axial
erstrecken und von innen an dem zylindrischen Abschnitt 64 bzw. den
Kopplungsvorsprüngen 66 des Kupplungskolbens 58 anliegen. Es wird auf
diese Art und Weise ein ungewünschtes Verkippen der Federelemente 110
vermieden, wobei gleichzeitig für eine Abstützung nach radial außen hin
gesorgt ist.
Es sei darauf hingewiesen, dass, wie bereits ausgeführt, mehrere in
Umfangsrichtung aufeinander folgende Federelemente 110 integral
miteinander verbunden sein können. So können beispielsweise die
Federungsabschnitte 112, 114 in Umfangsrichtung sich mit jeweiligen
Abstützabschnitten 116, 118 abwechseln. Es ist jedoch auch das Vorsehen
separater Federelemente an mehreren Umfangspositionen möglich.
Bei der Ausgestaltungsform gemäß den Fig. 3 und 4, bei welcher die
Vorspannkraft in demjenigen radialen Bereich erzeugt wird, in dem auch die
Reibwechselwirkung der Überbrückungskupplungsanordnung 56 erzeugt
wird, können, trotz vergleichsweise biegesteifer Ausgestaltung des
Kupplungskolbens 58 ungewünschterweise auftretende Verformungen
desselben weitgehend vermieden werden, so dass auch unter Einfluss der
Vorspannkraft keine ungleichmäßige Reibwechselwirkung der Über
brückungskupplungsanordnung 56 erzeugt wird.
Bei allen vorangehend beschriebenen Ausgestaltungsformen wird durch die
Vorspannanordnung dafür gesorgt, dass die zum Erhalt der erforderlichen
Druckanlage des Kupplungskolbens 58 erforderliche Druckdifferenz
zwischen den beiden Raumbereichen an beiden axialen Seiten des
Kupplungskolbens gesenkt werden kann, so dass insbesondere beim
Herstellen eines Überbrückungszustands das Druckniveau, auf welches der
das Turbinenrad enthaltende Raumbereich angehoben werden muss, in
einem Bereich gehalten werden kann, beispielsweise bei ca. 0,5-1 bar,
welcher auch durch vergleichsweise kleine oder leistungsschwächere
Fluidförderpumpen bereitgestellt werden kann.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass die dargestellte hydrodynamische
Kopplungseinrichtung ebenso wie die darin enthaltene Überbrückungskupp
lungsanordnung nur beispielhaft und in Vertretung verschiedenster
Ausgestaltungsformen beschrieben sind. So ist es selbstverständlich auch
möglich, dass die hydrodynamische Kopplungseinrichtung eine Fluidkupp
lung umfasst, d. h. eine Anordnung ohne Leitrad. Ebenso ist es möglich,
dass die Überbrückungskupplungsanordnung anstelle der beiden aneinander
reibenden Flächen eine Vielzahl derartiger Flächen umfasst, wobei dann im
radial äußeren, aneinander reibenden Bereich Außen- bzw. Innenlamellen
vorgesehen sind, die mit der Gehäuseanordnung bzw. dem Kupplungskolben
jeweils zur gemeinsamen Drehung verbunden sind und durch die Beauf
schlagung des mit dem Turbinenrad drehbaren Kupplungskolbens in
Reibeingriff miteinander gebracht werden können.
Claims (10)
1. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung, insbesondere hydrodyna
mischer Drehmomentwandler oder Fluidkupplung, umfassend eine
Gehäuseanordnung (12), ein in der Gehäuseanordnung (12) um eine
Drehachse (A) drehbares Turbinenrad (30) sowie eine Überbrückungs
kupplungsanordnung (56), welche ein mit dem Turbinenrad (30) im
Wesentlichen drehfest verbundenes Kupplungselement (58) aufweist,
das mit einem Reibbereich (60) in Reibanlage an einem an der
Gehäuseanordnung (12) vorgesehenen Gegenreibbereich (62)
bringbar ist,
gekennzeichnet durch eine auf das Kupplungselement (58) zur
Vorspannung desselben gegen den Gegenreibbereich (62) ein
wirkende Vorspannanordnung (86).
2. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannanordnung (86) wenig
stens ein kraftmäßig zwischen dem Kupplungselement (58) und dem
Turbinenrad (30) wirkendes Vorspannfederelement (88; 100; 110)
umfasst.
3. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Vorspannfeder
element (88) ein Blattfederelement (88) umfasst, das in wenigstens
einem Anbringungsbereich mit dem Turbinenrad (30) oder dem
Kupplungselement (58) fest verbunden ist und mit einem Beauf
schlagungsbereich (94) die andere Baugruppe von Kupplungselement
(58) und Turbinenrad (30) beaufschlagt.
4. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Blattfederelement (88) am dem
Turbinenrad (30), vorzugsweise an der Turbinenradnabe (36), fest
angebracht ist.
5. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Vorspannfeder
element (100) ein sich bezüglich des Turbinenrades (30), vorzugs
weise einer Turbinenradnabe (36), und dem Kupplungselement (58)
abstützendes Tellerfederelement (100), Wellfederelement oder
dergleichen umfasst.
6. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Vorspannfeder
element (110) zwischen dem Kupplungselement (58) und einem an
dem Turbinenrad (30) vorgesehenen, mit dem Kupplungselement (58)
in Drehmitnahmeeingriff stehenden Mitnahmeelement (70) wirkt.
7. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnahmeelement (70) in einem
radial äußeren Bereich an dem Turbinenrad (30) vorgesehen ist und
mit einem radial äußeren Bereich (64) des Kupplungselements (58) in
Drehmitnahmeeingriff steht.
8. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (58) im
Wesentlichen starr ausgebildet ist.
9. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (58) bezüglich
des Turbinenrades (30) in Richtung der Drehachse (A) verlagerbar ist.
10. Hydrodynamische Kopplungseinrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (58) auf dem
Turbinenrad (30), vorzugsweise einer Turbinenradnabe (36), im
Wesentlichen fluiddicht in Richtung der Drehachse (A) verlagerbar
getragen ist.
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