-
Schaltung für elektrische Weichenantriebe und isolierte Gleisabschnitte
Die Erfindung betrifft eine Schaltung für elektrische Weichenantriebe und isolierte
Weichen- bzw. Gleisabschnitte, wobei zum Steuern und Überwachen des Weichenantriebes
und zum Überwachen des zugehörigen isolierten Gleisabschnittes dieselben Kabeladern
benutzt werden.
-
Bei Eisenbahnstellwerken ist es notwendig, die einzelnen Teile der
Gleisanlage zu überwachen. Bei den Weichen dient der Überwachungsstrom dazu, die
jeweilige Endlage der Weiche im Stellwerk anzuzeigen und auch jede Störung, wie
z. B. das Aufschneiden der Weiche, erkennbar zu machen. Bei .den einzelnen Gleisstromkreisen
ist ebenfalls eine Überwachung durch Gleisrelais vorgesehen, damit jederzeit festgestellt
werden kann, ob ein Gleis besetzt oder unbesetzt ist. Gegenstand eines älteren Patentes
ist, zur Einschränkung des Kabeladeraufwandes die Überwachung des isolierten Weichenabschnittes
mit der Weichenstellung und -überwachung zu kombinieren, indem die für beide Zwecke
benötigten Wechselströme überlagert werden und dafür Frequenzen im Bereich der üblichen
Tonfrequenzen verwendet werden.
-
Mit der Erfindung wird demgegenüber dieselbe Aufgabe dadurch gelöst,
daß der Weichenüberwachungsstrom und der Gleisüberwachungsstrom abwechselnd angeschaltet
werden. Für dieses abwechselnde Anschalten des Weichenüberwachungsstromes und des
Gleisüberwachungsstromes werden zwei synchron wechselnde Pendelrelais vorgesehen,
welche vorteilhaft gemeinsam .durch einen im Stellwerk angeordneten Pendelblinker
gesteuert werden.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und im folgenden beschrieben. Es sei eine Drehstromweichenschaltung angenommen,
die zusammen mit einem isolierten Gleisabschnitt überwacht werden soll. Das Arbeiten
der reinen Weichenschaltung ist im folgenden nur so weit beschrieben, wie es für
die Wirkungsweise der Erfindung von Bedeutung ist; die Ausführung .dieser Schaltung
selbst ist auch nicht Gegenstand der Erfindung. Die Wicklungen des Motors sind mit
61, 62 und 63 bezeichnet. Der Gleisabschnitt S1/S2 ist über einen Transformator
64/65 an die Speisestromquelle S, OIYl und über einen zweiten Transformator 81/82
an das mit einem Gleichrichter 41 versehene Gleisrelais 40 angeschlossen. Zur Weichenüberwachung
dienen der Auslösemagnet 10 und der Überwachungsmagnet 20 sowie das Hilfsrelais
30. Für den abwechselnden Anschluß des Gleisfreimelderelais 40 und des Weichenüberwachungsrelais
20 an die zu überwachenden Eimrichtungen ist ein Pendelblinkerkontakt BI vorgesehen,
durch welchen in den ordnungsmäßigen Endlagen der Weiche die synchron arbeitenden
Pendelrelais 50 und 70 gesteuert werden. Im einzelnen arbeitet die Schaltung wie
folgt: In der gezeichneten Grundstellung, die der Pluslage der Weiche entspricht,
ist der Kontakt BI des Pendelblinkers geöffnet. Die beiden Pendelrelais 50 und 70
sind stromlos. Über deren Kontakte 51 bis 53 bzw. 71 bis 74 fließt Weichenüberwachungsstrom
in dem stark ausgezogen gezeichneten Stromkreis, so daß der Überwacher 20 und das
Hilfsrelais 30 erregt sind. Schließt der Kontakt BI des Pendelblinkers, so werden
die beiden Pendelrelais. 50 und 70 vom Phasenleiter R' über die zugehörigen Transformatoren
591/592 und 83/84 und die zugehörigen Gleichrichter 59 und 79 erregt und sprechen
an. Hierdurch öffnet .das bei den Stellwerkrelais 10, 20, 30 und 40 angeordnete
Pendelrelais 50 die Kontakte 51 bis 53 und schließt die Kontakte 55 bis 58, während
das im Weichenantrieb oder in dessen Nähe angeordnete Pendelrelais 70 die Kontakte
71 bis 74 öffnet und die Kontakte 75 bis 78 schließt. Der Überwacher 20 ist damit
abgeschaltet und das Gleisfreimelderelais 40 angeschaltet worden. In diesem Zustand
werdender isolierte Gleisabschnitt 51/S2 über den Transformator 64/65 und das Gleisrelais
40 über den Transformator 81/82 im gestrichelt gezeichneten Stromkreis gespeist.
Damit in diesem Zustand .der Überwacher 20 im Überwachungszustand verharrt, ist
ihm ein Parallelkondensator 20 a zugeordnet. Die durch diesen Kondensator verursachte
Ankerabfallverzögerung des Überwachers 20 ist derart bemessen, daß durch sie die
Zeit überbrückt wird, während welcher der Überwachungsstromkreis durch die Kontakte
der Pendelrelais 50 und 70 unterbrochen ist. Öffnet der Kontakt BI des Pendelblinkers
wieder
den Stromkreis der beiden Pendelrelais 50 und
70, so wird wieder der Überwachungsstromkreis für die Weichenendlage geschlossen.
Während der Anschaftzeit des Überwachers 20 wird das Gleisüberwachungsrelais 40
ebenfalls durch einen Kondensator 42 weiter erregt.
-
Wesentlich für die Arbeitsweise der Schaltung ist, daß während des
Umstellens der Weiche der Stromkreis der beiden Pendelrelais 50 und 70 geöffnet
ist. Diesem Zweck dient ein Kontakt 14 eines Spannungswechslerrelais od. dgl., welcher
öffnet, solange sich die Weiche in Umstellung befindet; die beiden Pendelrelais
50 und'70 werden dadurch stromlos, so daß die Weichenumstellung und das Wiederherstellen
des Überwachungszustandes über die geschlossenen Kontakte 51 bis 53 und 71 bis 74
sichergestellt ist.
-
Soll eine Weiche umgestellt werden, so wechseln nach dem Umlegen des
Weichenhebels bzw. dem Bedienen entsprechender Weichentasten zunächst die Spannungswechslerkontakte
11 bis 18 sowie 19a und 19 b. Hierdurch wird die Überwachungsspannung PIOM abgeschaltet
und die drei Phasenleiter R, S und T angeschaltet. Sodann wechseln die Kontakte
21/24, 22I25, 23 und 26, die von einem Weichenhebel oder einem Weichenstellrelais
od. dgl. gesteuert werden. Der Motor 61, 62, 63 läuft also im Stromkreis
über die Reaktanzbrücke 613/614 dreiphasig unsymmetrisch erregt an. Das Anschalten
der Stellspannung ist auf bekannte Weise vom selbsttätigen Ankerabfall am Überwacher
20 abhängig gemacht. Beim Anlaufen des Antriebes öffnet der die Pluslage kennzeichnende
Antriebsüberwachungskontakt 611, und es schließt der Laufstellungskontakt 612, welcher
die Reaktanzbrücke 613/614 kurzschließt, so daß der Motor nunmehr bis zum Erreichen
der Endlage im Stromkreise
dreiphasig symmetrisch erregt wird. Mit dem Erreichen der Endlage öffnet der Antriebskontakt
622, und es schließt der die Minuslage der Weiche kennzeichnende Antriebsüberwachungskontakt
621, so daß der Auslösemagnet 10 im Stromkreis R-16-24-53-2-73-621-72-3-52-32-10-OM
erregt wird und mit seinem Ansprechen die Knntakte 11 bis 18 sowie 19a. und 19b
wieder in die in der Zeichnung dargestellte Lage zurückbringt. Hierdurch sind die
drei Phasenleiter R., S und T wieder ab- und die Überwachungsspannung P/OM wieder
angeschaltet, so daß im Stromkreise P-11-12-30 das Hilfsrelais 30 wieder anspricht
und durch Öffnen seines Kontaktes 32 den Auslösemagneten 10 abschaltet, während
durch Schließen seines Kontaktes 31 wieder der Überwacher 20 im Minusüberwachungsstromkreise
P-11-24-53-2-73-621-72-3-52-31-15-20-26-51-1-71-612-61-63-74-4-13 angeschaltet wird.
Da der Kontakt 14 wieder geschlossen ist, arbeiten auch wieder über Kontakt BZ die
Pendelrelais 50 und 70, so däß auch in der Minuslage der Weiche das Gleisrelais
40 anspricht. Die Speisung des isolierten Gleisabschnittes S 1/S2 erfolgt in der
Minuslage der Weiche im Stromkreise S-55-1-75-7-64-6-76-3-56- 0M und die Speisung
des Gleisrelais 40 im Stromkreise 81-8-77-4-19 b-58=41-40-41-57-19 a-2-78-9-81.
In dem gezeigten Beispiel ist für die Steuerung der Pendelrelais 50 und 70 eine
besondere Kabelader 5 vorgesehen. Will man diese erübrigen, so kann man unter Mehrfachausnutzung
der übrigen Leitungen 1 bis 4 die Pendelrelais 50 und 70 entsprechend steuern.
-
Die -Schaltung zum gleichzeitigen Überwachen von Weichen und Gleisstromkreisen
nach der Erfindung beschränkt sich nicht auf die als Beispiel dargestellte Drehstromweichenschaltung,
sondern kann analog für beliebige andere Weichenschaltungen angewendet werden.