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DE1089965B - Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyaethylenfolien - Google Patents

Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyaethylenfolien

Info

Publication number
DE1089965B
DE1089965B DEP15804A DEP0015804A DE1089965B DE 1089965 B DE1089965 B DE 1089965B DE P15804 A DEP15804 A DE P15804A DE P0015804 A DEP0015804 A DE P0015804A DE 1089965 B DE1089965 B DE 1089965B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rollers
film
temperature
length
longitudinal direction
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEP15804A
Other languages
English (en)
Inventor
Carl Eugene Dengler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
EIDP Inc
Original Assignee
EI Du Pont de Nemours and Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by EI Du Pont de Nemours and Co filed Critical EI Du Pont de Nemours and Co
Publication of DE1089965B publication Critical patent/DE1089965B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C55/00Shaping by stretching, e.g. drawing through a die; Apparatus therefor
    • B29C55/02Shaping by stretching, e.g. drawing through a die; Apparatus therefor of plates or sheets
    • B29C55/04Shaping by stretching, e.g. drawing through a die; Apparatus therefor of plates or sheets uniaxial, e.g. oblique
    • B29C55/06Shaping by stretching, e.g. drawing through a die; Apparatus therefor of plates or sheets uniaxial, e.g. oblique parallel with the direction of feed
    • B29C55/065Shaping by stretching, e.g. drawing through a die; Apparatus therefor of plates or sheets uniaxial, e.g. oblique parallel with the direction of feed in several stretching steps

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Shaping By String And By Release Of Stress In Plastics And The Like (AREA)

Description

  • Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyäthylenfolien Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyäthylenfolien, wie diese besonders als Umhüllungen, Beutel, Behälter usw. in der Verpackungsindustrie gebraucht werden.
  • Zu den wichtigsten Eigenschaften von Verpackungsmaterialien gehören hohe Festigkeit, niedrige Dehnung, Schweißbarkeit, Feuchtigkeitsundurchlässigkeit, hoher Glanz, Steifheit, Durchsichtigkeit und Beständigkeit gegen Chemikalien. Polyäthylenfolien lassen keine Feuchtigkeit durch und besitzen an sich schon eine ziemlich gute mechanische Festigkeit. Sie sind durchsichtig. Auch ist die Folie beständig gegenüber den meisten Chemikalien. Werden die Folien jedoch einer molekularen Orientierung unterworfen, beispielsweise durch Zugrecken oder Auswalzen, so lassen sich erhöhte Festigkeitseigenschaften neben hohem Glanz, Steifheit und Durchsichtigkeit erhalten. Bei den bisher angewandten Arbeitsweisen zur molekularen Orientierung des Polyäthylens zeigte sich jedoch ein wesentlicher Nachteil der molekular orientierten Folien.
  • Diese neigten nämlich dazu, bei erhöhten Temperaturen auf die ursprünglichen Abmessungen zurückzuschrumpfen. Diese Schrumpfung machte es schwierig, wenn nicht unmöglich, Umhüllungen durch Verschweißen der Folienkanten herzustellen, ohne daß unansehnliche Falten und Verzerrungen im Bereich der Schweißung auftreten. Außerdem ist es infolge der Wärmeschrumpfung und der Formveränderung schwierig, die orientierten Folien zu lagern, so daß sie für eine Reihe von Verwendungszwecken nicht in Frage kommen. Die wirtschaftliche Verwertung der Polyäthylenfolien ist daher auf den Einsatz unorientierter oder nur schwach molekular orientierter Polyäthylenfolien beschränkt geblieben. Solche Folien zeigten eine mittlere Festigkeit, niedere Durchsichtigkeit, niedere Steifheit und niederen Glanz, waren jedoch bei erhöhten Temperaturen maßbeständig. Andere auf dem Markt befindliche Folien zeigten sich daher gegenüber den Polyäthylenfolien iiberlegen.
  • Das für Folien aus Polystyrol oder polystyrolhaltigen Massen bekannte Verfahren, wonach die Folie im plastischen Zustand bei erhöhter Temperatur in die Länge und Breite gereckt und anschließend im gereckten Zustand erkalten gelassen wurde, ließ sich nicht mit Erfolg auf Polyäthylenfolien übertragen. Die Neigung der Folien, in der Wärme zurückzuschrumpfen, blieb trotz dieser Behandlung zumindest zum größten Teil erhalten. Auch die zum Schrumpffestmachen orientierter Folien auf der Basis von kristallinen Polyvinylidenchloridmassen schon angewandte Arbeitsweise, bei der die faltenfreie Folie zwecks Vorschrumpfung unter Zug durch aufeinanderfolgende, auf verschiedene Temperaturen gehaltene Bäder mit inerter Flüssigkeit geführt wird, führte bei Polyäthylenfolien nicht zum Ziel. Es bestand daher die Aufgabe, schrumpffeste Polyäthylenfolien für Verpackungszwecke herzustellen, die sich gleichzeitig durch geringe Dehnung, hohe Zugfestigkeit, völlige Klarheit und hohen Glanz auszeichnen.
  • Derartige Folien lassen sich durch ein Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyäthylenfolien gewinnen, bei dem erfindungsgemäß eine insbesondere fortlaufend durchgeführte Aufeinanderfolge nachstehender Arbeitsgänge eingehalten wird: A. Recken der Folie in an sich bekannter Weise in der Längsrichtung auf das 2- bis 4fache der ursprünglichen Länge bei einer Temperatur T1, wobei T1 zwischen 500 C und der Schmelztemperatur der Folie, beispielsweise zwischen 50 und 5° C unterhalb dieser Schmelztemperatur, liegt.
  • B. Tempern der Folie bei einer Temperatur T2, wobei T2 oberhalb T1 und der Schmelztemperatur der Folie liegt, beispielsweise 5° C unterhalb dieser Schmelztemperatur, wobei die Folie in der Längsrichtung bis zum 2fachen ihrer Länge nach dem ersten Recken, beispielsweise um das 1,3- bis 2fache, nachgereckt wird.
  • C. Tempern der Folie bei einer Temperatur von etwa T2 unter Entspannung in der Längsrichtung, beispielsweise um mindestens etwa 150/0.
  • D. Abkühlen in an sich bekannter Weise auf Raumtemperatur bei Vermeidung eines Zusammenziehens der Folie in der Längsrichtung.
  • Sehr günstig wird in weiterer Ausbildung des Verfahrens nach der Erfindung bei Folien mit einem Schmelzbereich von 80 bis 1050 C für T1 eine Temperatur von 50 bis 1050 C, beispielsweise 50bis 1000 C, gewählt, während T2 eine Temperatur von 50 bis 1050 C, beispielsweise 1000 C, ist, wobei in der Länge richtung bei T2 bis zum 2fachen der Länge nach dem ersten Recken, beispielsweise bis zum 1,3- bis 2fachen dieser Länge, nachgereckt wird.
  • Die Durchführung des Verfahrens kann in einer Vorrichtung erfolgen, die erfindungsgemäß aus in einer Richtung nacheinander beispielsweise in einem Mehrwalzenkalander angeordneten, von der Folie hintereinander durchlaufenen sechs Walzensätzen besteht, die im einzelnen folgende Bedingungen erfüllen: a) Die Walzen des ersten Walzensatzes werden auf einer Temperatur T1 gehalten. b) Die Walzen des zweiten Walzensatzes drehen sich bei der Temperatur T1 in an sich bekannter Weise mit derart höherer Geschwindigkeit als die des ersten Walzensatzes, daß sie die Folie auf das 2-.bis 4fache der ursprünglichen Länge recken. c) Die Walzen des dritten Walzensatzes laufen bei der Temperatur T, mit derselben Geschwindigkeit wie die des zweiten Walzensatzes. d) Die Walzen des vierten Walzensatzes laufen bei der Temperatur T2, jedoch mit einer gegenüber den Walzen des dritten Walzensatzes derart erhöhten Geschwindigkeit, daß die Folie um einen Betrag bis zum 2fachen, beispielsweise bis zum 1,3- bis 2fachen, der Folienlänge beim Eintritt in den vierten Walzensatz nachgereckt wird. e) Die Walzen des fünften Walzensatzes laufen bei der Temperatur T2 mit einer gegenüber den Walzen des vierten Walzen satzes derart verminderten Geschwindigkeit, daß sie die Entspannung der Folie in der Längsrichtung um einen Betrag von beispielsweise mindestens 150/0 ermöglichen. f) Die Walzen des sechsten Walzensatzes drehen sich mit derselben Geschwindigkeit wie jene des fünften Walzensatzes, wobei jede einzelne Walze mit derart niederer Temperatur läuft als die vorhergehende, daß die Folie auf Raumtemperatur herabgekiihlt wird.
  • Es hat sich herausgestellt, daß für das Verfahren der Erfindung ein erstmaliges Recken um mehr als das 4fache der ursprünglichen Länge kein ausreichendes Nachrecken gestattet. Wird erstmalig um weniger als das 2fache gereckt, so läßt sich eine für die gegewünschten Eigenschaften hinsichtlich Glanz, Durchsichtigkeit und Steifheit ausreichende molekulare Orientierung nicht erreichen. Die Temperatur des Nachreckens entsprechend dem zweiten Arbeitsgang 13 soll höher als die des ersten Arbeitsganges A liegen, da die gewünschte Maßbeständigkeit bei einem Nachrecken bei einer gegenüber dem ersten Arbeitsgang A niedrigeren Temperatur nicht erreicht wird und die Folie dann bei höheren Temperaturen zum Bruch neigt. Eine Entspannung um mindestens 15 0/o ist erforderlich, um die günstigsten Bedingungen für die Maßbeständigkeit der Folie zu erhalten. Ohne diesen Arbeitsgang der Entspannung weist die molekular orientierte Folie bei 750 C eine Rückschrumpfung von 15 ovo oder mehr auf. Durch die Kühlung der Folie unter Vermeidung eines weiteren Zusammenziehens werden die in den vorangehenden Verfahreusstufen ausgebildeten Eigenschaften aufrechterhalten.
  • Für das Tempern und Entspannen der Folien wird zweckmäßig in der Vorrichtung eine Zeit von etwa 3 Sekunden eingehalten. Diese Arbeitsgänge können auch in mehr als 3 Sekunden durchgeführt werden, ohne daß die Eigenschaften der Folien direkt im um- gekehrten Sinn beeinflußt werden. Gewisse Vorrichtungen erfordern Perioden von mehr als 3 Sekunden, andere dagegen weniger als 3 Sekunden, vor allem, wenn günstige Wärmeübergangsverhältnisse vorliegen.
  • Das Verfahren der Erfindung liefert eine Folie mit allen wünschenswerten charakteristischen Bedingungen molekular orientierter Folien, wobei zusätzlich eine stark verbesserte Schrumpfbeständigkeit erhalten wird. Zwischen 45 und 750 C schrumpft die Folie nur um weniger als 50/0. Das Vorliegen einer molekular orientierten Folie kann durch Bestimmung der Brechungsindizes nachgewiesen werden. Die stark verbesserte Maßbeständigkeit und damit die herabgesetzte Schrumpfneigung zeigt, daß eine Folie mit nicht bemerkenswerter intermolekularer Spannung vorliegt. Auch die röntgenographische Strukturuntersuchung zeigt, daß eine molekular orientierte Folie ohne jede wesentliche intermolekulare Spannung erhalten wird.
  • Als Polyäthylenfolie im Sinne der Erfindung sind solche Folien anzusehen, die aus festen Polyäthylenmassen und/oder entsprechenden festen Pyrolyseprodukten erhalten werden. Auch Mischpolymerisate von Äthylen mit geringen Anteilen bis 25 Gewichtsprozent anderer damit mischpolymerisierbarer Materialien, beispielsweise Styrol, Isobutylen, Vinylacetat, Vinylchlorid und ähnlichen äthylenartigen, ungesättigten Verbindungen, lassen sich nach der Erfindung verarbeiten. Das zu verarbeitende Polyäthylen kann auch geringe Mengen von natürlichen und synthetischen plastischen Massen, beispielsweise natürlichen oder synthetischen Kautschuk, Wachse, Öle, Harze, Farbstoffe, Pigmente, Oxydationsinhibitoren sowie mineralische Füllstoffe, wie gepulvertes Calciumcarbonat oder Titandioxyd, enthalten.
  • Polyäthylen hat keinen scharf bestimmten Schmelzpunkt, sondern schmilzt über einen ganzen Schmelzbereich. Der bei Raumtemperatur vorliegende kristalline Anteil beginnt bei Erwärmung von einer bestimmten Temperatur ab zu verschwinden, bis bei entsprechend hohen Temperaturen keine Kristalle mehr nachgewiesen werden können. Diese beiden Temperaturen begrenzen den Schmelzbereich. Im Rahmen der Erfindung wird jene Temperatur als Schmelztemperatur bezeichnet, bei der die Kristalle verschwunden sind, also die obere Temperatur des Schmelzbereiches. Diese Schmelztemperatur zeigt für verschiedenePolyäthylenmassen unterschiedlicheWerte; Sie scheint vom Molekulargewicht, von der Dichte, dem Ausmaß der Kettenverzweigung usw. abzuhängen.
  • Für die Bestimmung der Schmelztemperatur gibt es verschiedene Methoden. Sie kann in an sich bekannter Weise ermittelt werden durch Dichtemessungen, durch Wärmekapazitätsmessungen und auf röntgenographischem Wege. Im Rahmen der Erfindung erfolgt ihre Bestimmung nach einer an sich bekannten Methode unter Verwendung der Infrarot-Spektroskopie.
  • Theoretisch erklärt sich die Wirkung des erfindungsgemäßen Verfahrens scheinbar wie folgt: Polyäthylen stellt ein hochverzweigtes Polymeres mit langen und kurzen Verzweigungen dar, wobei um so weniger und um so längere Verzweigungen vorliegen, je höher die Dichte des Polymeren ist. In nicht gerecktem Zustand liegen kristalline Bereiche von anfänglich geradkettigen molekularen Anteilen neben amorphen Bereichen von unorientierten, verflochtenen, verzweigtkettigen Anteilen vor. Durch das Recken werden die kristallinen Bereiche in der Richtung des mechanischen Zuges orientiert. Auch die amorphen Bereiche werden hierbei orientiert, jedoch verbleiben hier wegen der Kettenverzweigung und der Verfilzung der Moleküle noch Berührungspunkte und Bereiche der Verschlingung zurück. An diesen Stellen entstehen innere Spannungen. Die Moleküle werden hier zu einer unnatürlichen Anordnung gezwungen.
  • Wird das Material nun erhitzt, so werden die vorliegenden Spannungen gelockert, und die Moleküle springen in eine mehr natürliche Anordnung zurück, woraus sich die hohe Schrumpfung ergibt. Wird jedoch während des Erhitzens um einen bestimmten Betrag nachgereckt, so wechseln die Moleküle die durch die molekulare Orientierung festgelegten Plätze, und der größte Teil der inneren Spannung wird abgebaut. Die anschließende, unter weiterer Erwärmung des Filmes erfolgende Entspannung lockert die noch verbleibende Spannung. Wird also der durch die molekulare Orientierung des Filmes hervorgerufene Spannungszustand zunächst bei aufrechterhaltener Zugbeanspruchung des Filmes teilweise gelockert und der Film anschließend entspannt, so verbleiben die Moleküle in einem noch im wesentlichen molekular orientierten, jedoch spannungserleichterten Zustand.
  • Die Zeichnung zeigt schematisch eine beispielsweise Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung. Hiernach wird eine Folie 9 mit einem Schmelztemperaturbereich von 80 bis 1050 C von der Vorratswalze 10 auf einen ersten Walzensatz von vier umlaufenden Walzen 11, 12, 13, 14 abgespult. Die Walzen 11 bis 14 werden von innen hindurchströmendem heißem Wasser von 700 C auf dieser Temperatur gehalten. Die Temperatur von 700 C liegt zwischen 500 C und der Schmelztemperatur von 1050 C.
  • Um die Folie 9 auf das 3,5fache in der Längsrichtung zu recken, wird diese weiter fortlaufend durch die Walzen 15, 16, 17, 18 eines zweiten Walzensatzes geführt, die ebenfalls auf 700 C gehalten werden und sämtlich mit höherer Geschwindigkeit umlaufen als die Walzen 11 bis 14 des ersten Walzensatzes. Dann läuft die Folie 9 zu den Vorheizwalzen 19, 20, 21 eines dritten Walzensatzes, die mit gleicher Geschwindigkeit wie die Walzen 15 bis 18 des zweiten Walzensatzes umlaufen, jedoch mit Hilfe durchlaufenden Wassers auf 1000 C erhitzt werden. Die Folie 9 wird dann anschließend auf den Walzen 22, 23, 24, 25 eines vierten Walzensatzes etwa 3 Sekunden lang getempert und gleichzeitig zwischen den Walzen 21 und 22 auf das 1 ,3fache der Länge dem ersten Recken nachgereckt.
  • Die Walzen 22 bis 25 des vierten Walzensatzes werden ebenfalls auf etwa 1000 C gehalten. Sie laufen mit höherer Geschwindigkeit um als die Walzen 19 bis 21 des dritten Walzensatzes, um das Nachrecken der Folie 9 zu bewirken.
  • Die Folie 9 wird hierauf zu einer Walze 26 eines fünften Walzensatzes geführt, deren Umdrehungsgeschwindigkeit so eingestellt ist, daß die Folie 9 zwischen den Walzen 25 und 26 sich um 23 0/o zusammenziehen kann. Die Walzen 26, 27, 28 des fünften Walzensatzes laufen alle mit gleicher Geschwindigkeit um bei einer Temperatur von etwa 1000 C. Hier wird die Folie 9 etwa 3 Sekunden lang getempert, wobei eine Entspannung möglich ist. Schließlich tritt die Folie 9 in die Walzen 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35 eines sechsten Walzensatzes ein, die mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Walzen des fünften Walzensatzes 26 bis 28 umlaufen, um ein weiteres Zusammenziehen der Folie 9 in der Längsrichtung zu vermeiden. Jede einzelne Walze des sechsten Walzensatzes läuft bei niederer Temperatur als die vorhergehende, um die Folie 9 schrittweise auf Raumtemperatur abzukühlen. Die Folie 9 wird dann auf eine Spule 36 aufgewickelt.
  • Die nachfolgende Tafel I gibt die Eigenschaften der Polyäthylenfolie nach der Erfindung (Folie A) wieder, verglichen mit denen unorientierter Polyäthylenfolien (Folie B).
    Tafel I
    Folie Brechungs- Elastizitätsmodul Bruchdehnung Zähigkeit Schrumpfung
    750 kg/cm²#10-3 % kg/cm²#10-3 be 75° C
    unterschied kg/cm2 10 - 3 °/o | kg/cm2 10 - 3 bei olo
    A , 27,1 10- 1,86 101 0,28 ,
    B .................. 1,0 zu10-3 1,14 549 0,11 3
    Die Schweißfestigkeit lag bei beiden Folien etwa gleich, nämlich bei etwa 144 g/cm. Die Folie nach der Erfindung (Folie A) war steif, glänzend und durchsichtig, die unorientierte Folie (Folie 13) dagegen weich, matt aussehend und durchscheinend. Mit Ausnahme der Schrumpfung zeigten die Folien nach der Erfindung hinsichtlich anderer physikalischer Eigenschaften, wie Dehnbarkeit und Festigkeit, etwa die gleichen Werte, wie sie die nach den üblichen Orientierungsverfahren hergestellten Folien haben. Das charakteristische Verhalten bei der Schrumpfung der Folie, wie es in einer glatt aussehenden Verschweißung und einer geringfügigen Einschrumpfung bei 750 C zum Ausdruck kommt, entsprach etwa dem der unorientierten Folien. Gegenüber anderen orientierten Folien zeigte die Folie nach der Erfindung weit überlegene Schrumpfbeständigkeit. Die ohne den abschließenden Arbeitsgang für die Entspannung hergestellten molekular orientierten Folien zeigen 150/1 Schrumpfung und neigen beim Verschweißen zur Faltenbildung. Die Folie nach der Erfindung vereinigt daher die gewünschten Eigenschaften der mole- kular orientierten Folien mit denen der unorientierten Folien.
  • Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen weiterhin die Bedeutung der Erfindung.
  • Zähigkeit und Dehnung wurden in bekannter Weise bestimmt. Der Elastizitätsmodul als Maß für die Steifheit oder Weichheit der Folie wurde erhalten aus der Neigung der Spannungs-Dehnungs-Rurve für 1 °/o Dehnung, wenn die Probe in der Minute um 1000/o gedehnt wurde. Der Brechungsunterschied als Maß fiir den Grad der molekularen Orientierung wurde bestimmt als Differenz der Brechungsindizes der Folie, parallel und quer zu den Orientierungsachsen gemessen. Für die Bestimmung der Schweißfestigkeit wurden zwei je 12,7 mm breite Folienstücke aufeinandergelegt und unter Verwendung eines Schweißstabes von 3,2 mm Stärke bei einer Temperatur von 2000 C und einem Druck von 0,70 kg/cm2 und Sekunde verschweißt. In einem bekannten Prüfgerät wurde nun die Kraft in Gramm gemessen, die erforderlich ist, um die Verschweißung zu lösen. Die Schrumpfung wurde bestimmt, indem ein Folienstreifen von 50 cm Länge 12 Minuten lang in Wasser von 750 C gehalten und anschließend die verbleibende Länge gemessen wurde.
  • Beispiel 1 Eine Polyäthylenfolie mit einem Schmelztemperaturbereich von 80 bis 1050 C wurde in der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei einer Temperatur von 700 C auf das 2fache ihrer ursprünglichen Länge gereckt.
  • Hierauf wurde die Folie auf 1000 C erhitzt und um das 2fache der Länge nach dem ersten Recken nachgereckt. Anschließend wurde bei 1000 C getempert und eine Entspannung in der Längsrichtung um etwa 10 0/o zugelassen (Zeitdauer: 3 Sekunden). Schließlich wurde auf Raumtemperatur abgekühlt. Die Eigenschaften der erhaltenen Folie wurden mit denen einer nicht orientierten Folie verglichen (s. Tafel II): Tafel II
    Folie | Brechungs- | Elastizitätsmodul Bruchdehnung Zähigkeit Schrumpfung
    unterschied kg/cm2 to-s O/o kg/cm2, 10 10-3 bei 750 C
    0/0
    Beispiel 1 | 28,5 1Q-S | 2,10 95 0,32 4,2
    unorientiert ......... 1,0#10-3 1,12 549 0,11 3
    Beispiel 2 Eine Polyäthylenfolie mit einem Schmelztemperaturbereich von 95 bis 1200 C wurde in der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei 900 C auf das 3fache der ursprünglichen Länge gereckt. Die Temperatur der Folie wurde dann auf 1100 C erhöht und zusätzlich auf das 1,3fache der Länge nach dem ersten Recken nachgereckt. Bei 1100 C wurde eine Entspannung in der Längsrichtung um etwa 250/0 zugelassen (Zeitdauer: 3 Sekunden) und schließlich auf Raumtemperatur abgekühlt. Die Eigenschaften der Folie sind, verglichen mit denen einer unorientierten Folie, in Tafel III wiedergegeben: Tafel III
    Folie Brechungs- Elastizitätsmodul Bruchdehnung Zähigkeit Schrumpfung
    unterschied kg/cm²#10-3 % kg/cm²#10-3 bei 750 C
    Beispiel 2 | 30,0#10#3 6,3 78 0,52 3,5
    unorientiert ......... 2,0 #10-3 2.8 372 0,21 3
    Die Arbeitsgänge des Verfahrens der Erfindung lasen sich fortlaufend hintereinander oder auch unter hrochen ausführen. Bei der beschriebenen fortlaufenden Arbeitsweise wird die Temperatur der Folie durch die Temperatur der Walzen eingestellt. Diese werden durch geeignete durchströmende heiße Flüssigkeiten erhitzt, im Beispiel 1 wurde Wasser, im Beispiel 2 eine Wasser-Alkohol-Mischung für diesen Zweck benutzt. Zum Heizen der Walzen kann auch Dampf, erhitztes Öl oder Elektrizität verwendet werden. Man kann auch die Folie direkt durch heiße Flüssigkeiten oder Gase führen, um die gewünschten Temperaturen einzustellen, gegebenenfalls unter Einschaltung weiterer Zwischenbehälter mit heißen Flüssigkeiten.
  • Die nach der Erfindung erhaltenen Folien stellen ein ausgezeichnetes Verpackungsmaterial dar. Für die Verschweißung können die bekannten Methoden augewandt werden. Bei der Verschweißung entstehen keine wesentlichen Falten. Die Umhüllungen können während der Lagerung oder während des Verbrauches unbedenklich Temperaturen bis zu 750 C ausgesetzt werden, ohne daß eine merkliche Wirkung festzustellen ist. Die Umhüllungen lassen sich zum Verpacken von Fleisch, Geflügel, Textilien, Chemikalien, Metallwaren usw. verwenden.
  • Das Verfahren der Erfindung setzt keinerlei Änderung der bekannten Herstellungsverfahren für Polyäthylenfolien voraus. Es ist einfach und wirtschaftlich.
  • Außer Polyäthylen lassen sich auch ähnliche Polymere auf olefinischer Basis, wie Polypropylen, Polyisobutylen usw., erfindungsgemäß verarbeiten.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyäthylenfolien, gekennzeichnet durch eine insbesondere fortlaufend durchgeführte Aufeinanderfolge nachstehender Arbeitsgänge: A. Recken der Folie in an sich bekannter Weise in der Längsrichtung auf das 2- bis 4fache der ursprünglichen Länge bei einer Temperatur Tt, wobei T, zwischen 500 C und der Schmelztemperatur der Folie, beispielsweise zwischen 50 und 50 C unterhalb dieser Schmelztemperatur, liegt.
    B. Tempern der Folie bei einer Temperatur T2, wobei T2 oberhalb T1 und der Schmelztemperatur der Folie liegt, beispielsweise 50 C unterhalb dieser Schmelztemperatur, wobei die Folie in der Längsrichtung bis zum 2fachen ihrer Länge nach dem ersten Recken, beispielsweise um das 1,3- Ns--2fache, nachgereckt wird.
    C. Tempern der Folie bei einer Temperatur von etwa T2 unter Entspannung in der Längsrichtung, beispielsweise um mindestens etwa 15 ozon D. Abkühlen in an sich bekannter Weise auf Raumtemperatur bei Vermeidung eines Zusammenziehens der Folie in der Längsrichtung.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Folien mit einem Schmelzbereich von 80 bis 1050 C T, eine Temperatur von 50 bis 1050 C, beispielsweise 50 bis 1000 C, ist, während T2 eine Temperatur von 50 bis 1050 C, beispielsweise 1000 C, ist, wobei in der Längsrichtung bei T2 bis zum 2fachen der Länge nach dem ersten Recken, beispielsweise bis zum 1,3- bis 2fachen dieser Länge, nachgereckt wird.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus in einer Richtung nacheinander beispielsweise in einem Mehrwalzenkalander angeordneten, von der Folie (9) hintereinander durchlaufenen sechs Walzensätzen besteht, die im einzelnen folgende Bedingungen erfüllen: a? Die Walzen (11, 12, 13, 14) des ersten Walzensatzes werden auf einer Temperatur T1 gehalten. b) Die Walzen (15, 16, 17, 18) des zweiten Walzensatzes drehen sich bei der Temperatur T1 in an sich bekannter Weise mit derart höherer Geschwindigkeit als die des ersten Walzensatzes, daß sie die Folie (9) auf das 2-bis 4fache der ursprünglichen Länge recken. c) Die Walzen (19, 20, 21) des dritten Walzensatzes laufen bei der Temperatur T2 mit derselben Geschwindigkeit wie die des zweiten Walzensatzes. d) Die Walzen (22, 23, 24, 25) des vierten Walzensatzes laufen bei der Temperatur T2, jedoch mit einer gegenüber den Walzen (19, 20, 21) des dritten Walzensatzes derart erhöhten Geschwindigkeit, daß die Folie (9) um einen Betrag bis zum 2fachen, beispielsweise bis zum 1,3- bis 2fachen, der Folienlänge beim Eintritt in den vierten Walzensatz nachgereckt wird. e) Die Walzen (26, 27, 28) des fünften Walzensatzes laufen bei der Temperatur T2 mit einer gegenüber den Walzen (22, 23, 24, 25) des vierten Walzensatzes derart verminderten Geschwindigkeit, daß sie die Entspannung der Folie (9) in der Längsrichtung um einen Betrag von beispielsweise mindestens 15 °/o ermöglichen. f) Die Walzen (29, 30, 31, 32, 33, 34, 35) des sechsten Walzensatzes drehen sich mit derselben Geschwindigkeit wie jene des fünften Walzensatzes, wobei jede einzelne Walze (29, 30, 31, 32, 33, 34, 35) mit derart niederer Temperatur läuft als die vorhergehende, daß die Folie (9) auf Raumtemperatur herabgekühlt wird.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 673 607; USA.-Patentschriften Nr. 2 540 986, 2 718666.
DEP15804A 1955-03-28 1956-03-06 Verfahren zur molekularen Orientierung von Polyaethylenfolien Pending DE1089965B (de)

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