-
Strebausbau für den Grubenbetrieb Die Erfindung betrifft einen Strebausbau
für den Grubenbetrieb unter Verwendung von Ausbaugestellen, die aus Kappen, Sohlstückem
und Grubenstempeln gebildet sind. Die einzelnen Ausbaugestelle stehen über Rückzylinder
miteinander in Verbindung.
-
Bekannt sind Ausbaurahmen, bei denen zwischen einem gemeinsamen Sohlstück
und einer gemeinsamen Kappe zwei Stempel angeordnet sind. Andere bekannte Ausführungen
bestehen aus Einheiten von zwei oder mehr derartigen Ausbaurahmen, die gelenkig
oder starr miteinander verbunden sind. In der Regel werden zwei Ausbaueinheiten
derart miteinander gekoppelt, daß jeweils eine Einheit gerückt werden kann, wenn
die zweite Einheit zwischen Hangendem und Liegendem verspannt ist. An Stelle der
unter Druck stehenden Stempeleinheit kann auch der Förderer beim Vorbeiziehen der
gelösten Einheit als Festpunkt zu Hilfe genommen werden.
-
Ausbaurahmen mit zwei Stempeln besitzen eine langgestreckte Grundfläche
geringer Breite, so daß sie ohne zusätzliche Anbringung von Stützen schon bei geringer
Neigung bzw. geringem Einfallen leicht umkippen.
-
Ausbaugestelle, bei denen zwei oder mehr Ausbaurahmen zu einer starren
Einheit verbunden sind, haben eine größere Grundfläche, so daß sie auch bei stärkerem
Einfallen nicht umfallen können. Jedoch besteht die Gefahr, daß die Gestelle beim
Vorrücken abrutschen oder zumindest in Richtung des Einfallens wandern.
-
Bekannt sind auch Ausbaugestelle von dreieckiger Grundform, bei welchen
drei auf den Eckpunkten eines Dreiecks stehende Stempel über Kappen und Sohlstücke
zu einer rückbaren Ausbaueinheit zusammengeschlossen sind. Die in Strebrichtung
nebeneinanderstehenden Ausbaugestelle sind abwechselnd um 180° gegeneinander verdreht,
so daß jeweils eine breitere Seite zwischen zwei schmäleren Seiten der Ausbaugestelle
liegt. Die einzelnen Ausbaugestelle stehen über Rückzylinder miteinander in Verbindung.
Auch bei diesem bekannten Ausbau ist keine Sicherheit gegeben, daß die einzelnen
Ausbaugestelle sich beim Rücken schräg stellen oder im Einfallen abrutschen. Es
ist daher nicht möglich, diese Ausbaugestelle bei stärkerem Einfallen, insbesondere
in halbsteiler und steiler Lagerung einzusetzen.
-
Die Erfindung bezweckt einen Ausbau, dem die genannten Nachteile nicht
anhaften.
-
Die Erfindung verwendet aus Stempeln, Kappen und Sohl.stücken bestehende
Ausbaugestelle, die mindestens drei Stempel umfassen, eine breitere und eine schmälere
Seite aufweisen und abwechselnd um 180° gegeneinander verdreht eingebracht werden,
so daß jeweils eine breitere Seite zwischen zwei schmäleren Seiten der Ausbaugestelle
liegt. Erfindungsgemäß sind die Kappen und Sohlstücke dieser Ausbaugestelle so angeordnet,
daß sich die nebenstehenden Ausbaugestelle sowohl an ihren Kappen als auch an ihren
Sohlstücken auf ganzer Länge unmittelbar aneinander abstiitzen. Die Kappen und Sohlstücke
sind vorzugsweise aus einzelnen Abschnitten gebildet, welche mittels Traversen aus
Federstahlbändern miteinander verbunden sind.
-
Dadurch, daß bei dem erfindungsgemäßen Ausbau die einzelnen Ausbaugestelle
sich auf ganzer Länge der Kappen und Sohlstücke abstützen, ist eine ausgezeichnete
Führung der Ausbaugestelle beim Rücken gegeben. Man kann daher auf besondere Führungsvorrichtungen,
die bei dem bekannten Ausbau vorgesehen werden müssen, verzichten. Außerdem lassen
sich mit dem erfindungsgemäßen Ausbau sehr große Rückschritte ausführen, so daß
ein allzu häufiges Entlasten und Umsetzen des Ausbaues, was zu Beunruhigungen des
Hangenden führen kann, vermieden wird. Da die einzelnen Ausbaugestelle sich unmittelbar
aneinander abstützen und auf großer Länge aneinander geführt sind, eignet sich der
Ausbau insbesondere für die Verwendung in halbsteiler und auch steiler Lagerung.
-
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig.
1 zeigt im Grundriß einen Streb mit in Streblängsrichtung nebeneinander angeordneten
Ausbaugestellen nach der Erfindung; Fig. 2 zeigt das Ausbaugestell nach Fig. 1 in
einer Draufsicht; Fig. 3 zeigt das Ausbaugestell nach Fig. 1 in Seitenansicht; Fig.
4 zeigt eine Einzelheit der Fig. 3.
-
Mit 1 ist in Fig. 1 ein parallel zum Abbaustoß verlegtes Fördermittel
bezeichnet, an dessen zum Versatz hin gewandter Seite die Ausbaugestelle I und II
angeordnet sind. Die gleichartig ausgebildeten Ausbaugestelle I und II sind derart
ineinander verschachtelt, daß die mittleren Ausbaugestelle II mit ihrer breiten
Seite zwischen den schmalen Seiten der äußeren Ausbaugestelle I liegen. Die Ausbaugestelle
I und II besitzen je drei nicht auf einer Geraden liegende Stempel t, die nach ihrer
räumlichen Anordnung die Eckpunkte eines gleichschenkeligen Dreiecks bilden. Die
Stempel 2 stützen sich auf den kufenartig ausgebildeten Sohlstücken 3 ab. Innerhalb
eines Ausbaugestells sind jedem der drei Stempel 2 je ein Sohlstück 3 bzw.
eine Kappe 8 zugeordnet, wobei die einzelnen Sohlstücke 3 und Kappen
8 durch Traversen 4 und 5 bzw. 9 miteinander in Verbindung stehen. Jedes
Ausbaugestell ist durch zwei gestrichelt angedeutete Rückzylinder 7 mit seinen beiden
benachbarten Ausbaugestellen verbunden. Mit 6 sind die Anschlußpunkte für die Rückzylinder
bezeichnet.
-
Wie Fig. 1 zeigt, sind jeweils drei Ausbaugestelle über die Rückzylinder
7 derart zu einer Einheit zusammengeschlossen, da.ß erst nach erfolgtem Vorschieben
der Ausbaugestelle I die Gestelle II in Richtung auf den Abbaustoß nachgezogen werden
können. Während das Ausbaugestell II a in seiner Stellung vor dem Rücken dargestellt
ist, befindet sich das Ausbaugestell II b in seiner Stellung nach dem Rückvorgang,
in der es sich in seiner ganzen Länge sowohl am Hangenden mit seinen Kappen 8 als
auch am Liegenden mit seinen Sohlstücken 3 an den benachbarten Ausbaugestellen I
b und I c abstützt.
-
Wie aus Fig. 1 weiter hervorgeht, sind in der Betriebsstellung der
Ausbaugestelle I und II vor bzw. nach dem Rücken die Stempel t in zwei zum Abbaustoß
parallelen Reihen derart angeordnet, daß jeweils zwischen drei unmittelbar nebeneinanderstehenden
Stempeln 2 ein Zwischenraum von der Breite der Ausbaugestelle liegt. Werden nun
nach einem bestimmten Abbaufortschritt zunächst die Ausbaugestelle I vorgerückt,
so wird aus der versatzseitig angeordneten Stempelreihe jeweils nur einer der drei
nebeneinanderstehenden Stempel vorgezogen. Bis zum Nachziehen der Ausbaugestelle
II bleibt damit das Hangende an der Bruchseite ohne Überbelastung der noch verspannten
Stempel hinreichend unterstützt, so daß ein vorzeitiges Hereinbrechen der Dachschichten
nicht zu befürchten ist.
-
Einzelheiten der Ausbaugestelle sind den Fig. 2 bis 4 zu entnehmen.
Die die Sohlstücke 3 verbindenden Traversen 4 und 5 sowie die Traverse 9 zwischen
den Kappen 8a bestehen zweckmäßig aus Federblechen, um dem Ausbaugestell eine gewisse
Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit an Unregelmäßigkeiten des Hangenden oder Liegenden
zu geben.
-
Als Sohlstücke 3 sind U-Eisen verwendet, deren Enden 3 a kufenförmig
hochgezogen sind. Die Stempel 2 ruhen mit ihren kugelig ausgebildeten Stempelfüßen
2 a in entsprechend geformten Lagern 10 zwischen den aufwärts gerichteten
Flanschen: der U-Eisen 3. Um die Stempel 2 gegen Umfallen zu sichern, sind diese
mit ihrem unteren Teil in eine an den Sohlstücken3 befestigte Stempelhalterung11
eingeschoben, wobei jedoch eine elastische Einlage 11a, beispielsweise eine Gummieinlage,
eine Beweglichkeit der Stempel 2 in der Stempelhalterung 11 zuläßt.
-
Die von den Stempelköpfen 2 b getragenen Kappen 8 bestehen aus U-Eisen,
deren Flansche die an den Stempelköpfen 2 b angeordneten Ansatzstücke 12 umschließen.
Die Ansatzstücke 12 liegen zwischen den Gabeln eines Führungsstückes 13, das mit
dem U-Eisen der Kappe8 fest verbunden ist. Stempe12 undKappe8 werden durch Bolzen
14, die durch Bohrungen 15 in den Führungsstücken 13 und den Ansatzstücken 12 gesteckt
werden, gelenkig miteinander verbunden. Die Kappen 8a und 8b sind an ihren freien
Enden über die entsprechenden Sohlstücke 3 vorgezogen.
-
Die hydraulisch oder pneumatisch betätigten Rückzylinder 7 sind über
ein Ansatzstück 16 und einen Bolzen 6 mit der am Sohlstück 3 befestigten Konsole
fest verbunden. Die Rückzylinder 7 können einzeln oder paarweise gesteuert werden.
In vorteilhafter Weise können auch alle Rückzylinder derart gekuppelt sein, daß
sie über ein zentrales Steueraggregat gleichzeitig betätigt werden.
-
Zum Rauben und Setzen der hydraulischen Stempel 2 kann auf jedem Ausbaugestell
ein für alle Stempel des Ausbaugestells gemeinsames Steuerorgan vorgesehen werden.
-
Selbstverständlich können auch mehr als drei Stempel innerhalb der
dargestellten Ausbaugestelle angeordnet werden. Dabei können weitere Stempel einmal
so in den Ausbaugestellen angebracht werden, daß zwischen den beschriebenen, parallel
zum Abbaustoß verlaufenden Stempelreihen eine weitere Stempelreihe entsteht, oder
auch in der Weise, daß die beiden vorerwähnten Stempelreihen zusätzlich verstärkt
werden. Beispielsweise kann für den letzteren Fall ein weiterer Stempel in der Mitte
der verbreiterten und als Sohlstück bzw. Kappe ausgebildeten Traverse 5 aufgestellt
werden, wodurch die Stempeldichte innerhalb der Stempelreihen vergrößert wird.