DE1071378B - Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels von Ofenatmosphären - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels von OfenatmosphärenInfo
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- C23C8/20—Carburising
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
.ANMELDETAG:
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT:
DER ANMELDUNG
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PATENTSCHRIFT:
PATENTSCHRIFT:
kl. 42 ! 4/16
INTERNAT. KL. G 01 IL 20. DEZEMBER 1956
17. DEZEMBER 1959 23. JUNI 1960
stimmt Oberein mit auslegeschrift
1071378 (I 12599 IX/4,2 I)
Iu neuerer Zeit wird in steigendem Maße von der Eigenschaft kohlenstoffhaltiger Gasgemische Gebrauch
gemacht, entweder bei höheren Temperaturen an kohienstofflösende
Stoffe, z. B. Eisen bzw. Eisenlegierungen, Kohlenstoff abzugeben oder aus diesen Stoffen
Kohlenstoff aufzunehmen. Bei diesem mit »Aufkohlung« bzw. »Entkohlung« bezeichneten Vorgang erfolgt
die Kohlenstoffaufnahme bzw. -abgabe so weit, bis sich bei einer bestimmten Kohlenstoffkonzentration im
Glühgut zwischen diesem und dem ihn umgebenden Gasgemisch ein Gleichgewichtszustand'eingestellt hat.
Der Gleichgewichtszustand wird durch die chemische Zusammensetzung des Gasgemisches, den Druck und die
Temperatur eindeutig betimmt, sofern der kohlenstofflösende Bodenkörper in homogener Phase vorliegt/Für
eine bestimmte Temperatur und Atmosphärendrück schreibt man bei Eisen als Bodenkörper einem solchen
Gasgemisch einen »Kohlenstoffpegel«.oder »C-Wert« C
zu, womit zum Ausdruck gebracht werden soll, daß dieses Gasgemisch bei dieser Temperatur und diesem
Druck Eisen auf diese Gleichgewichtskonzentration auf- oder entkohlt.
Für eine Reihe von W.ärmebehandlungsvorgängen ist es von entscheidender Bedeutung, den Kohlenstoffpegel
meßtechnisch zu erfassen, zu bestimmen, zu kontrollieren und ggf. zu regeln. Es ist bekannt, daß, falls
Gleichgewichtsbedingungen herrschen, diese Bestimmung und Kontrolle des Kohlenstoffpegels aus der chemischen
Zusammensetzung des die Ofenatmosphäre bildenden Gasgemisches vorgenommen werden kann. Der
Nachteil dieser Methode besteht darin, daß sie einen erheblichen apparativen Aufwand erfordert und daß
der Rückschluß aitf den Kohlenstoffpegel eine Umrechnung auf die jeweils im Ofen vorliegenden Temperatur-
und Druckbedingungen erfordert. Eine direkte Ermittlung des Kohlenstoffpegels kann durch chemische Analyse
einer Eisenprobe, die nach erfolgter Durchkohlung im Ofenraum schnell abgekühlt wird, vorgenommen
werden. Diese Methode ist für eine laufende Kontrolle der Ofenatmosphäre zu zeitraubend.
Abgesehen von den beschriebenen Maßnahmen ist es zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels von Ofenatmosphären
bekannt, den elektrischen Widerstand von Probekörpern aus einer Eisenlegierung, deren Widerstand
von seinem Kohlenstoffgehalt abhängt und die zu diesem Zweck in den Ofenraum eingebracht werden,
zu- messen. Geometrische Form und Querschnittsabmessungen
der Probekörper sind so gewählt, daß sie.in kurzer Zeit den Gleichgewichtskohlenstoffgehalt der
Ofenatmosphäre aufnehmen. Der Probekörper verbleibt bei diesem ständig im Ofen, und sein Kohlenstoffgehalt
wird durch Messung seines elektrischen Widerstandes fortlaufend bestimmt.
Der Widerstand ist aber außer vom Kohlenstoff-Verfahren und Vorrichtung
zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels
von Ofenatmosphären
Patentiert für:
Indugas Gesellschaft
für industrielle Gasverwendung m.b.H.,
Essen
*5 Dr.-Ing. Theodor Schmidt und Dipl.-Ing. J. Wünning,
Essen,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
gehalt des Probekörpers noch stark von der Temperatur, die er im Ofen annimmt, abhängig, zumal sich mit
der Temperatur auch das Absorptionsverhalten gegenüber dem Kohlenstoff ändert. Auch treten Meßfehler
infolge Alterungserscheinungen auf. Die Kompensation des Temperatureinflusses macht bei diesem Meßverfahren einen erheblichen Aufwand und eine recht umständliche,
laufende Eichung des Gerätes erforderlich.
Für andere Aufgaben, nämlich bei Rauchgasprüfern, ist es grundsätzlich bekannt, zur Temperaturkompensation
bei der letztbeschriebenen ähnlichen Meßschaltung neben dem Meßwiderstand noch einen Vergleichswiderstand
vorzusehen, der mit dem Medium, welches die zu kompensierende Temperatur, z. B. die Außentemperatur aufweist, in Berührung gebracht wird.
Wendet man diese Lehre auf das letztbeschriebene Verfahren zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels an, so
führt sie jedoch zu keinem Erfolg. Man war daher auf die beschriebene, laufende Eichung angewiesen.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Kohlenstoffpegel durch die Widerstandsänderung eines
Probekörpers eindeutig und fehlerfrei zu bestimmen, auf die nachteilige Temperaturkompensation durch laufende
Eichung jedoch zu verzichten.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels von Ofenatmosphären
durch Messung des elektrischen Widerstandes vonProbekörpern aus kohlenstofflösenden Stoffen, wie Eisen
oder Eisenlegierungen, die zu diesem Zweck in den Ofenraum eingebracht werden, und besteht darin, daß
neben dem als Meßwiderstand dienenden, von der zu messenden Ofenatmosphäre umspülten Probekörper
zumindest ein als an sich bekannter \Aergleichswider-
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35
40
stand dienender Probekörper zur Temperaturkompensation in den Meßiaum eingeführt sowie der Vergleichswiderstand
von einem von außen zugeführten Gasgemisch bekannten Kolilenstoffpegels umspült
wird.
Aus der Widerstandsdifferenz wird dann der Kohlen stoffpegel der Ofenatmosphäre bestimmt.
Die Erfindung besteht so in der Kombination von zwei an sich bekannten Maßnahmen, wobei durch die
Kombination überraschenderweise Temperatur, unterschiedliches Absorptionsverhalten und auch eine eventuelle
Alterung langdauernd kompensiert werden.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform finden zwei gleiche Probekörper Verwendung. Es empfiehlt
sich, das Verfahren so durchzuführen, daß der Vergleichswiderstand von einem Gasgemisch umspült
wird, welches ihn auf einen möglichst kleinen Kohlenstoffgehalt entkohlt, ohne ihn zu oxydieren.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden, auch
weitere Merkmale der Erfindung enthaltenden Zeichnung erläutert. Die Zeichnung zeigt eine, zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung.
In den Ofenraum wird einepyrometerjähnliche Sonde 1
eingeführt, die an ihrem Ende zwei als Widerstand ausgebildete gleiche Probekörper, und zwar einen
Meßwiderstand 2 und einen Vergleichswiderstand 3, enthält. Ihre beiden Widerstände R1 und R2 werden mit
zwei bekannten, außerhalb des Ofens liegenden Widerständen Rs und Ri zu einer Wheatstoneschen Brücke 4
vereinigt. Ein den Brückenstrom anzeigendes Galvanometer 5 bleibt so lange stromlos, wie die beiden im Ofenraum
auf gleicher Temperatur befindlichen Widerstände gleich sind, d. h. denselben Kohlenstoffgehalt aufweisen.
Bei der Messung des Kohlenstoffpegels wird der Widerstand 2 von der durch die Öffnung 6 eintretenden
Ofenatmosphäre auf den Betrag des Kohlenstoffpegels aufgekohlt. Das Gas tritt durch den Auslaß
7 ins Freie. Der Widerstand 3 wird von einem durch die Zuführung 8 eingeleiteten Vergleichsgas mit bekanntem,
unter Umständen auch den Kohlenstoffpegel Null aufweisendem Gas umspült. Auf Grund der Änderung
der spezifischen Leitfähigkeit der auf verschiedene Kohlenstoffgehalte aufgekohlten Widerstände 2
und 3 fließt in der Wheatstoneschen Brücke 4 ein Brückenstrom, der ein Maß für den Kohlenstoffpegel
der Ofenatmosphäre ist. Zur Eichung des Gerätes wird der Hahn 9 geschlossen. Das bei 8 austretende Vergleichsgas
umspült nun beide Widerstände und bringt diese auf gleichen Kohlenstoffgehalt. Der Brückenstrom
kann nun auf den bekannten Kohlenstoffpegel des Vergleichsgases abgeglichen werden. Der beide Widerstände
in Eichstellung umspülende Gasstrom schützt diese vor Oxydation, wenn beim Chargieren die Ofenatmosphäre stark verunreinigt wird.
Claims (6)
1. Verfahren zur Bestimmung des Kohlenstoffpegels von Ofenatmosphären durch Messung des
elektrischen Widerstandes von Probekörpern aus Kohlenstoff lösenden Stoffen, wie Eisen oder
Eisenlegierungen, die zu diesen Zwecken in den Ofenraum eingebracht werden, dadurch gekennzeichnet,
daß neben dem als Meßwiderstand die-, rienden, von der zu messenden Ofenatmosphäre
umspülten Probekörper zumindest ein als an sich bekannter Vergleichswiderstand dienender Probekörper
zur Temperaturkompensation in den Meßraum eingeführt sowie der Vergleichswiderstand
von einem von außen zugeführten Gasgemisch bekannten Kohlenstoffpegels umspült wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei gleiche Probekörper als Meßwiderstand bzw. Vergleichswiderstand in den Ofenraura
eingeführt werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleichswiderstand
von einem Gasgemisch umspült wird, welches ihn auf einem möglichst kleinen Kohlenstoffgehalt
entkohlt, ohne ihn zu oxydieren.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleichswiderstand
in einem geschlossenen Behälter angeordnet und dieser im Ofen unter Überdruck gehalten wird
sowie einen Bodenkörper enthält, der ihn auf einen bekannten Kohlenstoffgehalt, vorzugsweise einen
Kohlenstoffgehalt nahe Null, konstant hält ohne ihn zu oxydieren.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet
durch ein pyrometerähnlich in den Ofenraum einführbares Tragrohr (1), dessen Kopf in
zwei Kammern geteilt ist, deren eine mit der Ofenatmosphäre über eine Öffnung (6) in Verbindung
steht und den Meßwiderstand (2) enthält, deren andere gegen die Ofenatmosphäre abgeschirmt und
an eine Spülgaszuführungsleitung (8) angeschlossen ist sowie den Vergleichswiderstand (3) enthält.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasaustrittsöffnungen beider
Kammern in das Tragrohr (1) einmünden und der Tragrohrauslaß (7) durch ein Ventil (9) zur
Eichung des Gerätes schließbar ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 650 401.
Deutsche Patentschrift Nr. 650 401.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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