DE10022376A1 - Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich zulaufenden Fadens - Google Patents
Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich zulaufenden FadensInfo
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Abstract
Es ist ein Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich zulaufenden Fadens zu einer Kreuzspule auf einer rotierenden Hülse beschrieben. Dabei wird der Faden während des Wickelns der Spule innerhalb eines Spulbereichs auf der Hülse abgelegt. Unmittelbar vor der Spulreise wird außerhalb des Spulbereichs eine Fadenreservewicklung abgelegt, die das Fadenende der Spule bildet, wobei der Faden durch einen im wesentlichen parallel zur Hülsenoberfläche beweglichen Fadenführer geführt wird. Erfindungsgemäß wird der Fadenführer oszillierend mit unterschiedlichen Führungsgeschwindigkeiten bewegt, um das Fadenende mit zumindest einigen Fadenwindungen der Fadenreservewicklung am Umfang der Hülse zu fixieren.
Description
Die Erfindung betrifft Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich
zulaufenden Fadens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 2.
Aus der EP 0 311 827 ist ein Verfahren bekannt, bei welchem ein zulaufender
Faden auf einer angetriebenen Hülse aufgewickelt wird.
Hierbei ist die Hülse zwischen zwei Zentriertellern eingespannt. Die Zentrierteller
sind drehbar gelagert. Die Hülse liegt an einer Treibwalze an und wird von dieser
angetrieben. Nachdem die Hülse eine vorgegebene Spuldrehzahl erreicht hat, wird
der Faden von einer Fangnut, die im Umfangsbereich eines Zentriertellers
angebracht ist, gefangen und durchtrennt, wobei das lose Fadenende von einer
Absaugeinrichtung aufgenommen wird. Nachdem der Faden seitlich neben dem
Spulbereich in einer sogenannten Fadenreservewicklung auf der Hülse
angewickelt wurde, beginnt das Aufwickeln der Spule. Zum Fangen und
Anwickeln wird der Faden durch einen beweglichen Fadenführer geführt.
Derartige Aufwickeleinrichtungen werden beispielsweise in Texturiermaschinen
eingesetzt, um einen texturierten Faden zu einer Spule aufzuwickeln. Hierbei wird
der kontinuierlich zulaufende Faden vor dem Anwickeln gefangen, durchtrennt
und mit einer Fadenreservewicklung neben dem eigentlichen Spulenbereich auf
der Hülse abgelegt. Dabei bildet die Fadenreservewicklung das Fadenende der
Spule, das in einem Weiterverarbeitungsprozeß mit einem Anfang einer zweiten
Spule verknotet wird. Hierzu ist erforderlich, daß das Fadenende leicht erkennbar
und sicher auf der Hülsenoberfläche fixiert ist. Bei dem bekannten Verfahren
erfolgt die Klemmung des Fadens an der Stirnseite der Hülse zwischen dem
Zentrierteller und der Hülse, so daß nach dem Spulenwechsel das Fadenende nicht
mehr geklemmt ist. Nach Fertigstellung der Spule und nach dem Spulenwechsel
tritt somit das Problem auf, daß das Fadenende sich aus der Fadenreservewicklung
herauslöst und im Extremfall zur vollständigen Auflösung der Fadenreserve führt.
Demgemäß ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, daß das Fadenende auch bei Abtransport der Spulen
sicher am Umfang der Hülse fixiert ist.
Ein weiteres Ziel der Erfindung liegt darin, das Fadenende mit eindeutigen
Erkennungsmerkmalen am Umfang der Spule abzulegen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen
gemäß Anspruch 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
2 gelöst.
Bei der Bildung der Fadenreservewicklung wird der Faden mit mehreren
Windungen auf der Hülsenoberfläche neben dem Spulbereich abgelegt. Der
Verlauf der Windungen auf der Hülsenoberfläche wird hierbei durch die Stellung
des Fadenführers beeinflußt. Durch die Erfindung gemäß Anspruch 1 ist es
möglich, die Windungen in ihrer Steigung sowie in ihrer Verlegerichtung zu
beeinflussen. Hierzu wird der Fadenführer oszillierend mit unterschiedlichen
Führungsgeschwindigkeiten bewegt, so daß das Fadenende mit zumindest einigen
Windungen der Fadenreservewicklung am Umfang der Hülse fixiert wird. Durch
die Führungsgeschwindigkeit des Fadenführers läßt sich die Steigung der
Fadenwindung auf der Hülsenoberfläche beeinflussen. Dabei gilt: Je größer die
Führungsgeschwindigkeit desto größer die Steigung der Windung. Die
Verlegerichtung ist von der Bewegungsrichtung des Fadenführers abhängig.
Durch die oszillierende Bewegung tritt somit bei jeder Richtungsänderung des
Fadenführers eine Änderung der Verlegerichtung der Windungen auf der
Hülsenoberfläche ein.
Beim Aufwickeln von Färbespulen (nachträglich eingefärbte Spulen) ist es
erforderlich, daß vor Bildung einer Fadenreservewicklung eine Abfallwicklung
innerhalb des Spulbereichs gewickelt wird. Im Anschluß daran wird außerhalb des
Spulbereichs die Fadenreserve erzeugt, um danach mit der eigentlichen Spulreise
zu beginnen. Durch diese Bewegungsabläufe entstehen zwischen der
Fadenreservewicklung und der Spule auf der Hülsenoberfläche mehrere
Windungsübergänge. Da der Fadenanfang mit der Abfallwicklung für die
Weiterverarbeitung ungeeignet ist, wird das Fadenende der Spule durch die nach
dem Abfallwickel erzeugte Fadenreservewicklung gebildet. Durch die Erfindung
gemäß Anspruch 2 läßt sich nach Fertigstellung der Spule das Fadenende leicht
identifizieren. Hierzu werden die in einer Vorwärtsbewegung und in einer
Rückwärtsbewegung zwischen der Spule und der Fadenreservewicklung
abgelegten Fadenwindungen mit unterschiedlichen Steigungen am Umfang der
Hülse abgelegt. Hierzu werden die Vorwärtsbewegung und die
Rückwärtsbewegung des Fadenführers mit unterschiedlichen
Führungsgeschwindigkeiten ausgeführt. Der besondere Vorteil dieser Erfindung
liegt darin, daß kein Abfallgarn im Weiterverarbeitungsprozeß einbezogen wird.
Bei einer bevorzugten Verfahrensvariante nach Anspruch 3 wird beim Übergang
des Fadenführers zum Spulbereich vor der Abfallwicklung die Vorwärtsbewegung
mit größerer Führungsgeschwindigkeit ausgeführt als die nach Bildung der
Abfallwicklung ausgeführte Rückwärtsbewegung des Fadenführers. Damit wird
das in der Rückwärtsbewegung abgelegte Fadenende der Fadenreservewicklung
mit einer kleinen Steigung auf der Hülse abgelegt, so daß zur Bildung des
Fadenendes der Faden innerhalb der Windungen mit kleiner Steigung durchtrennt
werden kann.
Es ist jedoch auch möglich, die Rückwärtsbewegung des Fadenführers mit
größerer Führungsgeschwindigkeit auszuführen als die Vorwärtsbewegung. Damit
ist das Fadenende mit der Fadenwindung zu bilden, die mit größerer Steigung
zwischen der Fadenreserve und der Spule abgelegt ist.
Bei der Herstellung von Färbespulen ist es auch üblich, vor dem Wickeln des
Abfallwickels eine erste Fadenreservewicklung zu wickeln. Eine derartige erste
Fadenreservewicklung kann innerhalb des Spulbereiches oder außerhalb des
Spulbereiches abgelegt werden. Bei Wicklung außerhalb des Spulbereiches
werden die beiden Fadenreservewicklungen bevorzugt an gleicher Stelle am
Hülsenumfang gewickelt. Damit ist gewährleistet, daß die zweite relevante
Fadenreservewicklung auch eine für den Weiterverarbeitungsprozeß erforderliche
gleichmäßige Einfärbung aufweist.
Um das Fadenende einer Fadenreservewicklung vorteilhaft zu fixieren, ist die
Verfahrensvariante gemäß Anspruch 7 besonders vorteilhaft. Hierbei wird der
Fadenführer zu Beginn der Fadenreservewicklung mit einer Vorwärts- und einer
direkt der Vorwärtsbewegung folgenden Rückwärtsbewegung angetrieben. Die
Vorwärtsbewegung wird mit größerer Führungsgeschwindigkeit ausgeführt als die
Rückwärtsbewegung, so daß die in der Vorwärtsbewegung auf der
Hülsenoberfläche abgelegte steile Fadenwindung mit den nachfolgenden
Windungen in der Rückwärtsbewegung überwickelt wird. Damit wird erreicht,
daß das Fadenende durch mehrere nebeneinander liegende Windungen am
Umfang der Hülse fixiert wird.
Um das Fadenende am Umfang der Hülse mit parallelen Windungen zu fixieren,
ist die Verfahrensvariante gemäß Anspruch 8 besonders vorteilhaft. Hierbei sind
die vom Fadenführer in seiner oszillierenden Bewegung zurückgelegten Strecken
unterschiedlich. In der Vorwärtsbewegung wird somit eine größere Strecke
zurückgelegt als in der Rückwärtsbewegung, so daß die abgelegte Windung in der
Vorwärtsbewegung durch die in der Rückwärtsbewegung erzeugten Windungen
überwickelt werden.
Die Verfahrensvariante gemäß Anspruch 9 ist insbesondere geeignet, um eine
Fixierung des Fadens bei minimaler Länge der Fadenreservewicklung
auszuführen. Dabei wird die Vorwärts- und die Rückwärtsbewegung des
Fadenführers impulsartig innerhalb einer auf der Hülse abgelegten Windung
ausgeführt, so daß die abgelegte Windung direkt von einer Folgewindung
überwickelt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich vorteilhaft bei allen bekannten
Aufspulvorrichtungen einsetzen. So kann der Faden nach dem Anwickeln von
dem Fadenführer zu einem Changierfadenführer einer Changiereinrichtung
übergeben werden, so daß der Fadenführer die Führung des Fadens nur während
des Fangens und während der Wicklung der Fadenreserve führt. Es ist jedoch
auch möglich, daß der Faden beim Fangen, beim Anwickeln und beim
Aufwickeln durch den Fadenführer geführt wird, so daß der Fadenführer
gleichzeitig als Changierfadenführer eingesetzt wird. Wesentlich hierbei ist, daß
die Bewegung des Fadenführers durch einen steuerbaren Antrieb mit
veränderlicher Geschwindigkeit richtungsunabhängig gesteuert werden kann.
Das Verfahren wird anhand einiger Ausführungsbeispiele und
Vorrichtungsausführungen im folgenden unter Hinweis auf die beigefügten
Zeichnungen näher beschrieben.
Es stellen dar:
Fig. 1 schematisch ein eingespanntes Hülsenende mit einem ersten
Ausführungsbeispiel einer Fadenreservewicklung;
Fig. 2 schematisch ein eingespanntes Hülsenende mit einem weiteren
Ausführungsbeispiel einer Fadenreservewicklung;
Fig. 3 schematisch eine eingespannte Hülse mit einem Abfallwickel und
Fadenreservewicklungen;
Fig. 4 schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens;
Fig. 5 schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
In Fig. 1 ist schematisch ein Hülsenende einer Hülse 13 dargestellt. Die Hülse 13
ist zur Aufnahme einer Spule zwischen zwei Zentriertellern eingespannt und wird
mit einer Aufwickelgeschwindigkeit angetrieben. In Fig. 1 ist das rechte Ende der
Hülse 13 mit dem Zentrierteller 27 gezeigt. In einer im wesentlichen parallelen
Ebene zu der Hülse 13 ist ein beweglicher Fadenführer 18 angeordnet. Der
Fadenführer 18 ist mit einem Antrieb verbunden, der nachfolgend noch näher
beschrieben wird. In dem Fadenführer 18 wird der kontinuierlich zulaufende
Faden 1 geführt.
Damit der Faden 1 auf der Hülse 13 zu einer Spule aufgewickelt werden kann,
muß der Faden 1 mittels einer Fangeinrichtung gefangen werden. Dieser
Anlegevorgang wird in bekannter Weise vorgenommen. Der Fadenführer 18 wird
hierzu in eine Fangposition am Ende der Hülse 13 bewegt. In dieser Phase wird
der zulaufende Faden 1 von einer Absaugeinrichtung oder von einer zweiten fertig
gewickelten Spule kontinuierlich aufgenommen. In der Fangposition des
Fadenführers 18 wird der Faden 1 derart über eine Fangeinrichtung geführt, daß
ein Fangen und Durchtrennen des Fadens erfolgt. Bei der in Fig. 1 dargestellten
Hülse 13 könnte beispielsweise das Fangen durch eine am Umfang des
Zentriertellers 27 eingebrachte Fangnut erfolgen, wobei der Faden durch die
Fangnut in einen Klemmschlitz zwischen dem stirnseitigen Ende der Hülse 13
und dem Zentrierteller 27 geführt wird. Nachdem der Faden 1 gefangen und
durchtrennt ist, wird der Fadenführer 18 zur Bildung einer Fadenreservewicklung
in Richtung der Spulenmitte bewegt. Diese Vorwärtsbewegung wird mit einer
vorgegebenen Führungsgeschwindigkeit des Fadenführers 18 ausgeführt, so daß
die ersten Windungen auf der Hülsenoberfläche mit einem Steigungswinkel α auf
der Hülse abgelegt werden. In Fig. 1 sind zwei Windungen dargestellt, die
während der Vorwärtsbewegung auf der Hülse 13 abgelegt wurden. Nach einer
vorgegebenen Zeit oder nach einer vorgegebenen Wegstrecke, die der
Fadenführer 18 zurückgelegt hat, wird die Vorwärtsbewegung beendet und der
Fadenführer wird zum Hülsenende mit einer Rückwärtsbewegung zurückbewegt.
Dabei erfolgt die Rückwärtsbewegung des Fadenführers 18 mit einer kleineren
Führungsgeschwindigkeit, so daß die auf der Hülse 13 abgelegten Windungen
einen kleineren Steigungswinkel β aufweisen. Die in der Rückwärtsbewegung
erzeugten Windungen werden somit über die in der Vorwärtsbewegung erzeugten
Windungen gewickelt. Damit ist das Fadenende am Umfang der Hülse 13 fixiert.
Nachdem die Fadenreservewicklung 15 fertig gewickelt ist, wird der Fadenführer
18 in den Spulbereich der Hülse 13 bewegt. Der Spulbereich ist der Bereich auf
der Hülsenoberfläche, auf dem die Spule gewickelt wird. Der Spulbereich ist
daher durch die Spulbreite definiert. Zur Bildung der Spule kann dabei der Faden
1 mittels eines separaten Changierfadenführers oder durch den Fadenführer 18
geführt werden.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Fadenreservewicklung
dargestellt. Die Vorrichtungsteile sind mit den in Fig. 1 dargestellten Bauteilen
identisch. Insoweit wird auf die vorhergehende Beschreibung Bezug genommen.
Nachdem der Faden 1 gefangen und geklemmt ist, wird der Fadenführer 18
zunächst in eine Normalebene zur Hülse 13 bewegt, in welcher die
Fadenreservewicklung 15 entstehen soll. Sobald der Fadenführer 18 die
Normalebene erreicht hat, wird eine impulsartige Vorwärts- und
Rückwärtsbewegung des Changierfadenführers 18 erzeugt, so daß der Faden 1 auf
der Hülse 13 mit einer in axialer Richtung sich erstreckenden Schleife in der
ersten Windung abgelegt wird. Daran anschließend wird unmittelbar die
Fadenreservewicklung erzeugt, wobei die Schlaufe der ersten Windung mit den
Folgewindungen überwickelt wird. Nachdem die Fadenreservewicklung 15 auf
der Hülse 13 fertiggestellt ist, wird der Fadenführer 18 in den Spulbereich bewegt.
Zur Erzeugung der Fadenreservewicklung 15 in Fig. 1 und Fig. 2 wird der
Fadenführer 18 vorzugsweise in eine Richtung mit konstanter
Führungsgeschwindigkeit bewegt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, zur
Erzeugung der Fadenreservewicklung 15 den Fadenführer 18 oszillierend mit
kleinen Auslenkungen zu bewegen, so daß eine Kreuzwicklung entsteht.
In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Fadenreservewicklung
gezeigt, die durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellt wurde. Dieses
Verfahren wird insbesondere zur Herstellung von Spulen verwendet, die nach
dem Wickeln einer Farbbehandlung unterzogen werden. Da beim Einfärben der
Spulen die ersten Fadenlagen auf der Hülsenoberfläche nicht für eine
Weiterverarbeitung geeignet sind aufgrund von Farbunterschieden, ist es
erforderlich, daß im Spulbereich ein sogenannter Abfallwickel erzeugt wird. Bei
der in Fig. 3 dargestellten Situation ist die Hülse 13 zwischen den Zentriertellern
27 und 28 eingespannt. Nach dem Anlegen des Fadens wird zur Bildung einer
Abfallwicklung auf der Hülsenoberfläche der Fadenführer 18 in den Spulbereich
bewegt, der durch die Spulenbreite B in Fig. 3 gekennzeichnet ist. Nach
Fertigstellung des Abfallwickels wird außerhalb des Spulbereiches eine
Fadenreserve 15 gewickelt. Zwischen dem Spulbereich B und der
Fadenreservewicklung 15 ist auf der Hülsenoberfläche ein sich in axialer
Richtung erstreckender Abstand A gebildet. In dem Bereich A wird durch die
Vorwärtsbewegung des Changierfadenführers 18 eine oder mehrere
Übergangswindungen durch Ablage des Fadens 1 erzeugt. Beim Übergang in die
Abfallwicklung 37 wird die Vorwärtsbewegung des Fadenführers 18 mit einer
vorgegebenen Führungsgeschwindigkeit ausgeführt, so daß mehrere Windungen
mit einem Steigungswinkel α auf der Hülsenoberfläche abgelegt werden.
Nachdem der Abfallwickel 37 fertig gewickelt ist, wird der Fadenführer 18 aus
dem Spulbereich B zur Bildung der Fadenreservewicklung 15 zum Ende der
Hülse 13 hin bewegt. Dabei wird die Rückwärtsbewegung des Fadenführers 18
mit einer Führungsgeschwindigkeit ausgeführt, die unterschiedlich ist zu der
Führungsgeschwindigkeit der Vorwärtsbewegung. Der Faden 1 wird mit
Windungen im Übergangsbereich A abgelegt, die einen Steigungswinkel β
aufweisen. In Fig. 3 hat der Fadenführer 18 den Übergangsbereich A durchlaufen
und wickelt die Fadenreservewicklung 15. Nachdem die Fadenreservewicklung
15 fertiggestellt ist, wird der Fadenführer 18 erneut mit einer Vorwärtsbewegung
in den Spulbereich B zurück verschwenkt. Die Vorwärtsbewegung wird dabei
ebenfalls mit einer Führungsgeschwindigkeit ausgeführt, die zu einer Fadenablage
mit einem Steigungswinkel α führt.
Nach Fertigstellung der Spule ist anhand der unterschiedlichen Steigungswinkel α
und β der Windungen im Übergangsbereich A somit das Fadenende zu
identifizieren, welches zur Anbindung an einer Folgespule in einem
Weiterverarbeitungsprozeß abzunehmen ist. In dem in Fig. 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel würde demnach die Windung mit dem Steigungswinkel β im
Übergangsbereich A durchtrennt und als Fadenende mit einem Fadenanfang einer
Folgespule verknotet. Damit ist gewährleistet, daß der Abfallwickel sowie
gegebenfalls eine erste Fadenreservewicklung auf der Hülse 13 verbleiben und
nicht in den Weiterverarbeitungsprozeß gelangen.
In Fig. 4 ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gezeigt, die zur
Durchführung des Verfahrens geeignet ist. Die Vorrichtung zum Aufwickeln
eines zulaufenden Fadens 1 weist eine Spulspindel 12 auf. Die Spulspindel 12 ist
auskragend mit dem Lager 17 an einem Maschinengestell gelagert. An dem
Lagerende ist die Spulspindel 12 mit einem Spindelmotor 16 verbunden. Auf der
Spulspindel 12 ist eine Hülse 13 aufgespannt. Achsparallel zur Spulspindel 12 mit
Abstand zur Hülse 13 ist eine Andrückwalze 10 angeordnet. Die Andrückwalze
10 ist mit der Achse 11 drehbar im Maschinengestell gelagert. Oberhalb der
Spulspindel 12 und der Andrückwalze 10 ist eine Changiereinrichtung 22 im
Maschinengestell eingebracht. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die
Changiereinrichtung 22 als Flügelchangierung ausgeführt. Ein als Flügel
ausgebauter Changierfadenführer 7 wird mittels eines Rotors 5 derart rotierend
angetrieben, daß der Faden 1 vom rechten Spulenrand zum linken Spulenrand
geführt wird. Hierbei gleitet der Faden an dem Leitlineal 9 entlang. Am
gegenüberliegenden Ende wird der Faden durch einen zweiten Flügel 6
übernommen, der durch einen Rotor 4 mit entgegengesetztem Drehsinn
angetrieben wird. Das Leitlineal 9 ist hierzu zwischen der Changiereinrichtung 22
und der Andrückwalze 10 angeordnet.
Die auf der Spulspindel 12 aufgespannte Hülse 13 besitzt an einem Ende eine
Fangeinrichtung 14. An dem Ende der Hülse 13 mit der Fangeinrichtung 14. An
dem Ende der Hülse 13 mit der Fangeinrichtung 14 ist oberhalb der Spulspindel
ein beweglicher Fadenführer 18 angebracht. Der Fadenführer 18 ist mit einem
Antrieb 19 gekoppelt, welcher den Fadenführer 18 in einer parallelen Ebene zur
Spulspindel 12 in Längsrichtung zur Hülse 13 vom Hülsenende weg und zum
Hülsenende zurück bewegt. Der Antrieb 19 ist mit einer Steuereinrichtung 8
verbunden. Im Bereich der Spulspindel 12 ist ein Sensor 20 zur Erfassung der
Drehzahl der Spulspindel vorgesehen. Der Sensor 20 ist mit der Steuereinrichtung
verbunden. In der Steuereinrichtung 8 sind die Steuerprogramme zur Bildung
einer Fadenreservewicklung 15 hinterlegt.
In Fig. 4 ist die Betriebssituation gezeigt, in welcher der Faden 1, der
kontinuierlich zulaufend über den Kopffadenführer 2 zur Aufwickelvorrichtung
gelangt, durch den Fadenführer 18 geführt auf die Hülse 13 aufläuft. Der Faden 1
ist bereits in der Fangeinrichtung 14 gefangen und wird auf der Hülse 13 zu einer
Fadenreservewicklung 15 angewickelt. Hierzu wird der Fadenführer 18 durch den
Antrieb 19 bewegt. Der Antrieb 19 wird dabei durch die Steuereinrichtung 8
gesteuert. Nachdem die Fadenreservewicklung auf der Hülse angelegt ist, wird der
Faden von dem Fadenführer 18 freigegeben und fällt in die Changiereinrichtung
ein. Hierzu kann beispielsweise der Fadenführer axial schwenkbar ausgeführt
sein.
Durch die Erfassung der Spindeldrehzahl kann zudem die Länge der
Fadenreservewicklung aus den Parametern Spindeldrehzahl und Wickelzeit der
Fadenreservewicklung in der Steuereinrichtung 8 vorbestimmt werden.
In Fig. 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gezeigt, wie es beispielsweise in einer Texturiermaschine
eingesetzt ist. Bei der nachfolgenden Beschreibung wurden die Bauteile mit
gleicher Funktion mit identischen Bezugszeichen bezeichnet. An einer im
Maschinengestell 40 angeordneten Schwenkachse 41 ist ein Spulenhalter 26
schwenkbar gelagert. An dem freien Ende des gabelförmigen Spulenhalters 26
sind zwei sich gegenüberliegende Zentrierteller 28 und 27 drehbar gelagert.
Zwischen den Zentriertellern 28 und 27 ist eine Hülse 13 zur Aufnahme einer
Spule gespannt. An der Oberfläche der Hülse 13 liegt eine Treibwalze 29 an. Die
Treibwalze 29 ist auf einer Antriebswelle 31 befestigt. Die Antriebswelle 31 ist an
einem Ende mit dem Walzenmotor 30 gekoppelt. Der Walzenmotor 30 treibt die
Treibwalze 29 mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit an. Über Friktion
wird nun die Hülse 13 mittels der Treibwalze 29 zu einer Spuldrehzahl
angetrieben, die ein Aufwickeln des Fadens mit Fadengeschwindigkeit
ermöglicht. Die Aufwickelgeschwindigkeit bleibt somit während der Spulreise im
wesentlichen konstant. Vor der Treibwalze 29 ist eine Changiereinrichtung 22
angeordnet. Die Changiereinrichtung 22 ist als sogenannte Riemenchangierung
aufgebaut. Hierbei ist ein Changierfadenführer 6 an einem endlosen Riemen 33
befestigt. Der Riemen 33 wird zwischen zwei Umlenkrollen 34.1 und 34.2 parallel
zur Hülse 13 geführt. In der Riemenebene ist eine vom Riemen teilumschlungene
Antriebsrolle 35 parallel zu den Umlenkrollen 34.1 und 34.2 angeordnet. Die
Antriebsrolle 35 ist auf einer Antriebswelle 44 eines Elektromotors 36 befestigt.
Der Elektromotor 36 treibt die Antriebsrolle 35 oszillierend an, so daß der
Changierfadenführer 6 in dem Bereich zwischen den Umlenkrollen 34.1 und 34.2
hin- und hergeführt wird. Der Elektromotor 36 ist über eine Steuereinrichtung 8
steuerbar. Die Steuereinrichtung 8 steht in Verbindung mit einem an dem
Spulenhalter 26 angeordneten Sensor 32, der die Drehzahl des Zentriertellers 27
sensiert.
Bei der in Fig. 5 gezeigten Vorrichtung wird der Faden zum Anlegen, zum
Fangen, zum Anwickeln und zum Aufwickeln der Spule durch den
Changierfadenführer 6 geführt. Die Steuerprogramme zur Bildung der
Fadenreservewicklung bzw. zur Bildung der Spule sind in der Steuereinrichtung 8
hinterlegt, so daß der Motor 36 den Changierfadenführer 6 in seinem
Bewegungsablauf entsprechend steuern kann. Bei der in Fig. 5 dargestellten
Betriebssituation wird die Fadenreservewicklung 15 gerade gewickelt.
1
Faden
2
Kopffadenführer
3
Changierantrieb
4
Rotor
5
Rotor
6
Changierfadenführer
7
Changierfadenführer
8
Steuereinrichtung
9
Leitlineal
10
Andrückwalze
11
Achse, Welle
12
Spulspindel
13
Hülse
14
Fangeinrichtung
15
Fadenreservewicklung
16
Spindelmotor
17
Lager
18
Fadenführer
19
Antrieb
20
Sensor
21
Fangnut
22
Changiereinrichtung
23
Fadenreservewicklung
24
Spule
26
Spulenhalter
27
Zentrierteller
28
Zentrierteller
29
Treibwalze
30
Walzenmotor
31
Antriebswelle
32
Sensor
33
Riemen
34
Umlenkrolle
35
Antriebsrolle
36
Elektromotor
37
Abfallwicklung
40
Schwenkachse
41
Maschinengestell
Claims (9)
1. Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich zulaufenden Fadens zu
einer Kreuzspule auf einer rotierenden Hülse, bei welchem der Faden
wärend des Wickeln der Spule (Spulreise) innerhalb eines Spulbereiches
abgelegt wird, bei welchem der Faden unmittelbar vor der Spulreise
außerhalb des Spulbereiches mit mehreren Windungen zu einer
Fadenreservewicklung auf der Hülsenoberfläche abgelegt wird, wobei die
Fadenreservewicklung das Fadenende der Spule bildet, und bei welchem der
Faden während der Wicklung der Fadenreserve mit einem Fadenführer
geführt wird, welcher im wesentlich parallel zur Hülsenoberfläche
beweglich ist und welcher durch einen steuerbaren Antrieb bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenführer oszillierend mit
unterschiedlichen Führungsgeschwindigkeiten bewegt wird, um das
Fadenende mit zumindest einigen Windungen der Fadenreservewicklung am
Umfang der Hülse zu fixieren.
2. Verfahren zum Aufwickeln eines kontinuierlich zulaufenden Fadens zu
einer Kreuzspule auf einer rotierenden Hülse, bei welchem der Faden
wärend des Wickeln der Spule (Spulreise) innerhalb eines Spulbereiches
abgelegt wird, bei welchem der Faden unmittelbar vor der Spulreise
außerhalb des Spulbereiches mit mehreren Windungen zu einer
Fadenreservewicklung auf der Hülsenoberfläche abgelegt wird, wobei die
Fadenreservewicklung das Fadenende der Spule bildet, und bei welchem der
Faden während der Wicklung der Fadenreserve mit einem Fadenführer
geführt wird, welcher im wesentlich parallel zur Hülsenoberfläche
beweglich ist und welcher durch einen steuerbaren Antrieb bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenführer vor Bildung der
Fadenreservewicklung mit einer Vorwärtsbewegung in Richtung der
Spulenmitte angetrieben wird, daß eine Abfallwicklung innerhalb des
Spulbereiches auf der Hülsenoberfläche erzeugt wird, daß der Fadenführer
nach Bildung der Abfallwicklung mit einer Rückwärtsbewegung
angetrieben wird, um außerhalb des Spulbereiches die
Fadenreservewicklung zu erzeugen, und daß die Vorwärtsbewegung und die
Rückwärtsbewegung mit unterschiedlichen Führungsgeschwindigkeiten des
Fadenführers ausgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorwärtsbewegung des Fadenführers mit größerer
Führungsgeschwindigkeit ausgeführt wird als die Rückwärtsbewegung.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rückwärtsbewegung des Fadenführers mit größerer
Führungsgeschwindigkeit ausgeführt wird als die Vorwärtsbewegung.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
vor Wicklung des Abfallwickels eine erste Fadenreservewicklung innerhalb
oder außerhalb des Spulbereiches gewickelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fadenreservewicklungen an gleicher Stelle mit Abstand zu dem Spulbereich
in einem Bereich am Hülsenumfang gewickelt sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Fadenführer zu Beginn der Fadenreservewicklung mit einer Vorwärts-
und einer direkt die Vorwärtsbewegung folgenden Rückwärtsbewegung
angetrieben wird und daß die Vorwärtsbewegung mit größerer
Führungsgeschwindigkeit ausgeführt wird als die Rückwärtsbewegung.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die vom
Fadenführer in seiner Vorwärtsbewegung zurückgelegte Strecke größer ist
als die Strecke, die vom Fadenführer in seiner Rückwärtsbewegung
zurückgelegt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Fadenführeres impulsartig
innerhalb einer auf der Hülse abgelegten Windung erfolgt, so daß die
abgelegte Windung von einer Folgewindung überwickelbar ist.
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