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DE1000950B - Verfahren zum Suessen von thermisch gespaltenem Benzin - Google Patents

Verfahren zum Suessen von thermisch gespaltenem Benzin

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Publication number
DE1000950B
DE1000950B DEST8295A DEST008295A DE1000950B DE 1000950 B DE1000950 B DE 1000950B DE ST8295 A DEST8295 A DE ST8295A DE ST008295 A DEST008295 A DE ST008295A DE 1000950 B DE1000950 B DE 1000950B
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DE
Germany
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gasoline
cbm
charge
percent
free
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Pending
Application number
DEST8295A
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English (en)
Inventor
Moses Gordon
George E Thompson
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Standard Oil Co
Original Assignee
Standard Oil Co
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Publication date
Application filed by Standard Oil Co filed Critical Standard Oil Co
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Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G27/00Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by oxidation
    • C10G27/04Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, by oxidation with oxygen or compounds generating oxygen

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft das Süßen von sauren, thermisch gespaltenen Benzinen mit ASTM-Endpunkten von nicht über 2200C und Mercaptanzahlen von nicht über 1,2, wobei das Benzin in Gegenwart von freiem Sauerstoff mit einer wäßrigen Alkalihydroxydlösung, die eine kata-Iy tische Menge Alkylphenole enthält und in solcher Menge vorhanden ist, daß ihre Löslichkeit in der Beschickung überschritten wird, in Gegenwart einer so großen Menge freien Schwefels, daß die Beschickung praktisch gesüßt, das entstehende Produkt aber nicht korrosiv gemacht wird, bei über 27° so lange zusammengebracht wird, bis ein praktisch süßes Benzin entsteht, worauf dieses von der wäßrigen Phase abgetrennt wird.
Zum Süßen von Benzin sind zahlreiche Verfahren bekannt. Nach der USA.-Patentschrift 2 015 038 wird das saure Benzin mit einer wäßrigen Alkalihydroxydlösung, Phenolverbindungen und einem freien Sauerstoff enthaltenden Gas zusammengebracht (Phenolverbindungen, die in diesem Verfahren mit Erfolg benutzt werden können, können durch Ätzalkaliextraktion der Benzine erhalten werden). Überraschenderweise jedoch wurde gefunden, daß thermisch gespaltene Benzine mit einer Mercaptanzahl über 1,2 nach diesem bekannten Verfahren nicht gesüßt werden können.
Ein anderes Verfahren zum Süßen saurer Benzine besteht darin, daß man sie mit wäßrigem Ätzalkali und freiem Schwefel zusammenbringt. Obwohl dieses Verfahren sich praktisch bei allen Ausgangsstoffen dieser Art als verhältnismäßig wirksam erwiesen hat, hat es doch den Nachteil, daß das gesüßte Benzin fast immer korrosiven Schwefel enthält. Es ist sehr schwierig, den Schwefelzusatz so zu regeln, daß er gerade für das Süßen ausreicht. Bei diesem Verfahren tritt überschüssiger freier Schwefel in dem Endprodukt als korrosiver Schwefel auf. Da außerdem der Schwefel die Oxydation der Mercaptane zu den Disulfiden bewirken soll, ist eine große Menge Schwefel erforderlich, wodurch das Endprodukt wiederum gegenüber Tetraäthylblei außerordentlich unempfindlich ist.
Ein Ziel der Erfindung ist das Süßen saurer, thermisch gespaltener Benzine, die dem Doktortest genügen und praktisch frei von korrodierendem Schwefel sind. Der ASTM-Endpunkt soll nicht über 220° liegen, die Mercaptanzahl nicht über 1,2. Die Behandlung geschieht mit einer wäßrigen Ätzalkali-Kresylat-Lösung, freiem Schwefel und freiem Sauerstoff.
Thermisch gespaltene Benzine mit einer Mercaptanzahl nicht über 1,2 können nach einem Verfahren gesüßt werden, bei dem sie mit einer wäßrigen Alkalihydroxydlösung, die etwa 5 Gewichtsprozent freies Ätzalkali und eine katalytische Menge (vorzugsweise 2 Volumprozent) Alkylphenole enthält, freiem Sauerstoff und so viel freiem Schwefel, daß das Produkt gesüßt, aber nicht korrosiv wird, behandelt werden. Die Behandlung wird Verfahren zum Süßen von thermisch
gespaltenem Benzin
Anmelder: Standard Oil Company,
Chicago, 111. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. H. Ruschke, Berlin-Friedenau,
und Dipl.-Ing. K. Grentzenberg, München 13,
Ainmillerstr. 26, Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 26. Juni 1963
Moses Gordon und George E. Thompson, Chicago,
111. (V. St. Α.),
sind als Erfinder genannt worden
bei 27°, vorzugsweise zwischen 49 und 71°, so lange Zeit durchgeführt, daß ein doktorsüßes Produkt, mit einer Mercaptanzahl wesentlich unter 1, z.B. zwischen 0,5 und 0,7, entsteht.
Die Beschickung des vorliegenden Verfahrens besteht aus Benzinen aus der thermischen Spaltung. Darunter versteht man Verkokung, Gasölspaltung und Reformierung schwerer Benzine. Diese Spaltbenzine haben einen ASTM-Endpunkt von nicht über 220° und vorzugsweise einen Siedebereich zwischen 49 und 205°. Sie können mit einer schwachen Ätzalkalilösung vorgewaschen werden, um den H2S zu entfernen; die Beschickung braucht aber nicht H2S-frei zu sein. Ein thermisch gespaltenes Benzin, das dem üblichen Ätzalkali-Kresylat-Extraktionsverfahren unterworfen worden ist, um einen Teil der Mercaptane zu entfernen, kann ebenfalls als Beschickung: dienen.
Das Behandlungsgut kann Mercaptanzahlen aufweisen, die über 1,2 und über 20 liegen; selbstverständlich können auch Benzine mit niedrigeren Mercaptangehalten verwendet werden. Im allgemeinen soll aber die Mercaptanzahl vorher nach anderen Verfahren auf unter 20 herabgesetzt werden.
Bei vorliegendem Verfahren soll die wäßrige Ätzalkalilösung in solcher Menge vorhanden sein, daß sie eine getrennte Phase bildet. Dabei kann das Süßen mit Mengen dieses Mittels bewirkt werden, die gerade ausreichen, um die Benzine leicht zu trüben. In den meisten Fällen soll die Menge der wäßrigen Ätzalkalilösung zwischen 10 und 200 Volumprozent, bezogen auf die Benzinbeschickung, betragen. Bevorzugt werden etwa 25 bis 50 Volumprozent benutzt.
609 766/378
ι ουυ
Die Ätzalkalikomponente des wäßrigen Behandlungsmittels kann aus Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd oder Gemischen von beiden bestehen. In der Lösung kann das Ätzalkali in freier Form und in chemischer Verbindung mit den Alkylphenolen vorliegen. Schließlich kann ein Teil des Ätzalkalis in dem Behandlungsmittel auch mit sauren Verunreinigungen verbunden sein. Das Ätzalkali muß zu wenigstens 5 Gewichtsprozent als freies Alkali vorliegen. Es können höhere Ätzalkalikonzentrationen angewandt
liegt die zur Süßung erforderliche Menge Schwefel mehr bei 0,72 als bei 0,45 kg; das trifft normalerweise auf Benzine mit ASTM-Endpunkten merklich über 205° zu. Unter normalen Umständen liegen die Temperaturen, unter denen die Süßung durchgeführt wird, zwischen 27 und 99°. Man behandelt Benzine, die leichtere Fraktionen, d.h. Butane und Pentane, enthalten, bei unter 38°, um Verluste durch Verdampfung zu vermeiden. Zweck-
raturen und verlängerten Kontaktzeiten nicht mit einer wäßrigen Ätzalkali-Kresol-Lösung in Gegenwart von Luft gesüßt werden, dagegen kann ein gesüßtes Produkt erhalten werden, wenn man in Gegenwart von freiem 5 Schwefel arbeitet. Dabei muß die Menge freien Schwefels wohl wirksam sein, darf aber das behandelte Benzin nicht korrosiv machen. Bei Anwendung freien Schwefels werden Kontakttemperatur und Kontaktzeit günstig beeinflußt. Mit zunehmender Mercaptanzahl steigt auch werden, in einigen Fällen sind sogar gesättigte Lösungen, io die erforderliche Menge freien Schwefels an. Die Anwenz.B. 50°/0 NaOH, erwünscht. Bevorzugt jedenfalls soll dung von mehr als 0,81 kg Schwefel je 160 cbm Benzin der Gesamtgehalt an Ätzalkali, d.h. die Summe freien je Mercaptanzahl scheint sich gegenteilig auf die Tetra- und gebundenen Ätzalkalis, in dem wäßrigen Behänd- äthylblei-Empfindlichkeit des Benzins auszuwirken, so lungsmittel zwischen 15 und 25 Gewichtsprozent liegen. daß ein korrodierendes Benzin entsteht. Bei einigen Als Alkylphenole können in der Erfindung alle Alkyl- 15 Benzinen können freie Schwefelmengen von nur 0,225 kg/ oxybenzole, z.B. Kresol, Xylenol, verwendet werden. 160 cbm/Mercaptanzahl oder darunter ausreichend sein. Bevorzugt werden jene Alkylphenole, die in den Erdöl- Bevorzugt werden zwischen 0,45 und 0,72 kg Schwefel je kohlenwasserstoffen, insbesondere jenen der thermischen 160 cbm Benzin je Mercaptanzahl benutzt, um aus ther- und katalytischen Spaltprozesse, bereits vorhanden sind. misch gespaltenen Benzinen mit einem Siedebereich Diese Alkylphenole können durch Extraktion der Erdöl- 20 zwischen 49 und 205° ein doktorsüßes Produkt zu erkohlenwasserstoffe mit konzentrierter wäßriger Ätzalkali- halten. Sind die Mercaptane sehr schwer zu oxydieren, so lösung erhalten werden. Die aus dem gespaltenen Benzin
stammenden Kresole haben einen ASTM-Siedebereich
zwischen 188 und 227°. Alkylphenole kommen auch in
den Erdölkohlenwasserstoffen vor, die in dem Siedebereich 25
über dem Gasolin sieden, d.h. bei Kohlenwasserstoffen
mit Siedepunkten zwischen 177 und 315°. Diese Alkylphenole werden gewöhnlich als »schwere Xylenole« bezeichnet und können durch Behandlung gespaltener und
natürlicher Gasöle mit konzentrierter, z.B. 40%iger 30 mäßig wendet man aber höhere Temperaturen an, wowäßriger Ätzalkalilösung erhalten werden. Diese schweren durch die Süßung beschleunigt wird. Deshalb führt man
bei thermischen Spaltbenzinen mit Siedepunkten zwischen 49 und 205° die Behandlung zwischen 49 und 71° durch. Bei Benzinen, die schwerer zu süßen sind, kann man bei wirken als Lösungsvermittler für die Mercaptane. Sie 35 über 71° arbeiten.
verhindern ferner das Auftreten von korrodierendem Das Gemisch aus freiem Schwefel, Ätzalkalilösung,
Benzin und freiem Sauerstoff soll so lange in Berührung gehalten werden, bis die Süßung beendet ist, d.h. bis ein Benzin mit einer Mercaptanzahl unter 1 entsteht. Die
phenole, vorzugsweise in der Größenordnung von 2 Volum- 40 erforderliche Kontaktzeit hängt von der Mercaptanzahl prozent, vorliegen. Mehr Alkylphenole sind stets vorteil- und der Art der Benzine ab, liegt normalerweise aber haft, und in gewissen Fällen sind sogar gesättigte Lösungen zwischen 1 und 60 Minuten. Für die meisten Fälle reicht der Alkylphenole zweckmäßig. Die Alkylphenole erhöhen eine Kontaktzeit von 2 bis 20 Minuten aus. aber auch die Viskosität der Lösung, wodurch Schwierig- Nach beendeter Süßung läßt man das Gemisch aus
keiten bei der Phasentrennung auftreten können. Es ist 45 wäßriger Lösung und Benzin lange genug absitzen, damit zweckmäßig, die Alkylphenolmenge bei Verwendung von sich das Benzin von der unteren wäßrigen Phase trennt. Natriumhydroxyd auf etwa 30 Volumprozent und vor- Gewöhnlich lohnt sich die Rückführung der letzteren in zugsweise 20 Volumprozent zu begrenzen; bei Verwendung die erste Kontaktphase. Im Laufe der Zeit sammeln sich von Kaliumhydroxyd können etwas größere Mengen an- in der wäßrigen Phase Thiosulfate und andere Salze als gewandt werden. Bevorzugt werden 5 bis 20 Volum- 45 Nebenprodukte an, die die Süßung beeinträchtigen und prozent der Alkylphenole in der wäßrigen Lösung benutzt. die Konzentration des freien Ätzalkalis herabsetzen. In Der freie Sauerstoff kann in das Verfahren entweder gleicher Weise nimmt die Konzentration der Kresole in in Form von reinem Sauerstoff, d.h. aus der Bombe, oder dem Behandlungsmittel zu, wenn die Benzinbeschickung in Form eines freien Sauerstoff enthaltenden Gases, z.B. nicht mit Ätzalkali zwecks Entfernung des H2S vorge-Luft, eingeführt werden. Es werden sehr geringe Mengen 50 waschen oder zur Herabsetzung der Mercaptanzahl mit freien Sauerstoffs zur Oxydation der im Benzin befind- Ätzalkali-Kresylat-Lösung ausgezogen worden ist. Aus liehen Mercaptane zu Disulfiden benötigt; es muß aber diesem Grunde empfiehlt es sich, die Ätzalkalilösung von eine zur Oxydation der leicht oxydierbaren Mercaptane Zeit zu Zeit zu verwerfen und durch frische zu ersetzen ausreichende Menge vorhanden sein, da der Schwefel zur oder einen Teil der Lösung ununterbrochen aus dem Oxydation der schwer oxydierbaren Mercaptane benötigt 60 System abzuziehen und durch entsprechende frische wird. Mit steigender Mercaptanzahl des sauren Benzins Lösung zu ersetzen.
steigt auch die erforderliche Menge freien Sauerstoffs an. Die so erhaltenen Ergebnisse werden durch mehrere
Gewöhnlich reichen 0,14 cbm Luft je 0,16 cbm Benzin Laboratoriumsversuche erläutert. Die dazu benutztenBenzur Erzeugung ernes gesüßten Produktes aus. Bevorzugt zine werden mit der üblichen Ätzalkali-Kresylat-Lösung werden zwischen 0,0056 und 0,056 cbm freien Sauerstoffs 65 unter Extraktion von Mercaptanen bis zu Mercaptanauf 0,16 cbm sauren Benzins zugegeben. Wenn Luft be- zahlen von 1 bis 4,1 behandelt. Das Süßen dieser Benzine nutzt wird, gibt man 0,028 bis 0,28 cbm Luft je 0,16 cbm wurde sowohl unter Verwendung des Ätzalkali-Kresylatsauren Benzins zu. Luft-Schwefel-Verfahrens als auch des Ätzalkali-Kresy-
Thermisch gespaltene Benzine mit über 1,2 liegenden lat-Luft-Verfahrens (zum Vergleich) durchgeführt. Bei Mercaptanzahlen können selbst bei erhöhten Tempe- 70 allen Versuchen wurde die Temperatur auf 60° gehalten.
Xylenole haben ein ASTM-Siedebereich zwischen etwa 190 und 295° oder höher.
Die Alkylphenole in der wäßrigen Ätzalkalilösung
Schwefel in dem Benzin, weil sie möglicherweise mit dem überschüssigen, freien Schwefel reagieren. In der wäßrigen Ätzalkalilösung muß eine katalytische Menge der Alkyl-
Die Stärke der Ätzalkalilösung schwankte zwischen 19 und 22 Gewichtsprozent, bezogen auf die Ätzalkali-Kresylat-Lösung. Bei allen Versuchen wurden auf 400 ecm Benzin 100 ecm Ätzalkali-Kresylat-Lösung eingesetzt. Stets wurde Luft mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 ecm je Minute zugegeben. Aus den Destillationen der bei diesen Laboratoriumsversuchen benutzten Benzine
ging hervor, daß sie alle zwischen 55 und 205° siedeten. Süße Benzine sollen Mercaptanzahlen oder Cu-Zahlen von unter 1, z.B. 0,5, haben. Diese Zahlen geben die Anzahl Milligramme Mercaptanschwefel auf 100 cm3 Benzin an. Weitere Einzelheiten über diese Versuche sind aus der folgenden Tabelle I zu entnehmen.
Tabelle I
1 2 3 Versuch
4
5 6 7
Mercaptanzahl
der Beschickung
1,0
5
10
süß
1,2
5
20
sauer
1,2
5
20
2,4
süß
1,2
5
20
Grenze
2,9
10
10
sauer
4,1
20
20
sauer
4,1
20
20
8,2
süß
Zeit in Minuten
Volumprozent Kresole, auf
das Mittel bezogen
Schwefel in mg1)
Produkt
Die in den Versuchen 3 und 7 zugesetzte Schwefelmenge entsprach 0,81 kg/160 cbm Benzin/Mercaptanzahl.
Aus den Versuchen 2 bis 4 geht hervor, daß Schwefel benötigt wird, wenn man beim Süßen thermisch gespaltener Benzine mit Mercaptanzahlen über 1,2 ein doktorsüßes Produkt erhalten will. Weiter geht daraus hervor, daß 0,81 kg Schwefel/160 cbm Benzin/Mercaptanzahl dabei ausreichen, um ein doktorsüßes Produkt zu erzielen.
In einem technischen Großversuch ist ein thermisch gespaltenes Benzin mit der Mercaptanzahl 16 mit Hilfe einer Ätzalkali-Kresylat-Lösung, freiem Sauerstoff und etwa 0,72 kg freien Schwefels/160 cbm Benzin/Mercaptanzahl gesüßt worden; das gesüßte Produkt enthielt keinen korrodierenden Schwefel.
Ein solches Verfahren wird in der Zeichnung erläutert.
Es wird ein saures, thermisch gespaltenes Benzin, das zuvor mit der üblichen Ätzalkali-Kresylat-Lösung extrahiert wurde (um die Mercaptanzahl von 24 auf etwa 7,5 zu senken) und das zwischen 49 und 205° siedet, aus Vorrat 11 durch Leitung 12 mit einer Geschwindigkeit von etwa 96 cbm je Stunde in das System gegeben. Aus Leitung 12 gelangt das Benzin in den Wärmeaustauscher 13, aus dem das erwärmte Benzin über Leitung 14 in die Leitung 15 fließt.
Der freie Schwefel wird am zweckmäßigsten mit Hilfe des Benzins in das System eingebracht, das aus dem Vorrat 11 entnommen wird. Dieses Benzin, das etwa 0,4 bis 0,5 Gewichtsprozent Schwefel bei einer Temperatur von etwa 49° enthielt, wird mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 1 je Stunde aus dem Vorrat 16 über Leitung 17 in die Leitung 15 eingeführt. Der freie Schwefel kann auch unmittelbar in die Leitung 15 abgemessen werden, oder man kann ihn auch in Benzin aufschlämmen, das nicht als Beschickung dient.
Aus dem Vorrat 18 wird Luft in einer Menge von 67,2 cbm je Stunde über Leitung 19 in die Leitung 15 gegeben.
Rückgeführte wäßrige Ätzalkali-Kresylat-Lösung, die mit frischer Lösung verstärkt sein kann, wird aus Leitung 20 in einer Menge von 24 cbm je Stunde in Leitung 15 eingeleitet. Diese wäßrige Lösung enthält meist Ätzalkali in einer Konzentration von etwa 8 Gewichtsprozent und eine Kresolkonzentration von etwa 15 Volumprozent.
In der Leitung 15 vermischen sich Benzin, freien Schwefel enthaltendes Benzin, Luft und die wäßrige Ätzalkali-Kresylat-Lösung miteinander. Diese Bestandteile werden im Mischer 21 von beliebiger Form noch weiter miteinander vermischt.
Das aus Mischer 21 ausfließende Gemisch wird über Leitung 22 in Bodennähe in den Kontaktkessel 23 übergeführt. Dieser zylindrische Kontaktkessel ist 9 m hoch und hat 3 m Durchmesser sowie ein Fassungsvermögen von 64 cbm. Die Kontaktzeit beträgt bei 49° etwa 5 Minuten.
Vom Boden des Kontaktkessels 23 wird entweder ununterbrochen oder in entsprechenden Zwischenräumen über Leitung 24 eine wäßrige Phase abgezogen. Am Kopf des Kontaktkessels 23 werden Benzin, das etwas Ätzalkali-Kresylat-Lösung gelöst bzw. suspendiert enthält, und Luft abgezogen, die durch Leitung 25 in einen zweiten Kontaktkessel 26 in Bodennähe eingeführt werden.
Dieser Kontaktkessel 26 gleicht in Größe und Gestalt völlig dem Kontaktkessel 23. Die durch das Benzin in den Kontaktkessel 26 eingebrachte wäßrige Phase setzt sich an dessen Boden ab und wird durch Leitung 27 entweder ununterbrochen oder in bestimmten Zwischenräumen abgezogen.
Das aus Kontaktkessel 26 ausfließende Benzin gelangt durch Leitung 28 in den Abscheider 29. Dieser hat Größe und Gestalt der Kontaktkessel 23 und 26 und das gleiche Fassungsvermögen. Um ein schleierfreies Produkt direkt aus der Anlage abnehmen zu können, muß man mehr als einen Abscheider 29, im allgemeinen drei bis vier solcher Abscheider in Reihe, anwenden. Statt dieser Abscheider kann man die üblichen Entmischer, die mit Glasfasern oder ähnlichem geeignetem Material gefüllt sind, oder aber auch Salztrommeln benutzen. Wird das gesüßte Benzin in einen Lagertank gepumpt, so reicht ein Abscheider aus, weil dann das Produkt so lange im Tank gehalten werden kann, bis es schleierfrei und klar ist. Man kann in diesem Falle auch ohne den Abscheider auskommen und den ganzen Absetzvorgang im Lager abwarten.
Das durch Leitung 30 abgezogene gesüßte und nicht korrosive Produkt soll dann entweder durch indirekten Wärmeaustausch oder durch Wasserwäsche auf Raumtemperatur abgekühlt werden. Kühlt man direkt mit Wasser, ist ein Abscheider erforderlich, damit sich das Wasser aus dem Benzin wieder absetzen kann.
Die in den Kontaktkesseln 23 und 26 noch nicht ausgeschiedene wäßrige Phase trennt sich in dem Abscheider 29 ab. Die am Boden dieses Abscheiders ausgeschiedene wäßrige Phase wird durch Leitung 31 entweder ununterbrochen oder in entsprechenden Zwischenräumen abgezogen.
Die wäßrige Phase wird aus den Kontaktkesseln und dem Abscheider durch die Leitungen 24, 27 bzw. 31 abgezogen. Die Leitungen 24 und 31 münden in Leitung 27, wodurch die gesamte wäßrige Phase in den Mischer 21 zurückgeführt werden kann. Bei dem Abfließen aus der Verbindungsstelle der Leitungen 24, 27 und 31 kann ein Teil der vereinten wäßrigen Phase über Leitung 32 in Zwischenräumen oder ununterbrochen abgezogen und verworfen werden. Aus Vorrat 33 wird über Leitung 34 in Zwischenräumen oder ununterbrochen frische Ätzalkali-Kresylat-Lösung zugegeben, um die rückgeführte wäßrige Phase zu verstärken.
Die mit dem Benzin ausströmende Luft kann nach dem Süßen zu jeder Zeit abgelassen werden. Das kann durch eine Abgasleitung geschehen; man kann die Luft aber auch in einen Lagerraum ablassen, wenn das aus Sicherheitsgründen erforderlich ist.

Claims (8)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum Süßen eines thermisch gespaltenen Benzins mit einer zwischen 1,2 und 20 liegenden Mercaptanzahl, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung in Gegenwart von 0,0056 bis 0,28 cbm freien Sauerstoffs je 0,16 cbm Beschickung mit einer wäßrigen Ätzalkahlösung, die mindestens 5 Gewichtsprozent freien Sauerstoff und mindestens 2 Volumprozent Alkylphenole enthält, in einer Menge, die mindestens zur Bildung eines wäßrigen Schleiers in der Beschickung ausreicht, und mit freiem Schwefel in einer Menge, die mindestens ausreicht, um die Be-Schickung zu süßen, aber nicht mehr als 0,81 kg je 160 cbm Beschickung je Mercaptanzahl derselben beträgt, bei einer Temperatur zwischen 27 und 82° so lange in Berührung gebracht wird, bis die Mercaptanzahl der Beschickung auf praktisch unter 1 verringert ist, und daß ein süßes, nicht korrodierendes Benzin von der wäßrigen Phase abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung in Gegenwart von 0,0056 bis 0,056 cbm freien Sauerstoffs je 0,16 cbm Beschickung zusammengebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel in einer Menge zwischen 10 und 200 Volumprozent, auf die Beschickung bezogen, vorhanden ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschickungsbenzin einen ASTM-Endpunkt von nicht über 220° hat.
5. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungstemperatur zwischen 38 und 71° liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die benutzten Alkylphenole aus dem thermisch gespaltenen Beschickungsbenzin stammen.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung in Gegenwart von 0,028 bis 0,28 cbm Luft je 0,16 cbm Beschickung mit, auf die Beschickung bezogen, 25 bis 50 Volumprozent wäßriger Ätzalkalilösung, die 15 bis 25 Gewichtsprozent freien und gebundenen Ätzalkalis und 5 bis 20 Volumprozent von aus gespaltenen Erdölbenzinen stammenden Kresolen enthält, und mit freiem Schwefel in einer Menge von 0,45 bis 0,72 kg je 160 cbm Beschickung je Mercaptanzahl derselben bei einer Temperatur zwischen 49 und 71° zusammengebracht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung zwischen 49 und 205° siedet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 552 399, ref. i. Chem. Zentralblatt 1953, S. 9688.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungein
609 766/378 1.57
DEST8295A 1953-06-26 1954-06-11 Verfahren zum Suessen von thermisch gespaltenem Benzin Pending DE1000950B (de)

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