DE1074084B - Dynamisches Mikrophon mit einseitiger Richtwirkung - Google Patents
Dynamisches Mikrophon mit einseitiger RichtwirkungInfo
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- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; DEAF-AID SETS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
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- H04R1/20—Arrangements for obtaining desired frequency or directional characteristics
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein dynamisches Mikrophon mit einseitiger Richtwirkung.
Bekanntlich entsteht bei Schallempfängern, deren Abmessungen klein gegenüber der Wellenlänge des
Schalles sind, dann einseitige Richtwirkung, wenn an der Rückseite der Membran eine phasendrehende
akustische Einrichtung vorgesehen ist. Diese Einrichtung besteht bei einer bekannten Ausführungsform
aus mindestens einem Luftstöpsel in einem Kanal, der mittels der an der, Rückseite der Membran vorhandenen
niederen Luftkammer mit der Membran fest gekoppelt ist, während das andere Ende zum äußeren Schallfeld
führt. Dieser Luftstöpsel bildet eine akustische Masse und stellt einen Teil der phasendrehenden Einrichtung
dar. Den anderen Teil des phasendrehenden Gliedes bildet ein akustischer Reibungswiderstand,
der zwischen die niedrige Luftkammer hinter der Membran und eine größere Luftkammer eingeschaltet
ist.
Für die Größe des Druckgradienten als antreibende Kraft an der Membran ist der Schallumweg um das
Mikrophon herum maßgebend. Er ist naturgemäß bei dem geschilderten Mikrophon klein und entspricht
etwa der Wellenlänge des höchsten zu übertragenden Tones.
Es sind weitere Mikrophone bekannt, deren Richtwirkung die Form einer Keule hat, die durch Interferenz
des einfallenden Schalles entsteht. Das wesentliche Element eines solchen Mikrophons ist ein geschlitztes
Rohr, das einem normalen Mikrophon vorgeschaltet wird. Dabei ist das Mikrophon ein sogenannter
Druckempfänger, bei dem eine Seite der Membran dem äußeren Schallfeld zugewandt ist,
während die Rückseite der Membran vom äußeren Schallfeld abgeschlossen ist. Da die Wirkung des geschlitzten
Rohres auf dem Interferenzeffekt beruht, muß die Rohrlänge etwa der Wellenlänge des zu verarbeitenden
Schalles entsprechen, womit Rohrlängen zwischen 100 und 250 cm üblich sind. Die größte
Empfindlichkeit des Mikrophons mit Richtwirkung ist vom Mikrophon ausgehend in Richtung des Rohres.
Somit muß das Mikrophon einen Abstand von der Schallquelle haben, der einem Mehrfachen der
Rohrlänge entspricht, was auch im Wesen des Mikrophons mit' keulenförmiger Richtwirkung liegt.
Die Erfindung bedient sich wohl auch eines geschlitzten Rohres oder mehrerer solcher Rohre bzw.
eines Bündels von in der Länge gestuften Rohren mit geschlossener Mantelfläche. Jedoch sind die Rohre
gemäß der Erfindung viel kürzer und erstrecken sich nicht vom Mikrophon weg in Richtung der größten
Empfindlichkeit des Mikrophons, sondern weisen in die entgegengesetzte Richtung. Dabei beruht der
Richteffekt nicht auf der Interferenz der Schallwellen, Dynamisches Mikrophon
mit einseitiger Richtwirkung
mit einseitiger Richtwirkung
Anmelder:
Akustische u. Kino-Geräte
Gesellschaft m. b. H.,
Wien
Vertreter: Dipl.-Ing. W. Paap, Patentanwalt,
München 22, Mariannenplatz 4
München 22, Mariannenplatz 4
Beanspruchte Priorität:
Österreich, vom 7. August und 1. Dezember 1954
Österreich, vom 7. August und 1. Dezember 1954
Dr. Rudolf Görike, Wien,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
sondern auf anderen im nachstehenden beschriebenen Effekten.
Wie schon eingangs erwähnt, ist bei Richtmikrophonen, deren Abmessungen klein gegenüber der
Wellenlänge des Schalles sind, der Druckgradient klein. Gemäß der Erfindung wird der Druckgradient
durch die Anwendung des geschlitzten Rohres vergrößert. Das Rohr ist mit der Rückseite der Membran
mittels einer niederen Lüftkammer gekoppelt. Das Rohr allein würde jedoch noch nicht die einseitige
Richtwirkung ergeben. Erst durch die Anordnung einer größeren Luftkammer, die durch einen
akustischen Reibungswiderstand mit der niederen Luftkammer hinter der Membran in Verbindung
steht und zu dem äußeren Schallfeld hin abgeschlossen ist, bildet sich die einseitige Richtwirkung aus.
Dabei liegt die Richtung der größten Empfindlichkeit des Mikrophons in der Achse des Mikrophons an der
Vorderseite der Membran, somit entgegengesetzt der bei Verwendung von Interferenzrohren auftretenden
Richtwirkung.
In Fig. 1 ist das bekannte Richtmikrophon der Interferenztype mit der erzielbaren Richtcharakteristik
strichliert eingezeichnet. Fig. 2 zeigt die Richtwirkung des Mikrophons gemäß der Erfindung.
In Fig. 1 ist die Membran mit 1 bezeichnet, das Membrangehäuse mit 2 und die darin befindliche
akustische Impedanz mit 3. Vor die Membran 1 ist
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mittels einer niederen Luftkammer 4 ein geschlitztes stand von ihr hat, der etwa einem Viertel der Wellen-Rohr
5 gesetzt. Die strichliert gezeichnete Richtwir- länge des höchsten Tones entspricht. Vor der Memkung
ist für eine Rohrlänge L gleich der Wellenlänge bran kann ferner in an sich bekannter Weise ein
Schalles gezeichnet. Rotationskörper 18 angeordnet sein, der zwischen
In Fig. 2 ist bei dem erfindungsgemäßen Mikro- 5 seiner gewölbten Bodenfläche und der Membran eine
phon die Membran 6 mit ihrer Vorderseite direkt niedere Luftkammer bildet. Konzentrisch zu diesem
dem Schallfeld ausgesetzt; die Rückseite ist durch Rotationskörper befindet sich der kegelförmige Köreine
niedere Luftkammer 7 abgeschlossen, aus der per 19, der durch Stützen 20 gehalten wird. Dadurch
sowohl eine akustische Impedanz 8 in den größeren entsteht in an sich bekannter Weise ein ringförmiger
Hohlraum 9, der vom äußeren Schallfeld abgeschlos- io Trichter, der beliebige Querschnittszunahme aufsen
ist, als auch ein geschlitztes Rohr 10 zum äuße- weisen kann. Durch diese Einrichtung wird eine
ren. Schaltfeld führt. Die Länge des Rohres ist we- Glättung der Frequenzkurve und eine Verbesserung
sentlich kurzer als die vom Mikrophon zu übertra- der Richtcharakteristik im Bereich der höheren Fregende
längste Wellenlänge des Schalles, jedoch wesent- quenzen erzielt,
lieh länger als die kürzeste Schallwellenlänge. 15 Fig. 7 zeigt eine andere Ausführungsform des zur
lieh länger als die kürzeste Schallwellenlänge. 15 Fig. 7 zeigt eine andere Ausführungsform des zur
Es können auch an die niedere Luftkammer an der Spirale gewundenen Schallkanals. Die Baßresonanz-Rückseite
der Membran mehrere Rohre angeschossen kammer 21 weist auf ihrem Zylinderumfang eine
sein, deren Länge so gestuft ist und deren Quer- Spiralnut 22 auf, über die ein Rohr 23 geschoben ist,
schnitte gleich oder verchieden sein können, so daß das Löcher oder Schlitze 24 aufweist. Über das Rohr
sich Spitzen und Täler in der Frequenzkurve, hervor- 20 23 ist ein Zylinder 25 aus Dämpfungsmaterial, z. B.
gerufen durch stehende Wellen, in den Rohren korn- Filz, geschoben,
pensieren. Die Fig. 8 bis 11 zeigen verschiedene Ausführungs-
pensieren. Die Fig. 8 bis 11 zeigen verschiedene Ausführungs-
In den Fig. 3 bis 7 sind Ausführungsbeispiele von formen der Rohre. Fig. 8 weist ein Rohr mit Schlitz
Mikrophonen gemäß der Erfindung dargestellt. Die auf, Fig. 9 eines mit Löchern, Fig. 10 zeigt das Rohr,
Fig. 8 bis 11 zeigen verschiedene Ausgestaltungs- 25 bestehend aus Drahtgeflecht mit darübergezogener
möglichkeiten der Rohre. Fig. 12 stellt ein weiteres Filzhülse, und Fig. 11 stellt einen Hohlzylinder aus
Ausführungsbeispiel dar. Fig. 13 veranschaulicht in Filz dar.
schematischer Darstellung die für die Funktion des In Fig. 12 ist eine andere Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Mikrophons wichtigen akusti- Rohres dargestellt, das einen Zylinder aus Dämp-
schen Größen. Das elektrische Ersatzschaltbild ist in 30 fungsmaterial im Inneren enthält. Bei 26, 27 und 28
Fig. 14 wiedergegeben. sind öffnungen vorgesehen, die durch Dämpfungs-
In Fig. 3 ist ein Mikrophon mit einseitiger Rieht- material abgedeckt sein können.
wirkung dargestellt, das ein Rohr enthält, dessen Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen MikroMantel
der Länge nach einen Schlitz S aufweist. Da- phone kann an Hand der schematischen, vereinfachbei
entsteht eine ähnliche Wirkung, wie bei Verwen- 35 ten Darstellung der Fig. 13 mit äquivalentem elekdung
einer Anzahl parallelliegender Rohre verschie- trischem Ersatzschaltbild Fig. 14 erläutert werden,
dener Länge. Die Membran M bildet mit Teilen des Die Membran mit der mechanischen Impedanz ZM
Magnetsystems eine niedere Luftkammer D1, aus der ist rückseitig mit der Impedanz Z0 gekoppelt. Letzdie
Luft dur,ch den Reibungswiderstand R hindurch tere wird in an sich bekannter Weise durch akustische
in die Kammer Dz gelangen kann. An die Luftkam- 40 Reibungswiderstände, akustische Massen und Luftmer
D1 ist das Rohr M1 angekoppelt, das einen polster, die von der Außenluft abgeschlossen sind, ge-Längsschlitz
61 aufweist. Durch geeignete Bemessung bildet. Mit der Rückseite der Membran ist gleichfalls
des Schlitzes und Einfügung von Dämpfungsmaterial eine akustische Leitung gekoppelt, die im Ersatzwird
eine sehr gleichmäßige Wirkung erzielt. schaltbild durch die zu Z0 parallelliegenden Impedan-
Versuche haben ergeben, daß eine weitere Verbes- 45 zen Z1, Z2 und Z3 dargestellt ist. Durch öffnungen in
serung der Frequenzcharakteristik und der einseiti- der akustischen Leitung mit den Impedanzen Z1, Z2
gen Richtwirkung dann entsteht, wenn der kürzeste und Z3 wird die Membran auch an der Rückseite von
Schallumweg von der Vorder- zur Rückseite der den Schallschwingungen beaufschlagt. Die hierdurch
Membran verkleinert wird. Man erhält günstigste an der Membran auftretende antreibende Kraft entVerhältnisse,
wenn der kürzeste Schallumweg von 50 spricht der Schalldruckdifferenz zwischen der Vorder
Vorder- zur Rückseite der Membran um den derseite der Membran und den Schalleintrittsöffnun-MikrophonkÖrper
herum bis zum Beginn des Schlitzes gen der akustischen Leitung. Die Parallelschaltung
im Rohr bzw. bis zum offenen Ende des kürzesten von Z0 zu den Impedanzen Z1, Z2, Z3 ermöglicht die
Rohres etwa der halben Wellenlänge der höchsten zu Abstimmung in bezug auf den Schalldruck und die
übertragenden Frequenz entspricht. 55 Druckgradientenkomponente unabhängig voneinander
In Fig. 4 ist ein Mikrophon dargestellt, bei dem vorzunehmen. Hierdurch gelingt es, einen Schallder
kürzeste Schallumweg von der Vorder- zur empfänger zu schaffen, der eine geradlinige Frequenz-Rückseite
der Membran verkleinert ist. Der Schlitz charakteristik, frequenzunabhängige einseitige Richtin
dem Rohr beginnt bei 11. Das Rohr ist von einem wirkung und hohen Wirkungsgrad aufweist,
den Schlitz abdeckenden Zylinder aus Filz od. dgl. 60 Dabei kann die akustische Leitung in verschiedener umgeben, der gegen das freie Ende des Rohres hin Weise aufgebaut sein.
den Schlitz abdeckenden Zylinder aus Filz od. dgl. 60 Dabei kann die akustische Leitung in verschiedener umgeben, der gegen das freie Ende des Rohres hin Weise aufgebaut sein.
verjüngt sein kann. Fig. 5 zeigt die Konstruktion Ein weiterer besonderer Vorteil der erfindungsge-
nach Fig. 4 im Querschnitt. mäßen Anordnung liegt darin, daß die Grundreso-
In Fig. 6 ist eine Abänderung des Erfindungs- nanz der Membran, die durch die Masse der Mem-
gedankens mit einem zu einer Spirale aufgerollten 65 bran samt Tauchspule und der Rückstellkraft der
Rohr veranschaulicht, das akustisch ähnlich wirkt Halterung gegeben ist, so hoch gelegt werden kann,
wie das gestreckte Rohr. Auch hier beginnt der daß eine genügende Betriebssicherheit und geringe
Schlitz bereits bei 11. An Stelle des Schlitzes können Stoß- und Windempfindlichkeit des Mikrophons ge-
auch nebeneinanderliegende Löcher angeordnet sein, währleistet ist. Diese Grundresonanz liegt zwischen
wobei das der Membran zunächst liegende einen Ab- 70 300 und 600 Hz. Durch die erfindungsgemäßen Ein-
richtungen wird der Druckgradient bei niederen Frequenzen vergrößert, so daß trotz relativ hoher Grundresonanz
der Membran eine horizontale Frequenzkurve bis in den Bereich der niederen Frequenzen erzielt
wurde.
Claims (5)
- Patentansprüche:\. Dynamisches Mikrophon mit einseitiger Richtwirkung, insbesondere mit nierenförmiger Richtcharakteristik, dessen größte Empfindlichkeit die Vorderseite des Mikrophons kennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Vorderseite ■des Mikrophons befindliche Membranfläche dem Schallfeld direkt ausgesetzt ist, während an die Rückseite der Membran die Schallschwingungen durch ein mit seitlichen öffnungen versehenes Rohr gelangen, das sich nach hinten zu erstreckt und in eine an der Rückseite der Membran gelegene niedere Luftkammer einmündet, an die akustische Impedanzen angeschlossen sind, die in vom äußeren Schallfeld abgeschlossene Hohlräume führen.
- 2. Mikrophon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr um ein Vielfaches kürzer als die größte Wellenlänge und langer als die kürzeste Wellenlänge des vom Mikrophon zu verarbeitenden Schalles ist.
- 3. Mikrophon nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle eines Rohres zwei oder mehrere Rohre von gleicher oder verschiedener Länge angeschlossen sind.
- 4. Mikrophon nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle der mit seitlichen öffnungen versehenen Rohre ein Bündel in der Länge gestufter Rohre angeschlossen ist.
- 5. Mikrophon nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre zu einer Spirale gewunden sind.In Betracht gezogene Druckschriften:
Österreichische Patentschrift Nr. 164 220;
USA.-Patentschrift Nr. 2 086 834.
Technische Mitteilungen PTT, 1954, Heft 1, S. 27 bis 31.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 909 727/358 1.60
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1074084B true DE1074084B (de) | 1960-01-28 |
Family
ID=598229
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1074084D Pending DE1074084B (de) | Dynamisches Mikrophon mit einseitiger Richtwirkung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1074084B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1275342B (de) * | 1966-05-13 | 1968-08-14 | Heinrich Peiker | Mikrophon fuer Musikinstrumente |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2086834A (en) * | 1933-11-08 | 1937-07-13 | Willans Peter William | Electroacoustic translating device |
| AT164220B (de) * | 1947-01-23 | 1949-10-25 | Henry Radio Heinrich & Co | Elektroakustischer Geschwindigkeitsempfänger |
-
0
- DE DENDAT1074084D patent/DE1074084B/de active Pending
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| US2086834A (en) * | 1933-11-08 | 1937-07-13 | Willans Peter William | Electroacoustic translating device |
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