DE1091540B - Anordnung von Staubfangtaschen bei Elektrofiltern - Google Patents
Anordnung von Staubfangtaschen bei ElektrofilternInfo
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Description
DEUTSCHES
Der einmal auf die Elektrodenplatten eines Elektrofilters
niedergeschlagene und beim Abklopfen sich von der Niederschlagselektrode lösende Staub besitzt
erfahrungsgemäß eine größere Sinkgeschwindigkeit als die originär in das Elektrofilter eintretenden
Schwebeteilchen. Je nach der Gasgeschwindigkeit im Elektrofilter wird bei der Abreinigung der Elektrodenplatten durch Vibrieren oder Klopfen ein beachtlicher
Teil dieses bereits schon einmal aus dem Gasstrom herausgenommenen Staubes aus dem Elektrofilter
herausgetragen werden können. Versuche, die sich auf einer schräg nach unten, geneigten Flugbahn bewegenden,
zu Flocken agglomerierten Teilchen am Ende eines Kraftfeldes durch eine Prallwand aufzufangen,
sind an der Tatsache gescheitert, daß durch die bekannten Prallwände die Gasgeschwindigkeit innerhalb
dieser mechanischen Abscheider zu stark erhöht wird, wodurch diese Staubflocken mitgerissen werden.
Ferner wird die mechanische Abscheideleistung besonders im oberen Teil eines zweiten elektrischen
Feldes durch die Erhöhung der Gasgeschwindigkeit nachteilig beeinflußt. Diesen Erkenntnissen liegt die
Aufgabe der Erfindung zugrunde, eine mechanische oder auch zusätzlich elektrische Staubabscheidevorrichtungen
zu schaffen, bei der die Gasgeschwindigkeit am Ende des oder der elektrischen Felder nicht
in störender Weise erhöht wird.
Nach dem Vorbild der in den deutschen Patentschriften 764 702 und 873 832 des Erfinders offenbarten,
die Gasgassen überbrückenden und in mehrere untereinanderliegende Stockwerke unterteilenden
Staubfangtaschen werden nach der Erfindung diese Staubfangtaschen in der Weise angeordnet, daß das
Verhältnis der in der Gasrichtung gesehenen Länge der Fangtasche zu ihrer lichten Gasdurchtrittshöhe,
d. h. ihrem Abstand untereinander mindestens annähernd dem Verhältnis der Gasgeschwidigkeit im
Elektrofilter zur mittleren Sinkgeschwindigkeit der Staubflocken entspricht, wobei dieses Verhältnis
gegebenenfalls während des Betriebes durch die Verstellbarkeit des Abstandes der Fangtaschen untereinander
und/oder in der Neigung zur Horizontalen eingestellt werden kann. Die Erfindung sieht also
vorzugsweise am Ende des Elektrofilters eine über die ganze Höhe desselben sich erstreckende, mechanische
oder gegebenenfalls elektrische Abscheidevorrichtung in Form von Fangtaschen an sich bekannter Bauart
vor, deren Abstand untereinander in Verbindung mit ihrer Länge, in Gasrichtung gesehen, der jeweiligen
Flugparabel des abgeklopften Staubes angepaßt werden kann. Besonders bei hohen Gasgeschwindigkeiten,
z. B. von über 5 m/sec, braucht die Anordnung nicht auf das Ende des Elektrofilters beschränkt zu
sein, sondern kann zwischen jedem Kraftfeld erfolgen.
Anordnung von Staubfangtaschen
bei Elektrofiltern
bei Elektrofiltern
Anmelder:
Metallgesellschaft Aktiengesellschaft,
Frankfurt/M., Reuterweg 14
Frankfurt/M., Reuterweg 14
Dr.-Ing. Kurt Ruckeishausen, Offenbach/M.,
Dipl.-Ing. Walter Böbel und Walter Steuernagel,
Dipl.-Ing. Walter Böbel und Walter Steuernagel,
Frankfurt/M.,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
Dem Auffangvorgang kann durch entsprechende Ausbildung und Neigung der Fangtaschen und durch
Anordnung von an Hochspannung liegenden Elektroden innerhalb der Gasgassen zwischen den Fangtaschen
noch eine zusätzliche elektrische Abscheidung überlagert werden, wobei vorteilhaft auch die Polarität
gegenüber dem vorgeschalteten Elektrofilter umgekehrt werden kann.
Nachstehend werden mehrere in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiele des näheren erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch in Seitenansicht die erfindungsgemäße Anordnung der Fangtaschen am Ende
eines Horizontal-Elektrofilters;
Fig. 2 zeigt unter a) in Seitenansicht und unter b) perspektivisch in Vorderansicht eine kippbare Einstellung
der Fangtaschen und
Fig. 3 die Verstellbarkeit des Abstandes der Fangtaschen untereinander mit Hilfe einfacher Lochleisten;
bei der
Fig. 4 wird die Verstellbarkeit des Abstandes der Fangtaschen untereinander durch Ketten, die in entsprechende
Stellglieder eingehängt werden können, geregelt, und bei der
Fig. 5 kann diese Verstellbarkeit auch während des Betriebes des Elektrofilters durch Anordnung von
Nürnberger Scheren od. dgl. vorgenommen werden. Der hier beispielsweise dargestellte mechanische Antrieb
der Höhenverstellung der Fangtaschen kann automatisch mit der Abtastung der jeweiligen Gasgeschwindigkeit
vor oder im Elektrofilter gekoppelt werden, so daß mit zunehmender Gasgeschwindigkeit
der Abstand der Fangtaschen verringert wird, und umgekehrt.
009 629/376
In sämtlichen Figuren sind mit F die Fangtaschen bezeichnet, die nach der Darstellung der Fig. 1 beispielsweise
am Ende des letzten elektrischen Feldes E eines Elektrofilters über die ganze Höhe desselben in
einem Rahmen R zusammengefaßt sind, an den sich der Gasauslaßkanal K anschließt. Unterhalb der Fangtaschen
F ist ein gemeinsamer Staubsammelbunker B angeordnet. Nach der Darstellung der Fig. 2, a) und b)
sind die Fangtaschen an den beiden Stirnseiten an Zugstangen Z1 und Z2 befestigt, wobei die Zugstangen
Z2 — wie mit dem Pfeil P angedeutet ■— nach
oben und unten verstellt werden können, so daß die Fangtaschen, in Gasrichtung gesehen, eine Neigung
gegenüber der Horizontalen erhalten können und damit der Weg der Fallparabel abgekürzt wird. Die
Form der Fangtaschen ist in an sich bekannter Weise so gewählt, daß möglichst große Gasquerschnitte
übrigbleiben, also durch die Anordnung der Fangtaschen selbst eine Verringerung des freien Gasdurchtritts
möglichst vermieden wird. Nach der Darstellung der Fig. 3 sind die Fangtaschen F an Lochleisten U
mit den verstellbaren Löchern L befestigt, so daß ihr Abstand untereinander dem eingangs erwähnten Verhältnis
angepaßt werden kann.
Ein anderes Verstellmittel ist in Fig. 4 mit den Ketten S und den Haken H an den Ecken der Fangtaschen
F angedeutet.
Eine während des Betriebes leicht mögliche Verstellbarkeit, wie sie auch in Fig. 2, a) und b) gegeben ist,
kann nach der Fig. 5 durch Anordnung von Nürnberger Scheren iV an den Stirnseiten der Fangtaschen-F
erzielt werden, die in den Gelenkpunkten G mit den Fangtaschen F fest verbunden sind. Durch die Welle PF
mit den Ritzen R werden die Zahnbögen St durch einen (nicht gezeichneten) Motor auf und ab bewegt,
wobei die Verbindungsgestänge V die beiden Zahnbögen St am Vorder- und gegebenenfalls Hinterende
kraftschlüssig zusammengefaßt sind. Es ist ohne weiteres möglich, diese Höherverstellung während des
Betriebes in Abhängigkeit von der Gasgeschwindigkeit automatisch elektronisch vorzunehmen, so daß mit
zunehmender Gasgeschwindigkeit der Abstand der Fangtaschen untereinander verringert und mit abnehmender
Geschwindigkeit erhöht wird.
Als praktisches Ausführungsbeispiel sei von einer Gasgeschwindigkeit von 2,4 m/sec und einer Flockenfallgeschwindigkeit
von 1 m/sec ausgegangen. Alsdann wird die Länge der Fangtaschen, in Gasrichtung gemessen,
zu 1200 mm und ihr Abstand untereinander zu 500 mm gewählt.
Die Anordnung der Fangtaschen nach der Erfindung gestattet die Anwendung glatter Bleche als Niederschlagselektroden,
also den Fortfall der bisher allgemein üblichen Fangraumelektroden, so daß beim Abklopfen der glatten Bleche bewußt die ganze Staubfangarbeit
in die Fangtaschen am Ende des elektrischen Feldes oder eines Elektrofilters im wesentlichen
verlegt wird. Dadurch wird eine bedeutende Ersparnis an Gewichten in der Ausbildung der Niederschlagselektroden
erzielt. Abgesehen davon kann die Gasgeschwindigkeit im Filter so stark erhöht werden, daß
innerhalb der Elektrodengassen keine Staubabscheidung stattfindet.
Claims (7)
1. Anordnung von die Gasgassen überbrückenden und in mehrere untereinanderliegende Stockwerke
unterteilenden Staubfangtaschen am Ende eines oder mehrerer elektrischer Kraftfelder eines
Elektrofilters in der Weise, daß das Verhältnis der in der Gasrichtung gesehenen Länge der Fangtaschen
zu ihrer lichten Gasdurchtrittshöhe (Abstand untereinander) mindestens annähernd dem
Verhältnis der Gasgeschwindigkeit im Elektrofilter zur mittleren Sinkgeschwindigkeit der Staubflocken
entspricht, wobei dieses Verhältnis gegebenenfalls während des Betriebes durch Verstellbarkeit
des Abstandes der Fangtaschen untereinander und/oder ihrer Neigung zur Horizontalen
eingestellt werden kann.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fangtaschen kippbar angeordnet
sind, insbesondere durch bewegliche Zugstangen an einer der Stirnseiten.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Lochleisten oder Ketten an den
P'angtaschen angeordnet sind.
4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Nürnberger Scheren an den Fangtaschen,
vorzugsweise an deren Stirnseiten, angeordnet sind.
5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Höhenabstand und/oder die Neigung
der Fangtaschen in Abhängigkeit von der jeweiligen Gasgeschwindigkeit vor oder im elektrischen
Kraftfeld in der Weise automatisch geregelt wird, daß mit zunehmender Gasgeschwindigkeit
der Abstand verringert wird, und umgekehrt.
6. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Fangtaschen Sprühdrähte
angeordnet sind, die vorzugsweise eine zu der der Sprühdrähte des vorgeschalteten Elektrofilters
entgegengesetzter Polarität aufweisen.
7. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ihre Anwendung bei Elektrofiltern mit glatten,
Gasgassen bildenden Niederschlagselektroden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 009 629/376 10.
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Applications Claiming Priority (1)
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Also Published As
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