DE10006142A1 - Verfahren zur twistfreien Lieferung eines Fadens und Fadenliefergerät - Google Patents
Verfahren zur twistfreien Lieferung eines Fadens und FadenliefergerätInfo
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Abstract
Bei der twistfreien Lieferung eines Fadens mit bandartigem Charakter in eine Textilmaschine, wobei der Faden aus einem Vorrat twistfrei abgenommen und in ein Fadenliefergerät mit drehbarer Zentralwelle und davon nach außen stehendem Wickelelement auf eine stationäre Speichertrommel aufgebracht und von der Speichertrommel überkopf der Textilmaschine zugeführt wird, werden im Betrieb des Fadenliefergeräts funktionsbedingte Twists im Faden erst beim Übergang von der Zentralwelle in das Wickelelement erzeugt, an einer Rückübertragung entgegen der Fadenlaufrichtung gehindert und regelmäßig in weitestgehender Übereinstimmung mit den Umdrehungen der Zentralwelle mit dem Faden auf die Speichertrommel gefördert. In dem Fadenliefergerät (F) ist entlang des Fadenlieferwegs in der Zentralwelle (S, 4) im Bereich des Übergangs (7) von der Zentralwelle in das Wickelelement (W) wenigstens ein relativ zur Zentralwelle stationärer Bandführungsspalt (G) vorgesehen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Fa
denliefergerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 3.
Bei einem aus EP 0 396 902 A (US 5 069 395 A) bekannten Verfahren wird der Faden
von einer Vorratsspule dem Fadenliefergerät twistfrei zugeführt, indem die Vorrats
spule entsprechend der Fadengeschwindigkeit im Fadenliefergerät drehangetrieben
wird. Im Fadenliefergerät durchläuft der Faden die hohle Zentralwelle und das davon
nach außen stehende Wickelelement, ehe er in nebeneinanderliegenden Windungen
auf der Speichertrommel abgelegt wird. Von der Textilmaschine wird der Faden aus
dem Fadenwickel überkopf der Speichertrommel mit umlaufendem Fadenabzugs
punkt zunächst nach innen und dann weiter axial abgezogen. Funktionsbedingt ent
steht bei jeder Umdrehung der Zentralwelle ein Twist im Faden, d. h. eine Verdrehung
um 360° in Drehrichtung der Zentralwelle. Beim Abzug einer kompletten Windung von
der Speichertrommel wird funktionsbedingt ebenfalls ein Twist, d. h. eine Verdrehung
um 360°, jedoch in entgegengesetzter Drehrichtung erzeugt. Somit müsste jeder beim
Aufwickeln erzeugte Twist beim Abziehen wieder beseitigt werden und der Faden
twistfrei in die Textilmaschine einlaufen. Der Übergang von der Zentralwelle in das
Wickelelement stellt jedoch ein mechanisches Hindernis im Fadenlaufweg dar. Da der
Faden auf der Speichertrommel abgestützt ist und das Wickelelement relativ zum
Speichetrommelumfang rotiert, erzeugt das Wickelelement eine Zugspannung im Fa
den. Unter anderem unter dem Einfluss der Zugspannung im Band zeigt sich in der
Praxis an dem Hindernis ein Phänomen, das das Gleichgewicht zwischen den er
zeugten Twists und den beim Abwickeln aufgelösten Twists stört. Es wird nämlich
nicht jeder erzeugte Twist sogleich weitergefördert, sondern es kommt am Übergang
fallweise zu einem Stau eines oder mehrerer Twists, die sich ggfs. sogar entgegenge
setzt zur Fadenlaufrichtung zurückformen, und das Hindernis verzögert und/oder je
weils zu mehreren passieren. Dies führt dazu, dass bei Fehlen eines Twists in einer
Windung auf der Speichertrommel beim Abziehen ein Twist in der Gegenrichtung er
zeugt und in die Textilmaschine eingetragen wird, oder dass bei mehreren in einer
Windung auf der Speichertrommel vorhandenen Twists beim Abziehen nur ein Twist
aufgelöst und die verbleibenden in die Textilmaschine eingetragen werden. Trotz des
hohen Aufwandes zum twistfreien Zuführen des Fadens vom Vorrat in das Fadenlie
fergerät sind dann twistbedingte Gewebefehler und Funktionsstörungen nicht zu ver
meiden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
sowie ein zum Durchführen des Verfahrens geeignetes Fadenliefergerät anzugeben,
mit dem Gewebefehler und Funktionsstörungen durch Twists vermieden werden.
Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und den Merkmalen
des nebengeordneten Anspruchs 3 gelöst.
Indem verfahrensgemäß während des Betriebs des Fadenliefergeräts jeder erzeugte
Twist regelmäßig und in Übereinstimmung mit der Rotation der Zentralwelle geformt
und sogleich in die erste Windung auf der Speichertrommel gefördert wird und eine
Rückübertragung eines oder mehrerer Twists entgegen der Fadenlaufrichtung vom
Entstehungsort beim Übergang von der Zentralwelle in das Wickelelement verhindert
wird, wird das gewünschte Gleichgewicht zwischen den erzeugten und den aufgelös
ten Twists aufrechterhalten. Es wird dank der Verdrehabstützung des laufenden Fa
dens in der rotierenden Zentralwelle in jeder Windung auf der Speichertrommel zu
verlässig ein Twist gebildet, der beim Abziehen dieser Windung wieder aufgelöst wird.
Im Resultat läuft der Faden vollständig twistfrei in die Textilmaschine ein, vorausge
setzt, dass der Faden dem Fadenliefergerät bereits twistfrei zugeführt worden ist.
In dem Fadenliefergerät wird der einlaufende Faden zumindest beim Übergang von
der Zentralwelle in das Wickelelement unter Nutzen des Bandquerschnitts stationär
gegen Verdrehen abgestützt und geführt, so dass der Faden erst nach dem Austritt
aus dem Bandführungsspalt verdreht werden kann. Der Spalt hat formbedingt und
aufgrund seiner Position beim Übergang eine Rückschlagventil-Funktion und verhin
dert, dass sich ein im Entstehen begriffener Twist entgegen der Fadenlaufrichtung zu
rückpflanzt oder dass sich mehrere Twists stauen können. Hingegen bewirkt der stati
onäre Fadenführungsspalt, dass jeder Twist bei der Drehung der Zentralwelle
sogleich durch das Wickelelement bis in die Windung auf der Speichertrommel geför
dert wird. Im Fadenwickel auf der Speichertrommel enthält jede Windung nur einen
Twist. Beim Abziehen einer Windung überkopf der Speichertrommel wird dieser Twist
aufgelöst. Dabei ist es wichtig, dass der Faden nicht nur bei laufendem Fadenlieferge
rät im Bandführungsspalt gegen Verdrehen abgestützt ist, sondern auch im Stillstand
des Fadenliefergeräts, weil dann ein Twist die Tendenz haben könnte, sich in der
Richtung des geringeren Widerstands, d. h. entgegen der Fadenlaufrichtung in die
Zentralwelle auszudehnen und sich beim nächsten Anlauf am Übergang zu stauen.
Weiterhin ist verfahrensgemäß günstig den Faden bei jeder Umdrehung der Zentral
welle formschlüssig zu unterstützen, um die Formung und den Transport jedes Twists
zu kontrollieren. Dadurch wird vermieden, dass ein Twist am Hindernis des Über
gangs verharrt, während der Faden läuft.
Im Fadenliefergerät ist der Bandführungsspalt als in die Zentralwelle eindringende
Schlitzdüse ausgebildet, deren Spaltbreite die Breite und deren Spaltweite ebenfalls
die Stärke des bandartigen Fadens übersteigt, vorzugsweise jeweils nur geringfügig,
um eine zuverlässige Verdrehsicherung des Fadens zu gewährleisten.
Baulich einfach wird der Bandführungsspalt am freien Ende eines von der Zulaufseite
her in die Zentralwelle eindringenden Trägereinsatzes angeordnet oder sogar von
dessen freiem Ende gebildet. Der Trägereinsatz ist außerhalb der Zentralwelle an ei
ner Gehäusewand des Fadenliefergeräts stationär abgestützt, derart, dass aus der
Führung des Fadens und dem Umlenken in das Wickelelement resultierende Kräfte
über den Trägereinsatz nach außen übertragen und an der Gehäusewand aufge
nommen werden. Der Trägereinsatz sollte die rotierende Zentralweile nicht kontaktie
ren.
Ein Rohr als Trägereinsatz ist ausreichend steif und stellt sicher, dass sich der Faden
in seinem Laufweg bis zum Bandführungsspalt nicht verhängen oder verwickeln kann.
Ein flachgequetschtes Rohrende kann den Bandführungsspalt bilden.
Alternativ ist die den Bandführungsspalt ausbildende Schlitzdüse am Trägereinsatz
austauschbar angebracht. Je nach Art des Fadens, d. h. dessen Bandbreite und
Bandstärke und dessen Struktur (glatt, rau, oder fasrig), wird eine passende Schlitz
düse verwendet.
Alternativ kann die Schlitzdüse zusammen mit dem Trägereinsatz ausgetauscht wer
den, falls von einer Fadenqualität auf eine deutlich differierende Fadenqualität umge
stellt werden muss.
Besonders zweckmäßig ist die axiale Eindringtiefe des Bandführungsspaltes in die
Zentralwelle verstellbar, um den Bandführungsspalt in optimaler Axialposition relativ
zum Übergang in das Wickelelement positionieren zu können.
Um den Bewegungswiderstand des Fadens im Bandführungsspalt zu minimieren, und
auch um auftretendem Verschleiß vorzubauen, sollte der Bandführungsspalt aus
gleitfreudigem und verschleißfestem Material bestehen.
Zweckmäßigerweise besitzt der Bandführungsspalt einen Führungsabschnitt mit zu
mindest in etwa gleichbleibendem Querschnitt. Günstig ist es, den Bandführungsspalt
mit einer etwas aufgeweiteten Auslassmündung auszubilden.
Um sicherzustellen, dass bei jeder Umdrehung der Zentralwelle ein Twist geformt
wird, ist im Übergang wenigstens eine auf den Faden formschlüssig einwirkende, mit
der Zentralwelle umlaufende Twistvertiefung vorgesehen. Die Twistvertiefung mildert
nicht nur die Umlenkung des Fadens, sondern assistiert bei der Umdrehung der Zent
ralwelle auf formschlüssige Weise, um den Twist zu formen.
Günstig ist es, die Twistvertiefung in der Kniekehle zwischen dem hohlen Innenkanal
der Zentralwelle und einem Rohrkanal des Wickelelementes anzuordnen. Der vom
stationären Bandführungsspalt austretende, in den Rohrkanal des Wickelelements
umgelenkte Faden wird von der Vertiefung ergriffen und in Umlaufrichtung mitge
nommen.
Um eine definierte Fadenkontrolle sicherzustellen, kann im Übergang eine geschlos
sene Innenöse oder einen Innenteilöse vorgesehen sein, in der die Twistvertiefung
geformt ist. Die Innenteilöse kann sich nur in etwa über die Weite der Twistvertiefung
zu erstrecken.
Herstellungstechnisch einfach ist ein V-förmiger Einschnitt als Twistvertiefung, wobei
der Einschnittsgrund den Knickwinkel zwischen der Zentralwelle und dem Wickelele
ment in etwa halbiert. Dies gewährleistet eine sanfte Umlenkung des Fadens und eine
Abschwächung des Hindernisses am Übergang.
Montagetechnisch günstig ist der Trägereinsatz an der Gehäusewand mit Hilfe eines
Befestigungsteils montiert. Der Befestigungsteil kann die Form einer Kappe haben,
um eine stabile Abstützung zu gewährleisten. Diese Kappe kann einen Aufnahme
raum für einen Sensor defineiren, der in diesem Bereich des Fadenliefergeräts für an
dere Aufgaben gebraucht wird.
Anhand der Zeichnung wird eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes er
läutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Fadenliefergerät, und
Fig. 2 einen vergrößerten, in Fig. 1 durch einen Kreis hervorgehobenen Aus
schnitt des Fadenliefergeräts.
Ein Fadenliefergerät F in Fig. 1 enthält in einem Gehäuse 1 einen Antriebsmotor M für
eine Zentralwelle S, die in ihrem zu einer Gehäusewand 2 führenden Abschnitt 4 hohl
ist. Die Zentralwelle S lagert auf nicht näher hervorgehobene, konventionelle Weise
eine koaxiale Speichertrommel D. Die Speichertrommel D ist auf der Zentralwelle S
drehbar und wird durch Magneten 3 gegen Mitdrehen gehalten (stationäre Speicher
trommel). Von der Zentralwelle S erstreckt sich ein Wickelelement W schräg nach au
ßen, das einen innenliegenden Rohrkanal 6' und ein diesen verlängerndes Wickelrohr
6 aufweist und in eine Wickelscheibe 5 eingegliedert ist, die zwischen dem Gehäuse 1
und der Speichertrommel D rotiert. In einem Auslass 12 des Wickelelementes W ist
eine Fadenöse C angebracht. Zwischen dem Wickelelement W und dem Hohlraum 8
der Zentralwelle S gibt es einen Übergang 7.
Der Hohlraum 4 der Zentralwelle S und das Wickelelement W definieren einen Fa
denlaufweg für einen Faden Y, der in Fig. 1 von links kommend am Übergang 7 au
ßen umgelenkt wird, durch das Wickelelement W läuft, an der Fadenöse C umgelenkt
und auf dem Außenumfang der Speichertrommel D in aufeinanderfolgenden und ne
beneinanderliegenden Windungen in einem einen Zwischenvorrat bildenden Faden
wickel H aufgewickelt wird. Aus dem Fadenwickel H wird der Faden Y überkopf der
Speichertrommel D, d. h. mit umlaufendem Fadenabzugspunkt über deren umlaufen
den Abzugsrand 11 durch eine Fadenbremse B hindurch abgezogen, zu einer zur
Speichertrommel D koaxialen Abzugsöse E2 geführt und durch diese weiter zu einer
nicht dargestellten Textilmaschine, beispielsweise einer Webmaschine, geliefert. Der
Faden Y kommt ursprünglich von einem nicht dargestellten Fadenvorrat, beispielswei
se einer Fadenspule.
Durch die Drehbewegung der Zentralwelle S mit dem Wickelelement W wird der Fa
den Y mit einer der Drehgeschwindigkeit entsprechenden Fadengeschwindigkeit in
das Fadenliefergerät F eingezogen. Der Fadenwickel H wird mit einer durch nicht im
Detail gezeigte Sensoren eingestellten Größe auf der Speichertrommel D gehalten.
Die Textilmaschine konsumiert den Faden Y nach Bedarf, im Falle einer Webmaschi
ne intermittierend, wobei der Motor M schneller oder langsamer angetrieben wird, um
den Fadenwickel H mit der vorbestimmten Größe aufrechtzuerhalten. Findet kein
Verbrauch statt, wird der Motor M stillgesetzt.
Bei rotierender Zentralwelle S wird bei der Umlenkung des Fadens Y am Übergang 7
bei jeder Umdrehung ein 360°-Twist geformt, der mit dem laufenden Faden in die
erste Windung im Fadenwickel H transportiert wird. Ein 360°-Twist T ist in der gerade
beim Abzug gezeigten, letzten Windung des Fadenwickels H angedeutet. Beim Über
kopfabzug des Fadens Y läuft der Fadenabzugspunkt am Abzugsrand 11 in der Dreh
richtung der Zentralwelle S um, und wird im Faden mit jeder vollen, abgezogenen
Windung der 360°-Twist wieder aufgelöst.
Die bis hierher beschriebene Ausbildung und Funktion des Fadenliefergeräts F ist
konventionell.
Das erfindungsgemäß gezeigte Fadenliefergerät ist zum Verarbeiten von Fäden Y mit
bandartigem Charakter bestimmt. Solche Fäden können beispielsweise Polypropylen-
Monofilamente, sogenannte Lurex-Fäden, Bänder oder Folienbänder sein, deren ge
meinsames Charakteristikum zumindest angenähert rechteckiger Querschnitt mit ei
ner die Bandstärke übersteigenden Bandweite ist. Der Querschnitt muss jedoch nicht
notwendigerweise einem Rechteck entsprechen, sondern könnte auch oval, bikonkav
oder bikonvex sein. Solche Fäden müssen häufig twistfrei verarbeitet werden, weil in
das Endprodukt eingebrachte Twists sicht- und fühlbare Gewebefehler erzeugen bzw.
zu Fadenbrüchen oder anderen Störungen führen oder, bei besonders kräftigen Fä
den mit bandartigem Charakter, z. B. Karbonfäden, beim Durchlaufen von Abtast- oder
Bremsvorrichtungen entlang des Fadenlaufwegs in Funktionsstörungen resultieren
können.
Um den Faden Y twistfrei zu verarbeiten, werden stromauf des Fadenliefergeräts F
Maßnahmen getroffen, um den Faden vom Fadenvorrat twistfrei in das Fadenlieferge
rät F einzuführen. Beispielsweise wird bei Axialabzug von einer Fadenspule die Fa
denspule entsprechend der Fadengeschwindigkeit im Fadenliefergerät so gedreht,
dass der Abzugspunkt des Fadens von der Fadenspule im Raum verharrt. Eine ande
re Möglichkeit besteht darin, den Faden von einer zylindrischen Fadenspule tangential
abzurollen und die Fadenspule mit der Fadengeschwindigkeit im Fadenliefergerät in
Abzugsrichtung zu drehen.
Funktionsbedingt, und wie oben erläutert, wird im Fadenliefergerät F bauartbedingt
dieser Bauweise am Übergang 7 bei jeder vollen Umdrehung ein 360°-Twist geformt,
der beim Überkopfabzug wieder beseitigt wird. Insofern dürfte das Fadenliefergerät F
theoretisch keinen Einfluss auf die twistfreie Verarbeitung schon twistfrei zugeführten
Fadens haben. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht jede Windung im Fadenwi
ckel H einen 360°-Twist T enthält, sondern dass sich ein Twist am Übergang 7 staut
oder sogar mehrere sich dort stauende Twists entstehen, so dass manche Windungen
auf der Speichertrommel D keinen Twist enthalten bzw. bei schlagartigem Weiterför
dern mehrerer aufgestauter Twists manche Fadenwindungen mehrere Twists enthal
ten. Dieses Ungleichgewicht führt dann dazu, dass beim Überkopfabzug entweder ein
Gegentwist geformt und in die Textilmaschine eingebracht wird oder von den mehre
ren Twists in einer Windung nur einer aufgelöst wird und die verbleibenden in die
Textilmaschine einlaufen.
Um diese Störung des Gleichgewichts zu vermeiden, ist erfindungsgemäß das Fa
denliefergerät F mit einer Zusatzausstattung versehen. Direkt beim Übergang 7 vom
Hohlraum 4 der Zentralwelle S in das Wickelelement W ist ein Bandführungsspalt G
stationär positioniert, der (Fig. 2) nach Art einer Schlitzdüse geformt ist, deren Spalt
weite geringfügig größer ist als die Bandstärke und deren Spaltbreite größer ist als die
Bandbreite des Fadens Y mit bandartigem Charakter. Der Bandführungsspalt G ist an
einem Trägereinsatz A angeordnet, beispielsweise einem Rohr 8. Der Trägereinsatz A
ist berührungsfrei in den hohlen Abschnitt 4 der Zentralwelle S vom zulaufseitigen En
de her eingeführt und wird durch ein Haltelement 9 positioniert, das z. B. an der Ge
häusewand 2 anbringbar ist. Das Halteelement 9 enthält eine zulaufseitige Fadenöse
E1 und definiert hier einen Hohlraum 10, in dem beispielsweise ein Sensor un
terbringbar ist.
Gemäß Fig. 2 ist der als Schlitzdüse ausgebildete Bandführungsspalt G mit einem
sich in Fadenlaufrichtung bzw. parallel zur Achse der Zentralwelle S erstreckenden
Führungsabschnitt 15 und einer beispielsweise gerundet aufgeweiteten Auslassmün
dung 16 geformt. Es ist das vordere Ende des als Rohr 8 ausgebildeten Trägereinsat
zes A konisch zulaufend geformt oder zusammengequetscht (bei 14). Der Bandfüh
rungsspalt G wird so vom freien Ende des Rohrs 8 gebildet. Alternativ könnte der Trä
gereinsatz A auch ein Stab oder Doppelstab sein, der eine daran austauschbar ange
brachte Schlitzdüse positioniert. Die Eindringtiefe des Bandführungsspalts E in die
Zentralwelle 5 kann einstellbar sein. Ferner ist es denkbar, den Bandführungsspalt G
über einen größeren Teil oder die gesamte Eindringtiefe auszudehnen.
Zusätzlich ist im Übergang 7 eine Twistvertiefung N, beispielsweise in Form eines V-
Einschnitts, geformt, dessen Einschnittsgrund 13 in etwa den Umlenkwinkel zwischen
der Achse der Zentralwelle S und dem Wickelelement W halbiert. Die Twistvertiefung
N ist an der innenliegenden Kniekehle des Übergangs 7 vorgesehen. Der Bandfüh
rungsspalt G ist so positioniert, beispielsweise in der Achse der Zentralwelle S, dass
der austretende Faden zuverlässig in die Twistvertiefung N einläuft und von dieser
mitgenommen wird.
Der stationär positionierte Bandführungsspalt G wirkt wie ein Rückschlagventil, das
nicht nur das Stauen eines Twists vor dem Übergang 7 verhindert, sondern dafür
sorgt, dass sich Twists entgegen der Fadenlaufrichtung in den hohlen Abschnitt 4 der
Zentralwelle S zurückformen. Vielmehr wird jeder Twist bei seiner Formung zuverläs
sig mit dem laufenden Faden mitgenommen und in die erste Windung auf der Spei
chertrommel D gebracht, so dass letztendlich jede Windung im Fadenwickel H einen
360°-Twist T enthält, der beim Überkopfabzug zuverlässig wieder aufgelöst wird. Die
Twistvertiefung N wirkt formschlüssig assistierend, indem sie für die korrekte Formung
und das sofortige Abtransportieren des im Entstehen begriffenen Twists sorgt und die
mechanische Wirkung des Hindernisses des Übergangs 7 für den Transport des
Twists mildert. Die Twist-Vertiefung N ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.
In anderen Worten wird der Faden Y unmittelbar vor dem Übergang 7 gegen Verdre
hen abgestützt und geführt, wird durch die Führung das Zurückformen von Twists
entgegen der Laufrichtung unterdrückt, und wird so jeder im Entstehen begriffene
Twist sofort durch das Wickelelement W weiter transportiert. Die Twistvertiefung N
unterstützt die korrekte Formung jedes Twists und den ungehinderten Weitertransport
des im Entstehen begriffenen Twists. Der in das Fadenliefergerät F twistfrei einge
brachte Faden verlässt das Fadenliefergerät zuverlässig twistfrei.
Zweckmäßig ist der Bandführungsspalt G aus gleitfreudigem und verschleißfestem
Material gebildet oder zumindest mit solchem Material belegt. Im Übergang 7 kann ei
ne sogenannte Zentralöse aus gleitfreudigem und verschleißfestem Material positio
niert sein, die in Umfangsrichtung geschlossen ist oder sich zumindest über den Um
fangsbereich der Twistvertiefung N erstreckt.
Der Trägereinsatz A mit dem Bandführungsspalt G kann bei Nichtbedarf entnommen
werden. Ferner kann er ein Nachrüstteil sein, mit dem konventionelle Fadenlieferge
räte nachträglich in twistfreie Fadenliefergeräte verwandelbar sind.
Die nur schematisch angedeutete Speichertrommel D kann ein Stabkäfig mit relativ
zueinander bewegbaren Stäben sein, um eine Fadenseparation (axiale Zwischenab
stände zwischen den Windungen im Fadenwickel H) herzustellen.
Claims (16)
1. Verfahren zur twistfreien Lieferung eines Fadens (Y) mit bandartigem Charakter in
eine Textilmaschine, insbesondere in eine Webmaschine, bei dem der Faden aus ei
nem Vorrat twistfrei abgenommen und in ein Fadenliefergerät (F) durch dessen dreh
bare Zentralwelle (S) und ein davon nach außen stehendes Wickelelement (W) auf
eine stationäre Speichertrommel (D) aufgewickelt und von der Speichertrommel über
kopf an die Textilmaschine geliefert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden
(Y) in der Zentralwelle (S) gegen Verdrehen stationär abgestützt wird, und funktions
bedingte Twists (T) an einer Rückformung in die Zentralwelle gehindert werden, um in
jeder Windung auf der Speichertrommel (D) einen 360°-Twist (T) zu formen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden beim For
men des Twists (T) und dem Transport auf die Speichertrommel zweifach formschlüs
sig beaufschlagt wird.
3. Fadenliefergerät (F) zur twistfreien Lieferung eines Faden (Y) mit bandartigem Cha
rakter in eine Textilmaschine, insbesondere in eine Webmaschine, mit einer stationä
ren Speichertrommel (D) für einen aus mehreren nebeneinanderliegenden Windungen
bestehenden Fadenwickel (H) und mit einer drehantreibbaren, hohlen Zentralwelle (S)
mit davon nach außen abstehendem Wickelelement (W), wobei der Fadenlaufweg a
xial durch die Zentralwelle (S) und das Wickelelement bis auf die Speichertrommel (D)
verläuft und über ein Überkopf-Abzugsende der Speichertrommel (D) axial fortgesetzt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass entlang des Fadenlaufwegs in der Zentralwelle
(S) im Bereich des Übergangs (7) von der Zentralwelle in das Wickelelement wenigs
tens ein relativ zur Zentralwelle (S) stationärer Bandführungsspalt (G) vorgesehen ist.
4. Fadenliefergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandfüh
rungsspalt (G) als in die Zentralwelle (S) eindringende Schlitzdüse mit die Bandbreite,
vorzugsweise nur geringfügig übersteigender Spaltbreite und die Bandstärke, vor
zugsweise nur geringfügig, übersteigender Spaltweite ausgebildet ist.
5. Fadenliefergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandfüh
rungsspalt (G) am freien Ende eines von der Zulaufseite in die Zentralwelle (S) ein
greifenden Trägereinsatzes (A) angeordnet oder von diesem gebildet ist, der außen
an einer Gehäusewand (2) des Fadenliefergeräts (F) stationär abgestützt ist.
6. Fadenliefergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerein
satz (A) ein Rohr (8) mit sich konisch verjüngendem oder flachgequetschtem Rohren
de (14) ist.
7. Fadenliefergerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Schlitzdüse am Trägereinsatz (A) gegen eine andere Schlitzdüse mit anderen Ab
messungen auswechselbar angebracht ist.
8. Fadenliefergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerein
satz (A) austauschbar angebracht ist.
9. Fadenliefergerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Ein
dringtiefe des Bandführungsspaltes (G) in die Zentralwelle (S) verstellbar ist.
10. Fadenliefergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandfüh
rungsspalt (G) zumindest teilweise aus gleitfreudigem und verschleißfestem Material
besteht.
11. Fadenliefergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandfüh
rungsspalt (G) einen in Fadenlaufrichtung orientierten Führungsabschnitt (15) mit zu
mindest in etwa gleichbleibendem Querschnitt aufweist, und vorzugsweise, eine auf
geweitete Auslassmündung (16).
12. Fadenliefergerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Übergang
(7) wenigstens eine auf den Faden (Y) formschlüssig einwirkende Twist-Vertiefung (N)
vorgesehen ist.
13. Fadenliefergerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Twist-
Vertiefung (N) in einer Kniekehle zwischen dem hohlen Innenkanal (4) der Zentral
welle (S) und einem Rohrkanal (6, 6') des Wickelelements (W) angeordnet ist.
14. Fadenliefergerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Über
gang (7) eine Innenöse oder einen Innenteilöse vorgesehen ist, in der die Twistver
tiefung (N) geformt ist.
15. Fadenliefergerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Twist
vertiefung (N) ein annähernd V-förmiger Einschnitt ist, dessen Einschnittsgrund (13)
den Knickwinkel zwischen der Zentralwelle (S) und dem Wickelelement (W) in etwa
halbiert.
16. Fadenliefergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trä
gereinsatz (A) an einem an der Gehäusewand (2) des Fadenliefergeräts (F) anbring
baren Befestigungsteil (9), vorzugsweise einer Kappe, festgelegt ist.
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