DE1081871B - Verfahren zur Herstellung von bifunktionellen, platinhaltigen Isomerisierungs-Dehydrierungs-Katalysatoren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von bifunktionellen, platinhaltigen Isomerisierungs-Dehydrierungs-KatalysatorenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung hochaktiver Isomerisierungs - Dehydrierungs - Katalysatoren,
die Platin enthalten.
Bisher wurden bereits Platinkätalysatoren nach zahlreichen Verfahren hergestellt.
Zum Beispiel wurde aus einer wäßrigen Lösung der Platinchlorwasserstoffsäure mit Schwefelwasserstoff
eine Suspension von kolloidalem Platinsulfid gebildet und diese mit einer wäßrigen Dispersion von
gelartigem Aluminiumhydroxyd vermischt. Dieses gelartige Gemisch wurde getrocknet und entwässert
und so in Teilchen dehydratisierter Tonerde umgewandelt, die geringe Mengen Platinsulfid auf ihrer
Oberfläche verteilt enthielten. Nach der Reduktion mit Wasserstoff erhielt man daraus Platin-auf-Tonerde-Katalysatoren.
Bei einem anderen bekannten Verfahren zur Herstellung von Edelmetallkatalysatoren wurden vorgeformte
Teilchen aus aktivierter Tonerde mit der wäßrigen Lösung einer Edelmetallverbindung getränkt
und danach mit Wasserstoff reduziert. Große Mengen an granulierten Platinkatalysatoren wurden
z. B, dadurch hergestellt, daß man Teilchen aus aktivierter Tonerde mit einer wäßrigen Lösung von
Platinchlorwasserstoffsäure tränkte und das Chloroplatinat durch einen heißen Strom eines reduzierenden
Gases, wie z. B. Wasserstoff, zu metallischem Platin reduzierte.
Außerdem ist es bei der Herstellung von Platinkatalysatoren bekannt, mit wäßriger Flußsäure vorbehandelte,
aktivierte Tonerde mit der Lösung einer Platinverbindung zu tränken und auf die breiige,
wasserhaltige Masse Schwefelwasserstoff einwirken zu lassen. Danach wird das Gemisch getrocknet und
mit Wasserstoff reduziert. Eine andere Möglichkeit ist die, den Schwefelwasserstoff in die Lösung der
Platinverbindung einzuleiten und die Tonerde mit der auf diese Weise erhaltenen Lösung zu behandeln.
Der erfindungsgemäß hergestellte Katalysator weist gegenüber den nach den bekannten Verfahren hergestellten
Katalysatoren wesentliche Vorteile auf, was noch ausführlich erläutert werden wird.
Bekanntlich hängt die Aktivität eines Katalysators nicht nur von der Menge des anwesenden Platins,
sondern auch von dem Verfahren ab, nach dem der Katalysator hergestellt worden ist. Zahlreiche Vorschläge
zur Abwandlung oder Kombination von bisher beschriebenen Verfahren für die Herstellung von
platinhaltigen Katalysatoren wurden schon gemacht. Die Wirkungsweise der Platinkatalysatoren ist jedoch
so wenig aufgeklärt, daß auch der Fachmann auf dem Gebiet der Katalysatorenherstellung keine
Regeln für die Abhängigkeit der Wirkungsweise vom Herstellungsverfahren angeben kann. Die Fachleute
Verfahren zur Herstellung
von bifunktionellen, platinhaltigen
Is omerisierungs-D ehydrierungs-
Katalysatoren
Anmelder:
Houdry Process Corporation,
Philadelphia, Pa. (V. St. A.)
Philadelphia, Pa. (V. St. A.)
Vertreter: Dr. W. Beil, Rechtsanwalt,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 26. Januar 1956
V. St. v. Amerika vom 26. Januar 1956
George Alexander Mills, Swarthmore, Pa.,
und Thomas Henry Milliken jun., Moylan, Pa.
und Thomas Henry Milliken jun., Moylan, Pa.
(V. StA.),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
sind nicht einmal in der Lage, den Einfluß einiger geringfügiger Abwandlungen einzelner Stufen auf
die Wirkungsweise bzw. die Aktivität eines Katalysators vorauszusagen. Es ist nur durch empirische
Versuche mit dem fertigen Katalysator möglich, die Zweckmäßigkeit einer Abwandlung oder einer bestimmten
Verfahrensstufe bei der Herstellung eines Platinkatalysators festzustellen.
Nachdem das Reformieren von Benzin über Platinkatalysatoren in die Technik eingeführt worden war,
nahm die Bedeutung von Platinkatalysatoren stark zu. Deshalb versuchten Petroleumraffinerien und
Katalysatorhersteller in den letzten Jahren, die Platinkatalysatoren für die Benzinreformierung zu verbessern.
Trotz intensiver Forschung waren die Verbesserungen im allgemeinen geringfügig.
Überraschenderweise kann nach der vorliegenden Erfindung ein Katalysator mit bedeutend verbesserten
Eigenschaften hergestellt werden, und zwar auf folgende Weise: Tränken eines geeigneten, granulierten
Trägers mit der wäßrigen Lösung einer Platinverbindung; Entfernung des aufgenommenen Wassers
aus dem Granulat unter verhältnismäßig scharfen Trocknungsbedingungen, bis daß der Wassergehalt
unter 1 mg/m2 Oberfläche des Trägers verringert
009 510/323
wird; Behandlung des durchtränkten, getrockneten Granulats mit einem gasförmigen Sulfidierungsmittel
bei einer Temperatur unter 540° C und anschließende Behandlung des sulfidierten Granulats mit einem reduzierenden
Gas, wie z. B. Wasserstoff, bei Temperaturen zwischen 260 und 540° C.
Erfindungsgemäß wird also eine hochaktive Form eines granulierten Katalysators, der sowohl für die
Isomerisierung als auch die Dehydrierung von Kohlenwasserstoffen wirksam ist, hergestellt, indem man
zuerst ein Granulat eines geeigneten Trägers bildet, das die trockene, große Oberfläche und die erforderlichen,
mechanischen Eigenschaften besitzt, anschließend dieses Granulat mit einer wäßrigen Lösung
einer Platinverbindung, wie z. B. Platinchlorwasserstoffsäure, Diaminoplatin(II)-nitrit, Platin-bis-äthylendiamin
oder einer anderen wasserlöslichen Platinverbindung tränkt, so daß die Körnchen etwa 0,1 bis
etwa 2% Platin enthalten, und die mit Platinat getränkten Körnchen erfindungsgemäß so strengen
Trocknungsbedingungen unterwirft, daß der Wassergehalt unter 1 mg/m2 (d. h. 1 mg Wasser pro m2
Oberfläche des Trägers) herabgesetzt wird. Dann setzt man das durchtränkte, getrocknete Granulat
einer Atmosphäre aus, die ein sulfidierendes Gas, wie z. B. Schwefelwasserstoff, im Überschuß enthält, d. h.
mehr als stöchiometrisch zur Umwandlung der gesamten Platinverbindung in Platinsulfid erforderlich
ist (ein Sechstel des Platingewichts), gewöhnlich ein Vielfaches davon, wobei nicht genau festzulegen
ist, welche chemischen Verbindungen sich tatsächlich bilden. Das sulfidierte Granulat wird reduzierenden
Bedingungen ausgesetzt, wie z. B. der Behandlung mit einem Wasserstoffstrom mit einem Wasserstoff-Schwefelwasserstoff-Volumenverhältnis
von mindestens 20:1 bei einer Temperatur zwischen 260 und 540° C. Das Katalysatorgranulat wird (nach einem
von mehreren möglichen Verfahren) so hergestellt, daß es ein bestimmtes Maß an Isomerisierungsaktivität
besitzt, so daß der hergestellte Katalysator wirtschaftlich vorteilhafte Eigenschaften bei der Refor- ~;;
mierung von Benzin bezüglich Ausbeute und Oktanzahl aufweist.
Die Katalysatoren mit doppelter Funktion, die also sowohl bei der Isomerisierung als auch bei der
Dehydrierung wirksam sind, die Platin auf einem mit Säure vorbehandelten Träger enthalten und die durch
Sulfidierung mit einem Gas nach vorhergehender scharfer Trocknung hergestellt worden sind, unterscheiden
sich von den üblichen Katalysatoren mit Doppelfunktionen, die ohne diese Gassulfidierung, jedoch
sonst über die gleichen Verfahrensstufen hergestellt wurden. Die verbesserten Ergebnisse, die mit
dem Katalysator beim Reformieren von Benzin infolge der Sulfidierung erzielt werden, zeigen sich in
verbesserter Dehydrierungsaktivität und/oder verbesserter Steuerung der Isomerisierungsaktivität des
Trägers und/oder erhöhtem Widerstand gegen Vergiftung durch Sauerstoff und/oder anderen Vorteilen.
Nach der Behandlung des Granulats mit dem sulfidierenden
Gas und vor der Reduktion kann das Granulat bei Lagerung und Versand wie mit Chloroplatinat
imprägnierte Tonerde gehandhabt werden. Die sulfidierten Körnchen verderben sogar weniger leicht.
Die erfindungsgemäß sulfidierten Körnchen können in eine Reformieranlage eingebracht und in situ bei
Beginn der Benzinreformierung reduziert werden.
Gegebenenfalls kann die Katalysatorherstellung eine Verfahrensstufe umfassen, in der die sulfidierten
Körnchen mit einem reduzierenden Gas, wie z. B.
Wasserstoff, bei genügend hohen Temperaturen behandelt werden, so daß Reduktion zu metallischem
Platin eintritt. Das reduzierte Katalysatorgranulat enthält metallisches Platin in so aktiver Form, daß
sich bei Lufteinwirkung gewöhnlich etwas Platinoxyd bildet und eine anschließende Reduktion zum
Metall erforderlich wird.
Es wird empfohlen, die Temperatur, den Wasserstoffdruck, den Schwefelwasserstoffdruck und das
Wasserstoff-Schwefelwasserstoff-Verhältnis bei der Reduktion des sulfidierten Granulats zu regulieren.
Bei der Ausarbeitung der Erfindung ergaben die Versuchsdaten, daß bei einer Temperatur unter 540° C
das Volumenverhältnis von Wasserstoff zu Schwefelwasserstoff in der Reduktionszone mindestens
20:1 betragen muß, wenn eine Probe Platinsulfid mit einer großen Oberfläche rasch und vollständig zu
einer katalytisch aktiven Form von metallischem Platin reduziert werden soll.
Als Träger soll man für den erfindungsgemäßen Katalysator an sich bekannte, mit Säure vorbehandelte
Tonerdeträger von großer Oberfläche, z. B. einen teilweise desaktivierten Silika-Tonerde-Krackkatalysator
oder einen durch langen Gebrauch erschöpften Krackkatalysator oder eine aktivierte Tonerde,
die eine Chloridmenge enthält, die dem Platin gewichtsmäßig etwa gleich ist, oder einen anderen
Tonerdeträger verwenden, der eine auf die Wirkungsweise des Platins abgestimmte Säurefunktion besitzt,
um gute Ausbeuten und Oktanzahlen bei der Benzinformierung zu erzielen.
Der Träger sollte nach den besten für diese Art von Trägern bekannten Verfahren hergestellt werden.
Beispielsweise kann das Verfahren der USA.-Patentschrift 2 723 947, in der die Auslaugung von aktivierten
Tonerdeteilchen zur Entfernung von weniger als 10% Tonerde beschrieben ist, angewendet werden,
wenn aktivierte Tonerde als granulierter Träger verwendet wird. Der Träger muß eine Oberfläche von
mindestens 5 m2/g und bei Verwendung reiner Tonerde eine Oberfläche von mindestens 40 m2/g besitzen.
Nach der Reduktion der sulfidierten Körnchen, die entweder bei der Katalysatorherstellung oder bei Beginn
des Reformierens erfolgt, kann der Katalysator in Reformierungsverfahren verwendet werden, die
den bisher mit anderen Arten von Reformierungskatalysatoren aus Platin durchgeführten Verfahren
sehr ähnlich sind. Infolge der erhöhten Aktivität des Katalysators, der nach der Tränkung mit der wäßrigen
Lösung einer Platinverbindung und der darauffolgenden scharfen Trocknung mit gasförmigem Sulfidierungsmittel
behandelt wurde, kann jedoch ein Reformat mit einer bestimmten Oktanzahl bei tieferer
Temperatur, höherer Raumgeschwindigkeit bzw. geringerem Katalysatorgewicht in einer Reformieranlage
gegebener Kapazität erhalten werden, als es bisher möglich war.
Besonders ist zu beachten, daß, wie bereits angedeutet, der erfindungsgemäße Katalysator eine wesentlich
erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Vergiftung oder Desaktivierung durch geringe Mengen von Katalysatorgiften,
wie z. B. Sauerstoff, Wasserdampf oder Ammoniak, während der Inbetriebnahme einer
Reformieranlage besitzt und den entsprechenden Chloroplatinatkatalysatoren hierin weitgehend überlegen
ist.
Nicht alle Gründe für die verbesserte Leistung des fertigen Reformierungskatalysators sind bekannt. Zur
nachträglichen Überlegungen entspringenden theoretischen Erklärung wird angeführt, daß bisher bei der
Reduktion des mit Chloroplatinat getränkten Granulats
an den platinhaltigen Stellen so viel Wärme entwickelt wurde, daß die Aktivität des Platins nachteilig
beeinflußt wurde. Gemäß dieser unbewiesenen Theorie findet bei dem erfindungsgemäß hergestellten
Katalysator die nachteilige, exotherme Reaktion des Wasserstoffs mit dem auf dem trockenen, granulierten
Träger aufgebrachten Chloroplatinat nicht statt. Bei einem Katalysatorgranulat, das nur etwa 0,5%
Lufteinwirkung während eines Tages getrocknet. Die getrockneten, mit Chloroplatinat durchtränkten Körnchen
werden 3 Stunden lang mit Schwefelwasserstoff bei Raumtemperatur und dann 2 Stunden lang mit
100%igem Wasserstoff bei 455° C behandelt. Der auf diese Weise hergestellte Katalysator enthält etwa
0,5% Platin und etwa 0,5% Chlorid und ist im wesentlichen frei von Sulfid. Der Katalysator ist bei der
Reformierung von Benzin weniger wirksam als ein
Platin enthält, überdeckt die Wärmekapazität des io üblicher Katalysator, wodurch erwiesen ist, daß
Trägers die Reaktionswärme an den mit Platin ver- durch die scharfe Trocknung vor der Sulfidierung
eine bedeutende Verbesserung erzielt wird.
Messungen ergeben, daß das Trocknen von imprägniertem Granulat bei üblichen Bedingungen die
sehenen Stellen. Obgleich die Temperatur einer Katalysatorschicht durch die Reduktion des Chlorplatinats
nicht nachweisbar beeinflußt werden kann, ist es
doch möglich, daß die stark exotherme Reduktion die 15 Zurückhaltung von bis zu etwa 12% Wasser in den
Wirksamkeit des auf bekannte Weise gebildeten, Körnchen zuläßt, während 3stündiges Trocknen bei
metallischen Platins beeinträchtigt hat. Durch SuI- 130° C oder 2stündiges Trocknen bei 175° C den
fidierung des durchtränkten Granulats, nachdem die- Wassergehalt auf weniger als 3% herabsetzt. Ein
ses scharf getrocknet wurde, und Reduktion des sul- maximaler Feuchtigkeitsgehalt von 1 mg/m2 Ober-
fidierten, granulierten Katalysators verläuft nach die- 20 fläche ist wesentlich für die Herstellung des erfin-
ser unbewiesenen Erklärung, keine Einzelreaktion so dungsgemäßen, vorteilhaften Katalysators.
stark exotherm, daß die Wirksamkeit des erhaltenen Katalysators dadurch beeinträchtigt wird.
Es folgen nun einige Beispiele, in denen die Erfindung erläutert wird.
Ein Granulat aus aktivierter Tonerde mit einer Oberfläche von etwa 80 m2/g wurde mit einer wäß-
erdekörnchen mit Chloroplatinat, entsprechend etwa 0,5 % Platin, zu tränken. Die imprägnierten Körnchen
wurden auf etwa 175° C etwa 1 Stunde lang er
Tonerdepillen wurden mit schwacher Säure ausgelaugt, gespült, getrocknet und mit einer 0,5% Platin
entsprechenden Menge Platinchlorwasserstoffsäure imprägniert. Noch naß vom Imprägnieren wurden die
Körnchen bei Raumtemperatur 30 Minuten lang mit Schwefelwasserstoff behandelt. Nach dem Trocknen
rigen Lösung von Platinchlorwasserstoff säure behan- 30 bei 120° C wurden die sulfidieren Körnchen in einem
delt, um die äußere Oberfläche der aktivierten Ton- aus 75% Stickstoff und 25% Wasserstoff bestehenden
Gasstrom bei 345° C reduziert. Der Katalysator wurde mit einem gleichen Katalysator, der jedoch
nicht sulfidiert worden war, beim Reformieren eines
hitzt, um überschüssiges Wasser zu entfernen und ge- 35 Standard-Rohbenzins= in Gegenwart von 6 Mol Wastrocknetes,
aktiviertes und mit Chloroplatinat im- serstoff bei 42 at und 4 Volumina Flüssigkeit pro
prägniertes Tonerdegranulat zu bilden. Der Wassergehalt der auf diese Weise getrockneten Körnchen lag
beträchtlich unter 80 mg/g und betrug weniger als
1 mg/m2 Oberfläche des Trägers. Die getrockneten 40
Körnchen wurden dann bei etwa 175° C 1 Stunde
lang mit einem Gasstrom aus 75% Stickstoff und
25% Schwefelwasserstoff behandelt. Während dieser
Zeit wurden die Körnchen einer Schwefelwasserstoffmenge ausgesetzt, die über dem zehnfachen Ge- 45
wicht ihres Platingehalts lag. Obwohl bei einer Re- Diese Vergleichsversuche zeigten, daß die nasse
beträchtlich unter 80 mg/g und betrug weniger als
1 mg/m2 Oberfläche des Trägers. Die getrockneten 40
Körnchen wurden dann bei etwa 175° C 1 Stunde
lang mit einem Gasstrom aus 75% Stickstoff und
25% Schwefelwasserstoff behandelt. Während dieser
Zeit wurden die Körnchen einer Schwefelwasserstoffmenge ausgesetzt, die über dem zehnfachen Ge- 45
wicht ihres Platingehalts lag. Obwohl bei einer Re- Diese Vergleichsversuche zeigten, daß die nasse
aktion von Schwefelwasserstoff mit Chloroplatinat Sulfidierung einen Katalysator ergab, der unter den
unter gewissen Umständen Chlorwasserstoff freige- Versuchsbedingungen dem nicht sulfidierten Katalysetzt
werden könnte, ergaben die Messungen, daß sator unterlegen war. Sie bewiesen die Notwendigwährend
der Sulfidierung des getrockneten, aktivier- 50 keit einer scharfen Trocknung vor der Gassulfidie-
rung.
Stunde verglichen, wobei die folgenden Daten erhalten wurden:
Temperatur
495°C
Nicht sulfidierter
Katalysator
Katalysator
Oktanzahl I Ausbeute
88,3
82,4
Naß sulfidierter
Katalysator Oktanzahl I Ausbeute
87,8
83,4
ten Tonerdegranulats keine merkliche Menge Chlorwasserstoffgas abgegeben wurde.
Das sulfidierte Granulat wurde in Stickstoff auf 455° C erhitzt und ein Strom von heißem Wasser-
Diaminoplatin(II)-nitrit wird zu einer wäßrigen stoff wurde 3 Stunden lang bei 480° C unter BiI- 55 Lösung verarbeitet und zur Imprägnierung eines
dung des reduzierten Granulats darübergeleitet. Bei Silika-Tonerde-Granulats verwendet. An Stelle der
anderen Versuchen wurde die isotherme Anlage bei Dinitrodiaminoverbindung kann eine wäßrige Lösung
455° C mit Stickstoff gespült und gekühlt, bevor der von Platin-bis-äthylendiamin oder eine andere geWasserstoff
in die Katalysatorschicht eingeleitet eignete Platinlösung verwendet werden. Nachdem die
wurde. Eine Versuchsreihe ergab, daß die Katalysa- 60 Körnchen mit der Platinverbindung getränkt sind,
torschicht eine Temperatur oberhalb J26O0 C haben werden sie bei 175° C getrocknet und bei derselben
Temperatur mit Schwefelwasserstoff behandelt. Nach der Reduktion mit Wasserstoff bei 455° C ist das
Granulat einem gleichen, jedoch ohne zwischengeschaltete Sulfidierung hergestellten Granulat hinsichtlich
der Reformierung von Benzin überlegen.
mußte, damit der Wasserstoff die Bildung eines aktiven Katalysators bewirken konnte.
Tonerdekörnchen mit einer Oberfläche von etwa 80 m2/g werden mit Platinchlorwasserstoffsäure imprägniert
und zur Herstellung von Körnchen, die sich trocken anfühlen und sonstige Kennzeichen der
Beispiel V Geschmolzene Körnchen eines hochaktiven synthe-
Trockenheit aufweisen, bei Raumtemperatur durch 70 tischen Silika-Tonerde-Krackkatalysators werden bei
einem mit Ruheschüttung arbeitenden Krackverfahren
verwendet, bis die Katalysatoraktivität um mindestens 30% gesunken ist. Sie werden dann mit einer
0,710A Platin entsprechenden Menge Platinchlorwasserstoffsäure
imprägniert und bei 175° C getrocknet. Die Körnchen werden bei 175° C 1 Stunde lang der
Einwirkung von Schwefelwasserstoff unterworfen, bei 425° C reduziert; sie sind gleichen Körnchen, die
jedoch nicht vor der Reduktion sulfidiert wurden, im Betrieb überlegen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von bifunktionellen, granulierten Isomerisierungs-Dehydrierungs-Katalysatoren,
die 0,1 bis 2% Platin auf einem mit Säure vorbehandeltem Tonerdeträger über eine große Oberfläche von über 5 m2/g verteilt
enthalten, bei dem man körnige Teilchen dieses Trägers mit einer wäßrigen Lösung einer Platinverbindung
tränkt, mit einem gasförmigen Sulfidierungsmittel behandelt und anschließend mit
Wasserstoff unter Bildung von granulierten Katalysatoren reduziert, dadurch gekennzeichnet,
daß man den zuvor mit der löslichen Platinverbindung getränkten, granulierten Träger so weit
trocknet, bis daß der Wassergehalt unter 1 mg/m2 Oberfläche verringert wird, das auf diese Weise
getrocknete, durchtränkte Granulat der Einwirkung des gasförmigen Sulfidierungsmittels unterwirft,
bis daß mindestens ein Teil der Platinverbindung sulfidiert wird, und danach das sulfidierte
Granulat einem reduzierenden Gas bei einer Temperatur zwischen 260 und 540° C bis zur Bildung
von metallischem Platin aussetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung eines besonders
auch zur Reformierung geeigneten Katalysators Platinchlorwasserstoffsäure als lösliche Platinverbindung
verwendet und das nach Anspruch 1 durchtränkte und getrocknete Granulat im wesentlichen
in Abwesenheit von Wasserdampf mit einem Gasstrom behandelt, der das gasförmige Sulfidierungsmittel in einer über dem sechsfachen
Gewicht des Platingehalts des Granulats liegenden Menge enthält, bis daß mindestens ein Teil
des Chloroplatins sulfidiert wird, und danach die sulfidierten Teilchen mit einem wasserstoffhaltigen
Gasstrom nach Anspruch 1 reduziert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Tonerde enthaltendes Material
zur Herstellung von aktivierter Tonerde mit großer Oberfläche von über 40 m2/g und mit
einem Wassergehalt von weniger als V2 Mol Wasser pro Mol Tonerde kalziniert, granulierte Teilchen
der aktivierten Tonerde einer Behandlung mit schwacher Säure unterwirft, bis daß weniger
als 10% der Tonerde gelöst werden, das ausgelaugte Granulat wäscht und trocknet, das getrocknete Granulat nach Anspruch 2 mit einer wäßrigen,
Platinchlorwasserstoffsäure enthaltenden Lösung imprägniert und oberhalb 105° C trocknet, die imprägnierten und getrockneten Körnchen
bei 105 bis 540° C nach Anspruch 2 mit einem Gasgemisch sulfidiert, das ein inertes Gas und
Schwefelwasserstoff als einziges Reaktionsgas enthält, und man die auf diese Weise sulfidierten
Körnchen nach Anspruch 2 in einer Atmosphäre reduziert, die vorwiegend aus Wasserstoff besteht
und ein Wasserstoff-Schwefelwasserstoff-Verhältnis von mindestens 20:1 aufweist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 937 046;
britische Patentschrift Nr. 713 374;
französische Patentschrift Nr. 1 074 682;
USA.-Patentschriften Nr. 2 479 110, 2 582 428,
667 461.
Deutsche Patentschrift Nr. 937 046;
britische Patentschrift Nr. 713 374;
französische Patentschrift Nr. 1 074 682;
USA.-Patentschriften Nr. 2 479 110, 2 582 428,
667 461.
© M9 510/323 5.60
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US1081871XA | 1956-01-26 | 1956-01-26 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1081871B true DE1081871B (de) | 1960-05-19 |
Family
ID=22320776
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH26288A Pending DE1081871B (de) | 1956-01-26 | 1956-02-15 | Verfahren zur Herstellung von bifunktionellen, platinhaltigen Isomerisierungs-Dehydrierungs-Katalysatoren |
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