DE1000616B - Verfahren zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des Benzolgehalts brennbarer Gase und Vorrichtung zu der Durchfuehrung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des Benzolgehalts brennbarer Gase und Vorrichtung zu der Durchfuehrung dieses VerfahrensInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des
Benzolgehalts brennbarer Gase, beispielsweise von Koksofengas, sowie eine für die Durchführung dieses
Verfahrens geeignete Vorrichtung.
Bei einem bekannten Verfahren wird ein Teil eines konstanten Stromes des zu untersuchenden Gases in
einer Flamme — weiterhin als Meßflamme zu bezeichnen — verbrannt und der restliche Teil in zwei in
ihrem Verhältnis zueinander gleichbleibende Teilströme aufgeteilt, worauf einer dieser Teilströme vollständig
von Benzol, beispielsweise mittels Adsorption an Aktivkohle, befreit wird, anschließend beide Teilströme
wiedervereinigt werden und der so erhaltene Gasstrom in einer zweiten Flamme — weiterhin als
Vergleichsflamme zu bezeichnen — verbrannt wird, wobei die Differenz zwischen der Leuchtkraft der
Meßflamme und derjenigen der Vergleichsflamme als Maß für den Benzolgehalt des zu untersuchenden
Gases gilt.
Dieses Verfahren gründet sich auf die Erkenntnis, daß man eine Differentialmessung anzuwenden hat,
weil das Gas, dessen Benzolgehalt zu ermitteln ist, sonstige Bestandteile enthalten kann, die eine Steigerung
der Leuchtkraft der Meßflamme hervorzurufen vermögen, zum anderen darauf, daß eine Speisung der
Vergleichsflamme mit Gas, dem sämtliches Benzol entzogen ist, nicht möglich ist, wobei von der Erkenntnis
ausgegangen wird, daß eine Flamme unter Umständen erst dann aufleuchtet, wenn das zur
Speisung besagter Flamme verwendete Gas einen gewissen minimalen Benzolgehalt aufweist.
Die zu verwendende Vorrichtung muß unter Berücksichtigung des letzterwähnten Umstandes so zusammengesetzt
sein, daß das Gas, das der Vergleichsflamme zuströmt, stets so stark benzolhaltig ist, daß
als unmittelbare Folge der Verbrennung von Benzol diese Flamme jedenfalls leuchtet. Dies läßt sich durch
geschickte Einstellung des Verhältnisses zwischen den obenerwähnten Teilströmen erzielen.
Unter der Bezeichnung »Benzol« soll im Sinne dieser Beschreibung verstanden werden: diejenigen
Bestandteile des zu untersuchenden Gases, die zu der Leuchtkraft einer mit besagtem Gas gespeisten
Flamme einen Beitrag leisten und von dem zur teilweisen Enfernung gewählten Mittel festgehalten
werden.
Die Bezeichnung »Benzol« wurde gewählt, weil in einem Falle, der für die Praxis wichtig ist, nämlich
die Bestimmung der aufleuchtenden Bestandteile von Koksofengas unter Verwendung von Aktivkohle als
Reinigungsmittel, sich das Meßergebnis auf den Gehalt des untersuchten Gases an Benzol und seinen
Homologen bezieht. Es eignet sich das erfindungs-Verfahren
zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des Benzolgehalts brennbarer Gase und Vorrichtung
zu der Durchführung dieses Verfahrens
Anmelder:
Stamicarbon N. V., Heerlen (Niederlande)
Stamicarbon N. V., Heerlen (Niederlande)
Vertreter: Dr. F. Zumstein, Patentanwalt, München 2, Bräuhausstr. 4
" Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 23. April 1954
Henry Jacques de Heer, Geleen und George Johan Marie Esther, Pagnier, Beek (Niederlande),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
2
gemäße Verfahren in dieser Beziehung hervorragend für die Ausbeutebestimmung bei der Gewinnung von
Benzol aus Koksofengas.
Gemäß der Erfindung läßt sich eine erhebliche Verbesserung des erwähnten Verfahrens durch Anwendung
einer zusätzlichen selbsttätigen Regelung erzielen, die das Konstanthalten des Verhältnisses
zwischen dem Gasstrom zu der Meßflamme und dem Gasstrom zu der Vergleichsflamme bezweckt. Vorzugsweise
wendet man die Regelung erst an, nachdem man aus dem Gas, das der Vergleichsflamme zuströmt,
das vorhandene Benzol teilweise entfernt hat.
Wenn man es unterläßt, die in Rede stehende Regelung anzuwenden, so ist sichtlich, infolge von
während der Messung in der Zusammensetzung des zu untersuchenden Gases auftretenden Schwankungen,
die Korrelation zwischen einerseits den Meßergebnissen, zum anderen dem nach Adsorption an Aktivkohle
und Dampfdestillation des adsorbierten Benzols gefundenen Benzolgehalt unbefriedigend.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist dementsprechend Mittel auf, die das Verhältnis zwischen
dem Gasstrom zu der Meßflamme und dem Gasstrom zu der Vergleichsflamme selbsttätig konstant halten.
Die Erfindung soll an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden.
Fig. ι zeigt eine Vorrichtung nach der Erfindung;
Fig. 2 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform der
Vorrichtung, die sich in der Praxis als sehr betriebssicher herausgestellt hat.
In der Fig. ι bezeichnet ι eine Leitung, durch die
das zu untersuchende Gas hindurchströmt. Mit Hilfe der Zweigleitung 2 und des Vordruckreglers 3, der
einen relativ hohen Widerstand aufweist, wird in der Leitung 4 ein konstanter Gasstrom erzeugt. Ein Teil
dieses Stromes fließt sodann durch die Leitung 5 und wird schließlich mittels eines zum Erzeugen der
Meßflamme angewandten Brenners 31 — weiterhin Meßbrenner genannt — verbrannt; der restliche Teil
besagten Stromes fließt durch die Leitung 6 und teilt sich später in zwei Teilströme auf, die durch die Leitungen
7 und 8 hindurch weiterfließen. Der durch die Leitung 8 fließende Teilstrom zieht durch eine mit
Aktivkohle beschickte Patrone 9; die Aktivkohle hält hierbei das Benzol des hindurchziehenden Gases fest.
Die aus den Leitungen 7 und 8 strömenden Teilströme werden in der Leitung 10 wiedervereinigt. Das so
erhaltene Vergleichsgas wird schließlich mittels eines zum Erzeugen der Vergleichsflamme dienlichen Brenners
32 — weiterhin Vergleichsbrenner genannt — verbrannt.
Das verlangte konstante Verhältnis der durch die Leitungen 7 und 8 hindurchfließendeni Teilströme erzielt
man durch die Wirkung eines mit einem Regelventil 15 ausgestatteten Druckverhältnisreglers 11, der
mit den in den Leitungen 12 und 13 aufgenommenen
Strömungswiderständen 21 bzw. 22 zusammenarbeitet.
Das erfindungsgemäß anzuwendende konstante Verhältnis der dem Meßbrenner 31 und dem Vergleichsbrenner 32 zufließenden Gasströme läßt sich durch die
Wirkung eines mit einem Regelventil 16 ausgestatteten Druckverhältnisreglers 14, der mit dem in der
Leitung 5 aufgenommenen Strömungswiderstand 23 sowie mit den bereits erwähnten Strömungswiderständen
21 und 22 zusammenarbeitet, erzielen.
Die Messung der Differenz in Leuchtkraft der Meßflamme 33 und der Vergleichsflamme 34 erfolgt
mittels eines Meßsystems, das sich aus zwei Kondensorlinsen 35 und 36, zwei Photozellen 37 und 38,
einem Potentiometer 39 und einem Spannungsmesser 40 zusammensetzt. Ist dieser Spannungsmesser selbstregistrierend,
so läßt sich eine selbsttätige kontinuierliche Messung des Benzolgehaltes des durch die
Leitung 1 hindurchströmenden Gases bewerkstelligen. Die Strömungswiderstände 21, 22 und 23 sind
zwecks richtiger Einstellung der StrömungsVerhältnisse
regelbar ausgeführt.
Um die Vorrichtung kontinuierlich betreiben zu können, ist neben der Reinigungspatrone 9 eine Ersatzpatrone
58 montiert. Diese Patrone läßt sich, ohne daß die Vorrichtung außer Betrieb gesetzt zu werden
braucht, mit Hilfe von Dreiwegshähnen 56 und 60 über die Leitungen 57 und 59 an Stelle der Patrone 9
in das System einschalten.
Behufs Einstellung des Nullpunkts ist die Vorrichtung mit einer Reinigungspatrone 53 ausgestattet,
über die man — mit Hilfe eines in der Leitung 2 angeordneten Dreiwegshahns 51 und Leitungen 52
und 54 — den der Vorrichtung zugeleiteten Gasstrom gänzlich von Benzol befreien kann.
Es wird weiterhin die Einstellung des Nullpunkts auch noch durch Betätigung des Potentiometers 39
und/oder des in der Zuleitung zum Vergleichsbrenner angeordneten Regelhahns 55 erzielt.
Um die Einstellung der Vorrichtung auch während des Betreibens der Vorrichtung prüfen zu können,
sind in den respektiven Leitungen 5, 12 und 13 Strömungsmesser
41, 42 bzw. 43 aufgenommen.
Die Vorrichtung gemäß Fig. 2 entspricht größtenteils
der Vorrichtung der Fig. 1; ähnliche Teile sind mit den gleichen Bezugsziffern angegeben, nur ist
noch die Bezeichnung »α« zugefügt.
Von der Vorrichtung gemäß Fig. 1 ist die Vorrichtung
gemäß Fig. 2 darin verschieden, daß das Regelventil 62 des dem Vergleichsgaskreislauf angehörigen
Druckverhältnisreglers 61 in der Leitung aufgenommen ist, durch die derjenige Teilstrom fließt, der von
Benzol befreit wird, und besagter Teilstrom stellt mithin die abhängige Veränderliche in der Verhältnisreglung
dar, wohingegen im Fall der Vorrichtung gemäß Fig. 1 gerade der Teilstrom, den man nicht
von Benzol befreit, die abhängige Veränderliche ist.
Bei der Vorrichtung gemäß Fig. 2 ist weiterhin das Regelventil 64 des Druckverhältnisreglers 63 der zum
Konstanthalten des Verhältnisses zwischen dem Gasstrom nach der Meßflamme und dem Gasstrom nach
der Vergleichsflamme in der Leitung aufgenommen, die zu der Vergleichsflamme führt, weswegen der
Gasstrom nach der Vergleichsflamme die abhängig Veränderliche ist; im Fall der Vorrichtung gemäß
Fig. ι ist der Gasstrom nach der Meßflamme die abhängig Veränderliche.
Weiterhin enthält der Zuleiter zu der Meßflamme einen Regelhahn 65, der zum Mitgebrauch bei der
Nullpunktseinstellung vorgesehen ist.
Es hat sich die Vorrichtung gemäß Fig. 2 als betriebssicherer erwiesen, in dem Sinne, daß bei einer
sich über eine längere Zeit erstreckenden, kontinuierlichen Verwendung eine Nachregelung weniger früh
fällig wird wie bei der Vorrichtung gemäß Fig. 1.
Mit den beschriebenen Vorrichtungen ist es möglich, Benzolgehalte von Koksofengas kontinuierlich
mit einer absoluten Genauigkeit gleich 0,1 g/m3 zu bestimmen.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des Benzolgehalts brennbarer Gase, insonderheit von Koksofengas, bei dem ein Teil eines konstanten Stromes des zu untersuchenden Gases in einer Meßflamme verbrannt und der restliche Teil in zwei in ihrem Verhältnis zueinander gleichbleibende Teilströme aufgeteilt wird, worauf einer dieser Teilströme vollständig von Benzol befreit wird, anschließend beide Teilströme wiedervereinigt werden und der so erhaltene Gasstrom in einer Vergleichsflamme verbrannt wird, wobei die Differenz zwischen der Leuchtkraft der Meßflamme und derjenigen der Vergleichsflamme gemessen wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche selbsttätige Reglung angewandt wird, die das Konstanthalten des Verhältnisses zwischen dem Gasstrom zu der Meßflamme und dem Gasstrom zu der Vergleichsflamme bezweckt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß besagte Verhältnisreglung erst angewendet wird, nachdem aus dem Gas, das der Vergleichsflamme zuströmt, das Benzol teilweise entfernt worden ist.
- 3. Vorrichtung zur kontinuierlichen flammenphotometrischen Bestimmung des Benzolgehalts brennbarer Gase, insonderheit von Koksofengas, zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen ι und 2, die sich in der Hauptsache zusammensetzt aus Mitteln, mit denen ein konstanter Strom des zu untersuchenden Gases erzielt werdenkann, einem Meßbrenner, mittels dessen ein Teilstrom des erwähnten konstanten Gasstromes verbrannt werden kann, Mittel, mit dfenen aus einem weiteren Teilstrom des erwähnten Gasstromes ein bestimmter Teil des Benzols stetig entfernt werden kann, einem Vergleichsbrenner, mittels dessen der somit von Benzol befreite Teilstrom verbrannt werden kann, und Mitteln, die die Differenz in Leuchtkraft der beziehungsweise mit dem Meßbrenner und Vergleichsbrenner erzeugten Flam- ίο men zu messen gestatten, dadurch gekennzeichnet, daß ein Strömungsregler vorgesehen ist, der selbsttätig das Verhältnis zwischen dem Gasstrom zum Meßbrenner und dem Gasstrom zum Vergleichsbrenner konstant hält.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungsregler für die selbsttätige Verhältnisreglung den Mitteln, die zu stetiger Entfernung eines bestimmten Teils des Benzols aus dem zweiten Teilstrom vorgesehen sind, nachgeschaltet ist.
- 5. Vorrichtung nach Ansprüchen 3 und 4, in der die Mittel zur teilweisen Benzolentfernung aus dem Teilstrom zu dem Vergleichsbrenner eine Adsorptionspatrone aufweisen, welche einen durch sie hindurchgehenden Unterteilstrom des besagten Teilstroms vollständig von Benzol befreit, und weiterhin ein Druckverhältnisregler, der in Vereinigung mit Strömungswiderständen, die in den in Betracht kommenden Gasleitungen angeordnet sind, ein konstantes Verhältnis zwischen dem ben-.zolfreien Unterteilstrom und dem restlichem, Teil des Teilstroms zum Vergleichsbrenner aufrechterhält, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckverhältnisregler derart zusammengesetzt ist, daß der benzolfreie Unterteilstrom die abhängig Veränderliche ist.
- 6. Vorrichtung nach Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungsregler, der selbsttätig das Verhältnis zwischen dem Teilstrom zum Meßbrenner und dem Teilstrom zum Vergleichsbrenner konstant hält, aus einem Druckverhältnisregler, nebst in Vereinigung mit ihm verwendeten Strömungswiderständen besteht, die in den in Betracht kommenden Leitungen angebracht sind, welcher Druckverhältnisregler derart zusammengesetzt ist, daß der Teilstrom zum Vergleichsbrenner die abhängig Veränderliche ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 740/358 12.56
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