DE1075087B - Verfahren zum Herstellen eines mit einem einseitigen Kunststoffbezug versehenen halbporösen Gewebes - Google Patents
Verfahren zum Herstellen eines mit einem einseitigen Kunststoffbezug versehenen halbporösen GewebesInfo
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Description
INTERNAT. KL. D 06 k
PATENTAMT
G16747 VII/8 h
ANMELDETAG: 21.MÄRZ1955
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DEK
AUSLEGESCHRIFT·. 11. FEBRUAR 1960
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DEK
AUSLEGESCHRIFT·. 11. FEBRUAR 1960
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur
Herstellung eines mit einem einseitigen Kunststoffbezug versehenen halbporösen Gewebes.
Dieses Gewebe eignet sich insbesondere als Überzug für Bügelkissen und als Zwischenfutter für Kleidungsstücke.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine bestimmbare Menge eines Kunststoffes in einer solchen
Verteilung auf eine Seite des Gewebes aufgebracht, daß der größte Anteil an Kunststoff in die
zwischen den Gewebefäden befindlichen Räume untergebracht ist, so daß eine glatte Oberfläche mit guter
Reflexionswirkung und gegebenenfalls mit hervorragender Wärmeresistenz erzielt wird. Dabei werden
jedoch erfindungsgemäß die Räume zwischen den Gewebefäden nicht völlig verschlossen.
Das Aufbringen von Überzugsmittel auf Gewebebahnen, bei denen die Räume zwischen den einzelnen
Fäden nicht mit Überzugsmittel bedeckt werden, hat man nach einem bekannten Verfahren so durchgeführt,
daß der Überzugsstoff auf das Gewebe aufgesprüht wurde, wobei darauf geachtet wurde, daß sich kein
Überzugsstoff in den Zwischenräumen der Gewebefäden niederschlägt. Wenn ein solches Gewebe als
Überzug für Bügelkissen verwendet wurde, übertrug sich jedoch die Rauheit seiner Oberfläche auf den zu
bügelnden Stoff und führte auf diesem zu einer unerwünschten Musterung.
Bei der Verwendung als Zwischenfutter in Bekleidungsstücken ergibt sich für das betreffende Bekleidungsstück
ein zu Beanstandungen führender rauher Griff, der die Verkaufsmöglichkeiten beeinträchtigt.
Zum Stande der Technik gehören weiterhin Verfahren, bei denen Gewebefäden vollkommen mit einem
Überzugsmittel bedeckt werden, wodurch die behandelten Stoffe wasserdicht werden. Bei Kunstleder hat
man eine Wasserundurchlässigkeit durch Tränkung des Materials mit Plastikwerkstoff erzielt.
Alle diese Verfahren lösen jedoch nicht das Problem, zu einem halbporösen Gewebe zu gelangen, das
sich besonders für die Verwendung als Bügelkissen oder als Innenfutter für Bekleidungsgegenstände eignet,
weil sie nicht in dem erforderlichen Maße die Eigenschaften hoher Elastizität, guter Durchlüftungsfähigkeit und gegebenenfalls hoher Wärmebeständig-
keit nebeneinander aufweisen. Zu einem Gewebe mit diesen Eigenschaften gelangt man erst durch das erfindungsgemäße
Verfahren.
Nach der Erfindung wird ein einseitig mit Kunststoffbezug versehenes halbporöses Gewebe dadurch
hergestellt, daß ein dünner Kunststoffbezug in einer Menge von 0,1 bis 4,1 g/qm bezogen auf die Trockensubstanz
gleichmäßig mittels eines Rakelmessers derart aufgestrichen wird, daß sich die überwiegende·
Verfahren zum Herstellen
eines mit einem einseitigen
eines mit einem einseitigen
Kunststoffbezug
versehenen halbporösen Gewebes
versehenen halbporösen Gewebes
Anmelder:
Herbert Glatt, Newark, N.J. (V.St.A.)
Herbert Glatt, Newark, N.J. (V.St.A.)
Vertreter: DIpl.-Ing. E. Rathmann
und Dipl.-Ing. R. Mertens, Patentanwälte,
Frankfurt/M., Neue Mainzer Str. 40-42
Herbert Glatt, Newark, N. J. (V. St. Α.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Menge des Kunststoffes in den Vertiefungen und Aussparungen zwischen den Gewebefäden befindet, ohne
die Aussparungen jedoch völlig auszufüllen, so daß kleine Ventilationsdurchlässe verbleiben, wobei die
unteren Gewebelagen absorbtionsfähig sind.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Erzeugnis ist zum besseren Verständnis nachstehend
an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen teilweise gemäß der Erfindung überzogenen Gewebeabschnitt,
Fig. 2 einen Querschnitt hierzu in größerem Maßstab und
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen Teil des Abschnitts nach Fig. 1 in größerem Maßstab.
Der Gewebeabschnitt 1 nach der Fig. 1, der bei der Verwendung als Futterstoff aus Seide und bei der
Verwendung als Bezug für Bügelkissen aus Baumwolldrell gefertigt ist, besteht aus Fäden 1', die so miteinander
verwebt sind, daß sich auf der Oberseite Erhöhungen 3, 3' und 3" sowie Vertiefungen 11 ergeben,
die sich an den Stellen befinden, an denen die Kettenfäden 12 durch die Schußfäden 13 nach unten durchgedrückt
sind (Fig. 2). Zwischen den sich kreuzenden Fäden verbleiben rechteckige Zwischenräume 4, die
die Porosität des Gewebes im wesentlichen bestimmen.
Nach der Erfindung wird das Gewebe 1 auf der Oberseite mit einem Überzug einer bestimmten Menge
eines Kunststoffbezuges versehen, so daß sich ein halbdurchlässiges, überzogenes Gewebe 2 mit bestimmten
vorteilhaften Eigenschaften ergibt. Der dargestellte Überzug kann nicht dadur.ch hergestellt werden, daß
eine Lösung eines Kunststoffes auf das Gewebe aufge-
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3 4
sprüht wird, sondern wird erhalten, indem eine Lösung material für Gewebeüberzüge von Bügelkissen ver-
oder Dispersion, die eine bestimmte Menge an Fest- wendet werden soll, wählt man einen stark wärmestoffen
enthält, oberflächlich aufgestrichen wird. Das beständigen Kunststoff, der als Film Temperaturen
Aufstreichen erfolgt durch.Rakelmesser, unter denen von 320 bis 350° C aushält, d. h. Temperaturen, die
das Gewebe zweckmäßig vorbeigezogen wird. Das 5 beim Bügeln nicht überschritten werden.
Spiel zwischen dem Rakelmesser und dem Gewebe Man ist bereits dazu übergegangen, die bisher übwird je nach der Viskosität der Bezugsmischung so liehen Bügelkissenbezüge aus Baumwolle oder Asbesteingestellt, daß die verlangte Menge der Mischung gewebe durch mit Kunststoff überzogene Gewebe zu gleichmäßig über das Gewebe verteilt wird. Dabei ersetzen, die wärmebeständig und wärmerückstrahlend wird der größere Teil der Überzugsmischung von dem io sind. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese undurch-Rakelmesser von den Erhöhungen des Gewebes in die lässigen Überzüge den Abzug der sich beim Bügeln Zwischenräume zwischen den einzelnen Fäden gestri- feuchter Stücke bildenden Dämpfe verhindern, wochen. Dieser Erfolg kann durch Aufwalzen oder Auf- durch der Bügelvorgang verzögert wird und die Stücke pressen nicht erreicht werden. durch teilweise Kondensation des Dampfes feucht
Spiel zwischen dem Rakelmesser und dem Gewebe Man ist bereits dazu übergegangen, die bisher übwird je nach der Viskosität der Bezugsmischung so liehen Bügelkissenbezüge aus Baumwolle oder Asbesteingestellt, daß die verlangte Menge der Mischung gewebe durch mit Kunststoff überzogene Gewebe zu gleichmäßig über das Gewebe verteilt wird. Dabei ersetzen, die wärmebeständig und wärmerückstrahlend wird der größere Teil der Überzugsmischung von dem io sind. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese undurch-Rakelmesser von den Erhöhungen des Gewebes in die lässigen Überzüge den Abzug der sich beim Bügeln Zwischenräume zwischen den einzelnen Fäden gestri- feuchter Stücke bildenden Dämpfe verhindern, wochen. Dieser Erfolg kann durch Aufwalzen oder Auf- durch der Bügelvorgang verzögert wird und die Stücke pressen nicht erreicht werden. durch teilweise Kondensation des Dampfes feucht
Wie sich aus Fig. 2 ergibt, wird die dickflüssige 15 bleiben. Man hat versucht, diese Auswirkungen da-
Bezugsmischung 14 gleichmäßig über die Breite der durch auszuschalten, daß man diese überzogenen Ge-
Gewebebahn verteilt hinter dem Messer 8 aufgegeben. webe mechanisch lochte. Diese Maßnahme führte zwar
Beim Vorbeiziehen der Bahn unter dem Messer 8 in zu einer besseren Brauchbarkeit, erwies sich aber als
Richtung des eingezeichneten Pfeiles wird die Bezugs- unwirtschaftlich wegen des verhältnismäßig dicken
mischung derart verteilt, daß die Erhöhungen 5 der 20 Überzuges und des nachträglichen LochungsVorganges.
Gewebeoberfläche nur imprägniert sind mit einer ge- Die Lochung führt außerdem zu einer Schwächung
ringen Auflage des Kunststoffes, während die Haupt- des Gewebes mit Neigung zum Ausfransen der Locn-
menge des Kunststoffes sich in den Vertiefungen 11 ränder nach längerem Gebrauch. Auch prägt sich die
und den Zwischenräumen 4:.befindet, wobei letztere im Lochung namentlich beim Bügeln leichter Gewebe in
allgemeinen nicht völlig mit der festen Paste ausge- 25 dieses ein.
füllt sind, so daß hier kleine Durchlässe 7 (Fig. 1) ver- Die Erfindung bringt hinsichtlich dieses Anwen-
bleiben. Unter dem Begriff »feste Paste« ist der auf dungszweckes der überzogenen Gewebe eine wesent-
dem Gewebe verbleibende Rückstand des Bezugs- liehe Verbesserung insofern, als sie die bisherigen
Stoffes 14 nach dem Trocknen, d. h. dem Austreiben Mängelerscheinungen überwindet und zu dem weite-
der flüchtigen Lösungsmittel, verstanden. Das Trock- 30 ren Vorteil führt, daß leichtere Baumwollgewebe ver-
nen kann in üblicher Weise auf einer Trockenwalze wendet werden können und Faltenbrüche auch bei
erfolgen. längerer Lagerung der überzogenen Gewebe nicht auf-
Unter dem Vergrößerungsglas ergeben sich blanke treten. Wenn auch Baumwollgewebe sich als Grund-Erhöhungen
5 (Fig. 3), an denen die einzelnen Fäden lage für Bügelkissenbezüge besonders eignet, so können
lediglich mit dem Bezugsstoff imprägniert sind, aber 35 doch auch Gewebe aus Seide, aus teilweise acetylierter
keinen eigentlichen Kunststoffbelag aufweisen. Dieser Baumwolle, aus Polyamiden, Polyacrylnitrilen, PoIybefindet
sich in den Vertiefungen 6 und in den Zwi- estern oder dergleichen Kunststoffäden verwendet
schenräumen zwischen den Fäden, die bis auf kleine werden.
Durchlässe 7 ausgefüllt sind. Die Abmessungen der Nach der Erfindung wird ein als Bügelkissenbezug
Durchlässe erscheinen in der Fig. 3 wegen der unter 40 bestimmtes Gewebe mit einem dünnen, halbdurch-
dem Gewebe für die Betrachtung angeordneten starken lässigen Film eines wärmebeständigen Kunststoffes
Lichtquelle übertrieben groß. überzogen, dessen Porosität gerade für den Abzug des
Diese kleinen Durchlässe 7 sind für die erforder- sich beim Bügeln entwickelnden Dampfes ausreicht,
liehe Luftdurchlässigkeit des Gewebes wesentlich. Ihr dessen Stärke jedoch genügt, um das Gewebe vor dem
Vorhandensein wird durch Steuerung des Anteils an 45 Versengen zu schützen und die Anwendung von Tem-Feststoffen
in der Überzugslösung gewährleistet. peraturen erlaubt, die 40° C über denjenigen Tempe-Unter
dem Begriff »Feststoffe« ist die Menge an raturen liegen, bei denen unüberzogenes Gewebe beRückstand
verstanden, die nach dem Austreiben der reits verbrennt.
flüchtigen Lösungsmittel und dem Aushärten der ver- Wärmebeständige und filmbildende Kunststoffmasbleibenden
flüssigen Teilchen auf dem Gewebe ver- 50 sen sind an sich bekannt und im Handel erhältlich. Sie
bleibt. beruhen fast alle auf der Basis der sich in der Wärme
Ein brauchbares halbdurchlässiges, überzogenes verfestigenden Kunstharze. Am meisten werden PolyGewebe
wird erhalten, wenn das Rakelmesser 8 je vinylbutyralharze in Kreuzkettung mit Phenolformalnach
der Viskosität der Bezugsmischung so eingestellt dehyd, Harnstofformaldehyd, Melaminformaldehyd,
wird, daß auf 1 qm des Gewebes etwa 1,0 bis 4,1 g 55 Glyoxal oder anderen Arten von sich in der Wärme
gleichmäßig verteilt aufgetragen werden. Ausgezeich- verfestigenden Harzen verwendet, um die geforderten
nete Ergebnisse liefern Aufträge von 1,0 bis 2,8 oder wärmebeständigen Eigenschaften zu erreichen.
1,0 bis 2,5 g auf etwa 1 qm. Die Gewichtsfeststellung Eine als Überzug für Bügelkissengewebe geeignete erfolgt dabei an Hand von -Proben, die zuvor 4 Stun- Mischung, die vorübergehend, d. h. für die beim den bei 22° C und 65 °/o relativer Luftfeuchtigkeit be- 60 Bügeln sich ergebenden Zeiten, Temperaturen von 320 handelt sind. -_,. bis 350° C aushält, kann etwa wie folgt zusammen-
1,0 bis 2,5 g auf etwa 1 qm. Die Gewichtsfeststellung Eine als Überzug für Bügelkissengewebe geeignete erfolgt dabei an Hand von -Proben, die zuvor 4 Stun- Mischung, die vorübergehend, d. h. für die beim den bei 22° C und 65 °/o relativer Luftfeuchtigkeit be- 60 Bügeln sich ergebenden Zeiten, Temperaturen von 320 handelt sind. -_,. bis 350° C aushält, kann etwa wie folgt zusammen-
Bei den üblichen mit derartigen Überzügen versehe- gesetzt sein :
nen Geweben beträgt die Menge des Auftrages wenig- . ,
stens das Dreifache, oft aber ein Fünffaches oder noch B ei sp 1 el 1
mehr der nach der Erfindung vorgesehenen Menge an 65 Vinyliteharz XYSG 15 Teile
Feststoffen, da diese Überzüge jede Porosität aus- Aluminiumpulver als Farbstoff ... 2 Teile
schließen und das Gewebe wasserdicht machen sollen. Rohes Rizinusöl 15 Teile
Das nach der Erfindung verwendete Bezugsmaterial Flexol 3 GO 15 Teile
besteht aus einem härtbaren Kunstharz mit einem Synasol 38 Teile
Wärme reflektierenden Farbstoff. Sofern das Bezugs- 70 Solvesso Nr. 1 15 Teile
Hierbei bedeutet Vinyliteharz XYSG ein Polyvinylbutyralharz
von hohem Molekulargewicht, einer spezifischen Viskosität von 1,16 und einem spezifischen Gewicht
von 1,12. Es enthält etwa 54,4 °/o Vinyl, 38,3 % Butyraldehyd, 0,3 % Azetat und 7,0 % Hydroxyl. Im
Handel ist es als weißes Pulver.
Flexol 3 GO ist ein Triäthylenglycol-di-2-äthylhexoat
und dient als Weichmacher, während Synasol ein denaturierter Alkohol ist.
Solvesso Nr. 1 bezeichnet ein aromatisches Lösungsmittel mit einem Siedepunkt von etwa 95 bis 132° C,
das aus Toluol mit einem geringen Zusatz von Xylol besteht.
Eine hauptsächlich aus sich in der Wärme verfestigendem Phenolformaldehyd als dem wärmebeständigen
Bestandteil bestehende Kunstharzmischung kann wie folgt zusammengesetzt sein:
Vinyliteharz XYSG 8,8 Teile
Bakelitklebstoff BJ-16320 21,0 Teile
Aluminiumpulver als Farbstoff .. 7,4 Teile
Atomite 7,6 Teile
Rohes Rizinusöl 10,0 Teile
Flexol 3 GO 2,5 Teile
Ölsäure 0,6 Teile
Butanol 12,5 Teile
Synasol 20,6 Teile
Solvesso Nr. 1 9,0 Teile
Atomite bezeichnet dabei einen Kreidefüllstoff, der auch durch Bentonit od. dgl. ersetzt werden kann.
Bakelitklebstoff BJ-16320 ist ein sich in der Wärme verfestigendes Kondensationsprodukt des Phenolformaldehyds
mit hohem Molekulargewicht.
Die in den Beispielen angegebenen Zusammensetzungen bilden nur eine kleine Auswahl aus den
handelsüblichen Mischungen. Die hier genannten Mischungen bzw. die aus ihnen hergestellten Filmüberzüge
auf Bügelkissenbezügen sind jedoch noch bei wenigstens 260° C beständig, d. h., sie erfahren keine
Veränderung, wenn sie dieser Temperatur für die Dauer der beim Bügeln auftretenden Zeiten ausgesetzt
werden.
Andere mit Polyvinylbutyral verträgliche Weichmacher, die in den vorgenannten Mischungen verwendet
werden können, sind Triäthylenglykol, Di-2-äthylbutyrat, Butylester der polymerisierten Rizinusölsäure,
Methyläthyl-rizinusolea^Methoxyglycol-azetylrizinusoleat,'
Butylphthalat, Triglycol-n-oktoat, Di-2-äthylhexoat,
o-Toluol-sulfonamid, p-Töluolsulfonamid,
Äthylsulfonamid, Methylphthalyl-methylglycolat, Butylphthalyl-butylglycolat, Äthylphthalyl-äthylglycolat,
Rizinusöl od. dgl.
Als Füllstoffe können Kreide, Kalziumkarbonat, Magnesiumsilikat, Siliziumgel, Metallpulver, wie Aluminium,
Bronze, Magnesium, Kupfer od. dgl., verwendet werden.
Obgleich die Alkohole die besten Lösungsmittel für Polyvinylbutyral sind, können auch Mischungen von
Alkohol mit Methyläthylketon, Azeton, Äthylazetat od. dgl. verwendet werden. Zur Kostensenkung können
noch Verdünnungsmittel, wie Toluol, Mineralspiritus od. dgl., zugesetzt werden. Auch können zur Einstellung
der Viskosität, die im übrigen in weiten Grenzen schwanken kann, je nach der Art des Harzes, des
Füllstoffes oder der anderen Bestandteile, geringe Mengen an Wasser zugesetzt werden. Die Menge des
die Wärme abstrahlenden Farbstoffes kann zwischen etwa 4 und 12 % des Trockengewichtes des Überzuges
liegen und beträgt vorteilhaft etwa 8 %>.
Für die Verwendung als Bügelkissenbezug wird das Gewebe nach dem Auftrag des Filmbezugs und dessen
Trocknen zweckmäßig über dem Filmbezug noch mit einer dünnen Schicht aus einem Polymer des Siliziums,
etwa in der Form einer 35°/oigen wäßrigen Emulsion, versehen, die mittels damit getränkten FIanellbesens,
der der Trockenwalze nachgeschaltet ist, aufgetragen wird.
Die Silizium verbindung kann auch ein Polymethylsilizium
mit einer Viskosität von 200 bis 300 bei 38° C sein. Die vorgenannte Begrenzung des Überzugsgewichtes
für das Gewebe schließt dabei das Gewicht des Siliziumbelags ein, sofern ein solcher verwendet
wird.
Durch die Behandlung des Gewebes in der vorbeschriebenen Weise wird eine Porosität erreicht, die
im Bereich von etwa 5 bis 15% des Gewebes liegt, d. h. daß das Gewebe nur auf 5 bis 15% seiner Fläche
durchlässig ist und die Durchlässigkeit somit wesentlich unter derjenigen des unbehandelten Gewebes
liegt.
Es ist bereits ausgeführt, daß die Fig. 3 eine stark vergrößerte Draufsicht auf das neue Gewebe wiedergibt.
Es handelt sich hier um einen Baumwolldrell 59-185 mit einem Überzug nach dem Beispiel 1 mit
8,16% Aluminiumpulver als Farbstoffzusatz. Diese Aluminiumteilchen treten in der Fig. 3 nicht in Erscheinung,
da sie das Licht reflektieren und ihre Wiedergabe zu einer Verwirrung in der Aussage der
Zeichnung führen könnte. Zur Herstellung der Musterprobe nach der Fig. 3 war das Rakelmesser so
eingestellt, daß auf 1 qm des Gewebes etwa 3,6 g (als Trockenstoff) aufgetragen und gleichmäßig verteilt
wurden.
Die Fig. 3 läßt erkennen, daß die kleinen Durchlässe des Überzuges in den Zwischenräumen zwischen
der Webbindung ein praktisch gleichförmiges und fortlaufendes Muster ergeben. Die Auffüllung dieser
Zwischenräume und der Vertiefungen an den Kreuzungsstellen der Gewebefäden führt aber zu einer solchen
Glättung der Gewebeoberfläche, daß auch beim Ausbügeln leichtester Stoffe auf diesen keine Musterung
zurückbleibt, wobei aber die verbleibenden kleinen Durchlässe den Austritt des Bügeldampfes zulassen.
Die Bemessung der auf die Oberfläche des Gewebes aufgetragenen Menge an Bezugsstoff auf
weniger als 1,0 g auf 1 qm führt jedoch zu einem unzureichenden Schutz des Gewebes, so daß namentlich
an dessen hoch liegenden Stellen mit einem Versengen gerechnet werden muß.
Um die Wirksamkeit des nach der Erfindung hergestellten
halbporösen Gewebes als Bezug für Bügelkissen festzustellen, wurden folgende Versuche durchgeführt:
Ein Baumwollgewebedrell 59-185 wurde nach dem Beispiel 2 mit einer wärmebeständigen Polyvinylbutyralharzmischung,
die 8,160Zo Aluminiumpulver, berechnet auf den Gehalt an Feststoffen, enthielt, überzogen
und mit einem leichten Siliziumüberzug, wie oben ausgeführt, versehen. Die damit erhaltenen Ergebnisse
wurden verglichen mit einem üblichen Asbestgewebebezug, dem zum Zusammenhalt etwa 20% an
Baumwollfasern zugesetzt waren.
Ein Baumwollgewebe wurde in Wasser eingetaucht und nach dem Auswringen auf beiden Kissen mit
einem elektrischen Bügeleisen, das auf die Ansengtemperatur der Baumwolle (260° C) eingestellt war,
trocken gebügelt. Eine Überprüfung der beiden Bezüge
ergab, daß nach dem Bügelvorgang der nach der Erfindung hergestellte halbdurchlässige Kissenbezug
trocken war, während der Asbestbezug noch feucht war. Die Bügelzeit für drei Gegenstände, nämlich ein
Herrenhemd, eine Damenbluse und einen Schlüpfer, betrug dabei
a) bei Verwendung des erfindungsgemäßen Gewebes 20 Minuten
und
b) bei Verwendung des üblichen
Asbestgewebes 30 Minuten
Asbestgewebes 30 Minuten
Dabei wurden beim Bügeln auf dem Asbestgewebe dessen Muster den zu bügelnden Wäschestücken aufgeprägt,
während die auf der neuen Unterlage gebügelten Stücke eine derartige Musterung nicht zeigten.
Der Prozentsatz der zurückgeworfenen Wärme wurde dabei für den erfindungsgemäßen Belag mit
64,6% gegenüber 61,5 °/o bei dem bekannten Asbestbelag
gemessen.
Zum Vergleich der Versengtemperaturen der beiden Überzüge wurde ein durch einen Thermostaten gesteuertes
Bügeleisen auf die Überzüge unter den nachstehend aufgeführten Bedingungen und mit den hierzu
angegebenen Ergebnissen aufgesetzt.
Gewebeart
Zeitdauer und Temperatur der Auflage
leichtes Anbrennen 1 erhebliches Anbrennen
leichtes Anbrennen 1 erhebliches Anbrennen
Halbporös nach der Erfindung
Asbestgewebe
Asbestgewebe
Sekunden bei 230° C
Sekunden bei 230° C
Sekunden bei 230° C
10 Sekunden bei 285° C
45 Sekunden bei 230° C
45 Sekunden bei 230° C
Die Zerreißfestigkeit der beiden Proben ergab dabei für beide Proben für das neue Gewebe in Kettenrichtung
bzw. Schußrichtung 70 bis 34 kg gegenüber 17,3 bzw. 23 kg für das übliche Asbestgewebe.
Das nach der Erfindung vorgesehene Gewebe ist somit den üblichen Asbestgeweben weitaus überlegen.
Bei der Verwendung als Futterstoff dient der Belag auf der einen Seite des Gewebes zur Rückstrahlung
der Wärme gegen den Körper im Winter und hilft dabei, den Körper wärmer zu halten, als dies mit einem
nicht überzogenen Futter der Fall ist. Der Futterstoff besteht dabei in der Regel aus dichtem Seidengewebe,
insbesondere Satin, doch können auch andere Gewebe verwendet werden. Der Kunststoffüberzug mit dem
reflektierenden Füllstoff wird, wie vorbeschrieben, aufgetragen. Es ist in diesem Falle jedoch nicht notwendig,
hitzebeständige Kunststoffe für den Überzug zu verwenden, und es genügen die meisten härtbaren
oder in trockenem Zustand harten Kunststoffe, wie "beispielsweise Vinylpolymere wie Polyvinylchlorid,
Polyvinylazetat, Polyvinylidenchlorid, Alkyde od. dgl.
Bei einer Auftragsstärke von etwa 1,0 bis 2,8 g oder 1,0 bis 2,5 g auf 1 qm unter Anwendung der Aufstreichtechnik
wird der Griff des Gewebes wesentlich verbessert, wobei jedoch eine ausreichende Porosität
erhalten bleibt, um eine genügende Ventilation durch das Gewebe sicherzustellen und unerwünschte
Schweißbildung durch die Zunahme an Feuchtigkeit in dem umschlossenen Raum zu vermeiden.
Bezüglich der zu verwendenden Gewebe wird zweckmäßig eine untere Grenze in der Grobkörnigkeit
nicht unterschritten. Für Bügelkissenbezüge werden zweckmäßig Gewebe mit den Nummern 84 · 28 oder
78 · 32 benutzt, wobei die jeweils erste Ziffer die Kettendichte und die zweite Ziffer die Schußdichte bezeichnet.
Die Nummer 42 · 14 wird zweckmäßig nicht unterschritten.
Die Gegenstände der Ansprüche 3 und 4 gehören nur im Zusammenhang mit dem Gegenstand des Anspruchs
1 zur geschützten Erfindung.
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen eines mit einseitigem Kunststoffbezug versehenen halbporösen
Gewebes, dadurch gekennzeichnet, daß der dünne Kunststoffbezug in einer Menge von 1,0 bis
4,1 g/qtn, bezogen auf die Trockensubstanz, gleichmäßig mittels eines Rakelmessers derart aufgestrichen
wird, daß sich die überwiegende Menge des Kunststoffes in den Vertiefungen und Aussparungen
zwischen den Gewebefäden befindet, ohne die Aussparungen jedoch völlig auszufüllen,
so daß kleine Ventilationsdurchlässe verbleiben, wobei die untere Gewebelage absorbtionsfähig ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bezug in Mengen von 1,0 bis
3,5 g/qm, berechnet auf die Trockensubstanz, aufgerakelt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung eines sich in
der Wärme verfestigenden Kunstharzes als Belagstoff.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bezugsstoff ein die
Wärme zurückstrahlendes Mittel als Füllstoff zugesetzt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 643 199, 673 482,
632;
Deutsche Patentschriften Nr. 643 199, 673 482,
632;
USA.-Patentschriften Nr. 2 598 264, 2 630 620.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© »9 729/174 2.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1075087B true DE1075087B (de) | 1960-02-11 |
Family
ID=599007
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1075087D Pending DE1075087B (de) | Verfahren zum Herstellen eines mit einem einseitigen Kunststoffbezug versehenen halbporösen Gewebes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1075087B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1272875B (de) * | 1960-02-20 | 1968-07-18 | Natronzellstoff U Papierfabrik | Verfahren zum Herstellen von wasserdampfdicht, aromadicht sowie fett- und oelbestaendig beschichtetem Gewebe |
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| DE824632C (de) * | 1950-01-20 | 1951-12-13 | Dr Hans Eberle | Verfahren zur Herstellung von poroesem Kunstleder |
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- DE DENDAT1075087D patent/DE1075087B/de active Pending
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