DE10021647A1 - Abtastverfahren für Drucksensoren bei druckbasierter Füllungserfassung - Google Patents
Abtastverfahren für Drucksensoren bei druckbasierter FüllungserfassungInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Abtastung eines ein Drucksignal aufnehmenden Sensors und die Drucksignale einer Drucksignal basierten Zylinderfüllungsberechnung zur Berechnung der Frischgasfüllung von Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine zugrundegelegt werden. Zum Zeitpunkt (9) des Schließens des Einlaßventils an den jeweiligen Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine wird das Drucksignal (1) durch eine Abtastfolge (10) von Einzelimpulsen (12) mehrmals hintereinander aufgenommen.
Description
Bei heutigen Anwendungen von Abtastverfahren zur sensorgestützten,
druckbasieren Füllungserfassung erfolgt eine Abtastung des Drucksensors alle 1 ms,
danach erfolgt eine Aufsummation der Abtastwerte über ein Segment. Die
Summe der Abtastwerte wird durch die Anzahl der Abtastungen geteilt, so daß ein
arithmetischer Mittelwert erhalten wird, der eine Füllungsberechnung aufgrund
der jeweiligen Partialdrücke von Restgas und Frischgas des Zylinders einer
Verbrennungskraftmaschine erlaubt.
Bei dem bisher angewandten Verfahren erfolgt eine Abtastung eines Drucksignal
sensierenden Drucksensors kontinuierlich alle 1 ms und anschließender
Mittelwertbildung zwischen zwei Zündungen (Segment). Die erhaltenen Werte
dienen zur Bestimmung des Gesamtpartialdruckes, bestehend aus dem
Restgaspartialdruck und dem Frischgaspartialdruck. Eine Bestimmung des
Gesamtpartialdruckes und die darauf beruhende Füllungsermittlung an den
jeweiligen Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine liefert nur bei
symmetrischer Pulsationsamplitude präzise Werte, um eine indirekt über den
Saugrohrdruck berechnete Füllungsbestimmung durchführen zu können. In der
Praxis können die an der Verbrennungskraftmaschine auftretenden
Pulsationsformen zum Zeitpunkt Einlaßventil schließt extrem unsymmetrisch
sein; daher kann eine arithmetische Mittelwertbildung zur Bestimmung der
Zylinderfrischluftfüllung unpräzise Ergebnisse liefern. Eine alle 1 ms erfolgende
Abtastung ist wegen sporadisch auftretenden Störungen wesentlich empfindlicher
als die Mittelwertsbildung. Diese Störungen können z. B. durch
elektromagnetische Einflüsse (EMV) hervorgerufen werden. Ein solcher
elektrischer Störimpuls kann auch beispielsweise beim Kaltstart auftreten und das
Meßergebnis des Drucksensors total verfälschen, so daß eine nicht zutreffende
Füllungsberechnung für die Zylinder der Verbrennungskraftmaschine erfolgt.
Daraus resultieren ein schlechtes Kaltstartverhalten, sowie eine starke, jedoch
vermeidbare Emissionszunahme während der Startphase, die die Umwelt
erheblich belastet, jedoch vermeidbar wäre.
Eine alle 1 ms erfolgende Abtastung des Drucksensors kann durch Störspitzen,
etwa beim Kaltstart oder aufgrund von EMV-Einflüssen zu falschen
Druckinformationen für die Frischgasbefüllungsberechnung führen, da die
ermittelten Partialdrücke unzutreffend sind und die tatsächlichen Gegebenheiten
nicht korrekt wiedergeben.
Mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung läßt sich der
Gesamtpartialdruck an den jeweiligen Zylindern einer
Verbrennungskraftmaschine kurz vor dem Zeitpunkt "Einlaßventil schließt" (Es)
mehrmals hintereinander messen. Es wird in vorteilhafter Weise ein
Abtastverfahren vorgeschlagen, bei dem die Abtastwerte durch die Anzahl der
Abtastungen geteilt werden und so ein repräsentativer, die tatsächlichen
Gegebenheiten widerspiegelnder Mittelwertdruck zur weiteren Verarbeitung zur
Verfügung steht. Anhand eines solcherart ermittelten, repräsentativen
Mitteldruckes kann eine Berechnung der Frischgasfüllung im Zylinder
durchgeführt werden. Durch die höhere Anzahl von Abtastungen des Druckes
zum Zeitpunkt "Einlaßventil schließt" (ES) entspricht der im Saugrohr der
Verbrennungskraftmaschine ermittelte Saugrohrdruck dem im Zylinder
herrschenden Gesamtpartialdruck. Da eine große Anzahl von Abtastungen kurz
hintereinander während des oben genannten Zeitpunktes vorgenommen werden,
werden eventuell aufgenommene Fehlabtastungen, verursacht durch EMV oder
andere Störspitzen während der Kaltstartphase ausgemittelt, so daß keine
unzutreffende, weil verfälschte Druckinformation in die
Frischgasfüllungsrechnung eingeht.
Ein weiterer mit der erfindungsgemäßen Lösung einhergehender Vorteil ist der
Umstand, daß bei Motoren mit großem Verhältnis von Zylinder-/Saug
rohrvotumen, d. h. bei extrem kleinem Saugrohr, die dämpfende Wirkung des
Saugrohres in Bezug auf die Ansaugluftpulsationen sehr stark in seiner Wirkung
reduziert ist. Eine Frischluftberechnung über den Saugrohrdruck wäre in diesem
Falle nicht möglich, da das Drucksignal stationär zu große Pulsationen aufweist.
Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 den Signalverlauf des Drucksensorsignals aufgetragen über der Zeitachse,
Fig. 2 den Verlauf des kontinuierlich alle 1 ms auftretenden Abtastsignales und
Bezugssignal zur Kurbelwelle,
Fig. 3 das Erzeugen eines Abtastsignalpaketes zum Zeitpunkt "Einlaßventil
schließt", aufgetragen über dem Kurbelwellenwinkel,
und
Fig. 4 mit Mittelwertbildung über 1 Segment (Zeit zwischen zwei Zündungen).
In der Darstellung gemäß Fig. 1 ist der Signalverlauf des Drucksensorsignales
über der Zeitachse aufgetragen.
In [mV] ist der Signalverlauf des Drucksensorsignales 1 über der Zeitachse 2
aufgetragen. Die Zeitachse 2 ist in [ms] skaliert. Aus der Darstellung des
Drucksensorsignales 1 in Fig. 1 ist die Amplitude 3 des Drucksignales ohne
weiteres ablesbar. Aus dem Verlauf des Drucksignales 1 geht hervor, daß die
Pulsationsform des Drucksignales 1 über der Zeitachse, d. h. dem
Kurbelwellenwinkel extrem unsymmetrisch verläuft.
Fig. 2 zeigt den Verlauf des Drucksignales, welches kontinuierlich im ms-Takt
abgetastet wird und den Bezug zur Kurbelwelle.
In der oberen Hälfte der Fig. 2 ist der Verlauf des Drucksignales über der
Zeitachse 2 aufgetragen; in der unteren Hälfte der Fig. 2 ist der Verlauf 1.2 des
ms-Signales wiedergegeben und der Bezug zur Kurbelwelle.
Aus der Darstellung gemäß Fig. 3 geht die Generierung der Abtastfolge zum
Zeitpunkt des Schließens des Einlaßventiles deutlicher hervor.
Die den Verlauf der Kurbelwellenumdrehung darstellende Horizontale ist
zunächst für einen ersten Zylinder einer Verbrennungskraftmaschine mit einer
Referenzmarke 5 (GRD-Wert) versehen. Von diesem Wert aus, der einer
bestimmten Winkelstellung der Kurbelwelle entspricht, zählt ein in der
Steuerungselektronik implementierter Softwarezähler 4 den Kurbelwellenwinkel,
bei dem das Einlaßventil des betreffenden Zylinders der
Verbrennungskraftmaschine schließt. Dieser Zeitpunkt ist mit Bezugszeichen 9
identifiziert. Während der Zeitspanne, die von der Referenzmarke 5 bis zum
Zeitpunkt des Schließens des Einlaßventiles des betreffenden Zylinders der
Verbrennungskraftmaschine vergeht, hat an dem ersten Zylinder einer
Verbrennungskraftmaschine eine Zündung des verdichteten
Kraftstoff/Luftgemisches stattgefunden, ferner hat der Kolben des betreffenden
Zylinders 1 den Hubweg vom oberen Totpunkt 6 zum unteren Totpunkt 8
zurückgelegt. Das Ansaugen des Kraftstoff/Luftgemisches ist nun abgeschlossen,
der Zeitpunkt 9 des Schließens des oder der betreffenden Einlaßventile am
Zylinder ist nunmehr erreicht.
Das Einlaßventil ist im Begriff, in seinen geschlossenen Zustand überzugehen.
Während dieses Vorganges wird der Gesamtpartialdruck des betreffenden
Zylinders mehrmals hintereinander abgetastet und entsprechende Drucksignale
aufgenommen. Die Abtastfolge 10, die den Abtastbereich 11 zum Zeitpunkt 9 des
Schließens des Einlaßventiles überstreicht - beispielsweise über einer
Mikrokontroller mit einer Quarzfrequenz von 24 MHz - erzeugt und ermöglicht
Abtastfolgen 10 von Einzelimpulsen 11, die nur 160 µs auseinanderliegen.
Verglichen mit einer alle 1 ms erfolgenden Abtastung wie sie bisher aus dem
Stand der Technik bekannt ist, sind Abtastabstände von 160 µs möglich, so daß
eine etwa 6-mal häufigere Abtastung des Drucksignales pro Zylinder der
Verbrennungskraftmaschine, verglichen mit bisherigen Anwendungen erfolgen
kann.
Im Mikrocontroller mit einer beispielsweise 24 MHz betragenden Quarzfrequenz
können die Abtastsignale bei der Berechnung und Auswertung derselben
unterschiedlich gewichtet werden. So lassen sich die Drucksignale zum Zeitpunkt
9, d. h. des Schließens des Einlaßventiles einer Berechnung der Füllungsermittlung
des betreffenden Zylinders bei der Mittelung unterschiedlich gewichten; die
Signale, die recht früh in Bezug auf den Schließzeitpunkt 9 des Einlaßventiles
liegen, oder diejenigen Signale, die spät liegen, können bei der Mittelwertbildung
im Mikrocontroller wenig stark gewichtet werden, verglichen mit denjenigen
Signalen, die unmittelbar vor dem tatsächlichen Schließzeitpunkt des
Einlaßventiles erhalten werden. Diese Signale entsprechen mit sehr hoher
Genauigkeit dem tatsächlichen Gesamtpartialdruck im entsprechenden Zylinder
der Verbrennungskraftmaschine. Diese Signale lassen sich bei der Ermittlung des
tatsächlichen Gesamtpartialdruckes im Zylinder der Verbrennungskraftmaschine
bei der Mittelwertbildung dann stärker berücksichtigen. Die Mittelwertbildung im
Druckkontroller aus Einzelabtastsignalen 11, die alle 160 µs aufgenommen
werden, erfolgt bei A/D-Wandelzeiten von ca. 10 µs und kann auch derart
vorgenommen werden, daß alle Signalwerte gleichmäßig gewichtet in die
Mittelwertberechnung eingehen. So wird vermieden, daß falsche
Abtastinformationen die ermittelten Mittelwertergebnisse verfälschen und ein
Drucksignal in die Frischgasfüllungsrechnung eingeht, welches insbesondere
während der Kaltstartphase durch sporadisch auftretende Störungen oder EMV-
Einflüsse verfälscht ist.
Bei weiterer Umdrehung der Kurbelwelle um ihre Kubelwellenachse erfolgt
gemäß Fig. 3 eine Zündung des verdichteten Kraftstoff/Luftgemisches in einem
weiteren Zylinder, nämlich dem Zylinder 2 der Verbrennungskraftmaschine,
welcher mit Bezugszeichen 13 gekennzeichnet ist. Der Zündzeitpunkt liegt einige
Kurbelwellenwinkelgrade vor dem oberen Totpunkt des Zylinders 2 der
Verbrennungskraftmaschine, in der Fig. 3 mit Bezugszeichen 14 bezeichnet.
Fig. 4 zeigt eine 1-ms-Abtastung mit Mittelwertbildung über 1 Segment.
Aus der nur schematisch wiedergegebenen Darstellung gemäß Fig. 4 geht hervor,
daß die vom Sensor erhaltenen Drucksignale in einer Summationseinheit 17
sämtlich aufaddiert werden. Die Summationseinheit 17 ist über ein
Rücksetzelement 16 auf den Wert 0 rücksetzbar. Über eine elektronisch
implementierte Zähleinrichtung 15 wird die Anzahl der ermittelten
Einzelabtastungen 12 innerhalb der Abtastfolge 10 aufgenommen. Auch die
Zähleinrichtung 15 ist mit einem Rücksetzelement 18 versehen. Die Signale
sowohl der Zähleinrichtung 15 als auch der Summationseinheit 17 werden an eine
Mittelwertbildungsstufe 19 übertragen, wo eine Mittelwertbildung entweder
gewichtet oder arithmetisch erfolgt. Bei einer gewichteten Mittelwertbildung
werden diejenigen Signale, die in der Nähe des tatsächlichen Schließpunktes des
Einlaßventiles liegen, stärker berücksichtigt, als diejenigen Signale, die weiter
entfernt vom tatsächlichen Schließpunkt des Einlaßventiles liegen. Bei einer
arithmetischen Mittelwertbildung werden die erhaltenen Druckwerte durch die
Anzahl der ermittelten Einzelimpulse 12 geteilt. Innerhalb dieses
Funktionsrahmens, gekennzeichnet durch Bezugszeichen 20, kann eine
Mittelwertbildung erfolgen, der jedoch eine höhere Anzahl von den tatsächlichen
Gesamtpartialdruckverhältnis am Zylinder wiedergebenden Drucksignalen
zugrundeliegen. Daher sind die solcher Art erhaltenen Mittelwerte wesentlich
aussagekräftiger und spiegeln ein Abbild der tatsächlich am jeweiligen Zylinder,
dessen Frischluftfüllung berechnet werden soll, vorliegenden Gegebenheiten
wider. Mittels des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahrens ist die
Abtastfrequenz genau zum kritischen Zeitpunkt, d. h. dem Schließen 9 des
Einlaßventiles des jeweiligen Zylinders der Verbrennungskraftmaschine
signifikant erhöht worden. Durch die Mittelwertbildung lassen sich weiterhin
Störsignale und nur sporadisch auftretende Signale, die ein Meßergebnis erheblich
verfälschen können, wirksam ausschließen.
1
Signalverlauf Drucksensorsignal
1.1
1-ms Signal
2
Zeitachse
3
Amplitude
4
Softwarezähler
5
Referenzmarke (GRD-Wert)
6
oberer Totpunkt Zylinder
1
7
Zündzeitpunkt Zylinder
1
8
unterer Totpunkt Zylinder
1
9
Schließzeitpunkt Einlaßventil
10
Abtastfolge
11
Abtastbereich
12
Einzelimpuls
13
Zündzeitpunkt Zylinder
2
14
oberer Totpunkt Zylinder
2
15
Zähleinrichtung Abtastanzahl
16
Rücksetzelement nach Segmentende
17
Summierer
18
Rücksetzelement nach Segmentende
19
Mittelwertbildner
20
Funktionsrahmen
Claims (8)
1. Verfahren zur Abtastung eines Drucksensors, der Drucksignale (1) erzeugt,
der Drucksignale (1) aufnimmt, die einer Drucksignal-basierten
Zylinderfüllungsberechnung zur Berechnung der Frischgasfüllung der
Zylinder einer Verbrennungskraftmaschine zugrundegelegt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß zum Zeitpunkt des Schließens (9) des jeweiligen
Einlaßventiles an den jeweiligen Zylindern einer Verbrennungskraftmaschine
das Drucksignal (1) durch eine Folge (10) von Abtastungen mehrmals
hintereinander aufgenommen wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gesamtpartialdruck im Zylinder der Verbrennungskraftmaschine kurz vor
dem Zeitpunkt (9) des Schließens des Einlaßventiles mehrmals hintereinander
aufgenommen wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der
Einzelabtastungen (12) innerhalb der Abtastfolge (10) von Abtastungen
abhängig von der Grundpulsation der Verbrennungskraftmaschine ist.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtastfolge
(10) der Einzelabtastungen (12) bei 160 µs liegt.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Anzahl
der Einzelabtastungen (12) innerhalb der Abtastfolge (10) ein repräsentativer
Drehzahlwert zur Berechnung der Frischgasfüllung im Zylinder zur
Verfügung steht.
6. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Generierung
der Abtastfolge (10) nach Ablauf einer Zeitspanne (4) nach einer
Referenzmarke (5) erfolgt.
7. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtastfolge
(10) nach Passage des unteren Totpunktes (8) des jeweiligen Zylinders der
Verbrennungskraftmaschine generiert wird.
8. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtastfolge
(10) von einem Mikrokontroller mit einer Quarzfrequenz von 24 MHz, bei
A/D-Wandelzeiten von ca. 10 µs erzeugt wird.
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