DE1072291B - - Google Patents
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- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
- H01H9/00—Details of switching devices, not covered by groups H01H1/00 - H01H7/00
- H01H9/30—Means for extinguishing or preventing arc between current-carrying parts
- H01H9/44—Means for extinguishing or preventing arc between current-carrying parts using blow-out magnet
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT 1072
INTERNAT. KL. H 01 h
ANMELDETAG: 18. JANUAR 1957
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
(L 26638 Vmd/21c)
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen, in Luft schaltenden Leistungsschalter, insbesondere
für Hochspannung, dessen bei der Stromunterbrechung auseinandergezogener Lichtbogen von den
Schaltkontakten auf mehrere senkrecht zur Schaltrichtung angeordnete Lichtbogenelektroden übertragen
und in Reihenschaltung in Lichtbogenkammern aus Isolierstoff durch ein senkrecht zur Lichtbogenkammerebene
wirkendes magnetisches Feld zu konzentrisch liegenden, gleichsinnig vom Strom durchflossenen Schleifen ausgezogen und gelöscht
wird. Bei einem bekannten Schalter dieser Art wird die Drehung des Lichtbogens senkrecht zur Schaltrichtung
sowie seine Längung durch Elektroden erreicht, die zu diesem Zweck mit je einem Schenkel
beiderseits der Isolierstoffplatten angeordnet und so ausgebildet sind, daß sich die Teillichtbogen infolge
der Bewegung ihrer Fußpunkte über die Elektroden unter ihrer eigenen elektrodynamischen Wirkung zu
gleichgerichteten bogenförmigen Schleifen auswirken. Bei höheren Ausschaltströmen können die Einzellichtbogen
nahezu kreisförmig auseinandergezogen werden, bei schwächeren Ausschaltströmen dagegen
genügt deren elektrodynamische Wirkung allein nicht, und die Ausweitung der Lichtbogenteile verläuft nur
in schwachen Bogen. Außerdem haben diese Lichtbogenelektroden den Nachteil, daß sie verhältnismäßig
weit in die einzelnen Lichtbogenkammern hineinragen und dadurch nicht die gesamte Fläche dieser
Kammern für die Lichtbogenlängung und dessen Kühlung ausnutzen. Ein solcher Schalter kann
daher nicht eine so hohe Schaltleistung haben wie ein Schalter mit Platten gleicher Abmessungen, deren
Fläche voll ausgenutzt wird.
Die Erfindung geht nun von der Aufgabe aus, die schleifenförmige Ausweitung des Lichtbogens mit
sehr einfachen Mitteln auch bei schwachen Ausschaltströmen zu erreichen, wodurch sich für alle Strombereiche
eine günstige Lichtbogenlöschwirkung des Schalters ergibt. Erfindungsgemäß sind zu diesem
Zweck die Lichtbogenelektroden als an der Eintrittsöffnung der Lichtbogenkammern befindliche Leisten
ausgebildet, die paarweise ein bügeiförmiger, den äußeren Lichtbogenkammerabmessungen angepaßter
Leiter im Sinne einer Spulenwindung verbindet.
Die als Leisten ausgebildeten Lichtbogenelektroden stellen einfache, wenig Platz beanspruchende
Bauteile dar, die eine wirksame Ausnutzung der vollen Fläche der Lichtbogenkammern für die Längung
und Kühlung der Lichtbogenteile ermöglichen. Die ebenso einfachen bügeiförmigen, stromdurchflossenen
Leiter, die an sich schon von anderen in Elektrischer, in Luft schaltender
Leistungsschalter, insbesondere für
Hochspannung
ίο Patentiert für:
LICENTIA Patent-Verwaltungs - G. m. b. H., 6000 Frankfurt -
Dipl.-Ing. Franz Petermichl, 3500 Kassel,
an ist als Erfinder genannt worden
Luft schaltenden Leistungsschaltern her als Blasspulen für einen von den Schaltkontakten rasch auf
Lichtbogenhörner zu treibenden Lichtbogen bekannt sind, haben die vorteilhafte Eigenschaft, daß sie durch
ihr magnetisches Feld den zwischen den Elektroden in den einzelnen Lichtbogenkammern unregelmäßig
brennenden Lichtbogen zwingen, etwa die gleiche Form anzunehmen, wie sie sie selbst aufweisen. Dadurch,
daß mehrere solcher bügeiförmigen Leiter über die Lichtbogenkammern des Schalters verteilt sind,
wirken sie in Verbindung mit den dazwischenliegenden und in Reihe geschalteten Lichtbogenschleifen
als die starren Windungen einer gestreckten Spule, deren Kraftlinien die gleichgerichteten Kraftlinien
der in sich beweglichen Windungen der Lichtbogenschleifen anziehen und letztere dadurch, auch wenn
sie von schwachen Strömen herrühren, auf ihre Größe ausweiten. Die Kraftlinien des magnetischen
Feldes der bügeiförmigen Leiter sorgen dafür, daß Lichtbogenschleifen, die aus ihren Kammern heraustreten
möchten und dadurch zu Kurzschlüssen führen könnten, wieder in ihre Kammern zurückgezogen
werden.
Ein solches Höchstmaß an einer Stabilisierung der Lichtbogenschleifen innerhalb der einzelnen Lichtbogenkammern
läßt sich mit einem äußeren Magnetfeld, dessen Kraftlinien senkrecht zu den Lichtbogenkammern
stehen, wie dies bei einem bekannten
809 502/519
Schalter der Fall ist, nicht erzielen, weil sich die Wirkung der Kraftlinien bei den üblichen Feldstärken
höchstens bis auf die nächstliegenden Lichtbogenschleifen erstreckt und außerdem das Magnetfeld
nicht so leicht den äußeren Abmessungen der Lichtbogenkammer angepaßt werden kann, wie es
für einen bügeiförmigen Leiter zutrifft. So bringt die Verbindung der einfachen Leiter als Lichtbogenelektroden,
deren Anbringung an sich schon zur Verhinderung eines Abbrandes an den Eintrittsöffnungen
von Lichtbogenkammern bekannt wurde, mit den bügeiförmigen Leitern einen wesentlichen Fortschritt
in bezug auf die Erzeugung einer hohen Lichtbogenspannung und damit einer wirksamen Lichtbogenlöschung
bei in Luft schaltenden Leistungsschaltern.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung sind in der Zeichnung unter Weglassung des Blasmagneten mehrere
Ausführungsbeispiele schematisch dargestellt.
In Fig. 1 ist ein Schnitt durch einen Schalter mit mehreren auseinandergezogenen Lichtbogenkammern,
die aus den Isolierstoffplatten 1 bestehen, gezeigt. Die Schaltkontakte bestehen aus dem festen
Kontakt 2, dem der Strom zugeführt wird, und dem beweglichen Kontakt 3, von dem der Strom abgenommen
wird. In den beiden Endkammern und der Mittelkammer des Schalters sind die Leiter 4, 5 und 6
angeordnet. Diese haben, wie der um 90° gedrehte Leiter in Fig. 1 a zeigt, die Form einer Schleife. Der
Leiter 4 trägt den festen Kontakt 2, der Leiter 6 trägt einen Anschlag 7 für den beweglichen Kontakt 3. Die
senkrechten Pfeile 8 bezeichnen die Richtung eines an sich bekannten magnetischen Blasfeldes oder einer
an sich bekannten pneumatischen Zusatzblasung, wodurch die einzelnen Lichtbogen anfangs in die Lichtbogenkammern
getrieben werden. An den unteren Enden der Platten 1 befinden sich die als Kanten oder
Leisten ausgebildeten Elektroden 9, an denen sich der Lichtbogen bei der Stromunterbrechung ansetzt.
Die Wirkungsweise der Erfindung ist derart, daß bei der Stromunterbrechung zunächst ein Lichtbogen
zwischen den Kontakten 2 und 3 gezogen wird. Dieser Lichtbogen wird bei der Weiterbewegung des
Kontaktes 3 zwischen die Platten 1 getrieben und brennt hier mit seinen Fußpunkten an den Elektroden
9. Sobald der Lichtbogen zwischen den ersten Elektroden 9 brennt, fließt der Strom von dem Kontakt
2 aus über den ersten Leiter 4. Dadurch wird in diesem Leiter ein elektromagnetisches Feld erzeugt,
das waagerecht gerichtet ist, wie es der Pfeil 10 andeutet. Dieses Feld sucht auch die erste Lichtbogenschleife und die dann folgenden zu etwa der gleichen
Länge auszudehnen, wie sie der Leiter 4 aufweist. Sobald der bewegliche Kontakt den mittleren Leiter 5
erreicht und wieder verlassen hat, bildet sich auch in diesem ein elektromagnetisches Feld aus, das die
Schleifenbildungswirkung des ersten Leiters unterstützt. Schließlich wird auch in dem Leiter 6 nach
Erreichen des Anschlags 7 die gleiche Wirkung hervorgerufen. Isolierteile 11 verhindern ein Eindringen
des Lichtbogens in die Metallschleifen der Leiter. Unrein Erlöschen des Teillichtbogens zwischen den
Enden der Leiter und damit die volle Ausbildung des Stromflusses in den Leitern zu beschleunigen, kann
der Isolierteil 11, so wie in Fig. 3 als 1Γ gezeichnet, kammerartig ausgebildet werden, wobei eine: Erhöhung
der Lichtbogenspannung entsteht.
So wird mit Hilfe der Leiter erreicht, daß ohne größere^ kompliziert geformte und in die Lichtbogenkammern hineinragende Elektroden der Lichtbogen
zu langen Schleifen ausgezogen wird und dieses Ausweiten des Lichtbogens auch bei kleineren Strömen
mit großer Schnelligkeit erfolgt, so daß dadurch eine
kurze Lichtbogendauer bei allen Stromstärken gewährleistet ist. Da die eigentlichen Lichtbogenansatzelektroden
9 nur wenig Platz beanspruchen, steht dem Lichtbogen für die Ausbreitung und Kühlung
auch bei gedrungener Bauart des Schalters eine große
ίο Fläche zur Verfügung.
Der Schalter nach Fig. 2 unterscheidet sich von dem nach Fig. 1 dadurch, daß die äußeren Leiter 4'
außerhalb der Isolierkammern angeordnet sind und infolge kurzzeitiger galvanischer Überbrückung ihrer
Enden durch den beweglichen Kontakt zwischen ihnen kein Lichtbogen entstehen kann. Dies hat den
Vorteil, daß schon von Beginn des Ausschaltvorganges an der Strom gezwungen ist, durch den ersten
Leiter 4' zu fließen, und daß dadurch das elektro-
ao magnetische Feld zur Schleifenbildung noch schneller erzeugt wird, als dies bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 der Fall ist. Zweckmäßigerweise können auch die mittleren Leiter mit Kontakten versehen
werden, die durch den beweglichen Kontakt vorübergehend galvanisch überbrückt werden (Fig. 2). Diese
Wirkung kann noch weiterhin dadurch verstärkt werden, daß an Stelle von nur einer Windung die Leiter
zwei oder mehrere Windungen aufweisen. Es können auch die beiden äußeren Leiter gleich von Beginn des
Ausschaltvorgangs an galvanisch parallel geschaltet werden. Ein entsprechendes Ausführungsbeispiel zeigt
die Fig. 4 mit den beiden äußeren Leitern 4".
An Stelle der dargestellten Form der Leiter sind auch andere, z. B. nahezu kreisförmige, anwendbar.
Ebenso kann die Zahl dieser Leiter der jeweils vorgegebenen Spannung entsprechend geändert werden.
Claims (5)
1. Elektrischer, in Luft schaltender Leistungsschalter, insbesondere für Hochspannung, dessen
bei der Stromunterbrechung auseinandergezogener Lichtbogen von den Schaltkontakten auf mehrere
senkrecht zur Schaltrichtung angeordnete Lichtbogenelektroden übertragen und in Reihenschaltung
in Liohtbogenkammern aus Isolierstoff durch ein senkrecht zur Lichtbogenkammerebene
wirkendes magnetisches Feld zu konzentrisch liegenden, gleichsinnig vom Strom durchflossenen
Schleifen ausgezogen und gelöscht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtbogenelektroden als
an der Eintrittsöffnung der Lichtbogenkammer (1) befindliche Leisten (9) ausgebildet sind, die
paarweise ein bügeiförmiger, den äußeren Lichtbogenkammerabmessungen angepaßter Leiter (4)
im Sinne einer Spulenwindung verbindet.
2. Luftschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Leiter beim
Schaltvorgang galvanisch überbrückt werden.
3. Luftschalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Leiter mehrere
Windungen aufweisen.
4. Luftschalter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden äußeren Leiter
galvanisch parallel geschaltet sind.
5. Luftschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich innerhalb der Schleife
bzw. zwischen mehreren Schleifen eines Leiters Isolierteile befinden, die als Lichtbogenkammern
ausgebildet sind.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 439 475, 515 094,
256 517, 444 505, 547 335, 533 477, 619 903,
933 817; 545 094;
933 817; 545 094;
deutsche Patentanmeldung M 3893 VIIIb/21 c (bekanntgemacht
am 22. 3. 1951);
französische Patentschriften Nr. 961277, 961 290, 1000 961 und 62 384 Zusatz zum Patent 1 000 691.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL0026638 | 1957-01-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Country Status (3)
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| DE (1) | DE1072291B (de) |
| FR (1) | FR1189739A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3178544A (en) * | 1961-10-09 | 1965-04-13 | Bbc Brown Boveri & Cie | Electric switch with arc extinction in air and with magnetic blasting |
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- DE DENDAT1072291D patent/DE1072291B/de active Pending
-
1958
- 1958-01-11 CH CH5462358A patent/CH364293A/de unknown
- 1958-01-13 FR FR1189739D patent/FR1189739A/fr not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3178544A (en) * | 1961-10-09 | 1965-04-13 | Bbc Brown Boveri & Cie | Electric switch with arc extinction in air and with magnetic blasting |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH364293A (de) | 1962-09-15 |
| FR1189739A (fr) | 1959-10-06 |
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