DE1079523B - Presse zum Herstellen von keramischen Formlingen, insbesondere von Pressfalzziegeln - Google Patents
Presse zum Herstellen von keramischen Formlingen, insbesondere von PressfalzziegelnInfo
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Description
- Presse zum Herstellen von keramischen Formlingen, insbesondere von Preßfalzziegeln Die Erfindung bezieht sich- auf Pressen zum Herstellen von keramischen Formlingen, insbesondere von Preßfalzziegeln. Zum Herstellen von Preßfalzziegeln werden heute besonders Revolverpressen mit fünf- bis achtseitiger Trommel verwendet. Die Oberform des Preßwerkzeuges ist bei solchen Pressen am Preßstempel befestigt, während die Revolvertrommel auf jeder Trommelfläche eine Unterform trägt. Der Preßling wird nach dem Pressen, wenn er um eine Trommelteilung weitergewandert ist, zunächst entgratet und dann abgenommen. Um das Ablösen des klebrigen Preßlinges von der Oberform und ebenso in den weiteren Arbeitsstationen von der Unterform und auch von dem zum Abgraten üblichen sogenannten Messerkasten, einem rahmenförmigen Schneidgerät, zu erleichtern, wird nach einem bekannten Verfahren elektrischer Strom angewendet, und zwar vorzugsweise Gleichstrom, wobei derjenige Teil, von dem der Preßling sich ablösen soll, mit dem Minuspol der Stromquelle verbunden wird. Die elektrischen und elektrochemischen Vorgänge, die sich dabei einstellen, sind noch nicht völlig geklärt; es erscheint möglich, zumal auf der Oberfläche die mit dem Minuspol verbundene Formhälfte einen Wasserfilm zeigt, daß es wesentlich elektrolytische Vorgänge sind. Da der Preßling die Neigung hat, auch am Messerkasten zu kleben und besonders der von diesem abgetrennte Grat, sind auch schon Pressen vorgeschlagen worden, bei welchen die Unterform und der Messerkasten ein negatives Potential gegenüber einer beim Entgraten auf dem Formling aufliegenden mit dem positiven Pol der Stromquelle verbundenen Elektrode annehmen.
- Das Abheben des entgrateten Preßlinges erfolgt üblicherweise an der auf das Entgraten nächstfolgenden Station, d. h. dann, wenn die Trommel um eine Teilung weitergeschaltet worden ist. Es liegt dann der Preßling und der von ihm zuvor abgetrennte Grat auf der Unterform, und es bedarf einiger Geschicklichkeit, den plastischen, gegen Druck und Verbiegung empfindlichen Preßling unbeschädigt abzuheben, und zwar so, daß der Grat oder Teile davon nicht mitgezogen werden oder auf den Preßling fallen. Um diesem Nachteil abzuhelfen, ist es bekannt, bei noch in Wirkstellung befindlicher Entgratvorrichtung den Preßling mittels eines Saugkopfes durch deren Rahmenöffnung durchzuziehen und erst danach die Rückführung der Entgratvorrichtung in ihre Ausgangsstellung einzuleiten. Es ist weiter bekannt, einen Abhebesaugkopf so mit dem Messerkasten zu verbinden, daß der Messerkasten die Abhebe- und Absetzbewegungen des Saugkopfes mitmacht. Die Vorrichtung arbeitet jedoch nicht mit elektrischer Ablösung. Der Saugkopf muß deshalb zum Lösen des Preßlinges vom Messerkasten in diesem beweglich sein. Die Erfindung verbindet die Vorteile des bekannten elektrischen Ablösens mit den Vorzügen der mit dem Messerkasten verbundenen bekannten Abhebevorrichtung bei einer weiteren, durch das elektrische Ablösen möglichen Vereinfachung der Vorrichtung. Sie besteht darin, daß der als Gegenelektrode wirkende Träger des Messerkastens als in der Messerkastenöffnung liegender, starr, jedoch elektrisch isoliert mit dem Messerkasten verbundener Abhebesaugkopf ausgebildet ist. Damit wird erreicht, daß der Messerkasten beim Entgraten das Potential der Unterform annimmt und somit an beiden die ablösende Stromwirkung eintritt. Der in der Messerkastenöffnung befestigte Saugkopf kann jetzt ohne die Gefahr einer Störung gleichzeitig mit .dem Messerkasten zurückgehen, weil sich dank der Stromwirkung der Formling einerseits ohne weiteres aus den vorstehenden Rahmenteilen des Messerkastens löst und andererseits auch der Grat zuverlässig auf der Unterform liegenbleibt.
- Um das Abheben des Preßlinges von der Unterform zu fördern, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, von dem an sich bekannten Hilfsmittel Gebrauch zu machen, Preßluft zwischen beide einzublasen, wobei es in der Regel genügt, den Preßling an einer Ecke zu lüpfen. Die Zuführung der Preßluft kann aus der Trommel, die zu diesem Zweck eine Hohlachse erhalten kann, erfolgen, ist aber auch in der Weise möglich, daß von der Preßluftquelle eine biegsame Leitung an die Abhebevorrichtung oder den Messerkasten geführt und beim Aufsetzen auf die Unterform über geeignete Ventile mit dieser verbunden wird. Beide Zuführungsarten sind an sich bekannt. Als besonders wirksame Ausführungsform der Erfindung hat sich eine Anordnung erwiesen, bei der die Unterform gewissermaßen als Patrize zum Messerkasten ausgebildet ist, d. h. wo der Messerkasten über die von ihm herzustellenden Schnittflächen am Preßling hinausschneidet. Dadurch entsteht eine sehr wirksameseitliche Abdichtung zwischen Preßling, Messerkasten und Saugkopf, und der Preßling wird zuverlässig von der Unterform gelöst. Preßformen für Dachziegelpressen, bei denen der Gratabschneiderahmen zugleich die Form für die Ziegelseitenflächen bildet und nach dem Gratabschneiden sich noch über den Unterstempel schiebt, sind an sich bekannt. In Verbindung mit einem Absaugekopf tritt im vorliegenden Falle jedoch die vorteilhafte Wirkung ein, daß unter dem Saugkopf eine nach außen gut abgedichtete Unterdruckkammer entsteht, so daß der Preßling zuverlässig von der Unterform abgehoben wird. Zweckmäßig werden in der Bewegungsbahn des Messerkastens an sich ebenfalls bekannte Bürsten angeordnet, die den Messerkasten an seiner äußeren Umfläche beim Rück- und Vorhub reinigen.
- Die Zeichnung zeigt als Ausführungsbeispiel unter Weglassung der für das Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen Bauteile einen Teilschnitt senkrecht zur Achse einer Pressentrommel, mit der eine Entgrat- und Abhebevorrichtung zusammenwirkt.
- Auf der mit 10 bezeichneten achtseitigen Trommel befindet sich die aus Metall bestehende Unterform 11, die mit dem Minuspol einer (nicht gezeichneten) Stromquelle verbunden ist. 12 bezeichnet den Preßling, der in der vorhergehenden Arbeitsstation (nicht gezeichnet) hergestellt worden ist. Über dem Preßling liegt der Saugkopf 13, der aus Metall besteht und mit dem Pluspol der Stromquelle verbunden ist. Der Saugkopf kann mittels des Gestänges 14, das im einzelnen nicht dargestellt ist, in Richtung des Doppelpfeiles 15 hin- und herbewegt und zweckmäßig auch zur Abgabe des Preßlinges auf ein Förderband in die Lotrechte geschwenkt werden. Der Saugkopf 13 ist über die Leitung 16 mit einer Unterdruckquelle verbunden.
- 17 bezeichnet den Messerkasten; er umschließt den Saugkopf 13, ist jedoch bei 18 von ihm elektrisch isoliert. Die Unterform 11 weist einen mittleren Teil 11 a auf, der als eine Art Patrize in die Öffnung des Messerkastens 17 paßt, so-daß beim Entgraten die Messerkante 17a über die von ihr seitlich am Preßling bei 12a herzustellende Schnittfläche hinausschneidet. Dadurch kommt eine gute Unterdruckabdichtung zwischen dem Saugkopf und der aufliegenden Oberfläche des Preßlinges 12 zustande.
- Die Bewegungsbahn des Saugkopfes 13 und des an ihm befestigten Messerkastens 17 ist mit 19 bezeichnet. Auf dieser Bewegungsbahn sind am Maschinengesteh Reinigungsbürsten 20 für den Messerkasten befestigt.
- Die Presse arbeitet in der Weise, daß nach erfolgtem Pressen des Preßlinges 12 in der vorhergehenden Arbeitsstation die Trommel 10 um eine Teilung weitergeschaltet Wird und nunmehr der Saugkopf 13 nebst Messerkasten 17 in Richtung des Pfeiles 15 bis in die in der Zeichnung veranschaulichte Endstellung abgesenkt wird. Dabei schneidet der Messerkasten 17 den Preßgrat ab und schneidet so weit am Preßling vorbei, bis der Saugkopf 13 satt auf der Oberfläche des Preßlinges aufsitzt. Der nunmehr eingeschaltete elektrische Strom fließt durch den Saugkopf und den Preßling zur Unterform und zu dem elektrisch gegen den Saugkopf isolierten Messerkasten. Dadurch tritt der ablösende Effekt an der Unterform und am Messerkasten ein, und es kann nunmehr mittels des Saugkopfes der Preßling 12 von der Unterform abgehoben werden, während der Grat, ohne am Messerkasten zu kleben, auf der Unterform liegenbleibt und in geeigneter Weise von ihr entfernt werden kann.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Presse zum Herstellen von keramischen Formlingen, insbesondere von Preßfalzziegeln, in welcher der Formling mittels eines Messerkastens entgratet wird, der elektrisch isoliert an seinem als Gegenelektrode zur Unterform ausgebildeten Träger befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der als Gegenelektrode wirkende Träger des Messerkastens als in der Messerkastenöffnung liegender, starr, jedoch elektrisch isoliert mit dem Messerrahmen verbundener Abhebesaugkopf ausgebildet ist.
- 2. Presse nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung, um Preßluft zwischen die Unterform und den Preßling nach erfolgtem elektrischen Ablösen blasen zu können.
- 3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Bewegungsbahn des Messerkastens (17) Reinigungsbürsten (20) für diesen am Maschinengestell befestigt sind.
- 4. Presse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterform (11) als Patrize zum Messerkasten (17) ausgebildet ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 357 941, 313 641, 255 564; deutsche Auslegeschrift Nr. 1021776; französische Patentschriften Nr. 1073 165, 1150376.
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1958
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