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Öldruckschalter für das Andrehen und Abstellen von Brennkraftmaschinen
Die Erfindung betrifft einen Öldruckschalter für das Andrehen und Abstellen von
Brennkraftmaschinen, bei denen durch eine Schmierölvorpumpe vor dem Andrehen im
Schmierkreislauf der Brennkraftmaschine ein bestimmter Öldruck aufgebaut, durch
eine Andrehwiederholvorrichtung und eine Andrehsperrvorrichtung die elektrische
Andrehvorrichtung gesteuert und mit Hilfe eines Öldrucksicherheitsabstellers mit
Öldruckwarnlampe der Lauf der Brennkraftmaschine bei richtigem Schmieröldruck überwacht
und bei ungenügendem Schmieröldruck die Brennkraftmaschine abgestellt wird.
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Es ist bereits bekannt, den Schalter für einen elektrischen Andrehmotor
vorn Schmieröldruck, der durch eine fremde, d. h. nicht von der Brennkraftmaschine
angetriebene Ölpumpe aufgebaut wird, zu betätigen. Das Andrehen der Maschine erfolgt
also erst, nachdem ein bestimmter Schmieröldruck im Schmierkreislauf vorhanden ist.
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Bei ebenfalls bekannten elektrischen Andrehvorrichtungen erfolgt die
Steuerung durch elektromagnetisch betätigte Kontakte eines Andrehwiederholrelais
und Andrehsperrschützes innerhalb eines Stromkreises, wobei das Andrehwiederholrelais
dazu dient, das Andrehritzel beim Andrehen der Brennkraftmaschine in kurzen Zeitabständen
wiederholt gegen den Schwungradzahnkranz zu bewegen, bis es in diesen eingespurt
hat. Das Andrehsperrschütz hat unter anderem die Aufgabe, das Einspuren des Andrehritzels
in den Schwungradzahnkranz bei laufender Maschine zu verhindern.
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Es ist weiterhin bekannt, die Andrehvorrichtung nach dem Andrehen
der Brennkraftmaschine durch den Schmieröldruck der Hauptölpumpe auszuschalten.
Ist ein bestimmter Schmieröldruck aufgebaut, wird die Andrehvorrichtung ausgeschaltet,
was gleichzeitig durch Löschen einer Lampe sichtbar gemacht ist.
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Die an sich bekannten Öldrucksicherheitsabsteller mit Üldruckwarnlampe
dienen dazu, die Brennkraftmaschine immer nur bei genügend großem Schmieröldruck
laufen zu lassen. Der Öldrucksicherheitsabsteller schaltet die Maschine ab, wenn
der Mindestschtnieröldruck unterschritten wird. Der öldrucksicherheitsabsteller
kann z. B. so eingestellt werden, daß er die Brennkraftmaschine bei einem Schmieröldruck
von 1 atü abstellt. Dabei kann die Öldruckwarnlampe schon vorher aufleuchten, z.
B. bei einem Schmieröldruck von 1,2 atü, und das Bedienungspersonal damit rechtzeitig
aufmerksam machen.
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Die bekannten öldrucksicherheitsabsteller wirken mechanisch durch
den Schmieröldruck über ein Regelgestänge auf eine Einspritzpumpe od. dgl. Der Öldrucksicherheitsabsteller
kann auch durch einen Elektromagnet auf die Einspritzpumpe wirken. Die Erregung
des Elektromagnets erfolgt dabei beim Schließen des Stromkreises durch einen mittels
Öldruck betätigten Membrandruckschalter. Weiterhin müssen die Brennkraftmaschinen
eine willkürliche Abstellung durch das Bedienungspersonal aufweisen. Diese Abstellung
erfolgt bei der Verwendung von elektrischen Öldrucksicherheitsabstellern derart,
daß von Hand die beiden vom Schmieröldruck beaufschlagten Membrandruckschalter überbrückt
werden und der Abstellmagnet dabei über ein Regelgestänge auf die Einspritzpumpe
wirkt. Wird ein mechanischer Öldrucksicherheitsabsteller verwendet, so wird durch
mechanisches Schließen des Stromkreises ein Magnetventil betätigt, welches über
einen Steuerkolben eine Entleerungsöffnung freigibt und dabei durch das Abströmen
des Schmieröles die Maschine abstellt.
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Es ist auch ein Oldrucksicherheitsabsteller mit Öldruckwarnlampe bekannt,
bei dem der bekannte, vorher erwähnte, vom Schmieröldruck beaufschlagte Schalter
für den elektrischen Andrehmotor in den elektrischen Stromkreis einer elektrischen
Kraftstoffförderpumpe eingeschaltet ist. Sinkt der Schmieröldruck auf einen zu niedrigen
Wert ab, wird die Kraftstofförderpumpe abgeschaltet, und eine zur Kraftstofförderpumpe
parallel geschaltete Öldruckwarnlampe leuchtet durch den nun vollen Stromfluß auf.
DerNachteil diesesOldrucksicherheitsabstellers ist die Beschränkung der Anwendung
auf Brennkraftmaschinen mit elektrisch angetriebener Kraftstofförderpumpe.
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Die vorstehend beschriebenen Vorrichtungen sind Einzelgeräte, deren
Kontakte zum Teil elektromagnetisch geschaltet werden. Sie sind kompliziert und
damit störanfällig, sowie teuer und zum Teil nur auf bestimmte Kraftstoffördereinrichtungen
beschränkt.
Das Andrehwiederholrelais sowie das Andrehsperrschütz
sind jeweils mit eineriz Elektrolyt-Kondensatof versehen. Diese Kondensatoren wirken
auf die entsprechend elektromagnetisch betätigten Kontakte derart verzögernd, daß
durch das Andrehwiederholrelais das Andrehritzel etwa in zeitlichen Abständen von
0,3 Sekunden gegen den Schwungradzahnkranz bis zum Einspuren bewegt wird. Wäre kein
Kondensator vorhanden, würde der elektromagnetisch betätigte Kontakt zu schnell
hin- und herpendeln und ähnlich wie bei einer Klingel arbeiten. Beim Andrehsperrschütz
wird durch das- vom Kondensator hervorgerufene verzögerte Schließen eines Kontaktes
das Andrehen gesperrt, falls die Brennkraftmaschine beim ersten Andrehen nicht in
Gang öder nach einigen Umdrehungen wieder zur Ruhe kommt.
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Die Kondensatoren arbeiten nur bis zu einer Temperatur von etwa 60°
C zuverlässig. Bei höheren Temperaturen sind diese Geräte sehr störanfällig. Das
Andrehwiederholrelais sowie das Andrehsperrschütz arbeiten nur in Verbindung mit
der Lichtmaschine und stehen damit über diese mögliche Störgröße nur mittelbar mit
der Brennkraftmaschine in Verbindung. Der mit einem Elektromagnet arbeitende Öldrucksicherheitsabsteller
mit Membrandruckschalter hat folgende Nachteile: Da der Elektromagnet bei längerer
Einschaltdauer sehr warm wird. bzw. durchbrennen kann, ist es notwendig, ihn nur
kurze -Zeit unter Strom zu lassen. Dies wird dadurch erreicht, daß dem Elektromagnet
zwei Membrandruckschalter zugeordnet werden. Einer ist auf den mindestzulässigen
Schmieröldruck der Brennkraftmaschine, z. B. auf 1 atü, eingestellt und schließt
einen Kontakt beim Unterschreiten dieses Druckes, wobei der Elektromagnet erregt
wird und über ein Gestänge die Brennkraftmaschine abstellt. Mit auslaufender Brennkraftmaschine
sinkt der Schmieröldruck ab. Wenn der Schmieröldruck 0,2 atü erreicht hat, öffnet
ein in diesen Stromkreis eingebauter zweiter Membrandruckschalter und macht den
Elektromagnet stromlos. Die Einspritzpumpe ist durch einen Fliehkraftregler auf
»Vollast-Stellung« geregelt. Im Normalfall ist beim Erreichen des Öldruckes von
0,2 atü die BrennkraStmaschine zum Stillstand gekommen, und die »Vollast-Stellung«
der Einspritzpumpe erfolgt bei stehender Maschine. Es kann nun vorkommen, daß infolge
Undichtheit oder Bruch der- Schmierölleitung, begünstigt durch ein großes Schwungmoment
der Brennkraftmaschine bzw. der Arbeitsmaschine, der Schmieröldruck sehr schnell
auf 0,2 atü absinkt, ohne daß die Maschine zum Stillstand gekommen ist. In diesem
Fall läuft die Brennkraftmaschine ohne ausreichenden Schmieröldruck mit der Gefahr
des Festfressens wieder hoch, sobald der Membrandruckschalter den Elektromagnet
stromlos gemacht hat und dieser die Einspritzpumpe auf Vollast geregelt hat.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die beschriebenen Nachteile der Steuerung
zu vermeiden und durch die Vereinigung der beschriebenen Vorrichtungen zu einem
einzigen Gerät eine einfache, billige und zuverlässige Steuerung zu schaffen. Dies
wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die Andrehwiederholvorrichtung, die
Andrehsperrung sowie der Öldrucksicherheitsabsteller mit Öldruckwarnvorrichtung
in einem Öldruckschaltgerät baulich vereinigt und durch zwei zueinander axial begrenzt
bewegbare, vom Schmieröldruck der Vorschmierpumpe bzw. der Hauptölpumpe beaufschlagte
Kolben steuerbar sind, ;_elche zusammen als Differentialkolben wirken, wobei ein
Kolben gegen das Gehäuse des Schaltgerätes -äbstützbar ist.
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Für die Andrehwiederholung und Öldrucksicherheitsabstellung mit Öldruckwarnanzeige
werden einfache Schnappschalter verwendet, welche temperaturunempfindlich und zuverlässiger
arbeiten als die bekannten Membrandruckschalter mit schleichender Kontaktbewegung
und Kondensator. Weiterhin hat die hydraulische Steuerung gegenüber der elektromagnetischen
,den Vorteil, daß die Einschaltdauer der Kontakte beliebig lang gehalten werden
kann und damit z. B. ein zweiter Schalter für den Öldrucksicherheitsabsteller eingespart
wird. Kondensatoren zum verzögerten- Bewegen von Kontakten an der Andrehwiederholvorrichtung
sowie an der Andrehsperrvorrichtung sind ebenfalls nicht mehr nötig. Die erfindungsgemäße
Steuerung der Andrehwiederholung und der Andrehsperre erfolgt unabhängig von der
Lichtmaschine. -Sie erfolgt unmittelbar in Verbindung mit dem Lauf der Brennkraftmaschine
über den Schmieröldruck der Vorschmierpumpe bzw. der Hauptölpumpe.
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Wie die Erfindung in ihren Einzelheiten aufgebaut ist, zeigt das Ausführungsbeispiel.
Das Schaltschema ist bei Stillstand der Brennkraftmaschine und bei einem Schmieröldruck
von 0,0 atü dargestellt.
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Der Andrehschalter 3 wird von der gezeichneten »Aus-Stellung« zum
Andrehen nach links in die strichpunktierte Stellung gedreht und schließt am Kontakt
der Leitung 4 den Stromkreis für die Schutzspule 5 der Vorschmierpumpe 2. Die Leitungen
6 und 7 werden durch den Bügel 8 des Andrehschalters 3 überbrückt. Das Schaltschütz
9 wird geschlossen, und die elektrisch angetriebene Vorschmierpumpe 2 arbeitet.
Die Brennkraftmaschine 1 wird also vor dem Andrehen zunächst durch die von einer
Batterie gespeiste elektrisch angetriebene Vorschmierpumpe 2 vorgeschmiert. Vor
dem Andrehen sind in den Stromkreis der Leitung 4 zur Leitung 42 des elektrischen
Andrehmotors 30 die Schutzspule 5 der Vorschmierpumpe 2 und die Öldruck-,varnlampe
10 parallel eingeschaltet. Die Spannung der Schutzspule 5 entspricht damit der EMK;
vom Anschlußpunkt 41 der Andrehvorrichtung 31 fließt der- Strom über die mit einem
kleinen Widerstand versehene dicke Leitung 42 zur Masse 43 ab. Der Strom fließt
nicht über die mit größeren Widerständen versehene Leitung 6, 7 und 45 sowie die
Schutzspulen46 und 44 der Andrehvorrichtung31. Daher arbeitet zunächst der Andrehmotor
30 noch nicht.
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Durch die Vorschmierpumpe 2 wird das Schmieröl in die Schmierölleitung
13, über das Rückschlagventil 14 und durch die Filteranlage 15 in die Schmierölleitung
17 zum Öldruckschaltgerät 21 und durch die Schmierölleitung 16 zur Brennkraftmaschine
1 gefördert. Das Schmieröl drückt auf die Membran 18 des Kraftstoffschalters 19
und bewegt den Regelungshebel 20 der Einspritzpumpe 54 für die Brennkraftmaschine1
in die »Stop-Stellung« nach rechts.
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Im Öldruckschaltgerät 21 liegen zwei ineinander axial verschiebbare
Kolben 22 und 23. Mit dem Kolben 22 erfolgt die Andrehsperrung und die Öldrucksicherheitsabstellung,
und mit dem Kolben 23 wird das Andrehen ausgelöst sowie die Andrehwiederholung bei
Zahn-auf-Zahn-Stellung von Andrehritzel und Schwungradzahnkranz der Brennkraftmaschine
betätigt. Eine Membran 24 und der Kolben 23 werden durch den Schmieröldruck gegen
eine Feder 25 nach links bewegt. Der Kolben 23 legt dabei mit der Nase 26 bei einem
Schmieröldruck von 0,5 atü den Kontakt
27 des Andrehwiederholschalters
28 nach links in die strichpunktiert dargestellte Stellung. Der Kolben 23 stützt
sich in seiner linken Endstellung mit seinem Bund 34 über eine Scheibe 35 des Kolbens
22 auf das Gehäuse 53 des Oldruckschaltgerätes 21 ab.
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Wird der Andrehwiederholkontakt 27 durch den Kolben 23 in die strichpunktierte
linke Stellung gebracht, werden die Vorschmierpumpe 2 und die Warnlampe 10 abgeschaltet;
der Strom fließt nun von der Leitung 4 zur Leitung 45 und erregt die Einrückschaltspule
46 und die Haltespule 44 der elektromagnetischen Einrückvorrichtung für das Andrehritzel
der Andrehvorrichtung 31. Der Strom kann von der Leitung 4 nicht über die Leitungen
7 und 6 zum Anschlußpunkt 41 des Andrehmotors 30 fließen, weil dies durch den zwischengeschalteten
Gleichrichter 47 verhindert wird.
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Die erregte Einrückschaltspule 46 schließt den Kontakt 48 für den
Stromkreis der Einrückspule 51. Die magnetischen Zugkräfte der Spulen 44 und 51
wirken auf den Schubanker des Andrehmotors 30 und versuchen, das Andrehritzel in
den Schwungradzahnkranz der Brennkraftmaschine 1 einzuspuren. Gelingt dies, so schließt
der Arbeitskontakt 29. Die Einrückspule 51 wird damit überbrückt und der Strom fließt
über den Arbeitskontakt 29 durch die Leitung 42 zum Andrehmotor 30 der Andrehvor
richteng 31. Wenn das Andrehritzel eingespurt ist, läuft der Andrehmotor 30 um und
die Brennkraftmaschine 1 wird angedreht. Dann wird die Vorschmierpumpe 2 abgestellt.
Dadurch wird der Regelungshebel 20 der Einspritzpumpe 54 durch Federbelastung und
die Gewichte des Fliehkraftreglers 50 nach links in die »Vollast-Stellung<, gebracht,
so daß die Drennkraftmaschine 1 mit Volllastregelung anspringen kann und die Einspritzmenge
mit zunehmender Drehzahl durch den Fliehkraftregler 50 heruntergeregelt wird.
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Ist der Kontakt 29 der Andrehvorrichtung 31 geschlossen, d. h., hat
das Andrehritzel eingespurt und wird die Brennkraftmaschine 1 angedreht, bleibt
er geschlossen, unabhängig vom jeweiligen Schmieröldruck und damit von der Stellung
des Andrehwiederholschalters 28, da bei dessen linker Schaltstellung der Strom von
den Leitungen 4 und 45 zur Haltespule 44 des Andrehmotorankers und bei dessen rechter
Schaltstellung der Strom von der Stromzuleitung 52 über den Gleichrichter 47 durch
die Leitungen 6, 7 und 45 zur Haltespule 44 fließt. Der Andrehmotor 30 wird also
unabhängig vom Schmieröldruck allein durch den Andrehschalter 3 ausgeschaltet. Ein
geringer Strom wird auch über den Anschlußpunkt41 durch die Spule 5 des Schaltschützes
9 fließen. Dieser Strom ist aber durch die großen Widerstände der Spule 5, der Leitung
49 und der Warnlampe 10 so gering, daß die magnetische Kraftliniendichte und damit
die magnetische Zugkraft nicht ausreichen, um das Schalt-:;chütz 9 der Vorschmierpumpe
2 zu schließen. Die elektrische Vorschmierpumpe 2 bleibt damit abgeschaltet.
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Kann das Andrehritzel nicht in den Schwungradzahnkranz einspuren,
weil die Stirnseiten der Zähne aufeinanderstoßen, der Kontakt 29 der Einrückspule
51 also nicht geschlossen wird, so daß der Anschlußpunkt 41 an der Masse 43 liegt,
fällt nach kurzer Zeit der von der Vorschmierpumpe2 aufgebaute Schmieröldruck im
Oldruckschaltgerät21 ab, da ja die Vorschmierpumpe 2 bei einem Öldruck von 0,5 atü
durch den Kolben 23 abgeschaltet worden ist und die Brennkraftmaschine 1 nicht läuft.
Der Kolben 23 wird durch die Feder 25 nach rechts bewegt, und der Kontakt 27 des
Andrehwiederholschalters 28 schnappt wieder zur rechten Anlage zurück. Der Stromkreis
für das Schaltschütz 9 der Vorschmierpumpe 2 schließt wieder, und die Einrückspulen
46 und 44 der Andrehvorrichtung 31 werden stromlos. Die Vorschmierpumpe 2 beginnt
wieder zu laufen und Druck aufzubauen. Dieser Ablauf erfolgt so lange wechselseitig,
bis das Andrehritzel in den Schwungradzahnkranz eingespurt hat.
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Der Arbeitskontakt 29 wird deshalb mit zwei Spulen 44 und 51 erregt,
weil die Einrückspule 51 im Hauptstromkreis liegt und durch die große magnetische
Kraftliniendichte zweckmäßig nur kurzzeitig, d. h. zum Einspuren, benutzt wird.
Die wesentlich geringer belastete Haltespule 44 hält das Andrehritzel so lange im
Schwungradzahnkranz, bis der AndrehschaIter3 in die Betriebsstellung auf den Kontakt33
nach rechts gedreht worden ist. Ist die Brennkraftmaschine 1 angesprungen, wird
der Schmieröldruck durch die Hauptschmierpumpe 32 sofort weiter vergrößert. `Fenn
der Schmieröldruck im Öldruckschaltgerät 21 auf 0,7 atü angestiegen ist, bewegt
sich der Kolben 22 nach rechts und nimmt durch den Bund 34 und die Scheibe 35 den
Kolben 23 mit. Beide Kolben zusammen wirken jetzt als Differentialkolben. Der Andrehwiederholkontakt
27 kommt zur rechten Anlage, was aber kein Einschalten der Vorschmierpumpe 2 bewirkt,
da am Anschlußpunkt 41 über die Leitung 52 und geschlossenem Kontakt 29 die gleiche
Spannung liegt. Beim Erreichen von 1,0 atü Schmieröldruck wird ein Kontakt 12 eines
Öldrucksicherheitsabstellers 40 des Öldruckschaltgerätes 21 durch den Schaltnocken
36 und beim Erreichen von 1,2 atü ein Kontakt 11 einer Öldruckwarnvorrichtung 39
durch den Schaltnocken 37 nach rechts gelegt, so daß die Öldruckwarnlampe 10 erlischt.
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Jetzt ist der für den Betrieb der Brennkraftmasch:ne mindesterforderliche
Schmieröldruck erreicht, und der Andrehschalter 3 wird in die Betriebsstellung auf
den Kontra kt 33 nach rechts gedreht, womit die Haltespule 4i'- und die Einrückschaltspule
46 stromlos werden. Der Kontakt 29 wird geöffnet, d. b., das Andrehritzel w:rd aus
dem Schwungradzahnkranz gezogen, und der Andrehmotor 30 ist ausgeschaltet. Beide
Kolben 22 und 23 des Oldruckschaltgerätes 21 gehen dann entgegen der Kraft der Feder
65 weiter nach rechts bis in eine dem bestimmten Schmieröldruck entsprechende Stellung.
Eine Andrebsperrung ist dadurch erreicht, daß der Kolben 22 bei dem hohen Schmieröldruck
durch die Scheibe 35 und den Bund 34 am Kolben 23 verhindert, daß der Kolben
23 sich allein nach links bewegen und den Andrehwiederholschalter 28 betätigen
kann.
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Beim Absinken des Schmieröldruckes bewegen sich die Kolben 22 und
23 nach links und legen den Kontakt 11 der Oldruckwarnvorrichtung 39 beim Unterschreiten
des Mindestschmieröldruckes von z. B. 1,2 atü nach links; die Öldruckwarnlampe 10
leuchtet auf. Sinkt der Öldruck weiter auf z. B. 1,0 atü ab, wird der Kontakt 12
des Öldrucksicherheitsabstellers 40 nach links gelegt. Er schließt den Stromkreis
für das Schaltschütz 9, wodurch die Vorschmierpumpe 2 eingeschaltet wird. Der von
der Vorschmierpumpe 2 aufgebaute Öldruck wirkt über die Membran 18 des Kraftstoffschalters
19 auf den Regelungshebel 20 und stoppt die Förderung der Einspritzpumpe 54, wodurch
die Brennkraftmaschine 1 abgeschaltet wird.
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Wird die Brennkraftmaschine 1 willkürlich vom Bedienungspersonal abgestellt,
wird der Andrehschalter 3 auf die »Stop-Stellung« 38 gebracht und die Vor-
Schmierpumpe
2 eingeschaltet. Dieser Kontakt 38 kann auch mit dem Kontakt der Leitung 4 vereint
sein, da somit ebenfalls die Vorschmierpumpe 2 eingeschaltet wird-.
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In weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist es möglich,
die Abschaltung des Öldrucksicherheitsabstellers 40 bei verschiedenen Mindestschmieröldrücken
im Schmierkreislauf erfolgen zu lassen. Durch den jeweiligen Mindestschmieröldruck
und damit der Strömungsgeschwindigkeit des Öles in den Leitungen ist die geringste
Wärmeabfuhr durch das Schmieröl bestimmt. Bei hoher Belastung der Brennkraftmaschine
1 ist damit auch ein höherer Mindest-Schmieröldruck wünschenswert, damit auch im
ungünstigsten Fall genügend Wärme abgeführt wird. Bei einer Brennkraftmaschine 1
mit konstanter Drehzahl und Füllungsregelung kann damit der Mindestschmieröldruck
in Abhängigkeit von der jeweils in den Zylinder eingespritzten Kraftstoffmenge bzw.
von der dabei auftretenden Leckkraftstoffmenge verändert werden. Dies wird nach
der Erfindung dadurch erreicht, daß der den Öldrucksicherheitsabsteller 40 und die
Öldruckwarnvorrichtung 39 betätigende Kolben 22 als doppelt beaufschlagter Kolben
wirkt und einerseits vom Schmieröl und andererseits zusätzlich zur Feder 65 vom
Leckkraftstoff der Einspritzdüsen 59 bis 62 beaufschlagt wird. Der Kraftstoff wird
von der Einspritzpumpe 54 den einzelnen Düsen 59 bis 62 zugeleitet. Der Leckkraftstoff
fließt durch die Leitung 63 in den der Schmieröldruckseite des Kolbens 2.2 gegenüberliegenden
Raum 55 des öldruckschaltgerätes 21. Er fließt aus dem Raum 55 heraus über eine
Drossel 56 durch die Leitung 57 in einen Kraftstoffvorratsbehälter. Die Drossel
56 ist dabei so ausgelegt, daß sich z. B. bei Halblast der Brennkraftmaschine
der Druck des Leckkraftstoffes im Raum 55 so einstellt, daß der Oldrucksicherheitsabsteller
40 bei einem Schmieröldruck von 1,0 atü betätigt wird. Mit zunehmender Belastung
der Brennkraftmaschine 1 und damit größerer Leckkraftstoffmenge wird sich der Druck
im Raum 55 erhöhen. Der Öldrucksicherheitsabsteller 40 wird dann bei einem höheren
Mindestschmieröldruck abschalten.
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Mit dieser Einrichtung ist neben dem veränderlichen Mindestschmieröldruck,
abhängig von der Maschinenbelastung, auch eine weitere Sicherheitsabstellung der
Brennkraftmaschine erreicht. Sollte einmal eine Leckkraftstoffleitung während des
Betriebes defekt werden und der Leckkraftstoff kann frei austreten, fällt der Kraftstoffdruck
im Raum 55 des Öl- ; druckschaltgerätes 21 ab, und der Kolben 22 verschiebt sich
nach rechts und schaltet mit einem Schaltnocken 64 einen Kontakt 58, womit durch
das Einschalten der Vorschrnierpumpe 2 die Brennkraftmaschine 1 abgestellt wird.
; Durch den erfindungsgemäßen Öldruckschalter wird eine einfache, sichere und raumsparende
Baueinheit für die verschiedenen zur Inbetriebsetzung, Steuerung und Überwachung
von Brennkraftmaschinen notwendigen Funktionen geschaffen; durch diese wird das
Vorschmieren der Brennkraftmaschine überwacht und das Einspuren des Andrehritzels
in den Schwungradzahnkranz auch bei anfänglicher Zahn-auf-Zahn-Stellung vom Andrehritzel
und Schwungradzahnkranz durch Wiederholung des Einspurens bis zum vollen- t Beten
Einrücken geschaltet. Weiterhin wird durch den Öldruckschalter das Andrehen der
Brennkraftmaschine, das Sperren für die Andrehvorrichtung bei laufender Brennkraftmaschine
sowie das Warnen und Abstellen der Brennkraftmaschine bei zu geringem Schmieröldruck
und das Abstellen der Maschine bei einer defekten Kraftstoffleitung geschaltet.