DE1084267B - Verfahren zur Herstellung von 1-Aza-[2, 3:5, 6]-dibenzocycloheptadien-derivaten, deren Salzen und quaternaeren Ammoniumverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 1-Aza-[2, 3:5, 6]-dibenzocycloheptadien-derivaten, deren Salzen und quaternaeren AmmoniumverbindungenInfo
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Description
DEUTSCHES
Es wurde gefunden, daß l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadienderivate
der allgemeinen Formel
CH2.
in der R eine niedere, verzweigte oder unverzweigte Alkylengruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, Am eine
niedere Dialkylärhino-, Pyrrolidino-, Piperidino-, Morpholino-
oder 4'-Alkylpiperazinogruppe oder R —Am zusammen
eine l-Alkylpyrrolidyl-^-methylgruppe bedeuten,
sowie deren Sake und quaternären Ammoniumverbindungen sehr wirksame Antihistaminica darstellen,
die daneben psychotrope Eigenschaften aufweisen.
Es sind schon Aminoalkylderivate des Iminodib/enzyls
(10,1 l-Dihydro-5-dibenzo-[b,,f]-azepins) hergesteUtworden
(W, Schindler und F. Häfligeiy HeIv. Chim. Acta,
Bd. 37 [1954], S. 472 bis 483). Diese sind nach den Untersuchungen
der genannten Autoren dem bekannten N-Dimethylaminoäthyl-N-benzylanüin bezüglich- Antihistäminwirkung
im besten Falle ebenbürtig, "in der Regel aber um das 10- bis 50fache unterlegen.
Durch W. Wenner sind auch 6-sübstituiette 6,7-Dl·-
hydro - 5 - H - dibenz - [c,e] - azepine beschrieben worden (J. Org. Chem., Bd. 16 [1951], S. 1475 bis 1480). Diese
Verbindungen zeigen neben einer ausgeprägten adrenalinantagonistischen Wirkung nach den Untersuchungen von
L. O. Randall und T. H. Smith (J. Pharm. and JExptl.
Therap., Bd. 103 [1951], S. 10 bis 23) praktisch keine-oder
nur sehr geringe Antihistaminwirksamkeit.
Um so überraschender war es zu finden, daß die erfindungsgemäßen
1-Aminoalkyl-l-aza-dibenz.ocycloheptadiene
sehr wirksame, das N-Dimethylaminoätjiyl-N-ben-'zylänilin
um eine bis drei Zehnerpotenzen übertreffende Antihistaminica sind. Sie zeigen im übrigen neben einer
guten Verträglichkeit noch eine- .ausgeprägte narkosepotenzierende
Wirkung.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadienderivaten
der allgemeinen Formel I, deren Salzen und quaternären Ammoniumverbindungen, welches dädurch'gekennzeichnet
ist, daß man entweder ein l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien
der allgemeinen Formel
CH9
II Verfahren zur Herstellung
von l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadienderivaten,
deren Salzen und quaternären
Ammoniumverbindungen
Anmelder:
Cilag-Chemie Aktiengesellschaft, Schaffhausen (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Chem. Dr. A. Ullrich, Patentanwalt,
Heidelberg, Bismarckstr. 17
1S Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 28. Dezember 1955
Dr. Henry Martin, Zürich, und Dr.Ernst Habicht, Schaffhausen (Schweiz),
sind als Erfinder genannt worden
in welcher X ein Wasserstoff- oder ein "Metallätom darstellt,
in an sich bekannter Weise mit einem reaktionsfähigen Ester eines Aminoalkohols der allgemeinen Formel
Am-^R-OH
umsetzt oder ein !entsprechendes 1-Aminoacyl-l-aza-[2,3:
S.oJ-dibenzocycloheptadien mit Lithiumaluminiumhydrid
reduziert und die erhaltene Base gegebenenfalls mit einer Säure, einer sauer reagierenden Verbindung oder
einem Quaterhisierungsmittel behandelt.
Als Ester von Aminoalkoholen der Formel III verwendet man vorzugsweise Halogenwasserstoffsäureester,
beispielsweise die Chloride oder Bromide, wie Dirnethylaminoäthylchlorid,..
Diäthylaminoäthylchlorid, 2-Dime-. thylaminopropylchlorid, 3-Dimethylanimopropylchlorid,
Piperidinoäthylchlorid, PyrroUdinoäthylchlorid, Morpholinoäthykhloridj^Methyl-piperazino-äthylchlorid,
1-Methyl-3-brommethyl-pyrrolidin.
, Man kann so vorgehen, daß man entweder das Azadibenzocycloheptadien
der Formel II (X = Wasserstoffatom) mit einem Halogenwasserstoffsäureester eines
Aminoalkohols der Formel III in Gegenwart eines halogenwasserstoffbindenden Mittels umsetzt oder aber zunächst
ein Metallsalz des Azadibenzocycloheptadiens. der Formel II vorbildet (X = Metallatom) und dieses mit einem
Halogenwasserstoffester eines Aminoalkohols der Formel III umsetzt.
Als Säuren bzw. sauer reagierende Verbindungen, die zur Salzbildung geeignet sind, seien genannt: Schwefelsäure,
Chlorwasserstoffsäure, Bromwasserstoffsäure, Phos-
009 548/429
1 UÖ4 ZO /
phorsäure, Citronensäure, Weinsäure, Methansulfonsäure,
Äthan-disulfosäure, Oxyäthansulfosäure, Bernsteinsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Benzoesäure, Salicylsäure,
p-Aminobenzoesäure, p-Aminosalicylsäure oder Halogenxanthine,
wie 8-Chlor-theophyllin.
100 g l-Aza-[2,3: S.oJ-dibenzocycloheptadien werden in
600 cm3 absolutem Xylol gelöst. In diese Lösung trägt man unter Rühren 31 g Nätriumamid in Schnitzeln ein.
Nach 4 Stunden wird eine Lösung von 122 g 3-Dimethylaminopropylchlorid
in 400 cm3 absolutem Xylol innerhalb einer Stunde unter Rühren eingetropft. Nach weiteren
3 Stunden wird abgekühlt und mit 400 cm3 2 n-Natronlauge
verrührt. Die Xylolschicht wird abgetrennt und verdampft. Der Rückstand wird in 800 cm3 1 n-Essigsäure
aufgenommen, von wenig Ungelöstem abfiltriert, das Filtrat alkalisch gemacht und ausgeäthert. Nach dem
Trocknen und Verdampfen des Äthers wird im Hochvakuum destilliert. Man erhält 49 g eines farblosen, unter
0,01 mm bei 141 bis 143° C siedenden Öls. Das erhaltene 1 - (3' - Dimethylaminopropyl) -1 - aza - [2,3:5,6] - dibenzocycloheptadien
kann mit ätherischer Salzsäure in das bei 176 bis 178° C schmelzende Hydrochlorid übergeführt
werden. Das Methojodid der Verbindung schmilzt bei 189 bis 190° C.
In gleicher Weise wie im Beispiel 1 wird das 1-(2'-Diäthylaminoäthyl)
-1 -aza- [2,3:5,6] - dibenzocycloheptadien
erhalten, wenn man das Azadibenzocycloheptadien mit Diäthylaminoäthylchlorid in Gegenwart von Nätriumamid
in Xylol umsetzt. Die Base siedet unter 0,01 mm bei 140 bis 1450C. Das Dihydrochlorid der Base schmilzt
bei 162 bis 164°C, das Monomethojodid bei 209 bis 210°C.
Aus l-Aza-[2,3: S.oj-dibenzocycloheptadien und 3-Pyr-
rohdinopropylchlorid in Gegenwart von Nätriumamid erhält man das l-(3'-Pyrrolidinopropyl)-l-aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien,
das unter 0,01 mm bei 151 bis 153°C siedet.
10 g Diäthylaminoacetyl-l-aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien
(Kp.0,03 mra 180 bis 181°C) werden in Tetrahydrofuran
mit 3,1 g LitMumaluminiumhydrid reduziert. Nach dem Aufarbeiten erhält man 7,5 g l-(Diäthylaminoäthyl)-aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien,
das unter 0,01 mm bei 140 bis 145° C siedet.
In gleicher Weise, wie in den vorstehenden Beispielen angegeben, kann man die folgenden l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadienderivate
herstellen:
| Am | >N | : R | Eigenschaften | 195 bis 1980C 171 bis 172° C 221 bis 222° C |
|
| H3C, H3C y |
)N — | VN — | — CH2 — CH2 — | Sdp. 0,01/147 bis 153°C Schmp. des Hydrochlorides Schmp. des Pikrates Schmp. des Methojodides |
208 bis 2100C 200 bis 201° C |
| \ H | ^N- | -N H N — | Sdp. 0,01/145 bis 1480C Schmp. des Dihydrochlorides Schmp. des Methojodides |
225°C | |
| N-- | — CH2 — CH2 — | Sdp. 0,03/161 bis 1640C Schmp des Methojodides |
|||
| H N — | -CH-CH2- | Sdp. 0,01/152 bis 153°C | |||
| CH3 | |||||
| H5C2 N H5C2 |
PfT PfT PfT | Sdp. 0,015/161 bis 162°C | 199 bis 2010C | ||
| \H | — CH2 — CH2 — CH2 — | Sdp. 0,02/165 bis 166° C Schmp. des Dihydrochlorides |
|||
| CH3- | — CH2 — CH2 — | Sdp. 0,01/160 bis 163°C | |||
| -CH2- | Sdp. 0,02/152 bis 1540C | ||||
| Hj I |
|||||
| CH3 | -CH2- | Sdp. 0,01/165 bis 168° C | |||
| C2H5 | |||||
Claims (1)
- ί \J UTPatentanspruch:Verfahren zur Herstellung von l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadienderivaten der allgemeinen FormelAmin welcher R eine niedere, verzweigte oder unverzweigte Alkylengruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, Am eine niedere Dialkylamino-, Pyrrolidino-, Piperidino-, Morpholino- oder 4'-Alkylpiperazinogruppe oder R — Am zusammen eine 1-Alkylpyrrolidyl-(3)-methylgruppe bedeuten, sowie deren Salzen und quarternären Ammoniumverbindungen, dadurch ge kennzeichnet, daß man entweder ein l-Aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien der allgemeinen Formel
CH2N-CH.in welcher X ein Wasserstoff- oder Metallatom darstellt, in an sich bekannter Weise mit einem reaktionsfähigen Ester eines Aminoalkohols der allgemeinen FormelAm — R — OHumsetzt oder ein entsprechendes 1-Aminoacyl-l-aza-[2,3:5,6]-dibenzocycloheptadien mit LitMumaluminiumhydrid reduziert und die erhaltene Base gegebenenfalls mit einer Säure, einer sauer reagierenden Verbindung oder einem Quaternisierungsmittel behandelt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 829 167;
Helvetica Chimica Acta, Bd. 37 (1954), S. 472 bis 483.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1084267X | 1955-12-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1084267B true DE1084267B (de) | 1960-06-30 |
Family
ID=4556587
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC14059A Pending DE1084267B (de) | 1955-12-28 | 1956-12-04 | Verfahren zur Herstellung von 1-Aza-[2, 3:5, 6]-dibenzocycloheptadien-derivaten, deren Salzen und quaternaeren Ammoniumverbindungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1084267B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1996031497A1 (en) * | 1995-04-07 | 1996-10-10 | Novo Nordisk A/S | Novel heterocyclic compounds |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE829167B (de) | 1950-07-22 | 1951-12-20 | J.R.Geigy AG., Basel | Verfahren zur Herstellung von neuen basischen Derivaten des Immodibenzyls |
-
1956
- 1956-12-04 DE DEC14059A patent/DE1084267B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE829167B (de) | 1950-07-22 | 1951-12-20 | J.R.Geigy AG., Basel | Verfahren zur Herstellung von neuen basischen Derivaten des Immodibenzyls |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1996031497A1 (en) * | 1995-04-07 | 1996-10-10 | Novo Nordisk A/S | Novel heterocyclic compounds |
| US5698551A (en) * | 1995-04-07 | 1997-12-16 | Novo Nordisk A/S | Heterocyclic compounds |
| US5747481A (en) * | 1995-04-07 | 1998-05-05 | Novo Nordisk A/J | Heterocyclic compounds |
| US5750518A (en) * | 1995-04-07 | 1998-05-12 | Novo Nordisk A/S | Heterocyclic compounds |
| US5780486A (en) * | 1995-04-07 | 1998-07-14 | Novo Nordisk A/S | Heterocyclic compounds |
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