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Wendelförderer für Gutbehandlungsanlagen mit Schwingantrieb Es ist
bekannt, durch Rinnen denen eine schräg aufwärts zur Bodenfläche gerichtete, in
der Längsrichtung der Rinne liegende Schwingung aufgeprägt wird, Güter der verschiedensten
Art nicht nur zu fördern, sondern auch den verschiedenartigsten Behandlungen zu
unterwerfen, z. B. Stoffkomponenten zu mischen, das Gut chemischen Reaktionen mit
einem flüssigen oder gasförmigen Reaktionsmittel zu unterwerfen, gas- oder dampfförmige
Bestandteile daraus abzudestillieren und das Gut einer Erwärmung oder Kühlung zu
unterwerfen. Man hat schon Wendelförderer mit zwei gegenläufig zueinander angeordneten
Rinnen an der gleichen Tragsäule vorgeschlagen, um auf der inneren Förderbahn das
Gut nach unten und auf der äußeren Förderbahn das Gut nach außen zu bewegen. Da
jedoch die Verweilzeit auf der abwärts laufenden Bahn kürzer als auf der aufwärts
gerichteten Bahn ist, ist ein kontinuierliches Fördern durch eine 13ehandlungszone
nicht möglich, weil weiterhin die miteinander- kraftschlüssig verbundenen gegenläufigen
Bahnen nur kleine Berührungsflächen aufweisen und die Bewegungsenergie von der inneren
Bahn auf die äußere über diese kleinen Flächen übertragen werden muß, treten an
den Verbindungsstellen sehr starke Kräfte auf, die sich auf lange Sicht mit den
üblichen Befestigungsmitteln nicht übertragen lassen. Bekannt ist auch, das zu behandelnde
Gut von einem oberen Trichter aus über ein im Tragrohr angeordnetes Rohr nach unten
zu leiten und daran anschtießenp er, j eine außen am Tragrohr angeordnete Spi'rål'bahn
iiach oben zu führen. Ferner wurde schon ein Siebförderer mit zwei schraubenförmigen
und übereinanderliegenden, von oben nach unten verlaufenden, an einem mittleren
Trägerrohr angebrachten Förderbahnen vorgeschlagen. Das Gut wird dann oben auf die
Siebbahn aufgegeben, und das durchgesiebte Gut wird von der darunterliegenden Bahn
aufgefangen und einem getrennten Auslauf zugeführt. Schließlich --ist es bei einer
.Schwingförderstrecke bekannt, in den prohlierten Rinnenboden eine Heiz- oder Eühlvorrichtung
anzuordnen.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen derartigen Wendelförderer
mit Schwingantrieb in solcher Weise auszubilden, daß man eine Rinnenstrecke, in
der eine bestimmte Menge des Gutes irgendeiner Behandlung, z. B. einer Heizung,
Kühlung, ;Stoffreaktion, Mischung, unterworfen wird, innerhalb eines möglichst kleinen
Raumes unterbringen kann. Dieses Ziel wird bei einem Wendelförderer für Gutbehandlungsanlagen
mit mehreren schraubenlinienförmig um eine koaxial dazu angeordnete, in Schwingungen
versetzte Tragsäule gelegten und in gleichem Schraubensinn angeordneten Gutrinnen,
die mit jener kraftschlüssig und schwingungssteif verbunden sind, gemäß der Erfindung
in der Weise erreicht, daß sämtliche Gutrinnen -dadurch zu einer zusammenhängenden,
am Einlauf der ersten Rinne beginnenden und am Auslauf der letztenRinnen endenden
Förderstrecke hintereinandergeschaltet sind, daß die Ausläufe der ersten bis vorletzten
Rinne mit den Einläufen der zweiten bis letzten Rinne durch Förderschächte verbunden
sind.
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Vie eìnzelnen Rinnen können mit ihren Windungen übereinander angeordnet
sein. Wieviele Windungen man übereinander anordnen kann, ergibt sich aus dem - Durchmesser
des Zylinders, der von der Schraubenlinie -gebildet wird, in welcher die Rinne verläuft,
außerdem von der Steigung, welche man der Rinne mit Rücksicht auf den Charakter
- des Gutes und die Wirksamkeit des Schwingantriebs vorteilhafterweise gibt.
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Ist es untunlich, mehrere Rinnen übereinander anzuordnen, so können
die einzelnen Rinnen auch mit ihren Windungen nebeneinander angeordnet sein.
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Schließlich können Rinnen sowohl übereinander- als auch nebeneinanderliegen.
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Bei einem Wendelförderer mit Aufwärtsförderung können die Fallschächte
innerhalb der Tragsäule- an geordnet sein. Die. Fallschächte oder Fallrohre können
aber auch außerhalb der Rinnen liegen. Gemäß der weiteren Erfindung werden sie mit
den Außen wänden der äußersten Rinne starr verbunden. In diesem Falle ist es zweckmäßig,
solche Fallrohre, gegebenenfalls einschließlich zusätzlicher Blindrohre, symmetrisch
über den Umfang der Tragsäule bzw.
den der Rinne zu verteilen.^
)'ies dient nicht nur dazu, die Konstruktion zu versteifen, sondern man kann damit
auch die Eigenfrequenz der schraubenlinienförmigen Förderbahnen -bainflussen, und
zwar im Sinne einer Steigerung Aler Eigenfrequenz, damit diese genügend hoch über
der Antriebsfrequenz liegt und Resonanz vermieden wird. Die die Rinne begrenzenden
Wandungen (Böden und Seitenwände) können mit Heiz- oder Kühlorganen ausgestattet
sein, beispielsweise indem unter't den Böden Rohre zum Durchleiten von Heizdämpfen
angeordnet sind. Die Böden und auch die Seitenw.ände der Rinnen können hohl ausgebildet
sein und zum Durchleiten eines Heiz- oder Kiihlmittels dienen.
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Das in dem erfindungsgemäßen Wendelförderer umlaufende Gut wandert
kontinuierlich und stets in einem Umlaufsinn, so daß keine Materialstauungen innerhalb
der Reaktionszonen auftreten. Der vorgeschlagene Wendelförderer weist trotz geringer
Baumaße und trotz einfachenAufbaues große Behandlungsflächen auf, und insbesondere
ist ein sicherer und dauerhafter Anschluß sämtlicher Förderrinnen an die Vibrationseinrichtung
gewå-hrleistet. Schließlich lassen sich nach dem der Erfindung zugrunde liegenden
Prinzip auch mehr als droFörderrinnen anordnen.
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Die Behandlung eines Gutes mittels eines gemäß der - Erfindung mit
mehreren Rinnen ausgestatteten Wendelförderers kann so-vorgenommen werden, daß das
nach Passieren einer Rinne abgezogene Gut einer Zwischenbehandlung unterworfen wird,
ehe man es auf die nächste Rinne aufg ine solche Zwischenbehandlung kann in einer
Zerkleinerung, einer Zumischung eines anderen--Qntes einer Agglomeration oder einer
chemischen RealXion bestehen.
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Die Wirkungsweise des neuen Wendelförderers sei näher erläutert an
Hand der Zeichnungen, von denen Abb. 1 einen (im mitt-l?eren Teil unterbrochenen)
Achsschnitt durch den Wendelförderer darstellt, während Abb. 2 eine Ansicht desselben
gibt; Abb. 3 ist ein Schnitt; entsprechend der Schnittlinie'III-III von Abb. 1 Iir
der Höhe der unteren Rinneneinläufe; Abb. 4 ist ein Schnittntsprechend der SchnittlinieIV-IV
von Abb. 1 ein der Höhe der oberen Rinnenausläufe; Abb. 5, 6 und 7 stellen - Querschnitte
durch verschiedene Formen von Mehrfachrinnen dar, wobei die einzelnen Rinnen nebeneinander
angeordnet sind.
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Auf dem Fundament 10-ruht mit den Füßen 14 das Stützrohr 15. Auf
demselben ist mittels des Federpaketes 16 der Kopf 17 des Tragrohres 18 gelagert,
an dessen unterer Verlängerung die Unwuchterreger 20 angeordnet sind. An dem äußeren
Mantel des Tragrohres 18 befinden sich die Rinnen 11, 12 und 13, die durch die Böden
21, die Zwischenwände 26 27 und die Außenwände2«8 gebildet werden. Die innere Rinne
11 hat (vgl. -Abb. 3) am unteren Ende einen Einlauf 25, am oberen Ende einen Auslauf
31.
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Die mittlere Rinne 12 hat'einen unteren Einlauf 46 und einen oberen
Auslauf-33. Die äußere Rinne 13 hat einen unteren Einlauf'.B9 und einen oberen Auslauf
35. Der Auslauf 31 und der Einlauf 46 sind über das Fallrohr 22 verbunden, - der
Auslauf33 und der Einlauf 29 durch das Fallrohr 23. Die beiden Fallrohre 22 und
23 liegen unmittelbar an den Außenwänden 28 der äußeren Ringe 13 an und sind zusammen
mit dem Blindrohr 24 symmetrisch über den Umfang verteilt. Zur Aufgabe des Gutes
auf den Einlauf 25 dient eine Rinne=39, die von dem Motor 34
angetrieben wird und
das Gut aus dem Bunker 32 abzieht. Der Auslauf 35 der äußeren Rinne 13 hat eine
Auslaufschnauze 36, von der das Gut in die Rutsche 37 gelangt, welche das Gehäuse
38 durchsetzt, von dem der Schwingförderer umgeben ist.
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Unterhalb der Böden 21 ist jeder der Rinnen 11,12 und 13 ein Dampfrohr
30 zugeordnet. Die Dampfrohre stehen über (nicht dargestellte) biegsame Anschlüsse
mit einem Dampferzeuger in Verbindung.
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Durch den Unwuchterreger20 wird das Tragrohr 18 in Schwingungen versetzt,
welche eine senkrechte und eine in Umfangsrichtung verlaufende Komponente haben.
Durch diese wird in allen drei Rinnen das Gut aufwärts gefördert. Die Gutstrecke
verläuft von der Rinne 39 durch den Einlauf 25 zu der inneren Rinne 11. Vom oberen
Auslauf 31 dieser Rinne gelangt das Gut durch das Fallrohr 22 in den Einlauf 46
der mittleren Rinne 12. Ist das Gut in der mittleren Rinne aufwärts gefördert, so
gelangt es über den oberen Auslauf 33 in das Fallrohr 23 und von diesem in den unteren
Einlauf 29 der äußeren Rinne 13. Von dem oberen Auslauf 35 wird das Gut über die
Schnauze 36 und die Rutsche 37 ausgetragen.
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Für den Fall, daß Zwischenbehandlungen zwischen dem Durchlauf der
Rinnen 11, 12 und 13 vorgenommen werden sollen, müssen zusätzliche Fördereinrichtungen
vorgesehen werden, um das Gut nach dem Passieren einer Rinne der zur Behandlung
dienenden Vorrichtung zuzuführen und wieder auf die nächste Rinne aufzugeben.
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Abb. 5 zeigt einen Rinnenquerschnitt, bei dem sowohl der Boden 40
als auch die die Rinnen bildenden Zwischenwände 41 und Außenwände 42 hohl ausgebildet
sind, so daß ein Kühlmittel hindurchgeleitet werden kann.
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Bei der Rinne nach Abb. 6 sind Dampfrohre43 vorgesehen, die durch
Bodenplatten 44 untereinander verbunden sind. Die Dampfrohre bilden hier gleichzeitig
die Seitenwände der Rinnen.
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Bei der Anordnung nach Abb. 7 sind auf die Dampfrohre 43 noch Wände
45 aufgesetzt, die die Außen- und Zwischenwände der Rinnen bilden und deren Querschnitt
erhöhen.
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PATENTANSPROCHE: 1. Wendelförderer für Gutbehandlungsanlagen mit
mehreren schraubenlinienförmig um eine koaxial dazu angeordnete, in Schwingungen
versetzte Tragsäule gelegten, in gleichem Schraubensinn angeordneten Gutrinnen,
die mit dieser kraftschlüssig urJd-~schwingungssteif verbunden sind, daduri-g-ekennzeiOnet,
daß sämtliche Gutrinnen (11, 12, 13) dadurch zu einer zusammenhängenden, am Einlauf
(25) der ersten Rinne (11) beginnenden und am Auslauf (35) der letzten Rinnen (13)
endenden Förderstrecke hintereinandergeschaltet sind, daß die Ausläufe (31, 33)
der ersten bis vorletzten Rinne (11, 12) mit den Einläufen (46, 29) der zweiten
bis letzten Rinne (12, 13) durch Förderschächte (12,23) verbunden sind.