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Vorrichtung zum Auswuchten der Trommel in Waschmaschinen und Wäscheschleudern
Die Erfindung bezieht sich auf Waschmaschinen und Wäscheschleudern mit waagerecht
umlaufender Trommel, bei welchen eine Flüssigkeit benutzt wird, um die Unwucht der
Trommel im Betrieb der Maschine auszugleichen.
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Bei der Benutzung von umlaufenden Trommeln der erwähnten Art zum Schleudern
von Wäsche oder auch anderem Gut ist es schwierig, das Gewicht des eingeführten
Gutes gleichmäßig zu verteilen, so daß infolge der Wirkung der ' nicht ausbalancierten
Massen die Trommel bei höheren Umdrehungsgeschwindigkeiten während des Entwässerns
bzw. Trocknens eine Nei-Z, Clung zum gefährlichen Vibrieren hat.
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Die Technik hat sich seit langem bemüht, diesen Nachteil zu beseitigen.
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So wurde beispielsweise bei Schleudereinrichtungen, bei denen sich
ein Behälter um eine aufrecht stehende Achse dreht, von der schweren Seite des nicht
ausbalancierten Behälters Ausgleichsflüssigkeit selbsttätig zu der leichten oder
Abgabeseite des Behälters geführt. Bei diesen Schleudern hing die selbsttätige Steuerung
des Flüssigkeitsstromes für den Ausgleich von dem Grad der Taunielbewegung des Gefäßes
in bezug auf dessen normale Drehachse ab, wobei eine solche Bewegung hauptsächlich
durch die unausgeglichene Beschickung des Gefäßes verursacht wurde. Derartige Einrichtungen,
die für aufrecht stehende Schleudertrommeln geeignet sind, können nicht ohne weiteres
für die Benutzung bei Trommeln angewendet werden, die sich um waagerechte Achsen
drehen, insbesondere wenn infolge der Unwucht auftretende Kräfte direkt dazu verwendet
werden sollen, das Strörnen von Ausgleichsflüssigkeit zu steuern.
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Einige Versuche sind bereits gemacht worden, um den gewünschten Zweck
bei waagerecht liegenden Wasch- und/oder Schleudertrommeln zu erreichen, deren Wellen
sich wie üblich in starren Lagern drehen, wobei die aus der Unwucht der sich drehenden
Tromrnel oder ihres Gehäuses oder der verlängerten Trominelwelle herrührenden Vibrationen
durch empfindliche elektrische Instrumente aufgenommen und durch Kommutierung und
elektronische Verstärkung auf ein ausreichendes elektrisches Potential gebracht
werden, um das Arbeiten von Solenoid-Ventilen zu ermöglichen, die ihrerseits das
Einlassen von Flüssigkeit zu Ausgleichsbehältern regeln, welche innerhalb der sich
drehenden Trommel untergebracht sind. Durch Vibration gesteuerte Systeme dieser
Art sind äußerst kompliziert und teuei. Sie bedingen eine sehr kostspielige Wartung
und sind infolge der Notwendigkeit, die Maschinen auf dem Fußboden befestigen oder
elastische Lagerungen verwenden zu müssen, allgemein nachteilig.
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auswuchten der Trommel
in Waschmaschinen und Wäscheschleudern mit einer in wenigstens einem Lager uld eine
horizontale Achse drehbaren Trommel, welche mit einer Mehrzahl von Kammern versehen
ist, die gleichmäßig um den Umfang der Trommel verteilt sind und durch Leitungen
mit einem Vorratsbehälter für Ausgleichsfliissigkeit in Verbindung stehen. Hierbei
ist die Trommel in bezug auf ihre normale horizontale Drehachse durch eine auf einen
Unwuchtzustand ansprechende Einrichtung seitlich schwingbar und mit Ventileinrichtungen
in den Leitungen versehen-, die im Ansprechen auf die seitliche Schwingbewegung
gesteuert werden, so daß Ausgleichsflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter in die Kammern
eingeführt wird und dadurch 'zur Aufhebung des Unwuchtzustandes beiträgt.
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Der vorliegenden Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, Mittel
zu finden, welche auf die ungleiche Verteilung des eingeführten Gutes ansprechen
und welche die aus der Unwucht herrührenden Kräfte direkt dazu verwenden, Ausgleichsvorrichtungen
zu betätigen. Was bisher fehlte, war eine Einrichtung, die von der Trommel selbst
und deren Lage bei unausbalancierten Arbeitsbedingungen zu einem feststehenden
Bezugspunkt,
wie beispielsweise dein Traglager der sich drehenden Masse der Trommel, betätigt
wird.
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Gemäß der Erfindung weist die Einrichtung zur Erzeugung einer seitlichen
Schwingbewegung der Trommel ein feststehendes Traglager auf, in dem das Lager, in
welchem die Trommel drehbar ist, mittels eines schwingbaren Traggliedes abgestützt
ist, dessen horizontale Schwingachse normalerweise über der horizontalen Drehachse
der Trommel in der gleichen senkrechten Ebene wie die Drehachse liegt, wodurch das
Lager, in dem die Trommel drehbar ist, beim Eintreten eines Unwuchtzustandes mittels
des schwingbaren Traggliedes als Pendel frei schwingen kann, um die gewünschte Steuerung
der Ventileinrichtungen in den Leitungen herbeizuführen.
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Der Erfindung liegen die folgenden Überlegungen zugrunde.
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Es wurden verschiedene Ausführungsformen untersucht, welche ermöglichten,
daß der Behälter sich waagerecht bewegt, aber gegen eine senkrechte Bewegung festgehalten
wird. Die beste Lösung schien eine Art Pendelaufhängung des Behälters und seiner
Welle zu sein. Bei einer solchen Aufhängung würde die Schwerkraft die Beziehung
von Trommel und Ge-
häuse weder unter statischen Bedingungen noch unter normalen
Betriebsbedingungen beeinflussen. Waagerecht wirkende Kräfte können aber zur Folge
haben, daß sich die Trommel von der einen Seite zu der anderen Seite verschiebt.
Es hat sich aber als notwendig herausgestellt, das Problem der Resonanz insoweit
zu berücksichtigen, als es erwünscht ist, einen Zustand zu vermeiden, bei dem die
Eigenfrequenz des Pendels mit der aufgezwungenen Frequenz der Umdrehungsgeschwindigkeit
zusammenfällt und eine gefährliche und kritische Vibration erzeugt.
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Würde beispielsweise die Pendellänge für eine Periode, die langsamer
als die Trockengeschwindigkeit ist, willkürlich gewählt werden, so würde bei höchster
Geschwindigkeit einer Schwingung entgegengewirkt werden. Durch die kritische Geschwindigkeit
müßte hindurchgegangen werden, wenn eine Beschleunigung der Drehgeschwindigkeit
eintritt. Andererseits müßte ,eine für die Frequenz oberhalb der Umdrehungsgeschwindigkeit
gewählte Länge des Pendels sehr kurz sein, und sie würde nur einen Bruchteil eines
Zentimeters betragen. Dies würde den Stützpunkt desselben in den Durchmesser der
Welle verlegen und ein schwieriges Konstruktionsproblem darstellen.
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Die natürliche Periode für ein frei schwingendes Pendel ist
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worin F die Schwingungszahl des Pendels in Minuten, g die Erdbeschleunigung
in cm/seC2 und L die Länge des Pendels in Millimeter ist.
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Nimmt man eine erwünschte Schleudergeschwindigkeit von 500
bis 700 Umdrehungen je Minute an, dann würde bei einer willkürlich
gewählten Frequenz von F = 800, um wesentlich höher als die
Schleudergeschwindigkeit zu sein, für die Länge des Pendels ungefähr der Wert L
= 1,4 mm erhalten.
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In dem vorliegenden Fall umfaßt das Pendel die Trommel, deren Welle
und deren Lager und wird am Schwerpunkt, der im Drehzentrum liegt, wirksam. Die
Aufhängung der Pendelmasse an einem Stützpunkt, der nur 1,4 mm über der Mitte der
Welle liegt, die im Durchmesser ungefähr etwa 75 mm stark ist, stellt ein
Problem dar. Dieses Problem wurde dadurch gelöst, daß eine Hilfslageranordnung zum
Tragen der Masse vorgesehen wurde, deren Mitte 1,4 mm über der Mitte der Hauptdrehlager
lag. Dies ermöglichte der Hauptwelle, sich in ihren eigenen Lagern zu drehen, aber
außerdem in den Traglagern zu schwingen.
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Ein nach der oben angeführten Berechnung hergestelltes Modell ergab,
daß die Exzentrizität von 1,4 mm,
obgleich sie für die gewählte Frequenz richtig
ist, eine Nieigung zur Selbstblockierung hervorrief und auf waagerechte Kräfte nicht
zuverlässig ansprach. Um diese Schwierigkeit zu überwinden, wurde die Pendellänge
vergrößert, und zur Vermeidung einer Resonanz wurde von der Idee eines frei schwingenden
Pendels dadurch etwas abgegangen, daß eine Rückstellfeder eingeführt wurde, um das
Schwingungssysteni zu versteifen und die Frequenz zu erhöhen. Diese Feder führte
zu zwei erwünschten Ergebnissen: 1. Die Möglichkeit, die Länge des Pendels
auf etwa 3,2 mm zu vergrößern, ohne dessen Eigenfrequenz zu verringern. Diese
Vergrößerung der L änge beseitigte den Selbstblockierungseffekt und ermöglichte,
daß waagerechte Kräfte die Trommel ausschwingen.
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2. Die Feder bewirkt, wie dies aus den weiter unten näher zu erläuternden
Zeichnungen hervorgeht, in der Mittellinie der Trag- und Drehlager an einem oder
beiden Enden der Trommel über Arme, die an schwingenden exzentrischen Wellenstümpfen
befestigt sind, welche die Trommel tragen und mit ihr schwingen. Wenn die Trommel
um ihren ungefähr um etwa 3 mm versetzten Achsenmittelpunkt schwingt, dann
schwingen der Arm bzw. die Arme aus und strecken hierbei die Feder (oder die Federn
im Fall einer an beiden Enden unterstützten Trommel). Eine geringe Bewegung der
Trommel wird an dem Punkt der Federbefestigung vielmals vervielfacht.
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Die Federspannung vergrößert sich in hohem Maß mit der Schwingungsweite
der Trommel, bietet aber einer Schwingung bei kleiner Schwingungsweite einen geringen
Widerstand. Diese Beschränkung erwies sich als wertvoll, da gefunden wurde, daß
bei großer Schwingweite von beispielsweise 30' eine zuverlässige Auswuchtung
(infolge einer Verschiebung zwischen Ursache und Wirkung) nicht erreicht werden
konnte, daß aber bei einer Schwingungsweite von 3 oder 4' die Auswuchtung
ausgezeichnet war.
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Bei Benutzung eines Stroboskops und beim Arbeiten mit einem feststehenden
außermittigen Versuchsgewicht in der Trommel zeigte sich, daß bei großer Schwingungsweite
(die Schwingung wird nur durch die Wirkung des frei schwingenden Pendels beschränkt)
die unausbalancierte Masse sich in der oberen senkrechten Stellung befindet, wenn
die maximale waagerechte Ausschwingung stattfand. Dies zeigt an, daß Ursache und
Wirkung um 90' außer Phase waren, so daß eine gute Auswuchtung unmöglich
ist. Bei beschränkter Schwingungsweite und erhöhter Schwingungsfrequenz infolge
der Wirkung der starken Feder war, wie gefunden wurde, das befestigte Gewicht ungefähr
in dem gleichen Zeitpunkt in waagerechter Lage, in, welchem die maximale waagerechte
Schwingung auftrat, was zeigte, daß bei kleinen Schwingungsweiten die störende Ursache
und deren Wirkung auf das Pendel miteinander in Phase waren.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung beispielsweise
näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch eine Waschmaschine
gemäß der Erfindung mit feststehenden Traglagern, Fig. 2 eine Frontalansicht derselben,
teilweise im schnitt,
Fig.- 3 einen in größerem Maßstab gehaltenen
teilweisen Längsschnitt, der im einzelnen die Trommellager veranschaulicht, Fig.
4 und 5 die Anordnung von Steuerventilen, Fig. 6 einen Querschnitt
durch den oberen Teil der Waschtrommel, Fig. 7 weitere Einzelheiten der Ventilstetierung,
Fig. 8 einen senkrechten Schnitt dur ch den Tragrahmen und die Lager für
die Antriebswelle der Trommel und die damit verbundene Exzenterwelle, Fig.
9 einen senkrechten Schnitt durch das Ventil nach Fig. 7.
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Die dargestellte Vorrichtung weist eine Trommel 10 zum Waschen,
Entwässern und bzw. oder Trocknen von Wäsche oder anderen zu reinigenden Materialien
und Gegenständen auf. Die Trommel 10 hat einen durchlöcherten zylindrischen
Mantel 12 und ist auf einer Welle 11 gelagert, die in geeigneter Weise, wie
beispielsweise durch einen (nicht dargestellten) Motor oder Riemen, angetrieben
wird. Eine Schiebetür 14 (Fig. 1) von üblicher Batiart dient zum Beschicken
und Entleeren der Trommel, welche mit links und rechts liegenden Stirnwänden
16 und 18 sowie mit Umwälzrippen 20 (beim Ausführungsbeispiel vier
Rippen) versehen ist, die in gleichem Abstand voneinander im Innern der Trommel
fest angebracht sind. jede Rippe erstreckt sich von einer Stirnwand zur anderen
und dient als Behälter oder enthält einen solchen, welcher wahlweise Ausgleichsflüssigkeit
aufnehmenkarm, um jeder ungleichen Gewichtsverteilung der beladenen Trommel entgegenzuwirken.
Diese Behälter oder Rippen 20 haben einen dreieckigen Querschnitt, wobei dessen
Spitze in einer gewissen Tiefe innerhalb des Zylinders liegt, wie dies bei 22 angedeutet
ist. jeder Behälter hat eine radial verlaufende Mittelwand 24, die sich von dem
Trommelmantel. 12 nach innen bis zu einem Punkt 22 kurz vor der Spitze des dreieckigen
Querschnittes erstreckt, wodurch der Behälter in rechts und links liegende Teile
unterteilt wird.
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Die Trommel ist von einem Gehäuse 25 umgeben, welches Endwandungen
26 und 27 hat und von Ständern 30 (Fig. 1, 2 und
3) getragen wird. Das Gehäuse dient als Trog, welcher die Waschlauge oder
das trockene Reinigungsmittel aufnimmt, die in der üblichen Weise zugeführt und
mittels eines geeigneten Auslaßventils 29 abgezogen werden können.
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Das Gehäuse wird starr von den erwähnten Ständern 30 getragen,
welche an jedem Ende des Gehäuses Stützlager 32 haben. jedes dieser Stütz-
oder Traglager 32 weist einen Außenring 32' (Fig. 3), der von
dem Stützlager getragen wird, sowie einen Innenring 32" auf, welcher an jedem
Ende der Trommel auf einem Tragglied 34 sitzt. Diese Tragglieder 34 haben exzentrische
Absätze 34', die in den Traglagern 32
schwingen können. Sie werden aber an
einer vollständigen Umdrehung gehindert. jede Seitenwand der Trommel trägt einen
starren Nabenteil 36, der sich um ein selbst einstellendes Rollenlager
38 dreht, dessen Innenring 38' starr mit den inneren Enden der beiden
Tragglieder verbunden ist und dessen Außenring 38" mit der Trommel drehbar
ist. In der Zeichnung sind die Nabenteile als getrennt voneinander liegende Teile
dargestellt. Dies ermöglicht einen leichten Zusammenbau.
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Die Mittelachse für die Schwingung liegt gewöhnlich um etwa
3 mm höher als die Umdrehungsachse. Demzufolge sind die Traglager
32 um 3 mm höher als die Drehlager 38 zentriert. Die Trommel
hän - gt somit an den Traglagern wie die Masse eines Pendels von kurzer Länge,
wodurch die Tragglieder gewöhnlich in der in Fig, 3 dargestellten Lage gehalten
werden.
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Wie ersichtlich, ist die Antriebswelle 11 mit Bezug auf die
Trommelnaben zentriert, mit deren einer sie gekuppelt ist, um eine Drehung der Trommel
zu veranlassen. Beim Ausführtingsbeispiel ist die Antriebswelle mit der einen Nabe
durch einen Gleitkeil 37 verbunden, der als Kardangelenk dient, um eine geringe
Relativbewegung zwischen Welle und Trommel zu ermöglichen, wenn diese um-die Traglager
schwingt. Es kann auch irgendein anderes Gelenk Anwendung finden. In vielen
Fällen ist eine ausreichende Elastizität in der Antriebswelle selbst vorhanden,
um sich dem sehr geringen exzentrischen Zustand anzupassen, welcher während des
Arbeitens der Trommel auftritt. jedes Traglager 32 weist zwei getrennte Einzellager
auf, die in einem gewissen Abstand voneinander liegen, um der Trommel eine bessere
Unterstützung zu verleihen; es kann aber auch ein einzelnes Lager für jedes Tragglied
(Hohlwelle) benutzt werden.
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Die dargestellte Ausführungsform hat den Vorteil, daß zwischen den
getrennten Teilen des Traglagers einer jeden Hohlwelle ein Bund oder eine Muffe
39
gelagert werden kann, die durch eine Stellschraube 39'
starr auf
dem Tragglied gehalten wird. jeder Bund 39
(Fig. 3) hat einen sich
nach unten erstreckenden Arm 40, der an dem Bodenteil des Bundes festgeschraubt
oder in anderer Weise befestigt ist. Dieser Arm 40 erstreckt sich durch einen Schlitz
41 hindurch nach unten, der in dem Fuß des Lagerbockes 42 vorgesehen ist. jeder
Arm 40 greift mittels einer Zugfeder 44 an der Endwand des Gehäuses 26, beispielsweise
mittels eines Stiftes 45 an.
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Die linke Seitenwand 16 (Fig. 2 und 3) trägt eine kon,zentrische
ringförmige abgeschlossene Kammer oder einen Behälter 47, der beispielsweise durch
Schweißen flüssigkeitsdicht an derselben angebracht ist. Dieser Behälter kann bis
zu der gewünschten Höhe mit einer Flüssigkeit durch eine Öffnung gefüllt werden,
die durch einen Stopfen 48 (Fig. 2) angedeutet ist. Es kann irgendeine geeignete
Ausgleichsflüssigkeit benutzt werden. Perchloräthylen z. B., welches ungefähr
1,5 1,ig/dm3 wiegt, hat sich als zufriedenstellend wirkend herausgestellt.
Die Behälter oder Rippen 20 haben ein ausreichendes Volumen, um eine angemessene
Menge dieser Flüssigkeit zu halten, so daß der gewünschte ausgewuchtete Zustand
der Trommel erreicht werden kann. Der ringförmige Behälter 47 hat eine solche Größe,
daß er mehr Flüssigkeit aufnehmen kann, als den Rippen- zugeführt werden muß, da
die vorliegende Arbeitsweise einen zusätzlichen freien Raum innerhalb des Behälters
erfordert, wie dies weiter unten noch näher erläutert wird.
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Die Zuführung von Flüssigkeit von dem Behälter 47 zu den Rippen 20
erfolgt durch die Zentrifugalkraft, die durch einen Flüssigkeitsring geliefert wird,
welcher sich an der zylindrischen Wand dieses Behälters bildet, nachdem die Trommel
begonnen hat, sich mit ausreichnder Geschwindigkeit zu drehen. Die Flüssigkeit wird
auf diese Weise durch Leitungen 50
hindurch nach außen geschleudert, die zwischen
dem Umfang des Behälters 47 und dem Ende eines jeden Behälters 20 verlaufen, welches
an das linke Ende der Trommel angrenzt. Die Leitung 50 führt zu einem Steuerventil
51 (Fig. 1, 4 und 9), von dem die Flüssigkeit durch ein Zweigrohr
52 in einen Behälter 53
(Fig. 7) gelangt, der auf der linken
Seite der Mittelwand 24 vorgesehen ist. Die Leitung 50 ist außerdem mittels
eines Zweigrohres 54, das durch jede Rippe 20 hindurchgeht, mit einem ähnlichen
Steuerventil 55
(Fig. 6) verbunden. welches von der
rechts liegenden Seitenwand 18 der Trommel getragen wird. Das Ventil
55 steht mittels eines Rohres 56 mit der Behälterkammer
57 in Verbindung, die den Raum innerhalb der Rippe rechts von der Mittelwand
24 einnimmt.
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Die Ventile 51 und 55 sind Tellerventile, deren Bauart
aus Fig. 9 der Zeichnung hervorgeht. jedes Ventil, sowohl das linke als auch
das rechte, steht unter dem Einfluß einer Stoßstange 58, welche, wenn die
Trommel schwingt, mit der Ventilstange 59 in Eingriff kommt. Eine Einstellschraube
für die Länge der Stoßstange ist bei 60 angedeutet. jede Behälterkammer kann
mit einem solchen Tellerventil versehen sein, welches neben dem zugehörigen Ende
des Behälters in fester Lage mit Bezug auf die danebenliegende Seitenwand angebracht
ist.
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Die anderen Enden der Stoßstangen 58 sind mit einem Gewinde
versehen und in eine Muffe 61 eingeschraubt (Fig. 1 und
3), die auf einem konzentrischen Lagerteil 62 drehbar ist, der fest
an dem Tragrahmen oder dem Gehäuse der Maschine angebracht ist; die Muffe liegt
dabei gleichachsig zu dem wahren Drehzentrum der Vorrichtung. Wenn daher die Trommel
veranlaßt wird, zu schwingen, dienen die sich mit der Trommel drehenden Stoßstangen
dazu, die Ventilstangen zu betätigen, so daß bestimmte Ventile geöffnet werden.
An der Trommel sitzende Führungen 63 bewirken zwar, daß die Stoßstangen
58 sich mit der Trommel drehen, erlauben aber, daß diese Stangen sich radial
verschieben können, um die Ventilstangen zu betätigen. Der Grund, weshalb die Rippen
bzw. Behälter einen Behälterabschnitt an jedem Ende der Trommel aufweisen, ist der,
die Ansgleichsflüssigkeit beiden Teilen gleichzeitig zuführen zu können, wenn die
Unwucht gleichförmig über die Länge der Trommel verteilt ist, oder in den einen
Endabschnitt des Behälters weniger Flüssigkeit strömen zu lassen als in den anderen,
wenn der Zustand der Unwucht mehr an einem Trommelende vorhanden ist. Die Flüssigkeitsströmung
von dem Behälter 47 wird also durch ein Ventil geregelt, welches zu dem betreffenden
Ab-
teil führt, wobei ein Ventil an dem einen Ende und .ein Ventil an dem
anderen Ende für jeden der vier Rippenbehälter vorhanden ist.
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Aus Fig. 1 ist zu erkennen, daß die Stoßstangen 58,
die
an dem antriebseitigen Behälterende der Trommel angeordnet sind, sich ohne jede
Abbiegung unmittelbar bis zu ihren zugehörigen Ventilen 51 erstrecken, während
die Stoßstangen 58 an dem anderen Ende der Trommel dicht neben der Fläche
der Seitenwand an diesem Ende liegen und etwas an ihren beiden Enden abgebogen sind,
um mit dem zugehörigen Bund 38
-und den Ventilstangen des Ventils
55 in Eingriff zu treten. Dieser Unterschied ist lediglich eine Sache der
Ausführung und beeinflußt das Arbeiten in keiner 'Weise.
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Die Arbeits-,veise der Vorrichtung bei dem Ausgleichen einer Unwucht,
welche das Ergebnis einer ungleichförmigen Beschickung der Trommel sein kann, geht
aus der folgenden Beschreibung ohne weiteres hervor. Hierbei ist zu beachten, daß
der Schwingungsmittelpunkt mit der Mitte des Traglagers zusammenfällt und gewöhnlich
direkt über dem Drehzentrum liegt, welches der normale Massenmittelpunkt des Trommelsystems
ist. Unter normalen ausgewuchteten Betriebsbedingungen findet kein Ausschwingen
statt. Hieraus folgt, daß das Gewicht der Trommel auf jeden der Mittelpunkte der
Unterstützung nach einer senkrechten Linie wirkt. Wenn aber eine Unwucht vorhanden
ist, wirkt der Massenmittelpunkt nicht mehr jederzeit oder in allen Stellungen der
Trommel senkrecht. Während der Trommeldrehung wird das Drehzentrum veranlaßt, um
den Unterstützungsmittelpunkt auszuschwingen, bis der Gleichgewichtszustand wiederhergestellt
ist und der Massenmittelpunkt sofort wieder mit dem Drehzentrum zusammenfällt.
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Es ist ersichtlich, daß, wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit ausreicht,
um eine Ausschwingung der Trommel zu veranlassen, eine unausgewuchtete Masse auf
der einen Seite des Mittelpunktes eine Schwingbewegung der Trommel auf diese Seite
zu infolge der unausgeglichenen Zentrifugalkraft hervorruft. Eine sehr kleine Bewegung
in dieser Richtung hat zur Folge, daß eine Ventilstange auf der leichten Seite in
Berührung mit ihrer Stoßstange kommt, so daß das Ventil geöffnet und der Flüssigkeit
gestattet wird, in den Rippenbehälter auf dieser leichten Seite zu strömen.
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Da die Trommel ihre Drehung fortsetzt, werden die Ventile auf der
leichten Seite nacheinander so lange geöffnet und geschlossen, solange ihre Stangen
mit ihren Stoßstangen im Eingriff sind. Gewöhnlich werden ein Behälter oder zwei
Behälter, die der unausgewuchteten Belastung mehr oder weniger symmetrisch gegenüberliegen,
Flüssigkeit aufnehmen aber diese Wirkung wird in der Tat schnell unterbrochen, da
die Auswachtung fast augenblicklich erreicht wird. Wenn dies eintritt, hören die
Ventile auf, Flüssigkeit hindurchzulassen, und der ausgewuchtete Zustand wird aufrechterhalten,
bis die Trommel verlangsamt wird und zum Stillstand kommt. Während dieser letzten
Arbeitsperiode wird die Flüssigkeit auf Grund der Schwerkraft durch die Öffnungen
64 (Fig. 1 und 7),
die neben dem Behälterscheitel 22 an der linken
Endwand der Behälter vorgesehen sind, wieder in den Behälter zurückgeführt. Von
diesen Öffnungen 64 gehen Leitungen 65 durch die Umfangswand des Behälters
47 hindurch, wenn sie mit den Rohren 66 in Verbindung sind, welche eine kurze
Strecke an der Innenwand 67 des Flüssigkeitsbehälters nach unten gehen.
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Während die Einlaßventile für die Ausgleichsflüssigkeit in ihrer Beziehung
zur beidseitigen Lagerung beschrieben wurde, sei bemerkt, daß die exzentrischen
Antriebsmittel mit gleicher Wirkung auch an einem einzelnen Traglager einer frei
tragenden oder am einen Ende offenen Schleudertrommel angebracht werden können.