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Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens nach Patent 1 071 658 zwecks
Mischens von Steinkohle Zusatz zum Patent 1 071 658 Das Hauptpatent betrifft ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer gleichförmigen, für die Brikettierung
geeigneten Mischung aus Torf oder ähnlichem feuchtem Gut unterschiedlicher Beschaffenheit
durch Zwischenlagerung in einem aus lotrechten Seitenwänden und ebener Bodeufläche
bestehenden Bunker mit unterem Gutaustrag und besteht darin, daß das Gut in waagerechten
dünnen Schichten übereinander in einen Bunker mit lotrechten Seitenwänden eingefüllt
und von einer auf den Böschungswinkel eingestellten, alle Schichten gleichzeitig
erfassenden Fräsvorrichtung fortlaufend und in bekannter Weise ausgetragen wird.
Die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist eine über die Bunkerlänge verfahrbare
Gutsaufgabe-, Fräs- und Austragvorrichtung mit mehreren in ihren Laufrichtungen
umschaltbaren, zwischen Seitenteilen übereinanderliegenden Fräswerkzeugen, die dergestalt
angeordnet sind, daß sie in die der jeweiligen Arbeitsrichtung entsprechende Winkellage
geschwenkt werden können.
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mit der das Verfahren nach
dem Hauptpatent auch in der Steinkohlenverarbeitung angewendet werden kann.
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Bekanntlich schwankt die Menge, Korngröße und Art der Rohförderkohle
aus den verschiedenen Flözen in weiten Grenzen. Es wird aber die Forderung gestellt,
der Wäsche ein gleichförmiges und gleichmäßiges Aufgabegut zuzuführen.
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Bisher verwendet man für die Mischung zur Erzielung einer gleichförmigen
Rohkohle Stapelbunker, wobei die einzelnen Kohlensorten aus einer Bunkerreihe gleichzeitig
und gleichmäßig abgezogen werden.
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Der Aufwand für solche Bunker ist jedoch sehr groß, da mindestens
zwei Bunkerreihen vorhanden sein müssen, wovon eine entleert und die andere gleichzeitig
gefüllt werden muß. Bei diesen Bunkern besteht die Gefahr, daß sich bei ungleicher
Beschickung der Einzeibunker die Rohkohle entinischt.
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Um eine möglichst gleichförmige Mischung der Kohlensorten und gleichzeitig
einen kontinuierlichen Abzug der gemischten Kohle zu erzielen, wird nach der Erfindung
vorgeschlagen, einen Schlitzbunker bekannter Bauweise mit geneigten Seitenwänden
und mit über einen Austragtisch verfahrbaren Bunkerentleerungswagen zu verwenden.
Wie nach dem Hauptpatent wird die Rohförderkohle durch eine ortsveränderliche Aufgal,evorrichtung
schichtweise in den Schlitzbunker eingefüllt. Zur Entleerung dieses Bunkers dienen
erfindungsgemäß eine oder mehrere rotierende Stachelwalzen, die über einen horizontalen
Sehienenlireis und um einen lotrechten, in der Nähe des Gutsaustrittes angeordneten
Träger schwenkbar sind und deren Längsachsen im Winkel der Böschungsneigung verlaufen,
so daß das gelöste Gut von dem
entsprechend dem Arbeitsfortschritt bewegten Entleernngswagen
ausgetragen wird. Ein über die Bunkeroberkante in Längsrichtung verfahrbares Fahrgestell
ist mit einem Schienenkreis oder -bogen und mit einem zentralen, lotrecht angeordneten
Träger versehen. Dieser Träger reicht bis nahe an die Bunkeraustrittsöffnung und
ist am unteren Ende mit einem Spurlager ausgerüstet, in dem eine oder mehrere Stachelwalzen
dreh- und schwenkbar angelenkt sind. Die oberen Enden der Stachelwalzen lagern in
Fahrgestellen, die auf dem Schienenkreis oder -bogen verfahrbar sind. Der Antrieb
der Stachelwalzen erfolgt durch einen Antriebsmotor, der zweckmäßig auch die Schwenkbewegung
der Stachelwalzen um den lotrechten Träger bewirkt. Die Stachelwalzen bestreichen
fortwährend die Gutscsberfläche, wobei die rotierenden Stacheln in das Gut eindringen
und eine Gutsschicht in Bewegung bringen, die sodann zum Bunkerauslaß rollt und
hier von dem Räumwerkzeug des Bunkerentleerungswagens erfaßt und ausgetragen wird.
Entsprechend dem Arbeitsfortschritt bewegt sich die gesamte Fräsvorrichtung der
Bunkerlängsachse. Der Bunkerentleerungswagen muß dabei in gleicher Richtung und
mit gleicher Geschwindigkeit der Fräsvorrichtung folgen. Dies wird zweckmäßig durch
eine elektrische Kupplung der Antriebsmotoren erreicht. Durch die mit dem Böschungswinkel
des Bunkergutes gleichlaufende Anordnung der Stachelwalzen werden sämtliche Gutsschichten
fortlaufend und gleichmäßig erfaßt, wodurch dem Räumwerkzeug
des
Bunkerentleerungswagens stets ein gleichmäßiges Gutgemisch zugeführt wird.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist in der Zeichnung in einem
Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar zeigt Abb. 1 einen Schlitzbunker mit der
Vorrichtung im Längsschnitt, Abb. 2 den Bunker im Ouerschnitt und Abb. 3 die Draufsicht
der Abb. 1.
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Darin ist 1 der Mischbunker mit geneigten Seitenwänden 30, 31, dem
Bunkertisch 32 und dem Austragsschlitz33, in dem das Räumwerkzeug 34 eines längs
des Schlitzes 33 verfahrbaren Bunkerentleerungswagens 35 eingreift. Das Räumwerkzeug34
führt das austretende Bunkergut einem Förderband 36 zu.
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Wie bei dem Bunker 1 nach dem Hauptpatent ist ein auf Schienen 37
in Längsrichtung des Bunkers verfahrbares Fahrgestell 38 angeordnet. Dieses Fahrgestell
38 trägt einen über der Bunkeroberkante liegenden Schienenkreis oder -bogen 39 und
einen bis in die Nähe der Bunkerauslaßöffnung reichenden Träger 40, der im Mittelpunkt
des Schienenkreises oder -bogens angeordnet ist und an seinem unteren Ende ein Spurlager
41 trägt. Eine oder mehrere Stachelwalzen 42 sind in dem Spurlager 41 dreh- und
schwenkbar angelenkt. Das obere Ende dieser Stachelwalzen 42 ist in einem über den
Schienenkreis oder -bogen 39 beweglichen Fahrwerk 43 gelagert. Der Antriebsmotor44
treibt die Stachelwalzen42 und gegebenenfalls auch das Fahrwerk 43 an. Die Stachelwalzen
42 sind zwischen dem Spurlager 41 und dem Fahr-
werk 43 im Böschungswinkel des Bunkergates
geneigt angeordnet.
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Zum Entleeren des Bunkers wird das Fahrwerk43 auf dem Schienenkreis
oder -bogen langsam hin- und hergefahren und das Fahrgestell 38 entsprechend dem
Arbeitsfortschritt in Richtung auf das Bunkergut bewegt. Dadurch werden wie beim
Hauptpatent die einzeln ülDereinanlderlagernden Gutsschichten gleichzeitig abgefräst.
Das gelöste Gut rollt nun zur Bunkerauslaßöffnun,g und wird als Gemisch von dem
Räumwerkzeug des mit gleicher Geschwindigkeit wie das Fahrgestell 38 bewegten Bunkerentleerungswagens
erfaßt und auf das Förderband 36 ausgetragen.
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Der Bunker wird so betrieben, daß eine Bunkerhälfte während eines
Tages gefüllt und die zweite Bunkerhälfte gleichzeitig kontinuierlich entleert wird.